<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Dem werd de Kuckuck ön a Pelz (o. ön e wollen Strömp) schieten.
i] Wenn jemand die Winterkleider zu lange in den Sommer hineinträgt.

Dem werd' es leid, der's übel deut'.

Dem werd' ich auch einmal das Geschwür stechen.
Posen

Dem werd ich die Backen streichen.
Troppau
i] Ich will ihn derb ausschelten

Dem werd' ich einen Zinken stechen.

Dem werd' ich's malen.

Dem Werden den Charakter des Seins aufzuprägen - das ist der höchste Wille zur Macht.
Nietzsche, Der Wille zur Macht

Dem werden die Zähne los.

Dem werden sie die Würmer abtreiben.

Dem Werke die Krone aufsetzen.
la] Summum fastigium imponere. Cicero

Dem Wetter und den Frauen ist nicht zu vertrauen.

Dem Widder folgen die Lämmer.

Dem Wiesel die Eier anvertrauen.
ndt] De strutste (kühnsten) Wezels zuipen (saufen) de beste Eiers.
nl] De strutste wezels zuipen de eijeren uit.

Dem wil ek de Fibelen (Fibel) vorlesen.
i] Den Text lesen

Dem Wild ist nirgends wohler als im Wald.

Dem wilden Ochsen entkam ich, die wilde Kuh stand mir gegenüber.
Sumerer
i] Unser: vom Regen in die Traufe kommen

Dem will i d' Lüs (Läuse) abe tue.
i] Spricht eine Drohung aus, wie auch folgende Redensarten: Dem will i der Pflanz mache. I will mit em z' Bode rede. I will em de Kavelantis mache. I will ems itrîbe. I will em zünde (heizünde). I will em für's Wätter lüte. I will em der Zäcke läse. I will em der Binätsch erläse. I will em d' Gräth erläse. I will en b'schlo, dass er nid muss für en andere Schmidte goh. I will dir zeige, wo der Zimberma's Loch g'macht het. I will der zeige, wo d' Katz im Heu lit. I will dir lehre d' Kappe kehre. I will dir no lehre Haber bicke. I will di zum Brunn füere as d' vo sälber lehrst sûfe. I will der gukge. I will der 's Heu dünner schüttle. I will der 's Messerli wider gê. I will der d' Zunge lüpfe.

Dem will i die Hous'n g'roacht moachen.
Franken
hdt] Dem will ich die Hosen gerecht machen, anpassen, den Meister zeigen.

Dem will ich auf den Nabel spucken.
Breslau
i] Als Drohung.

Dem will ich auf die Nieren treten.

Dem will ich das Maul stopfen.

Dem will ich den Himmelspass visieren.
i] Es sind auch von Priestern im buchstäblichen Sinn Himmelspässe ausgestellt worden. Noch im Jahre 1764 wurde in einer deutschen Universitätsstadt ein Mensch zum Galgen geführt, der in der einen Hand eine Zitrone, in der anderen einen versiegelten vom Pater unterschriebenen Pass an den heiligen Petrus hatte.

Dem will ich den Marsch blasen.

Dem will ich den Rost heruntertun.
Nürtingen
i] Sagen, wo er her ist, wo Bartel Most holt, was er nicht weiß, will ihn ab- und ausputzen.

Dem will ich des Nachts in keinem Hohlwege begegnen.
z] Sodanen mocht uns bi dage moten, he schölde uns ser vruntlik groten; queme he bi nachte in unse gemot, he dede uus quat unde nummer got.

Dem will ich die Blatter aufstechen.
Kammnitz
i] Drohung, durch Züchtigung die Bosheit austreiben

Dem will ich die Hosen spannen.
i] Für durchprügeln

Dem will ich die Motten ausklopfen.

Dem will ich die Tauben ausnehmen.

Dem will ich die Wache ansagen.

Dem will ich eine hineinhauen, dass er die Engel singen hört.
Oberösterreich

Dem will ich Feuer unter den Schwanz machen.
Nürtingen
i] Zur Eile antreiben. Vom Wettrennen entlehnt

Dem will ich Füße machen.
Nürtingen
i] Zur Eile anspornen

Dem will ich 'ne Dachtel geben, dass er denken soll, Ostern und Pfingsten fallen an einem Tage.

Dem will ich sagen, was er nicht weiß.
Rottenburg

Dem will ich sagen, wo Bartel Most holt.

Dem will ich sagen, wo er her ist.
Nürtingen

Dem will ich vors Quartier rücken.

Dem Willen des Kindes ist nicht zu trauen.

Dem Willigen geschieht keine Gewalt.

Dem Willigen ist gut winken.

Dem Willigen kann man leicht winken.

Dem Willigen lege nicht zu viel auf.

Dem Willigen lege nicht zuviel auf.

Dem Wind und dem Narren lass seinen Lauf.

Dem Wind und dem Narren muss man seinen Lauf lassen.

Dem Winde blasen helfen.

Dem Winde das Wehen verbieten wollen.
i] Vergebliche Arbeit.

Dem Winde der vertraut, der auf Jungfrauen baut.

Dem Winde einen Sturm nachsenden.

Dem Winde folgen.
nl] Hij volgt den wind.

Dem Winde und dem Narren muss man Platz machen.
es] Al loco y al aire, darle calle.

Dem Winde und Narren lass seinen Lauf.

Dem wird auch der Hund den Leichenstein setzen.
z] Auf ihn passt Kästner's Wort: Ihr Hund macht den Rücken krumm, setzt ihm ein Epitaphium.

Dem wird auch der Hund den Leichenstein setzen.
z] Ihr Hund macht den Rücken krumm, setzt ihm ein Epitaphium.

Dem wird auch die Katze den Magen nicht verschleppen.
i] Von einem Vielfresser, mit dessen Magen eine Katze nicht fort kommt, so rasch verdaut er.

Dem wird das Süße nicht, der das Sauere nicht geschmeckt.
en] He deserves not the sweet tat will not taste the sour.
sd] Den är icke wärd det söta som aldrig haar smakat det sura.

Dem wird die Hölle heiß, dem zwei Teufel das Feuer schüren.

Dem wird die Nase nicht abgeschnitten werden, dem sie abgeschnitten ist.
Hindus

Dem wird die Zeit nicht lang, der sie füllt mit Arbeit aus.
bm] Čiň to, čiň jiné, tak ti čas mine.

Dem wird eine Spule leer laufen.

Dem wird in Rom eine Feige gewiesen (wird verhöhnt), der nicht nimmt, was ihm gegeben wird.

Dem wird keine Kusshand mehr zugeworfen.

Dem wird keine Maus Speck aus dem Arsche fressen.
z] Wo köndten die Pomerische Säw' und Beckermohren gedulden, dass jbnen die Mäuss also Spannen tieff aus dem Arss Speck nagen, ja gar Nester hinein tragen und Hochzeit darinn halten, wann sie nicht stäts im trog legen.

Dem wird keine Maus Stroh in den Arsch tragen.
z] Denen keine Mauss Stro im Ars trägt.

Dem wird 's Maul noch scheel vor lauter Nein sagen.
Rotttal

Dem wird schon vor Raupen bange, wen einst gebissen eine Schlange.

Dem wird vertraut, der auf Jungfrauen baut.

Dem wird's im Himmel auch nicht besser gehen.

Dem Wirt der Gast ist lieb und wert, bis der Säckel ausgeleert.

Dem Wirt im Hause steht es frei, auch unter das Bett zu machen seine Streu.

Dem wohl geschieht, solls im gedächtnis han, der wohl tut, sol nicht denken dran.

Dem Wohlerzogen ist jedermann gewogen.

Dem Wohlmeinenden ist wohler, als dem Wohlwissenden.

Dem Wohltäter bezahlt man stets mit Schlechtem.

Dem Wolf braucht man den Weg (in den Wald, oder zu den Schafen) nicht zu zeigen.

