<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Am Jagdtag wird kein Jagdhund mit Steinen beworfen.
Afrika

Am Jakob (Jakobstag, 25.7.) ein Notbrot, am Laurits (Laurentiustag, 10.8.) ein breites Brot, am Pärtel (Bartholomäustag, 24.8.) einen Brotlaib fürs ganze Haus.
Estland

Am Jakobitag (25.7.) blüht der Schnee.
Estland

Am Jakobitag in den Acker gesteckte Stangen, die oben mit einem Spalt, in den man Knoblauch klemmt, versehen sind, wehren Unheil ab.
Estland

Am Jakobstag Mehlsuppe, am Olafstag (29.7.) neues Brot.
Estland

Am Jakobstag wendet sich der Sommer schon dem Herbst zu.
Estland

Am Johannisabend werden an einem Elsenstecken geweihte Palmen, Eiben und Weghalten in den Flachsacker gesteckt.
Estland

Am Johannismorgen (24.6.) ist Gerst' und Hafer noch nicht geraten, noch nicht verdorben.
Estland

Am Johannismorgen steht der Hafer noch in Sorgen.
Estland

Am Johannistag (24.6.) die erste Kirsch nach Hause trag.
Estland

Am Johannistag muss man einen borsdorfer Apfel im Flachs verstecken können, wenn er geraten soll.
Estland

Am Josephstag (19.3.) wirft man das Licht in Bach.
i] Ende des Winters.

Am jungen Licht (Neumond) ein schwarzes Horn, im alten wird's ein Regenborn.

Am Jüngsten Gericht wird alles geschlicht't.
z] Am Jüngsten Gericht soll jeder zu seinem Recht kommen, bis dahin aber soll er gläubig und demüthig alles Unrecht ertragen. Ruge, Hallische Jahrbücher, 1842

Am jüngsten Tag wird Gott allen Blinden den Star stechen.

Am jüngsten Tag wird mancher schauen, was er hie hab für bier gebrauen.

Am jüngsten Tag wird offenbar wer hier ein guter Pilgrim (o. frommer Pilger) war.

Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen
Und alles aus ist mit dem Erdeleben,
Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben
Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen.
Goethe (1749-1832), Sonette XIII - Warnung

Am Jüngsten Tage gilt de Kauflad' so viel as 'ne Pistole.
Westfalen

Am Jüngsten Tage gilt der Beutel so viel als das Geld.
Rotttal

Am Jüngsten Tage muss man ihn totschlagen.
i] Den, der gar nicht sterben zu wollen scheint.

Am Jüngsten Tage wird man sehen, wer den größten Arsch hat.
i] Am Schluß wird abgerechnet.
mhd] Men sal wohl sein, we den grotesten êrs heft.
la] Cui maior podex refert pars ultima vitae.
nl] Men zal ten jongsten dage wel zien, wie den wijdsten aars heeft.

Am Jüngsten Tage wird's erschaut, was mancher hier für Bier gebraut.

Am Jüngsten Tage, eher nicht.

Am jünksten Middage es en Kauflatt so guet as 'ne Pistolle.

Am Kalbe erkennt man den Ochsen.

Am Kalbe erkennt man des Ochsen Hörner.

Am Kalbe schon sieht man, was für ein Ochs es werden will.

Am Kalkhuhn (kalekutischen Huhn) prüfen, wie der Fasan schmeckt.
Russland

Am kalten Eisen sterben.

Am kalten Fieber leiden.

Am kalten Mondtag, da die Frau den Beltz verbrant.
i] In dem Sinne von Nimmerleinstag.

Am kalten Ofen verbrennt man sich nicht.

Am Kamin ist es, wo die Eule (d.h. der Kahlköpfige) oft sitzt.
Hawaii

Am Kamm erkennt man den Hahn (o. die Hühner).

Am Karfreitag nüchtern ein Gänseei verzehrt, bewahrt vor Bauchschäden und Fieber.

Am Karfreitag Regen bringt dem Bauer keinen Segen.

Am Karfreitag soll der Rabe seine Kinder taufen.
Estland

Am Karfreitag soll's regnen, nicht aber am Ostertag. Luzern

Am Karfreitag trauert die Sonne bis drei Uhr Nachmittags. Schwaben

Am Karfreitag und am Ostersonntag wird der Acker vor Sonnenaufgang unter Peitschenknallen und Büchsenschießen in rasender Schnelligkeit zur Dämonenvertreibung umritten.
Aberglaube

Am Karfreitage reisen die Glocken nach Rom.
ndt] An Korfreitche rejsen de Glucken uf Roume.

Am Karnisseltag.
Oberösterreich
i] So hießen bis in die Zeiten des Kaisers Joseph II. die Bewohner des Stiftes Kremsmünster den 11. Dezember, an dem seit unvordenklicher Zeit das Andenken an den Todestag des Stifters Thassilo II., Herzogs von Bayern, durch ein sogenanntes Gespende gefeiert wurde. Jeder nämlich, der kam und verlangte, erhielt, in der Voraussetzung, dass er dem Trauergottesdienst für die Seele des Stifters andächtig beiwohne, eine Portion Brot mit Fleisch. Einmal wurden zu dem Zwecke 60 Rinder geschlachtet.

Am Karsamstag hat es neunerlei Wetter.

Am Katharinentag (25.9.) befahl das Schaf sich nicht zu scheren, es sagte, dass es in Pelz (und) Hemd in die Kirche gehen will.
Estland

Am Kellerfieber leiden.
i] An den Folgen übermäßigen Bier- oder Weingenusses kranken.
z] Dass sie eine kannen weins mehr müssen trinken, was inn bissweilen ein solch kellerfeber oder grimmen oder gegicht im Busen jaget, dass sie wohl etwa davon sterben.

Am Klange den Topf, den Narren am Kopf (o. an der Red' des Narren Kopf).

Am Klange erkennt man die Münze, an der Rede den Mann.

Am Klange erkennt man wohl, ob die Münze gut oder schlecht ist.

Am Klappern kann man nicht erkennen (o. merken), wie die Mühle mahlt.
fr] Vous ne oriez (n'entendriez pas) pas un moulin mouldre.

Am Klappern liegt's nicht; aber es gibt kein Mehl.

Am Kleid kennt man den Mann.

Am kleinen Riemen lernt der Hund das Leder kauen.

Am Klopf erkennt man den Topf.

Am klügsten ist es, das Schicksal und die Zeit abzuwarten.
Japan

Am Knecht kann man wohl den Herrn erkennen.
fr] Au séneschal de la maison peut-on connoistre le baron.

Am Kohlmarientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) bindet man dem Schwein den Trog auf den Rücken und schickt es in den Wald.
Estland

Am Kohlmarientag guckt die Kuh aus dem Stall, am Georgstag (23.4.) aus dem Weidenstrauch.
Estland

Am Kohlmarientag wird der Rüssel des Schweines frei.
Estland

Am Kopf beginnt die Gesundheit.
la] A capite bona valetudo.

Am Kopf des Narren lernt der Junge scheren.

Am Kopf fängt der Fisch zu stinken an.
Italien

Am Kopfe der Waise macht der Chirurg Versuche.
Arabien

Am Kopfende gibt es keinen Brotlaib, wenn man nicht arbeiten will.
Estland

Am Körper lang, am Geiste krank.
i] Man will beobachtet haben, dass sehr lange Menschen weder viel Herz, noch viel Geist besitzen.

Am Kragen erkennt man den Mann.

Am Kreuzerhöhungstag (14. September) Brot und Nüsse soviel man mag.
it] Per santa Croce, pane e noce.

Am Kreuztag (d. i. zur Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz. Estland

Am Kreuztag (Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz.
Estland

Am Krieg ist nur eine Sache gut: der Frieden, der ihm folgt.
es] La guerra sólo tiene una cosa buena: la paz que trae en pos de ella.

Am krummen Holz erkennt man den Künstler.
Sudan
i] Weil das gerade leicht zu bearbeiten ist).

Am Lachen erkennt man den Narren und den Dummkopf.
fr] Au rire connaît-on le fol et le niais.

Am Lachen erkennt man den Toren.

Am Lachen hat man Spaß, aus Weinen wächst ein Mastochs.
Estland

Am Lachen und Blarren erkennt man die Narren.
dk] Latter førrader narren. Megen latter, megen daarskab.

Am Lachen und Flennen ist der Narr zu erkennen.

Am Lachen und Flennen kann man die Narren erkennen.

Am Lande ist gut schiffen.

Am langen Finger bleibt die Sache haften.
Estland

Am längsten behält man, was man in der Jugend gelernt hat.

Am längsten liebt man, was man in der Jugend geliebt hat.

Am Lappen halten.
z] Hastu ein Löhnlein, Erbtheil, eine Besoldung, halte am Lappen, lege den Gülden nicht zu viel auf, sei ein Sparmundus.

Am lästigsten sind die geistreichen Dummköpfe.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Am Laurentiustag (10.8.) Elendsbrot, am Olafstag (29.7.) richtiges Brot.
Estland

Am Laurentiustag muss ein fauler Mann das Saatgut zum Dreschen aufgestellt haben.
Estland

Am lebenden Objekt
la] in vivo

Am leder lernt der Hund endlich das kalb gar essen.

Am Lehrling mäkelten sie,
Nun mäkeln sie am Wandrer,
Jener lernte spät und früh,
Dieser wird kein andrer.
Beide wirken im schönen Kreise
Kräftig, wohlgemut und zart,
Lerne doch jeder nach seiner Weise,
Wandle doch jeder in seiner Art.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien V

Am Leibe abstraffen und darzu schelten, ist zu viel.
en] Great boast, small roast.

Am leichtesten erträgt man noch die Gewalt, die man eines Tages selbst auszuüben hofft.
Joubert

Am leichtesten kauft man den Völkern die Freiheit mit dem Wohlstand ab.

Am leichtesten schartig werden scharfe Messer,
Doch: schneidet man deshalb mit stumpfen besser?
Bodenstedt, Die Lieder des Mirza Schaffy: Zuleikha

Am leichtesten trifft man Leute, denen man aus dem Wege gehen will.

Am leichtesten werden alte Irrtümer unter neuen Bezeichnungen für Fortschritte gehalten.

Am letzten in den Schuhen sein.

Am letzten Tag des Weihnachtsfestes (27.12.) kann man schon den Tag erkennen (= es ist heller geworden).
Estland

Am letzten Viertel ein roter Streif, der bringt gar manchen Regenstrich.

Am letzten Weihnachtstag soll der Tag schon so lang sein, dass die Kohlsuppe ordentlich fertig kocht.
Estland

Am Lichtmesssonnabend (l. 2.) sind die Nüsse im Schuß.
Estland

Am Lichtmesstag (2.2.) sieht kaum der Bär 'nen Sonnenblick, kehrt er in seine Höhl' zurück.

Am Lichtmesstage umtanzen die Kinder auf dem Acker angezündete Holz- und Strohhaufen mit dem Ruf: 'Lank Flaß!'

Am liebsten prophezeit, wer nichts tun will in der Zeit.

Am liebsten werd' ich Amme, sagte die Konfirmandin.
Hamburg

Am Lucientag (13.12.) ist die Nacht so lang, dass der Adler vom Baum herunterfällt.
Estland

Am Mädchen und an der Erbse darf man vorbeigehen, wenn man sie mit dem Finger berührt hat.
Estland

Am Magdalenentag (22. Juli) ist die Nuss voll.
Frankreich

Am Magdalenentage sind die Haselnüsse voll.
Frankreich

Am Magdalenentage wird die Maulbeere reif.
Frankreich

am Mahl der Götter teilnehmen
la] epulis accumbere divum

Am Maitag steckt man in jede Ackerecke ein Kreuz, das aus dem am Karsamstag geweihten 'Osterbengel' gefertigt wird.

Am Margarethentage (13.7.) ist Regen eine Plage.

Am Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) bekommt man Wasser für eine Krähe.
Estland

Am Marientag geht der Tag in die Schneewehe und bleibt dort neun Tage und Nächte, von dort geht er ins Wasser und bleibt dort wieder neun Tage und Nächte, kommt dann aus dem Wasser heraus und beginnt die Erde zu trocknen.
Estland

Am Marientag gibt man den Burschen und Mädchen den Schlüssel in die Hand.
Estland

Am Marientag gibt man den Schweinen den Schlüssel ab.
Estland

Am Marientag legt die Krähe das erste Ei.
Estland

Am Marientag müssen die Wasserströme einander schon treffen.
Estland

Am Marientage im März legt man sie (die Lampe) nieder; am Marientage im September (8.) holt man sie wieder.
Mailand (Die Marientage werden vielseitig zu wirtschaftlichen und andern Zeitbestimmungen und Einteilungen gebraucht)

Am Markt lernt man die Leute kennen.
i] Am Markt = beim Handel.

Am Markt und Handel erkennt man den Wandel.

Am Marterholz nagen.
z] Der freisinnige Geschichtschreiber verliert gewöhnlich ein Amt; entweder eins, das er schon hat, oder eins, das er noch bekommen könnte. Daher vertuscht der Vorsichtige, der das Marterholz des Mangels fürchtet, die männliche Offenheit seiner Meinung und lässt zwischen den Zeilen lesen.

Am Martinsfeste (10.11.) zapft man den Wein an für die Gäste.
i] Es ist dies Fest ein Überbleibsel des Altertums. Die alten Griechen pflegten nach beendigter Weinlese und Weingärung ein Bacchusfest zu feiern, wobei die Weinbehälter zum erstenmal geöffnet wurden.
it] Da San Martin, si spilla la botte del buon vin.

Am Martinstag (10.11.) soll Mart(in) mit dem Sieb Bier brauen.
Estland

Am Martinstag beißt jung und alt den Gänsebraten warm und kalt.

Am Maß erkennt man den Kaufmann.
nl] Aan de maat kent men den koopman.

Am Matthiastag (24.2.) dreht sich alles Ungeziefer auf die andere Seite.
Estland

Am Matthiastag beginnen die Halme den Schnee zu hassen.
Estland

Am Matthiastag dreht sich die Schlange auf die andere Seite.
Estland

Am Matthiastag fängt der Neuschnee an, den alten zu essen.
Estland

Am Matthiastag ist der halbe Schnee im Himmel.
Estland

Am Matthiastag müssen alle den Winterschlaf schlafenden Tiere erwachen.
Estland

Am Matthiastag müssen die Fliegen, Schlangen und alle anderen kleinen Tiere erwachen.
Estland

Am Matthiastag wird den Hühnern der Schlüssel in die Hand gegeben.
Estland

Am Matthiastag wird die Zunge der Lerche losgeschnitten, damit sie bald zu singen anfängt.
Estland

Am Maul stirbt der Fisch.
es] Por la boca muere el pez.

Am Meer wartet man nicht auf (gutes) Wetter.
Estland

Am Meer wohnen und Wasser suchen.

Am Meere wohnen auch noch andere Leute als Schiffer.
Russland

Am Mehlbrei beisst sich niemand die Zähne entzwei.
dk] Meel-grød og kaal er bondens lægedom.

Am Meinen und Glauben bindet man kein Pferd fest.
nl] Aen meinen en bint nieman peerde vast.
la] Ancipiti posti committit nemo caballum.

Am Meinen und Glauben bindet niemand sein Pferd fest.

Am meisten entzückte uns [bei Lessing] die Schönheit jenes Gedankens, dass die Alten den Tod als den Bruder des Schlafs anerkannt, und beide, wie es Menächmen geziemt, zumVerwechseln gleich gebildet.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,8

Am meisten freut mich jetzo das Pflanzenwesen, das mich verfolgt, und das ists recht wie einem eine Sache zu eigen wird. Es zwingt sich mir alles auf, ich sinne nicht mehr darüber, es kommt mir alles entgegen, und das ungeheure Reich simplifiziert sich mir in der Seele, dass ich bald die schwerste Aufgabe gleich weglesen kann.
Goethe (1749-1832), An Charlotte v. Stein, 9.7.1786

Am meisten fühlt man sich von Wahrheiten getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte.

