Spruchlexikon

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AdalbertMit Adalbert kommen die Schwalben.
Den 24. April. (S. Albertstod, Albertstag.)
AdalbertSt. Adalbert (24. April) ist des Ochsen Trost (Freude).
Der masurische Landmann gönnt an diesem Tage seinen Ochsen völlige Ruhe; er ist ihr Feiertag, wie der St. Georgstag (23. April) der Ruhetag der Pferde ist.
pl] Wojciecha wotowa pociecha.
AdamA peere Adem.
Jüdisch-deutsch, Warschau
Ein jähzorniger, aufbrausender Mensch. Von Ismael, dem Stammvater der Araber, heißt es 1 Mos. 16, 12: »Und er wird sein ein wilder Mensch ...«
AdamAdam an Ef woren zwên Eppeldâf.
AdamAdam hat das Obst gegessen und wir haben das Fieber davon.
AdamAdam hat genascht verbotne Bissen und wir müssen dafür büßen.
AdamAdam hatte sieben Söhne,
Sieben Söhne hatt' Adam.
Sie aßen nicht, sie tranken nicht,
Sie waren alle liederlich,
Sie machten's alle, so wie ich:
(der Deklamierende macht irgend etwas vor, das die Spieler nachmachen).
Vielbekannter Kinderspielvers
AdamAdam is in de Pott.
(Kleve)
Um zu sagen, dass nichts mehr da, dass alles aufgezehrt ist.
AdamAdam iss.
Von der Verführungsgewalt, welche das schwache Geschlecht seit Eva's Zeit über das starke ausübt.
Der Apfel aber, den Eva brach,
Bracht' uns in alles Ungemach
singt der Dichter, und Fischart leitet von diesem Spruche das Weiberregiment ab.
AdamAdam mit Naschen hat verricht', all das Übel, das uns anficht.
AdamAdam mit seinem naschen zuricht, dass vns nun alles vbel anficht.
la] Mala, mali, malo, contulit omnia mundo.
AdamAdam muss eine Eva ha'n,
Die er zeihe, was er getan.
Schildert die ziemlich allgemeine Neigung, in anderen den Grund unserer fehlerhaften Handlungen zu suchen; andere für die eigenen Dummheiten verantwortlich zu machen.
cz] Petr na Pavla, a Pavel na Havla.
AdamAdam schiebt die Schuld auf Eva, und Eva auf die Schlange.
dk] Adam gaf (skjöd) Skylden paa Eva, og Eva paa Slangen.
la] Se quisque absolvere gestit. - Transfert et proprias aliena incrimina culpas.
se] Adam sköjt skulden på Eva och Eva på ormen.
AdamAdam sulde eyns gebotis phlegen, das selbige bisher undervegen. Nu sulle wir leysten Xgebot und sint krenker den Adam, das weis got.
Haupt, Zeitschrift für deutsches Altertum, Neue Folge, 1. Bd.
AdamAdam sündigt im Paradies, Luzifer im Himmel.
Der Ort schützt nicht, nur die sittliche Macht im Menschen.
dk] Adam syndede i Paradis, Luzifer i Himmelen.
AdamAdam un Ev' wieren twa Deef. (Niedersachsen)
Adam und Eva waren zwei Diebe.
AdamAdam und Eva den Apfel aß; so entgelte ich, dass ich nie genas.
AdamAdam und Eva fuhren auf der Schlefa (Kinderschlitten), Adam vorne weg, Eva fiel in Dreck.
Schles. Provinzial-Blätter, 1871
AdamAdam und Eva ginga zusamma nach Huse. Adam hot a Krug zerschloan, Eva muss de Scherb'n troan.
Schles. Provinzialblätter, 1871
AdamAdam und Samson, David und Salomon, die hatten Wisheit unde Kraft, doch twang sie Wibes Meisterschaft.
AdamAdam, Samson, David, Salomon Weibslist beruckt, wer kan bestohn.
AdamAdam, was hast du getan!
AdamAdam, wo bist du?
Als jemand von einem Diebstahl erzählte, sagte er: »Wie ich mir nun das ansah, dacht' ich mir: Adam, wo bist du? Ich werde dich schon fassen.«
AdamAdams Apfelbiss bringt uns den Tod gewiss.
dk] Adam og san Eve, tagde store leve.
AdamAdams Apfelmus macht uns allen viel Verdruss.
AdamAdams Kinder sind Adam gleich.
hu] Kiki jól bele harapott az almába. - Kiki közülünk Adámfi.
AdamAdams Kinder sind alle von der Natur entweiht.
AdamAdams Kinder sind nicht alle gleich.
AdamAdams Kinder, geschwinde Finder, große Sünder.
AdamAdams Natur und Schuld lassen sich nicht mit Feigenblättern bedecken.
AdamAdams Rippe bringt nicht Heilung, nur die Grippe.
AdamAdams Rippe ist schlimmer als die Grippe.
Der Franzose sagt: sie bringt mehr Schaden als Nutzen: La côte d'Adam n'a pas tant de bien que da dam.
AdamAdams Rippen vnd Rebensafft hat mannichen in groß Armut bracht.
AdamAdams ryb vnd reiffennass macht manchen froe, der trurig was.
AdamAlles von Adam und Eva beginnen.
la] A linea incipere. - Ab ovo Ledae incipere.
AdamAls Adam den Apfel aß, ist ihm das Bitzzi in dem Hals stecken geblieben.
Bitzzi = das Kerngehäuse des Obstes.
AdamAls Adam hackt' (grub, reutet) und Eva spann, wer (wo) war da wohl ein Edelmann.
Do Adam reutte, vnd Euv span, wer was do ein eddelman. (Agricola)
Wer mehr sein will, als ein gewöhnlicher Adamssohn, muss sich durch edle Handlungen auszeichnen. Nicht Geburts-, sondern Verdienstadel flößt Achtung ein. Unter Kaiser Maximilian I. (1459-1519) hatte jemand obigen Spruch an eine Wand der kaiserlichen Burg geschrieben. Als der Kaiser es bemerkte, schrieb er darunter: Ich bin ein Mann wie ein anderer Mann, nur dass mir Gott die Ehre gan.
»Die frömmsten Edelleute fühlen zu einem Zweifel doch Beruf: Warum wohl Gott am fünften Tage nicht einen Herrn von Adam schuf.« - Diesen Spruch parodierend haben mehrere Hausbesitzer Berlins ihren Häusern folgende Inschrift gegeben: »Als Wilhelm wirkt und Bismark spann, Gott hatte seine Freude dran.«
mhd] Aller adel am ersten cham, von Eva und von Adam.
dk] Adam groo og Eva spandt, hvor fandtes da en adelsmand. - Adam fik en hak, og Eva fik en rok, deraf er al vor adels ferk.
en] When Adam delved and Eva span, where was than the gentleman?
Niederl.: Tom Adam spitte en Eva span, waar vond men toen den edelman?
la] Adam fodiente, quis nobilior, Eua nente. - Dum sarriret Adam, sua pensaque duceret Eva, fastus ubi tumida nobilitatis erat? - la] Qui genus jactat suum, aliena laudat. (Sen.)
se] När Adam plöjde och Eva spann, en hwar war då en adelsman.
AdamAls Adam sich gesonnt, wer war da wohl gevont (von Adel).
AdamAls Adam von eim apfel aß, all welt must entgelten dass.
la] Adam primus homo, damnauit secula pomo.
AdamAls Adam war tot, backte Eva kleineres Brot.
dk] Adam og saa Eve, bagede store leve, da Adam var död, bagedes mindre bröd.
en] Adam and Eve baked great loaves; when Adam was dead, baked Eve less bread.
se] Adam och Eva bakade stor lefva, när Adam var dôd, bakade Eva mindre bröd. - Adam och Eva slogos om slefa, när Adam var död, bakade Eva mindre bröd.
AdamDa Adam hackt (reut) vnd Eua span, wer war do ein Edelmann?
Da Adam den Acker bawet, vnnd Eua spann, wer was do ein Edelmann?
Das Sprichwort findet sich schon in den Prov. comm. von 1480. Der englische Prediger John Ball predigte, nachdem man ihn aus dem Gefängnis befreit hatte, vor etwa 20.000 Menschen über das Sprichwort: When Adam delv'd and Eve span, who was then a gentleman? John Ball wurde am 15. Juli 1382 als Unruhstifter geschleift, gehängt und geköpft.
Niederl.: Wie was die edelman doe Adam graf ende Eva pan?
la] Adam fodiente, quis nobilior, Eva nente. - Cum oret coniunx, et humum curaret Adamus vomere, ubi nomen nobilitatis erat?
AdamDas hat schon Odom an Chawe (Eva) erzählt, und Chawe hat drauf gesagt: eine alte Geschichte. (Jüdisch-deutsch)
Wenn jemand alte, längst bekannte Dinge und Geschichten erzählt.
AdamDe ôle Adam jökt em.
(Holstein)
»Wenn einem schon der Brotkorb hoch hängt, lässet einem doch der alte Adam nicht ungefoppet.«
Niederl.: De oude Adam zit er al vroeg in.
