<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Den guten Seemann erkennt man beim schlechten Wetter (o. im Sturm).
Toskana
it] Il buon marinaro si conosce al cattivo tempo.

Den guten Seemann zeigt das schlechte Wetter.
Toskanisch

Den Guten soll kein Dorn verwunden.
i] Unschuld und Tugend erwecken selbst im Bösewicht eine gewisse Scheu

Den guten Spielmann bezahlt man für das Spiel, den schlechten, dass er aufhört.
dk] Betal god spillemand for hand spiller vel; men heller en ond for hand holder op.

Den guten Steuermann erkennt man im Sturm.
dk] God styrmand kiendes ei naar havet er stille og veit til villie.

Den guten Tag kennt man am Morgen.
Serbien
i] Was etwas Vorzügliches, Tüchtiges werden soll, kündigt sich schon zeitig (in der Jugend) an. In Tula heißt es vollständiger: Die schlechten Tage fangen schon mit der Nacht an, die guten erst mit dem Morgen. Russland
it] Il buon di si conesce da (cominciada) mattina.

Den guten Tag muss man (erst) am Abend loben.
i] Es ist ein bemerkenswerter, in den Volkssagen oft wiederkehrender Zug, es dürfe niemand das Gefühl der Abhängigkeit von einer höheren Macht aufgeben, wenn er nicht sofort die Strafe seiner Überhebung empfinden wolle. Die Mythen von Prometheus und seinem morgenländischen Verwandten Satan, der Ring des Polykrates und alle Sagen vom Neide der Götter, der Ammenaberglaube, dass man Kinder nicht loben dürfe, ohne 'unbeschrien' oder 'Gott behüts' hinzuzusetzen sind, wie das vorstehende Sprichwort, sämtlich aus derselben Quelle entsprungen.
mhd] Mer spräkt unde is ôk al ware, allen wärken werd lov gesägd in dem ende, also men se lägt.
mhd] Guoten tac man ze âbent loben sal.
dä] En god dag skal man rose om aftenen.
en] Praise a fair day at night.
it] La vita il fine e'l di loda la sera.
it] Non lodar il bel giorno innanzi sera.
it] Ogni giorno passa an giorno.
la] Diem vesper commendat.
la] Nescimus, quid serus vesper vehat.
un] A' napot nem költtén, hanem esttén dicsérik.

Den guten Tag muss man ins Haus einlassen.
es] El buen día meterlo en casa.

Den guten Tagen der Freier folgen böse Nächte.
nl] Goede dagen van de vrijers worden gevolgd door kwade nachten.

Den guten Wein selber trinken und das Geläger (die Hefen) Gott geben.

Den guten Wein und den tapfern Mann soll man nicht nach seinem Herkommen fragen.

Den guten Wein und tapfern Mann soll man nicht nach seinem Herkommen fragen.

Den Guterzogenen muss man nicht belehren.
en] A well-bred dog hunts by nature.

Den hab' i an Trumpf geben.

Den hab i atrumpft.
Österreich
i] Mit einer scharfen Antwort abgefertigt

Den hab i atrumpft
i] Mit einer scharfen Antwort abgefertigt.

Den hab' ich auf der Latte.
ndt] Dean hau-n i auf der Latt'. Bietigheim
i] Auf dem Strich, auf dem Zuge, mit dem hab' ich etwas abzumachen.

Den hab ich das Laufen gelehrt, hat der Jäger gesagt, als er den Hasen verfehlte.
Italien

Den hab' ich im Magen.

Den habe ich auf dem Strich.

Den habe ich schon lange auf dem Kieker gehabt.
ndt] Een in'n Kiker hebb'n.
ndt] Enen up den Kiker hebben.
i] Auf jemanden lauern.

Den haben die Narren wieder grüßen lassen.
i] Von einem, der närrische Streiche macht.

Den Habicht anrennen.
i] Sich der höchsten Gefahr aussetzen
z] Die haten den habich angerant. Konrad, Rolandslied in Schilter, Thesaurus Antiquitatum Teutonicorum

Den Habicht muss man nicht zum Taubenkönig machen.

Den Habicht nach den Hühnern fragen.
Russland

Den Habicht zum Taubenwächter machen.

Den Hafen am Klang,
Den Narren am Sang.

Den Hafen kennt man am Klange, den Narren am Gesange.

Den Hafen verlassen.
nl] Hij zeilt de haven uit.

Den Hafer soll man einkleiben, die Gerste einstäuben.
fr] Il faut un homme alerte pour semer les avoines et un homme lent pour semer l'orge.

Den Hafer von der Gans kaufen.
i] Sehr teuer. Etwas vom Krämer kaufen, anstatt es aus der ersten Hand zu nehmen.
dä] Det er ondt at kiøbe havre fra gaasen, kull af smeden, korn af bageren, kiød af katten, pølse af hunden.

Den Hafer will der Gaul wohl, aber nicht den Sattel.

Den Hahn erkennt man an seinen Federn.
Afghanistan

Den Hahn kennt man am Kamm.

Den Hahn, der auf dem Dach singt, fressen die Fremden.
Gabun

Den Hahnen erdantzen wöllen.

Den Hahnen erfreuet mehr ein Regenwürmlein oder Gerstenkorn denn eine Perle oder Edelstein.

Den Hahnen kennt man an den federn, den Mann an den Kleidern.

Den Hahnen kennt man beim Kamm.
nl] Aan kam en sporen kent men den haan.

Den Hähnen, die zur Unzeit krähen, muss man den Kopf abdrehen.
en] The cock that sings untimely, must have its head cut off.

Den Haken beim rechten Stiel fassen.
z] Bey antreffung derselben (der Stettiner Regierung) hat er, wie man sagt, den Hacken bey dem rechten Stiel erhaschet.

Den Haken führen.
i] Lange Finger haben

Den Hals neigen wie die Gänse, wenn sie unter einem Stege durchschwimmen.
i] Kalt, gleichgültig, vornehm grüßen, sich verneigen.

Den Hals über ein bessen abfallen.

Den Hals voll Erde haben.

Den Hals wagen.
nl] Hij heeft er den hals aan gewaagd.

Den Halskranz brechen.

Den halt ich für ein g'lehrten man, so allzeit weisslich leben kan.
la] Doktor erit qui scit sapienter uiuere semper.

Den halt' ich für verdorben, bei welchem Scham und Zucht gestorben.
la] Ego illum periisse duco, cui periit pudor.

Den hält man für ein'n weisen Mann, der zu rechter Zeit reden kann.

Den halt man vor ein weisen Mann, der zu der Sach wohl raten kann.

Den Handel verstehen.
i] Kunstgriffe und Kniffe weghaben

Den Handel wagen.
fr] Hasarder le paquet.

Den Händeln gute Nacht, bei denen kein Wein ist.

Den Hans für den Stoffel ansehen.
fr] Prendre Saint-Pierre pour Saint-Paul.

Den Hans spielen.
i] Diese berliner Redensart beruht auf einem geschichtlichen Vorgange. In Berlin heißt man den Scharfrichter Meister Hans. In früherer Zeit hatte er die Berechtigung, äußere Kuren an Vieh und Menschen vorzunehmen. König Friedrich Wilhelm I. hatte ihn sogar zu seinem Hof- und Leibmedicus ernannt. Die interessanteste Heilung vollzog Meister Hans am Charfreitage 1529. Er war am Gründonnerstage in der Kirche zum schwarzen Kloster gewesen. Der Eingang war von Bettlern aller Art belagert, und er hatte eine Anzahl solcher darunter bemerkt, die sich nur blind, lahm u.s.w. stellten. Meister Hans ging zum Kurfürsten Joachim I. und wirkte sich die Erlaubnis aus, eine Heilung vorzunehmen, die er am folgenden Tage, wo der Eingang zur Kirche in gleicher Weise von Krüppeln belagert ward, derart ausführte, dass er mit seinem Knechte Friedrich vormarschierte, dann einen Knotenstock unter dem Mantel hervorzog und dergestalt auf die, welche sich verstellt hatten, um das Mitleid zu täuschen, einhieb, dass die Lahmen sofort auf die Beine kamen. Der Betrug macht sich auch in unseren Tagen unter den Bettlern breit. In der Lindenstraße lag ein Mädchen schreiend anscheinend in Krämpfen. Die kenne ich, sagte ein vorübergehender Arzt, ich werde sie heilen. Er ging durch die Menge an sie heran und sagte: Man hole schnell ein glühendes Eisen, ich muss sie brennen, das hilft vortrefflich. Kaum hatte er dies gesagt, so sprang das Mädchen auf und lief davon. 'Ich habe den Hans gespielt', sagte er.

Den Hanswurst machen.
i] Sich possenreisserisch geberden
fr] Faire le batteleur.

Den Här (Herr) dä kukd zur Fönsder erraus on säd: es göffd neisd draus.
Trier
i] Wird gesagt, wenn man jemandem etwas abschlägt.

Den Harnisch anlegen.
nl] Hij trekt het harnas aan.

Den Häschern seine Not klagen.
i] Von erfolglosem Klagen
it] Dire le sue ragioni agli sbirri.

Den Hasen beim Kragen nehmen.
i] Eine Sache da angreifen, wo sie nicht entwischen kann. Die Gelegenheit beim Schopfe.

Den Hasen erkennt man an den Spuren.

Den Hasen gar zu braun machen.
z] Dieser Pater ist gar zu scharf, er macht den Hasen gar zu braun und den Teufel gar zu schwarz, er erschricket gar zu fest.

Den Hasen im Busen haben.

Den Hasen im Sacke kaufen.
bm] Nekupuj zajíce v pytii.
nl] Hazen met den trommel willen vangen.
it] Pigliar la lepre col carro.
pl] Kto lisa w worze kupuje, psa abo kota najduje.

Den Hasen in den Pfeffer rühren.
z] Daas sie (die Juristen) kein sachen nit verlieren, das kompt als sampt von dem glossieren, den hasen in den pfeffer rieren.

Den Hasen in eine fremde Küche jagen.
ptr] Levantar a lebre, para que outrem medre.

Den Hasen in seinem Nest fangen (wollen).
nl] Het wil den haas in zijn leger betrappen.

Den Hasen laufen lassen.
i] Verliebt sein

Den Hasen mit dem Garn fangen.

Den Hasen muss man beim Kragen zu fassen.
Frankreich

Den Hasen rut jagen.
Büren
i] Wenn man auf einem Acker eine Arbeit vollendet, z.B. ein Feld mit Getreide gemäht hat, so sagt man: 'Ik hewwe den Hasen rut jaget', oder: 'Da löppet de Hase henne.'

Den Hasen zum Trommler machen.
i] Das haben wir schon erlebt; weit schwerer aber ist's, einen Feigen zu mutigen Handlungen zu bewegen.

Den häsenen Käse holen.
Schweiz
i] Wenn von unmöglichen Dingen die Rede ist. Geschieht das, sagt man, so will ich dir einen häsenen (Hasen-)Käse geben. Scherzweise versprach Zwingli auf dem ersten Religionsgespräch zu Zürich dem bischöflichen Vikar als Preis des Siegs einen häsenen Käse, wenn er die Falschheit der vorgelegten Sätze dartue, welchen Preis er aber nicht erringen wollte. Daher bezeichnete man seit der Zeit eine Prahlerei, bei der nichts herauskam, mit der obigen. Redensart.
z] Ja, wan alle rechten das gedencken, ein hessin kess wil ich dir schencken. Murner, Vom luth. Narren

Den Hasenpfad eingehen.
la] Dare terga fugae.

Den Hass verzeiht man, die Verachtung nie.
Portugal

Den hat das sechste Gebot gefressen.
Leipzig

Den hat der Bock gestoßen.
i] In Tolkemit von einem, der Frauenburg passiert hat

Den hat der goldene Schlag gerührt.
Westfalen
i] Er hat sich bestechen lassen.

Den hat der Hund gemacht.

Den hat der Petrus.
z] Sagen die Schneider, wenn sie ein Übriges hinter den Ofen fliegen lassen.

Den hat der reiche Mann in die Helle zu Gaste geladen.
z] Wie man in Meißen redet.

Den hat der Schinder geholt.
i] Er ist zu Grunde gegangen.

Den hat der Teufel gewiegt.
fr] Mal enfant berse qui le diable en dort.
fr] Quand il dort le diable le berse.

Den hat der Teufel hergesandt.
dk] Fanden har ført os alle disse narrer paa.

Den hat der Tod verzimmert.

Den hat ein weiser Mann gemacht, hat ihn aber zu zeitig laufen lassen.
nl] Een wijs man heeft u gemaakt; maar hij is te vroeg van u gescheiden.

Den hat Gott auch in seinem Zorn (o. aus Langerweile, o. aus Versehen) erschaffen.

Den hat keine deutsche Mutter gestillt.
dk] Saa fremt jeg har diet en danne-kone for sød melk.
dä] Saa sandt som jeg har diet en hore.

Den hat nymant lieb, der allzeit spricht: mir auch gib.
Österreich

Den hat Sankt Velten beschissen.
z] Hat mich S. Velten mit euch Welt-Narren beschissen.

Den hat sein Verstand zum Narren gemacht.
bm] Lidé i pro rozum přicházejí o rozum.

Den hätte der Totengräber schon lange bekommen können.
bm] Dobrá to byla hlava-sláva bohu, ze je zemĕ vzala.
bm] Porodila máma-śhoda, ze hned nevzała jáma.

Den hau' ich aus dem ff (oder: aus dem Salz).

Den hau' ich nach Noten.

Den Haut iut den Augen setten können.
Büren
i] Ein gutes Gewissen haben

Den hebbe de Kure behext.
i] Er ist angetrunken. Kuren sind die am Kurischen Haff wohnenden Fischer.

Den hebbens tum Narr'n, bet int Tähn.
Ukermark
hdt] Den haben sie bis aufs äußerste, bis in die Zähne zum Narren.

Den Hecht fressen lassen.
i] Wenn man etwas nicht hindern kann
z] Gelobet war Neutralität; jetzt aber sieht man, wie es geht: man muss den Hechten fressen lan.

Den Hecht über den Karpfenteich setzen.

Den Heiland zum anderen mal kreuzigen.

Den heiligen Anker lichten.
i] Das letzte Rettungsmittel ergreifen. Der größte Anker - Not-, Pflicht-, auch, wegen der Aufbewahrung im untersten Schiffraum, Raumanker genannt - hieß bei den Alten der heilige Anker. Da er der größte Anker ist, so nimmt man nur in Not zu ihm seine Zuflucht.
la] Sacram ancoram solvere. - Sacer manipulus.

Den Heiligen die Füße abbeißen.

Den Heiligen dienen und den Heiligsten vernachlässigen.
Russland
pl] Kosciól obdziéra a dzwonice przykrywa.

Den heiligen Geist reden lehren.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den Heiligen spielen.
i] Sich fromm stellen

Den heiligen Ulrich oder Uele anrufen.

Den Heiligen zu Ehren küsst man die Reliquien.
fr] Pour amour du saint baise on les reliques.

Den heimatlichen Aul lernst du erst in der Fremde lieben.
Russland

Den heiteren Tag soll man genießen.
es] El buen dia, meterle en casa; pues mientras se rie, no se llora.

Den Helden macht die Schlacht.
Russland

Den Henker ums Brot bringen.

Den Herd begrüßen.

Den Hering anpacken.
Oberharz
i] Den günstigen Augenblick wahrnehmen, um schnell der Arbeit zu entlaufen.

Den Hering ins Land und den Doktor auf die Seite.
fr] Hareng donné à l'homme grand tourment.

Den Herren die Augen ausstechen.

Den Herren die Augen verschmieren.
Litauen

Den Herren gefällt nichts, was nicht von jn herflüsst.

Den Herren gibt's Gott im Schlaf.
fr] En faisant les maistres desfaillant à la fois.

Den Herren, welche der Leute bald müde werden, vnnd jre diener oft verendern, den ist nicht gut dienen.

Den Herrenbaumgarten aufsetzen und das Schützenhaus obendrauf.
Schweiz
i] Antwort auf die Frage, was jemand an Galatagen anziehen soll; also seinen größten Kleiderstaat anlegen. Daher, weil der Herrenbaumgarten, wo die Armbrustschützen nach dem Ziele schießen, und das Schützenhaus in frühern Zeiten die Kauptvergnügungsörter der Schaffhauser waren, an denen sie nur im Glanze erschienen.

Den Herrn Christo hat mann mit dem Creutz abgedanckt, das geschieht auch den Christen.

Den Herrn erkennt man am Fleiß des Gesindes.
Estland

Den Herrn erkennt man am Pferd.
Estland

Den Herrn ist lieber, der schmeicheln kann, denn der jhm guts und ehre gan.

Den Herrn kennt man am Gesind, den Vater am Kind.
nl] Den heer kent men bij zijn gezin.

Den Herrn muss man mit Fuchsschwantz scheren, und reden, wass sie gern hören.

Den Herrn tröste Gott, den der Knecht lehren muss.

Den Herrn von Adam hat der Schöpfer gemacht am ersten Feiertag. Er tat es noch zum Überfluss, als alles fertig vor ihm lag.

Den Herrn von Nichts kann niemand bestehlen.
en] Naught is never in danger.

Den Herrn Wein, den Gensen Wasser.

Den Herwest (Herbst) säget me: Fohrmann, föhr tau, morgen wêrd et schlimmer; dat Fröijohr säget me: Fohrmann, halt inne, morgen wêrd et better.
Waldeck

Den Herzschlag kann man nicht selbst bestimmen.
Russland

Den hesch ich merr (nur) 'ne louse (klugen) Mann, de spreichen en ouch schwigge kann.
Aachen

Den het en Gesech (Gesicht) as et Jahr Söwentîn.
Meurs
i] So mager wie das Hungerjahr 17

Den het en Gesech (Gesicht) wie ein A-B-Plenksken.
Meurs
i] Plänkchen, d.i. ein kleines Gesicht

Den het sich en Wäckbrück verdinnt.
Meurs
i] Eine Butterbemme von Weißbrot.