Am meisten geliebt wird der reiche Mann auf dem Sterbebett.
Griechenland

Am meisten gilt das beste.

Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen.
Goethe (1749-1832), Faust, Prolog im Himmel
Mephisto Vs 320

Am meisten Platz ist zu Hause.
Serbien

Am meisten schadet böser Rat demselben, der ihn geben hat.

Am meisten wird das Kind geliebt, das jung ist, bis es heranwächst, das krank ist, bis es gesund ist, oder abwesend, bis es nach Hause kommt.
Arabien

Am Menschen muss man für ein gut Stück fünf böse abrechnen.
fr] Tout homme est menteur.
nl] Alle menschen zijn leugenaars.
la] Omnis homo mendax.

Am Michaelsabend werden die Fohlen aus dem Wald gebracht und das Wolfsmaul wird zerrissen.
Estland

Am Michaelstag (29.9.) wird Butter mit dem Löffel gegessen.
Estland

Am Michaelstag geht der Bär auf sein Lager, zur Lichtmess (2.2.) dreht er sich auf die andere Seite, am Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) kommt er vor Tagesanbruch heraus.
Estland

Am Michaelstag muss geschlachtet werden.
Estland

Am Michaelstag näht man dem Wolf die Augen zu, damit er die Herde nicht sieht.
Estland

Am Misstrauen ist das unheimlichste seine Rechtfertigung.

Am Misthaufen derkennt ma 'n Bauern.

Am Mittwoch in der zwölften Stund ändert sich das Wetter.

Am Mittwoch wechselt selbst die Maus nicht das Loch.

Am Mondschein ist noch keine Traube reif geworden.
i] Um zu sagen, diese Hilfe reicht nicht.
dä] Druen modnes ikke ved maaneskin.
la] Lunae radiis non maturescit botrus.

Am Mondschein wird keine Traube reif.

Am Montag bekommt man nichts, am Dienstag bekommt man für die anderen, am Mittwoch bekommt man für alle.
i] Beim Kohlpflanzen.

Am Montag legt man sich nieder.
i] Die Arbeitsperiode beginnt nicht am Montag.

Am Morgen der Lichtmess (2.2.) soll der Rabe den ersten dürren Zweig ins Nest bringen.
Estland

Am Morgen des Georgstages (23.4) kommt der Kuckuck heraus, um zu rufen.
Estland

Am Morgen des Marientags (Mariä Verkündigung, 25.3.) soll der Rabe das erste Ei ins Nest legen.
Estland

Am Morgen des Marientags soll im Nest des Raben ein goldenes Ei liegen.
Estland

Am Morgen des Matthiastages (24.2.) schneit es Fische, am Nachmittag Schlangen.
Estland

Am Morgen ein Junker, am Abend ein Bettler.

Am Morgen erkennt man den Gast, am Mittag den Wirt.

Am Morgen erkennt man den Tag.

Am Morgen fängt man die Heuschrecke.
Haussa, Afrika
i] Wenn die Sonne heiß wird, fliegen sie fort.

Am Morgen frisch, am Abend müde, das hält das Haus aufrecht.
Finnland

Am Morgen geistlich, am Mittag weltlich; am Morgen sursum corda, am Mittag aber gefüllte Schnürbrust, sagen die Pfaffen.

Am Morgen Gras und z' Obe Heu.
nl] 'S Morgens bont, 's Avonds stront.

Am Morgen ins Gebirge und am Abend ins Bad, so wirst du nicht malad.
it] La mattina al monte, e la sera al fonte.

Am Morgen ist der Himmel golden.
it] Di novello tutto par bello.

Am Morgen ist der Käse wie Gold, zu Mittag wie Silber und zur Nacht wie Blei.
Oberaargau

Am Morgen mit dem Hahn, am Abend mit dem Hund.

Am Morgen mit dem Holzlöffel, am Abend mit der Schöpfkelle.

Am Morgen munter (frisch), am Abend müde, das hält das Haus aufrecht.
Finnland

Am Morgen musst du so früh aufstehen, dass du noch einen weißen Spatz fängst.

Am Morgen rot (am Himmel), am Abend Kot (auf der Straße).
Brusiotal

Am Morgen rot, am Abend tot.
la] Quem dies veniens videt superbum, hunc dies videt fugiens jacentem. Seneca

Am Morgen sei fleißig, am Abend schwindet die Kraft aus den Nieren.

Am Morgen sind wir am klügsten, aber auch am sorglichsten, denn auch die Sorge ist eine Klugheit, wiewohl nur eine passive. Die Dummheit weiß von keiner Sorge.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 16.8.1824

Am Morgen Sorgenkuckuck, am Mittag Trauerkuckuck, am Abend Glückskuckuck.

Am Morgen suchen, am Abend essen.
Thailand

Am Morgen sur, zu Mittag mit der Montur, zu Nacht geschwellt und hingestellt.
Schweiz
i] Die Kartoffel in verschiedenen Zubereitungsarten als Frühstück, Mittag- und Abendgericht.

Am Morgen toll und voll tut den ganzen Tag, wohl.
i] Wahlspruch der Saufbrüder.

Am Morgen werden die Sorgen, am Abend das Glück hinausgefegt.
Estland

Am Morgen wird Gold gesät.

Am Moste erkennt man, wie der Wein schmecken wird.
z] Schönes Kindlein, lass dich küßen; bist zum Kusse nicht zu klein. Schmeckt der Kenner doch im Moste, wie ihm schmecken wird der Wein.

Am Munde erkennt man den, der gegessen, am Auge den, der Böses getan hat.
Finnland

Am Muster erkennt man das Tuch.
es] Por la muestra se conoce el paño.

Am Muttermal erkennen.
la] E naevo cognoscere.

Am nächsten besten Baume aufknüpfen.

Am Narren hilft weder Chrisam noch Taufe.

Am Narrenbart lernt man scheren.

Am Narrenseil hängen (o. tragen).
i] Wer ohne Mittel will zum Zweck gelangen, der bleibt am Narrenseile hangen.

Am Narrenseil ziehen.
i] Närrisch handeln.
z] Jeder Junggesell muss sieben Jahre am Narrenseile ziehen, und so oft von vorn anfangen als er eine Stunde drüber versäumt.

Am Nest kann man sehen, was für'n Vogel drin wohnt.

Am Nest sieht man schon, welche Art Vögel drin ist.
ndt] An't Nest kann einen söchen, wat för'n Vogel drin woahnt.
i] Die Wohnung, sowie das ganze Äußere eines Menschen verrät schon seinen Charakter, sein ganzes Innere.

Am nest wird man leichtlich innen, was für ein Vogel war darinnen.

Am Neste kann man sehen, was für ein Vogel darin wohnt.

Am Nestrand des Hühnerhabichts gedeihen die Hühner nicht.

Am Netze nagen.
i] In Verlegenheit sein.
la] Casses rodere.

Am Neuen sehen die gewöhnliche Menschen nur das Seltsame, im Seltenen jedoch alsobald das Bedeutende zu erblicken, dazu gehört schon mehr.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,3

Am Neujahrstage Sonnenschein, lässt das Jahr uns fruchtbar sein.

Am Neujahrstage werden im freien Felde Waffen gezeigt, um Hagel abzuwehren.

Am Nimmerleinstage(, wenn die Eulen bocken, wenn der Karfreitag auf den Gründonnerstag fällt, wenn die Kuh einen Batzen gilt).
z] Wenn ich auch Campe den Auftrag gebe, das Buch Ihnen zu senden, so bekommen Sie es gewiss erst an dem Tage, wo auch der Messias eintrifft, wenn er, der alten Tradition nach, auf einem Esel kommt und nicht die Eisenbahn benutzen will. H. Heine
z] Das Urteil soll auf nechste Griechische Kalendas, d.i. auf der Juden Christtag und der Genffer Liechtmess ausgesprochen werden.
z] Wann die Sternenplacker und Prockdickprocker der lügen eins werden; wenn man einen Koler, Schlotfeger, Kolfactor find, der nie ist russig und rauchig worden; Bettler, die gute Kleider tragen; Mamelucken die recht glauben; Juden und Wechssler, die nie durch Wucher rauben; Kauflaut, die nimmer bös Gelt nemen, Schreiner, Müntzer u.s.w. die nimmer nebenaussstemmen; Fassbinder und Steinmetzen, die sich nie auf die Finger haben geklopfft. Wann die Sonn in die Höll scheint. Wann die Hennen vor sich scharren. Wann die Schaben ins Salz kommen. Wann de wyden prumen dregen. Wann der Teufel von Aachen kommt. Wenn der Teufel im Weihwasser ertrinkt. Wenn der Hund den Hasen fleucht und der Dumme den Juden betreugt, wenn die Gans einen Wolf wird jagen und Frauen keine Kinder werden tragen, wenn der Frosch den Storch verschlückt und kein Bettler Kleider flickt. Wenn es Gulden regnet. Wenn mir Haar in der Hand wächst Zu Ostern, wenn die Bôcke lammen. Wenn die Katzen Ganseier legen; am letzten Bohnenmarkt; am Nimmerlistag, wenn die Schnecken bellen. Zu Martini, wann die Störch und Schwalben kommen. Wenn der Teufel stirbt, wenn mir Haar auf den Zähnen wächst, wenn die Maulesel Junge werfen. Auf der Juden Christtag. Zu Weihnachten in der Ernte (im Schnitt, im Sommer); wenn der Schneekönig (Gustav Adolf von Schweden) kommt, wenn es schwarzen Schnee gibt; wenn die Kühe lachen. Übermorgen wenns Heu blüht. In Preußen sagt man: Es geschieht am zweiunddreissigsten, auf weiße Pfingsten, op Plumepingste; in Holstein: Pingsten um de Iistid (Eiszeit); in Siebenbürgen: wenn die Katz en Oache liegt; wenn der Teufel im Weiher ertrinkt, oder af den Gorrfoatstoag, auf Pferdepfingsten. Im Oberharz: Wenn die Elbe brennt und die Gänse Wasser tragen. In Tirol: Wenn zwei Staupbesen zusammenkommen. Zu Pfingsten auf dem eiss. Zu Sankt-Martin, wann die störck kommen. Wann ein Maulesel junge hat. Wann die Sonn still steht. Wann der reich herbst Platonis kommt. Wann Sankt Claus widerkompt. Zu den Heiligen, denen der Sankt-Nimmerstag gewidmet ist kommt noch in der Romagna San-Guacara, im Primat San-Mai und in Nordfrankreich Saint-Loion, zu dessen Ehren man 'die Kälber schert'. In der Romagna vertröstet man auf das Jahr mit zwei Carnevals (l'aun di du Carnaval oder l'aun dëméi), das nie kommt; in Sicilien auf die Woche ohne Samstag (la simiana senza sabatu); in Neapel auf die Zeit, 'wenn es Rosinen und Feigen regnet' (quanno chiovettero passe a fico cecche) o. 'wenn die Lebern Haare und die Affen Schwänze haben'; in der Provence auf die Woche mit vier Donnerstagen (A la semano deis quatre dijous); in der Picardie: 'wenn die Frösche Schwänze oder die Hühner Zähne haben' (quand chés guernoules [glaines] iz [az] avont des queues [deints]); in Northamptonshire auf Tib's eve, der weder vor noch nach Weihnachten kommt, o. When we have a month o' Sundays. In Norwegen sagt man: Naar han Sant-Olav kjem atter nordantil (wenn Sankt-Olav wieder nach Norden kommt). In der Schweiz sagt man auch: Jo jo de muest ha, aber nöd, bis der Ahau kalberet ond d' Saue ûfflügid. Muest g'ha ha am Nümmerlistag. ( 21.) In Warschau jüdisch-deutsch: Dus wett sein in'm zweiten Gilgel; d.h. die Erfüllung dessen steht nicht in naher Aussicht. Gilgel ist ein Grad der Seelenwanderung. In ähnlichem Sinne sagt man auch: Morgen, nuch'n Kügel, oder nach der Kuchel. Ferner: Wenn drei Tage Rosch Choodesch is. D.h. das kann geschehen, das will ich man, wenn drei Tage nacheinander Neumondfest ist, was aber nie vorkommt. Wenn Schabbes-Nachme uf Mittwoch fallt.
en] At latter lammas when the devil is blind.
en] When two sundays come together.
fr] Cela se fera la semaine des trois jeudis, trois jours après jamais.
fr] Quand tous asnes auront longues oreilles.
fr] Renvoyer quelqu'un au calendes grecques.
nl] Te Sint-Jutmis, als de kalveren op het ijs dansen.
nl] Te Sint-Jutmis, als men de muilen melkt.
la] Ad graecas Calendas.
la] Anno magno Platonis.
la] Cum mula peperit fiet.
la] Cum Nybas coccyssaverit.
la] Per Harma aliquid facere.
la] Plenilunio fiet.

Am nördlichen Baum reiten.
i] So hieß im Mittelalter der Galgen. Das Gesicht des Verbrechers wurde gegen Norden gerichtet.

Am obersten wird die Hullefrau verbrannt.
Henneberg
i] Unter dem 'obersten' ist der Dreikönigstag gemeint, eine Benennung die auch in Süddeutschland gehört wird. Am Dreikönigstage wird nun in Eisfeld alljährlich Frau Holle verbrannt. Alt und Jung zieht nach beendigtem Nachmittagsgottesdienst mit Musik auf den Markt. Man singt ein geistliches Lied und ruft dann einander zu: 'Frau Holle wird verbrannt.' Zur Erklärung dieses Volkbrauchs erzählt man, dass die Äbtissin eines ehemaligen dort befindlichen Klosters, weil sie mit dem Teufel Buhlschaft getrieben habe, verbrannt worden sei. Es scheint dies aber nur eine ungeschickte, kirchliche Übertünchung eines altheidnischen Gebrauchs.

Am Ochsen gehîrt Hê (Heu).
Schlesien

Am Olafstag (29.7.) endet die Heuernte und beginnt die Kornernte.
Estland

Am Olafstag geht der Mond so niedrig, dass auch das Schwein ihn sieht.
Estland

Am Olafstag muss das Messer blutig gemacht werden.
Estland

Am Olafstag sagt man: 'Ochsen ins Joch, Wallache ins Geschirr'.
Estland

Am Olafstag wurden die ersten Lämmer geschlachtet, da nun, von diesem Tage an, dem Fleisch kein Heugeschmack mehr anhaftete.
Estland

Am Osterabend Fischhändler werden.
i] Sich zu einer Zeit in einen Handel einlassen, in der kein Vorteil mehr zu erwarten ist. Der Fischhandel blüht während der Fastenzeit; von Ostern ab wird wieder Fleisch gegessen.
nl] Een vischkooper worden op paaschavond.

Am Ostersonntag geht man beim 'ums Korn singen' früh aufs Feld und singt Osterlieder.

Am Ostertage sehen die Vlamingen gern Ost- und Nordostwind, wenn andere Winde nicht den Karfreitag verderben.

Am Palmbaum des Ruhms vertrocknet die Dattel der Bescheidenheit.
Abessinien
fr] Quand vient la gloire s'en va la mémoire.

Am Palmsonntage Sonnenschein soll ein gutes Zeichen sein.
ndt] Up Palmsöndag Sônnenschîn, soll en ganz gut Teken sîn.
Westfalen
pl] W niedziele kwietna dzien iasný, jest to dla lata znak krasný.

