<<< Weisheiten 0404 >>>

De Pape (Pfaffe) seggt et nich mehr as nmal.

De Papen (Pfaffen) un de Hunne (Hunde) verdeunet er Braud met den Munne.

De Papst es e Vaterunserkrmer.

De Pr (Pferde) lop'n bt'r, wenn de Furrmann 'n Sluck kriggt.

De Pre hebbet holige (hulige) Kppe.
hdt] Die Pferde haben hohle Kpfe
i] Sie fressen viel, ja scheinen unersttlich zu sein.

De Pastor es kennen Hs, on de Kerk es kenn Feldhuhn.
i] Es hat keine Eile, der Pastor wartet und die Kirche fliegt nicht fort.

De Pastor prkt (predigt) man nmol vr't slfige Geld.
Ostfriesland

De Pastoren hebbet vle Boikern un Kinder un kein Geld.

De Pastoren un de Hunne verdeint det Geld med dem Munne.

De Pear mt hebben Water satt un Foder wat.
Holstein
i] Reim der Knechte, welche den Pferden zwar genug Wasser, aber nur etwas Futter geben.

De Peere, de den Hobern verdeent, de kriegt em nich.

De Plakenbrille upsetten.
i] Scherzhaft fr: sich oder andern das Verstndnis erffnen. Plaken = grobes Tuch zu Unterrcken fr Kinder. Die Redensart ist daher entstanden, dass man frher wohl die Abtrittslcher (Brillen) um den Sitz weicher zu machen und den blen Geruch des Orts zu mildern mit solchem Tuche gepolstert hat.

De Perken hosten hre.
Krefeld
i] Die Wrmer, besonders Regenwrmer husten hren. Von berklugen Leuten.

De Pfanne schelt den Pott Schwartmiaul (Schwarzmaul).

De Pferdehndler sein Schlke, is ne wuhr?
i] So fragt man in der Oberlausitz, um sein Misstrauen (ironisch) auszudrcken.

De Pipe (Pfeife) in den Sack tn.
i] Durch Drohungen zur Ruhe gebracht werden.

De Pisk jobbelt on de Nrsch wt van nuscht.

De pleiten will um n Koh, gev lever ne to.
Ostfriesland
i] Pleiten = rechten, prozessieren; westerwldisch: pldern, zanken, schelten (streiten); hollndisch: pleit; franzsisch: plaider; englisch: to plead.

De plgt ok keen grade Foor!

De Pock (Krte) is de twde Schepper.

De Pogg (Krte) krggt oge.
i] Wenn ein Schweigender endlich spricht und ein Langweiliger munter wird.

De pselt as Tjark Backers Esel.
Ostfriesland
i] Psseln = kleine Possen, mutwillige Sprnge machen.
z] Doch wenn er was zu posseln hat, winkt er dem armen Gfattern schlecht, muss allemal seyn sein Trttelknecht.

De Potsgrbber kend (kommen) nit innen Hiemel.
Iserlohn
i] Ein sprichwrtliches Scherzwort. Unter Potsgrbern wird Messer und Gabel verstanden. Sgrabben = kratzen.

De Pott geit so lange to Water, bet hei brickt.

De Pott is vull.

De Pott verwitt (verweist) de Ketel, dat he swart (schwarz) is.
Oldenburg

De Pttger seggt: Et is Kram (Ware), is kein Vergang annem.
Braunschweig
i] Vom Verkauf der TpferWaren auf Jahrmrkten entlehnt.

De Prachersack ss opgeplatzt.
i] Wenn sehr viele Bettler kommen.

De Prahler het kn Brd und de Klger litt (o. kn) Nt.

De prsen worden will, mt starven; de veracht't worden will, mt frn.
hdt] Wer gepriesen sein will, muss sterben, wer verachtet sein will, muss freien.

De Preusse licket sau lange na'n hannoverschen Lanne, bet 'ne de Klwecken afehackt wrt.
hdt] Der Preusse leckt so lange nach dem hannoverschen Lande, bis ihm die Finger abgehauen werden.
i] Dieses jetzt wenig mehr bekannte Sprichwort scheint senen Ursprung nach der unglcklichen Schlacht von Jena gehabt zu haben, jetzt wird es sich, nachdem die Preuen das Land verschluckt haben, fr einen Welfenkatechismus eignen, um die Hoffnung der Zurckgewinnung zu nhren.

De Preuen hebbet twei Magen un kein Harte.
hdt] Die Preuen haben zwei Magen und kein Herz.
i] Wahrscheinlich ebenfalls nach der Schlacht bei Jena entstanden. Wie die Preuen angefhrt werden, gerade so haben sie 'Herz'.