Den heucken nae dem winde halden.
nl] Hij hangt de huik naar den wind.
He drêgt (trägt) de Heuken up beide Schullers.
hdt] Er trägt den Mantel auf beiden Schultern.
z] So wissen wir alle, dass wir vor ihm uns hüten sollen, dass er es mit keiner von zwei Parteien verderben will, und daher jede derselben ihm nicht völlig trauen darf. Aber eigentlich ist das heutzutage doch ein närrischer Vorwurf, denn es pflegt ja eben jeder, der sich eines Mantels bedient, ihn auf beiden Schultern zu tragen. Nur war das nicht immer der Fall. Im frühen Mittelalter hatte der Mantel der Männer noch die griechische Form, ein viereckiges Tuch, von dem zwei Zipfel einer Seite auf der rechten Schulter mit einer Spange oder Agraffe zusammengehalten wurden, das also in der Tat auf Einer Schulter getragen ward. Karl der Große z.B. trug ihn noch so. Der rechte Arm blieb dabei frei und in seinen Bewegungen ungehindert, worauf man gewiss Werth legte. Die Frauen dagegen zogen es vor, den Mantel, wie die Römerin ihr Pallium, auf der Brust zusammenzuhalten durch eine Spange, deren Nachkommen wir heute noch in der Broche sehen. So ruhte der Mantel auf beiden Schultern; und als diese weibliche Mode auch auf die Männer überging, da mag wohl mancher die neue Mode als unmännlich bespöttelt und einem, der sich ihr bequemte, mit obigen Worten gehöhnt haben. Bei jener Form des Mantels und der Art ihn umzulegen, war's auch noch buchstäblich möglich, ihn (s. 2) nach dem Winde zu hängen, was wir gleichfalls einem unzuverlässigen Glücksjäger noch heute vorwerfen, obwol auch für dieses Anbequemen uns die heutigen Mäntel nicht mehr die Anschauung liefern
z] Menniger geith herin mit synen vpgeblasenen Gosebuke vnde groten krüsel van köstliken Lynnenwandte tho samende gerüllet vnde gekrüllet, stendert de Hende in de Syden vnde dreht de Mantel edder den Höyken vp einer edder beiden schulderen stolt prangisch daher.
z] Mammelukesche Wederhanen vnde Wendehoyken, so den Mantel na dem Winde keren.
nl] Hij hangt de huik naar den wind.
la] Duabus sellis sedere.

Den Heuschober muss man so spitz machen, dass ein Vogel seinen Schwanz zerspaltet.

Den heute angezapften Wein musst du auch noch heute trinken, den morgigen Kummer aber nimm dir erst morgen zu Herzen.

Den hewwt de Boll (Bullen) oppt Is geschäte.
Ostpreußen
i] Von einem, der seine Eltern nicht kennt

Den Hexen hilft das Leugnen (o. Lügen) nicht, man erkennt sie am Gewicht.
i] Im Jahre 1729 wurden zu Segedin in Ungarn der Stadtrichter mit seiner Frau und 34 Personen lebendig verbrannt. Der Stadtrichter war mit seiner Korpulenz auf eine Waage gelegt und für zu leicht erklärt worden. Man sagte, er habe kaum 7 Lot gewogen. So beklagenswert diese Verirrung des menschlichen Verstandes ist, so hat doch ein Gelehrter, Ad. Scribon (in seiner Epist. de purgalione Saganarum super aquam frigidam projectarum), als unzweifelhaft bewiesen, dass Hexen und Hexenmeister von leichterem Gewichte seien, weil der Teufel als Geist seine Bundesfreunde auch geistig, d.i. leicht mache.

Den heyligen geyst (Geist) reden leren.
i] Den, der weit über uns steht, belehren oder meistern wollen

Den hiët Guod teiket.
Paderborn
hdt] Den hat Gott gezeichnet.

Den Hildebrand singen.

Den Himmel auch, wie viele Müh
Ein einziges Frauenzimmer macht!
Plautus, Poenulus

Den Himmel braucht niemand zu stützen.
Russland

Den Himmel hätte das Talent hienieden schon auf Erden,
Könnt zehen Jahr nach seinem Tod es erst geboren werden.
Grillparzer, Sprüche und Epigramme

Den Himmel in'n Augen, die Welt zu'n Füßen.

Den Himmel kann man mit Gold nicht kaufen.
la] Nulla coelum reparabile gaza.

Den Himmel möchte mancher erben, aber er will's auch nicht mit dem Teufel verderben.
i] Von Rückversicherern

Den Himmel offen sehen.
i] Sich sehr glücklich fühlen

Den Himmel schmücken die Sterne, den Mann ziert der Bart, die Frau - das Haar.
Russland

Den Himmel stützen wollen.
i] Von ganz überflüssiger Vorsicht

Den Himmel unter den Füßen suchen.

Den Himmel wünsch' ich mir, lieb' aber auch die Erden,
Denn auf derselbigen kann ich Gott näher werden.
Angelus Silesius, Der cherubinische Wandersmann

Den Himmel wünscht sich jeder sehr, wenn nur der Weg dahin nicht wär'.

Den Himmel zum Dach machen.
fr] Coucher à la belle étoile.

Den Himmel, Erd und alle Ding misset Gott mit einem Dreyling.

Den Hingang vor den Hergang haben.
i] Zur Bezeichnung eines erfolglosen, nutzlosen Ganges

Den Hinkenden abwarten.
i] Das Widerwärtige, was noch kommen kann

Den hintern mit heffen wischen.
z] Wann ein vnflat sich mit dem anderen wil schön machen, und sagt: tut es doch der und dieser u.s.w.' In demselben Sinn: z] Sich mit kolen weiß machen.'

Den hintern zeigen.

Den Hiob singen.

Den Hirsch erkennt man an der Fährte.
fr] On reconnaît le cerf aux abattures.

Den Hirsch packe am Geweih, den Menschen nimm beim Wort.
Abchasien

Den Hirse drechseln (oder ausbohren).
i] Etwas Schwieriges, aber Unnützes, Ungereimtes tun. Der Hirse ist so klein, dass sich nichts mehr abdrehen lässt, wenn er überdies nicht schon rund wäre.

Den Hochmütigen muss man mit stolzem Sinne zu Paaren treiben.
i] Diese Pferdekur ist oft nur das Einzige, wodurch ein solcher Mensch zu Verstand gebracht wird. Der Hochmut äussert sich durch Geringschätzung anderer
fr] Pauvre orgueilleux soit hony, et jeune paresseux et vieil luxurieux.

Den höchsten Sieg erringt, wer sich selbst bezwingt.

Den Hochzeitstanz in der Luft halten.
i] Gehängt werden. Der Tod am Galgen hatte für klassische Spitzbuben in der Galgenperiode sehr viel Anziehendes und Poetisches. Die oberste Sprosse der Galgenleiter war das Strebziel ihrer Laufbahn. Sich hängen lassen, hieß bei ihnen, Hochzeit halten. Der Delinquent war der Bräutigam, der Galgen die Braut, der Henkersknecht der Kranzelherr und der Henker der Pfarrer, der mit der stärksten Copula, dem Strick, copulierte. Der Tanz in der Luft der Hochzeitstanz.

Den Höckerigen macht das Grab gerade.

Den Hof erkennt man am Hund.
Estland

Den Hof macht das Vieh schön, nicht der Zaun.
Russland

Den hohen Bäumen steuern, dass sie nicht in den Himmel wachsen.
ndt] 'T is gôd, dat de Böm' nich in 'n Häven (Himmel) wasst. Rastedt

Den hohen Herrn gehört die Wahrheit grade so gesagt wie den Geringen.

Den holt der Schinder nicht.
i] Er hat sich so gut eingewirtschaftet, dass er nicht zu Grunde geht.

Den holt der Teufel nicht.
jüdisch-deutsch] Eppes Schlechts wett der Tawel nit nehmen.
i] Der kann alles wagen, der Teufel holt ihn nicht.

Den höltern Berg herop gohn.
Meurs
i] Zu Bette gehen

Den holzgang gehen.
Luther

Den Holzweg ausfahren.
z] Zu beiden Seiten den Holtzweg aussfahren.

Den Holzweg gehen.
ndt] Offen Holswâk sein.
ndt] Te büst af dem Hûlzwîg. Siebenbürgisch- sächsisch
i] Weil die Holzwege in Wäldern und Gebirgen schmale und schlechte Wege sind und vom Hauptweg in der Regel ins pfadlose Dickicht abführen. Um zu sagen, dass sich jemand in übler Lage befinde, hauptsächlich aber, wenn jemand in seinem Urteil bedeutend irrt oder eine ganz ungegründete Vermutung hegt, etwas verkehrt anfängt, oder die Rede eines anderen falsch versteht. Auch ist Holzweg ein Weg durch den Wald und ein verbotener Weg.
z] Die Welt will immerdar den Holzweg gehn, gar nichts tun oder nichts gläuben. Luther
la] A lineis excidis.
la] A signo l. scopo aberras. Lucrez
la] Avius a vera longe ratione vagaris. Lucrez
la] Quis aberret a janua?
la] Toto coelo erras. Macrobius
la] Tota erras via. Terenz
la] Tota regione erras. Lucrez
la] Viam in forum ignoras. Lucrez

Den Honig mit Zucker bestreuen.

Den Honig vom Bären kaufen.

Den hört ock de Pieren (Würmer) husten.

Den Hufschlag hab' in guter Acht, so wirst du nicht leicht irr' gemacht.
la] Trita via omnium tutissima.

Den Hufslag nit inbringen.
Büren
i] Wenn selbst geringe Kosten eines Geschäfts durch den Erfolg nicht gedeckt werden.

Den Hühnern die Schwänze aufbinden.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den Hühnerstall neben den Fuchsbau legen.

Den Hund ablassen.
Bayern
i] Ein Mädchen zum Tanzen aufführen

Den Hund an die Kuttelflecken (o. an das Gekröse) binden.
Tschechien

Den Hund an eine Bratwurst binden.
i] Von denen, die einem solchen etwas anvertrauen, der keinen Glauben verdient und im voraus schon zu der Vermutung begründete Veranlassung gibt, dass es werde verloren sein.
dä] At binde hunden ved pølsen.
la] Agninis lactibus alligare canem.

Den Hund aufgeigen.
i] Wenn die Roderinnen oder Worperinnen den Mähern mit Heuausbreiten nicht nachkommen, so nehmen letztere den Wetzstein und streichen damit dreimal quer über den Rücken der Sense, was einen schrillenden Ton gibt. Das heißt dann: der haben sie den Hund aufgegeigt.

Den Hund aus dem Ofen locken.

Den Hund bei den Ohren zwacken.

Den Hund beim Schwanz und den Wolf beim Ohr halten.

Den Hund der Bengel bendig macht, zuchtruth der Jugend legt den pracht.

Den Hund d'rschlag'n.
Grafschaft Mark
i] Das Dreschen enden. Wer von den Dreschern den letzten Streich getan, der hat den Hund derschlagen und wird verlacht.

Den Hund erkennt man an den Haaren.
Estland

Den Hund erkennt man ja von weitem.
Estland

Den Hund erkennt man weder an den Haaren noch an den Zähnen.
Estland

Den Hund hinken lassen.
z] Alse nun solckes Jochim Rosin erfahren dat de vornemsten und meisten des Caspels neuenst dem wanckelmödigen gemeinen Mann den hund hincken leten und by em stünden alse de Hase by synen Jungen, hafft se sick gudt willich vth der Stadt begeuen.
z] drumb ließ ers (= er sie) selten auff die gassen, denn sie den hund pflag hincken lassen
i] Geil sein; sich, oder irgendeine Sache, unbesorgt, vielleicht leichtsinnig gehen zu lassen.
z] Den hunt gern hincken lan.
z] Ich lass mich nicht mercken wie du. Ich kann den Hund fein lassen hincken, thu jr mit einem Aug nur wincken, so weiß sie schon, wie, wo und wenn.
nl] Hij laat den hond hinken.

Den Hund in Grôm (Graben) trecken.
i] Verächtlich gebraucht

Den Hund liebkosen um des Herrn willen.
it] Si ha rispetto al cane per il padrone.

Den Hund locke mit einem Knochen.
Estland

Den Hund mit Pasteten füttern.

Den Hund muss man (schon) im voraus schlagen.
Estland

Den Hund nach der Wurst (Bratwurst) schicken.

Den Hund nicht hinken lassen.
i] Nicht zu nachsichtig sein

Den Hund reiten.
i] Aus Wohlstand in Notstand kommen

Den Hund schätzt man nicht nach den Haaren, sondern nach den Zähnen.

Den Hund schickt man nicht nach Bratwürsten.

Den Hund schlafen lassen.

Den Hund schlagen und den Esel meinen.
fr] Battre le chien devant le loup.
la] Canem caedere, coram leone.

Den Hund schlägt man, und den Herrn meint man.

Den Hund über den Schmerleib setzen.

Den Hund vor dem Wilde schlagen.
i] Ihn auf eine unkluge Weise entmutigen

Den Hund vorm Löwen (o. Wolf) schlagen.
i] a) Einen Schwächern in Gegenwart eines Mächtigern bestrafen, damit dieser sich eine Lehre darausziehe. Etwa wie: Den Sack schlagen und den Esel meinen. b) Sich stellen, als ob man mit einem uneins wäre, um einen dritten gemeinschaftlich zu hintergehen.
fr] Battre le chien devant le lion (o. loup).
fr] Pour douter (par crainte) bat-on le chien devant le lyon.

Den Hund zum Jagen tragen.
i] Etwas ohne innern Beruf tun
la] Bovibus aratrum praeferre.
la] Inivitas canes venatum ducere.
la] Invita Minerva (aliquid facere). Horaz
la] Invitis canibus venator nil capit ullus.

Den Hund, der bellt, brauchst du nicht zu fürchten.
Griechenland

Den Hund, der einmal gebissen wurde, beißen die Hunde immer wieder.
es] Al can mordido todos le muerden.

Den Hund, der immer bellt, sieht niemand; der selten bellt, wird immerfort gesehen.
Estland

Den Hund, der kläfft, fürchte nicht, sondern den, der nicht bellt.

Den Hunden ausläuten.
i] Die Füße wie zwei Perpendikel hin und wieder bewegen, wenn man sitzt. O. mit den Füßen unterm Tische schlenkern.

Den Hunden das Lamm befehlen.
la] Objicere canibus agnos.

Den Hunden ist böse zu betten, sie bezahlen ihre Kammerdiener mit Flöhen.

Den Hunden schadet es nicht, wenn man sie wie Vieh behandelt.

Den Hundsfott auf sich sitzen lassen.

Den Hundsfott in de Fick schtecken.

Den Hunger in den Kopf verlegen.
Elias Canetti, Die Provinz des Menschen

Den Hunger mit Wind stillen.
i] Sich oder andere mit Idealen füttern

Den Hunger nennt ihr Liebe, und wo ihr nichts mehr seht, da wohnen eure Götter.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion

Den Hunger zu stillen, kostet nicht viel, aber sich den Magen zu verderben, braucht man viel Geld.

Den Hungrigen hat man mit neun Decken zugedeckt, trotzdem konnte er nicht schlafen.
tü] Aça dokuz yorgan örtmüşler yine uyuyamamış.

Den Hungrigen ist nicht gut predigen.

Den Hurenjäger hasset jedermann.
mhd] Den horenjeger hatet alle man.
la] Obscoeno gaudens scorto contemnitur omnis.

Den Hurenwagen treiben.

Den Hut auf elf setzen.

Den Hut auf halber zwölf aufsetzen (oder aufhaben).
Steiermark
i] Schief; meist um einen Rausch zu bezeichnen

Den Hut aufs linke Ohr setzen.
la] Omnia susque deque habere.

Den Hut in der Hand, den Dolch im Gewand.

Den Hut in der Hand, den Filz im Herzen.

Den Hut mag man verlieren, wenn man nur den Kopf nicht verliert.
Russland

Den Hut nach dem Winde rücken (drücken, setzen, halten).
mhd] Wann frawen haben kurtzen muot und wenden dick den huot nâch dem wind her und dar.

Den Hut schlägt man, und den Kopf meint man.

Den Hut vor jemand abnehmen.
i] Ausdruck der Achtung

Den i net mog (mag), den sieh ich olle Tog, und der mich erfreut mei Schotz, der is weit!

Den ich glücklich mache, von dem werde ich schwanger.

Den Ihrten selbst beschließen.

Den inneren Frieden dir nicht zu stören,
In andrer Achtung stets zu steigen,
Habe den Mut, die Wahrheit zu hören,
Und die Klugheit, sie zu verschweigen.
Leuthold, Sprüche

Den innern Düppel erobern.
i] Nachdem im April 1864 die preussischen Truppen den Dänen die Düppeler Werke abgenommen hatten, fand man in der feudalen Presse Berlins die Eröffnung, nach Unterzeichnung des Friedens denke man an die Berennung des innern Düppels zu gehen, um dem Kriegszustande im Lande selbst ein Ende zu machen. Was man unter dem innern Düppel verstehe, war zweifelhaft. Einige glaubten, es sei der demokratische Hang der Gegenwart, andere es sei die Opposition im Abgeordnetenhause oder die widerspenstige Presse damit gemeint. Andere bezogen es auf die der Regierung abgeneigten Magistrate und Stadtverordneten. - Wie F. Kossak (Über Land und Meer, Stuttgart 1864) versichert, bezieht sich die von der preussischen Feudalpartei erfundene, auf die neuere Kriegsgeschichte angewandte Redensart auf die preussische Bürokratie. Dieses Institut sollte mit oppositionellen Elementen angefüllt sein, unter der Eroberung des innern Düppel verstehe man die Läuterung desselben und den Ersatz durch gefügige Werkzeuge. Die systematisch erfolgten Nichtbestätigungen gewählter freisinniger Gemeindebeamten erschienen als Sturm gegen das innere Düppel. - Man schien aber unter dem 'innern Düppel' auch Gesetz und Verfassung zu verstehen. In der Sitzung der Abgeordneten vom 5. Mai 1865 sagt der Abgeordnete Dr. Gneist: Wo sich der Militärstand geltend macht, da begeistert er sich wohl zu einem Hurra über das 'innere Düppel' hinaus, d.h. über Verfassung, Verfassungseid und über Gesetz des Landes.