AdamDem alten Adam hofieren.
AdamDen alten Adam austreiben (ausziehen).
Literarisches Zentralblatt, Leipzig 1863
en] To put off the old man.
fr] Dépouiller le vieil homme.
it] Spogliarsi del vecchio uomo.
se] Afkläda sig den gamla menniskan.
AdamDen faulen Adam mit Sporen reiten.
AdamDen Herrn von Adam hat der Schöpfer gemacht am ersten Feiertag. Er tat es noch zum Überfluss, als alles fertig vor ihm lag.
AdamDer alte Adam guckt heraus.
Niederl.: Daar kwam de oude Adam weder boren. - De oude Adam kijkt uit de mouw.
AdamDer alte Adam lebt noch.
AdamDer alte Adam steckt noch in ihm.
fr] Vivre selon le vieil Adam.
AdamDer alte Adam.
Diese Redensart wird in den mannichfachsten Verbindungen gebraucht, stammt aber nicht aus der Bibel, sondern aus dem vierten Hauptstück des kleinen Katechismus von Luther, wo auf die Frage »Was bedeutet solch Wassertaufen?« geantwortet wird: »Es bedeutet, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße ersäuft werden soll.«
Den alten Adam ausziehen (ein anderer Mensch werden; - Paulus stellt den alten Adam als die Personifikation der Sünde und darum des Todes hin).
Nach Röm., 6, 6
AdamDurch Adams Fall ist Triptis verderbt, und Auma liegt daneben. In Weide ist kein Heller Geld und Neues kanns nicht geben. In Ziegenrück ist große Not, in Ramis ist kein Bissen Brot, in Pausa ist die Schwester, sind das nicht leere Nester?
Deutsche Romanzeitung, Nr. 42
AdamEr ist vff Adams Hochzeit gewesen, vnd hat Noe Wein helffen lesen.
AdamEs ist Adams Rhetorik, die Schuld auf andere schieben.
AdamEs ist, wie Adams Klage über den Verlust des Paradieses.
Von vergeblichem Gram, besonders vom Klagen um Verstorbene.
AdamGott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
1. Mos. 3, 9
AdamHerr Adam und Frau Eva lebten auf der Welt, saßen im Paradiese und hatten auch kein Geld.
Auf einem Strohhause zu Fischbach bei Baden.
AdamKeiner, so nit nach Adam smeke, und der Eva Unterröcke.
AdamNach dem alten Adam schmeckt jeder.
fr] Tous furent de Eve et d'Adam.
AdamNun heff ick den ôlen Adam recht utstâkt.
So sagt die holsteinische Hausfrau, um zu bezeichnen, dass sie ihr Haus von allem Unrat gereinigt habe.
AdamOhn Adam's Rib vnd guten Wein kan niemand recht frölich seyn.
AdamSeit Adam ist die Leibfarbe der Esel grau.
AdamSich über Adams Nabel streiten.
Um etwas sehr Unnützes oder schwer zu Entscheidendes. Von einem Streite, den man früher darüber geführt, ob Adam, als unmittelbar von Gott geschaffen, einen Nabel gehabt habe oder nicht.
AdamSo lang als Adam und Eva im Paradies.
D. h. nicht lange, wie die Theologen versichern, kaum einen Tag.
AdamSo lang man den alten Adam am Halse tregt, bedarf man des Salzens bis in die Grube.
AdamVon Adam an.
cz] Adam ova léta od zacátku sveta.
AdamVon Adams wegen.
Zum Beispiel verwandt, sehr entfernt.
Niederl.: Van Adam's wege. - 'T is vrende van Adam's ende. - Zij zijn familie van Adam's wege.
AdamWas Adam hat getan, das zeigt das Beinhaus an.
AdamWenn Adam auch ist tot, backt Eva dennoch Brot.
AdamWenn der alte Adam ausgetrieben, muss ein Engel das Paradies bewachen.
Es ist nicht genug, alte Sünden und böse Gewohnheiten abzulegen, man muss sich auch vor der Annahme neuer Fehler sorgfältig hüten.
AdamWenn der rechte Adam kommt, geht Eva mit.
Niederl.: Als de rechte Adam komt, gaht Eva meê.
AdamWer ist nicht Adams Sohn!
dk] U ore ulle Adams sönner.
AdamWir sein doch all von Adamsholtz.
AdamWir sind alle Adam's Kinder, ausgenommen der eine in Lumpen, der andere in Seide.
dk] Vi ere alle Adams sönner.
fr] Nous sommes tous de côte d'Adam. - Nous sommes tous enfants d'Adam.
Isl.: Aller ega aett til Adams ad telja.
Norw.: D'er alle Adams Born. - D'er Adams art i alle.
se] Adams born äro vi alla.
AdamWir sind alle Adam's Kinder, sagte der Bettler zum Edelmann.
(Brandenburg)
AdamWir sind von Adam her verwandt.
Um ein sehr entferntes Verwandtschaftsverhältnis auszudrücken.
AdamWo ein Adam stirbt, leben zwei junge auf.
AdamsapfelAdamsäpfel sind nie reif.
AdamsblattEin iderer (jeder) muss mit Adamsblatt sich bedekken.
Quirinus Kuhlmann in Sonnenblumen, Jena 1671.
AdamsgabelMit der Adamsgabel essen.
Zwei ausgestreckte Finger.
Niederl.: Eten met de Adamsvorken.
AdamsgerteMit Adamsgerten (penis) pfeffern (strafen).
Fastnachtsspiele
AdamskinderEs haben alle Adamskinder ein Würmlein im verbotenen Apfel gegessen.
la] Eva genus nostrum filicibus expulit arvis.
AdamskinderWir sind alle Adamskinder.
AdamsrippeEs ist eine üble Adamsrippe.
AdamstagWammer op Adam un Eva's dâg 'nen Appel iss, dann blîv einem de Ketsch (Kerngehäuse) em Stross (Gurgel, Kehle) stäche. (Köln.) - I, 477, 263.
AdeAde (Adje) sagen.
AdeAde, Liebe, ich kann nicht weinen; verlier' ich dich, ich weiß noch einen.
AdeAde, Tugend, ab' ich gelt, so bin ich lieb.
AdeAde, Welt, ade!
Gryphius.
AdeAdje, Welt, ich geh' ins Kloster.
AdeAdje, Welt, ich geh' ins Tirol.
AdeEr hat (der Welt) Ade gesagt (ist gestorben).
fr] Il a dit bon soir à la compagnie.
AdeTrostwort solcher, welche nicht gesonnen sind, in Werters Fusstapfen zu treten.
AdebarDe Arebor hett se in 't Bên büten.
Hausfreund, 1872
Man pflegt den Kindern zu sagen, wenn die Mutter infolge der Entbindung zu Bett liegt, der Storch habe sie ins Bein gebissen.
AdebarDe Arebor hett wat brät.
Hausfreund, 1872
Es ist ein Kind geboren.
AdebarDe Arebor soll kämen.
Hausfreund, 1872
Es wird Kindessegen erwartet. - Dar sall de Adebar kamen.
AdebarDôr sünt mêr Adeboars as Poggen.
Mehr Störche als Frösche.
AdebarJe dicker (zahlreicher) de Adebars, je dünner (seltener) de Pogge.
Je mehr gebraucht wird, desto knapper der Tisch, weil zu genau eingeteilt werden muss.
AdebarSprich nicht vom Adebar, der Storch ist ja noch nicht hier.
AdebarWer den Adebar (im Frühjahr) zuerst klappern hört, wird viel zerbrechen; wer ihn zuerst stehen sieht, wird faul; wer ihn zuerst fliegen sieht, fleißig sein.
AdebarWo Adebars sünd, dar sünd ok Poggen.
AdebarWûer de Adeboar bügt up 't Hus, treckt Gott as Früden in 't Hus.
Die allgemeine Volksanschauung bezeichnet den Storch als Glücks- und Kindbringer. In einigen Gegenden heißt er daher auch Heilebar, Heilebard. »Ein Hausadebar ist unserm Landmann heilig. Glück und Segen, glaubt er, wird ihm unter seinem Neste zu Teil. Auch hält er sich unter seiner Obhut vor Feuersgefahr sicher.« (Mecklenburg, 1790)
AdebarschnabelEinen Adebarschnabel maken.
Um zu sagen: eine lange Nase.
AdelAber wer het kein tugent nit,
Kein zucht, scham, er, noch gûte sit,
Den halt ich aales adels lär,
Ob joch ein fürst sin vater wer.
Sebastian Brant (1457-1521), Das Narrenschiff (1494), 76, V. großem ruemen
AdelAdel - Tadel.
So schön die Wörter reimen, so wenig vertragen sich die Begriffe. Adelig muss sein untadelig. Stammbäume nützen nichts, wo jede Tugend mangelt. Adel kommt von Tugend, und Edelleute sind nur die, welche edle Taten voll bracht. Ein Federstrich kann adelig machen, doch edel kann kein Kaiser machen. Kardinal Richelieu sagte: »Ich will so viel Herzöge machen, dass es eine ebenso große Schande sein soll, einer wie keiner zu sein.«
»Adel, tadel. Gelt ist der Adel, gelt ist ohne tadel.«
fr] Il n'y a generation où il n'y ait putain ou larron.
es] No ay generacion, do no ay puta o ladron.
