Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 0401
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De lang slpt un fltig lpt, den segnet Gott in Slp; de fr upsteit un nig vl deit, dat is vergebliche Arbeit.
Holstein

De langsam geit, geit sicker.
Oldenburg

De langsam geit, kummt am Enne uck wt.
Rastede

De langsam geit, kummt k.
z] Der gemeine Mann ist Fleiig aber nicht jh; er liebt ein gewisses Behagen, langsamen Schritt in der Arbeit, einen Bauernschritt, der sich aus der Ferne manchmal wie ein etwas fauler Schritt ausnimmt. Das Lob dieses Mahaltens im Fleie ist nach rechter Bauernart in gar vielen Sprchen gesungen, denen man wenige zum Preise der raschen, feurigen Arbeit wird gegenberstellen knnen. Denn rasch arbeiten ist stdtisches und modernes Tempo; und die modernen Stadtbrger lassen die alten Sprichwrter absterben, geschweige dass sie neue machen. Die Bauern aber sagen: Nur langsam voran. Eile mit Weile. Schnell Spiel bersieht viel. Was bald wird, das bald verdirbt. Sptes Obst dauert am lngsten. Die frh eilen, haben spt Feierabend. Eilte der Hund nicht, so gebrte er nicht blinde Junge. Die mssige, gelassene Arbeit mag sich den heiligen Martin zum Schutzpatron nehmen. Als dem ein Fuhrmann begegnete und ihn fragte, ob er selbigen Abend noch bis Paris fahren knne, antwortete Sanct-Martinus: >Ja, wenn du langsam fhrst; eilest du aber, so kommst du nicht mehr hin.< Der Fuhrmann glaubte, der heilige Mann habe ein Glas ber den Durst getrunken und lie die Pferde doppelt ausgreifen. Da zerbrach ein Rad und ehe es noch geflickt, kam die Thorsperre, und er musste drauen bleiben. Riehl, Die deutsche Arbeit, Stuttgart 1861

De lank lft (lebt), word old; do lank kackt, word de Nrs kolt.

De Lpel mut rst belkt worden, r darmit ten wart.
i] Wenn ein Mdchen einen jungen Mann erst verachtet hat und ihn hernach doch noch nimmt. Das Wort blken, belken heit tadeln, anfechten, bemngeln, bekritteln, allerhand Fehler aufsuchen.

De larrelter Kark, de hangt vull Krallen, vull Klinkerklare, rosinrode Bloodskrallen.
i] Ein Spruch, den sich die Kinder in Ostfriesland zum Nachsprechen aufgeben und den Nichtostfriesen selten zum ersten mal richtig und gelufig ber die Zunge bringen. Klinkerklar = hell und klar, altniederlndisch klinkklar, wie 'hell' mit 'hallen' auch den 'klingenden' Ton; dann auch der Glanz. Larrelt ist ein Kirchdorf bei Emden.

De lass sich in Schaffhuse fange, de stehle will und nid will hange.

De latinjesch Kchen (Kchen) s dier und schmackt doch licht.
i] Apotheke.

De lege ferenda
dt] unter Bercksichtigung des knftigen Rechts

De lege lata
dt] im Hinblick auf das geltende Recht

De Leine fret alle Jahr teine. ttingen
i] Man will bemerkt haben, dass jhrlich zehn Ertrinkungsflle in der Leine vorkommen.

De Leit in (um) Hand hah'n.
i] Die Leute zum besten haben, klatschen.

De leiw Gott richt de Kll (Klte) mmer na de Klerer in.

De leiwe Gott is en gaud Mann.
Harz

De liwe Hergod is den Dummen r Vormund.

De liwe Hergod let de Bme nich tau hach wassen, damee se nich in den Himmel wasset.
Hannover
i] Gott wehrt dem bermute

De liwe Herrgott ltt de Ntte wohl wassen, owwer knappet se us nit.
Sauerland

De Lev (Liebe) nhrt bi nem, bi 'n andre tehrt se.
Knigsberg

De Lepel (Lffel) ward rst lappt, eh'r dermit eten ward.

De Lrk (Lerche) is'n Lork, je dller he schrt, je rger 't snt.
i] Lork = Eigentlich Name fr Krte, hier Scheltwort in der Bedeutung von Schelm. Der Landmann in der Altmark erkennt die Lerche nicht als Frhlingsboten an.

De leste (der letzte), de beste.
i] Ein Trostwort an Kinder, denen die Zeit lang wird, ehe die Reihe an sie kommt.

De leste Heller geiht nich t'n Keller.

De leste mot den Sack lappen.
Grafschaft Mark Woeste

De lett sck vom Schaf biete.
Ostpreuen
i] Der Vertrgliche oder Feige.