Den innern Richter kann man nicht bestechen, man kann ihn aber überschrein und radebrechen.
i] Die Leidenschaften können ihn betäuben oder sein Urteil entstellen.
la] Nemo nocens se judice absolvitur.

Den irdenen Wasserkrug lässt man an der Tür stehen.

Den irrt ein Strohhalm.
z] Wems vbel geht, bald zornig wirt, ob ihn gleich nur ein strohalm jrrt.
la] Fit cito commotus cui cors contraria totus.

Den Irrtum bekennen, erleichtert die Strafe.

Den Jesusknips empfangen.
i] Mit einem Stocke einen leichten Schlag auf die Stirn bekommen.

Den Jonas ins Wasser werfen.
i] Seine begangenen Sünden mit Tränen bereuen.

Den Judas jagen.
z] So han die schwartzen Münch einschlagen, als wolten sie den Judas jagen und klopffen mit den feisten Henden auf den Büchern an den Wenden.

Den Juden erschreckt sein eigener Pelzmantel.
Jiddisch

Den Juden handeln (wuchern) lehren.

Den Juden hänget der Schelm im Busen, weil sie leben.

Den Judenspieß führen.

Den Jungen betrachtet man beim Essen, das Mädchen beim Anziehen von Schuhen.
Estland

Den Jungen hängt der Himmel immer voller Geigen.
bm] Mladému nebe kotlem se vidí.
pl] Młodemu niebo kotłem się widzi.

Den Jungen ist der Tod auf dem Rücken, den Alten vor Augen.
fr] Aussitôt meurt jeunee que vieux.

Den jungen Stier ertüchtigt das Joch, den Menschen - die Zeit.
Russland

Den jungen Tag ein jeder mag.
it] Di novello tutto par bello.

Den Jungen zieht's in die Welt hinaus, den Alten auf den Ofen.
Russland

Den Jungfern, die pfeifen, den Hühnern, die krähen, soll man den Hals umdrehen.

Den Käfig zuschließen, wenn die Vögel heraus sind.

Den Kahlen um eine Locke bitten.

Den Kaiser macht das Heer.
i] Wie das Heer den Kaiser wählt, so gebietet er über dasselbe.
mhd] Den keiser macht daz heer.

Den Kakerlaken geschieht nie ihr Recht, wenn Hühner die Richter sind.
Jamaika

Den Kalfakter machen.
i] Allerhand kleine, namentlich niedrige Geschäfte besorgen, sich wohl auch dazu drängen, auch wohl als Aushorcher, Spion dienen.

Den Kamm aufblasen.
i] Von Zornigen. Von den Vögeln mit Kämmen entlehnt.

Den Kamm aufsetzen.
i] Übermütig werden.
fr] Lever la crête.

Den Kamm hoch tragen.

Den Kampf mit dem Schicksal können Freunde für und mit uns kämpfen; Seelenkämpfe müssen wir allein ausringen.

Den Kampfpreis gibt man erst zuletzt.
it] Il palio si dà da ultimo.

Den kan kein Stockfischklopfer erweichen.

Den kann der Schinder nicht brauchen.

Den kann man aussieden.
Nürtingen
i] So schmutzig ist er

Den kann man nicht einmal in einer Leichenrede loben.
dk] Som ikke kand roses i sin liig-prædikan.

Den kann me ock as Hendwîser gebrucken.
Meurs
i] Von einem, der eine bedeutende Länge besitzt

Den kann 'n ok mitten Vaterunser dörch de Backen bläsen (lesen, pfeifen, pusten).
i] Dem Magern, der bloß aus Haut und Knochen besteht.

Den kann nicht jeder verknusen.
i] Er ist nur für wenige genießbar.
la] Paucorum hominum (homo). Terenz

Den kann ock kennen Hering van de Roster blosen.
Meurs

Den kann wal met de Müüs (Mäuse) dôr de Tralljes (Gitterwerk) frêten.

Den kannst du dir heiraten.
i] Scherzwort der Mädchen in Bezug auf einen Buckeligen. Redensarten, die man in Breslau (oder Schlesien) zur Bezeichnung der Buckeligen scherzhaft gebraucht: Den kannst du mir (den werd' ich dir) zu Weihnachten schenken. Das ist ein Bild; nê, gar ein - Krüppelbild. Oder man ruft: Piccolomini (Anspielung auf picklich für buckelig) oder Kriegskasse Ziethen

Den kannst in'n Sod versöpen, hei kümmt wedder rut un hett noch een Fisch fungen.
hdt] Ihn kannst du im Brunnen ersaufen, er kommt wieder heraus und hat einen Fisch gefangen.

Den Kanzelsprung tun.
i] Von Brautleuten, die aufgeboten werden.
z] Da sollt ihr ein Flüstern hören durch die Stühl und auf den Chören, wenn den Kanzelsprung wir tun.

Den Karren schmieren.
i] Eine Sache fördern, an seinem eigenen oder am Verderben anderer arbeiten.
z] Wo Einer yetz verderben will, so hilft man im fols zu dem zil, und schmiert am karren jedermann.

Den Karren vor die Ochsen spannen.

Den Käse muss eine karge (o. geizige) Hand schneiden.
nl] Om te snijden in de kaas dient een wijze en een dwaas.

Den Käse ohne Brot essen.

Den Kasten zumachen.
Ulm

Den Kater im Sack kaufen.

Den Katzenschwanz streichen.
i] Sich wie eine Katze schmeichelnd zutun. In dem Sinne wie: Den Fuchsschwanz streichen, ein Fuchsschwänzer sein.

Den Katzenschwanz ziehen.
i] Wol wie den Gänsemarsch machen, weil eine solche Reihe sich fortschlängelt wie ein Katzenschwanz.
z] Nun das ist recht, dass ihr kommt, sagten diese und zogen dann den Katzenschwanz mit ihnen durch die ganze Matte.

Den kaufleuten und bauern gebürt zu halten, was sie gereden.

Den Kaufleuten und Bauern gehört zu trauen und glauben zu halten mit dem großen haufen.

Den Kaufmann erkennt man an seiner Ware.
it] Si conosce il mercante dalla mercanzia.

Den Kauzen streichen.
i] Fuchsschwänzen, schmeicheln. Eine im 15. bis 17. Jahrhundert sehr gebrauchte, aber schwer zu erklärende Redensart. Die niederdeutsche Übersetzung des Narrenschiff versteht unter Kauzen bestimmt den Vogel: 'De de Kutzken afte ulen (Eulen) striken kann.' Man denkt an den Vogel selbst, dem man die Federn viel mehr gegen den Strich streicht. Es ist also eigentlich entweder vom Streicheln des Kauzes gesagt, den sich ein Gönner zum Vogelfang hielt und den ein Schmarotzer liebkost, um sich bei jenem einzuschmeicheln, oder gleich vom Vogler selbst, der seinen Kauz streichelt, liebkosend, begütigend. So versteht man auch die gleichbedeutende Redensart: Den falben Hengst streichen, wohl am besten ursprünglich vom Reiter; die Blume streichen, d.i. die Stirn des Rosses mit weißem Fleck, den Falken streichen, vom Falkner.
z] Mancher durch liegen wirt ein Herr, wenn er den Kautzen streichen kann und mit dem falben Hengst vmbgahn.

Den Kaviar verschenken, ehe man den Stör hat.

Den Kebsmann zum Schließer des Harems machen.

Den Kehrab machen.
z] Den allerletzten Kehrab macht der Tod.
i] Der Tod ist hier im Anschluss an die Vorstellungen des Totentanzes entweder als Pfeifer gedacht, der den Kehrab (den letzten Tanz) spielt, oder als der Tänzer, der den Kehrab tanzt, d.h. den Menschen aus dem Tanzsaal des Lebens hinaustanzt.

Den Kehraus machen.
i] In einer Gesellschaft bis zu guter letzt bleiben.
z] Du wirst doch nicht den Kehraus machen wollen, sagt die Mutter, wenn sie die Tochter vom Balle mit nach Hause nehmen will, ehe er geschlossen wird.

Den Kehraus tanzen.
i] Die Sache zu Ende bringen
la] Ad colophonem (coronidem, umbilicum) usque deducere.

Den Keil auf den Kopf schlagen.
z] Heißet das nicht wunderlich wohl getroffen und den Keil auf den Kopff geschlagen?

Den Keil aus demselben Holze schnitzen.

Den Keil mit dem Keil herausschlagen.
pl] Klin klinem wybić.

Den Kelch bis zur (bitteren) Neige leeren
en] to taste the bitter draught of sorrow to the dregs - to drink (o. drain) to the lees
fr] boire le calice (o. la coupe) jusqu'à la lie
it] bere il calice fino alla feccia

Den Kelch mit der Hefe austrinken.
i] Die Leiden vollständig erdulden.

Den Kelch trinken.
i] Etwas verschmerzen, sich einem unvermeidlichen Übel unterwerfen.

Den kenn' ich auswendig und inwendig.
i] Durch und durch.
fr] Nous nous connoissons de longue main.

Den kenn' ich von Kindesbeinen an.

Den kenn' ich wie der Bettler einen Bauernhof.
en] To know one as well as a beggar knows his dish.

Den kenn' ich wie ein Pfund Seife.
ndt] Den kenn' öck wie e Pund Sêp.

Den kenn' ich wie einen preussischen Dreier.
Wolfenbüttel

Den kenn' ick wie 'n Silberjroschen.
Berlin

Den kenn' öck wie e preusch'sche Düttke.

Den kenne ich so gut, als wenn ich ihn in der Kiebe getragen hätte.
ndt] Diän kenn' ik so gued äs wann ik'n in der Kêipe dreägen hädde. Grafschaft Mark
i] Kiepe, im Süderlande = Tragkorb auf dem Rücken, auf dem Hellwege auch ein flacher Armkorb.

Den kenne ich, als wenn ich da mit der Laterne drin gesessen hätte.
ndt] Dean kenne ick, äs wann ik der met der Löchte inne seatn hädde. Büren

Den Kern essen und Gott die Schale vorlegen.
i] Der Welt dienen mit der Kraft der Jugend und den schwachen, kraftlosen Rest des Lebens Gott weihen; Buße tun, wenn man nicht mehr sündigen kann.

Den Kern verlieren und die Schale behalten.
i] Schon Plautus gebraucht die Redensart in den Gefangenen, wo der Herr, von dem man Nutzen hoffte, fort und an seiner Stelle der Sklave zurückgeblieben war.

Den Kessel scheuern.
ndt] De Keißel schuren. Aachen
i] Beichten.

Den Kesselhaken aufhängen.
i] Den Hausstand eröffnen, eine neue Wohnung mit einem Schmause einweihen, den Herd begrüßen.
fr] Pendre la crémaillere.

Den kickt ennen an (der sieht einen an), as wenn he ennen gefreten het on well an den anderen begennen.
Meurs

Den Kiel nach dem andern schlagen.

Den Kierl hebben dei Schwien ut dei Bråk wäult.

Den Kierl hett de Ådebor up dei Bråk verluren.

Den Kindern Brei, den Großen Bohnen.
Russland

Den Kindern ein bös Exempel vortragen.

Den Kindern gibt man Milch und Brei.

Den Kindern ihren Willen lassen, verdirbt sie.

Den Kindern muss man den Kopf brechen.

Den Kindern sitzt das Herz nicht vor dem Hintern.

Den Kindern soll man die Züchtigung nie als Züchtigung auflegen, sondern diese soll immer nur eintreten als eine natürliche Folge ihrer bösen Handlung.
Rousseau, Emile

Den Kindern soll man ihre kindische Weise lassen.

Den Kirchturm in die Mitte des Dorfs setzen.
i] Eine zum gemeinschaftlichen Gebrauche dienende Sache in die Mitte stellen.

Den Kirmeshirse auftragen.
z] Die Dorfleute tragen allzeit jhren Kirmesshirse auf und sagen, der Wirt habe einen Ring hinein gethan, man müsse mit dem Löffel tapffer hinein stechen; wer ihn bekommen werde, der soll ihn behalten.

Den Kitzel büßen.
z] Das hieß den Kützel gebüßet.

Den Kläger in den Sattel weisen.
i] Besitz einweisen.

Den Kläger soll man einmal, den Verklagten zweimal hören.
fr] Ouvre une oreille à l'accusateur, à l'accusé deux.

Den kleinen Fisch sollst du nicht teilen; gib ihn ganz!
Indonesien

Den Kleinen gibt Gott kleine Gaben.

Den kleinsten Hunden hängt man die größten Knittel an.
z] Man spricht: dem allerkleinsten Hund hängt man die großen Knittel an; und öfters haben kleine Wunden am allerwehesten getan.'

Den Kleister braucht man zum Papier, die Nadel zum Hemde.
Russland

Den Klopfer an der Tür hängen lassen.
ndt] De Klöpper op de Döhr hangen loten.
Meurs
i] Das Haus verlassen müssen.

Den Klöppel hat er, er hat nichts als die Glocke dazu vergessen.

Den klugen Landwirt erkennt man an den Wasserfurchen.

Den Klugen täuscht man nur einmal.
Schottland

Den Klugen zieht es zum Volke, den Dummen zu seinen Verwandten.
Turkvölker

Den Knake, dei Ênem beschert öss, wat de Hund nich wegschleppe.

Den Knauf (Knopf) auf dem Beutel haben.

Den Knecht auf den Herrn setzen.
i] Wenn jemand feine Speisen und Getränke genossen hat und dann noch etwas ganz Gewöhnliches, Geringeres genieit.
nl] Sint Pieter op onz Heer leggen.

Den Knecht Ruprecht spielen.
i] Furcht erregen, einschüchternde Nachrichten erfinden und verbreiten.

Den Knittel neben den Hund legen.
z] Er saget: Ihr seyd nicht meine Freunde (aber ich muss den Knüttel neben die Hunde legen), so ihr tut was ich euch gebiete.

Den Knittel unter die Hunde werfen.
i] Vergehen rücksichtslos, ohne Ansehen der Person bestrafen.

Den Knochen kannst du einem andern Hunde vorwerfen.
i] Mit dem Knochen einen andern Hund locken.
pt] A pao duro, dente agudo.
sp] A otro perro con ese hueso. Cervantes, Don Quixote

Den Knochen, der einem beschert ist, trägt kein Katz' davon.

Den Knopf auf dem Beutel haben.
ndt] Den Knôp up den Büdel hebben.
i] Die eigene oder fremde Kasse beherrschen; auch die Mittel besitzen, sich gegen einen schlechten Zahler sicherzustellen.

Den Knopf auflösen.
i] Der Ton liegt auf 'den'. Von einem schweren Geschäft.

Den knopf hat noch keiner aufgelöst.

Den Knopf machen.
i] Kopulieren.

Den Knopf wird er nicht abbeißen.

Den Knoten, den der Narr knüpft, löset der Weise.
Russland
bm] Co hloupý zaváze, moudrý nebrzo rozváze.

Den Knoten, den geschürzt die Frauen, kann auch der Teufel nicht durchhauen.

Den Kohl der Raupen wegen (o. für die Raupen) pflanzen.

Den Kohl mit samt den Raupen kochen.

Den Kohl muss man pflanzen unter dem Himmelszeichen des Mistes und kochen unter dem Sternbilde des Specks.
Frz. Schweiz] Plianta té tson à la plianéte dou rahlion, et cuet lé à la plianéte dou bacon.

Den Kohl sparen und auch die Ziege behalten wollen.

Den Kohl vertraut er dem Bock an.
Ungarn

Den Kolophon zu einer Sache geben.
i] Die Redensart ist dunkel und scheint soviel zu sagen, als sie zum Abschluss bringen, den Schlusspunkt setzen. Der Ausspruch ist ein ursprünglich altgriechischer militärischer Reiterterminus. Die Redensart kommt von der Stadt Kolophon an der Küste Kleinasiens her, eine der zwölf ionischen Städte, die sich durch ihre gute Reiterei auszeichneten, so dass sie durch diese Waffengattung in allen Gefechten den Ausschlag gaben.

Den kömmt de Verstand as den Oss de Melk.
Deutz

Den Kompass nicht erfunden haben.
i] In dem Sinne des Schiesspulvers.
it] Non aver ritrovato la carta da navigare.

Den Kompass verlieren.
i] Die Fassung, aus dem Konzept kommen
it] Perdere la bussola.

Den König wählt man zum Richter.
[RSpW]
i] Nach mittelalterlicher Rechtsanschauung war der König als Stellvertreter Gottes auch der Vertreter der Gerechtigkeit und wurde als solcher zum Richter gewählt. Nach dieser (idealen) Auffassung konnte er nicht Unrecht tun; und tat er es gleichwohl, 'so steht fest, dass er nicht Kaiser, sondern dem mindesten gleich ist'.
mhd] Den konig küset man to richtere.

Den könnt' man mit einem Holzschlägel nicht erschlagen.
Rott-Tal bei Passau
i] Von einem gesunden und kräftigen Menschen.

Den könnte man nach Ochsenbutter schicken.
i] So einfältig und leichtgläubig ist er.

Den könnte man zum Tropschenjagen gebrauchen.
i] Von einem einfältigen Menschen. In Nordböhmen (Kamnitz) ist Tropsch ein fabelhaftes Tier, nach dem Leichtgläubige auf die Jagd geschickt werden.

Den Kopeken soll man achten, der einen Rubel erspart.
Russland

Den Kopf (o. die Ohren) hängen lassen
en] to be down in the mouth - to look crestfallen
fr] être découragé
it] perdersi d'animo

Den Kopf aus der schlingen ziehen.
i] Sich rechtzeitig aus einer gefährlichen und bedenklichen Lage herausarbeiten.
z] Der Adel, der sich zu Franzen von Sickingen verpflicht, aber den Kopf wieder aus der Schlinge zogen hat.
fr] Se tirer d'affaire, d'embarras, de péril.
fr] Tirer son épingle du jeu.

Den Kopf dazwischen.
i] Wird jemand zugerufen, wenn er mit der Tür sehr wirft.