AdelAdel allein bei Tugend steht, aus Tugend aller Adel geht.
it] La vera nobiltà male non fà.
AdelAdel allein bei Tugend steht, aus Tugend aller Adel geht.
fr] Noblesse vient de vertu. Aber auch: La source de noblesse est fraude et vitesse.
AdelAdel entspringt nicht aus Blut, er ist der Tugend Heiratsgut.
fr] La vraie noblesse est celle du coeur.
nl] De adel der ziel is meer waardig dan de adel des geslachts.
la] Nihil est nobilitas generis, nisi morum nobilitas adsit et humanitas.
AdelAdel gehet auss tugent.
AdelAdel gehet nicht für Ehrbarkeit.
AdelAdel gesellt sich nicht zu Plebs.
nl] Adel moet bij adel, en stront bij zijn' broêr wezen.
AdelAdel hat kein Erbrecht.
la] Miserum est, alienae incumbere famae. (Juvenal) - Nam genus et proavos et quae non fecimus ipsi. (Ovid) - Non genus virum ornat, generi vir sorti loco. (Accius)
AdelAdel hin und Adel her, wer edel tut, ist ein Edelherr.
dk] Adel her, adel der; hvo aedelt giör, vist adel er.
AdelAdel ist auch in der sittlichen Welt. Gemeine Naturen
Zahlen mit dem, was sie tun, edle mit dem, was sie sind.
Friedrich von Schiller (1759-1805), Gedichte, Votivtafeln, Unterschied der Stände (ged. 1796)
AdelAdel ist der Tugend kron vnd lohn.
AdelAdel ist ein sehr günstig Ding.
Wegen der bedeutenden Vorzüge, die dieser Stand genoss. Wer ihm angehörte, war vollständig frei. Mit dem Begriff der Freiheit verband die mittelalterliche Anschauung die Vorstellung von Gerechtigkeit, Weisheit, Tugend und alle löblichen Eigenschaften, während sie den Unfreien jede Schalkheit zumaß.
Altfries.: Diu adelheit is em seer gonstich thing.
AdelAdel ist nichts on Tugent.
AdelAdel ist sterblich, die Dummheit ist erblich.
AdelAdel ist von Bauern her.
fr] Le tiers estat est le seminaire de noblesse.
AdelAdel kommt von Natur und nicht von Amt.
Nach mittelalterlicher Anschauung ist der Adelige geborener Heerführer, Richter, Beamter. Alle Rechte und Ämter sind Folgen, nicht Ursachen seines Adels. Das Amt kann niemand adeln.
mhd] Adel komet von naturen unde nicht von ammecht.
AdelAdel macht den Kohl nicht fett.
nl] Adel is een arm geregt. - Adel is eene dunne schotelspijs.
it] La nobiltà è una magra vivanda in tavola del povero nobile.
AdelAdel muss man durch Tugend erstreben, er wird durch Geburt nicht gegeben.
fr] Nulle noblesse de paresse.
it] La nobiltá non s'acquista nascendo ma virtuosamente vivendo.
AdelAdel ohne Geld gilt wenig in der Welt.
en] Gentility without ability is worse than plain beggary.
it] La nobiltà poco si prezza se vi manca la richezza.
AdelAdel ohne Tugend ist eine Nussschale ohne Kern, ein Ei ohne Dotter.
AdelAdel ohne Tugend und eine Laterne ohne Licht leuchten beide nicht.
dk] Adel uden dyd er en lygh uden lys.
it] La vera nobiltà deve esser accompagnata con l'honestà.
se] Adel utan dygd är lykta utan ljus.
AdelAdel sitzt im Gemüte und nicht im Geblüte.
Entgegen der mittelalterlichen Anschauung, nach welcher lediglich der Geburtsstand das Maß der Tugend ist und Freiheit wie Eigenschaft im Blute rollt.
la] Stemmata quid prosunt, si virtus deficit omnis. - Virtute decet non sanguine niti.
se] Adel sitter i modet, icke i blodet.
AdelAdel stehet wohl bei Tugend.
AdelAdel und Stände muss man nicht mehr soutenieren, sagt Kaunitz.
Nämlich als sie nach dem Frieden von 1763 die weiteren Steuern verweigerten.
AdelAdel verpflichtet.
fr] Noblesse oblige.
Wahlspruch der Herzöge de Lévis u. a. Titel eines Romans von Friedrich Spielhagen
AdelAdel, Pfaffen und Fledermäuse, Huren, Juden und Filzläuse, wo die nehmen überhand, sind verloren Leut' und Land.
AdelAdel, Tugend und Talente sind nichts ohne Rente.
AdelAdel, Tugend, Kunst, sind ohne Geld umsunst.
Dadurch wird der Geldadel zum vornehmsten erhoben, obgleich er unstreitig der erbärmlichste ist. Der Geburtsadel lebt wenigstens in der Erinnerung ehemaliger Größe; der Geldadel aber nährt den dümmsten Stolz auf ein totes Metall und macht die Seele und die Finger zugleich schmutzig.
la] Nihil sine pecunia; hoc est: nisi habueris pecunias, nec nobilitas, nec scientia, aut virtus proderit.
AdelAdel, tugent, kunst seind on gelt vmbsonst.
AdelAdels Mutter ist die Ehre, Adels Tochter ist die Wehre.
AdelAdels Schwester ist Demut, kein Menschen sie verachten tut.
AdelAller Adel hat einen Misthaufen zum Vater und die Fäulnis zur Mutter.
AdelAlter Adel und alte Ritterschaft entsprießt dem Könige.
König oder Kaiser bezeichnen in der Rechtssprache des Mittelalters den Träger der höchsten Gewalt.
mhd] Aller adel unde alle ritterschaft enspruzit von dem koninge.
AdelAn Habe steh' ich arm,
Ein Los, infolgedessen auch der Adel sinkt.
Euripides (480-406 v. Chr.), Elektra, 37-38 (Landmann)
AdelArmer Adel frisst das Land.
Justus Möser vergleicht in einer erbaulichen Betrachtung den Staat mit einer Pyramide. Diese darf an der Spitze nicht zu dick sein, das heißt: die landesherrliche Familie darf nicht zu zahlreich sein, ebenso wenig darf sie in der Mitte eine zu große hohe Dienerschaft am Halskragen, oder zu viel unbegüterten Adel am Bauche haben. Unten kann sie nicht leicht zu zahlreich, zu stark und nicht leicht zu gut gefugt sein.
AdelAuch den alten armen Adel kan man mit eim Judenspieß erobern.
AdelAuch der Adel braucht die Nadel.
Der Höchste bedarf der Dienste der Niederen.
AdelAuf alten Adel leiht der Jude keinen Pfennig.
Wie viel der Christ?
AdelDann wer nicht ohne Tadel,
Der ist auch nicht recht vom Adel.
Johann Michael Moscherosch (1601-1669), Wunderliche und Warhafftige Gesichte Philanders von Sittewalt (1643) 3, Gesichte 6. Höllenkinder, Adels Urtheil
AdelDas kan der adel lychnam wol,
Bezalen mit dem hasen zol!
Mit leeren Worten.
Thomas Murner (1475-1537), Narrenbeschwerung (1512), 73, Uß einem holen hasen reden
AdelDein Adel ist verspilt, so du nicht selber fromb sein wilt.
AdelDem fehlt der Adel, der nichts kennt, als Tadel.
AdelDen Adel, zu dem du dich nicht kannst selbst erheben,
Kann auch kein Adelsbrief dir geben.
Daniel Sanders (1819-1897), 366 Sprüche (1892), Nr. 288, Adel
AdelDer Adel besteht in Stärke des Leibes bei Pferden, bei Menschen in guter Denkart.
Matthias Claudius (1740-1815), Sämtlich Werke des Wandsbeker Boten, Teil 1 (1775), Denksprüche aler Weisen
AdelDer Adel ist ein köstlicher Schmuck der bürgerlichen Gesellschaft. Er ist das korinthische Kapitell wohlgeordneter und gebildeter Staaten.
en] Nobility is a graceful ornament to the civil order. It is the Corinthian capitol of polished society.
Edmund Burke (1729-1797), Betrachtungen über die Revolution in Frankreich (1790), Abs. 231
AdelDer Adel ist nichts anderes, als der höhere Grad von Bildung, Ehre und Vaterlandsliebe, den man billig bei Personen aus guter Familie, die einer sorgsameren Erziehung als andere genießen können, voraussetzen darf.
Friedrich der Große (1712-1786), Sämtliche Werke (1789)
AdelDer Adel macht die Klöster reich und die Klöster den Adel arm.
Durch Fürsten, Grafen, Ritter u.s.w. wurden die meisten Klöster gestiftet und so reichlich begabt, dass ihre Familien den Verlust so vieler Güter empfanden und zuletzt in Armut sanken, während die Klöster aufblühten und in Ruhe die erhaltenen Reichtümer verzehrten.