De lett sck gn Breten vr Trf geven.
hdt] Er lsst sich keine Torfbrocken fr guten Torf geben, d.h. nicht leicht anfhren.

De lett't nich anbrennen.

De letzt Schwn (Schwein) kriege den dicksten Drank.
i] Wenn jemand durch eine Versptung einen Vorteil erlangt.

De Lvde (Liebe) fallt so licht up'n Kohdreck as up'n Rosenblatt.

De Lvde hebb'n will, mutt Lvde fahr'n lat'n.

De leven (leben) will sonner Pin, de h sick vr Stfkinner un Winterswn.

De Lever (Leber) de ward brden bi Flackerfr un Str, jung Mten, nim kn ollen Mann, sst warst du nmmer fr.

De Lw (Liebe) fllt so gaud up'n Kschtfladen (o. Kuhscheiklechs) as up'n Rosenblatt.
Mecklenburg

De lw' Gott is k in'n Keller, sd' de Mnk, s he to Win ging.

De Lewark (Lerche) singt, de Wocke (Rocken) stinkt.
Knigsberg
i] Sobald der Frhling kommt, wird das Spinnen in der Stube widerwrtig.

De lwe Gott erhlt uns olle, wer doch mannegen verdkert knappe.
Waldeck

De lwe Gott heft Mnsche gemakt (o. ltt Mnsche lewe), awer se snd ok danau.

De lwe Gott lget ne'mesen en grtter Krze up, osse hei drgen kann.
Waldeck

De lewe Gottke ward et betahle on de Grossmutterke afspnne.
Oberland

De lewt (lebt) wie de Mad' im Speck.

De licht lvt, wart licht bedrgen.

De lichtest Kp is de kortest Dachreis.
Sderdithmarschen
hdt] Der leichteste Kauf ist die krzeste Tagereise.

De Lder (Leider) behlt dat Land.
Holstein
i] Der (unschuldig) Leidende siegt am Ende durch seine Ausdauer.

De Lder overwinnt de Strider (Streiter).
Ostfriesland

De lieb Gott is bi ins (bei uns) eigkehrt.
i] Er hat uns mit einem Unglck heimgesucht
i] Wird in Bayern bei Erffnung des Gesprchs gehrt, wenn in irgendeinem Hause jemand gestorben ist und die Verwandten des Gestorbenen das erste mal wieder zu ihren Nachbarn kommen.

De liegt all up'n Rggen.
i] Er ist bereits gestorben.

De Liewe fllt s' gaut upp'n Kauklack asse upp'n Rosenblad.

De liif n de trteinst Raatmann.
[RSpW]
hdt] Dann glaube an den dreizehnten Ratmann.
i] In den altnordischen und altdeutschen Volksgerichten fllten zwlf freigewhlte sogenannte Ratmnner die Urteile nach selbstgewhlten Volksgesetzen (Willkren) ber Verbrechen der Verklagten, die vor ihr Forum gestellt wurden. Mit dem dreizehnten Ratmann hat es aber folgende Bewandtnis. Als Karl der Groe zu den Friesen kam, befahl er ihnen Willkren (neue Rechte) zu machen. Die Friesen erwiderten, dass sie fr diesen Zweck erst Ratsleute whlen mssten. 'Tut das', sagte Karl, 'und kommt nach zwei Tagen wieder.' Die Friesen whlten zwlf Ratmnner, denen der Knig aufgab, dem Volke Willkren zu machen, wozu er ihnen fnf Tage bewilligte. Als die Zeit um war, kamen sie wieder und erklrten dem Knige, sie knnten keine neuen Willkren machen, sie wollten bei ihren alten Rechten bleiben. Darber ward der Knig sehr zornig und rief: 'Ich lasse euch dreierlei Kren, darin sollt ihr whlen: Entweder ihr sollt Sklaven oder enthauptet werden, oder ihr sollt in ein Schiff gesetzt werden, das ohne Segel oder Ruder mit der Ebbe das Seetor hinaustreibt.' Die friesischen zwlf Ratmnner whlten das letzte und trieben auf den Schiffen aus in die See, dass sie kein Land mehr sehen konnten. Da wurde ihnen bel zu Mute. Einer von ihnen sagte: 'Ich habe gehrt, dass unser Herrgott, als er auf Erden wohnte, zwlf Apostel hatte und selbst der dreizehnte unter ihnen war, dass er ihnen sagte, was sie tun sollten und ihnen half, wenn sie in Verlegenheit oder Not waren. Lasst uns ihn bitten, dass er uns wieder ans Land und zu unserm Recht helfe', was sofort geschah. Als sie zurcksahen, sass Jesus am Steuerruder und steuerte gegen Wind und Strom dem Vaterlande zu. So kamen sie glcklich heim. Sie setzten sich in einen Kreis, und der dreizehnte in der Mitte sagte ihnen, welche Rechte sie whlen sollten. Sie taten, wie er geraten hatte; und er war verschwunden. Als sie zum Knige kamen, wunderte er sich, dass sie noch am Leben waren. Sie sagten ihm, dass sie jetzt neue Willkren machen konnten, womit der Knig zufrieden war. Nun beschloen sie 17 Willkren und 24 Rechte fr die Friesen. Der Knig war so froh darber, dass er befahl, sie sollten frei bleiben und ihre Rechte sollten gelten bis zum jngsten Tage. Darum in groer Not halte dich an den dreizehnten Rathmann, das ist Gott selber.