De Priester seggt nie: Was ist gefllig? sondern immer: Was bringen Sie?
Pommern

De Prll drwt (treibt) de Su vom Fll (Feld).

De Prk (Perrcke) steit mm verkrt.
i] Er ist in bler Laune.
ho] De pruck staat hem scheef.

De Puls greife.
Luzern

De Pust hadst di verwahre kunnt (morge freh) tom Mpste.
i] Deine Bemerkungen waren unntz.

De quat (bse) deit, de schuwet gern dat licht.

De Quint platzt di.
i] Wenn die Stimme berzuschlagen droht.

De Raste brenget de Maste.
Soest

De Rter ss schlmmer als den Tter.

De raunet, de lgt.
i] Ein Ohrenblser ist meist auch ein Lgner.

De Rauten sn kaput.
Oberharz
i] Die Fensterrauten oder -scheiben sind entzwei. Man kann daher drauen hren, was im Zimmer gesprochen wird. Die Redensart mahnt also zur Vorsicht im Reden.

De rea Legd.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Die rauhen Leute heien sprichwrtlich in Siebenbrgen die Walachen. Man nennt sie auch: de reaschchtigen (rauhschaftigen). Auch werden sie durch die Redensarten bezeichnet: Se drn Werbes (tragen Bindschuhe); d Brotfanne gn (die in Bratpfannen gehen).

De Red' is god, s' Rutenbarg, wenn ik't Geld heff, krieg ik ok wohl Schoh.

De Red' sn got, hst Gld, krggst Fsch.
Samland

De Rede snd got, seggt de Foss, awer na'm Drp gah ck nich.
Pillkallen

De Reden snd gd, segt Rtenberg, wenn de Dten k man drn wern.
Mecklenburg

De rche L' (Leute) halde gr Frndschaft; mrr me moss hn usgen (ihnen aus der) Teische blve.

De rk Schwer up de Wyk, Guldammer und Schliek, Salingre successores, dat sind die drei Matadores in Stettin.
i] Wird einem wohlhabenden, spter verarmten Brenner Schreiber auf der Wyk zugeschrieben. Goldammer und Schleich war hier ein angesehenes Handlungshaus, das erloschen ist. An dasselbe erinnert noch die Firma Goldammer und Schleich Nachfolger. Salingre successores war ehemals eine Handelsfirma, die in ihrer Speculation zuletzt nicht glcklich war.

De Riken (Reichen) heb't dat Geld, de Armen treckt int Feld.
Westfalen

De ripsten Beeren sind all schuddet.

De Rock is bi de Gaten noch hl.
i] Spott auf ein zerlchertes Kleidungsstck, das neben den Lchern noch ganz ist.

De roh Flesk (Fleisch) kaut, den dot de Kinnbacken weh.

De rk (Rauch) trift em ut dem huse.
i] Womit hier das bse Weib bezeichnet wird.

De Rok is r ut de Flen.
Hamburg
hdt] Ihr Rock ist aus den Falten.
i] Sie ist keine Jungfer mehr.

De Rk treckt achter em up.
hdt] Der Rauch zieht hinter ihm auf.
i] Es ist nicht die Wahrheit, was er redet.

De Rm is der af.
Ostfriesland
i] Sahne, Wortspiel mit Ruhm, um zu sagen: Das Beste ist davon weg. Das Fett ist abgeschpft.

De Rmht is so dick, dat en Snder darup danssen kann.
Holstein
i] Die Haut auf der abgesottenen Sahne ist so dick, ein Schneider knnte darauf tanzen. Um die Gte der Sahne zu bezeichnen.

De rmt (gerhmt) wesen will, mot starwen, de besnackt wesen will, mot freen (freien, heiraten).

De rotzigsten Jungens waren de besten Karels.
Oberharz
d] Det er mueligt at en ung kand de; det er umueligt at en gammel kand lnge leve.
ho] De jungen kunnen, maar de ouden moeten sterven.

De Rens, de 'n Bren ruaken hebb't, will 't 'ne auck gren belicken.

De Rens, de so harde blieket, sind de sliemsten nit.

De rugsten Fahlen wert de besten Peere.

De Ruh un de Raste, dat es de halwe Maste.
Grafschaft Mark
d] Liden hvile er altid god.
fr] Le repos est doux aprs le travail.
la] Otia corpus alunt, animus quoque pascitur illis, immodicus contra carpit utrumque labor.