AdelDer Adel muss einen Bogen haben und sollte die Trommel die Saiten (Sehnen) spannen.
nl] De adel moet eenen boog hebben, al' zou de drommel de pees spannen.
AdelDer Adel sieht sich als einen Obelisken an, dessen Spitze der Fürst und dessen Postament das Volk bildet.
Ludwig Börne (1786-1837), Gesammelte Schriften (1862-1863), Fragmente u. Aphorismen, 287
AdelDer Adel tut wie die Schwein, die Bawren wie die Hunde, die stehen nicht fest einer bey dem andern.
AdelDer Adel und der Hühnerhund machen die Liebe der Jäger zu den Hasen kund.
Chamfort sagt: »Der Adel sei der Vermittler zwischen dem Monarchen und dem Volke wie der Hühnerhund zwischen Jäger und Hasen.«
AdelDer Adel wohnt in keinem Kinderrocke.
AdelDer höchste Adel ist der, der sich von Herzen schreibt.
Peter Sirius (1858-1913), Tausend u. Ein Gedanken (1899), Würden u. Würde
AdelDer neubackene Adel vergisst, wie die Leute heißen.
AdelDer rechte Adel nicht aussen Geblut, sondern auss Tugend herspringen tut.
AdelDer Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man an sie glaubt.
Heinrich Heine (1797-1856), Reisebilder, Italien (1828-1829), Reise von München nach Genua, K. 9
AdelDess Adels Anfang ist der Vnedel.
AdelDie Geburt gibt die Schönheit wie den Erbadel; kluge Leute bilden sich nichts darauf ein.
August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761-1819), Falsche Scham (1798)
AdelDie Tugend ist der Maßstab des echten Adels.
Ulrich von Hutten (1488-1523), Schriften
AdelDie von Adel haben viel Schritt neher zur Tugend als der gemeine Mann.
AdelEchter Adel verletzt niemand.
fr] Vraie noblesse nul ne blesse.
AdelEinem seinen Adel benehmen.
AdelEines adels seind wir alle.
AdelEines Adels sind wir alle, sprach zur Perle die Glaskoralle.
Von denen, welche glauben adlig genug zu sein, wenn sie in äußerem Pomp erscheinen, ohne den Adel der Gesinnung zu besitzen.
AdelEr ist vom Adel, so die Nase an den Ärmel wischt.
AdelEr ist von Adel, er hat ein Grübchen im Kinn.
nl] Hij is zeker van adel, want hij heeft eene kloof in de kin.
AdelEr ist von gutem Adel; sein Vater ging mit einem Paar Ochsen zur Jagd.
(Schweiz) Spott auf die Neugeadelten.
fr] Il est gentilhomme, son père allait à la chasse avec un fouet.
AdelEs sind nie weniger von Adel gewesen, als da jedermann will vom Adel sein.
AdelFromm, redlich, weiß und milt,
Gehört inn deß Adels schilt.
Alter Spruch
AdelFür Adel kauft man (gibt) kein (Bäcker) Brot.
AdelIch bestreite, ... daß der Adel in Preußen unpopulär sei.
Otto von Bismarck (1815-1898), in der zweiten Kammer des preußischen Landtages (24. Okt. 1849)
AdelIch hielt die Tugend und die Wissenschaft
Für größre Gaben stets, als Adel sind
Und Reichtum.
en] I held ever
Virtue and cunning were endowments greater
Than nobleness and riches.
William Shakespeare (1564-1616), Perikles (1609) III, 2 (Cerimon)
AdelIch verachte den Adel, welchen bloß das Glück der Geburt erteilt, und der nicht durch persönliche Verdienste erworben und unterstützt ist.
Ulrich von Hutten (1488-1523), Schriften
AdelJe älter der Adel, je morscher der Baum.
fr] Cent ans bannière et cent ans civière.
la] Generosa in ortus semina exsurgunt suos. (Plaut.)
AdelJeder Adel hat seinen Tadel.
Auch der Beste hat seine Fehler.
fr] Nul sans vice.
AdelLass dem Adel seine Jagden, den Bauern ihre Kirchweih und den Hunden ihre Hochzeiten, so bleibst du in Ruhe.
AdelLebt der Adel ohn' Vernunft, so g'hört er in die Bauernzunft.
AdelMagel ist hartes Los!
Mein Adel macht mich nicht satt.
Friedrich von Schiller (1759-1805), Szene aus den Phönizierinnen des Euripides (ged. 1788) (Polynices)
AdelMan leugnete stets, und man leugnet mit Recht,
Daß je sich der Adel erlerne.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gedichte, Lyrisches, Ballade vom vertriebenen und zurückkehrenden Grafen (ged. Okt. u. Nov. 1813)
AdelMorscher Adel und steifer Knecht dienen ihrem Herren schlecht.
AdelNachdem der Adel hat angfangen, erblich auch an böse zu langen, hett sein würde vnd eigenschafft, wohl halb verloren seine krafft.
la] Postquam degeneres coeperunt nobilitati, nobilitas coepit in multis degenerare.
AdelNeugebackner Adel vergisst der Leute Namen.
AdelNicht Adel, adelicher stam, die Tat adelt, die man recht fürnam.
AdelNur wer ein Adler, sei von Adel!
Georg Herwegh (1817-1875), Gedichte eines Lebendigen (1841-1843), An den König von Preußen
AdelRechten Adel spürt man an adeligen Tugenden, nicht an Kleidern oder Ketten.
AdelSein Adel riecht nach Knoblauch und Pfeffer.
Sagt der alte Adel spöttisch vom späteren.
fr] C'est un noble de nouvelle Impression.
AdelSeinen Adel aus dem Geldsack haben (oder: auf den Geldsack stützen).
Von denen, die wegen ihres Vermögens eine vornehme Rolle spielen, ohne durch Bildung, Verdienst oder Geburt dazu berechtigt zu sein.
la] Generosus es ex crumena.
AdelSie ist an Geist und Herzen ohne Tadel,
Verbindlich gegen jedermann,
Und (was man fast nicht glauben kann),
Bei allem dem, von altem deutschen Adel.
Leopold Friedrich Günther von Göckingk (1748-1828), Sinngedichte (1772), Buch 1, Auf das Fräulein von ***
AdelSyt das der adel ist verdorben,
Hondt sy nach burgers töchtern geworben.
Thomas Murner (1475-1537), Narrenbeschwerung (1512), 37, Roßbreck schwymmen
AdelTugend ist der einzige (o. beste) Adel.
en] Nobility is the only virtue.
Wahlspruch Benjamin Franklins. Vgl. Decimus Junius Juvenalis (um 47-113), Satiren 8, 20
AdelVerdiene stets das Glück, das dir dein Stand gegeben,
Den Adel erbt man nicht, durch den wir ewig leben!
Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769), Sendschreiben an den jungen Herrn von. H. (1743)
AdelVon gutem Adel sein.
fr] Noble comme le roi.
la] Ab Eleabutadis ducit genus.
AdelVor allem Adel Tugend geht, mit Adel Tugend wohl besteht.
la] Nobilitas sola est atque unica virtus.
AdelWas der Adel unter adeligen Tugenden versteht, kann man zum Teil aus den Zunamen ersehen, den früher adelige Geschlechter führten. Bei den Dänen finden wir die gekrönten Juuls, die kühnen Vinds, die treuen Kruses, die schönen Marsvins, die guten Grubbs, die lustigen Brahes, die kostbaren Lyckos, die hochgesinnten Skrams, die beredten Parsbergs, die schwarzbärtigen Munks, die bösen Brusks u.s.w.
AdelWas hilfft Adel, wo kein Gelt ist.
AdelWer den Adel bloß im Namen hat, dess Stammbaum reicht nicht in den Himmel.
AdelWer in den Adel erheben will, muss selbst von Adel sein.
AdelWer seinen Adel adelt, ist adelig geadelt; wen nur sein Adel adelt, wird adelig getadelt.
AdelWer Tugend hat, ist wohlgeboren;
Adel ohne Tugend ist verloren.
Mittelhochdeutsch: Swer tugende hât, derst wol geborn;
Ân tugent ist edele gar verlorn.
Bridantes Bescheidenheit (1225-1240), 18, v. edele u. tugende
AdelWer will haben etwas zu schaffen,
Bemeng mit Adel sich unf Pfaffen.
Alter Spruch
AdelWo Adel vnd Ehr beysammen seyn, dabey gehet Ehr auss vnd ein.
AdelWo kommt der adel her?
Von Tugend, Lehr' und guter Wehr.
Der ist nicht adelig mehr,
Der aller drei ist leer.
Stammbuchinschrift (1657)
AdelheidAalheid un Klunkerfood danssen alle beid nich good.
(Holstein)
»Klunkerfood« heißt im Holsteinischen ein schwankender, hinkender Fuß oder Mensch. »Aalheid« ist das zusammengezogene Adelheid, scheint aber hier die Gans zu bedeuten, die in »Reineke Voss« Alheit heißt.