De Lne (Leine) hngen laten.
i] Den Pferden ihren Willen lassen, uneigentlich von schlaffem, nachsichtigem Regiment.

De lingua stulta veniunt incommoda multa.
Walther, Proverbia sententiaeque
dt] Von einer trichten Zunge kommen viele Unannehmlichkeiten.

De Lippen hongen laten.
nl] Hij laat de lip hangen als de merrie van Booi.
ho] Hij laat de lip hangen tot op het derde knoopsgat.

De Lius (Laus) in den Pott will den Kaul nich fetten.
Lippe

De Lch (Luft) ess esu mlk, mer kriggen hck nog Rhn geng, et Rhnvggelchen ht sich og hre loe.
Kln

De Loge (Lauge) aver enen utgeten.
i] Einem seinen Zorn empfinden lassen.

De lnd mer stah, seit de nasswijler Schulmeister, wenn er zum e Frndwort (Fremdwort) chunnt.

De lppet (luft) as wenn hei backen will.
Gttingen

De lppt (luft) mit 'n uppbunden Strt, as Klasen sn Heck.
Ostfriesland

De lppt so lek as Jan Herkens.
Ostfriesland

De lcht, de stelt k.
la] Surripuisse solet crebro mendacia narrans.

De Ld' (Leute) seggen wohl von vlen Drinken, west nich von vlen Dst.
Mecklenburg

De lude sorden.
i] Die Leute betrgen.

De Luefleis' frssen en.
Siebenbrgen/Sachsen
hdt] Die Lobluse fressen ihn.
i] Er ist eingebildet infolge erhaltenen Lobes.
la] Laude ad pejora duci.

De Luft het em 's Dach gno.

De lunner Pap un de bsmer Schap, de hebbt Johannes Fehring brcht in en langen Schlap.
i] Dieser Spruch, der noch jetzt im Volksmunde in Lunden lebt, findet seine Erklrung in einer dithmarscher Sage. Die Sage knpft sich an ein sandiges Stck Land, das an der Strae von Sankt-Anna nach Lund liegt und den Namen 'de Karkehof' fhrt. Vor mehreren hundert Jahren hat nach der Sage dort ein groer schner Bauernhof gestanden, worauf ein Johannes Fehring gewohnt hat, welcher eine Zeit lang zu den 48 Landesregenten gehrt haben soll. Dieser Johannes Fehring hatte einen Prozess mit dem Pastor Johannis aus Lunden. Wenn der Pastor seine Sache den Achtundvierzigen vortrug, erhielt er Recht; wenn Johannes Fehring nach dem Gerichtshause kam, erhielt er Recht. Darber erzrnte der Pastor und betete so inbrnstig, dass in der nchsten Nacht eine Stimme ihm offenbarte, der Johannes Fehring trge einen Ring am Finger, infolge dessen er jedesmal und in allen Dingen Recht erhalte. Der Pastor offenbarte dies den Achtundvierzigen, die, als Fehring wieder erschien, ihm befahlen, den Ring abzunehmen, und ihm denselben, als er nicht Folge leistete, mit Gewalt abnahmen. Nun hatte der Pastor seine Sache gewonnen. Johannes Fehring verlie sofort das Gerichtshaus, lie vier Pferde anspannen und befahl dem Kutscher zu fahren, was die Pferde laufen knnten ber Hemme, Wesselburn nach Bsum zu, durch den Deich nach dem Butendiek, wo eine Menge Schafe weideten, die er fr Menschen ansah. Er glaubte sich verfolgt und schrie: 'Se kamt, se kamt.' Der Kutscher sprang vom Bocke und Johannes Fehring fuhr mit Pferd und Wagen ins Wasser hinein, sodass kein Mensch ihn wieder gesehen. Im obigen Spruche ist sein Gedchtnis bewahrt.