Am Palmsonntagsfest baut der Vogel sein Nest.
it] La domenica dell' ulivo, ogni uccello fa il suo nido.

Am Paulstag (10.1.) erhält das Meer einen Riß, am Antoniustag (17.1.) (kriecht) die Zecke auf des Ochsen Rücken.
Estland

Am Peetri-Paavlitag (29.6) schweigt der Kuckuck.
Estland

Am Pentstag (Benediktustag, 21.3.) wendet der Fisch den Kopf dem Ufer zu.
Estland

Am Pferd wird oft gerochen, was der Kutscher hat verbrochen (o. was den Kutscher hat gestochen).

Am Pfingstmontag umreiten Dorfrichter und Dorfgenossen auf schönen Pferden langsam und mit Andacht, singend und betend die Äcker, um guten Saatenstand zu erlangen.
Aberglaube

Am Piitrestag (29.6.) beginnt der Sommer schon den Schwanz einzuziehen.
Estland

Am Piitrestag (29.6.) regnet es jedes Jahr.
Estland

Am polnischen Kriege schuld sein.

Am Poornatag (am ersten Sonntag nach Fastnacht) kann der Ochse schon unter der Traufe trinken.
Estland

Am Pranger stehen.
i] Der Beschämung bloßgestellt, der öffentlichen Schande preisgegeben worden.
fr] Être attaché au pilori.
la] In eo ipso stas lapide, in quo praeco praedicat.

Am Probierstein erkennt man das Gold.
it] Al paragone si conosce l'oro.

Am Purim (Purimfeste) sind alle Schickerim (Trunkenbolde) nüchtern.
Jüdisch-deutsch, Brody.

Am Quaken und an der Gosch erkennt man den Frosch.
z] Man sieht an Quacken und der Gosch, dass du bist ein Frosch.

Am Rand (einer Tafel/eines Buchs)
la] in margine

Am Rand des Abgrunds stehen
en] to be an the verge (o. brink) of ruin
fr] être au bord de l'abîme
it] essere sull'orlo del precipizio

Am Rande der Flur steht eine Geberin; wer kommt, dem gibt sie. Was ist das?
Die Klette.
Rätsel aus Litauen

Am Rande des Glases tanzen böse Geister.

am Rande des Grabes (o. mit einem Fuß o. Bein im Grabe) stehen
en] to have a foot in the grave - to be at death's door
fr] avoir un pied dans la tombe - être à deux doigts de la mort
it] avere (o. essere con) un piede nella fossa

Am Rande des Grabes wirst du klug, aber dann ist es zu spät.

Am Rande des Todes hinzuschweben, ein Fehltritt, und die Tiefe hat uns für immer, das ist des Lebens höchster Reiz.
Fontane, Unwiederbringlich

Am Rathsuter sugunt viele Chalber.
Schweiz
hd] Am Ratseuter saugen viele Kälber.

Am Rausch ist nicht der Wein schuld, sondern der Trinker.
China

Am rechten Seil ziehen.

Am Rechtschaffenen kann der Neider sich die Zähne ausbeißen.
Estland

Am Reden erkennt man den Menschen, am Geschmack den Wein, am geruch die blumen.

Am Reichen streiche gern, am Armen fern vorüber.
Osmanien

Am reichsten sind die Menschen, die auf das Meiste verzichten können.
Indien

Am Reuel kauen müssen.
z] Vnd wenn man sich will oft verrewen, muss man zuletst am rewel kewen.

Am richtigsten werden wir das Leben fassen als (.) eine Enttäuschung: Darauf ist, sicherlich genug, alles abgesehn.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), Nachträge zur Lehre von der Nichtigkeit des Daseins

Am Riemlein lernt der Hund Leder kauen.

Am Rochustag (16.8.) viel Sonnenschein, der bringt Zucker in den Wein.

Am Rock erkennt man den Müller.

Am rollenden Stein wächst kein Moos.
Griechenland

Am Ruder o. an den Schalthebeln der Macht sein
en] to be at the helm
fr] tenir le gouvernail - être à la barre
it] avere in mano le leve del potere

Am Ruheplatz der Toten, da pflegt es still zu sein,
Man hört nur leises Beten bei Kreuz und Leichenstein.
Uhland, Graf Eberhard der Rauschebart

Am ruhigen Fluss ist das Ufer voller Blumen.
China

Am runzligen Halse trauert die Perle.

Am Sahlende erkennt man das Tuch.
la] E fimbrio de telo judico.

Am Salbende (o. Salbande) erkennt man das Tuch.

Am Samstagabend bekommt man (drei) gute warme Sachen: eine warme Sauna, warmen Brei und ein warmes Weib.
Estland

Am Samstagabend gibt's drei gute Dinge: eine finnische Sauna, einen warmen Brei und ein heißes Weib.
Estland

Am Sanct-Lukas säe stark oder gar nicht mehr.
Frankreich

Am Sankt Bartholomäi (24.8.) ziehen die Schwalben mit Gott.
Italien

Am Sankt Gall'(us) (Sankt-Gallus, 16.10.) pflüg auf dem Berg und sä' im Tal.
it] Da San Gal ara il monte e semina la val.

Am Sankt Johannistag (24.6.) hat der Teufel keine Macht.

Am Sankt Lukastag (18.10.) soll das (Winter)Korn schon in die Stoppeln gesät sein.

Am Sankt-Gallustag (Sankt-Gallus, 16.10.) den Nachsommer man erwarten mag.

Am Sankt-Lukas Brot und Brei in Mass.
Böhmen

Am Sankt-Lukas das Vesperprot in die Grube und die Mispeln geschält.
Toskana

Am Sankt-Lukas nimm die Rüben heraus und stecke die Kürbisse.
Mailand

Am Sankt-Lukas säe stark oder gar nicht mehr.
Picardie

Am Sankt-Lukas spanne die Ochsen an, es sei nass oder trocken.
Mailand

Am Sankt-Lukas tödte dein Schwein und spunde deine Tonne zu.
Spanien

Am Sankt-Magdalenentage schneidet man den Hafer.
Bergamo

Am Sankt-Michel steigt die Hitze auf zum Himmel.
Mailand

Am Sankt-Thomastag (16.12.) wächst der Tag um einen Hahnenschritt.

Am Schädel sieht man niemals recht, wer war der Herr, wer war der Knecht.
i] Die Grabschrift auf einen Junker und seinen alten Knecht lautet: 'Gott ist wahrhaftig und gerecht. Hier liegt der Herr und auch der Knecht. Ihr Weltweisen, tretet nur herbei und sagt, wer Herr, wer Knecht da sei.'

Am schalcksberge (auch: in den Schalksberg) hawen.
Luther
i] Ein Schalk sein.

Am Schall erkennt man das Metall.

Am Scheiden liegt der Dank.

Am Scheideweg (o. an einem Kreuzweg) stehen
en] to be at the crossroads (o. at the parting of the ways)
fr] être (o. se trouver) à la croisée des chemins
it] trovarsi a un bivio

Am Schelmen sterben.

Am Schilde erkennt man die Gilde (den Kram, den Wirt).
nl] Aan de mars kent men den kramer.

Am Schiss ist es zu sehen, was einer verschluckt hat.
nl] Men zal aan het sch . wel zien, wie scheermessen gegeten heeft.

Am Schlangenmarientag (Mariä Geburt, 8.9.) verschwinden Schlangen, Fliegen, Käfer, der Mund der Schlange wird zugestopft.
Estland

Am schlauesten ist der, der nicht zu schlau sein will.
Frankreich

Am schlechten Wochentage wird mancher ausgezahlt.

Am schlechtesten zahlen, die am meisten prahlen.

Am schlimmsten ist die Verwandtschaft.
Schweden

Am Schlingen gehen mehr zugrunde als am Ringen.

Am Schluß wird abgerechnet.

Am schnellsten ist der Gedanke, am süßesten der Morgenschlaf, am kostbarsten die Erde.
Slowenien

Am schnellsten kommt man auf dem Steckenpferd seines Vorgesetzten voran.
Rumänien

Am schönen weißen Zeug sieht man bald einen Flecken (als erstes).

Am schönsten kleiden gute Sitten.

Am schönsten Seidenkleid sieht man die Flecken zuerst.
en] The fairest silk is soonest stained.

Am schönsten sind die Frauen so, wie Gott sie erschaffen hat - die Schneider können sie nur verderben.
Paul Gauguin

Am Schreien erkennt man den Esel.

Am Schustersonntag.
i] In dem Sinne des Nimmerleintags.

Am Schwanz ist er stecken blieben.
la] Toto devorato bove in cauda defecit.

Am Schwanze kann man's sehen, was für ein Vogel es ist.

Am Schwarzwald begegnete der Teufel dem Satan.
i] Das Verwandte findet sich leicht zusammen.
bm] Svůj svého poznal, i na pivo pozval. Pod černým lesem potkal se čert s bĕsem.

Am schwersten sind für den jungen Menschen nicht die Enttäuschungen, die er aus unerfüllten Hoffnungen, fehlgeschlagenen Unternehmungen und dem Versagen einzelner geschätzter Personen erfährt, sondern jene, die ihm, so nimmt er übertreibend an, die Menschheit bereitet.
Ehm Welk, Mein Land, das ferne leuchtet

Am schwersten trägt der Mensch an den Sorgen von übermorgen.
Griechenland

Am schwersten wiegen die Sorgen von übermorgen.
Griechenland

Am Selbende erkennt man das Tuch.

Am Septemberregen ist dem Bauern viel gelegen und kommt der Saat entgegen.
Bauernregel

Am Simonitag feiern die Pantoffelhelden oder Siemanndl den Namenstag.
Oberösterreich
i] In einer solchen Ehe ist 'sie Mann', sie hat die Hosen an. Wortspiel von Simon und Siemann in der Voraussetzung, dass das o und a nicht rein, sondern als Mittellaut gesprochen werden. Nach Grimm mussten unterworfene Fürsten den Schuh des Siegers als Zeichen des Gehorsams tragen. Der Simonistag, an dem das Fest der Apostel Simon und Juda trifft, fällt auf den 28. Oktober.

Am Soldaten ist nicht in acht zu nehmen, ob er ein Bart habe, wann er nur Hände hat, damit er einem andern den Bart kann ausrupfen.

Am Sonnabend fließt der Festtag wie ein Fluss hinein, am Sonntagabend fließt er wie ein Bach hinaus.
Estland

Am Sonnabend kommt die Sonne immer für so lange hinter der Wolke hervor, dass der Mann aufs Pferd springen kann.
Estland

Am Sonntag bet' und sing', am Werktag schaff' dein Ding'.

Am Sonntag bet und sing, am Werktag schaff dein Sach.

Am Sonntag ist die Frau wie ein Kornfeld im Tau.
es] Así es la mujer el domingo como trigo en el rocío.

Am Sonntag lacht Gott auch nach der anderen Seite.
i] Der Unglücklichen.

Am Sonntag pflücken die Hexen solsequium, am Montag lunaria (Mondviole), am Dienstag verbena, am Mittwoch mercurialis (Bingelkraut), am Donnerstag barba Jovis (Donnersbart), am Freitag capelli Veneris (Frauenhaar) und am Sonnabend mischen sie die höllische Salbe.
i] Unter Angabe über die Bereitung der Hexensalbe.

Am Sonntag Ruh', am Montag Müh'.

Am Sonntag schaffen ist besser als am Werktag gaffen.
dk] Heller-dags syssel er mangen saa behagelig som uge-dags arbeyde.

Am Sonntag zum schwarzen Rössl, am Mondtag zum blauen Kessl, am Erchtag zum gulden Lampel, am Mittwoch zum grünen Kampel, am Donnerstag zur gulden Sonn, am Freytag zum wilden Mann, am Samstag zur schönen Linden lass ich mich beym Saufen finden.

Am Spiegel ist keine Frau hässlich, keine alt.
i] Jede glaubt, es liege am Spiegel, wenn das Gesicht nicht zusagt.

Am Spiel erkennt man, was in einem steckt.

Am Spieltisch enthüllt sich die Seele eines Menschen bis in ihre tiefsten Winkel.
Japan

Am Spötter rächt sich die Kunst.

Am St. Lukastag (18. Okt.) soll das Korn schon in die Stoppeln gesät sein,

Am St.-Agathastage rieselt das Wasser den Weg herab, am Matthiastage (24. Feb.) lass deine Bienen heraus und am Martinstage (11.11.) bringe die Kuh in den Stall.
fr] A la St.-Adietta, l'ivué avô la tzerreiretta, a la St.-Matthias, bouna féna, djita téja, a la St.-Martin, la vatse vu liu.

Am St.-Nimmerleins-Tag
la] ad calendas Graecas. Suetonius
la] ad Graecas kalendas. Suetonius, De vita Caesarum, Augustus

Am starken Gericht spürt man des Kaisers Gerechtigkeit.
i] An einer durchgreifenden unparteiischen Rechtspflege erkennt man eine gute Regierung.
mhd] An dem starken gerichte spuret me des keysers gerechtikeyt.

Am Stephan (26.12.) muss es windstill sein, sonst fällt die erste Hoffnung auf den Wein.

Am Stephanstag muss es windstill sein, sonst fällt die Hoffnung auf den Wein.
Bauernregel

Am Steuermann hängt das Schiff.

Am Stock kaufen.
i] In Weingegenden den Wein kaufen, wenn er noch als unzeitige Traube am Stock hängt.

Am Strande ist das Seewasser billig.

Am Strande ist der Damm stolzer, als wo er ins Meer ausläuft.
Russland

Am Strande ist man freilich weise, wenn auf der See ein Schaden geschieht.
Lappland

Am Strande stehen und nach dem Meere fragen.'

Am strengsten urteilt über eine Sache, wer sie selbst nicht zu machen versteht.
Russland

Am Strick müssen sterben, die mehr verzehren als erwerben.

Am Stumpf erkennt man den Holzfäller.
Estland

Am süßesten ist des Konditors Töchterlein.
Aserbaidschan

Am Tag der heiligen Lucie trinkt sie schon die Nächte ab.
Tschechien

Am Tag der heiligen Magdalen (22.7.) kann man schon volle Nüsse sehn.
it] Per Santa Maria Maddalena, la noce è piena.

Am Tag der vierzig Märtyrer (9.3.) wendeten vierundvierzig Vögel den Mund (d.i. den Schnabel) zum Sommer hin.
Estland

Am Tag des heiligen Simeon (28.10.) legt man beiseite den Fächer schon.
it] A San Simone il ventaglio si ripone.

Am Tag ein Bettler, (zu) nachts ein Dieb.

Am Tag ist die Eule blind, bei Nacht die Krähe. Wen aber die Liebe (ver)blendet, der ist blind bei Tag und Nacht.
Indien

Am Tag, an dem der Affe sterben soll, werden alle Bäume rutschig.
Namibia

Am Tag, an dem du deine Frau heiratest, heiratest du auch deine Kinder.

Am Tag, da einer alles weiß, lass ihn ruhig sterben!

Am Tage Allerheiligen kleiden sich die Großen warm, an Sankt-Martin tut es Groß und Klein.
Mailand

Am Tage Arbeit, abends Gäste; schwere Wochen, frohe Feste.

Am Tage den Mond und des Nachts die Sonne suchen.

Am Tage der heiligen Katharina muss man sich unter das Federbett stecken.
Tschechien

Am Tage der heiligen Magdalen (22.7.) kann man schon volle Nüsse sehn.

Am Tage der Schlacht marschiert alles nach dem Kanonendonner.
i] Das Wichtigste kommt zuerst.
z] Die alte Soldatenregel: Am Tage der Schlacht marschirt alles nach dem Kanonendonner, ist tief in das preussische Blut übergegangen.