AdelheitAdelheit ist dreyerley, eine auss der Tugend, die ander auss der geschicklichkeit, die dritt auss der geburt oder reichtum.
AdelnDich adeln konnt' ein Federstrich,
Doch edeln kann kein Kaiser dich.
Lugwig Heinrich von Nicolay (1737-1820), Vermischte Gedichte (1778-1786), Sinngedichte
AdelnIch kann in einem Tag tausend adeln und zu Rittern machen; aber so mächtig bin ich nicht, daß ich in tausend Jahren einen Gelehrten machen könnte.
Kaiser Sigismund von Luxemburg (1368-1437, reg. 1410-1437)
AdelnWer adeln will, muss edel sein.
AdelnWer sich selbst adelt, der ist adelig.
it] Gentiluomini son quelli, che fanno le cose gentili.
AdelsbriefAdelsbrief' und Hofsuppen sind niemand versagt.
AdelsbriefAdelsbrief' und Hofsuppen sind zu Hof gemeiner (wohlfeiler) denn ein Bauernjuppen.
AdelsbriefEr hat wohl einen Adelsbrief (gekauft), aber die Bauern nennen ihn Vetter.
AdelsbriefEr trägt seinen Adelsbrief in der Tasche.
nl] Hij draagt zijnen adelbrief in den zak.
AdelsbriefMit einem Adelsbrief muss nie der echte Sohn
Minervens und Apolls begnadigt heißen sollen;
Denn edel sind der Götter Söhne schon,
Die muss kein Fürst erst adeln wollen!
Gottfried August Bürger (1747-1794), Gedichte (1796-1797), Auf d. Adeln d. Gelehrten
AdelschaftAdelschaft bringt Tadelschaft.
AdelsrechtAdelsrecht - Adelspflicht.
fr] Noblesse oblige.
AdelstolzAdelstolz sitzt auf einem Pferde von Holz.
AdelstolzEr ist so adelsstolz, dass er nur zum Herrn von Jesus betet.
AdelungDa soll der Adelung drein schlagen.
AdelungDa soll ihn doch der - Adelung holen.
Unwille über grobe Sprachfehler.
nl] Hij zal de grammatica krijgen.
AdelungEr ist mit dem Adelung über den Fuß gespannt.
Macht im Sprechen oder Schreiben grobe Verstöße gegen die Gesetze der deutschen Sprache.
Die Franzosen sagen: Er gibt dem Vaugelas Ohrfeigen (donner un soufflet à Vaugelas). - Claude Faure de Vaugelas war unter Kardinal Richelieu Mitglied der französischen Akademie und ein Hauptmitarbeiter an dem berühmten Wörterbuch. Zu der sprichwörtlichen Redensart hat aber besonders die von ihm unter dem Titel »Bemerkungen über die französische Sprache« verfasste Schrift Veranlassung gegeben.
dk] Priscianus faaer tit hug. (Priscianus graeder, naar en forseer sig mo grammatica).
nl] De grammatica voorlezen.
AderAder und Geld lassen sich nicht (ver)bergen.
AderDa sleit em kên Ader na.
Dazu ist er nicht geneigt.
AderDas geht mich mit keiner Ader an.
AderDe dredde Ader sleid naan Paen.
Durch das Wort: Die dritte Ader schlägt nach dem Paten hin, ist die Annahme der Kirche ausgedrückt, dass durch die Gevatterschaft eine geistige Verwandtschaft entstehe, die auf die Charakterbildung des Täuflings Einfluss habe.
AderDie Ader ist reich genug.
AderDie neunt' Ader g'rät 'n Thouten (Paten) nach.
(Franken)
AderDieselbe Ader zum zweiten mal öffnen.
AderEine Ader vom Narren hat jeder.
AderEine goldene Ader ist der Same zu allem Hader.
AderEr hat eine gute Ader getroffen.
Ein glücklicher Zufall hat ihn auf den Weg, sein Glück zu machen, gebracht.
fr] Il est tombé sur une bonne veine.
AderEr hat ihm die Ader geschlagen.
AderEr hat jhm die Ader recht troffen.
AderEr hat keine Ader von ihm (von seinem Vater).
Gleicht ihm in keinem Stücke.
AderEr hat keine gute Ader dazu.
Neigung und Geschicklichkeit fehlen ihm dazu.
AderEr hot nit kein jüdische Uder in sich.
Von Leuten, die sich über alle Religionsvorschriften hinwegsetzen.
AderEs is kaan jüdische Ader an 'm.
Es fehlt ihm der jüdisch-religiöse Sinn.
AderEs ist kein redliche Ader in jhm.
AderEs ist keine böse Ader an ihm.
In Holstein: Et is kên gode Ader in em.
AderEs ist keine gute Ader in ihm.
Er taugt durchaus nichts. Die Adern galten früher als Sitz des Seelenlebens.
AderEs wird oft einem die Ader geöffnet und tausende müssen bluten.
AderHe hett nene Ader van den Öllern.
AderIch bitte, mir eine Ader zu öffnen, sagte der Dieb, als man ihn zum Galgen führte, da der erste Aderlass vor dem Tode schützen soll.
AderIch denke mit keiner Ader daran.
nl] Daar is gen aan niga tyt, dat craan denkt.
AderLass zur Ader, lass purgieren und wenn der Kranke stirbt, begrab ihn.
Gegen die seiner Zeit herrschende und von einer ärztlichen Partei gepflegten Vorliebe für Aderlässe und Brechmittel, welche in vielen Fällen eher zum Tode als zur Genesung führten.
pt] Sangrai-o, purgai-o, e se morrer, enterrai-o.
es] Sangrarle y purgarle; si se murcere, enterrarle.
AderNachdem einer Adern hat, muss man ihn schneppen.
AderSie haben ihn zur Ader gelassen.
Ihm einen bedeutenden Verlust beigebracht.
AderSolange noch eine Ader in mir schlägt.
fr] Tant que l'âme me battra dans le corps (dans le ventre).
AderWenn du die Ader öffnest, so sei bereit, Blut zu sehen.
AderWer Ader lässt, muss den Puls schonen.
AderWer eine Ader öffnen will, streicht sie erst, eh' er schlägt.
Mit Glimpf richtet man am meisten aus.
AderWer eine Ader schlägt, muss auch verbinden können.
AderWer keine Ader öffnet, kann kein Blut fließen sehen.
AderWer nicht eine Ader vom Narren hat, ist kein Mensch.
AderlassDer Aderlass muss sich nach dem Arm richten.
AderlassDer erste Aderlass rettet das Leben.
dk] Förste aderladende frier döden.
AderlassDie Aderlässe sind zu meiden, so Bauern mit langen Eisen auf den Kirchmessen schneiden.
AderlassEin tüchtiger Aderlass.
AderlassWer von einem Aderlass ohnmächtig wird, taugt nicht zum Schnepper.
AderlassenAderlassen ist gut, so oft es von nöten tut; wer's nicht bedarf, dem ist lassen das Beste.
Das Aderlassen war im 17. Jahrhundert wie Essen, Trinken und Schlafen ein Lebensbedürfnis. Die Blutentziehungen erfolgten massenweise und waren in ein System gebracht. Ein Kölner Arzt (Avicenna N. Crusius) hatte in seinem »Regimen sanitatis« für alle Monate im Jahre eine feste Regel dafür gegeben. So heißt es: »Im Jenner ist gut Häuser bauen, Hochzeit machen, aber niemals Aderlassen. Im Hornung ist gut Hölzer spalten, warm sich halten und am besten - Aderlassen. Im Märzen ist gut Bäume schneiden und am Daumen Aderlassen« u.s.w. durch alle Monate. G. Hesekiel hat in einer Erzählung aus dem Dreißigjährigen Kriege diese Regeln vollständig verwoben.
AderlassenAderlassen ist gut, wenn es not tut; wer's aber nicht bedarf, dem ist lassen das best.
AderlassenAderlassen, Abführen und Beichten Leib und See' erleichten.
AderlassenBeim Aderlassen ist - Lassen das Beste.
Denn die Böhmen sagen: Zur Ader lassen, heißt den Nagel in den Sarg schlagen: Krev pustiti, hrebík v rakev vraziti.
AderlassenEs ist gut Aderlassen, wenn's dem Bader an Geld fehlt.
dk] Det er altid god aareladen, naar barskoren fattes penge.
AderlassenJemanden zur Ader lassen.
Jemanden etwas abnahmen, bildlich: das Geld abnehmen.
AderlassenMan kann wohl Aderlassen, man darf aber die Pulsader nicht fassen.
dk] Skulde den grove ader slaaes, vilde blodet snart löbe ham tit dödr.
AderlassenMan kann wohl andern zu Liebe Aderlassen, aber nicht - glauben.
AderlassenMan soll so zur Ader lassen, dass keine Ohnmacht erfolgt.
dk] Man skal saa aarlade undendanerne, at de ey fald i afmagt.
AderlassenSoll das Aderlassen bekommen wohl, so sei den ersten mäßig, den zweiten fräßig, den dritten toll und voll.