De Ruhme un de Leine slucket alle Jahr teine.
Gttingen
i] In der Behauptung, dass die Ruhme und die Leine, deren linker Nebenfluss jene ist, alljhrlich zehn Menschen verschlingen, liegt nicht blo eine Warnung in Betreff des alljhrlich wiederkehrenden Ertrinkens einzelner Menschen in den genannten Flssen, sondern noch etwas von dem alten Volksglauben, dass der Wassergeist seine bestimmten Opfer fordere. Nebenbei liegt auch die beschmende Erfahrung darin, dass die Menschen durch fremde Schicksale nicht klger werden, sonst msste die Zahl der Ertrinkenden abnehmen.

De ruipe Bre fllt meir up'n Kouflat (Kuhfladen) oe up'n Rousenblatt.
Lippe

De Rje (Reue) kmmt r in't Hart (Herz).
i] Es wird ihr leid.

De Ruten rut, s de Glscher, denn kannst den Skat gewinnen.

De Rutt schlt'n.
i] Die Rute, das bse Gewissen, schlgt ihn.

De Saatseier (Semann) kommt.
i] Wird gebraucht, wenn man an jemand merkt, dass er schlfrig wird, weil er dann still wird und man bei stillem Wetter zu sen pflegt.

De sachte geiht, kmmt k met fort.

De Sk is nich to trgen, sd de Jung, Vader, legg erst den Stock dl.

De Sk is nit to troen, Vader, s de Jung, da sull he Prgel hebben.
i] Der Knabe ist misstrauisch, er traut dem Lockruf nicht: 'Kumm ins her, mn Jungske!' Gerade die freundliche Einladung veranlasst ihn zu der Befrchtung, dass es auf eine grndliche Tracht Prgel abgesehen sei.

De Sake bloet sick daut. Lippe
hdt] Die Sache blutet sich tot.
i] Sie wird allmhlich vergessen.

De sall de Kuckuck nt mehr hren.
Ostfriesland

De Samlnder frete de Schap ruch op, on denn schiete se fer de Natanger Plz.
Alt-Pillau

De sandhrster Herr ridd up appelgraue Peer.
i] In Sandhurst hatten die ostfriesischen Frsten ein Lustschloss

De Sankt-Lorenzer snd Schnodderschmter, on de Pobether stcke et n e Fupp.
Samland
i] Die Pobether sind also, da sie sich bereits eines Taschentuchs bedienen, in der Bildung um einen Grad weiter.

De Schaden doit, mott Schaden betern.

De Schaed (Schaden) gaht vor de Baat.
ho] De schade gaat vr de baat.

De Schafe un de Gse (Gnse) frt't de Botter t de Dse.
Oldenburg

De schall mit na Pudel sien Hochtid.
Holstein

De schmen un grmen sick nig.
i] Sie leben in den Tag hinein.

De Schnker ist g'storbe, de Hnker lebt no.
Schweiz

De Schssburjer mchen de Dir net mt dem Uorsch z.
Siebenbrgen/Sachsen

De Schaumiker (Schuhmacher) stieket sine Sggel in Speck.
Iserlohn
i] Er hrt auf zu arbeiten.

De schaut drei(n) as wia-ra Feld voll Unglck.
Tirol

De schaut her, as wenn e' mit de ganz'n Welt in fried war.
Unterinntal

De Scheffel steit hinner der Der.
Westfalen
i] Vergeltung wird bald folgen.

De Schelm im Buse ha.
Luzern

De Schelm steckt (sticht) hm.
i] Er hat Schelmereien im Kopfe.

De Schenker is estorwen.
i] Das Schenken ist abgekommen. Bald wird das Sprichwort klagend angewandt, dass man nicht schenke, bald als abweisend, dass man ein verlangtes Geschenk nicht gewhren wolle.

De Schenker ss gestorwe, de Gewer ss verdorbe, awersch de Nehmer lewt noch.

De Schperfrugens putzen sich to Nacht.
Pommern
hdt] Die Schfersfrauen putzen sich zu Nacht.
i] Weil der Mann, dem sie gefallen wollen, den Tag ber aus dem Hause ist und erst spt abends heimkommt.

De Schlaples biete em.
Knigsberg

De Schmied frett allerwegen mt; wie hei sull betale, krop hei mank de Kahle.

De Schmiede sein vu Stoahl und Eisen, aber an Schneider mag se nich.

De schmtt wt ( schmeisst weit) weg on nmmt dicht dabi op.
i] Der gibt in Worten oder (mehr in diesem Sinne) in der Tat einen guten Besitz, eine eintrgliche Stellung u.s.w. leichtfertig auf, um sich bald darauf um eine geringere zu bemhen. Er giet unreines Wasser eher aus, als er reines hat.

De Schnater steit hum nt stille.
i] Von einem Schwtzer. Schnater steht fr Mund.

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