Dem Wolf das Lamm in Obhut geben.
Russland

Dem Wolf das Schaf, dem Fuchs die List, den Frauen Lob gefällig ist.
z] So nimmt der ochs der krippen war, also ist d' natur wunderbar.
la] Fit melior laudando bonus, pejorque malignus, cautior astutus, simplicior stolidus.
la] Vulpes uult fraudem, lupus agnum, foemina laudem; bos ad praesepe conatur currere saepes.

Dem Wolf den Weg in den Wald zeigen.
bm] Ukazovati vlku do lesa cestu.

Dem Wolf entgeht man nicht so leicht als dem Bären.

Dem Wolf gefällt keine Predigt besser als über Lammfleisch und Schöpsenbraten.
bm] Rci vlku páteř, a on volí kozí mateř.
bm] Vlkovi mluv: nebe! on zuby vyceří na tebe.
pl] Mów wilku pacierz, a on woli kozią macierz.

Dem Wolf ist bange vor der Grube.
mhd] Dem wulfe is leide vor de kule.
la] Antra lupus, laqueos formidat subdola vulpes.

Dem Wolf ist's schnuppe, wie teuer der Esel war.
Kurdistan

Dem Wolf lief er davon, da geriet er dem Bären vors Maul.

Dem Wolf muss man den Kopf abschneiden, ehe er die Schafe zerrissen hat.

Dem Wolf und dem Schwein entkommt auch die Seele nicht.
Estland

Dem Wolfe beichten.

Dem Wolfe das gefressene Schaf abjagen wollen.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Dem Wolfe das Lamm abjagen (wollen.)
la] Ex ore lupi.
la] Vel hoedus ereptus lupo.

Dem Wolfe die Jungen aufziehen.
i] Eine Schlange im Busen wärmen.
la] Alere luporum catulos.

Dem Wolfe war das Maul zu weit.
i] Er war mir überlegen, ich fühlte mich zu schwach gegen ihn.

Dem Worte folgt die Tat.
dk] Gjörning bör at folge ord.
dä] Siig og gjör.
dä] Tak smukt, og gjör godt.
la] Dictis dabit ipsam fidem res.

Dem würde ich meine Katze nicht anvertrauen.
i] Einem unwissenden Arzte oder marktschreierischen Quacksalber.
nl] Ik zou hem mijne kat niet toe vertrouwen.

Dem Würdigsten gefallen, ist wahres Lob vor allen.
la] Principibus placuisse viris non ultima laus est. Horaz

Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt,
Denn, wie er sich im Staube nährend lebt,
Des Wandrers Tritt vernichtet und begräbt.
Goethe (1749-1832), Faust, I (Faust)

Dem wurt das Fleisch und mir die brue.

Dem wurt der nutz und mir die muhe; dem wurt das flaisch und mir die brue.

Dem z' lieb guck i net zum Fenster 'naus.
Nürtingen

Dem z' lieb lang i net ans Fidle (Arsch) num.
i] Der Mensch oder die Sache ist mir zu gleichgültig, erscheint mir zu wertlos

Dem Zaren wird ein Schritt, den er mit gemietheten Pferden fährt, für eine Werst angerechnet.
Russland

Dem Zauberer - Verschwinden, dem Verschacherer - Versinken (= Untergang), dem Tätigen - Bezahlung (= Belohnung), dem Geber - Verbleiben (= gesicherte Lebensordnung).

Dem Zicklein werden die Hörner schon wachsen.
i] Man wird mit der Zeit schon sehen, was in ihm steckt.
bm] Také kozlátkům rohy dorostají.
pl] Urosną wilczkowi zęby.

Dem Ziegelstein die Röt' abwaschen.
i] Von vergeblicher und verstandloser Arbeit.

Dem Zimmermann ist im Sommer keine Kanne zu teuer und im Winter keine Rinde zu hart.

Dem Zorn gehet die Reue auf den Socken nach.
la] Iracundiae comes tristitia.

Dem Zorn geht die Reue auf Socken nach.

Dem zornigen sind die händ an die zungen gebunden.
z] Wenn er zornig wird, so schlägt er gleich zu, er treff das schuldig oder unschuldig.

Dem zornigen soll man das schwert nehmen, nicht geben.
i] Denkspruch des römischen Kaisers Theodosius d. Gr.
sinnverwandt] Die Denksprüche der folgenden Kaiser sind: Das Höchste fällt unvermutet (Arcadius). Übel erworben, geht übel zu grunde (Honorius). Man muss der Zeit nachgeben (Theodosius II.). Friede ist besser als Krieg (Martian). Gnade ist des Königs Schutzwehr (Leo I.). Der Neid schadet nicht (Basilicus). Freiheit ist eine unschätzbare Sache (Justinus II.). Das Glück ist leichter zu finden, als zu behalten (Phocas). Der Sieg kommt von Gott (Heraclius). Was geschwind entsteht, geschwind zu Grunde geht (Constantius IV.). Viele haben zu viel, niemand genug (Justinian II.). Schön ist der Einklang des Herzens und des Mundes (Leontius). Das Glück nimmt schnell zurück, was es gegeben (cus Bard.). Geduld ist das Heilmittel der Übel (Theodosíus III.). Die verborgenen Feinde sind die schlimmsten (Leo IIIsaur.). Wozu das Glück, wenn du dich dessen nicht bedienst (Leo IV.). Einem Weibe gebieten, ist eine verzweifelte Sache (Constantius Porph.) (S. Wunde 31.) (Kornmann, IV, 113.) Die Russen: einem Zornigen gib kein Messer in die Hand. 1927.)
bm] Zuřivémn noze nedávej.
dä] Man skal ey fly den vreed sverd i haand.
fr] Il ne faut pas mettre les armes entre les mains d'un furieux.
la] Eripere telum, non dare irato, docet.
la] Ne serum igni.

Dem Zornigen soll man das Schwert nehmen.

Dem zu Lieb' lang' ich nicht zum Fidle hinum.
Rottenburg
i] So wenig Wert lege ich darauf.

Dem Zufriedenen blüht auch in Armut und Bescheidenheit das Glück, und dem Unzufriedenen bringen Reichtum und Ehren der Pein genug.

Dem Zugriff des Mandarins konnte er sich noch entziehen, dann aber fiel er dem Schreiber in die Hände.
Vietnam

Dem Zugucker is nix zu schwer.
i] Der Zuschauer findet alles ausführbar und leicht.

Dem Zugucker ist nichts zu schwer.

Dem Zuschauer ist kein Spiel zu hoch.

Dem Zuschauer ist keine Arbeit zuviel, kein Spiel zu hoch.

Dem Zweifler gebührt nichts.
[RSpW]
i] Dies Sprichwort handelt von der Verjährung. Die Deutschen hielten lange dafür, dass nach dreißig Jahren der Besitz einer Sache nicht mehr angefochten werden könne, sondern das Eigentum völlig erworben sei. Man nannte dies den guten Glauben von der rechtmäßigen Erwerbung. Das obige Sprichwort ist später, nach Einführung des römischen Rechts in Deutschland entstanden. Es will sagen, dass der, welcher bisher eine Sache besessen hat, aber nun an der Rechtmäßigkeit von deren Besitz zu zweifeln anfängt, nicht mehr als ein würdiger Besitzer anzusehen sei, weil jetzt erst die Rechtmäßigkeit zu ermitteln ist.
la] Malae fidei poßessor.

Dem, den Gott gern hat, wird eine Hündin einen Wurf Ferkel gebären.
Polen

Dem, der arbeit, gehört ein Brot, dem feirer zwei.

Dem, der arbeit, gehört ein Brot, dem feyrer zwey.

Dem, der aus der Ferne kommt, ist das Lügen leicht.
i] Bei Schilderungen von Land und Leuten, kommt einer leicht ins Übertreiben
fr] A beau mentir qui vient de loin.