Den Kopf des Affen zu waschen, ist Seife zu vergeuden.
Angola

Den Kopf des Esels zu waschen sind Zeit und Seife verschwendet.
Sizilien

Den Kopf des Feindes lass die Hand deines Feindes schlagen.
z] Dem Feinde muss man gefährliche Geschäfte überlassen oder ihn dazu veranlassen.

Den Kopf etwas ab, lieb Täubchen, sagte der Koch zur Taube, da drehte er ihn herunter.
en] I'll give you a turn now, as the curling-irons said to the straight hair.

Den Kopf halt' kühl, die Füße warm, das macht den besten Doktor arm.

Den Kopf hängen lassen.
i] Den Mut verlieren, über fehlgeschlagene Hoffnungen trauern, kleinmütig, demütig, oder auch: ein Frömmler sein.
fr] Gauchir la tête.

Den Kopf hängen, wie die jungen Puter beim Regenwetter.

Den Kopf heben.
i] Extollere caput. Stolz, zuversichtlich, trotzig.
z] Deine Feinde toben und richten den Kopf auf. Ps. 83, 3
z] Kaum heben wir den Kopf nur ein wenig wieder (kehrt Hoffnung und Lebenslust wieder), so ist gleich Putz, was uns beschäftigt. Goethe

Den Kopf hinausstrecken.
i] Sich vorwagen oder Kenntnis nehmen, kundschaften.
z] Die Reuter in dem Closter Staingaden wöllen warte, wa ich den Kopf hinauswenden wölle.

Den Kopf hinhalten (müssen) für.
en] to take the blame for.
fr] devoir pâtir pour.
it] pagare per. - rispondere con la propria testa

Den Kopf in den Rachen des Löwen zu stecken, ist auch nicht gefährlicher, als ihn von einer Frau streicheln zu lassen.
David Herbert Lawrence

Den Kopf in den Sand stecken
en] to bury o's head in the sand (like an ostrich)
fr] adopter la politique de l'autruche -faire (comme) l'autruche
it] nascondere la testa sotto la sabbia - fare lo struzzo

Den Kopf kann man einem nur einmal nehmen.

Den Kopf lässt sich nicht jeder gern kratzen (waschen).

Den Kopf nicht zu warm, nicht zu viel Salat in den Darm.
fr] Ne fai une four de ton bonnet, ni de ton ventre un jardinet.

Den Kopf oben halten.
i] Sich nicht überwältigen, unterkriegen lassen.

Den Kopf opfern, um den Hut zu erhalten (schonen).

Den Kopf schleifen.

Den Kopf sehr hoch tragen.
la] Naso suspendit adunco.

Den Kopf so voll haben, dass man nicht weiß, wo er einem steht.
i] Eine kaum zu bewältigende Masse von Geschäften haben.

Den Kopf trage in der Höhe des Käppchens.
Russland

Den Kopf über dem Wasser halten.
i] Sich des Untergangs erwehren.

Den Kopf verlieren
i] Die zum Handeln nötige Ruhe und Überlegung. Aus der Fassung kommen, nicht mehr wissen, was man tun, wozu man sich entschliessen soll.
en] to lose o's head - to get off o's head - to go off the deep end (sl.)
fr] perdre la tramontane
fr] perdre la tête (o. la boule o. la boussole)
it] perdere la testa (o. la tramontana) - scaldarsi la testa

Den Kopf verwetten wollen.
i] Von etwas sehr fest überzeugt sein.

Den Kopf zu etwas schütteln.
i] Die Zustimmung zu etwas versagen oder etwas missbilligen. Die Römer drückten bei den öffentlichen Spielen Billigung oder Misbilligung durch das Erheben, oder Umkehren des Daumens aus, woraus die sprichwörtlichen Redensarten: Den Daumen drücken, den Daumen umkehren und mit beiden Daumen loben, sich erklären. Etwas billigen: pollicem premere, etwas loben, etwas sehr (mit beiden Daumen) loben: utroque pollice laudare, etwas misbilligen: pollicem convertere. Für Zustimmung hat man auch die Redensart: etwas mit einem weissen Steinchen bezeichnen: album calculum, rei addere, wie: calculo candido notare diem, und: creta notare. Für Missbilligung ferner: nigro calculo, und: carbone notare.

Den Kopf zwischen die Beine nehmen und davongehen.
i] Sich in aller Eile fortmachen.
fr] S'en aller sans demander son reste.

Den Kopf zwischen die Ohren nehmen.

Den Kopf, der seine Schuld bekennt, hackt kein Schwert ab.
Russland

Den Kopf, die Tenne, die Zunge, den Flegel, wen ich kriege, den dresche ich.
Polen
la] Sicut apes caveam repetunt maledicta trocheam.
sd] Swa aer banna som bi faar kringhvm howdh ok ater i.

Den Kopfsalat jungen Gänsen anvertrauen.
it] Dar la lattuga in guardia ai paperi.

Den Kopp (Kopf) bavent Water hôlen.
Holstein

Den Kopp (Kopf) lat frêrn, de Föt holt warm, slaog nich so vööl in dînen Darm, dat Achterpôrt laot aopen staon, denn kann de Dokt'r un Aptek'r spazêren gaon (o. denn kann de Dokt'r tun Deiw'l gaon).
Altmark
en] The head and feet kept warm, the rest will take no harm.
fr] Tête froide, ventre libre et pieds chauds, sûrs remêdes à tous les maux.
it] Di giorni quanto voi, di notte quanto poi. (Man kann am Tage den Kopf bedecken so viel man will, aber des Nachts so viel man kann)

Den Korb bringen (flechten), wenn die Weinlese vorbei ist.

Den Korb hingeben, um den Deckel zu gewinnen.

Den Körper kann man heilen, die Seele aber nicht.

Den Kram auftun.
i] Die Sache enthüllen.

Den Kram einlegen.
fr] Détaler les marchandises.

Den Kram verderben.

Den Kranich machen (spielen).
i] Lange auf einem Flecke stehen, lange stehend warten.

Den Kranich zum Teichwärter machen.

Den Kranken ärgert die Fliege an der Wand.

Den kranken Fuß verbinde selbst, lass ihn nicht von einem anderen verbinden.

Den Kranken mangelt nur eins, den Gesunden fehlt vieles.

Den Kranken schlagen drei Ruten: die Schmerzen, das Versäumte und die Kosten für den Arzt.

Den Kranz bekommt nur der Sieger.
fr] Le dernier, le loup le mange.

Den Kranz mit Ehren tragen.

Den Krebs für sich gehen lehren.
z] Welcher vergebliche, vnnütze Arbeit gethan, von dem sagt man: Er hat leer Stroh gedroschen, ein leer Nuss vffgebissen, den Esel beschoren, ein Mohren gebadet, den Tauben ein lied gesungen, den blinden ein Spiegel geschenkt, den fröschen ein fuder Wein zum Bad verehret. Hat Speck im Hundsstall gesucht, der Flöh gehüt, die Garne vergebens gesteckt, Moses Grab gesucht.
nl] Hij leert de kreeften regt gaan.
la] Ambulet ut cancer recta, haud effeceris unquam.

Den Krebs straft man nicht mit Ersäufen.

Den Krebs wollen vorwärts gehen lehren.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den Krebsgang gehen.
i] Nicht vorwärts, sondern rückwärts kommen. Es geht rückwärts mit seinem Geschäft, seiner Wirthschaft

Den Krebsgang gewinnen.
z] Vnd sonderlich ein närrisch anfang der gewint gemeiniglich den krebsgang.

Den Kreisel drehen.
z] Daraus erhelle, dass Paul Scalichius (Günstling des Herzogs Albrecht) bei den damals verworrenen Zeiten den Kreisel am meisten gedreht und an den damaligen Motibus große Schuld gehabt habe. Erläutertes Preußen, Königsberg 1724

Den Kreutzer aufheben und den Gulden fahren lassen.

Den Kreuzter gibt jedermann, mit dem er einen Gulden gewinnen kann.

Den Krieg darf man nicht fürchten, aber man darf ihn auch nicht provozieren.
la] Bellum nec timendum, nec provocandum.

Den krieg fahe ein ander an.

Den Krieg mit der Zunge führen.
i] Die den Feind beschimpfen und ihm drohen, wenn alles sicher ist.

Den Krieger macht nicht der Hut, sondern der Mut.
dk] Viisdom giør ei krigsmand allene; der skal inod til.

Den Kronenfresser ekelt vor der alten Freiheit, wie den Kindern Israel vor dem Manna in der Wüsten.

Den Kropf leeren (o. auspacken).
en] to get s. th. off o's chest
fr] vider le (o. son) sac - casser le morceau
it] vuotare il sacco - sfilare il rosario

Den Kropf voll haben.

Den Krug immer am Munde haben.
i] Immer durstig sein.
fr] Il est toujours dans la boisson.

Den Krummen fällt das Geradgehen schwer.
nl] Die krom is, kan niet regt gaan.

Den Krüppel macht das Grab gerade.
Armenien

Den Kübel bringen.
i] Die Absicht kundgeben, jemanden mit Dreck zu beschütten, ihn zu beschmutzen, seine Ehre anfechten.
z] Ich flucht, und verdross mich übel; da sprach er: fleuch, ich bring den kübel.

Den Kübel umkehren, dass es stinkt.

Den Kuchen unter dem Arm fallen lassen.
i] Nicht die Hände in den Schos legen, sondern den Arm fallen lassen und die Arbeit frisch angreiffen.

Den Küchenschlüssel angehängt haben.
i] Sie hat einen Küchenschlüssel, ist im Gesicht russig.

Den Kuckuck und das Siebengestirn sieht man nicht beisammen.
dk] Kukkeren og syv-stiernen sees ikke sammen.

Den Kuhhirt von Ulm zum Muster nehmen.

Den Kühnen hilft das Glück.

Den Kühnen leiht Gott die Hand (o. seinen Arm).

Den Kumgan schätzt, wer ihn am Henkel trägt; die Schafherde versteht, wer die Jarlyga schwingt.
Russland

Den Kummer des Armen versteht nur der Arme.
Armenien

Den Kummer lass' ich mir vergehen.
z] Er lasse sich diesen Kummer vergehen.

Den künft'gen Morgen füttert er mit heutigen Sorgen.

Den Künstler ziert Bescheidenheit.

Den Kunzen mit einem spielen.
z] Sie würden sich unterfangen, mir den Hut zu trähen und den Kuntzen mit mir zu spielen. Grimmelshausen, Springinsfeld

Den Kuppelpelz verdienen (bekommen haben).
Eiselein.
i] Der Lohn für Kuppelei.
z] Der Richter ihr vor (vorerst) den Pelz erzoh und dann beide von der Stampfmülen ufstunden.
i] Für das heimliche Besorgen von Briefchen zu einem Stelldichein haben die Franzosen die Redensart: Hühnchen tragen (Porter un poulet), die einer schimpflichen Abfertigung ihre Entstehung verdankt. Wenn man nämlich in Italien jemand, den man auf der Kuppelei erwischt hatte, wippte oder mit dem Schnellgalgen bestrafte, so hing man an seine Füße zwei lebende Hühner. Dies hat folgenden Grund. Leute, die sich mit Besorgung jener Billets befassten, trugen gewöhnlich Hühner feil. Unter den Flügeln des größten oder fettesten Huhns steckte der Brief, was der Dame schon bekannt war. Der erste nun, den man bei diesem Geschäft ertappte, wurde mit dem Schnellgalgen bestraft. An seine Füße wurden zwei Hühner befestigt, die ihn hin- und herschaukelten. Während in Italien lange jede Kuppelei in dieser Weise bestraft wurde, begnügten sich die Franzosen mit der obigen Redensart. Aus Oberösterreich: 'Eine dritte, weder zur Familie des Bräutigams noch der der Braut gehörige Person, welche unter irgendeinem Vorwande sich zu den Eltern des Mädchens begibt, um das man werben will, und allmählich das Gespräch auf die Vermittelung der Heirat hinlenkt. Diese Person bekam einst, wie es noch im Volksmunde heißt, wenn es ihr gelang die Heirat >z'sammz'tragen<, zu Stande zu bringen, als Lohn hierfür einen neunärmligen Pelz, den man Kuppelpelz nannte, während man, wenn er abgewiesen wurde, sagte: Er hat die Hosen gekriegt.'
nl] Hij heeft er de gele kousen aan verdiend.

Den Kuppler straft man nicht für seine Lügen.
Jüdisch

Den Kürzern (Kürzesten) ziehen.
i] Den kürzern Halm; die Redensart entstand aus dem einst üblichen Losen mittels der Strohhalme.
la] Herbam dare.

Den Küsel dreien.
Hamburg
i] Eine Sache lenken, drehen, wenden. Kreisel Brummküsel = Brummkreisel; Hulküsel = Heulkreisel.

Den Kuss kann man zwar abwischen, aber das Feuer im Herzen nicht löschen.

Den küsse nicht, der dich verschlingen möchte.

Den Labömann schicken (o. bekommen).
Oberösterreich
i] Der Labömann, auch Löbelmann, d.i. der laba = laue Mann, ist ein Popanz aus Stroh, zuweilen angekleidet und mit Tabakspfeife, Uhr u. dgl. ausgestattet. Der Bauer des Dorfs oder der Nachbarschaft, welcher mit dem Ausdreschen zuerst fertig wird, bringt den Labömann während der Morgen- oder Abenddämmerung zu einem seiner Nachbarn, der mit dieser Arbeit noch zu tun hat. Dieser tut, sobald er fertig ist, dasselbe; und so wandert die Strohpuppe oft durch die ganze Ortschaft. Der letzte behält sie bis zum nächsten Jahr und verfährt sodann auf gleiche Weise. Mitunter wird der Puppe auch ein Bogen Papier mitgegeben, worauf Witze und Stachelreime geschrieben werden.

Den lacht kein Pfennig aus der Kiste an.
la] At mihi plaudo ipse domi simul ac nummos contemplor in arca. Horaz

Den Lahmen beschweren seine Krücken nicht.
nl] Den kreupelen overladen zijne krukken niet.

Den lahmen Hund und den Lügner ist es leicht einzuholen.
Russland
mhd] ein lügner vert wohl durch die lant, will er harwider, er wirt geschant.
bm] Chromého psa a lháře snadno dohoniti.
fr] On prend plustost un menteux qu'un aveugle ou un boiteux.
nl] Een leugenaar is ligter te achterhalen, dan een kreupele.
it] Più tosto si arriva un bugiardo, che uno zoppo.
pt] Mais asinha se toma hum mentiroso, que hum coxo.
sp] Antes toman al mentiroso que al cojo.
sp] La mentira no tiene piés.
sp] S'atrapa més aviat a un mentidor que a un coix.

Den Laien, der ein Meidlein bei ihm hat, lässt man nicht zum Abendmahl gehen; und der Priester hat das Meidlein im Haus und gaht alle Tage fast zu.
i] Die Spitze liegt in dem unbestimmten, zweideutigen Zugehen.

Den langen Glauben mit einem beten (o. treiben).
i] Von einem Gespräch oder einer Unterhaltung, wenn die Sache nicht von der Stelle rücken will. Der lange Glaube lautet aber: Wann ist der Pempemperleinstag? Wenn die Eulen bocken. - Wann bocken die Eulen? Am Pempemperleinstag. Dies wird einigemal nach Belieben wiederholt. Nach anderen ist unter dem langen Glauben der Glaube gemeint, über den keine Rechenschaft gegeben wird, der vom Köhler dem Teufel vorgebetete (Köhler-)Glaube. Der Teufel fragte den Köhler, was er glaube. 'Was die Kirche glaubt', erwiderte er. Und als der Teufel neugierig weiter fragte, was die Kirche glaube, antwortete der Köhler: 'Was ich glaube.' Gegen diesen geistreichen Glaubenszirkel vermag weder der Teufel, noch - die Philosophie etwas.

Den Lasterstein tragen.
i] Das Stein- oder Lastersteintragen war eine Strafe für böse Weiber
z] Ich glaub, das kaum ein landt sey, da vngehorsame weyber inne seyen, dann in Teütschen landen .

Den Lauch beim Blattstiel essen.
i] Etwas verkehrt machen, weil beim (Knob-)Lauch nur die Wurzel gebraucht wird.
it] Mangiarsi il porro per la coda.

Den Laufpass erhalten (o. geben).

Den Laufpass nehmen.
i] Entwischen.

Den Laufzettel bekommen.
la] Rudem accipere.

Den Läusen die Köpfe abbeißen.

Den Läusen ein stelz machen.
i] Etwas auf das künstlichste fein ausführen. Spott auf Putzsucht und Modetorheit, namentlich geiselt Murner die hohen Halskragen.
z] Wir armen leuss auch müssen klagen, das man an den hembdenkragen getter, leitern neget an, das vnser kein drauf kummen kann.
z] Die leuss hond ein gerechtigkeit, wan jn die hitz zu groß wolt sein an dem leib im busen dein, das sie steigen durch die falt auf das goller oben sitzen und nit ersticken von der hitzen. Doch will mans yetz nim steigen lon. (Der Halskragen schließt so fest, dass die armen Geschöpfe nicht durch können). Murner gibt ihnen nun Anweisung, wie sie an die frische. Luft kommen können und sagt dann: 'Jr leuss hond jr mich wohl vernummen, so braucht, als ichs euch hab erdacht, die steltzen, die ich hab gemacht.'
z] Nachdem man in Ungarn gezogen, da haben sie für die Leuss keinen bessern fund können erdencken, als Irrgärten um den Halss, dass sie also darinnen verirreten, und. sie zufrieden liessen. Darumb verzäunt man heut diese Kraussbüsch doppelhoch u.s.w.
la] Pediculis calceos faceret.

Den Läusen Irrgärten um den Hals anlegen.
i] Spott auf die hohen Halskrausen.

Den lauten Markt mag Momus unterhalten,
Ein edler Sinn liebt edlere Gestalten.
Schiller, Das Mädchen von Orleans

Den lebenden Feind fliehen und den toten schelten, ist eines so unlöblich als das andere.