AderlassenWer aderlassen will, muss auch verbinden können.
dk] Hvo som vil aderlade, moa og kunnt forbinde.
AderlassenWer einen will zu Ader lassen, der muss ihn auch verbinden können.
ÄderleinEinem das Äderlein treffen.
»Ich habe jhnen das Äderlein getroffen, darumb seind sie rasend wider mich.«
ÄderleinEr hat ka(n) gutes Äderle am ganze(n) Leib.
(Ulm)
ÄdernA ädert mich ufn Tûd.
(Schlesien) Quält, martert.
ÄdernÄdern und rädern.
Luther
AdieuAdieu, Welt, nu reise äk na Tirol.
Ich verschwinde, gehe schlafen.
AdieuAdjeh, Liesken, sechs Dreier liggen up't Trepp'.
(Uckermark) Wird als Witzwort gebraucht, um sich scherzhaft oder spöttisch zu verabschieden.
AdieuAdjüs seggt 'n wenn 'n weggeiht.
(Pommern) Adieu sagt man, wenn man weggeht; als Ergänzung wird vorausgesetzt: Wenn man kommt, sagt man guten Tag. Das Wort wird nämlich gebraucht, wenn jemand kommt, ohne »guten Tag« zu sagen.
AdlerAdelers Federn tun großen Schaden, wenn sie unter fremde gemengt werden.
AdlerAdler brüten keine Tauben.
nl] Arenden brengen geene duiven voort.
it] D' aquila non nasce colomba. - Non è onore all' aquila il vincer la colomba.
AdlerAdler fangen keine Fliegen.
Edle und erhabene Naturen befassen sich nicht mit Dingen, die unter ihrer Würde sind. Hoher Sinn verachtet das Gemeine.
mhd] Ze großen dingen scholt dich piegen von chain adler vàhet fliegen.
cz] Orel much nelapá.
en] A goss-hawk beats not a bunting.
fr] L'aigle ne s'amuse point à prendre les mouches.
nl] Arenden vangen geene vliegen.
it] L'aquila non caccia (mangia piglia) mosche. - L' aquila non fa guerra ai ranocchi.
la] Aquila non captat muscas.
se] Örnen fångor inga flugor.
AdlerAdler fliegen gern allein.
»Der Starke ist am mächtigsten allein.« (Schiller)
AdlerAdler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.
Die Großen der Erde haben wohl große Macht, aber auch große Gewalt, wehe zu tun.
AdlerAdler kriegen nicht mit Fröschen.
AdlerAdler legen ihre Eier nicht in Spatzennester.
AdlerAdler zeugen Adler.
Großes stammt von wahrhaft Großem.
AdlerAn einem toten Adler rupft jede Krähe.
AdlerAuch ein Adler darf nicht zu hoch fliegen.
dk] Naar örnen fly ver for högt, saa braender han fierene.
AdlerAuch ein Adler kann nicht hoch fliegen, wenn er einen Balken am Bein hat.
Sorge und Kummer drückt auch einen kühnen Geist danieder.
AdlerBeschneide dem Adler die Flügel, er bleibt ein Adler.
AdlerBesser von einem Adler verzehrt, als von einem schwarzen Raben gefressen.
(Kronstadt)
AdlerDem Adler trägt es wenig Ehre ein, Besieger einer Taube sein.
it] Niuna gloria è ad an' aquila aver vinto una colomba.
AdlerDen Adler mit der Nachteule vergleichen.
Der Adler, der in die Sonne sehen kann, und die Nachteule, die nicht Tageslicht erträgt.
la] Aquilam noctuae comparas. (Martial)
AdlerDen Adler zum Hüter der Austernbank machen.
AdlerDer Adler erzeugt einen Aler.
Die Eule aber gebiert eine Eule.
(Russland)
AdlerDer Adler fängt keine Mücken.
Rollenh. Froschmeysler
AdlerDer Adler geht auf die Fliegenjagd.
Wenn sich große Männer zu sehr um Kleinigkeiten bekümmern.
la] Aquila venatur muscas.
AdlerDer Adler hoch von Muth hat furchtsam Tauben nie gebrut.
AdlerDer Adler ist wahrscheinlich aus dem Preußischen herüber gekommen, sagte der Österreicher zu einem Landjunker, der es nicht glauben wollte, dass der geschossene Vogel ein Adler sei, weil er nur einen Kopf habe.
AdlerDer Adler sieht das Luder wohl (oder: sieht wohl den Fang), aber nicht den Jäger.
AdlerDer Adler steigt allein, Kühe und Schafe gehen miteinander.
AdlerDie Adler nisten hoch vnd fallen doch auffen Boden.
AdlerDrumm ist nichts, dass man Adler führt,
Wann man den Adlers Mut nicht spürt.
Johannes Fischart (1546-1590), Ernstliche Ermanung an die lieben Teutschen usw.
AdlerEin Adler bleibt ein Adler, ein Schröter muss sich seines eigen Leubs behelffen.
AdlerEin Adler brütet keine Kibitzeier.
AdlerEin Adler fängt nicht Mücken (Fliegen).
it] L' aquila non mangia mosche.
AdlerEin Adler fliegt hoch, aber ein Königlein viel höher.
AdlerEin Adler fürchtet sich nicht, wenn auch hundert Staare um ihn schreien.
AdlerEin Adler hecket keinen Spatz.
AdlerEin Adler heckt keine Taube (kein Zeislein).
Aber eine Taube auch keinen Adler. - Dem Furchtbaren und Grausamen darf man keine sanfte, liebevolle Handlungsweise zutrauen.
fr] Un loup n'engendre pas une brebis.
it] D'Aquila non nasce colomba; oder: L'Aquila non genera colomba.
la] Aquila non generat columbam.
hu] Nem lesz a bagolynak soha sólyom fia.
AdlerEin Adler in Taten, eine Schnecke im Rathen.
AdlerEin Adler lässt sich auf keinen Rohrhalm nieder.
AdlerEin Adler schläft auch zuweilen.
AdlerEin Adler sieht sich nicht nach Holzböcken um.
Zwar entgehen sie seinen scharfen Augen nicht; aber er verschmäht es, sie zu verfolgen. Wahrhafte Größe verachtet das Kleinliche.
la] Aquila thripes aspiciens.
AdlerEin Adler wird eher das Fliegen vergessen - als dass dies oder jenes geschehen wird.
Abraham a Sancta Clara, Lauberhüttenfest, 1721
AdlerEin Adler, der zur Sonne will, muss nicht die Flügel hängen.
Mutlosigkeit verträgt sich mit großen Zwecken nicht.
AdlerEin alter Adler ist besser als ein junger Zaunkönig.
Von einem rüstigen und kräftigen Alter, welches vorzüglicher ist als manche Jugend; denn ein alter Adler ist einem Zaunkönige im besten Alter vorzuziehen.
AdlerEin alter Adler ist stärker als eine junge Krähe.
Ein rüstiges, kräftiges Alter leistet mehr als eine kraftlose Jugend.
la] Aquilae senectu, corydi juventa.
AdlerEin guter Adler hat den Schnabel stets gewetzt.
AdlerEin junger Adler kann mit seinem weichen Schnabel mehr ausrichten als ein alter Rabe mit seinem harten.
AdlerEin junger Adler, der nicht in die Sonne sehen kann, wird aus dem Nest geworfen.
dk] Den örne-unge, som ikke kand stirre paa selen, nedstödes af reeden som vanslaegtning.
AdlerEinem Adler steht die ganze Luft, dem weisen Manne die ganze Erde offen.
AdlerEinen Adler, der nicht soll in die Ferne blicken, muss man jung erdrücken.
AdlerEinen doppelten Adler machen.
Besonders von uneinigen Eheleuten, die einander im Bett den Rücken zukehren.
Auch: Den russischen Adler machen, um zu sagen: Einander erzürnt den Rücken kehren. - »Als hätten sie einen doppelten Adler präsentieren wollen.« (Grimmelshausen, Vogelnest)
Du kannst mit mir in Adler kommen. (Schwaben)
AdlerEr will den Adler fliegen lehren.
Jemanden darin unterrichten, worin er selbst Meister ist, also etwas sehr Überflüssiges und Undankbares tun.
la] Aquilam volare doces.
AdlerEs ist zu haben wie ein Adler in den Wolken.
Von etwas Großem, das nicht bald erreicht wird, oder von solchen, die andern weit überlegen sind.
la] Aquila in nubibus.
(Plutarch)
AdlerEs meint mancher, er sey ein Adler, und ist kaum eine Mücke.
AdlerGlaubst du, dieser Adler sei dir geschenkt?
Johann Friedrich Kind (1768-1843), Der Freischütz (ged. 1817-1818), I, 1 (Kaspar); komponiert von Karl Maria von Weber (Uraufführung 18. Juni 1821 Berlin)
AdlerJe höher der Adler schwebt, desto kleiner erscheint ihm die Krähe.
AdlerKann der Wurm im Staub berechnen wollen,
Wohin der Adler seinen Fittich trägt?
Karl Theodor Körner (1791-1813), Rosamunde (ged. 28. Okt. - 8. Nov. 1812), II, 2 (Richard)
AdlerKannst du ein Adler sein, so herrsche nicht bloß über Spatzen.