Dem, der Bienen hat, muss man nicht Honig schenken (o. verkaufen).

Dem, der das Netz gestrickt, werden selten Fische geschickt.

Dem, der das Roggenfeld im Herbst zertritt, gibt man abgebrochenes Brot, dem im Frühling wirft man mit dem Stein in die Nackenhöhle.
Estland

Dem, der dich in seiner Rede nicht unterstützt, gebt ihm kein Wort; demjenigen, der auf dich nicht achtgibt, dem vertraue nicht.
Tschad

Dem, der dich soll von Herzen lieben, soltu dich auch zu dienen üben.
la] Officiis gratus sis, ut fias adamatus.

Dem, der die Überhand hat, geben hernach alle Gesetze und Menschen recht.
Ein Oberst zu Herzog Albrecht von Österreich

Dem, der ein Leichentuch kaufen will, sieht man es am Gesicht an.
tü] Kefen alacak adam yüzünden bellidir.

Dem, der früh aufsteht, hilft Gott und leitet ihm die Hand.

Dem, der Gott zum freund hat, dem kann der Teuffel nicht schaden.

Dem, der Hirse ausgeschüttet hat, ist das Zusammenklauben schwer.
Rumänien

Dem, der ihn anerkennt, mag der Gelehrte dienen. Dem, der sie fröhlich macht, macht eine Frau gefällige Mienen.
China

Dem, der ihn essen soll, schmeckt auch der Rogen des Störs nicht.
Russland

Dem, der im Graben liegt, nützt es nichts, wenn ihm jemand vom Turme die Hand reicht.

Dem, der mit vielen spricht, traue nicht.

Dem, der nicht lesen kann, gilt die Schrift auf Papier gleich der auf Birkenrinde.
Russland
i] Sie besitzen viele alte Schriften auf Baum-, namentlich Birken- und Lindenrinde.

Dem, der sein müh und arbeit spart, großer gwin selten widerfart.
la] Absque labore graui, non possum magna lucrari.

Dem, der sein Rind verloren, tönt die Schelle noch in den Ohren.
es] Quien bueyes ha perdido los cencerros trae en el oido.

Dem, der sich hängen will, muss man keinen Strick zur Hand legen.

Dem, der um wenig bittet, viel anzubieten, heißt ihm seine Bitte zu verweigern.
Frankreich

Dem, der unterwegs erliegt, singt man kein Siegeslied.

Dem, der viel mit vielen spricht, dem traue nicht.

Dem, der wunde Füße hat, seine Sohle nehmen.
i] Einen völlig zu Grunde richten. Hart, grausam mit ihm verfahren

Dem, der zu Hof auf den Tisch hofiert, und dem, ders wieder auspoliert, all beiden gleicher Lohn gebiert.

Dem, welcher Knoblauch isst, gelingt es nimmermehr, dass er nicht stinkt.
Rumänien

Deme de Hilligen (Heiligen) holt sindt, de heft guth knêbedent (kniebeten).
Stralsunder Chronika von Mohnike, 1833

Demjenigen bleibt es, dessen Arsch der Sonne und das Loch dem Morgenrot zugekehrt sind.
Estland

Demjenigen, an dem genagt (= genörgelt) wird, bleiben doch Knochen; dem Nörgler selbst bleiben nicht einmal die Knochen.

Demjenigen, der Sorghum trägt, zeigt man nicht den Weg.
Kongo

Demm geit de Bäbbel (Maul) we den Aenten der Aasch.
Köln

Demn Beichtvater, dem Arzte und dem Advokaten darf man nichts verschweigen.
en] Hide nothing from thy minister, physician and lawyer.
fr] Au confesseur, au médecin ei à l'avocat on ne doit cacher aucun cas.
it] Al confessore, al medico e all' avvocato non tener il ver celato.
la] Abbati, medico patronoque intima pande.
un] Orvos és gyontató elött káros a titkolás.

Demokratie ist der göttliche Durchschnitt.

Demokratische Spitze beißen in seidene Strümpfe gern Ritze.

Demut baut ein Haus, Hochmut verbrennt sogar die Haare.
Estland

Demut bei Armut ist Männlichkeit.

Demut hält sich selbst gering.

Demut hat mich lieb gemacht, Lieb' hat mich zu Ehren gebracht, Ehre hat mir Reichtum geben, Reichtum ließ mich nach Hoffart streben, Hoffart stürzt ins Elend nieder, Elend gab mir Demut wieder.

Demut hilft, Hochmut bringt Verlust.

Demut in Freuden, Geduld im Leiden.

Demut in hohen ehren mag selten funden werden.

Demut ist der Erde Zierde.

Demut ist der Stolz der Bescheidenen.

Demut ist des Menschen wahre Hoheit.

Demut ist die Krone einer guten Gesinnung.

Demut ist die Mutter der Ehre.
i] Zuweilen aber auch die Großmutter der Schande

Demut ist die Seele aller Tugend.
z] Größer macht den größten Meister Demut. Schiller
z] Schamhafte Demut ist der Reize Krone. Schiller
it] La discrezione è madre della virtù.

Demut ist die stärkste Waffe.
pl] Niemasz miecza na pokornego.

Demut ist ein Ehrenkleid, welches alle Gebrächen zudecket.

Demut ist ein Ehrenkleyd, welches alle Gebrächen zudecket.

Demut ist ein schöne zier.

Demut ist eine Mutter der Ehre.

Demut ist eine schöne Zier.

Demut ist eine Tugend, die das Alter ziert wie die Jugend.
z] Die Demut ist seit 1648 des Deutschen größtes Erblaster. Er achtet sich selber gering, so wird er's, und die Völker umher verachten ihn.

Demut ist gegen jedermann dienstbar.

Demut ist zu allen Dingen gut.
z] Demut und die mit ihr verwandte Geduld sind Eselstugenden, die die Spitzköpfe den Platt köpfen gar zu gern einprägen. Demut ist der erste Schritt zur Niederträchtigkeit. Seume

Demut jedermann wohl steht.

Demut kommt überall durch.

Demut kreucht vberall durch, sagte eine Stimme zu Sankt Antonius.
z] Da er sahe, wie die gantze Welt mit Schlingen vberzogen war, und sich bekümmerte, wie man da möchte hindurchkommen.

Demut macht Menschen zu Engeln, Hoffart zu Teufeln.

Demut siegt durch Schweigen.
bm] Pokora mlčkem se omlouvá.
pl] Pokora więcéj w milczeniu zniewoli, niź wiele mówiącego słowa.

Demut soll nicht in Kriecherei ausarten.

Demut stehet wohl bei der keuschheit.

Demut und fleiss haben ihren Lohn und Preiss.

Demut und fleiss haben jhren Lohn und Preiss.

Demut und höfflichkeit ziert vil mehr, denn ein gulden kleid.

Demut vollbringt, was dem Mut nicht gelingt.
Russland

Demut wohl tut.

Demut ziert in allen Dingen den Vornehmen und den Geringen.
en] An ounce of discretion is worth a pound of wit.
it] L'onestà e gentilezza sopravanza ogni bellezza.

Demut, diese schöne Tugend, ehrt (o. ziert) das Alter und die Jugend.

Demut, Zucht und Höflichkeit ziert mehr als ein goldnes Kleid.

Demut
Ist zu allen Dingen gut.

Demuth geht überall durch.

Demuth gibt allen dingen ein zierd im thun und lassen.

Demüthig Gebet geht in den Himmel.
fr] Courte prière pénètre les cieux.

Demütig Gebet geht in den Himmel.
fr] Courte prière pénètre les cieux.

Demütig gefahren ist besser als hochmüthig gegangen.

Demütige dich, so fürderts dich.

Demütige nicht den Freund, den du behalten möchtest.
Russland

Demütiger mönch, hochfertiger abt.
dk] Ydmyg munk bliver tit hovmodig (stolt) abbed.