De Ls (Laus) in de Pickballje (Pechkbel) sken.
Holstein
i] Ursachen knstlich suchen, um Hndel zu haben.

De Ls (Laus) lpet 'ne wer de Lwer.
i] Er wird zornig. Niederlausitz, wenn jemand pltzlich ein Nervenschauer durchfhrt.

De Ls (Laus) nig um 'n Daler geven.
Holstein
i] Sich viel einbilden und seine schlechten Sachen hoch halten.

De Lusen (Luse) laten sck waschen un wringen un k wer in de Schapp bringen.
i] Sie gehen in der Wsche nicht zu Grunde; sie sind so impertinente Gste, die sich nicht leicht wieder vertreiben lassen.

De Ltt will't ok wat hebben, s de Deern in de Kasern, as na de Musketiers de Tambur drankeem.

De Luttersken (Lutherischen) het de Hilligen awschaffet, awwer de Schiynhilligen het se behoallen.
Westfalen

De M(r)t (Mrz) ht n Kop oder en St(r)t.
Sauerland

De mache Musik, in mir gont mem Teller om.
Bedburg

De Made dinkt, et wr nrest bisser w m Krin.
Siebenbrgen/Sachsen

De magern Mcken btet (beien) schrp.
Mnster

De magerschste Pocken (Schweine) frten de besste Worteln.

De Maidag is dat vor'n Sommer, wat de Tn is vor'n Acker.
i] Was der Zaun fr den Acker, ist der Maitag (1. Mai) fr den Sommer.

De Minjtsche (Menschen) biden sen Hergot m vilerl.
Siebenbrgen/Sachsen

De Minjtsche se guor Madesk.

De Minjtsche se guor ous enem Lm gedrt.

De Minjtsche se guor vun enem Dpner gemacht.

De Minjtsche se guor vun enem Dressler gedresselt.

De Mk (Mcke) scheit dem Kser af de Nuss.
Siebenbrgen/Sachsen
mhd] Soldes der keiser selbe swern, ern kan sich mcken niht erwern.
mhd] Waz sol der muggen swil.

De Mkes hebbe lang Reck awe korte Gedanken.

De maket mi vel Sprnge.
i] Er widerstrebt in verschiedener Weise.

De male quaesitis vix gaudet tertius heres.
Walther, Proverbia sententiaeque
dt] Mit unrechtmig erworbenem Gut wird kaum ein dritter Erbe glcklich.

De man (der Mann) mot sin sulven de knecht, will he idt im huse finden recht.

De Man schaffet, de Fre fret.
hdt] Der Mann schafft (erwirbt), die Frau frisst (verzehrt).
ho] De man wint, de vrouw niet spint.

De Mand frit allens, s de Jung, da scheet he up't Deck.

De Mann drf allens eten (essen), aver nich allens weten (wissen).

De Mann e Ms, de Fr e Vagel.
Elbing
i] Jedes erhlt sein Teil.

De Mann har sine Fru verlaren mit en Bdel vull Gelde; harr he sine Fru man wedder, frg he nicks na'm Gelde.

De Mann kann nig so vl in de grte Dr infren, as de Fro t de ltje Dr tdrgen kan.
Holstein
i] Der Flei des Mannes hilft nichts, wenn die Frau nicht spart.

De Mann mutt wohl alles ten, aber nicht alles wten.
i] Er muss genieen, was die Kelle gibt, aber nicht nach jedem kleinen huslichen Geheimnise der Hausfrau forschen; so meinen wenigstens viele Frauen.

De Mann op't Peerd, de Frau an'n Herd.

De Mann schall erwerven, de Frouwe dat ere dartho scherven, dat slve ock nich laten vrderuen, vp dat se beyde nicht hunger steruen.

De Mnner hebbet alle den Brand, un brennet se nich, sau glimmet se doch.
Gttingen
i] Sagen die Frauen mit Bezug auf die Heftigkeit und den Jhzorn der Mnner.

De Mnner hebbet re Fruen sau leif as dat Water in der Kpen.
Gttingen
i] Die Frauen behaupten, die Mnner htten ihre Frauen nach der Hochzeit so lieb, wie das Wasser im Tragkorbe.

De Mnner het en Ferbrand in'n Hindersten, brennt he nich, so glimmt he doch.
Hannover
i] Die Frauen behaupten: Die Mnner haben alle den Brand, und wenn er nicht brenne, so rieche er doch, um zu sagen, sie seien hitzig, leidenschaftlich, nur der eine mehr als der andere.

De manu in manum.
Cicero
dt] von Hand zu Hand

De Mr (der Alp) es diss Nch bi imm gews.
Kln

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DEUTSCH
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