Den Lebenden Häuser, den Toten Gräber.
Persien

Den Lebenden kränzt man kaum, die Toten möchte man krönen.
Russland

Den Lebenden versagt man ein Brett, den Toten wird ein ganzer Kasten gegeben.
Jakuten

Den Lebenden verweigert man den Tisch, den Toten gibt man eine ganze Kiste.
Mongolei

Den Lebendigen Fried, den Verstorbenen (Toten) die Ruhe.

Den lebendigen helt man lieb und wert, wenn er tot ist, tritt man ihn in die Erd.

Den Lebensfaden abschneiden (o. zerreißen).

Den Lebenslauf des Esels erzählen.
Altgriechisch
i] Von abgeschmackten und lächerlichen Erzählungen, albernem Geschwätz.

Den leid' et on, wie em Wolf et Heufressen.
Eifel
i] Ironisch von jemandem, der zu etwas wenig Neigung hat, weil dem Wolfe das Heufressen wenig anliegt.

Den Leiher nennt man Vetter; wenn er aber sein Geld wiederfordert, heißt er Fretter.

Den Leiher sucht man viele Meilen auf, den Forderer wirft man die Stiegen herunter.

Den leken (liegen) ôck de Nierkes wärm.
Meurs

Den Letzkopf aufsetzen.
i] Sich gegen alle Gründe verhärten, hartnäckig auf seiner Absicht, seinem Willen bestehen, verkehrt oder im Widerspruch mit andern handeln.

Den letzten Akt spielen.
i] Die Sache ganz und gar beenden
la] Supremum fabulae actum addere. Cicero

Den letzten beißen die Hunde.
ndt] Wat nåkummt, dat bitt de Wulf.
en] The devil takes the hindmost.
en] The weakest goes to the wall.
en] The devil take the hindmost.
fr] Le dernier, le loup le mange.
it] Chi tardi arriva male allogia.
la] Occupet extremum scabies.
sp] Al postrero muerde el perro.

Den letzten biten die Hunde.
Pommern
dä] Den sidste bide hundene.
fr] Le dernier le loup le mange.
nl] Den laatsten man bijten de honden.
la] Extremum occupet scabies. Horaz

Den letzten die guten Stücke.
i] Es trifft sich nicht selten, dass diejenigen, welche sich selbst an letzte Stelle gesetzt haben oder zuletzt bedient werden, bei einer Teilung gut wegkommen.
fr] Aux derniers les bons (morceaux).

Den letzten Dime in Slings vertrinken.
Nordamerika
i] Silbermünze von 10 Cents in den Vereinigten Staaten, 1/10 Dollar.

Den letzten Fleck daraufnähen.

Den letzten fressen (beißen) die Hunde.
i] Der letzte Gläubiger verliert allein oder doch am meisten bei Subhastationen und Concursprocessen.
ndt] A Leedst bat a Hüunj. Amrum

Den letzten Gang müssen wir alle gehen.
la] Calcanda semel via leti. Horaz

Den letzten holt der Teufel.
en] The devil takes the hindmost.

Den letzten Käse geben.
Rendsburg

Den letzten Knopf springen lassen.
i] Den letzten Pfennig ausgeben.

Den letzten kommen die rauden an.
i] Der Letzte soll die Krätze bekommen. Altrom
i] Der Letzte gilt für krätzig. Altrom
i] Ursprung bei den Wettläufen, die von römischen Knaben untereinander angestellt wurden. Die zuletzt ans Ziel Gelangenden wurden verhöhnt, nachdem beim Auslaufen das Extremum occupet scabies als Trumpf gesetzt worden war.

Den letzten Stich machen.
i] Etwas zu Ende bringen.
la] Circulum absolvere.

Den letzten Tee schenk dem Freund ein.
Turkmenistan

Den letzten Trumpf ausspielen.
Steiermark
i] Die letzte Kraft daran setzen, das letzte Mittel verwenden.
jüdisch-deutsch] Er hot gemacht a Siijem. (Siijem heißt das Mahl, welches bei Gelegenheit der Beendigung irgendeines Studiums, wie z.B. der Bibel des Talmud, gegeben wird, und bedeutet wörtlich Schluss, Ende, den letzten Trumpf ausschlagen)

Den letzten Wurm aus dem Hintern ziehen.

Den letzten Ziegel ein- oder auflegen.
i] Die Mauer fertig machen, den Bau oder das Werk vollenden.
la] Summum fastigium imponere.

Den Leuchter suchen, wenn man das Licht schon in der Hand hat.
la] Arrepta candela candelabrum quaeris.

Den Leuten beliebt, warum man sie treibt und trübt.
la] Nitimur in vetitum.

Den Leuten die Fersen behauen.
i] Wohl in Bezug auf üble Nachrede.

Den Leuten dient man mit Geben, dem Herrgott mit Nehmen und Danken.

Den Leuten einen blauen Dunst für die Augen ziehen.

Den Leuten gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und mit Danken.

Den Leuten guts tun, bringt liebe und ruhm.

Den Leuten im Maul herumfahren und jedermann auf der Zunge sitzen.

Den Leuten in die Mäuler kommen.

Den Leuten ist nichts schädlicher, denn unnütze Boten.
i] Es ist hier von Gerichtsboten die Rede, die durch nachlässige Ladungen oder ungenaue Ausführung anderer gerichtlicher Aufträge den Parteien großen Nachteil verursachen konnten. Wegen der Wichtigkeit seiner Stellung und des durch seinen Saumsal möglichen Schadens wurde er mit einer eigentümlichen Strafe bedroht, mit des Königs Malter, die große Ähnlichkeit mit einem 'kaiserliche Frühstück' hat. Es waren dies nämlich zweiunddreißig Schläge mit einer grünen Eichengerte, die zwei Daumellen lang ist. Im schwäbischen Lande wurde des Königs Malter nur zu dreißig Schlägen gerechnet.

Den Leuten nach dem Munde reden.
la] ad alienam voluntatem loqui. Cicero

Den Lichtzieher zum Schah der Sonne machen.

Den liebe, der dir deine Fehler im Vertrauen mitteilt.
Hebräisch

Den lieben Gott in die Schule nehmen wollen.
i] Von jemandem, der alles besser wissen will als andere, und namentlich auch die schulmeistern will, die gerade den Gegenstand am genauesten kennen, welcher den Adler fliegen, die Fische schwimmen, die Espe zittern, den Storch klappern lehrt, der, wie die Franzosen sagen, mit den Franciscanern lateinisch reden und mit den Venetiern die Minerva unterrichten will.

Den lieben Gott mit dem Teufel bezahlen.
i] Der Undankbare

Den lieben Kindern gibt man viele Namen.

Den Liebenden ist auch der Kropf eine Zierde.

Den Liebesvermittler mag man lieber als die Eltern.
Japan

Den linken Ochsen zuerst aufjochen.
Nordamerika

Den Litauer (= den Bauern) für einen Bastschuh halten (= für nichts achten).
Litauen

Den Litauer für einen Bastschuh (Pareska) halten.

Den Litauern (o. den Bauern) das Fleisch, den Herren (o. Pfarrern) die Knochen.
Litauen

Den Litauern gutes Fleisch und den Herren die Knochen.
i] Damit drücken die Litauer ihre Abneigung gegen ihre Feudalherren aus.

Den Löffel aufheben und die Schüssel zerbrechen.
Luther
i] Dem Geringfügigen mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Wichtigern.
z] D.h. carbones prothesaura ein Löffel aufheben und eine Schüssel dafür zerbrechen.

Den Löffel hat so mancher, aber die Suppe fehlt.

Den Löffel reicht er und mit der Gabel sticht er.

Den Lohn der Tugend kannst du erschleichen, die Tugend nicht.
Russland
it] La virtù non s' acquista mai per successione.
la] Nullum theatrum virtuti conscientia majus est. Cicero
sd] Dygden ärfwes icke altijd.

Den Lorbeer auf dem Kopfe und ein leerer Magen stimmen (vertragen sich) schlecht.

Den Lorbeer in Rosinenkuchen suchen.
i] Sich bei geringfügigen, kleinlichen Geschäften Ruhm erwerben wollen.

Den Löwen bei den Pfoten erkennen.

Den Löwen erkennt man an den Klauen (o. Tatzen).
bm] Lva a medvĕda po pazouru poznás.
fr] A l'ongle on connaît le lion.
it] Dall' unghia si conosce il leone.

Den Löwen freut's, dass ihm der Bär gehorcht,
Nicht dass ihn Hund und Katze König schimpfen.
Th. Körner, Zriny, III, 4 (Soliman)

Den Löwen mit dem Clausen verschröcken.
la] Terrere leonem larva.

Den Löwen widerlegt man nicht nach seinem Tode.

Den Löwen wundert's nicht, wenn der Jäger ihn verwundet, doch ist er voller Wut, wenn's der Esel tut.

Den Lügen muss man ein Färblein anstreichen.
i] Eine Gestalt geben; man gibt ihnen gewöhnlich die der Wahrheit.

Den Lügenpelz anlegen.
z] Wer es mit allen Guten ehrlich meint, braucht nicht im Lügenpelz sich zu vermummen.

Den macht ein guter Tag nicht besser und ein böser nicht schlimmer.
en] A good day will not mend him nor a bad day impair him.

Den Mächtigen, der dir helfen konnte, zu vergessen, ist dasselbe wie ihn verachten.
Kikuju (Kenia)

Den Mädchen fehlt nichts als ein Mann, und wenn sie den haben, fehlt ihnen - alles.

Den mag keine Schuld beladen, der nicht mit Willen stiftet Schaden.
la] Haud est nocens, quicunque non sponte est nocens. Seneca

Den mag selber der Teufel nicht.
la] Orci fastidium est. Apulejus

Den Magen des Murrenden vermag niemand zu füllen.
Estland

Den Magen kann man nicht betrügen.
Rumänien

Den Magen sättigt ein Straussenei, das Auge keine Straussenheerde.

Den Magen zu einer Apotheke machen.

Den Mageren gehen die Hosen leicht herunter.

Den Mai muss man nehmen, wann er kommt, und käm' er zu Weihnachten.

Den Maien voll Wind begehrt das Bauerngesind.

Den Maien zwischen zweien.
i] Nicht zu trocken, nicht zu feucht.

Den Mammon schilt niemand, weil er der Welt wolgefällt.

Den man darum schuldigt, der muss darum antworten.
[RSpW]
i] Der Erbe, welcher von einem Gläubiger des Erblassers in Anspruch genommen wurde, war so weit zur Zahlung verpflichtet als das Erbtheil reichte, aber nicht darüber hinaus.
mhd] Den man darumme schuldeget, de mogt darumme andworden.

Den man nicht gern hört, dem nutzt sein wollreden nichts.

Den man nicht kennt, dem folgt man nicht gern.

Den Mann aus Córdoba muss man fürchten: aus einer Nadel macht er drei.
es] Cordobés, mala res: de una aguja hace tres.

Den Mann beim Wort, den Stier bei den Hörnern.
Estland

Den Mann beim Wort, die Frau beim Schwanz (= beim Rockschoß).
Estland

Den Mann bemerkt man an seinem Gange.
Finnland
sd] Mannen kiännes aff talet.

Den Mann beurteilt man nicht nach seinem Rocke.
Finnland

Den Mann bindet das Wort allein; der Ochse will gekettet sein.

Den Mann der Not macht wohl der Reichtum tot.
nl] Hij, die een man was in den nood, die blijft wel onder weelde dood.

Den Mann ein Tropfen Gift, den er um alles in der Welt nicht verschlucken möchte.
Möser, Patriotische Phantasien

Den Mann empfängt man nach dem Kleide und begleitet ihn nach dem Verstande.

Den Mann erkennt man an seinen Worten.
Estland

Den Mann erkennt man an seiner Frau, das Kind an seiner Mutter.

Den Mann erkennt man in seinem Amt (Beruf).
dk] Man prøver best en mand i sin væld.
nl] Men kent een man niet eer voor dat hij komt tot eer.

Den Mann erkennt man ja nicht am Rock.
Estland

Den Mann erkennt man nicht am Bart.
Estland

Den Mann hat's.
z] So nennt der Sprachbrauch dortlands jenen Zustand, wo der Liebe Zauber uns gepackt hat.

Den Mann ich halb verdorben acht, dessen Vieh nicht bringt, noch tragt; des Weib gern trinket Wein, des Sohn ein Spieler pflegt zu sein, die Tochter man auf der Gassen findt und Magd und Knecht selten zu Hause sind.

Den Mann kennt man an seinen Freunden.
nl] Men kent den man aan zijne vrienden.

Den Mann kennt man an seiner Rede (o. an seinen Freunden).

Den Mann lernt man kennen im Spiele, in der Buhlschaft und auf der Jagd.

Den Mann muss man nicht zum Gespielen nehmen (heiraten).

Den Mann nimmt man beim Wort und den Hund beim Schwanze.
fr] On prend les oiseaux par le bec et les hommes par la parole.

Den Mann nimmt man beim Wort, den Ochsen bei den Hörnern.
la] Verba ligant homines, animalia caetera funes.

Den Mann nimmt man beim Wort.
Estland

Den Mann schätzt man nach dem Hut, die Frau nach der Haube.
Estland

Den Mann siehe bei seinen Gesellen an.

Den mann zeigts amt an.
la] Magistratus uirum arguit.

Den Mann, der immer schreit, hört niemand.
Island

Den Mann, der meine Mutter heiratet, nenne ich Onkel.
Ägypten

Den Männern Frauen und den Kindern Brot.
nl] Den mannen geeft men huisvrouwen, den kinderen geeft men brood.

Den Männern gibt man Hausfrauen, den Kindern gibt man Brot.

Den Männern, die zu viel befehlen, wird selten gehorcht.
z] Ich will, ich will! Man muss die Worte schicklicher wählen, sonst schweigen die Frauen trotzig still.

Den Mantel auf beiden Schultern tragen.
i] Ähnliche Redensarten: Unter der Untreu fahnen dienen: der auf beyden achsseln trägt; der Augendiener, der dass Gut bös ausslegt; der sich in beyde Backen hawet; der durch die Finger siehet; der den Fuchsschwantz streichet; der mit einem Fuß in den Bach gehet; der ums Geld thu was man will; der vntern hütlen spielen kan; der in dem Judenspieß rennet; der den Mantel hengt nac dem Wind; der zwei müßer in einem Haffen kocht; der gute wort schleifft und falsche werk leist. Um elastische Naturen der unter Heuken 1 geschilderten Art zu bezeichnen, hat wohl jedes Volk seine verschiedenen Redensarten: Die Holländer sagen: Feuer in der einen und Wasser in der andern Hand tragen. Sein Messer schneidet auf beiden Seiten. Er spricht aus zwei Münden. Der Engländer: Mit jedem Winde mahlen. Der Italiener sagt: Er ist doppelter als eine Zwiebel. Die Deutschen lassen ihn auf beiden Achseln tragen, Schwarz und Weiss aus einem Tiegel malen, Gott und den Teufel in ein Glas bannen. Bei den Neugriechen kommt zugleich Hitze und Kälte aus seinem Munde. Bei den Albanesen hat er zwei Gesichter. In Venetien, zwei Gesichter unter einer Mütze. Die englischen Neger auf Surinam sagen zu einem solchen: Du bist das Schneidgras, du schneidest auf beiden Seiten.
z] Ich bin weder Republikaner noch Royalist; ich fahre, wenn ich bezahlt werde, für beide Parteien den Mist.
en] To carry two faces under a hood.
fr] Nager entre deux eaux.
it] Star fra due acque.
la] Duabus sellis sedere.
sd] Bära kappan på båda axlama.

Den Mantel der christlichen Liebe darumhängen (darüberbreiten).

Den mantel hencken, danach der wind hergeht.

Den Mantel nach dem Wind drehen (o. hängen).
i] Sich in Zeit und Umstände schicken, wär's auch mit Aufopferung des geraden Charakters eines Biedermanns.

Den Mantel verlieren, wenn das Wetter am schlechtesten ist.
fr] Perdre son habit en jour de froid.
la] Amittere pallium, in die frigoris.

Den Mantel wenden.
i] Seine Farbe wechseln.
it] Voltare mantello.

Den Marder in (über) den Taubenschlag setzen.
i] Man kann die Tauben schon durch Katzen- und Marderkot aus dem Schlage vertreiben, es bedarf des Marders selbst nicht.
i] Die Russen lassen ihn zum Vogt des Hühnerhofs machen.

Den Marder jagen, nachdem er die Tauben erwürgt hat.

Den Marsch nach Bethlehem nehmen.
i] Sich zu Bett begeben.

Den Marschall der Armeen eines mächtigen Staats, den kann man gefangen nehmen. Doch keinem, selbst dem Geringsten nicht, kann man den Willen nehmen.
Konfuzius

Den Martin (11. Nov.), den Andreas (30. Nov.) sieht man lieber dürr als naß.

Den März fürcht' ich im Januar, im Januar den März fürwahr.
en] March in Janiveer, Janiveer in March I fear.
fr] Quand Mars fait avril, avril fait mars.

Den Mast kappen.
nl] Den mast kerven.
nl] Hij vaart, waar de groote mast vaart.

Den Matrosen erkennt man im Sturm.
Portugal

Den Maulesel beschlagen.
i] Schwänzelpfennige machen, eine Sache höher anrechnen, als man sie gekauft hat, betrügen. Diese Redensart hat altrömischen Ursprung. Folgendes gab Veranlassung zu deren Entstehung: Jemand hatte ein dringliches Anliegen beim Kaiser Vespasian, wurde aber, da derselbe verreisen wollte, nicht vorgelassen Der Aufschub brachte ihm großen Schaden. Er bot daher dem Mauleseltreiber eine bedeutende Summe, wenn er ihm Gehör beim Kaiser verschaffte. Der Treiber ging darauf ein. Nicht lange nach der Abreise des Kaisers bat er denselben, halten zu wollen, weil ein Maulesel das Eisen verloren habe. Es geschah. Der Treiber ließ beschlagen und während der Zeit brachte jener sein Anliegen beim Kaiser an und gab auch dem Treiber die versprochene Summe. Es wurde aber danach davon gesprochen, wodurch die obige Redensart veranlasst wurde.
fr] Ferrer la mule.