Am Tage der sommerlichen Sonnenwende wurde wieder gesagt, dass die Nacht anfangs nur um einen Hahnenschritt länger wird.
Estland

Am Tage des Sankt Valentein (14.2.), da friert das Rad samt Mühle ein.

Am Tage des Sieges denkt man nicht länger an die Wunden, in der Todesstunde nicht länger an die Arznei.
Bengali, Indien

Am Tage des Sieges lässt man sich keine Strapaze verdrießen.

Am Tage des Todes schämt sich die Liebe.
Haussa, Afrika

Am Tage ein Bettler, nachts ein Dieb.

Am Tage erleiert (erdreiert), des nachts verdreiert (verleiert).
i] Was man bei Tage mit der Leier verdient, das geht des Nachts wieder in den Wind.

Am Tage errungen, am Abend verschlungen.

Am Tage fliegen die Vögel überallhin, in der Nacht aber kehren sie zurück ins Nest.

Am Tage herrscht die Frau über den Mann, aber in der Nacht der Mann über die Frau.
Estland

Am Tage läuft er vor des Büffels Zorn, den Teufel fasst er in der Nacht am Horn.

Am Tage Licht ist Augengift.
Braunschweig

Am Tage nach den Sternen schauen.

Am Tage nach der Wohltat weiß man, wer ein Herz hat.

Am Tage Pauli Bekehr (25.1.) - der halbe Winter hin, der halbe Winter her.

Am Tage Portiuncula (2.8.) ist's leicht, den Kapuzinern zum Tanze pfeifen.

Am Tage Sankt Paul's bricht der Winter das Genick.
Frankreich

Am Tage schlaf nicht, in der Nacht trink kein Wasser, dann brauchst du keinen Arzt.

Am Tage siehst du nichts und in der Nacht schwatzest du.
Griechenland

Am Tage sind die Sterne nicht zu sehen, nachts scheint nicht die Sonne.

Am Tage Tiburti sollen alle Felder grünen.
Bauernregel

Am Tage von Sankt Valentin (14.2.) gehen Eis und Schnee dahin.

Am Tage vor Sanct-Lorenz esst hundert Mandeln, am heiligen Kreuztage (14. Sept.) esst hundert Nüsse.
Sardinien

Am Tage vor Sankt Kilian (8.7.), da säe deine Wicken an.

Am Tage vor Sankt Lorenz (10. August) esst hundert Mandeln, am heiligen Kreuztage (14. September) esst hundert Nüsse.
Italien

Am Tage, als Kunz Saudreck gen Pfingsten reut.

Am Tage, an dem du nackt herumläufst, wirst du bestimmt deine Schwiegermutter treffen.
Suaheli

Am Tage, an dem ich mein Haus nicht fegte, kamen unerwartete Gäste.
Spanien

Am Tage, da einer alles weiß, lass ihn ruhig sterben.
Sudan

Am Takte erkennt man den Organisten (o. Spieler).
z] Auch noch vieles andere; denn Takt ist der Verstand des Herzens.

Am Tanztag beweint niemand seinen (verstorbenen) Angehörigen.
Kosi, Afrika
i] Man soll alles zu seiner Zeit tun.

Am Thomastag (21.12.) wächst der Tag um einen Hahnenschritt.
it] San Tomé cresce il dì quanto il gallo alza un piè.

Am Thomastag heiratet der schwarze Thomas seine erste Tochter, am Antoniustag (17.1.) die zweite, zur Lichtmess (2.2.) die dritte.
Estland

Am Thomastag kommt (von) der Sonne eine Staubschicht ab, die Sonne wird klarer.
Estland

Am Thomastag stöbert es immer.
Estland

Am Thomastag wächst der Tag nur einen Hahnenschritt.
Bauernregel

Am Thomastag werden die Weihnachtstore vom Himmelsvater geöffnet.
Estland

Am Thomastag wird der rußige Thomas hinausgebracht.
Estland

Am Tisch sei frölich, nicht hader mach, zu afterred sey nicht Ursach.
la] Absint a mensa, detractio, murmur et ira, sed cum laedicia, sumatur potus et esca.

Am Tisch soll man keines Haders gedenken.

Am Tisch und im Bett gehört die rechte Seite dem Mann.

Am Tische hat das Weib recht, im Bett der Mann.

Am Tische sei frölich, frisch und freundlich.

Am Tische soll man keines Haders gedenken.

Am Tische, den ein andrer gedeckt, das Essen meist am besten schmeckt.

Am Tor des Dorfes endet die Macht des Königs.
Vietnam

Am Tor handelt man um ein Füllen, auf der (Dorf)straße um einen Hengst.
Estland

Am Trillern erkennt man die Lerche.

Am trockenen Busen hält sich Weißbrot, am feuchten Gerstenbrot.
Estland

Am trocknen Stamme ist gut Feuer machen.
Litauen

Am Trompetentisch sitzen.
i] Am Bei- oder Nebentisch. Wohl daher, dass bei Gastmählern, besonders der Offiziere, die Trompeter oder Musiker, welche die Tafelmusik besorgen, an einen besondern Tische ihren Platz haben. Die Musiker genossen früher keine besondere Achtung, was sich noch in der Benennung Trompeten- oder Musikantentisch für Neben- oder Katzentisch zeigt.

Am übel gewonnenen Gut hat der dritte Erbe weder Freud noch Mut.

Am Übeltäter zittert selbst der Rock.
Tschechien

Am Ufer ist die Sicherheit, im Heer der Reichtum.

Am Ufer sind viele kluge Köpfe, wenn auf dem Meer ein Unglück geschieht.
Russland

Am Ufer stehen nützt nichts, wenn der Fluss vertrocknet ist.

Am unangenehmsten sind nicht die Neinsager, sondern Leute, die sagen: 'Ja, aber'.
Portugal

Am unglücklichsten ist nicht der Mann, der keine Freunde, sondern der keine Feinde hat.
Spanien

Am unterspülten Ufer ist bös baden.
bm] Koupej se drze se břehu.

Am Vater erkennt man den Sohn, an der Mutter die Tochter.

Am Vater kennt man gemeiniglich die Kinder.

Am Verbrechen eines einzelnen lern alle kennen.
la] Crimine ab uno / disce omnes.

Am verfallenen Altar sind keine Kerzen angezündet.
Sizilien

Am Veronatag soll's vormittags regnen und nachmittags die Sonne scheinen.
Luzern

Am Verstande trägt man nicht schwer.

Am vielen Fragen erkennt man den Narren.

Am vielen Lachen (o. Fragen) erkennt man den Narren.
en] A loud laugh bespeaks a vacant mind.
fr] Au rire on connaît le fou.
fr] Qui rit trop a nature de sot.
it] I matti si conoscono dal molto ridere.
la] Risu inepto res ineptior nulla est.
sp] La olla en sonar y el hombre en hablar.

Am vierten Tag vom Hochzeitsschmaus trollt der Hochzeitsbitter sich nach Haus.

Am Vorabende großer Ereignisse stehen.
i] Meist ironisch gebrauchte Redensart, um auszudrücken, dass nichts von Bedeutung geschehen werde.
z] Lassen Sie in Paris bekannt machen, dass wir am Vorabende eines großen Ereignisses, à la veille d'un grand évenement, stehen. Napoleon

Am vorderen Tor wehrt man den Tiger ab, durch das hintere kommt der Wolf ins Haus.
China

Am Vormittag der Heilige Elias, am Nachmittag Allah.
Bosnien

Am Wachstum hindert den Menschen oft das eigene Dach überm Kopf.

Am Wams kann man nicht sehen, wer ein Brandmal trägt.
nl] Het is aan het wambuis niet te zien, wie een brandmerk draagt.

Am Wappen erkennt man die Münzen.
nl] Aan de wapens kent men de munten.

Am warmen Kamin träumt es sich gut vom Schneesturm.
USA

Am warmen Ofen (v)erfriert man nicht.
Rheinpfalz

Am Wege enden alte Pferde und alte Soldaten ihr Leben.
nl] Aan den weg en aan de straat rekken oude paarden en trouwe veteranen hun leven.

Am Weibe schlägt der Mann seine Schande.

Am Weiser kann man sehen, was an der Glocke ist.
ndt] Hä is wie de Wîser an de Klock, hä geiht, we ein'n 'n stellt.
nl] Men kan aan den wijzer wel zien, wat de klok heeft.

Am Werk der Nacht findet der Tag immer etwas auszusetzen.
Irland

Am Werk sieht man zu aller Frist, was meisters drob gewesen ist.
fr] A l'ouvre on connaît l'artisan (l'ouvrier).
fr] C'est à la muraille qu'on connaît les maçons.
nl] Aan het werk kent men den meester.

Am Werke erkennt me den Werkmann (Arbeiter).
la] Indicat artificem res operata suum.

Am Werktag schaffe alle Ding,
Am Sonntag bete, hör und sing!

Am Widerrist erkennt man ein gutes Pferd, am Maul einen guten Esser.
Estland

Am Wildfangen ist kein Gewinn.

Am Windeskreuztag (d.i. Jürgenstag) bekam das Pferd seinen Schlüssel in die Hand.
Estland

Am Winterfirsttag (12. März od. 14.1.) wird der Hahn über den Dachfirst geworfen, denn er hat unter dem einen Fuß Körner, unter dem anderen Schnee.
Estland

Am Wissen trägt man nicht schwer.

Am Wohlgebornen übel steht, wenn er der Tugend Weg nicht geht.
la] Bene natis turpe est male vivere.
la] Honeste natis turpe est male vivere.

Am wohlsten fühlt sich ein Brunnenfrosch im Brunnen.
China

Am würdigen Alten in Treue halten, am kräftigen Neuen sich stärken und freuen, wird niemand gereuen.

Am Zapfen sparen und am Spundloch herauslassen spart nicht.

Am Zapfen sparen und am Spundloche wieder herauslaufen lassen, das spart nicht.

Am Zaum erkennt man das Pferd.
pl] Uzda konia, język człowieka, smak potrawę pokazać ma.

Am zehnten Januar Sonnenschein
Bringt viel Korn und Wein.

Am Zeichen erkennt man die Warenballen, und an den Reden die bösen Zungen.
fr] Aux marques l'on connoit les bâles, et au parler les langues males.

Am Zeiger kann man sehen, ob die Uhr verrückt ist.
i] Vom Antlitz und äußern Betragen ist leicht ein Schluss auf den innern Menschen zu machen.

Am Zeiger kann man sehen, wie spät es (o. was an der Zeit) ist.

Am Zorn erkennt man den Toren.

Am zweiten Weihnachtstag (26.12.) wird der Tag um einen Hahnenschritt länger.
Estland

Ambassaden sind aller Orten frei.
[RSpW]
i] Die Völkersitte hat von jeher die Gesandten für unverletzlich gehalten.

Ambieren und anhalten ist keine Schande.
i] Wer eine Stellung haben will, darf sich keine Mühe verdrießen lassen.
lat] Ambitio opportuna est petitio honorum licita apud alios.

Ambition (Ehrgeiz) zeugt Probleme (Schwierigkeiten).
Senegal

Amboss und Hammer machen das Eisen nicht weicher.
dk] Ambotten og hammeren gjör jernet ikke blödere.

Ambrosia auf sie Straße schütten.
i] Weise Reden vor Toren.

Ambrosius (4.4.) schneit oft den Bauern auf den Fuß.

Ambrosius schickt ins Feld den letzten Pflug, entlässt die Imme zum Honigflug.
Bauernregel

Ameis' und Spinne auf allen Pfaden, dann wird das Wetter gut geraten.

Ameisen gehen unter die Erde und jeder weiß es.
Afrika

Ameisen haben auch Galle.
i] Auch der Wehrloseste sträubt sich gegen Misshandlungen, auch der Schwächste und Gutmütigste kann zuletzt zornig werden.
z] Die Ameisen und die Bienen, item die Bawren und Armen haben auch jren Zorn, aber er hat nicht die wehre, sondern ist ein kurtzes, kleines und geringes Zörnlein und Füncklein, nach dem Versslein: Vana est sine viribus ira: Haben Groll und Zorn ohne Nachdruck, ist verlorn.
Richter, Axiomata

Ameisen ins Bett tragen.

Ameisen können mit einem Reiskorn angreifen.
Madagaskar

Ameisen können sich dem Zucker nicht nähern, ohne davon zu essen.
Thailand

Ameisen kriechen nicht in leere Scheuern.

Ameisen sterben für Zucker.
Afrika

Ameisen suchen.
i] Sich vergebliche, unnütze Mühe machen.
la] Formicae semitas quaerere.

Ameisen umgeben den sterbenden Elefanten.
Botswana

Ameisen zernagen des Löwen Fleisch.
i] So nagt der Neid am Rechtschaffenen.

Ameisenhut ist für (gegen) Schlafen gut.
fr] Celuy qui est trop endormy doit prendre garde à la fourmy.

Amen ist des lieben Gottes (großes) Siegel.

Amen Selah, die Katz goht de Bach na!
Breitingheim

Amen, sagte der Küster, und die Kirche war aus.

Amerika hat noch nicht gelitten. Man täuscht sich, wenn man ihm schon die hohe Fähigkeit des Herrschens zubilligen möchte.
>Sprüche der Weisen, Der Aufstand der Massen

Amme, du bist Herrin, solange das Kind trinkt.

Ammenlieder lullen nur Kinder in den Schlaf.

Ammenmärchen
la] aniles fabellae

Ammenmären können keine Männer nähren.

Ammenpflege ist keine Mutterpflege.
fr] Les soins d'une nourrice ne sont pas ou ne valenu pas ceux d'une mère.

Ammer und Haubenlerche sagen, der Winter ist hinterm Berge.

Amor bleibet ein Schalk, und wer ihm vertraut, ist betrogen!

Amor hasst die Faulen.
la] Amor odit inertes.

Amor hasst die Tätigen.
la] Amor odit agentes.

Amor hat dir zugeniest.

Amor ist ein Krieger, der vor jeder Feste Sieger.
it] A ogni impresa.
la] Amor restat vincens.

Amor ist ein Maulwurf, Hymen ein Luchs.
i] In der Liebe sieht man gar keine, in der Ehe zu viele Fehler.

Amor und Hymen bauen eine gute Hütte, ist Plutus der dritte (o. in ihrer Mitte).
i] Ehen sind in der Regel glücklicher, wenn zu der vorhandenen Zuneigung auch einige materielle Mittel kommen.

Amors Pfeile sind unbesiegbar.
la] Invicta gerit tela Cupido.

Amors Streifschüsse nennt man Flirt.

Ampel und Docht verschlucken viel Öl und werden doch nicht feist davon.

Amptleut und Pfleger, Förster und Heger, Kastner und Schösser, bawen Häusser und Schlösser, haben kleinen lohn, werden reich davon. Nun zeug mir an, wie das sein kann. Ihr griff, die weiss nicht iederman, sie schreiben ein X vor ein U, so kommen sie mit der Rechnung zu.

Ams amma amma - bellen alle Hunde.
Litauen

Amsterdam ist die Perle aller Städte.
i] Als solche galt es früher, wie als Sitz und Sammelplatz des Reichtums).

Amsterdamer Ränder (Giljones).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Es ist hier der Bücherrand gemeint. Die Amsterdamer Ausgaben des Talmud sind von den Juden ihrer schönen Ausstattung und breiten Ränder wegen sehr gesucht und gut bezahlt. Es wird daher mit diesem Ausdruck ein Mensch (oder eine Sache) bezeichnet, dessen (deren) innerer Gehalt hinter seiner (ihrer) schönen äußern Form zurücksteht.

Amt adelt niemand.
[RSpW]
i] Nicht der Amtsbesitz führt zum Adel, sondern der Adel besitzt die Ämter. Die Rechte und Ämter, die der Adel besaß, erwarben sie durch den Geburtsstand, es waren Folgen, nicht Ursachen des Adels.