AdlerKannst du nicht ein Adler sein, halt dich wie die Schnecke fein.
AdlerKein Adler hackt dem andern die Augen aus.
Rollenh. Froschmeysler, 1595
AdlerMit einem Adler wird man keinen Zaunkönig fangen.
AdlerNicht wehrlose Tauben werden gezeugt vom beherzten Adler.
la] Neque inbellem feroces
Progenerat aquilae columbam.
Horaz / Quint. Horatius Flacc (65-8 v. Chr.), Oden (um 18 v. Chr.), II, 4, 31-32
AdlerNu muset der Adalar.
Der Kaiser wechselt, oder verliert nun die Federn.
AdlerUnd sollt' in aller Welt auch kein Adler leben,
Wer wird sich Eulen drum ergeben?
Johann Gottfried Herder 1744-1803), Gedichte, Alte Fabeln mit neuer Anwendung (ged. 1773), 15
AdlerWas man am Adler lobt, das tadelt man an Tauben.
AdlerWas zum Adler geboren ist, bleibt keine Krähe.
AdlerWenn auch der Adler stirbt, so wird die Eule noch nicht König.
AdlerWenn der Adler ausfliegt, kommen alle Kleinvögel zusammen.
AdlerWenn der Adler singet, so schweigen die vogel still.
AdlerWenn der Adler tot ist, kann ihm eine Krähe die Augen aushacken.
AdlerWenn die jungen Adler das erste mal ausflattern, fliegen die alten mit.
Älterliche Sorgfalt.
AdlerWenn es auch an Adlern fehlt, wird die Eule noch nicht Königin.
»Es wird doch niemand sich der Eulen Schutz ergeben, ob auch schon in der Welt kein Adler sollte leben.« (Pers. Rosenthal)
AdlerWenn sich die Adler einst einmal auf den Mäusefang legen, dann jagen sie nie mehr einen Hasen auf.
AdlerWer beim Adler keine Hilfe findet, darf sie nicht bei der Eule suchen.
dk] Den ey kand faae hjelp af örnen han söge den ey hos uglen.
AdlerWer ein Adler sein kann, muss sich nicht unter die Krähen mischen (muss keine Krähen regieren).
la] Aquila cum esse queas inter graculos primus ne opta.
(Nazian.)
AdlerWer nicht hat des Adlers Augen, muss der Sonne Strahlen weichen.
Friedrich von Logau (1605-1655), Deutsche Sinn=Getichte (1654), Mittelweg
AdlerWo der Adler nistet, kleckst die Schwalbe nicht an.
Klopstock, Gelehrtenrepublik, 1774
AdlerWo der Adler zu schwach ist, muss der Zaunkönig helfen.
AdlerWo ein Adler nicht fortkann, findet die Fliege zehn Wege.
Oft ist die Größe beschwerlich; auch Kleinheit und Niedrigkeit haben ihre Vorteile.
AdleraugenAdleraugen sind nicht Eulenaugen.
AdleraugenEr hat Adlersaugen, siehet vonn weiten durch neunfach, wie vil gelt einer im seckel habe.
AdleraugenEr sieht mit Adleraugen um sich.
Sehr scharf und genau.
AdlerfittichEs fliegt auf Adlerfittichen.
Um den schleunigen Gang einer Sache zu bezeichnen.
AdlersfederAdlersfedern haben immer die fetten Taubenfedern verzehrt.
AdlersfederAdlersfedern verzehren die Taubenfittiche.
AdlersfederAus Adlersfedern macht man Pfeile.
Daher, sagt der Perser, wird der Adler durch seine eigenen Schwingen gefällt.
AdlertagEin Adlertag ist ein Fliegenjahr (od. Mückenjahr).
AdligAdeliger als Kodrus.
(Griechenland)
Spott auf die, welche sich verrauchter Ahnenbilder rühmen.
AdligAdlig und edel sind verwandt wie Rossschweif und Fliegenwedel.
AdligAdlig und edel sind zweierlei.
AdligAdlig und tugendsam schicken sich gar wohl zusamm.
fr] Noble et vertueux.
AdligAdlig was ehrlich.
se] Adlig och ärlig.
AdligAdlig wie ein Stiftsherr.
Höfer, Erzählungen, Stuttgart 1855
AdligDas heißt adelig gelebt, wenn man nach Tugend strebt.
en] He is noble, that hath noble conditions.
AdligDenn mancher edeln Stammes (adlig) ist ein Bösewicht.
Euripides (480-406 v. Chr.), Elektra (um 416 v. Chr.), 551 (Greis)
AdligDer heget adelig Gemüt,
Dem selbst der Mut in Freiheit blüht.
Johannes Fischart (1546-1590), Bündnuß v. Verain d. Freien Stätt Zürich, Bern u. Straßburg (1588)
AdligEin adelich's Gemut
Tut von sich selbst das Gut'.
AdligGeh' mal ins Beinhaus
Und such' einen adligen Schädel heraus.
Alter Spruch
AdligNichts ist Adlig, Ehrlich ist dess Adels Gebärerin.
AdligOft der adelig und verständig ist, der Bauern und Unflätern dient zu Tisch.
AdligWas hilft es dich, wann deine Voreltern herrlich und ehrlich seind gewest, du aber nit? Wann du von den Eltern das Leben hast und nit das löbliche, so bist du nit adelich.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Judas, d. Ertz=Schelm (1689-1695)
AdligWas recht adelig und tugendhaft, ist auch schamhaft.
AdligWer adelig tut, den will ich halten für edel.
AdligWer sich adelig hält, der ist adelig (edel).
it] Colui è nobile, che nobilmente si comporta.
AdligeSie ist mit einem Adligen einmal von der Bank gefallen.
fr] C'est une Demoiselle faite à la hâte.
AdligeVerachtet steht der Edle (Adlige), welcher dürftig ist.
Euripides (480-406 v. Chr.), Phönizierinnen, 442 (Polyneikes)
AdmiralDer Admiral hat geschossen.
Der Gastgeber beginnt die Mahlzeit und die Gäste folgen seinem Beispiel. Von einer Flotte entlehnt, wobei vom Admiralschiffe durch Schüsse die Zeichen für das Verhalten der andern Fahrzeuge gegeben werden.
AdmiralEin guter Admiral bekümmert sich auch um die Mäuse auf seinem Schiff.
AdmiralMan kann leichter einen Admiral schaffen als eine Flotte.
AdressbüroEr (Sie) ist ein wahres Adressbureau (Stadtklatsche).
fr] Cette femme est un vrai bureau d'adresses.
AdressenAdressen zeigen großen Mut, denn sie kosten ja kein Blut.
AdresskalenderSie ist ein lebendiger Adresskalender.
AdresskalenderSie werden im Adresskalender nachgesehen haben, sagte der Knabe, als der Lehrer fragte, wie die Weisen aus dem Morgenlande die Wohnung des Christkindes aufgefunden haben.
AdulationDas Frewlein Adulatio trumpelt Kayser, Chur- Fürsten, Graffen vnd Obrigkeiten auffm maul, vnd müssen tun, was sie haben will.
AdventVor Advent den Donnerschlag, das Korn gar wohl vertragen mag.
AdventWenn der Advent viel Duft aussend't, er viel Obst den Bauern spend't.
(Eifel)
AdventWenn im Advent das Wetter mild, und sich Morgen- und Abendrot zeigt, so missrät das Korn und bekommt im Mai die Röte.
AdventWenn's im Advent viel Biecht git, so git's im nächste Jahr vil Obs.
(Solothurn), Biecht = Duft, gefrorner Nebel.
AdventwocheWenn in der ersten Adventwoche gut Wetter ist, so bleibt's gut bis Weihnacht.
(Luzern)
AdvokatAdvokaten - Schadvokaten.
Daher entbrannte der Zorn des deutschen Volks nach der Freiheitsschlacht unter Hermann am heftigsten gegen die römischen Advokaten, deren Justizkunst sie für eitel Rechtsverdrehung achteten, so dass keiner am Leben blieb.
it] L'avvocato non ha l'occhio alla borsa del cliento, ma alla sua.
AdvokatAdvokaten - Teufelsbraten.
(Schaumburg)
In den Vereinigten Staaten Nordamerikas befanden sich Anfang 1868 37.396 Advokaten; im Staate New York gab es deren 5.205, in Pennsylvanien 6.623, Ohio 2.360, Westvirginien 346, in der Stadt Pittsburg 210, Washington 266, Philadelphia 695, Cincinnati 330, New York 2.632. (Wächter am Erie, 1868)
AdvokatAdvokaten haben lange Tagewerke.
Sprichwörter wie diese, welche das Volksurteil über einen ganzen Beruf, über eine Genossen- oder Religionsgesellschaft, über einen Stand u.s.w. aussprechen, sind nach der Zeit zu beurteilen, in der sie entstanden sind. Sie fordern zwar zu Vergleichungen mit unsern gegenwärtigen Zuständen heraus; man würde sie aber missbrauchen, wenn man das, was sie unter andern Verhältnissen ausgesprochen haben, ungeprüft ohne weiteres auf die jetzigen anwenden wollte.