Den Maulesel hüten.
i] Zur Bezeichnung der Langenweile, die man empfindet, wenn man auf jemanden wartet. Der Maulesel war das Lasttier der alten Franzosen. Wenn ein Herr ein Geschäft in einem Hause hatte, ließ er den Maulesel vor der Tür hüten, eine Aufgabe, die gewiss für die Länge nicht kurzweilig war.
fr] Garder le mulet.

Den Maulwurf zum Gärtner machen.

Den Maulwurfshaufen für den Ural ansehen.
Russland

Den Maurern ist im Sommer kein Maß Bier zu teuer, im Winter kein Knust Brot zu hart.
Eifel

Den Mäusen die Katze zur Gespielin geben.

Den Mäusen zu richten wissen.

Den Mehltopf verschließen, wenn die Mäuse das Mehl gefressen haben.

Den Meineidigen henkt man über alle Diebe.
z] Man möhte en (so einen meaneidt schwor) hengen baven alle deve.
i] Man wollte dadurch aussprechen, dass die Strafe des Meineidigen noch schimpflicher als die des Diebes sein sollte, für den schon die schimpflichste, der Galgen, bestimmt war.
mhd] Meyneidige blivent alle geschant.
mhd] Meyneidigen ind lognere, verreder ind drogenere verlassent gerne ir werlt ere, darzo sint sy Gode unmere we gewe eme ere off selicheit de weder Got van hiemel deit.

Den meisten Gewinn gibt die Verleumdung; man entziehe ihr mehrmals das Kapital, die Zinsen laufen doch immer.
China

Den meisten Schutz findet man, wenn (wo) man keinen braucht.

Den meisten Zucker erhält das Törtchen, das verbrannt ist.
Niederlande

Den meisten Zucker streut man da, wo die Torte angebrannt ist.
Niederlande

Den Meister ehrt seine Kunst.
dk] For konst skal man meesteren ære.

Den Meister erkennt man am Span.
Estland

Den Meister erkennt man am Werke.

Den Meister lobt sein Werk.
mhd] Ains meisters werk in loben sol, lobt er sich selb, daz stat nit wohl.

Den Meisterhieb machen.
z] Ich ho zu viel durch de Ribben geschwitzt, was ich a Sextern, Quintern und Quartern gelarnt ho; ich ho mer aber och manches behalden, damit ich a fremden an Mesterhib machen kinnen.

Den Mekkapilger, der Unglück haben soll, sticht die Schlange selbst auf dem Kamel.

Den Menschen bedeutet das Gesicht soviel wie dem Baum die Borke.
China

Den Menschen begleiten nur seine Taten.
Arabien

Den Menschen erkennst du erst, nachdem du mit ihm ein Fass Salz gegessen hast.
Armenien

Den Menschen erkennt man am Gange, den Vogel am Gesange.

Den Menschen erkennt man an dem, was ihn umgibt.
Kasachstan

Den Menschen erkennt man in dreifacher Lage: im Zorn, am Geld und beim Trinkgelage.
it] L' uomo si conosce in tre congiunture: alla collera, alla borsa ed al bicchiere.

Den Menschen gehts wie de Leut!

Den Menschen gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und Danken.

Den Menschen hält man am Wort, aber das Pferd hält man am Halfter.

Den Menschen hält man bei dem Rocke, Gott bei seinem Worte.

Den Menschen hält man beim Rocke, Gott bei seinem Worte.

Den menschen hie frid wünschen thu, den schlaffenden die ewig rhu.
la] Pax adsit uiuis, requies aeterna sepultis.

Den Menschen kennt man an seiner Rede, die Pflanze an ihrem Geruch.
bm] Človĕka po reči, bylinu po vůni (poznás).

Den Menschen kennt man von der Gesellschaft, mit der er sich umgibt.
USA
en] A man is known by the company he keeps.

Den Menschen lehrt das Leben.
Russland

Den Menschen nimmt man beim Wort, Tiere bei den Hörnern.

Den Menschen sîn Wille is sîn Himmelrîk.

Den Messemarkt predigen.
z] Wenn ich von Walfart u.s.w. und Messemarkt predigte, so könnte ich auch Gunst und Freundschafft behalten. Luther

Den Messerrücken wetze nicht, einen, der nicht hören will, belehre nicht.
Russland

Den mett (misst) sech ock en de Höll.
Meurs

Den Metzger bekümmert das Fett, die Ziege das Leben.

Den Mildtätigen, der den Bettler aus Großmut verkennen will, verkennt der Bettler wieder.
Lessing, Minna von Barnhelm, IV, 3 (Franziska)

Den möcht' ich mit keinem Stecken (o. Stecklein) anrühren.

Den möcht' ich nicht mit einer Zange anfassen.

Den möchte ich nicht mit einer langen Stange anrühren.

Den mögt ihr sieden oder braten.
ndt] Jetzt kannst's siede oder braute. Ulm
fr] Vous en ferez des choux ou des raves.

Den Mohr kann man nicht waschen weiß, den Schnee nicht blasen heiß.
Sauerland

Den Mönch haben.
z] Da sagt ihm Grandgurgel, dass seine Feinde für gewiss den Mönch hetten. Wann sie, antwort Grandgoschier, nach dem Frantzösischen Sprichwort den Mönch, d.i. den Hasen oder dass Unglück im Busen haben, so stehn sie übel.
i] jemandem Unglück bringen.
fr] Bailler le moine.

Den Mönchen und Pfaffen will die wahrheit nicht wohl in die Kirchen dienen.

Den Mond am hellen Tage suchen.
fr] Chercher la lune en plein midi.

Den Mond anbellen.
i] Auf einen schimpfen, dem man nicht schaden kann.
fr] Aboyer contre la lune.
la] Contra tonitrun oppedere.

Den Mond deckst du nicht mit dem Rocksaum zu.
Kasachstan

Den Mond der Sonne vorziehen.

Den Mond im Brunnen suchen, der am Himmel hängt.
i] Sich vom Scheine verführen lassen.

Den Mond im Brunnen zeigen.
i] Einen täuschen, ihm blauen Dunst vormachen.

Den Mond mit der Laterne suchen.

Den Mond suchen, wenn die Sonne scheint.

Den Mops flöhen.
i] Eine widerwärtige Arbeit verrichten.

Den Mord der unschuldigen Kindlein ausführen.
i] So nennt man im englischen Parlament das Zurückziehen der unerledigt gebliebenen Vorlagen in der letzten Sitzung.

Den Mord muss man mit Mord gelten und den Frieden nach dem Morde sühnen.
altfries] Den moert salmen nu moert ghelden ende den vrede nae moert vorvullen.

Den Morgengruß dem Bohnenhändler und nicht dem Apotheker.
i] Besser arm und gesund, als reich und krank. Eine gewisse Art von Bohnen machen die Hauptmahlzeit der ägyptischen Bauern aus. Nach dem Volksglauben der Morgenländer hängt das Glück oder Unglück des Tags von dem Gegenstande ab, den man zuerst zu Gesicht bekommt, wenn man des Morgens aus der Tür tritt. Ein Bohnenverkäufer zeigt nun auf Gesundheit hin, weil der kräftigste Magen dazu gehört, seine Ware zu verdauen.

Den morgigen Tag hat niemand gesehen.

Den Mücken die Köpf abbrechen.

Den mui nix günnt und nix gift,
Mot luien, dat mui dat Lieven blift.

Den Müller kennt man an dem Metzen, den Schneider an gestohlenen Fetzen, den Soldat an dem Degen, den Priester an dem Segen, den Freymann an dem Schwert, die Garküch aber an dem Herd, den Spielmann an der Leyer, den Jäger an dem Geyer, den Töpfer an dem Kot, den Freund in der Not, den Wechselbalg am Kropff, das Frauenzimmer an dem Schopff, den Kaufmann an den Lügen, den Juden am Betrügen, die Buhlerin an der Frechheit, den Schelmen (Dieb, Beutelschneider) an der Bosheit, Poeten erkennt man am Dichten und den Baum an seinen Früchten.
la] Qualia verba viri, talis et ipse vir est.

Den Müllern kommt's auf dem Wasser geschwommen; es hat noch keiner zu wenig genommen.

Den Mund der Frau und laufendes Wasser kann niemand schließen.
Estland

Den Mund des Volkes kann man nicht mit einem Sieb verschließen.
Usbekistan

Den Mund einer Flasche kann man versiegeln, den Mund eines Menschen aber nicht.

Den Mund in de Pünt setten.

Den Mund in 't Püntken têen.

Den Mund mit leeren Löffeln füllen.
en] To fill the mouth with empty spoons.

Den Mund nicht auftun - ein Schloss vor dem Mund haben - keinen Laut (o. Mucks) von sich geben
en] not to utter a sound
fr] ne pas déserrer les dents - rester bouche close - ne dire (o. souffleror piper) mot
it] non aprire la bocca

Den Mund recht voll nehmen.
la] De pusillis magna paroemia.

Den Mund soll man schnüren.
mhd] Den munt sal men snoren.
la] Harpocratem facias digitis adhibendo labella.
mhd] Ir sult des mundes hân gewalt.

Den Mund voll nehmen - dick auftragen
en] to throw the hatchet - to draw the long bow
fr] charrier dans les bégonias
it] sballarle große

Den Mund wässrig machen - das Wasser läuft einem im Mund zusammen
en] to make s. o's mouth water
fr] faire venir l'eau à la bouche - avoir l'eau à la bouche
it] far venire l'acquolina in bocca - è roba da leccarsi le dita

Den Mund zu bewahren ist nöter als die Kiste.

Den Mund zum Maule machen.
i] Um auszudrücken, man verwandelt mir meine feinen, zarten Ausdrücke in breite und plumpe.
z] Man dehnt mir zum Maule den Mund. Klopstock

Den Musen leben.
i] Künsten und Wissenschaften.

Den Musikanten und seinen Freund sollst du nicht schlagen.
Estland

Den muss der Ärgerteufel reiten.
Böhmen

Den muss der Esel im Galopp verloren haben.
i] Von einem, der sehr dumm ist

Den muss die Tarantel gestochen haben.

Den muss man mit der Hand willkommen heißen.
Niederlausitz
i] In Bezug auf einen seltenen Gast

Den muss mer si vom Hals schaffen.
Franken

Den müße Schad und Schand bestahn, der mehr sagt, als er hat getan.

Den müssen wir uns warmhalten
en] we'll have to keep in wich him
fr] il nous faut cultiver ses bonnes grâces
it] bisogna tenerselo buono (o. tenerlo dalla nostra)

Den Müßigen sticht das Bett überall.
z] Wer müßig geht, den nennt man den 'Narresten' unter den Narren und meint, er sei andern Leuten, was Rauch in den Augen und Essig den Zähnen.

Den Müßiggang aufräumen.
Altenburg
i] Das Nichtstun in den Schein der Geschäftigkeit verkleiden. Was hat A. heute zu tun? Er hat den Müßiggang von gestern aufzuräumen, d.h. er hat gestern nichts getan und tut heute wieder nichts.

Den Müßiggänger frisst seine Faulheit.
Simbabwe

Den Mut des Dshigiten kann man nicht melken wie eine Kuh, nicht beladen wie einen Esel, nicht reiten wie ein Pferd.
Russland

Den Mut des Unerschrockenen kann man weder melken noch satteln.
Russland

Den Mut sinken lassen.
fr] Perdre cour.

Den Mutigen findest du im Gefängnis, und den Dummen beim Popen.
Russland

Den Mutigen hilft das Glück.
la] Audentes fortuna adiuvat.

Den Mutigen hilft Gott selbst.
la] Audentes deus ipse iuvat.

Den Mutigen hilft Gott.

Den Mutigen mit dem Tode drohen, ist ebenso als der Ente drohen, sie ins Wasser zu werfen.
Araber

Den nächsten (Weg) nach Zürich gehen.

Den Nächsten im Grade, den Ältesten auf der Straße, die Männer vor den Frauen sieht man holländische Lehen behalten.
nl] De Näst in graed, de autst op straet, de Mann's vor Frouwen siet man een Hollands leen behauwen.

Den Nächsten mit der Zung zur Banke niederhauen.

Den Nachteulen gefällt auch ihr Junges.

Den Nackten friert dann am meisten, wenn er die Nachbarn in Pelzen sieht.
Russland

Den Nackten kann man nicht ausziehen.

Den Nagel an sinn Dôdkis (Totenkiste, Sarg) metbrengen.
Meurs

Den Nagel auf den Kopf (o. ins Schwarze) treffen.

Den Nagel auf die Spitze schlagen.
i] Eine Sache ganz verfehlen.

Den Nagel herausschießen.
i] Auch den Butzen schießen. Einen Zentrumschuss tun, wofür der Schütze als Zeichen einen Zentrumnagel erhält.

Den nagt sein gewissen.

Den Name Gottes im Mund aber ein Messer in der Tasche.
Nepal

Den Namen der Toten zu sprechen, bedeutet, ihn wieder lebendig zu machen.
Ägypten

Den Namen mit der Tat führen.
i] Sich bemühen, das zu sein, was man heißt. Auch ein Wink, unsern Kindern entsprechende, inhaltreiche Namen zu geben.

Den Namen wozu hergeben.

Den Narren am Kopf, am Klange den Topf.

Den Narren am Sang, den Hafen am Klang.
la] Ex verbis fatuus pulsu dignoscitur olla.

Den Narren bei seinem Stolz man kennt, denn Stolz von stultus wird genennt.
z] Wir Teutschen han verstanden wohl, wie man die Hoffart nennen soll.

Den narren boren (beschweren, büßen, purgieren).

Den Narren bringt sein eigenes Glück um.

Den Narren erkennt man am Wort, den Listigen an den Augen.

Den Narren kann man ja nicht klug machen.

Den Narren kennt man am Kopf, am Klange den Topf.

Den Narren kennt man an seiner Rede.

Den Narren lassen.
i] Der Herzog Friedrich der Ältere in Österreich mischte sich zuweilen verkleidet unter das Volk, um dessen Zustände kennen zu lernen. Da soll einmal ein Edelmann gerufen haben: 'Wann wiltu den Narren lassen?' Dem habe der Herzog geantwortet: 'Wann du wirst aufhören witzig zu sein.'

Den Narren macht die Hoffnung reich.
bm] Blázna i nadĕje obohatí.

Den Narren stechen.

Den Narren und ein'n Mann im Zorn soll man lassen ungeschor'n.

Den Narren und Weisen kann man es nicht zu gleicher Zeit recht machen.
Russland

Den Narren wollen lachen lehren.
sd] Narren will lära skratten, båda lijka klooka.

Den Narrenkolben feil tragen.
i] Ein Kolben, wie ihn ehemals die Hof- und Schalksnarren zu tragen pflegten. Auch ein kurzer Stock mit einem ausgeschnitzten Fratzengesicht und einer Schellenkappe wie sie diese Narren wohl trugen, und womit man die Narrheit und den Gott des Tadels und Spottes (Momus) abbildet, führt diesen Namen.
z] Die welt ist yetzund als verkert; was gott der Herr ye hat gelert, so tut sie nur das widerteil und trägt den narrenkolben feyl.

Den Nebel balgen (o. ballen).
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den Neidhard frisst sein eigner Neid.

Den neidhart frist sein eygen neid.
mhd] So haben die rät den Neithart, derselb der wüstet an aller stat alle rät, hör ich sagen.
bm] Závistnik schne od toho, vidí-li zdar u koho.
nl] De nijdige kwelt zich zelven het meest.
it] Gli invidi si consumano della prosperità (virtù) altrui.

Den nenn ich einen weisen Mann, der weiß, dass er von jedem lernen kann.
Jüdisch

Den Nesseln schadet der Winter nicht.
bm] By nebyl mráz na kopřivy, byl by ten neplech vĕčnĕ zivý.
pl] By nie mróz na złe pokrzywy, był by ten chwast wiecznie ziwy.

Den neuen Durchschlag an den Nagel, den alten unter die Bank.
i] Von der Neigung der Menschen, die aufgehende Sonne mehr als die untergehende zu verehren

Den Nichtswürdigen Gutes erzeigen, heißt Wasser ins Meer tragen.
Spanien

Den Niedlichen spielen.

Den Niedrigen und Armen schätzen selbst Frau und Kinder gering; den Ruhmvollen und Reichen schätzen selbst Fremde hoch.
Japan

Den nit dürst, ist den Dürstigen gar hart.
i] Teilnahmlos ist gegen andere, wer nicht selbst in Not gewesen und Mühseligkeiten erduldet
la] Quem nulla premit sitis, est sitientibus asper.

Den Nüchtern terbreaken.
Westfalen
i] Etwas genießen, um nicht mehr nüchtern zu sein.

Den obern Stock verlieren.
i] Den Kopf.
z] Wie viele hätten sollen den obern Stock verlieren, wenn sie sich nicht mit Geld hätten losgekauft.

Den Ochsen bei den Hörnern fassen.
en] He takes the bull by the horns.
la] Bovem utroque cornu continere.

Den Ochsen beim Horne, den Mann beim Worte, die Frau beim Rocke.

Den Ochsen binnet me ant Strick, den Mann an sin Wôrd.
Westfalen

Den Ochsen fasse beim Horn, den Mann beim Worte und die Frau beim Rock (und ein Kloster beim Geldsäckel)
bm] Vola za rohy, človĕka za jazyk lapají.
fr] Commes les boeufs par les cornes on lie, aussi les gens par leurs mots font folie.
fr] Homme d'honneur n'a que sa parole.
fr] Le boeuf par les cornes et les hommes par les paroles.
nl] Bij hoornen vangt (vat, bindt) man den os, bij het woord den man.
it] Gli uomini si legano per le parole, e i buoi per le corna.
la] Verba ligant homines, taurorum cornua funes.

Den Ochsen gibt Gott wohl, aber nicht bei den Hörnern.

Den Ochsen hält man bei den Hörnern, den Mann beim Wort, die Frau beim Rock.

Den Ochsen hat er hinunter, aber der Schwanz steckt ihm im Halse.
i] Über einen Klotz ist er gesprungen, aber über einen Strohhalm gestolpert.
en] To swallow an ox and be choked with the tail.