Amt bringt Ehre, aber die Tugend nicht immer Amt.
dk] Som ved amt erlangen ere, sau bör amt erlanges ved dyd.

Amt bringt Käppchen.

Amt bringt Samt.

Amt gibt Kappen(, sind's nicht Kappen, so sind's doch Lappen).
i] Der Ursprung dieses Sprichworts fällt nach den Berichten Grunar's in seiner 'Preussischen Chronik' in die Zeit des Hochmeisters Heinrich von Richtenberg, der von 1470-77, obwohl in großer Armut, regierte, da Preußen sich nach dem verderblichen dreizehnjährigen Kreige noch nicht erholt hatte. Diese Dürftigkeit drückte auch die Ordensbrüder, und oft war nicht einmal so viel Geld in der Kasse, dass ihnen die nötigen Kleider angeschafft werden konnten. Einer darunter, Matthias von Beybelen, bat den Hochmeister zu wiederholten malen um ein neues Kleid, zeigte ihm die zerrissenen Lappen, erhielt aber immer schlechten Trost. Auf fortgesetztes anhaltendes Bitten gab ihm endlich der Hochmeister das Amt, die Zinskäse von den Schäfern einzunehmen, wobei er bald so viel erwarb, dass er sich ein neues Kleid anschaffen konnte. Als sich nun viele über die schleunige Verbesserung seiner Umstände wunderten und ihn darum befragten, pflegte er zu antwowrten: Amt gibt Kappen. Diese Antwort wurde zum Sprichwort, auch außerhalb Preussens, und wird gebraucht von denen, welche bei geringer Besoldung sich Nebenzugänge zu verschaffen wissen)

Amt hat Würde, aber die Würde nicht stets das Amt.
dk] Som ambt besidder vaerdighed, burde vaerdighed besidder ambt.

Amt lehrt den Mann.

Amt macht verdammt.
i] Wenn es schlecht verwaltet wird.

Amt ohne Sold ist ein Schlüssel zu der Untertanen Gold.

Amt ohne Sold macht Diebe.
dk] Bestilling uden lön giver tyve.

Amt ohne Verstand gilt wenig im Land.
la] Est decor obtusus cui nullus competit vsus.
sd] Lithin makth aer vm then hedher aenghin dygdh fölgher.

Amt und Können sind nicht zur Last.

Amt und Person soll man unterscheiden wohl.

Amt und Werk zeigen an, was der Mann kann.
fr] L'office et la somme, monstreront quel soit l'homme.

Amt wird keinem zur Ehe gegeben, drum soll man's brauchen, weil man's hat.

Ämtchen bringen Käppchen,
Ämtchen bringen Läppchen,
Reißen oft die Kappen
Und das Kleid in Lappen.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien VIII

Ämtchen bringt Käppchen.
i] Mönche tragen Kapuzen, Bischöfe Mützen, Äbte 'Käppchen', Kardinäle Hüte, der Papst eine dreifache Krone. Jedes kleine Amt wirft Vorteile ab.
ndt] Alle Ämter gevt Kappen.
ndt] Empter geben Kappen.
nl] Het ambt geeft kappen.
fr] Il n'y a point d'emploi sans bénéfice.
fr] On ne peut manier le beurre, qu'on ne s'engraisse les doigts.
la] Quodlibet officium lucri pinguedine crassum.

Ämter geben Töpfe, aber keine Köpfe.
fr] Point de bénéfice sans charges.

Ämter geben Würde und Bürde.
[RSpW]
i] D. h. Rechte und Pflichten.
la] Capere (o. Tradere) provinciam. Plato

Ämter kommen oben, die Eheleute werden unten zusammengeschoben.
nl] Brui loften en officiën worden van den hemel toegeschikt.

Ämter machen wohl dicke Bäuche, aber keine vollen Köpfe.

Ämter sind Brunnen.
dk] Bestilling erne (em beder) ere guds, dog personnerne ere tis dievelens.

Ämter sind Gottes, die Amtleute des Teufels.

Ämter und Ehren stehen ihm an, wie dem Ochsen ein Sattel und dem Esel eine Bischofsmütze.

Ämter und Posten hängen nicht am Baum, aber am Schiebkarren (= Gönner).
nl] Ambten en posten hangen niet ann den boom, maar wel aan den kruiwagen.

Ämter und Zünfte müssen so rein sein, als wenn sie von den Tauben gelesen wären.
i] Wer in eine Zunft oder Gilde aufgenommen zu werden verlangt, darf nicht in Ansehung seiner Geburt, noch seines Lebenswandels beurteilt werden. Den Gedanken: Wer zu einem Amte gekommen ist, muss es nach Ehre und Würde desselben führen, drückten die Griechen in dem Sprichwort aus: Wer nach Sparta gekommen ist, schmückt es!
la] Spartam nactus est, hanc orna.

Ämter wären schon gut, wenn nur die Rechenschaft (o. das Rechnungslegen, Rechnungtun) nicht wäre.

Ämter, die besten, darben, tragen Stroh statt Garben.

Ämter, wobei die darben, die sie verwalten, sind Diebesanstalten.

Ämterlaufbahn
la] cursus honorum

Ämtle - Schlämple.
i] Schlamp = nachlässiges Tun oder Nebengewinn.

Amtleute geben dem Herrn ein Ei und nehmen dem Bauern (o. den Untertanen) zwei.

Amtleute haben die Schlüssel zu der Bauern Gelde.

Amtleute hüten wie der Fuchs die Gänschen, und richten wie der Wolf über die Schafe.

Amtleute kommen eher in Gefahr als ein Schiffmann.

Amtleute machen ein Loch auf und stopfen das andere zu.

Amtleute müssen klug sein.

Amtleute müssen manche Pille verschlucken.

Amtleute nehmen die Leilaken (Inletten) von einem Bette und decken sie aufs andere.

Amtleute nehmen von den Füßen und decken (schmücken) damit den Kopf.

Amtleute nehmen von einem Altar und schmücken damit den anderen.

Amtleute schneiden das beste Stück vom Tuch, Gott geb', dass dem Herrn zu einem Rock übrig bleibt.

Amtleute sollen den (o. die) Bauern hegen und nicht fegen, sich ihrer erbarmen und sie nicht verarmen, in der Not erfreuen, nicht mit Strafe bedräuen, ihre Arbeit ehren und nicht beschweren.

Amtleute und Pfleger,
Förster und Häger,
Schaffner und Jäger,
Schösser und Prokurator,
Verwalter und Kurator
haben nicht großen Lohn,
werden gleichwohl reich davon.

Amtleute und Schösser bauen schöne Schlösser.
z] Amtleute und Schösser (Zoll- und Steuerheber) bauen große Häuser und Schlösser, und kriegen doch wenig Sold, sind nicht treu noch hold, die Rechnung kann nicht fehlen, die Diebe müssen stehlen. Preußischer Hausfreund, Berlin 1810

Amtmann - verdammt man.

Amtmann Bär
Schickt mich her,
Ich sollte holen
Zwei Pistolen,
Eine für dich
Und eine für mich,
Ich bin ab
Und du noch nicht.
Abzählvers

Amtmänner kommen schwer in den Himmel.
z] Der Teufel war einst in einer Spielgesellschaft, da bekam er Nachricht, dass nächsten Tag ein Amtmann begraben werde.

Amtseid wird manchem leid.

Amtssessel.
la] sella curulis

Amüsiere dich, denn es gibt nichts in der Welt, dass wir unser Eigen nennen können.
Malta

Amyris ist wahnsinnig.
i] Dies altgriechische Sprichwort wurde gebraucht, wenn einer allein eine Gefahr voraussah und sich deshalb bei Zeiten in Acht nahm, andere ihn aber deswegen zum Narren hielten, bis sie endlich ihren Schaden einsahen, dass sie Narren gewesen. - Amyris, ein Sybarite, war von seinen Landsleuten nach Delphis geschickt worden, um das Orakel zu fragen, wie lange sie sich ihres glücklichen Zustandes zu erfreuen haben würden, worauf er die Antwort erhielt: so lange, bis sie würden anfangen die Menschen mehr als die Götter zu ehren. Als Amyris glaubte, dass ein solcher Fall eingetreten sei, packte er seine Sachen zusammen und zog fort, die Sybariten nannten ihn wahnsinng, mussten aber erfahren, dass ihn ein richtiger Blick dem Unglück zu rechter Zeit entzogen habe.

An (seidenem) Faden hängen
la] pendere filo

An Aegidius man säen muss.
Masuren
pl] Jelzi, si ac wygelziij

An Agathe (10.1.) Sonnenschein bringt viel Korn und Wein.

An Albertus Sonne, im Winter wenig Wonne.
Bauernregel

An Albertus Sonnenschein, tritt ein harter Winter ein.
Bauernregel

An allem ist zu zweifeln.
i] Wahlspruch von Karl Marx
la] De omnibus dubitandum.

An allem Ort und Ende
Soll der gesegnet sein,
Den Arbeit seiner Hände
Ernähret still und fein.
Friderici Ehren-Liedlein (1614), Familiengemälde

An allen Ecken und Enden.

An allen Gliedern zittern.
i] Von sehr Furchtsamen

An allen Instrumenten sind die Männer begabt, nur das Instrument der Treue bereitet ihnen Schwierigkeiten.
Kroatien

An allen orten dieser welt wirdt Gottes macht uns fürgestellt.
la] Omnis in orbe locus, fert Deitatis opus

An allen Orten ist gut leben.

An allen Türen anbossen.

An Allerheiligen (1.11.) sitzt der Winter auf den Zweigen.

An Allerheiligen geh' in den Wald,
nimm von der Birke einen Span,
und da siehst du es ihm gleich an,
ob der Winter warm ist oder kalt:
Ist der Span trucken,
wird ein warmer Winter anrucken,
aber ist er naß genommen,
wird ein kalter Winter kommen.

An Allerheiligen sitzt der Winter auf den Zweigen.
Bauernregel

An Allerheiligen Sonnenschein, tritt der Nachsommer ein.
Bauernregel

An alles kommt ein Ende außer an Frauenarbeit und und Qual in der Hölle.

An Allmende graben, die da frieden.
[RSpW]
i] Das Privateigentum musste von der Allmende nicht bloß durch einen Zaun, sondern auch durch einen neben dem Zaun gezogenen Graben geschieden sein, den der Privatbesitzer ziehen musste. Frieden - die Grenzen so klar stellen, dass kein Streit zwischen Nachbarn entstehen kann

An alte Hiebe muss man nicht denken.
i] Alte Hiebe schmerzen aufs neue, wenn man ihrer gedenkt

An alte Scherben sein.
Oberösterreich
i] So werden wohl alle gebrechliche Leute in Oberösterreich genannt

An alte Schuh' is alsfort zu flicke'!
Jüdisch

An altem Kessel beschmeisst man sich gern.

An altem Kuhfleisch ist viel Kochens.

An altem Kuhfleisch kocht man lange (ist lange Kochens).
i] In schwierigen, verwickelten Angelegenheiten ist lange zu beratschlagen

An alten Flinten, die nicht schießen, fehlt es nicht.

An alten Häfen ist alles waschen, purgieren oder arzneien verloren.

An alten Häfen und Schälken ist das Waschen verloren.

An alten Häusern und alten Weibern ist stets was zu flicken.

An alten Hunden ist Chrisam und Tauff verloren.

An alten Kesseln macht man sich rußig.

An alten Kesseln reiben ist keine hohe Kunst und heißt Ramfangen.

An alten Schuhen gibt's dauernd was zu flicken.

An alten Stiefeln mag der Hund sich abkiefeln.

An alten Stiefeln schmiert man sich müde.

An alten Töpfen und schälken ist alles waschen verloren.

An alten Wölfen und bösen Menschen ist Hopfen und Malz verloren.

An alter oder ungewisser schuld nimmt man haberstroh.

An anderen enden ist auch gut brodt essen.

An anderen enden sind auch leut.

An anderen Orten gehen die Hunde auch barfuß.
Spanien

An anderer leute kindern und an frembden hunden hat man das Brot verloren.
v] An ander Lüte Kinder und a frönde Hünd het me's Brot verlore.
Schweiz
i] Der Hund läuft davon, oder man muss ihn seinem Herrn unentgeltlich wiedergeben. Wird auch auf den Fall angewandt, wenn jemand auf fremden Acker rechtswidrig gebaut hat und dadurch der Ernte verlustig geht.
nl] Aan vreemde lieden kinderen en vreemde honden is somtijds de kost verloren.
la] Qui canem alit exterum, huic praeter lorum nil fit reliquum.
nl] Qui canem alit peregrinum, huic nil reliqui fit, praeter linum.
sd] Fåfäng kost på annars barn och hundar

An andern Leuten zum Ritter werden wollen.

An andern Orten ist auch gut Brot essen.

An andern sieht man das kleinste Läuschen, an sich keine Hundslaus.

An andrer Leute Kindern und fremden Hunden hat man das Brot verloren.

An Anschlägen geht oft viel ein wie an rohem Tuche.
dk] Paa anslag gaaer meget ind, ligesom klæde og gammelt kiød

An Anschlägen verliert man am meisten (o. am wenigsten).

An arme Leut wünscht man die Schuh, so geht es in der Welt hier zu.

An armen Leuten will jeder sich die Schuhe wischen.
sd] Den fattige är hwars mans skostrok

An armen Mannes Hoffart wischt der Teufel seinen Bart.
nl] Eens armen mans hoovaardij is niets waard

An Armen weiß man nichts zu gewinnen.

An armer Leut' Bart lernt der Junge scheren.

An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.

An armer Leute hoffart wischet Meister Hämmerling die Nase.

An armer Leute Hoffart wischt der Teufel den Arsch.
ndt] An arme hoffart wischt der teifel den ars.
i] Nichtskönners Arroganz wirkt lächerlich.
z] Wo hoffart ist beim armen man, wischt der Teuffel den hindern an.
z] An solche Hoffart saget man, wischet der Teufel seinen Hindern; denn es ist in der Warheit alles eine arme elende, stinkende Bettelhoffart.
Luther
mhd] Armiu hôchvart deist ein spot.
mhd] Armiu hôchvart ist ein spot rîche dêmuot minnet got.
mhd] Mich wundert armiu hôchvart, und ist alter man unwîs.
nl] Aan arme lieden hoovaardij vaagt de duivel zijn' aars

An armer Leute Hoffart wischt der Teufel seine lateinische Kunst.

An armer Leute Kinnlade lernt der junge Zahnarzt Zähne ausbrechen.
Russland

An Arznei glauben, macht sie wirksam.
Indien

An aufsteigenden Ängsten leiden.

An Augsburg schreiben.
i] Sich erbrechen

An Augustin (28.8.) ziehn die Wetter (o. gehen die warmen Tage) dahin.

An ausgestanden (überwunden) Ungemach ist zu denken leichte Sach'.
la] Quod fuit durum pate, meminise dulce est

An Bänken können auch schwache Leute gehen.
dk] Ved benke og stöd kunne og svage folk gaae

An Bäumen wächst Moos, Männer werden bärtig.

An beiden Füßen gerecht, wie ein polnischer Stiefel.

An Beinen ist gut Fleisch nagen.

An Beinen ist niedlich fleisch zu nagen, als man gemeiniglich tut sagen.
la] Dulcior est caro, quae magis ossibus haeret ubique

An bellenden Hunden sollen hohe Leut kein Hundschläger werden.

An Benedictus (21.3.) man Hafer (o. Gerste, Erbsen, Zwiebeln) säen muss.