AdvokatAdvokaten leben nicht von Prozessen, sondern von der Elle, womit sie sie messen.
AdvokatAdvokaten lieben Dukaten.
it] Agli avvocati piacciono i ducati.
AdvokatAdvokaten und Ärzte leben gut von anderer Schaden.
dk] Lov-kjön og barsker have gavn af andres skade.
AdvokatAdvokaten und Lachse machen oft seltsame Sprünge.
AdvokatAdvokaten und Maler können leicht aus Weiß Schwarz und aus Schwarz Weiß machen.
dk] Lov-kjön og maler kand snart gjöre hvidt hvad sort er, og sort hvad hvidt er.
AdvokatAdvokaten und Soldaten sind des Teufels Spielkam'raden.
Versteht sich, mit Unterschied. Ein tüchtiger, redlicher und mutiger Advokat ist die beste Schutzwehr gegen Willkür, Ränke und Rechtsverdrehung. Wo es in unsern Tagen einen Rechtskampf des Volks galt, da haben wir stets die hervorragendsten Namen dieses Standes in den vordersten Reihen erblickt. Solche Elemente aber, die das Recht verdrehen und das Volk ausbeuten, finden wir auch in andern Ständen. Langbein hat dies Sprichwort in einem Gedicht behandelt.
fr] Si enfer n'est plein, jamais n'y aura d'advocat sauvé.
AdvokatAdvokaten und Wagen gehen nicht ohne Schmiere.
AdvokatAdvokaten und Wiegen sieht man 'über und 'nüber fliegen.
»Etliche Advokaten sind wie eine Wiege, die bald hin-, bald herwankt.«
AdvokatAdvokaten werden leben, solange es ein Mein und Dein wird geben.
AdvokatAdvokaten, die sich lassen die rothen Mänlein betriegen vnd bovem in lingua tragen.
AdvokatAdvokoten un Wagenreader möt beide smeart weren.
(Westfalen)
AdvokatAn dem is 'n Avkate verdorben.
(Schaumburg)
AdvokatAn eines Advokaten Tür muss man nicht mit eisernem Hammer klopfen.
it] Alla porta dell' avvocato altro ci vuol che martello.
AdvokatDa sölt de Afkaaten nix vun hebben.
(Holstein)
Das wollen wir unter uns ohne Prozess und Streit abmachen.
AdvokatDas kann einen philadelphischen Advokaten in Verlegenheit setzen.
(Nordamerika)
Ein amerikanischer Advokat hat mehr Schwierigkeiten zu überwinden, um sich in seinem Fache auszuzeichnen, als irgendein Advokat in der Welt, weil er nicht nur die englischen Gesetze, sondern auch die Statuten jedes Staats der Union kennen muss. Für die scharfsinnigsten in der Beweisführung und die tüchtigsten in wissenschaftlicher Rechtskenntnis gelten die Rechtsanwälte Philadelphias. Ihr Ruf ist in dieser Hinsicht so begründet, dass er zu obigem Sprichwort Veranlassung gegeben hat.
AdvokatDas muss ein schlechter Advokat sein, der Wasser trinkt.
AdvokatDem Advokaten, Beichtvater und Arzte muss man nichts verschweigen.
Beim Beichtvater wird es wohl so genau nicht genommen; wenn aber Advokat und Arzt helfen, wenn sie den Kranken oder den Gegenstand des Prozesses nicht falsch behandeln sollen, so dürfen ihnen auch die geringsten Umstände nicht verschwiegen bleiben.
it] Al medico, e all' avvocato non tener il ver celato.
la] Stultorum incurata pudor malus ulcera colat. (Hor.)
es] Al confesor, médico y letrado no le hayas engañado.
AdvokatDer Advokat ist dem Silber hold, der Richter liebt das Gold.
it] La borsa trema innanzi la porta del giudice e dell' avvocato.
AdvokatDer Advokat kann die Sache führen wie er will, wenn sie nicht vor seiner Tür liegt.
Man urteilt über Dinge, die uns nicht selbst betreffen, in der Regel anders.
AdvokatDer Advokat zieht den Prozess wie der Schuster das Leder.
AdvokatDer Advokaten Beutel und der Hölle Rachen sprechen nie: es ist genug.
AdvokatDer beste Advokat, der schlimmste Nachbar.
AdvokatDer Teufel, denn er hat alle Advokaten auf seiner Seite!
Karl Julius Weber (1767-1832), Demokritos (1832-1840), Die Juristen u. Advokaten, Antwort des Dekans Swift auf die Frage eines Advokaten, wer gewinnen würde, wenn Geistlichkeit und der Teufel miteinander prozessieren würden.
AdvokatDes Advokaten Feder ist ein Winzermesser.
it] La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia.
AdvokatDie Advokaten fressen Geld.
AdvokatDie Advokaten lernen das Aufspielen von den Richtern.
AdvokatEin Advokat und ein Wagenrad wollen geschmiert sein.
AdvokatEin Advokat wie Pilatus.
Der erklärte: »Ich finde keine Schuld an ihm« und gab den Angeklagten den Anklägern preis. Ungefähr dasselbe Verfahren, als wenn eine Volksvertretung beschließt: »Dem Petenten ist Unrecht geschehen, darum wollen wir zur Tagesordnung übergehen.«
AdvokatEin gescheiter Advokat ist im kleinsten Gässlein zu finden.
AdvokatEin schlechter Advokat, der nicht einen Prozess verlor.
Sachsen
AdvokatEinem Advokaten träumt sein Lebtage von Hader und Zank.
AdvokatEn Afkâte ône Leigen, en Jude ône bedreigen, 'ne Zêge ône Bârd, dat sint Dinge sellener Ard.
AdvokatFürr Affekâten un Beddelbrod, do bewahre uns de lewe God.
AdvokatGute Advokaten sind schlimme Nachbarn.
Weit mehr gewiss schlechte (Winkeladvokaten).
fr] Bon avocat, mauvais voisin.
it] Nessun buon avvocato piatisce mai. - Un buon avvocato è un cattivo vicino.
AdvokatJe mehr Advokaten, je mehr Prozesse.
Man könnte vielleicht ebenso richtig sagen: Je mehr Schneider, je mehr Kleider.
AdvokatJunge Advokaten und verlorene Prozesse stehen beieinander wie am Brunnen die Kresse.
fr] Jeune avocat, procès perdu; jeune médecin, cimetière bossu.
AdvokatManchen Advokaten muss man goldene Lichter anzünden, wenn er das Recht suchen soll.
AdvokatMit Advokaten rechten, heißt mit dem Teufel fechten.
it] È cosa difficile litigar contro un avvocato.
AdvokatSein Advokat brauchte selber einen Advokaten.
dk] Diu forlover behöver en anden forlover.
AdvokatSieht dein Advokat den Lohn, so trägst du den Sieg davon.
AdvokatSoll dich ein Advokat berathen, so sei nicht sparsam mit Dukaten.
AdvokatVor Advokaten und vor Bettelbrot behüte uns der liebe Herregott!
AdvokatWat de Advokat gebört, wat de Richter kört. (Ostfriesland)
AdvokatWenn Advokaten reden von Vergleich, dann sind die Clienten arm und sie sind - reich.
AdvokatWenn der Advokat tut, was sein Gewissen befiehlt, so glaubt der Blinde, was seine Augen sehen.
AdvokatWenn en Afkâte störwet, sau folget de Düvel se Grawe.
AdvokatWenn sich die Advokaten streiten, muss der Bauer die Kosten bezahlen.
Die Russen: Der Krieg zwischen den Eulen und Raben gereicht dem Landmann zum Vorteil.
AdvokatWie machend's unsre Advokaten? So machen sie's: Sie stönd halte hinter d' Stubentür und gend de Lüte d' Wort letz für.
AdvokatenbartAdvokatenbart - böse Art.
fr] Barbe d'avocat, qui croît par articles.
AdvokatenfederAdvokatenfedern und Winzermesser schneiden gleich gut.
it] La penna dell' avvocato è un coltello di vendemmia.
AdvokatengewissenDurch ein Advokatengewissen kann man mit einem Fuder Heu fahren.
(Westfalen)
fr] Tout avocat beau diseur ressemble a besoin de jongleur.
la] Causidicus pluit iscalatorius.
AdvokatengewissenEr hat ein Advoketengewissen.
Ein weites Gewissen.
en] He has a lawyer's conscience.
AdvokatenhausEin Advokatenhaus ist mit Narrenköpfen gepflastert.
fr] Les maisons des avocats sont faites de la teste de fols.
AdvokatenkniffeEs sind Advokatenkniffe.
AdvokatenratAdvokatenrat ist teuer.
AdvokatenstreicheDie Advokatenstreiche verstehen.
AdvokatenstreicheEs sind Advokatenstreiche.
AdvokatenstückchenEs ist ein Advokatenstückchen.
AdvokatenzungeAdvokatenzungen müssen mit Gold geschmiert werden.
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