Demütiger Mönch, hoffärtiger Abt.

Demütiger Mönch, hoffärtiger Abt.
dk] Ydmyg munk bliver tit hovmodig (stolt) abbed.

Demütiger Mut bringt Ehr' und Gut, macht freudig Blut, tut allzeit gut.

Demütiger Sinn ist besser als ein geehrter Mann.

Den (dem) muss mer mit'n Scheurator winken.
Franken

Den (Der) Mutigen gehört die Welt.

Den (Einen) Nackten kann man nicht ausziehen.

Den 1. April musst du gut übersteh'n, dann kann dir nichts Böses mehr gescheh'n.

Den 1. April musst überstehn, dann kann dir manch Gutes geschehn.
Bauernregel

Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
i] Wenn jemand mit unzuverlässigen, treulosen Menschen zu tun hat. Unsere Sprache ist reich an Ausdrücken und Redensarten zur Bezeichnung erfolgloser, vergeblicher, überflüssiger, unnötiger, undankbarer u. dgl. Arbeiten, Bestrebungen, Mühen u.s.w. Die uns bekanntesten der alten Griechen und Römer lauten: Den Aal beim Schwanz fassen. Den Adler fliegen lehren. Ablass gen Rom tragen. Fremden Acker pflügen. Einen Bettelmannsmantel flicken wollen. Böcke melken. Bratwürste im Hundestall suchen. Brot im kalten Ofen backen. Von einem Ei Wolle scheren wollen. Eisen schwimmen lehren. Beim Esel Wolle suchen. Einen Esel scheren. Eulen nach Athen tragen. Einen Felsen auf ein Rohr gründen. Festungen in die Luft bauen. Das Feuer peitschen. Flöhe hüten. Vor dem Hamen fischen. Holz in den Wald tragen. Den Hühnern die Schwänze aufbinden. Der Hyder einen Kopf zertreten. Ein altes Judenweib beschneiden. Einen Kahlkopf scheren. Den Krebs wollen vorwärts gehen lehren. Sein Leid der Stiefmutter klagen. In der Luft rudern. Das Meer ausschöpfen (ausbrennen) wollen. Einen Mohren bleichen. Einen Nackenden ausziehen. Den Nebel balgen. In einen kalten Ofen blasen. Tauben Ohren predigen. Um Rauch streiten. Eine Sackpfeife rupfen. Auf Sand bauen. In Sand säen. Sand ins Meer fahren. Mit dem Schatten fechten. Einen Schlauch berupfen. Schnee im Ofen dörren. Mit einer Stange im Nebel herumfahren. Steine gar kochen. Dem Tauben ein Liedlein lehren. Dem Teufel beichten. Einem Toten etwas ins Ohr sagen. Einen Toten geisseln. Wasser aus dem Bimsstein pressen wollen. Wasser im Mörser stampfen. Wasser in einem Siebe holen. Wasser ins Meer (in den Rhein) tragen. Ins Wasser schreiben. Wein im Glühofen kühlen. Einen Wetzstein mästen. Dem Wolfe das gefressene Schaf abjagen wollen. Die Wolken krämpeln. Den Wind mit Netzen fangen. Den Wind auf Flaschen ziehen. Mit dem Winde reden. Die Wellen im Meere zählen. Ziegel waschen. Von Ziegenwolle reden. Einen Brunnen neben den Fluss graben. einem Tauben Messe lesen. Ohne Federn fliegen wollen. Die Ente schwimmen lehren. Die Espe zittern lehren. Leeres Stroh dreschen. Eine leere (hohle) Nuss aufbeissen. Einen Mohren baden. Dem Blinden einen Spiegel schenken. Den Fröschen ein Fuder Wein zum Bade verehren. Speck im Hundestalle suchen. Mit dem Arsch eine Nuss aufbeissen wollen. Moses Grab aufsuchen. Nach dem Regenbogen werfen. Ins Wasser schlagen. Scherben zusammenflicken. Wasser im Garn fangen. Seinem Schatten nachlaufen. Den heiligen Geist reden lehren. Unsern Herrgott in die Schule führen.
In ähnlicher Weise sagten die alten Römer (resp. Griechen): Ab asino lanam. Actum agere. Aethiopem lavare. Agnum lupo eripere. Amnis cursum cogere. Apud novercam queri. Aquae inscribere. Aquam crebro aurire. Aquam e pumice postulas. Aquam in mortaris tundere. Aquilam volare docet. Aranearum telas texere. Arenae mandare semina. Arenam metiri. Asinum tondes. Austrum percutis. Cancrum ingredi doces. Calvum vellis. Danai dum dolia implere. De fumo disceptare. De lana caprina. Delphinum natare doces. Delphinum cauda ligas. Ex harena funiculum nectis. Ex puleis inanibus trituram facere. Exurere mare. Ferrum natare doces. Harenae mandas semina. Harenam metiris. Hircum mulgere. Ignem dissecare. Isthmum perfodere. In aere piscari. In aqua scribis. In aqua sementem facere. In frigidum furnum panes immittere. In saxis seminas. Laterem lavare. Littori loqueris. Lumen soli mutuas. Lupi alas quaeris. Lapidem decoquis. Mortuo verba facere. Mortuo verba facis. Mortuum flagellas. Nebulas diverberare. Ovum adglutinas. Parieti loqueris. Penelopes telam retexere. Piscem natare doces. Reti ventos venaris. Surdo oppedere. Utrem vellis. Utrem mergere, vento plenum. Uvas e spinis colligere. Venari in mari. Verberare lapidem. Anguillam cauda capessis. Anguillam tenere cauda. Delphinum cauda alligas.
la] Cauda tenes anguillam.

Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
var] Ablass gen Rom tragen.
var] Auf Sand bauen.
var] Beim Esel Wolle suchen.
var] Bratwürste im Hundestall suchen.
var] Brot im kalten Ofen backen.
var] Böcke melken.
var] Das Feuer peitschen.
var] Das Meer ausschöpfen (ausbrennen) wollen.
var] Dem Blinden einen Spiegel schenken.
var] Dem Tauben ein Liedlein lehren.
var] Dem Teufel beichten.
var] Den Aal beim Schwanz fassen.
var] Den Adler fliegen lehren.
var] Den Fröschen ein Fuder Wein zum Bade verehren.
var] Den Hühnern die Schwänze aufbinden.
var] Den Krebs wollen vorwärts gehen lehren.
var] Den Nebel balgen.
var] Den heiligen Geist reden lehren.
var] Den Wind mit Netzen fangen.
var] Den Wind auf Flaschen ziehen.
var] Der Hyder einen Kopf zertreten.
var] Die Ente schwimmen lehren.
var] Die Espe zittern lehren.
var] Die Wellen im Meere zählen.
var] Die Wolken krempeln.
var] Ein altes Judenweib beschneiden.
var] Eine Sackpfeife rupfen.
var] Eine leere (o. hohle) Nuss aufbeissen.
var] Einem Tauben Messe lesen.
var] Einem Toten etwas ins Ohr sagen.
var] Einen Bettelmannsmantel flicken wollen.
var] Einen Brunnen neben den Fluss graben.
var] Einen Esel scheren.
var] Einen Felsen auf ein Rohr gründen.
var] Einen Kahlkopf scheren.
var] Einen Mohren baden.
var] Einen Mohren bleichen.
var] Einen Nackenden ausziehen.
var] Einen Schlauch berupfen.
var] Einen Toten geisseln.
var] Eisen schwimmen lehren.
var] Eulen nach Athen tragen.
var] Festungen in die Luft bauen.
var] Flöhe hüten.
var] Fremden Acker pflügen.
var] Holz in den Wald tragen.
var] In Sand säen.
var] In der Luft rudern.
var] In einen kalten Ofen blasen.
var] Ins Wasser schlagen.
var] Leeres Stroh dreschen.
var] Mit dem Arsch eine Nuss aufbeissen wollen.
var] Mit dem Schatten fechten.
var] Mit dem Winde reden.
var] Mit einer Stange im Nebel herumfahren.
var] Moses Grab aufsuchen.
var] Nach dem Regenbogen werfen.
var] Ohne Federn fliegen wollen.
var] Sand ins Meer fahren.
var] Scherben zusammenflicken.
var] Schnee im Ofen dörren.
var] Sein Leid der Stiefmutter klagen.
var] Seinem Schatten nachlaufen.
var] Speck im Hundestalle suchen.
var] Steine gar kochen.
var] Tauben Ohren predigen.
var] Um Rauch streiten.
var] Unsern Herrgott in die Schule führen.
var] Von einem Ei Wolle scheren wollen.
var] Von Ziegenwolle reden.
var] Vor dem Hamen fischen.
var] Wasser aus dem Bimsstein pressen wollen.
var] Wasser im Garn fangen.
var] Ziegel waschen.
la] Ab asino lanam.
la] Actum agere.
la] Aethiopem lavare.
la] Agnum lupo eripere.
la] Amnis cursum cogere.
la] Anguillam cauda capessis.
la] Anguillam cauda capessis.
la] Anguillam tenere cauda.
la] Anguillam tenere cauda.
la] Apud novercam queri.
la] Aquae inscribere.
la] Aquam crebro aurire.
la] Aquam e pumice postulas.
la] Aquam in mortaris tundere.
la] Aquilam volare docet.
la] Aranearum telas texere.
la] Arenae mandare semina.
la] Arenam metiri.
la] Asinum tondes.
la] Austrum percutis.
la] Calvum vellis.
la] Cancrum ingredi doces.
la] Cauda tenes anguillam.
la] Cauda tenes anguillam.
la] Danai dum dolia implere.
la] De fumo disceptare.
la] De lana caprina.
la] Delphinum cauda alligas
la] Delphinum cauda alligas.
la] Delphinum cauda ligas.
la] Delphinum natare doces.
la] Ex harena funiculum nectis.
la] Ex puleis inanibus trituram facere.
la] Exurere mare.
la] Ferrum natare doces.
la] Harenae mandas semina.
la] Harenam metiris.
la] Hircum mulgere.
la] Ignem dissecare.
la] In aere piscari.
la] In aqua scribis.
la] In aqua sementem facere.
la] In frigidum furnum panes immittere.
la] In saxis seminas.
la] Isthmum perfodere.
la] Lapidem decoquis.
la] Laterem lavare.
la] Littori loqueris.
la] Lumen soli mutuas.
la] Lupi alas quaeris.
la] Mortuo verba facere.
la] Mortuo verba facis.
la] Mortuum flagellas.
la] Nebulas diverberare.
la] Ovum adglutinas.
la] Parieti loqueris.
la] Penelopes telam retexere.
la] Piscem natare doces.
la] Reti ventos venaris.
la] Surdo oppedere.
la] Utrem mergere, vento plenum.
la] Utrem vellis.
la] Uvas e spinis colligere.
la] Venari in mari.
la] Verberare lapidem.
se] Han är hat som en ål.

Den Aal helt man nicht wol bei dem Schwanz.
i] Den Aal man brät, wie man Frauen führet in der Stadt, den Hering wie man Huren treibt aus der Stadt.
dk] Men skal teoge aal som man lader fruer i bye; man sild son man jager skiöger af bye.

Den Aal man brät, wie man Frauen führet in der Stadt, den Hering wie man Huren treibt aus der Stadt.
dk] Men skal teoge aal som man lader fruer i bye; man sild son man jager skiöger af bye.

Den Aal mit einem Feigenblatt fassen (o. halten).
i] Fest, weil die Feigenblätter rauh sind. Geeignete Mittel gegen den anwenden, der leicht entschlüpft.
la] Folio ficulno tenes anguillam.

Den Aal mit einem Feigenblatt fassen (o.halten).
i] Fest, weil die Feigenblätter rauh sind. Geeignete Mittel gegen den anwenden, der leicht entschlüpft.
la] Folio ficulno tenes anguillam.

Den Aal mit Öl bestreichen.
i] Etwas sehr Überflüssiges tun, da ein Aal an sich schon sehr glatt ist.

Den Aal schuppen.
la] Anguillae squamis carent.
la] Impossibilia tentare.

Den Aal vom Schwanze häuten.
i] Etwas verkehrt anfangen.
fr] Ecorcher l'anguille par la queue.
fr] Rompre l'anguille au genou.

Den Aantvogel (= Ente) kann man nix nehmen, as den Kopp.

Den Aar mit dem Uhu vergleichen.

Den Ablass nach Rom tragen
i] etwas Unnötiges, Überflüssiges tun - von Rom aus wird ja der Ablass erteilt

Den Abraham spielen.
i] Vorteilhafte Geschäfte mit seiner Frau machen, wie 1 Mos. 17, 11-13 von Abraham erzählt wird.

Den Abschied hinter der Tür nehmen.
i] Davongehen.

Den Abschied hinter der Tür nehmen.
Obersachsen

Den Abschied unter die Füße nehmen.Auch: einem seinen Abschied geben in dem Sinne, ein bräutliches Verhältniss auflösen.
en] To give one the go-by.
nl] Jemand zijne kassa de geven.

Den Abschiedstrunk tun (das letzte Glas).
i] Den letzten Trank, den der Wirt einem Gaste nach der bezahlten Zeche, während derselbe im Begriff fortzugehen ist, reicht, heißt der Franzose: Vin de l'étrier.

Den Abschiedstrunk tun (das letzte Glas).
i] Den letzten Trunk, den der Wirt einem Gaste nach der bezahlten Zeche, während derselbe im Begriff fortzugehen ist, reicht, heißt der Franzose: Vin de l'étrier (Steigbügelwein; vgl. auch Sattelbrot)

Den Abt reiten lassen.
i] Sich bei mangelnder Aufsicht gehen lassen.
fr] Voyage du maître, nôce du valet.

Den Acheron entfesseln.
i] Leidenschaft wecken. Acheron hieß der große Höllenstrom

Den achtet man für klug und weis', der in Zeit und Leut' sich zu schicken weiß.
la] Ille Thalete mihi sapientior esse videtur, qui suus et, pro re, non suus esse solet.

Den Acker bauen ohn' Verdruss gewähret Brot im Überfluss.

Den Acker pflügen und nichts hineinsäen.

Den Acker und die Frau gib an niemand weiter.
China

Den Adel, zu dem du dich nicht kannst selbst erheben,
Kann auch kein Adelsbrief dir geben.
Daniel Sanders, 366 Sprüche (1892)

Den Adler fliegen lehren.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den Adler mit der Nachteule vergleichen.
i] Der Adler, der in die Sonne sehen kann, un die Nachteule, die nicht Tageslicht erträgt
la] Aquilam noctua compares.

Den Adler zum Hüter der Austernbank machen.

Den Advocatus Diaboli spielen.
i] Scherzhaft widersprechen. Der Advocatus diaboli bringt bei Seligsprechungsprozessen Gegengründe gegen die Seligsprechung vor.

den Advokaten am Schnabel.

Den Advokaten muss man güldene Lichter anzünden, wenn sie das Recht finden sollen.

Den Aes tauknipen.
i] sterben

Den Aes torügge trecken.
Westfalen

Den Affen aus dem Ärmel springen lassen.
i] Seine Gesinnung zeigen. Diese Redensart ist, wie viele andere, von den weiten Ärmeln entlehnt, die man ehedem trug und in denen man viel verbergen konnte.

Den Affen bekleiden, scheren, und mit purpur schmücken.

Den Affen geigen lehren.
z] Ich lehr' viel eh'r einen Affen geygen, denn eine böse Zunge schweigen.