An Betschwestern
erkenn' ich alte Buhlerinnen ganz so sicher
wie an den Scherben eingeschlagne Töpfe.
Grabbe, Don Juan und Faust, III, 1 (Don Juan)

An Beutel hängen.
i] Starke Rechnung machen, in der Anrechnung, Geldforderung streng sein

An böse Tage denkt man länger als an gute.
fr] Memoire du mal alongue traße memoire du bien tuntost passe.
la] Maior longe ac diuturnior malorum quam bonorum memoria

An bösem Erz und am Schlacken ist alles Schmelzen verloren.

An bösem Weib sich keiner reib'.

An bösen Leuten gewinnt man nichts, weder mit guten, noch mit bösen Worten.

An bösen Tieren ist nichts zu verdienen.

An bösen Weibern und räudigen Schafen hat es nimmer gefehlt.

An bösen Weibern, räudigen Schafen und falschem Geld ist kein Mangel in der Welt.
dk] Af onde kvinder og skabbede faar fattes ei mens verden staaer

An bösen Zahlern mahnt man sich bald müde.

An böser ware ist nichts zu gewinnen.
i] Auch mit dem Zusatz: wenn schon gut Wort legst auf die Binnen.
it] Roba cattiva non è mai a buon mercato.
la] Judice me fraus est concessa, depellere fraudem.
sd] Elakt gods gjer slemm winning

An Braten, den man einst gegessen, und Kleider, die man zerrissen, denkt man nicht mehr.
la] Vestis et escarum memor est quis preteritarum.
sd] Hwa minnis aethin math ok riwin klaedhe

An Brot und Ehr' trägt man nicht schwer.
la] Mantica cum pane non est vectigal inane.
sd] Ae laettis mota byrdhe

An Buben ist alle Wohltat verloren.

An Buhler Schwören tu dich nicht kehren.

An Butter ist noch niemand erwürgt.
Schlesien

An das besondere Glück der Studierten und Examinierten, der Staatswürdenträger aller Arten und Grade, glaube ich nicht recht und.stehe mit meinen Sympathien dem freien Bürgertum näher, dem Handel und Wandel, der Kunst und Wissenschaft.
Theodor Fontane, Briefe

An das Brett kommen.
i] Eine einflussreiche Stellung erhalten.
z] Wer ans Bret nit kommen kann, der ist nit ein geschickter Mann.
fr] Cet homme est le saint du jour

An das grüne Tuch gesetzt werden.
i] In Gunst kommen, bevorzugt werden.
z] Zum Unterschied derer, die da felices, Hahn im Korbe seyn, an das grüne Tuch gesetzt werden, und bei den Jungfrauen durchschlagen

An das schwarze Brett kommen.
i] An einer Schand-, Straf- oder Warnungstafel angeschrieben werden, in ungünstigen Ruf kommen

An das Schwert gebunden sein.
i] Wohl in Bezug auf den Soldatenstand

An das Verhängnis glauben, heißt es in uns hervorbringen.
Portugal

An deinem Kopfe klingt's am hellsten, sagte Boleslaw zum Narren.
Schlesien

An dem Armen sind viele große Fehler zu sehen.
Irland

An dem Barte der Narren lernt man scheren.

An dem feinsten Laken ist der größte Betrug.

An dem fremden tisch dein reden spar, so wird lob schier offenbar.
la] Dum conuiuaris, caueas ne multa loquaris

An dem Füchselein siehst du schon
Dass er eines Fuchses Sohn.
Jüdisch

An dem Füchslein siehst du schon, dass er eines Fuchses Sohn.

An dem Gaste wird's verspürt, wie der Wirt den Handel führt.

An dem gegenwärtigen Übel soll man ein künftiges tragen lernen.

An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

An dem hat er seinen Mann gefunden.
nl] Hij heeft zijn' man in dem gevonden

An dem Hut der Flor bracht' ihn wieder empor.
i] Der Tod seiner Frau verbesserte seine Vermögensverhältnisse

An dem ist Chrisam (o. Chrisom) und Taufe verloren.
i] Alles, Mühe und Kosten umsonst verwenden. Wohl ursprünglich von solchen Proselyten, die um des Gewinnes wegen einen anderen Glauben angenommen.
la] Oleum et operam perdidit

An dem ist die Taufe (Schmad) verloren.
i] Er ist schon längst so wenig Jude mehr, dass er die Taufe nicht nötig hatte

An dem ist hacken und düngen verloren.

An dem ist Hopfen und Malz verloren.
ndt] An den is hoppen un molt verloren

An dem ist kein gut Fäserlein.
Ulm

An dem ist kein Tadel von der Fußsohle bis zum Scheitel.
la] Candidus et talos a pertice pulcher ad imos. Horaz

An dem ist kein verfallener Schlag.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Er bleibt keine Antwort schuldig

An dem ist keine falsche Ader.
fr] veine = Ader und Glück, mauvaise veine = Unglück
z] Ka Tüpferl, ka Stäuberl, ka Unaderl hat's. (Kein Unäderchen, d.h. keinen Makel, von einem Kind)
Joh. Gabr. Seidl, Niederösterreichische Flinserln, 1828 ff

An dem ist Kost und müh verloren.

An dem ist nicht viel Gesundes.

An dem keine Besserung ist zu hoffen, dem gibt Gott wie Judas den fetten Bissen.

An dem Kopfe des Narren lernte er barbieren.

An dem läuft alles ab.
i] Von einem, bei dem aller Tadel, alle Ermahnungen vergeblich sind. Der Tadel erscheint hier als Regen, wie auch sonst strafende, scheltende Worte als eine Flut, und wie man auch ganz allgemein sagt, dass die Worte fließen. Wer einen solchen Regen hat über sich ergehen lassen müssen, ist ganz 'betroft' (betrauft), 'steht da, wie ein begoßener Pudel.
fr] C'est comme la pluie sur le dos d'un canard.
i] Wie Regenwasser, das vom Rücken einer Ente heruntertrieft, ohne durch die Federn zu dringen.
la] Asinus compluitur

An dem Ort, wo der Rücken seinen ehrlichen Namen verliert.

An dem Pfälzer ist nichts als ein großes Maul.
i] So spotten die Bayern über die Pfälzer; diese dagegen rächen sich an den Bayern durch ein anderes Sprichwort

An dem Platze, den der Tiger gern hat, legt er auch seine Flecken nieder.
Surinam
i] Wer eine gute Nummer bei ihm hat, kann alles erlangen

An dem Rechtschaffenen kann der Neider sich die Zähne ausbeißen.
Estland

An dem Schwachen will sich jeder reiben.
i] Jeder will sich an den Schwachen die Schuhe wischen.
it] Alla macca ognun si ficca

An dem Tag Vinzenzius (22.1.), jede Rebe treiben muss.

An dem Tag, an dem du deine Frau heiratest, heiratest du auch deine Kinder.
Irland

An dem Tag, an dem du nackt herumläufst, triffst du bestimmt deine Schwiegermutter.

An dem Tage, an dem einer alles weiß, laß ihn sterben.
Nigeria

An dem Tage, wo man Butter und Knoblauch isst, braucht man sich nicht vor Gift zu fürchten.
Polen

An dem Tisch und auf dem Bette soll sich niemand schämen.

An dem Übel, das der Mensch fürchtet, stirbt er.
Spanien

An dem Werke erkennt man den Meister.
fr] A l'oeuvre on connaît l'artisan

An dem Willen der Menschen und gespanntem Gewand (Tuch) geht viel ab.

An dem Wort erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.

An dem, was Gott nicht geschenkt, hat man nicht lange Freude.
Schottland

An demselben Joche ziehen.
i] Ein gleiches Geschäft mit jemand treiben, dasselbe Schicksal mit ihm teilen.
la] Idem egoque tuque ducimus pariter jugum.
la] Idem jugum trahere

An demselben Strumpfe stricken.

An den Altar (o. in das Asyl) flüchten (o. fliehen).
i] Sich retten, sich in Sicherheit bringen. Die letzte Zuflucht nehmen. Ehemals floh man in der äußersten Not an die Altäre der Götter, weil es für Frevel galt, von da jemanden wegzureißen.
nl] Het altaar kan den booswicht niet van straf bevrijden.
la] Ad aram seu ad asylum confugere. Cicero
la] Tanquam ad aram

An den alten Schnee denkt man nicht meh'.
sd] Fram faren snö är snart glömder. - Seent tala om den snön som i fjol föll

An den alten zerbrochenen Topf wird sich nur bei Notwendigkeit erinnert.
Sambia

An den Arbeiten wird man es erkennen.

An den Augen kann man das Herz erkennen.
Estland

An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.

An den Augen sieht man, was für einer er ist.
Litauen

An den bettelstab geraten (o. gedeihen).

An den der Trunk oft ist kommen, der gehört ins Bett.

An den Dornen bleibt viel Wolle hängen.

An den eigenen Körnern lerne erkennen, wann anderer Roggen zeitig ist.
Russland

An den Enden erkennt man die Naht.
fr] La lisière est pire que le drap

An den Enden erkennt man Naht (und Gewebe).

An den Fähnlein sieht man, wer den Sieg davongetragen.
la] Victrices turbae victricia signa tulere

An den Federn erkennet man den Vogel.
bm] Po zpevu (letu, perí) ptak poznán bývá.
en] A bird is known by ist faethers.
fr] A la plume et au chant l'oiseau et au parler le bon cerveau.
fr] On (re)connaît l'oiseau à son plumage.
it] Al cantare l'uccello, al parlare il cervello.
it] L'elefante si conosce dalla tromba, il leon dalle branche.
kroat] Ptica po perji poznas.
la] Ex nido plumisque suis noscenda volucris.
la] Ex plumis cognoscitur avis.
pl] Znac ptaka po pierzu.
sp] Las aves son conocidas por las plumas

An den Federn kannst du sehen, was für ein Vogel es ist.
Litauen

An den Federn kennt man den Han, am Gsellen ein jeden Gespan.

An den Federn sieht man wohl, dass eine Eule keine Taube ist.
nl] Men ziet aan de veeren wel, dat een kerkuil geene duif is

An den Festtagen die guten Streiche.
i] Die Festtage sind den Dieben günstig.
fr] Aux bonnes fêtes les bons coups

An den Freunden erkennt man dich selbst.
Estland

An den Früchten erkennt man den Baum.
en] A tree is known by its fruit.
fr] On reconnaît l'arbre à son fruit.
it] Dai frutti si conosce l'albero.
la] E fructu cognoscitur arbor.
sp] Por el fruto se conoce el árbol

An den Galgen der Leib, und die Seele hole wer will, sagt Käsbier.
nl] Het lijf der galg, en de ziel dengenen, die ze wil, zei de deugniet

An den Galgen kommt man immer noch zeitig genug.
nl] Het is geen jagtwerk, ter galge te gaan

An den Gästen man spürt, wie der Wirt sein Handel führt.

An den Gemärken erkennt man die Waren.
it] Dalla marca si conosce la mercanzia

An den gemeinen Kasten geraten.
i] An den Bettelstab, der Armenpflege anheimfallen

An den Gesellen erkennt man den Gesellen.
mhd] Den man acht ich sicherlich reht als er gesellet sich.
mhd] Ezn hât dekein geselleschaft mit ungelîchem muote kraft.
fr] Au regarder connoist on la personne.
fr] Au semblant cognoit on l'ome.
fr] Au semblant conoit l'en la gent.
la] A bonis disces bona, et malis te immiscens mentem amittes.
un] Embert a társáról, hogy ha nem magáról, könnyen megesmérheted

An den Getreideschößlingen erkennt man (noch nicht) das Getreide.
Estland

An den griechischen Kalenden
i] niemals, denn die Griechen rechneten die Tage anders als die Römer, hatten also keine Kalenden

An den großen Männern tröstet sich die Menschheit über die Erbärmlichkeit ihres Alltags.

An den Haaren herbeigezogen
en] farfetched - dragged in by the head and shoulders (o. by the ears)
fr] tire par les cheveux
it] tirato per i capelli (o. con gli uncini)

An den Hacken kann man sehen, ob einer kann gehen.
dk] Det kiendes paa hans hæle hvad helbred han haver

An den hohen Bäumen merkt man zumeist (o. am besten), woher der Wind weht.
Russland

An den Hörnern faßt man den Ochsen, am Wort den Mann.

An den Hunden liegt's nicht, wenn die Pferde sterben.

An den Hungerpfoten saugen
z] Im Jahre 1347 herrschte eine furchtbare Hungersnot im ganzen Lande (Elsass) und war großes Elend. Zur Erinnerung daran wurde das große Hungertuch gemacht, welches noch heutzutage von Aschermittwoch bis zum Sonntag nach Ostern über den Hauptaltar gespannt wird, um die Ornamente desselben zu verhüllen.
z] Dich soll lehren das Hungertuch, so man aufspannt (am Aschermittwoch vor dem Altarbilde) Abstinenz und Fasten.
z] . Den nechsten Sonntag darnach gibet man der Fassnacht vrlaub verbutzet vnd verhüllet sich aber, trinken sich voll, spielen vnd rasseln zuletzt. Alsdan folget die trawrige Fassnacht, darin essen sie (die Römischen) viertzig Tag kein Fleysch, auch nicht Milch, Käss, Eyer, Schmaltz, dann vom Römischen Stuel vnd gnad erkaufft. Da beichten die Leut nach ordnung. Da verhüllet man die Altar vnd Heiligen mit tuch vnd lässt ein Hungertuch herab, das die sündigen Leuth die Götzen nicht ansehen noch die heiligen Bilder die Sünder.
z] So müssens oft am Hunger gnagen.
en] to be starving
fr] tirer le diable par la queue - traîner la savate
it] patire (o. fare) fame
la] Cum exossis suum rodit pedem.
ndt]Am Hungertuche nehen.
z] Vnd muss am hunger Thuch selb nehen

An den Kater muss auch ein Freigeist glauben.

An den Kehraus denken.
i] Ans Ende

An den Kindern erkennt man die Eltern.
Estland

An den Kindern erkennt man die Mutter.
China

An den Klauen erkennt man den Löwen (o. die Katze, den Vogel).
z] Bedarf es denn immer der Klaue, dass man den Löwen erkenne? Auch nur eine Flechte seiner Mähne ist oft genug. Börne, Gesammelte Schriften, Hamburg 1840
i] Wird meist ironisch gebraucht, soll aber, nach Lucian, dem Phidias seine Entstehung verdanken, von dem man erzählt, er sei im Stande gewesen, nach der Klaue eines Löwen die allen Teilen proportionierte Gestalt eines Löwen zu fertigen.
en] Yoh know the lion by his claws.
fr] A la griffe, on reconnaît le lion.
fr] A l'ongle on connaît le lion.
fr] On connaît le cerf à ses abattures.
nl] Naar den klaauw moet het beest wezen.
nl] Uit den klaauw kent men den leeuw.
it] Dalle unghie si conosce il leone.
la] Ex ungue leonem.
la] Leonem ex unguibus aestimare.
sp] Por las uñas se descubre el león

An den Klauen erkennt man wohl den Löwen, aber die Klauen allein machen ihn nicht.

An den Klauen saugen.
fr] Il ronge son râtelier

An den Kleidern sieht man, was einer im Schilde führt.
bm] Ze satu se vidí obyčeje lidí.
pl] Szata wydaje człeka obyczaje

An den Kniegalgen, sagte jener, als ihn die Magd an den Galgen wünschte.
z] Kniegalgen' = obscoene sumitur pro exercitatio veneris, quasi dicas furca carnalis

An den Köder picken.

An den Krallen erkennt man die Katze (den Löwen).

An den kranken Zahn stößt die Zunge an.