Den Ochsen peitsche, das Pferd schone.

Den Ochsen satteln und die Pferde koppeln.

Den Ochsen soll man bei den Hörnern nehmen, den Mann beim Worte, die Frau beim Rock.

Den Ochsen soll man bei den Hörnern nehmen.

Den Ochsen stehlen und die Kaldaunen opfern.
dk] Offre ei kallun af stjaalen oxe.

Den Ochsen vor den Pflug, den Schelm vor die Karre.
fr] A chacun le sien n'est pas trop.

Den Ochsenpfad gehn.
Westfalen
i] Langsam, träge.

Den Ofen heizt man nur, dass er wieder wärme.

Den Ofen hüten.
i] Sich gern in der Nähe des warmen Ofens aufhalten, auch zu Hause sitzen.
fr] Faire couvade.

Den Ofen setzt man der Wärme wegen ins Zimmer.

Den Olen kann man wol entlôpen, man nicht entgissen.'
i] Gissen = mutmaßen, wähnen
dä] De gamle til raad, de unge til daad.

Den Ölfleck spielen.
i] Immer weiter um sich greifen, weiter Boden fassen.
z] Die Preußen spielen den Oelfleck in Frankreich sie fressen immer weiter um sich, sie sind überall.

Den Onbekenden maekt den Onbeminden.
hdt] Der Unbekannte (Fremde) macht den Unbeliebten.
nl] Onbekend maakt onbemind.

Den Organisten kennt man am Spiel.
it] Al toccar de' tasti si conosce il buon organista.

Den pack' ich zwischen zwê Milchbröte und essen zum zwêten Frühstück uf.
Berlin

Den Packesel machen.
fr] Il est bardé de cette affaire.

Den Pantoffel küssen.
nl] Hij kust de pantoffel.

Den Panzer auf den Rücken binden.

Den Pass unter die Füße nehmen.
i] Sich schnell entfernen, fliehen.

Den Paten begrüßt man über drei Zäune.
Estland

Den Pechvögeln gefrieren noch die Brotkrumen zwischen Hand und Mund.
es] A los desdichados se les suelen helar las migas entre la boca y la mano.

Den Pegasus besteigen.
i] Scherzhaft für Dichten, Verse machen.
fr] Aller auec les talaires de mercure.
fr] C'est le cheval de Pacolet.
fr] Escripte d'une plume volante.
fr] Être porté par le cheuual Pegasus.
la] Equo vehi Pegaso.
la] Talaribus incedere Mercurij.
la] Volante scribere thalamo.

Den pels toriten.
i] Den Pelz (eigentl. Pels) zerreißen; soviel wie den Hintern blutig schlagen.

Den Pelz waschen und nicht nass machen.
i] jemanden oder etwas mit unzeitigem Glimpfe behandeln, sich in einer mittelstraßigen Lauheit halten, wo ein entschiedenes Auftreten Pflicht wäre.
z] Wu's woa zu frassen gibt, is a sich, wie das Ding, doas inde (immer) wieder kimmt; giht sich ober uf de Arbt lus, stiht a sich doa, wie anne gebackene Birne; und es hêsst olles mit im: Wosch sich mer a Peltz, mach sich mir nich nass.
z] Man find witzknöpffel, die reiche malefitzische Leut gern wolten straffen, doch dass es ihnen an ehren nicht verletzlich sey; das ist auf Eulenspieglisch den Beltz waschen und nicht nass machen.

De'n Pennig nich ehrt, is'n Dahler nich wert.

Den Peter bestehlen, um den Paul zu bezahlen.
en] To rob Peter to pay Paul.
fr] Il oste à S. Pierre pour donner à S. Pol.
it] Scoprire un altare per coprirne un altro.
sp] Hazer un hoyo para tapar otro.

Den Pfaffen kann selbst der Teufel nichts abgewinnen.

Den Pfaffen kennt man am Gesicht.

Den Pfaffen nütze nur zum Salzen.
Slowenien

Den Pfaffen steht ihr Messgewand so meisterlich an als die Latern am Crucifix.

Den Pfahl auf seinem eigenen Knie spitzen.
i] Sich selber schaden.
it] Aguzzare il palo in sul ginocchio.

Den Pfau mit der Nachteule vergleichen.

Den Pfeffer ganz verrühren.
i] Seinen ganzen Witz verbrauchen.

Den Pfeffer verschütten.
z] Damit verschüt er den Pfeffer gar.

Den Pfeifer (die Zeche) bezahlen müssen.

Den Pfennig acht' nicht schlecht, man kauft dafür Lieb' und Recht.
mhd] Wer dâ hât pfenning vil, der kauft im lieb, wie viel er will.

Den Pferden langen Hafer geben.
Steiermark
i] Die Peitsche.

Den Pferden Zuckererbsen in den Rossboren schütten.
z] Fürsten bleiben Fürsten, wenn ihr schon die Kachelöfen einschlagt und den Pferden Zuckererbsen in die Rossboren schüttet.

Den Pflug führen ist nicht so leicht als pfeifen.
en] There belongs more than whistling to going to plough.

Den Pflug führen ist schwerer als die Ochsen treiben.
dk] Der hør alt meere til plogen end raabe: Ho!
la] Multi, qui boves stimulent, pauci aratores.

Den Pflug ziehen.
i] Schwere, saure Arbeit verrichten.

Den' pisst keen Hund mihr an.

Den Pletz (Lappen, Flecken) neben das Loch setzen.

Den Polen hintergeht der Deutsche, den Deutschen der Welsche, den Welschen der Spanier, den Spanier der Jude, den Juden aber bloß der Teufel.
i] Sagen die Polen.
pl] Polaka Niemiec, Niemca Włoch, Włocha Hiszpan, Hiszpana Zyd, a Źyda tylko djabeł oszuka.

Den Polen macht der Schaden klug.
Polen

Den Pommer loslassen.
i] Ausgelassen lustig sein.

Den Pomperniggl (Pumpernickel) singt man 's Jahrs nur einmal.

Den Popen ernähren Lebende und Tote.

Den Pott gewinnen.
Meurs
i] Den Topf, d.h. denjenigen, in welchem sich das Spielgeld befindet.

Den Preis bestimmt der Basar.
Russland

Den Preis für den Wettlauf erhält der Hase, und der Frosch muss sich damit abfinden.
Haussa, Afrika

Den Preußen übersieht keiner.

Den preussischen Pfiff verstehen.

Den Profit ausrechnen.
i] Von denen, die schlafen, wenn sie sich setzen.

Den Profit davon kann er in einem Wetzstein verbergen.
nl] Dat profijt kan hij wel in een' wetsteen knoopen.
nl] Den profijt steek ich wel in mijn oog.
nl] Deze profijten kunt gij gemakkelijk in den buidel bergen.
nl] Het profijt, dat daarvan komt, heb ik goed op te steken.

Den Proppen aus der Nos ziehen.
Oberharz
i] Jemandes Geheimnise herausbringen.

Den Prozess mit Wein begießen, hilft.

Den Prügel zur eigenen Strafe holen.

Den Puck'l (Buckel) smärn.
Altmark

Den Pudel flöhen.
i] Eine unangenehme Arbeit verichten.

Den Pulsfühler machen.
i] Irgendeinen Zustand oder ein Verhältnis auf eine feine, stille Weise untersuchen.
z] Er hat im Auftrage der Polizei bei den geheimen Gesellschaften den Pulsfühler gemacht.

Den Pumpernickel singt man in der Weißkirche.
i] Vor der schönen gothischen Kirche zu Weißenburg (Elsass) steht noch ein alter Turm aus dem 11. Jahrhundert. Aus der ehemaligen Weißkirche, von der es im Sprichwort heißt, dass man darin den Pumpernickel sang, wurde ein Stadttheater und eine Bierbrauerei Zur Weißkirche hergerichtet, letztere mit dem Stadtwahrzeichen, dem Pumpernickel, d.i. dem Steinbild eines Stallknechts mit närrischen Knittelversen und der Jahreszahl 1717. Dieser Stallknecht soll nämlich, wie die Sage behauptet, die geistlichen Herren vom Kloster aus Raubmörderhänden gerettet haben.

Den Quecken muss man im Frühjahr den Kopf, im Herbst den Steiss nehmen.

Den Quell im Tal und den Strom auf dem Berge suchen.
Russland

Den Raben kann man nicht weißwaschen.
mhd] Den raven kan men nicht wit waschen.
la] Nigrorem corvi nequicquam candidat unda.

Den Raben lässt man fliegen, die Taube muss es kriegen.
la] Dat veniam corvis, vexat censura columbas. Juvenal

Den Raben up'n Dacke un den Fos vor der Döhr is nich to truen.
Göttingen
i] Denen, die das Haus umschleichen.

Den Raben verzeiht, die Tauben plagt die Kritik.
Juvenal, Satiren

Den Raben zur Beute werden.

Den Rachen aufsperren wie ein Haifisch.

Den Rahm abschöpfen - sich den Löwenanteil sichern
en] to skim the cream off - to take the pikkings (o. the lion's share)
fr] faire son beurre - prendre (o. se sucrer o. se tailler) la part du lion
it] fare (o. prendere) la parte del leone - togliere il fiore di.

Den Rahm von der Milch schöpfen.
i] Das Beste für sich in Anspruch nehmen.
jüdisch-deutsch] Herubnehmen die S'metene (= Smietana, polnisch für Sahne, Rahm).

Den Ranzen voll haben.
i] Hat so viel gegessen, dass er nicht mehr mag, oder so viel davon erhalten, dass er befriedigt ist.

Den Ranzen weisen.

Den Rappen am Zaume halten.

Den Rappen an dem Zaun verziehen.

Den Rappen kurz halten.

Den Rat deines Knechts verwirf nicht, wenn er dir wohlgeraten hat.

Den Rat, den man andern gibt, soll man erst selbst befolgen.
nl] Volg den raad eerst zelf op, dien gij zoo zeer aanprijst.

Den Ratten muss man nicht den Speck zu hüten geben.
nl] Men moet geene ratten bij het spek vertrouwen.

Den Rauch fliehen und ins Feuer fallen.
i] Aus einem schlimmen Zustande in einen noch schlimmern kommen.
fr] De mal en pis.
fr] Se jeter dans l'eau de peur de la pluie.
la] Cinerem vitans in ignem incidit.
la] Dum alterum evitant, in alterum incidunt.
la] Leonem vitans, ursae unguibus occurrit.
pl] Trafił z pod deszczu pod rynnę.
pl] Uciekając od wilka, trafił na niedźwiedzia.

Den Rauch leidet man nur des Feuers wegen.

Den Reben und der Geiß wird es (o. nicht leicht) nie zu heiß.

Den Rebensaft lieben.

Den rechten Brant (Brand) wissen.
i] Den rechten Stich, d.h. die rechte Art und Weise kennen

Den rechten Butzen angreifen.
i] Einer Sache, einem Übel auf den Grund gehen
z] Griff er den rechten Butzen an, es möcht dergleich im auch ergan.

Den rechten Fuß inn den Schuh, den lincken inn ein Becken stellen.
i] Sich wohl wissen inn alle sachen zu schicken. Die sich stets in ihre Lage zu schicken wissen und nach Ort, Zeit und Umständen stets eine andere Rolle spielen.

Den rechten Lebensfaden
Spinnt einer, der lebt und leben lässt,
Er drille zu, er zwirne fest,
Der liebe Gott wird weifen.
Goethe (1749-1832), Gott und Welt - Die Weisen und die Leute (Aristipp)

Den rechten Punkt (nicht) treffen.

Den Rechten recht.
la] Aequis aequus. Wahlspruch von Leopold I.

Den rechten Sattel auf das rechte Pferd legen.

Den rechten Tippel treffen.
Ostpreußen
i] Den rechten Punkt, die rechte Stelle.

Den rechten Zipfel erwischt haben.
Schwaben

Den Rechtsboden verlassen.
i] Der Ausdruck Rechtsboden, welcher seit dem Jahre 1847 eine mannichfache und häufige Anwendung gefunden hat, ist auf diejenige Stelle der Thronrede zurückzuführen, in der Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den ersten Vereinigten Landtag anruft, ihm zu helfen, 'den Boden des Rechts (den wahren Acker der Könige) immer mehr zu befestigen und zu befruchten'. Es war der Freiherr von Vincke, welcher in der Landtagssitzung vom 17. Mai diese Stelle hervorhob und sie dadurch in den Volksmund brachte.

Den Recken fürchtet sogar die Kugel.
Russland

Den Regen auffangen.
la] Imbrem haurire.

Den Regen fliehen und in die Bach fallen.

Den Regen hört man fallen, den Schnee nicht.
Berthold Auerbach

Den Regen, der vom Himmel fällt und die Frau, die wieder heiraten will, kann nichts aufhalten.

Den Regentropfen entfliehen und in den Bach fallen.

Den Reichen besuchen auch die Teufel mit Kuchen.

Den Reichen bringt sein Gold herfür, der Arm muss liegen hind'r der Tür.

Den Reichen das Leder stehlen und den Armen Schuhe davon machen.

Den Reichen empfängt man überall mit offenen Armen, der Arme bleibt überall am Boden liegen.
la] Dives ubique placet, pauper ubique iacet.

Den Reichen erkennt man am Arsch, den Armen am Gesicht.
Estland

Den Reichen erkennt man an den Kleidern, den Armen an den Zehen.
Estland

Den Reichen fehlt noch mehr als sie haben.
i] Die Reichen bedürfen (den Reichen fehlen) die meisten Dinge.

Den Reichen geht alles hin.

Den Reichen gibt man, den Armen nimmt man.

Den Reichen hängt man in den Beutel, den Armen an den galgen.

Den reichen in den beutel, den armen ins feuer.
nl] Den rijke hangt men in den buidel of schoorsteen.

Den reichen ins geld, den armen ins feld.

Den Reichen ist allzeit bange vor Dieben und Verrätern.
mhd] Den ryken is alle tyt leide vor deive unde vorreders.
la] Anxius est furti, metuit ditissimus auro.

Den Reichen lädt wohl jeder ein, wer (aber) will den Armen sehen.
Estland

Den Reichen laufen selbst Teufel mit den Kuchentellern nach.
Ukraine

Den Reichen muss das Fegefeuer weichen.
z] Denn wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.

Den Reichen muss Recht und Wahrheit weichen.

Den Reichen nennt man Ehrlich, den Guten nennt man Töricht.
Spanien

Den Reichen sieht man tief im Tal und den Armen sieht man nicht auf dem Berg.
Estland

Den Reichen treibt Habgier, den Armen der leere Magen.
Estland

Den Reichen zu betrügen ist vielen ein Vergnügen.

Den Reichsten fehlt das Meiste.
fr] Au riche la bastonnade, au pauvre l'amende.

Den Reichtum nimmt man nicht armvollweise, wenn man anfängt einen Haushalt zu führen.
Litauen

Den Reif fliehen und in den Schnee fallen.
nl] Den rijp ontvlieden, en in de sneeuw vervallen.

Den reigen mit ihm dantzen.
i] In dem Sinne: mit ihm in ein Horn blasen.

Den Reiter, der die Füße hängen lässt, muss man nicht bedauern. Neugriechisch

Den reitet der Teufel.
i] Der verübt böse Dinge.

Den Ren erkennt man am Gespann, den Menschen an seinem Tun.
Russland

Den Rhein anzünden.
i] Von dem, was unmöglich ist.

Den Richter macht, der auf Bestechung sinnt, die Habgier gegen Recht und Unrecht blind.
Rumi

Den Richter überwältigst du, wenn du ihm den Daumen schmierst.
Böhmen

Den richtigen Ton treffen
en] to find the right tone - to strike the right note
fr] être dans la note - trouver le ton
it] trovare la nota giusta

Den richtigen Zeitpunkt abwarten, heißt anderen zuvorkommen.

Den Riemen strecken.
i] Weiter um sich greifen, seine Rechte u.s.w. weiter ausdehnen.
fr] Il a alongé la courroie.

Den Rîken werd ehulpen un de Arme werd tau Grunne 'drücket.
hdt] Dem Reichen wird geholfen und der Arme zu Grunde gedrückt (unterdrückt).

Den Rindern deint wohl Strô.
i] Mit den Rindern werden, nach die noch unerwachsenen Mädchen bezeichnet, während Stroh die geringere Kleidung andeutet, mit der sie sich zu begnügen haben. Der Sinn des Sprichworts geht dahin, dass bessere Kleidung und Putz erst für die erwachsenen, mannbaren Mädchen gehöre.

Den Ring davontragen.
i] So viel wie: den Preis.
fr] Emporter la bague.

Den Ring des Gyges besitzen.
i] Von sehr glücklichen Menschen, die alles, was sie sich wünschen, erlangen; aber eben so auch von wankelmütigen, boshaften und listigen Leuten. Gyges war ein Günstling des Königs von Lydien, Kandaules. Dieser, von der Schönheit seiner Gemahlin höchst eingenommen, verschaffte jenem die Gelegenheit, sie beim Niederlegen ganz in ihrer Schönheit zu sehen. Die Königin hatte es bemerkt, und über diese Beschimpfung höchst entrüstet, ließ sie den andern Tag den Gyges zu sich kommen, und gab ihm die Wahl, entweder mit dem Tode seine strafbare Neugierde zu büßen, oder ihren Gemahl zu ermorden und sich selbst zum Könige von Lydien und zu ihrem neuen Gemahl zu machen. Da keine Vorstellungen etwas fruchteten, so wählte Gyges freilich lieber das Letztere, ermordete den König im Schlafe, heiratete die Königin und setzte sich auf den Thron. Zwar empörten sich die Lydier; jedoch schlug Gyges ihnen vor, das delphische Orakel über die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft entscheiden zu lassen: dieses bestätigte den neuen König, und aus Dankbarkeit schickte dieser dem Orakel ein außerordentlich kostbares Geschenk, worunter sich unter andern sechs goldene Trinkschalen, 30 Talente wert, befanden. - Besonders fabelte man auch von dem Ringe des Gyges, den er als Hirt in einer unterirdischen Höhle gefunden haben sollte, dass er die Kraft gehabt habe, seinen Besitzer unsichtbar zu machen, sobald man den Stein desselben einwärts kehre. Eben durch diesen Ring sollte er die Umarmungen der Königin genossen und seinen Herrn ermordet haben.