Den Affen im Garn finden.

Den Affen in Stiefeln zu sehen und die Sau im Chorrock, ist eine Lust.

Den Affen kennt jeder, der Affe kennt niemand.
dk] Alle kiende abe, abe kiender ingen.
sd] Alla känna apa, apa käner ingers.

Den Affen legen.
i] Eine Summe Geldes zahlen

Den Affen loslassen.
i] Lustig sein
z] Traugott, laß den Affen los,
Kleene Kinder sind nicht groß,
Große Kinder sind nicht kleen,
Traugott, laß den Affen steh'n!

Den Affen mit (o. in) Purpur kleiden.
la] Simia in purpura.

Den Affen nähen.
z] Die Weiber können all ein kunst, d.i. den Narren been, den Affen neen, den Rappen das muss einstreichen, und was sich zum bösen reimbt.

Den Affen tanzen lassen.
fr] Payer en monnoye de singe
i] Die Jongleurs sollten nach einer Zollverordnung Ludwigs IX. von 1229 keinen Zoll geben, aber entweder einen Vers singen oder ihren Affen tanzen lassen. Hieraus lässt sich schließen, dass diese Jongleurs eben nicht die respektabelsten Personen gewesen sein müssen, da sie auch - vielleicht nach Art unserer deutschen Bärenführer und Dudelsackpfeifer - Affen mit sich geführt haben.

Den Affen tragen.
i] Den Tornister

Den Affen weisen.

Den Affenweg gehen.
i] Weg der Torheit. 'Ihr sagt, jr kündt den Himmelsteg, was lauffend jr dann den Affenweg!'

Den aiss auffthun.
i] Die Eiterbeule aufstechen.
la] Tangere ulcus.
la] Quid minus necesse fuit, quam hoc ulcus tangere.

Den aiss rühren.
i] In dem Sinne: das Äderlein treffen

Den Allerglücklichsten nenne ich den, der noch träumend in der Wiege liegt.
Türkei

Den allzeit zu frü dunckt (dünkt) , der kompt gewisslich zu spat.
it] Non ha mai tempo chi tempo aspetta.

Den Alt singen

Den Alte noh, sie heud au ghuset.
Luzern

Den Alten (od. den Eltern) gehört der Alten (od. Eltern) Recht.
Estland

Den alten Adam ausziehen (o. austreiben, ersäufen).
i] Ein neuer Mensch werden
i] An verschiedenen Stellen (vgl. 1. Eph 4,22, Kol 3,9, Kor. 15,21, 45, 46, Röm 6,6) stellt Paulus den alten Adam als den Urheber der Sünde und des Todes in Gegensatz zu dem neuen Adam, dem Geiste der Wiedergeburt und Urheber der Wiederauferstehung.
z] Ziehet den alten Menschen (mit seinen Werken) aus.
Paulus, an die Koloßer 3, 9
z] Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße ersäuft werden soll.
Luther im vierten Hauptstück seines Katechismus
z] Von rechtem Unterschied und Verstand, was der alt und neu Mensche sei, was Adam und was Gottes Kind sei, und wie Adam in uns ersterben und Christus erstehen soll
Luther, Theologia Deutsch, 1518
z] Der Faulenzer alter Adam, der nicht gerne arbeitet, um sein Brot zu erwerben.
Luther, Kaufshandlung und Wucher, 1524
z] Expers peccati pro peccatoribus amplum
Fis pretium, veteremque novus vice faenoris Adam,
Dum moreris, de morte rapis. (Auf den Opfertod Christi, in dem Christus in der Menschwerdung angeredet wird)
Sidonius Apollinaris, 465 n. Chr.
en] To put off the old man. - To lay aside (to shake off) the old Adam.
fr] Dépouiller le vieil homme.
it] Cambiar vita. - Spogliarsi del vecchio uomo.
nl] De oude Adam afleggen. - Adams rok uittrekken.
schwed] Afkläda sig den gamla menniskan.

Den Alten darf man nicht verspotten. man wird auch selbst alt, das Kind darf man nicht stoßen: man ist auch selbst Kind gewesen.
Estland

Den Alten flieht der Schlaf so, wie den Vogeleltern ihre flüggen Jungen.
Russland

Den Alten gebührt die Ehre.
i] Gilt für die Weisen der Vorzeit

Den alten Groll fahren lassen.
z] Ich war mit ihm versöhnt und hatte den alten Span und Groll begraben.

Den alten Heiligen gibt man keinen Weihrauch mehr.
Italien

Den alten Hund ist schwer Bellen lehren.
un] Késö az agg ebet tánzra tanitani.

Den alten Kot rühren.

Den Alten macht Hunger zur Leiche, den Jungen die Seuche.

Den alten Mann braucht man wie der Appenzeller die Schuhe.
i] Ein im Thurgau übliches Sprichwort, das man einem sagt, wenn er nicht weiß, wie er eine Sache anfangen soll.

Den alten Mann mit grauem Bart lieben selten die Mägdlein zart.
la] Senis amplexus culta puella fugit. Tibull

Den Alten muss (mag) man glauben.
la] Priscis et veteribus credendum est. Cicero
la] Utile doctrinis praebere senilibus aures.

Den Alten muss (o. mag) man glauben.
la] Priscis et veteribus credendum est. Cicero
la] Utile doctrinis praebere senilibus aures.

Den Alten verdrießt es, dass man ihn beim Bart zieht.i] Man reize niemanden unnötig)
var] Es verdrießt den Alten, dass man ihn am Barte zupft.

Den Alten zu dienen ist Pflicht, seinen Altersgenossen zu dienen ist Freundlichkeit und den Jungen zu dienen eine Erniedrigung.
Serbien

Den altenbergschen Richtsteig gehen.
i] Einen Umweg machen. Nur in der Umgegend von Königsberg gebräuchlich. Altenberg ist ein Dorf in der Nähe dieser Stadt.

Den Alter get fir.
Luxemburg
fr] Lorsqu'un vieux fait l'amour, la mort court à l'entour.
it] Quando i vecchi pigliano moglie, le campane suonano a morto.
la] Senibus debetur veneratio.
un] Jobb a vénnek árnyéka mintsem az ifjunak kardja.
sd] Ung hustru är gammal mans död.

Den Älteren achte, den Jüngeren beachte.
Russland

Den älteren Frauen braucht man nicht mehr zu schmeicheln.
Sizilien

Den Älteren kommt es zu, Achtung zu genießen.
Estland

Den Älteren Wein, den Jungen Wasser.
Georgien

Den am Boden Liegenden schlägt man nicht.
Estland

Den Amboss zu einer Nadel schleifen.
Thailand

Den Ammen kommen die Kinder nicht von Herzen, so kommen sie ihnen auch nicht hinein.

Den Amtschimmel will jedermann reiten.

Den Amtsschimmel reiten.
i] Vorschriften genau befolgen

Den Amtsschimmel will jedermann reiten.
en] Red tape.

Den anderen (2. Januar) ein klarer Sonnenschein, bringt gute und vil Fisch herein.

Den anderen ehrend trägt der Mund kein verfaultes Holz und die Zunge keinen Balken.
Estland

den anderen mit der Heugabel.

Den anderen versteht jedermann zu lehren.
Estland

Den Andreas sieht man lieber dürr als nass.

Den Anfang eurer Rede haben wir wieder vergessen und das Letzte nicht verstanden.
Herodot, 3, 46 (Die Spartaner)

Den Anfang hat man in der Hand, das Ende liegt bei Gott.
Finnland

Den Anfechtungen deiner Sinnlichkeit siehe lachend so zu wie der Ausführung eines gegen dich verabredeten, dir aber gesteckten Schelmenstreichs.
Arthur Schopenhauer

Den angefangenen Rocken vollends abspinnen.

Den Angel wirfft man oft ins Meer und zeucht jhn wider rausser leer.