An den Lämmern sieht man, was die Schafe tragen.
i] In Beziehung auf Kinderzucht

An den Lappen lern die hund leder fressen.
Luther
nl] Allengskens lappen leert die hont dat leer eten.
la] Particulis discit corium canis esse quod id seit

An den Majoriten, nicht an den Minoriten muss man den Anfang zur Besserung machen, sagte Kaiser Sigismund.
i] An den hohen Orden

An den Mienen erkennt man den Schalk (o. Wirt).

An den Nagel kann man alles hängen.
Warmbrunn
i] Lerne in der Jugend soviel als möglich; es ist viel leichter, erlernte Fertigkeiten und Kenntnise ohne Anwendung zu lassen, als sie nachträglich zu erwerben, wenn man ihrer bedarf

An den Ohren erkennt man den Esel.

An den Ohren erkennt man die halben, am Schreien die Stocknarren.
la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellum

An den Ort, wo ich gerne bin, zieht man mich an ei'm Härlein hin.

An den Pfoten saugen.

An den Pier kommen.
Meurs
i] Wurm, d.h. anlaufen, übel ankommen

An den Prozessen ist das Schlimmste, dass aus einem hundert entstehen.

An den Rabenstein kommen.

An den Rand
i] Anmerkungen zu Schriftstücken
la] ad marginem
Vergilius Maro grammaticus, Epistulae

An den riemen lernen die hund das leder fressen.
mhd] Fóne démo limble se begin nit tir húnt lèder ézzen. 10. Jahrhundert
fr] On ne commence jamais par de grands crimes.
la] A teneris assuescere multum est.
la] Canis a corio nunquam absterrebitur uncto. Horaz
la] Difficile est assueta relinquere.
la] Ligularum fur tandem et marsupia suppilat.
la] Periculosum est, canem intestina gustare

An den Rockschößen des Priesters klettert der Teufel auf den Turm (in den Glockenstuhl).
es] Por las haldas del vicario sube el diablo al campanario

An den russischen Monat denken.
i] Wenn man eine Züchtigung u. dgl. nicht sogleich ausführen kann, sondern eine günstige Zeit, eine passende Gelegenheit abwarten will, so bedient man sich der obigen Redensart in dem Sinne, wie wir sagen: Ich werde mir's hinter die Ohren schreiben.
pl] Popamiętać ruski miesiąc

An den Scherben erkennt man den Topf.
Persien

An den Scherben sieht man noch, wie der Topf war.
Frankreich

An den Scherben sieht man, was ein Hafen (o. Topf) gewesen.
i] An seinen Taten erkennt man den Menschen.
fr] On voit bien encore aux tessons ce que fut le pot

An den Schöffen liegt Gewinn und Verlust des Rechts.
[RSpW]
i] Nach ihrem Ausspruch muss der Richter entscheiden, er kann am Wahrspruch nichts ändern.
mhd] An den scheffen liget der gewin und die vorlust dez gerichts

An den Schwalben merkt man, dass es Sommer ist.
i] Die Schwalbe gilt sehr allgemein als Verkünderin des Frühlings. Ihre Rückkehr wird in Griechenland durch die Jugend gefeiert, die, wie bei uns am Lätare-Sonntag den Tod austreibend, dort am 1. März gabenheischend am Orte umherzieht, indem sie eine künstliche Schwalbe an einem Faden in die Luft fliegen lassen und Schwalbenlieder singen. In Polen lässt die Jugend die ersten Schwalben singen:
z] Es waren hier Schober die Menge, jetzt sind keine mehr da.
ndt] Als ik fut trock, as ik fut trock, was Hus und Huof voll, nu ik wi'er kuem, nu ik wi'er kuem, es alles verrîten, verslîten, vertrîten, versplîten.
la] Aestatem loquitur hirundo

An den Schwänzen der Schafe erkennt man den Hirten.

An den Spieß der Versuchung steckt der Teufel die meisten Braten.
Russland

An den Spieß gesteckt, so verdirbt nichts.
i] Grundsatz grausamer Feinde

An den Sporen erkennt man den Hahn.
nl] Aan kam en sporen kent men den haan

An den Stapfen kann man sehen, ob ein Pferd oder Fuchs gegangen ist.
bm] Vic chei čtyřem kolám včřiti, nez tčyřem nohám koňskyn

An den Strümpfen kann man sehen, wo das Bein zerbrochen ist.
nl] Het is wel van de kous te zien, waar het been gebroken is.
sd] Man kan snart see på strumpan, hwar beenet är sönder

An den Sünden der Frau ist der Mann nicht unschuldig.
Italien

An den Sünden des Schuldigen leidet der Unschuldige.
Armenien

An den Tag (o. ans Tageslicht) kommen
en] to come to light
fr] paraître (o. éclater) au grand jour
it] venire alla luce (o. a galla)

An den Taten, nicht am Kleid erkennt man den Heuchler.
es] Por las obras, no por el vestido, el hipócrita es conocido

An den Tod denken, ist der Weg zur Weisheit.
i] Den Arabern gegenüber hat man aber im allgemeinen jede Erwähnung des Todes zu vermeiden. Der Tod ist ein leidiges Wort; nur der im Glaubenskriege macht eine Ausnahme. Sogar wenn nach einer verstorbenen Person gefragt wird, darf man nicht geradezu antworten, sie ist tot, sondern muss umschreibend erwidern: Möge Gott ihr gnädig sein. Der Frager weiß schon, was das zu bedeuten hat. Auch hat man, wenn man eines Verstorbenen gedenkt, bei Nennung seines Namens zu sprechen: Sei mir Gott gnädig.
fr] Celuy a grant sapience, qui iour et nuict a la mort pense.
it] Quello tiene gran prudenza, che' alla morto sempre pensa.
la] Summa sapientia mortis memoria

An den Tod denkt er nicht, aber einen Sarg von Nussholz will er haben.

An den Tod muss jeder einmal glauben.

An den Wänden deines Hauses erkennt man, dass du ein Köhler bist.

An den weißen Stab kommen.
i] Zum Bettler werden

An den werken erkenn dein freundt und in nöten beware denselben.

An den Werken erkennt man, wie das Herz gesinnt sei.
z] Bei den wercken erkennt man wohl, ob das Herz sey liebe vol

An den Werken kann man's merken.
nl] Aan de werken zal men 't merken

An den Worten erkennt man den Mann.
nl] De woorden doen den man kennen

An den Worten erkennt man den Toren, wie den Esel an den Ohren.
la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellos

An den Worten höret man, wes Geistes Kind er ist.
la] Effoeminatorum etiam oratio effoeminata.
la] Mihi quale ingenium habere, fuit indicio oratio

An den Wundern erkennt man die Heiligen.
Frankreich
fr] C'est aux miracles que l'on connaît les saints

An den Zähnen kennt man die Pferde.

An den Zäunen findet man keine gebratene Tauben.

An der Allmende hat der König den Boden, der Bauer den Wald.
[RSpW]
i] Der Grund und Boden gehört der Gemeinde, das Holz, oder was sonst darauf wächst, aber der Benutzung der Insassen. Denselben Sinn hat auch der Spruch: Dem Könige die Erde, dem Bauer das Holz.
dä] Allminnig thaerac a koning iord oc bonda er skogh

An der alten Jungfer nagt jeder wie der Hund an einem Fleischknochen.
Estland

An der angeführten Stelle.
i] Zitat
la] l. c. (loco citato)

An der Angel der Wahrheit beißen nur kleine Karpfen; mit dem Netz der Lüge fischt man große Lachse.
Russland

An der Arbeit erkennst du den guten Handwerker.
Litauen

An der Arbeit erkennt man den (guten) Arbeiter.
fr] A l'ouvrage on connaît l'ouvrier.

An der Arbeit erkennt man den Meister.
Rumänien

An der Arbeit erkennt man den Täter (d. i. den Arbeitenden).
Estland
fr] A l'ouvrage on connaît l'ouvrier.
nl] Aan het werk kent men den Werkman

An der Armen Truh wischt jedermann die Schuh.
bm] O chudého se kazdý otře. - Ubozí nebozí. Na kohoz vsecko zlé, nez na chudčho?
nl] Aan den arme will jeder zijne schoenen aufwisschen.
kroat] Kam íe vse zlo, neg na bogca?

An der Armut will jeder den Schuh (ab)wischen.
la] At nunc barbaries grandis habere nihil.
la] Pauper ubique jacet. Ovid
la] Mendico ne parentes quidem amici sunt. Tappius
un] Kutya is a szegényt hamar megugatja

An der Armut wischt jedermann die Schuhe.

An der Ausdauer erkennt man den Mann.

An der besten Tafel kann man harte Brocken schlucken.

An der Blüte erkennt man die Frucht.

An der Brühe erkennt man das Fleisch.

An der Diebe Schwören darf man sich nicht kehren.

An der Egge fehlt kein Zahn.
i] Die Sache ist in Ordnung, in gutem Stande. Der Ton liegt auf 'der'

An der ersten Lüge ist noch niemand gestorben.

An der Eselsbrücke stehen bleiben.

An der Ewigkeit knappen.
Rottenburg
i] Mit einem Geschäft nicht fertig werden

An der Fahn' kennt man den Mann.

An der Fahne allein soll niemand unser künftig Volk erkennen; es muss sich alles verjüngen, es muss von Grund aus anders sein; voll Ernsts die Lust und heiter alle Arbeit! nichts, auch das Kleinste, das Alltäglichste nicht ohne den Geist und die Götter!
Hölderlin (1770-1843), Hyperion

An der farb erkennt man das Tuch, am geschmack den Wein, am geruch die Blume, am reden den Mann.

An der Ferse der Arbeit.
Altgriechisch (Am Schluss)

An der Flagge kann man sehen, wie der Wind ist.
nl] Men kan aan de vlag zien, hoe de wind is

An der Freude leichtem Gängelband.
Schiller, Die Götter Griechenlands

An der Frucht kann man den Baum erkennen.
Georgien

An der Futterkrippe sitzen
en] to feed at the public trough
fr] tenir l'assiette au beurre
it] mangiare alla greppia

An der Galanterie muss was schlumpern.

An der Gaukelei teilnehmen und auf der Bühne eine anständige Rolle spielen, das kann jeder; aber im Inneren und in seiner Brust, wo alles für uns erlaubt ist und wo alles verborgen bleibt, dort mit sich im Reinen zu sein, das ist der springende Punkt.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

An der Geduld erkennt man den Mann.
i] Geduld bezeichnet hier männliche Ausdauer im Kampfe, keineswegs das feige Hinnehmen jedes Unrechts

An der Gesellschaft erkennt man die Leute, sagte die Henne, als sie Enten ausgebrütet hatte und am Hühnerstall vorüberging.

An der Gesellschaft erkennt man die Leute.

An der Grenze ist übel wohnen.
bm] U samých hranic neni dobre chalupu staveti

An der Größe liegt nicht viel.
i] Die geistige Bedeutung eines Menschen hängt nicht von seiner körperlichen Größe ab

An der Größe liegt's nicht, sonst wär' ein Mühlstein mehr wert als ein Edelstein.

An der Hagebutte sieht man nicht, dass sie einst eine Rose gewesen ist.

An der hänffen Sucht verderben.
i] Gehängt werden

An der Hunde Hinken und der Kaufleute Schwören soll sich niemand kehren.

An der Hunde hinken, an der Huren Winken, an der Weiber Zähren und des Krämers schwören, soll sich niemand kehren.

An der Hütte des Hirten klopft der Hunger nie an.

An der Inquisition soll sich niemand reiben.
i] Es soll sich keiner unterstehen, das Verfahren derselben zu tadeln

An der Jahrzahl erkennt man den Wein nicht.

An der Jugend ist alles lieblich.
la] Pueritia semper amabilis

An der Kette wird auch der Hund schneller alt.
Estland

An der Kinder Weis' erkennt man der Mutter Fleiß.

An der Klaue erkennt man den Löwen.
Plutarch, De defectu oraculorum

An der Kleidung des Mannes kann man erfahren, wie seine Frau ist.
Russland

An der Kleidung kennt man den Toren, wie den Esel bei den Ohren.

An der Kleinkinderschule würdest Du Deine Freude haben, und auch die große Schule ist

An der Klippe immer noch weiter ist schon manches Schiff gescheitert.
fr] Les ambitieux font toujours naufrage au - plus ultra

An der Klippe ist schon manches Schiff zerschellt.
nl] Op die klip heeft zich zoo menigeen gestooten

An der Knospe schon erkennt man die Frucht.

An der Knospe sieht man schon, was eine Rose werden will.

An der Kralle erkennt man den Löwen.
i] Einen hervorragenden Menschen erkennt man oft an Eigentümlichkeiten, die an sich unbedeutend, für ihn aber charakteristisch sind.
fr] A l'ongle on connaît le lion.
it] Dall'unghia si conosce il leone

An der Krämer Schwören soll sich niemand kehren.
bm] Kupecké vĕrováni a zenský pláč na korec es nemĕrî.
la] Phoenicum pacta

An der Krone erkennt man den Kaiser.

An der Ladenpforte sind viele Freunde und Genossen, an der Pforte des Elends weder Genossen noch Freunde.
Asien

An der Latt sein.
i] Eine Strafe abbüßen

An der Leine fängt der Hund keinen Hasen.
Bulgarien

An der Macht ist der Mensch so gern alleine.

An der Madonna ist's noch gut, an Sanct-Rochus hat's zu sehr warten lassen.
Mailand

An der Männer Schwören, an der Frauen Zähren soll sich niemand kehren.
z] Den Schwüren der Männer und den Ttänen der Frauen ist niemals zu trauen.'
it] Ad uomo che giura, ed a donna piangente, non creder mai niente

An der Narrenkappe muss jeder sein Teil haben.
i] Die Narrenkappe ist eine an den Zipfeln mit Schellen versehene Kappe, dergleichen ehemals die Hofnarren trugen.
z] Tragt die Kappe willig, habt nur Mut, ein Narr zu sein; klug zu sein, ist billig

An der Nase ziehen
la] naribus trahere

An der Nasenspitze kann man doch den Mann nicht erkennen.
Estland

An der öffentlichen Krippe liegen.
i] Von den Einkünften eines Amtes leben

An der Pfaffen scheinen, an der Frauen weinen, an der kramer schweren soll sich niemand kehren.

An der Pisangpalme der Tatkraft wachsen die Bananen des Ruhms.
Ägypten

An der Priester Leben kehrt man sich mehr als an ihre Lehren.

An der Quelle ist (o. schmeckt) das Wasser am reinsten (besten).

An der Quelle ist auch die Wolga nicht tief.
Russland

An der Raufe nagen.
i] Not, Mangel an den notwendigsten Bedürfnissen leiden; am Hungertuche nagen.
fr] Ronger son râtelier, sa litière

An der Raufe sein.
en] To lie at rack and manger

An der Red erkennt man den Mann.

An der Red' erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.
la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellos

An der Reinlichkeit erkennt man die Hausfrau fein, Schmudelei verrät ein Schwein.

An der Schale beißt sich mancher die Zähne aus, eh er zum Kern kommt.

An der schönen blauen Donau.
i] Kehrreim des Gedichts 'An der Donau' von Karl Beck

An der Schrift erkennt man den Schreiber.
nl] Men ziet aan het schrijven wel, wat klerken het zijn

An der Schweine Waschen ist Seife und Lauge verloren.

An der Schwelle des Hafens sein.
la] In limine portus esse. Virgil

An der Schwelle des Todes bittet ein Mann um das Fieber.
Armenien

An der Schwindsucht stirbt man (entweder dann), wenn die Blätter im Herbst vom Baum fallen oder wenn die Blätter im Frühling an den Bäumen treiben.
Estland

An der Seite von: 'Ich werde das tun' stand: 'Noch nicht getan'.
Afrika

An der Sonne ist es warm, aber bei Muttern ist es gut.