Den Rock der Eule anziehen.
Litauen

Den Rock des Kaisers für ein paar Pfennige (Kreutzer) im Lande herumtragen.
i] Für eine sehr kärgliche Besoldung in kaiserlichen (königlichen, Staats-) Diensten stehen.

Den Rock nach dem Wind kehren.

Den Rock schütteln und davongehen.

Den Rocken, den man angelegt, muss man auch abspinnen.
la] Colo quod aptasti, tibi ipsi nendum est.
la] Tute hoc intristi, tibi omne exedendum est.

Den Roggen eingestäubt, die Gerst nicht eingekläubt, Weizen sä' in Schollen, so hast du alles im Vollen.
Frankenwald

Den Roggen 'neingestäubt, den Hafer 'neingekleibt.
i] Der Roggen soll bei ganz trockenem Wetter gesäet werden, wenn der Boden staubt; der Hafer bei nassem, wenn er klebt.

Den Römer überwindet nur das Grab.
Italien

Den Römern wachsen die Worte (wächst die Rede) im Herzen, den Griechen im Munde.
i] Dies Sprichwort passt auf die meisten alten Sprichwörter unsers Volks. Den Deutschen wachsen ihre Sprüche im Herzen. Dies ist der Grund, warum das Sprichwort so wenig Fleiß auf die Vollendung des Geprägs verwendet und sich darin so viel Versäumnis zu Schulden kommen lässt. Die Sprichwörter haben ihren Ursprung mehr im Herzen, das den Sinn gibt, als im Kopfe, der nach den Regeln der Sprachlehre heraus kleidet.
dä] Det som var smukt hos de Romere, var slemt hos de Grækere.

Den Roraffen gesehen haben.
z] Von jemand, der sich mit großer Weisheit brüstet. Manch Narr helt sich gar hoch darumb, das er aus Welschen landen kumb und sey zu Schulen worden weiß . und den Roraffen gesehen het.

Den Roraffen zugiehnen (zusehen).
i] Zunächst von einem Kirchenbesuch aus Gewohnheit oder um Geschäfte abzutun, sich zu unterhalten, seine Neugier zu befriedigen u.s.w. 'Viel stehn in Kirchen und im Chor, die schwetzen u.s.w . Das ist andechtig gbett und gut, da man solch Ding aussrichten tut, und werden Pfründen wohl verdient, so man den Roraffen zu gient.'

Den Rosenkranz aufs Grab legen.
[RSpW]
i] Es war dies ein gesetzlicher Gebrauch des 15. Jahrhunderts, sobald die Witwe ihres Mannes Schulden nicht bezahlen konnte. Nach geleistetem Eide war sie durch obige Handlung aller Verbindlichkeit quitt.

Den Rosenkranz in der Hand, den Teufel im Herzen.
pt] Contas na mão, e o demonio no coração.
sp] Tener el rosario en las manos, y el diablo en el alma.

Den roten Hahnen zum Gibel ausjagen.

Den roten Hut bekommen.
fr] On lui a fait porter le chapeau rouge.

Den Roten nicht immer zu trauen war; weder Katze noch Hund von rotem Haar.
Spanien

Den Rotz auf den Ärmel schmieren.
nl] Hij smeert hem het snot op de mouw.
la] Vilis et ingrata volucris foedans sua strata.

Den Rubel lass fahren, doch hüte die Kopeke.
Aserbaidschan

Den Rubin mit Ziegelfarbe bestreichen. Dem Rubin die Röte abwaschen wollen.
Russland

Den Rubin rot färben wollen.
i] In dem Sinne, wie den Mohren schwarz.

Den rücken bieten.
i] Ausflucht suchen, sich regen. Der Gefahr aus dem Wege gehen.

Den Rücken frei haben.
i] Keine Gefahr von dieser Seite zu befürchten haben.

Den Rücken mit Knütteln traktieren.
mhd] Er sloug in daz diu scheitel ime zerclacte sam ein ei. (Zerklecken = zerspalten, bersten)

Den Rücken warm, füllt man am vollen Tisch gar angenehm den Darm.
nl] Den rug aan't vuur, den buik aan tafel, en in de hand een goede wafel.

Den Rücken wenden (kehren).
i] Sich auf kurze Zeit entfernen.

Den Rücken will er am Feuer und den Bauch am Tisch haben.
i] Er liebt Bequemlichkeit und einen guten Tisch, Gemächlichkeit und gut Essen und Trinken ist seine Sache.

Den Rufnamen geben Vater und Muttter, den Ruf verleiht die Mitwelt.

Den russischen Adler machen.
i] Einander erzürnt den Rücken kehren

Den russischen Monat abwarten.
i] So sagen die Polen, wenn ihnen ein Russe etwas verspricht.

Den Sabbat soll man feiern.
la] Luce sacra requiescat humus, requiescat arator.

Den Säbel an der Seite und barfuß.
pl] Pod kordem a boso.

Den sack an die Rüben wagen.

Den Sack aufhalten ist leichter als ihn füllen.

Den Sack aufmachen und fangen, ist zweierlei.
i] Bezieht sich auf einen Vorgang im Siebenjährigen Kriege. Friedrich der Große war bei Liegnitz von den Österreichern unter Daun und Laudon so eingeschlossen, dass an ein Entkommen desselben kaum zu denken war. Die Österreicher sagten daher: Der Sack sei nun aufgemacht, worin man den König von Preußen mit all leinen Soldaten fangen würde. Als der Konig dies hörte, sagte er: 'Die Oesterreicher haben nicht ganz Unrecht; aber ich gedenke, in den Sack ein Loch zu machen, das sie in ihrem Leben nicht ausbessern sollen.

Den Sack gleich mitbringen.
la] Cum sacco adire.

Den Sack halb zustricken.

Den Sack muss man selbst haben, einerlei, woher man das Ferkel bekommt.
Estland

Den Sack schlagen und den Esel meinen.

Den Sack schlägt man, den Esel meint man.
la] Qui asinum non potest, stratum caedit.
Prätonius Arbiter, Satiren

Den Sack selbst zur Mühle tragen.

Den Sack stehen lassen.
i] Einer Frau übeln Rufs den Rücken kehren.

Den Sack zu dem Habern haben wollen.

Den Sack zuhalten.
i] Sein Vermögen bewahren.

Den Säckel eng halten.

Den Säckel mit Geld muss man nicht vergessen.

Den Säcken Küchel backen.
i] Tadelnswertes, Ungehöriges ungerügt lassen, mit Schweigen übergehen.
z] Ich hett die säck gern lassen stohn, so muss ich aber wieder sorgen, das man vielleicht sagte von mir, ich wolt den säckeln küchel bachen, der warheit ein Deckel machen u.s.w.

Den Salat muss man mit Öl salzen.

Den Samen pflüge so flach, daß er durch das Pflügen den Himmel sieht.
Estland

Den Samen säe mit der Hand, wirf ihn nicht mit dem Sack.
Estland

Den Samt dem Zwillich vorziehen.
i] In Bezug auf ungerechtfertigte Bevorzugung vornehmer Leute geringeren Personen gegenüber.
z] Wenn man bei den Tribunalen und Gerichten wird mitten durchgehen und sich nicht wird lenken auf die rechte Seite noch auf die linke, einem nicht aufhelfen, weil er reich, dem andern nicht abhelfen, weil er arm ist, den Bürger sowohl anhören, als den Burggrafen, den Sammt nicht vorziehen dem Zwillich u.s.w.

Den Samt nach der längsten Elle messen.
z] Sie waren wohl ehe dabei gewesen, dass man den Sammt an den längsten Ellen hätte ausgemessen.

Den Samthosen legt man gern (überall) ein Kissen unter.
nl] De pijen broek vindt zelden een kussen voor haren aars, de fluweelen vindt het overal geschud en gereed.

Den Sand am Gestade (Meere) zählen.
mhd] Swer sant und ouch der sternen schîn will zeln, der muoz unmüezec sîn.
mhd] Regens tropfe erzeln, des mêres griez.
la] Arenam metiris.
la] Undas numeras.

Den Sand am Gestade stehlen.
i] Von einem leidenschaftlichen Diebe, der nicht leben kann, ohne zu stehlen, der eher den Sand am Meere, oder sich selbst etwas stiehlt.

Den Sand pflügen.
i] Eine vergebliche Arbeit unternehmen.
z] Denn wer sich in fremd werburg flicht, der er mag haben kein bericht, der müht sich umh unnötig sach, er pflügt den sand und mist (mistet = düngt) die bach.

Den Sankt Martinswein trinken.
i] Der Martinswein ist ein Geschenk, welchen Herrschaften ihren Dienstleuten, Inhaber großer Werke (Industrien) ihren Arbeitern geben.
fr] Boire le vin de la Saint-Martin.

Den Sankt Servatius begleitet Sankt Bonifacius.
Bauernregel

Den Sassenspêgel wîsen.
Pommern
i] Den Hintern weisen, den Rücken kehren.

Den Sattel bereit halten, ehe man das Pferd kauft.
nl] De zadel is gereed, eer het paard gekocht is.

Den Sattel schlägt er und den Esel (das Pferd) meint er.

Den Sattel tragen müssen.
i] Eine wie das 'Stuhltragen' nichtadeliche Strafart früherer Zeit war: Harneskar, Haranskara, auch Harmskara genannt Sie war in einem großen Teile Deutschlands namentlich auch im Elsass üblich und bestand darin, dass der Verurteilte im Missetätergewande, barhaupt und barfuß einen Sattel auf den Schultern tragen musste.

Den Sattelpfennig (Beute) einbringen.
z] Wann du des sattels nerest dich, so kanstu warlich mehr dann ich, es mus eine milde narung sein, den sattelpfennig bringen ein.

Den Sattelzins (Raub, Beute) einbringen.
z] Wie lernen unser junge kinder von dem sattel suppen kochen und wie man soll die Bauern bochen, land und leut und dörffer krigen, ein knebel zwischn die lefftzen fügen, den stegreiff halten und den Zaun, ein bauren binden an ein baum, Fußeysen werffen, fewr ynlegen, das korn verwüsten, rebstöck brechen und einen andern gaul abstechen .Kumpt uns die armut wider an, so muss der sattel aber dran, und suchen mehr der spetzerey, oder ob kein Insel sey auf der Thonaw, auf dem Reyn, den sattelzinss zu bringen eyn.

Den Satten speisen wollen.

Den Sauerbrunnen trinken müssen.
i] So nannten die Diebe früher den Galgen. Mit Bezug auf die Leiter erhielt er von den französischen die Bezeichnung: L'abbaye de Monte-à- Regret.

Den Säufer erkennt man an der Nase.
i] Um zu sagen, dass man etwas durchschaut hat

Den Säufer füttert der Wind und ernährt das Wasser.

Den Säufer mahnt der Krug, wenn ihn sein Durst nicht mahnt.

Den Saustall aufmachen.
i] Zoten reißen.

Den Schaden ans Bein binden.
i] Sich darüber wegsetzen.

Den Schaden büßt der Reiter, nicht das Pferd.
[RSpW]
i] Im allgemeinen galt in den deutschen Rechten der Grundsatz, dass kein Tier Gewette (Strafgeld) zahle; doch gab es Fälle, wo man den Schaden auf den Herrn des Tieres wies, wenn dieser ihn abwehren konnte, aber dennoch geschehen ließ. So zahlte, so lange Ross und Mann beisammen waren, der Reiter, nicht das Pferd die Buße u.s.w.
z] Verletzt eines Mannes Ross, darauf er reitet, einen andern Mann, so soll er es so tun büßen, als habe er es selbst gethan. Verwundet das Ross einen Mann im Stalle, so braucht man nichts zu geben.

Den schaden empfind niemand, ohn der ihn tragen muss.

Den Schaden mit Salz abschaben.

Den Schaden zu der Schande gewinnen.
i] Über die nahe verbale Verwandtschaft von Schade und Schande.

Den Schafen ist es gleich, ob sie geschlachtet oder vom Wolf gefressen werden.

Den Schafen tun auch bald die Beine weh, wenn der Hirt den Hund geschlagen hat.

Den Schalk am Hals tragen.

Den Schalk aufdecken.
la] Pellem alicui detrahere. Horaz

Den Schalk im Busen stecken haben.

Den Schalk kann niemand bergen, den man einem in den Augen ansiehet.

Den Schalksnarren spielen.

Den Schandstein tragen müssen.
i] Das lebendige Volksrecht früherer Zeit hatte verschiedene Strafarten für Frauen, die sich vergangen hatten. Eine Frau, die ihren Mann geschlagen, wurde rücklings auf einem Esel durch die Stadt geführt. Zwei Frauen, die sich auf offenem Markte gezankt hatten oder wohl gar handgemein geworden waren, schloss der Büttel in ein durchlöchertes Holz dergestalt, dass zwei an den beiden Enden befindliche weite Löcher für den Hals, kleinere Löcher für die Arme bestimmt waren. Die beiden Frauen waren Gesicht gegen Gesicht gekehrt und hätten sich wohl gern mit den Nägeln angefallen, wenn ihre Hände nicht gefesselt gewesen wären. In dieser Lage mussten sie eine Stunde auf offenem Markte verharren. Eine andere Strafe für zänkische Weiber, die sich mit Worten und Werken gegeneinander vergangen hatten, bestand darin, dass sie die 'Schandsteine' durch die Stadt tragen mussten. Doch hat sich das Tragen des Schandsteins nicht auf weibliche Personen beschränkt. Der Schandstein hatte auch nicht überall dieselbe Form. In Bautzen z.B. hatte er die einer Flasche (s. Flaschentragen), in Hamburg heißt er der 'Ehrlose Block', in Lübeck hatte er die Form einer Schüssel; in einigen Städten bestand er aus einem Halseisen, an dem ein brotförmiger Stein hing; daher die Redensart: Es ist ein schwerer Bissen Brot. In Stettin musste er, nachdem er um den öffentlichen Markt getragen war, auf dem Kâk oder Pranger niedergelegt werden. Außer den Marktfriedensbrechern und Verleumdern wurden an manchen Orten diejenigen zur Strafe, den Schandstein zu tragen, verurteilt, welche die nächtliche Ruhe durch Straßenlärm gestört hatten. Diese Steine waren übrigens nicht leicht. Nach dem dortmunder und halberstädter Statut von 1348 sollten sie das Gewicht eines Zentners haben. Waren die Verurteilten wohlhabend, so konnten sie sich von der ihnen zuerkannten Buße durch einen Sack voll Hafer, der mit einem roten Bande zugebunden sein musste, von dieser Strafe loskaufen.

Den Scharfhobel brauchen.
i] Mit Strenge verfahren, die Wahrheit ohne Rücksicht sagen.

Den Schatten eines Riesen fürchten.
Russland
bm] Najdes časem i takého, jenz se bojí stinu svého.
nl] Hij is bang voor zijne schaduw.
la] Metum inanem metuisti.
pl] Najdziesz czasem i ta kiego, co się boji cienia swego.

Den Schatten fangen.
i] Statt einer wertvollen Sache eine nutzlose gewinnen. Nach Barclay in seinem Werke über Sklaverei in Ostindien gibt es dort unter den Negern eine Art Zauberei, Schattenfanger, welche, wenn sie j-nbezaubern, einen Sarg aufstellen, ihm den Schatten wegfangen, worauf er dann stirbt. Barclay versichert, dass alle, deren Schatten ein solcher Zauberer gefangen hatte, gestorben waren, aber er wusste nicht, wie.

Den Schatten fliehen.

Den Schatten für den Körper nehmen.
i] Den Schein für das Wesen, die Idee für die Wirklichkeit.
fr] Prendre l'ombre pour le corps.

Den Schatten unter sich haben.

Den schatz soltu dir heben holt, der besser ist, denn silber und gold, und vor dem diebstal sicher ist, so du voll tugend bist.
la] Collige thesaurum qui gemmas uincit et aurum nepe bonos mores thesauros interiores, tollere quos fures nequeunt nec rodere mures.

Den Schein für das Sein (die Sache) nehmen.
nl] Hij ziet den schijn voor het wezen aan.

Den Schein lobt man, ohne Rückhalt und ohne Bedingung, denn der Schein ist eigentlich in der Empirie das allgemein Geltende.
Goethe (1749-1832), An Schiller, 4.9.1799

Den Scheinheiligen spielen.
nl] Hij speelt den schijnheilige.

Den Schelm is nich to trûgen, säd' de Jung to sînen Vatter, hett den Stock hinner'n Rüggen.

Den Schelm kennt man an der Beichte.

Den Schelmenreif ausstecken (einziehen).
i] Sich als Schelm gebärden oder sein Betragen wieder ehrbar einrichten.
z] Es wird mancher Schelm veracht, der jm das wort doch selber macht. Wiltu haben ein erbaren schein so zeuch, den schelmenreiff hinein.

Den Schemel unter das Bett (die Bank) stoßen.
i] Anstand und gute Sitte verletzen.
z] Ein Weib, wenn sie die Scham von jhr leget und den schemel vnder die Banck stoßet, so ist es schon um sie geschehen, und ist keine Ehrbarkeit mehr inn jhr. Also thet auch Pharaons Weib, die stieß auch den schemel vnder die Banck und reitzet Joseph zu vnzucht an.

Den Schiffer erkennt man am Gefährt, den Reiter am besten auf dem Pferd.
i] Den Schiffer daran, wie er das Schiff, besonders bei unruhigem Meer lenkt, den Reiter, wie er das Pferd regiert.
bm] Plavce na suchu, jezdce bez koneč nepoznás.
pl] Zeglarza na suchém, jezdca niepoznasz bez konia.

Den Schiffsbauer verwundert die Kunst des Schuhmachers.
Georgien

Den Schild vorhalten, wenn man den Streich erhalten hat.

Den Schildkrötengang gehen.
z] Die Schwerter ruhten und das Avancement ging den Schildkrötengang.

Den Schilling gewinnt man mit einem Eide.

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