Den Angelhaken im Branntwein hält der Teufel an der Leine.
i] Sagen die Mitglieder der Enthaltsamkeitsvereine

Den angenommenen Sitten folgen die angeborenen leise nach.
Arabien

Den angreifen, der auf seiner Hut, ist selten gut.
fr] Il ne fait pas bon d'attaque celui qui est sur ses gardes.

Den Anker achtern Herd hebben.
i] Schon etwas vor sich gebracht, seine Schäflein im Trockenen haben

Den Antoniustag (17. I) feiert man gegen Krankheiten, den Matthiastag (24. II) gegen Schlangen.
Estland

Den Antoniustag feiert man gegen Krankheiten, den Matthiastag (24.2.) gegen Schlangen.
Estland

Den Apen de Loge (Lauge) up 'n Kopp bruwen.
i] Spöttische Bezeichnung dafür, dass den Katholiken in den Fasten die mit Asche belegten Köpfe mit Weihwasser besprengt werden

Den Apfelschuss tun.
i] Sehr gewagten, aber glücklichen. Nach der Tellsage

Den Arbeiter versucht nur ein Teufel, den Müßigen zwei.
nl] Den quaetste werkman ghoofs men die quaetste bile.
la] Peior peiori datur ascia nunc operanti.

Den ärgsten Verdruss bereitet ein spaßhaft gemeintes Wort, das die Wahrheit enthält.

Den Argwohn fliehe wie das Gift, weil er gar oft die Unschuld trift.
Neresheim

Den Argwohn kannst du leicht betrügen, sprich wahr, so wird er sich selbst belügen.

Den Argwohn kannst du leicht betrügen;
Sprich wahr, so wird er sich selbst belügen.
Wilhelm Müller, Epigramme (1837)

Den Argwohn muss man in der Geburt ersticken.

Den Arm regen, heißt den Leib pflegen.

Den arme Mann bedure, magd em net satt; wat hölpt betrure döm, de nüs hat.
Aachen

Den Ärmel länger machen als den Arm.

Den Armen beißen die Hunde, die arme Seele findet Gott.
Kasachstan

Den Armen bittet niemand zur Hochzeit.
it] La povertà non ha parenti, nè amici.
la] Quam raro egregios pauper sortitur honores.

Den Armen bläßt der Wind ins Gesicht.
Deisslingen

Den Armen bleibt nur der gezwirbelte Schnurrbart.
Abchasien

Den Armen fragt niemand nach der Wahrheit.
Litauen

Den Armen friert überall.
bm] Chudému vzdycky zima.
wend] Khudomu wječuje zyma.

Den Armen gegeben ist wohl gesäet.
en] Giving to the poor, increases the store.

Den Armen gegeben, ist wohl gesät.

Den Armen gilt der Groschen für einen Taler.
bm] Chudému i dva česká hromádka hezká. - Chudému skýva za bochník. - Nuznému i kousek za celý krájc.

Den Armen ins Feld, den Reichen ins Geld.
la] Dat veniam corvis, vexat censura columbas. Juvenal

Den armen ist hier nichts gegeben
als gute hoffnung, böse zeit.
Oswald v. Wolkenstein, Wer hier um dieser welten lust

Den armen ist's leben lang, den reichen kurtz.

Den armen jn den galgen, den riken under dat hoge altar.

Den armen Judas singen müssen.
i] In Armut, Not, Elend, in einen Zustand geraten, in dem man Klagelieder anstimmt. Die Redensart kommt in einem Spottgedicht auf Friedrich von der Pfalz als (Winter-) König von Böhmen vor. Es heißt dort Vers 11: 'Den armen Judas musst du singen gar bald, mein lieber Friez.' Sie ist aber jedenfalls älter und bezieht eich auf ein früheres Lied. Dag Gedicht ist überschrieben: 'Im Ton: o du armer Judas, was hastu getan?'

Den Armen kennt niemand, der Reiche hat überall Vettern.
es] Quien pobreza tiene, de sus deudos es desden, y el rico, sin serlo, de todos es deudo.

Den Armen kuriert Arbeit, den Reichen der Doktor.

Den Armen Lazarum last man liegen; dessen Freund seynd Lumpen, Leuss und Hund.

Den Armen liegt es ob, die Reichen in ihrer Macht und ihrem Müßiggang zu erhalten. Dafür dürfen sie arbeiten unter der majestätischen Gleichheit des Gesetzes, das Reichen wie Armen verbieten unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.
France, Die rote Lilie

Den Armen machet reich der Wein, drum sollt' er allzeit trunken sein.

Den armen Mann beisst die lahme Hündin, selbst wenn er auf einem Kamel reitet.
Libanon

Den Armen sterben die Ziegen, und den Reichen die Kinder.
Schweiz

Den Armen stößt man ins Loch (od. in die Grube), den Reichen hebt man hoch.
Estland

Den Armen tötet die Faulheit, den Reichen der Stolz.
Kasachstan

Den ars mit Heffen wischen.
z] Sich mit eins anderen Dreck wöllen waschen, wüschen und schön machen.

Den Arsch am Ofen und den Bauch am Tische, isst man gemütlich Fische.
fr] Être le dos au feu et le ventre à table.

Den Arsch feil tragen.
i] Von Frauenzimmern, die ausgehen , Männer zu fangen

Den Arsch fütternd bekommt man nichts.
Estland

Den Arsch in die Schanze schlagen.
i] Etwas wagen, sich einer Gefahr aussetzen

Den Arsch vom Bett, so bleibt der Laken rein.
nl] Met de billen van 't bed, zei meester Barend, dan bevuil je de lakens niet.

Den Arsch waschen.
i] Erfolglose Arbeit

Den Arsch weiter tragen.
i] Sich auf den Weg machen

Den Arss auffdecken.

Den arss mit ase oder trabern wischen.
la] Lutum luto purgare.

Den Arzt holen, wenn der Kranke tot ist.
en] After death comes the physician.
fr] Après la mort le médecin.
nl] Den dokter halen, als de zieke dood is.
la] Bello peracto machinas adferre.

Den Arzt zum Erben setzen.

Den Arzt, der jede Pflanze nennt,
Die Wurzeln bis ins Tiefste kennt,
Dem Kranken Heil, dem Wunden Lindrung schafft,
Umarm ich hier in Geist- und Körperkraft.
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Am untern Peneios (Faust) Vs 7345f.

Den Ärzten sind ihre Irrtümer am wenigsten zu verzeihen.

Den Ast absägen, auf dem man sitzt.
i] Sich selbst schädigen
la] Asciam ipse sibi in crus impingit.

Den Ast bauen.
i] Gehängt worden

Den Atem sparen.
i] Wenig sprechen

Den Ätna sieht man stets mit weißem Hut und einem Weinfass im Munde.
i] Der Schnee soll auf der Spitze des Ätna nie schmelzen, während an den Abhängen des Berges Wein blüht und reift.

Den auf dem Boden liegenden soll man nicht treten.

Den auf der Türschwelle Sitzenden und den auf die Straße Scheißenden belästigt jeder.
Estland

Den Aufstieg einer Frau zu einer höheren Position hemmt nicht der Chef, sondern seine Sekretärin.
Lore Lorentz

Den Augen eines Verliebten sind selbst Pockennarben Lachgrübchen.
Japan

Den Augen glauben ist besser (o. ist mehr zu trauen) als den Ohren.
ndt] Den oyen is beter to löven als den oren.
fr] Les yeux ont plus de crédit que les orêilles.
it] Gli occhi hanno più credenza che l'orecchie.
la] Homines amplius oculis quam auribus credunt. Seneca
la] Oculis habenda quam auribus est maior fides.
la] Oculis magis habenda fides quam auribus.
la] Plus oculo credam, quam binis auribus uni.
un] Többet hisznek a szemnek mint a fülnek.