An der Sonne öffnet sich die Rose.
i] Warmherzigkeit schafft Vertrauen

An der Sprache erkennt man das Regime.

An der Stiefmutter Grabe weinen.
i] Von erheuchelten Tränen

An der Stimme erkennt man Mensch und Vieh.

An der Stinkblume merken, dass es nicht nach Rosen riecht.
Russland

An der Stirn ist auf der Stirn.
Russland

An der Stirn kann man sehen, wie einer beschaffen ist.
es] No se mide el hombre que para la frente

An der Stirn sieht man nicht das Hirn.

An der Stirn zu lesen ist des Menschen Wesen.
la] Frons animi janua

An der Straße steht ein Haus, da mancher macht ein Tadel draus; wenn jeder dächte nur an sich, so gäb' es keine Feinde nich.

An der Suppe großer Herrn soll man sich den Mund nicht verbrennen.

An der Tafel des Gastmahls gibt's mehr Freunde als an der Tür des Kerkers.

An der Tafel kommt zuerst der Abt, dann der Küchenmeister und dann ich, sagte der Hofnarr, der Herrgott isst bei uns mit den Armen.

An der Tafel muss man nicht vom Tode reden.
i] Man soll nichts sprechen, was den Umständen, dem Orte, der Zeit oder den anwesenden Personen nicht angemessen ist.
it] Non ragionar (ricordar) de'(i) morti a tavola

An der Tafel wird man nicht älter.
it] A tavola non s' invecchia

An der Tanne kann kein Äpfelchen wachsen.

An der Tat liegt die meiste Macht.

An der Theologie und an Stockfischen ist die Tunke das Beste.

An der Tugend Blüte denken, macht alle Seufzer kränken.

An der Tür des Paradieses steht geschrieben: Nie in ihrem Leben hat eine Schwiegermutter ihre Schwiegertochter lieb gehabt.

An der Tür des Tauben klopf' so oft du willst.
Griechenland

An der Tür des vollen Gewölbes drängen sich Freunde und Verwandte, aber die kalte Küche ist leer.

An der Tür sollt es geschrieben stan, Hurenleben ist zum tot ein ban.
la] Scribatur portis, meretrix est ianua mortis

An der Wahrheit sein.
i] Auf der Erde vollendet haben

An der Warte und am Bauen liegt mehr als am Kosten.

An der Weiber Zähren, an der Bauern Geren und der Spieler Schwören soll sich niemand kehren.
fr] Femme rit quand elle peut et pleure quand elle vent.
fr] Femme se plaint femme se malade femme se deult quand elle veut.
it] Due sorte di lagrime negli occhi delle donne una di dolore, altra d'inghanni.
it] Le donne sono simile al coccodrille: per prendere l'uomo piangane e presso lo divoranno.
la] Foemina dum plorat, dum rusticus ebrius orat, dum lusor jurat nihil haec devotio durat

An der Welt ist alle Straff verloren.

An der Welt ist Tauf und Krisam verloren.
Luther

An der Wende der Zeiten sind die Denkenden eine Saat, über das Feld gestreut.
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

An der westlichen Küste von Afrika gebrauchen sie [die Engländer] die Neger selbst in ihren großen Besitzungen, und es ist gegen ihr Interesse, dass man sie dort ausführe. In Amerika haben sie selbst große Negerkolonien angelegt, die sehr produktiv sind und jährlich einen großen Ertrag an Schwarzen liefern. Mit diesen versehen sie die nordamerikanischen Bedürfnisse, und indem sie auf solche Weise einen höchst einträglichen Handel treiben, wäre die Einfuhr von außen ihrem merkantilischen Interesse sehr im Wege, und sie predigen daher, nicht ohne Objekt, gegen den inhumanen Handel.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 1.9.1829

An der Zunge des Bewerbes hüpft der Name des Geliebten.

An der Zunge erkennt man den Kopf (Menschen).

An derselben Klippe scheitern.
i] Auch: An dieselbe Klippe stossen, d.h. in Ausführung eines Planes durch etwas gehemmt werden, was schon andern bei Verfolgung derselben Absicht ein Hindernis gewesen ist.
la] Haerere in eisdem scopulis. Offendere in eundem scopulum

An derselben Sucht krank liegen.

An des anderen Vorteil denken, wird zum eigenen werden.
China

An des Armen Barte lernt der Junge scheren.
var] An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.

An des Herren Sohlen hangt der beste Mist.
nl] Aan de voetzolen des meesters hangt de beste mest

An des menschen stirn kan man sein frommkeit nicht spürn.

An des Nachbarn Fall soll man sich spiegeln.

An des Narren Barte lernt das Messer scheren.
it] A la barba de' pazzi il barbier impara a radere.
la] A barba stulti discit tonsor.
la] Audax in barba stulti novacula.
pt] Na barba do nescio aprendem todos a rapar.
sp] A barba de necio aprenden todos á rapar

An des Pfarrers Rockschößen klettert der Teufel in den Glockenstuhl.
Spanien

An des Schläfrigen Angel beisst ja kein Fisch.
Estland

An des Schwätzers Kopfe ist nicht viel Gutes zu sehen.
Surinam
en] He tat is a blab is a scab.
nl] Laat geene klappers in uw huis wonen, want zij draagen veel in en uit

An des Täters Kopf hängt die Tat den Zopf.

An des Tauben Tor muss man stark klopfen.

An des Tigers Grabe hört man kein Wehklagen der Antilopen.
Abessinien (Um den Gedanken auszudrücken, dass der Tod eines Tyrannen von dem Tyrannisierten nicht beklagt wird)

An des Todes Seil kommen.

An des Waisen Kopf lernt der Barbier zu rasieren.

An des Wartenden Angel beißt der Fisch.
Estland

An die ärgere Hand fallen.

An die Arznei glauben, macht sie wirksam.
Indien

An die Berge scheint die Sonne zuerst.

An die falsche Adresse geraten.
i] Nicht den Richtigen treffen.
en] To come to the wrong address (o. shop, house). - To mistkae your man. - To knock at the wrong door. - To bark u the wrong tree (coll)
fr] Se tromper d'adresse.
it] Capitar male

An die Fersen gewachsen sein.
i] Er war seiner Mutter an die Fersen gewachsen

An die guten Tage soll man denken und die bösen überwinden.
en] Think of ease, but work on

An die Hütte des Hirten pocht der Hunger nicht.
Spanien

An die letzte Wohltat erinnert man sich am besten.
England

An die Löwenhaut einen Fachsbalg nähen.

An die niedrige Mauer lehnen sich alle.
Italien

An die Person gebundener (d.h. nicht vererbbarer) Klageanspruch
la] actio personalis [RSpW]

An die Schlange beiß' ich nicht an, sagte der Bub' zum Pastor; da sollte er in der Kinderlehre den Sündenfall erzählen.

An die stangen kommen.
i] In Streit, in Kampf mit jemandem geraten

An die Stelle der eigenen Vernunft tritt die Majorität.
la] Stat pro ratione numerus!
Bismarck, im deutschen Reichstag, 12. 6. 1882; 24.1.1887

An die tote Hand kommen.
i] Von einem geistlichen Stifte erworben werden

An die unrechte Tür anklopfen (anbossen).

An die Wegscheide kommen.

An die Zuschauer (gerichtet)
i] von der Bühne aus unmittelbar ans Publikum
la] ad spectatores

An diesem Ende des Marktes erzählte er eine Lüge, am anderen Ende glaubte er sie selbst.
Türkei

An diesem Feste wird nicht anders getanzt.
i] Wenn man zwar etwas im allgemeinen als unziemlich betrachtet, aber zugibt, dass es an einem gegebenen Orte, bei einer bestimmten Gelegenheit nicht zu vermeiden sei, z.B. wenn man im Bade sich entkleidet, in einer Gesellschaft Trunkener etwas übers rechte Maß mitgeht, unter Weibern den männlichen Ernst fahren lässt u.s.w. Entlehnt von den Festen, an denen bestimmte Gebräuche üblich und schwer zu ändern sind. Wenn Kirmes ist, hörte ich einen schlesischen Bauer sagen, so ist Kirmes. Und einen anderen: 'S wird fortgesoffen, 's ist Kirmes

An diesem Seil muss man nicht ziehen.
i] Muss sich an der Sache nicht beteiligen, nicht daran mit arbeiten

An diesem Strick hängt unser Glück, sagte der Schulze, da hing er das Bild des Landrats aus dem Fenster.

An diesem Strick muss man nicht ziehen.
nl] Gij moet aan dat touwtje niet trekken

An diesem Tische hat kein Afterredner Statt.
i] Augustus hatte über seinen Speisetisch geschrieben: Quisquis amat dictis absentum rodere famam, hanc mensam vetitam noverit esse sibi.
la] Absint offensae, cum fit celebratio mensae

An dieser Stelle
la] hoc loco
Cicero (103-43 v. Chr.), In Verrem

An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Huren Winken.

An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Spieler Schwören, an der Bauern Geren und an der Weiber Zähren.

An drei Dingen erkennt man den Fürsten: bei Haltung gegebener Zusagen, reiner Straße und guter Münze.

An drei Dingen erkennt man den Menschen: an seinem Beutel, an seinem Becher, an seinem Zorn.
Talmud

An drei Dingen erkennt man den Sohn Abrahams: Gerechtigkeit im Herzen, Bescheidenheit des Geistes und Mäßigung in seinen Wünschen.
Hebräisch

An drei Dingen erkennt man den Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
fr] Cinq propriétés caractérisent le sage: Ne pas interrompre celui qui parle, écouter et réfléchir, ne faire de questions que celles qui mènent à un but, répondre à propos et par ordre, le sot fait tout le contraire

An drei Dingen erkennt man des Menschen Sinn in der Welt: im Trunk, im Zorn und am - Geld.
fr] Trois choses font connaître l'homme: la bouteille, la bourse et la colère

An drei Dingen erkennt man, ob jemand verheiratet ist oder nicht: wenn seine Haare aus dem Hute, seine Ellenbogen aus dem Ärmel und seine Zehen aus den Strümpfen hervorsehen.

An drei Dingen fehlt es noch immer in der Welt: an Münze, Holz und guten Freunden.

An drei Dingen ist immer etwas zu flicken: an einer Mühl', einer Uhr und eines Weibes Tücken.

An drei Dingen ist in Westfalen nicht Not: an dünnem Bier, langen Meilen und grobem Brot.

An drei Dingen kan Mancher den Tod erwischen: an Kalb, junge Hünle und rohen Fischen.
la] Vitalus, pulli et pisces condi mortem multis pariunt

An drei Dingen kann man erkennen, ob einer klug ist: wenn er seinen Zorn mäßigen, sein Haus wohl regieren und einen guten Brief stellen kann.
z] Das erste betrifft seine Begierden, das andere sein Leben und Wandel, das dritte sein Verstand

An drei Dingen wird erkennt ein schlechtes Regiment: wenn der Zehrstand blüht, der Nährstand flieht (auswandert) und der Lehrstand vervieht (verdummt).

An drei Orten erweist man sich keine (o. nicht die) Ehre: im Gefängnis, im Klosett und im Schwitzbad.
Israel

An drei Schöffen nimmt der König die Wahrheit.
[RSpW]
i] Zur Schöpfung des Urteils waren drei Schöffen erforderlich.
bm] Konsel jest krále úředník. - Konsel jest obecného dobrého sluzebníkem.
nl] Die waerheyt sol hij (de conick) nemen an drie Schepenen

An drei Stücken mangelt es den Menschen: am Anfang, Mittel und Ende.

An dreien Dingen wird es der Welt noch vor dem Jüngstentag mangeln: an Holz, an guter Münz und an guten Freunden.

An dreien ist kein Segen: an dem, der alles kauft, an dem, der sich immer nur auf die Verdienste seiner Eltern (Ahnen) stützt, und an dem, der den Erlöser bringen möchte.
i] Der erste ist arm oder verarmt bald, der andere hat kein eigenes Verdienst und der dritte befindet sich in schlechten Umständen.

An dreierlei Leuten ist kein Mangel: an Priestern, Juden und Huren.

An dummen Leuten fehlt's nicht.
fr] Plus de gens bestes que d'asne chrestien

An dummen Leuten sind Rüben und Sack verloren.

An Ehren ab, an Schanden auf, das ist der Welt Lauf.

An Eigen ist die rechte Leibzucht der Frauen.
[RSpW]
i] Leibzucht (Leibgedinge, Wittum) ist das dingliche Nutzungsrecht, das der Mann vor oder nach Eingehung der Ehe für den Leib, d.i. für das Leben der Frau gerichtlich an seinen Liegenschaften, also an wahrem Eigen und nicht an Fahrhabe bestellte, um das Bestehen derselben im etwaigen Witwenstande zu sichern. Dies Nutzungsrecht erlosch mit dem Tode der Frau

An Eigennutz und Tand wird der Mensch erkannt.
nl] Eigenbaat is de toetssteen der menschen

An eim schwartzen Kessel reibt sich niemand weiß.

An ein faules (stinkend) Fass legt man keinen silbernen (kostbaren) Reif.

An ein Mädchen muss man immer von rechts herangehen.
Russland

An ein schlechtes Buch macht man keine silbernen Klausuren.

An ein schön Spiel denkt man gern.
fr] A beau jeu, beau retour

An ein stumpfes Messer braucht man keine goldene Klinge zu setzen. Soll am Messer eins von Blei sein, dann lieber der Griff als die Schneide.
Russland

An ein ungeschauts Tuch schlägt man kein Blei.

An eine alte Sünde darf man sich nicht erinnern.
Estland

An eine böse sache soll man einen trunck Wein gießen.
z] Mit dem Gegenteil einen Trunk tun, so wird sie vertragen

An eine böse Ziege bindest du deine nicht an.
Ruanda

An eine Hure gepicht sein.
z] Wir Deutschen reden, wer an eine Hur gepicht ist, der' u.s.w

An eine reine Quelle soll man mit reinem Eimer gehen.
Russland

An eine schwache (o. schwankende) Wand muss man sich nicht lehnen.
dk] Ondt er at støtte sig til ludende væg.
nl] Tegen eenen zwacken muur zal men niet leunen

An eine Wand, so den Fall droht, pisst kein Hund.

An einem Aalschwanz bleibt keine Klette hangen.

An einem Abend kann man nicht zwei Räusche haben.

An einem Abend verduftet, was den Sommer über erschuftet.

An einem alten buhler will jedermann ein Narren haben.

An einem alten Haus hat man immerdar (o. immer was) zu flicken.
en] An old sack asked much patching

An einem alten Knochen nagt selbst ein Hund nicht mehr.

An einem Alten und einem Buben ist jede Wohltat verschwendet.

An einem andern kann man leicht sehen, was man Lust zu tadeln hat.

An einem Bein nagen muss man nicht mehr.

An einem braven Herzen prallt das Unglück ab.
Spanien

An einem Christen stirbt nichts, nur sein Creutz und elend.

An einem Diamantenkoller hat sich schon mancher Frauen Tugend erhängt.

An einem Esel hast du einen Sohn, an einem Schwiegersohn hast du nur einen Esel.
Kurdistan

An einem Feste muss man keine Perlen verlieren.
Arabien (Denn man wird sie nicht wieder bekommen, weil an diesem Tage das Gesindel obenauf ist)
fr] Aux bonnes fètes les bons coups

An einem Filzhut Schnüre tragen.
i] Um allzu große Vorsicht zu charakterisieren

An einem Fuchs bricht man nicht Wildbann.

An einem Gaste und an einem Weibe hat man nach drei Tagen genug.

An einem Gaste und einem Weibe hat man nach drei Tagen genug.

Deutsche Sprichwörter
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