Den Bach misten (o. umdüngen).
i] Unnütze Arbeit

Den Bäcker hängt man, den Schenker (Mundschenk) lässt man laufen.
i] Ist aus 1 Mos. 40, 21. 22 zu erklären
nl] De schenker kwam vrij, maar de bakker word gehangen.

Den Bäcker muss man nicht fragen, wie Bareschki schmecken, denn er selbst hat noch keine gegessen.
i] Die auf dem Plateau des Waldaigebirgs gelegene Stadt Waldai treibt einen bedeutenden Handel mit einem Brezel- oder vielmehr kringelartigen Gebäck, Bareschki genannt.

Den Badetag soll man halten wie den Sonntag.
i] Erklärt sich vielleicht daraus, dass die Badestuben im Mittelalter nicht wie heute täglich, sondern nur an bestimmten, von der Obrigkeit festgesetzten Tagen zum Gebrauch geöffnet waren, an kleinern Orten gewöhnlich Sonnabends, in Städten Montags oder Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Fiel auf diesen Tag ein kirchlicher Feiertag, so trat der nächstfolgende Werktag an die Stelle. Kriegk erzählt, dass der, welcher in Frankfurt a.M. am anderen Tage baden wollte, dazu die bürgermeisterliche Genehmigung einholen musste.

Den Bahner anbringen.

Den balck kan niemand bergen, den man in den augen sihet.

Den Balg füllen.

Den Balg selbst herzutragen wie der Fuchs.

Den Balg selbst zum Kürschner tragen.

Den Balken aus dem eigenen Auge ziehen.

Den Ball an die Wand werfen, damit er wieder zurückkomme.
i] In dem Sinne: die Wurst nach der Speckseite werfen
fr] Jetter la pile contre le paroy.
la] Pilam allidere parieti.

Den Ball beim Aufschnellen erwarten.
i] Den rechten Zeitpunkt benutzen
it] Aspettar la palla al balzo.

Den Ball im Sprunge nehmen.
i] Den günstigen Augenblick erhaschen, etwas zur rechten Zeit tun

Den Ballast über Bord werfen.

Den Bären ans Honigfass binden, dass er's hüte.
Russland

Den Bären brummen lassen.
z] Der Bürgervorstand musst' vor Aerger verstummen, die ganze Stadt, sie lacht ihn aus, und liess den Bären brummen.

Den Bären entgehen und dann von den Wölfen gefressen werden.

Den Bären fängt, wer kann, nicht wer will.
Russland

Den Bären kann man an keinen Strohhalm binden.
dk] Det er ikke godt at stinge biörn med skiev.

Den Bären loslassen.
i] Den Leidenschaften, den Ausbrüchen der Lust und des Mutwillens den Zügel schießen lassen.
nl] Hij last den beer los.

Den Bären mit dem Honig zu Markte schicken.
Russland

Den Bären peitschet man nicht mit Ruten.
Finnland

Den Bären suchen und vor ihm stehen.

Den Bären treiben.
z] Wann ich hab zwischen beyden lieben, den Beren jn trewlich getrieben. Hans Sachs

Den Bärenpelz machen.
i] Das Rauche herauskehren

Den Bart in der Stadt lassen.
i] Sich vor der Rückreise aufs Land dort rasieren lassen

Den Bart opfern, um den Kopf zu retten.

Den Bast reiß, wo er reisst, die Tochter verheirate, wohin man sie weist (o. holt).
Galizien

Den Bastschuh, den man angezogen, muss man tragen.
Litauen
i] Folgen guter oder schlechter Verheiratung

Den Bauch füllt man leichter als die Augen.
ndt] Der bauch wirt eim ehe voll, denn die augen.

Den Bauch kann man füllen, das Auge füllet nur Grabstaub.
Türkei
mhd] Der bauch wirt eim ehe voll, denn die augen.
ndt] Der bauch wirt eim ehe voll, denn die augen.
ndt] A Büük as fol iar a Uugen. Amrum

Den Bauch kann man sich nicht reiben, wenn die Fische im Teiche bleiben.
Jüdisch

Den Bauch kannst du dir noch so vollschlagen, die Seele wird davon nicht satt.
Russland

Den Bauch verhatscheln, heißt nach dem Kirchhof watscheln.
it] Chi troppe nutrisce il suo corpo non fa mai vecchie ossa.

Den Bauch verhätscheln, heißt zum Kirchhof watscheln.
it] Chi troppe nutrisce il suo corpo non fa mai vecchie ossa.

Den Bauer ehrten sie, und er meinte, dass sie sich vor ihm fürchteten.
Neugriechisch

Den Bauer erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel.

Den Bauer für einen Bastschuh halten.
Litauen
i] Ihn sehr gering achten. Der Bastschuh (Pareaka) ist eine Fußbekleidung aus Bast von sehr geringem Wert, der mit einem leinenen Tuche umwundene Fuß der Landleute wird damit bekleidet.

Den Bauer schützt sein Spitz, den Klugen sein Witz.

Den Bauern das Fleisch, den Herren (o. Pfarrern) die Knochen.
Litauen

Den Bauern erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel.

Den Bauern gehört Haberstroh.

Den Bauern gnua Mist - den Herren gnua Geld. Bua, dös wäar a Leben auf derer Welt!

Den Bauern ist gut pfeifen.
i] Sie sind nicht gewählt
fr] A gens de village trompette de bois.
la] Sat facis indoctus fidicen saltare volenti.

Den Bauern ist gut predigen.

Den Bauern lasse ja nicht wissen, dass Brot und Birnen so gute Bissen.
it] Al contadino non far sapere, quanto sia buono il cacio colle pere.

Den Bauern riecht der mist für bisam.

Den Bauern schwillt der Kamm, die Ernte mag gut werden.
la] Semper agricola in novum annum dives.

Den Bauern soll man die Wahrheit durch ein Wildgarn sichten.

Den Bauern trauen auf ihr eid, heißt trauen eim Wolf auf wilder heid.

Den Baum an der Frucht, den Buben an der Zucht.
la] Arbor ut ex fructu , sic nequam noscitur actu.

Den Baum auf baiden achseln (Schultern) tragen.

Den Baum beginnt man nicht vom Wipfel aus zu asten.
Estland

Den Baum draufgehen lassen.

Den Baum erkennt man an den Früchten.

Den Baum erkennt man an der Frucht, den Menschen an der Tat.
bm] Strom po ovoci poznán bývá.
dä] Tracet kiendes paa frugten.
en] A tree is known by its fruit.
fr] L'arbre se connaît à ses fruits.
fr] On connaît l'arbre à son fruit.
fr] On connaît le cerf par ses abattures.
fr] On connaît l'homme par ses actions.
nl] Aan de vruchten kent men de boom.
it] L'albero si conosce dal frutto.
la] Arbore de dulci dulcia poma cadunt.
la] E fructu cognoscitur arbor.
un] A fát gyümölcséröl, az embert erkölcséröl könnyen megismerheted.

Den Baum erkennt man an seiner Frucht (o. den Früchten).
Estland

Den Baum kennet man an den Früchten.i] Die Denkart eines Menschen an seinen Handlungen)
en] A tree is known by its fruit.
fr] On connaît l'arbre à son fruit.
fr] On connaît le cerf par ses abattures.
fr] Un connaît l'homme par ses actions.
nl] Aan de vruchten kent men de boom.
it] L'albero si conosce dal frutto.
la] Arbore de dulci dulcia poma eadunt.
la] E fructu cognoscitur arbor.
un] A fát gyümölcséröl, az embert erkölcséröl könnyen megismerheted.

Den Baum muss man biegen, weil er jung ist, wird er alt, so will er ungebogen sein.

Den Baum muss man biegen, wenn er jung ist.

Den Baum muss man in seiner Jugend biegen.
it] Bisogna piegare l'albero finchè è giovane.

Den Baum muss man stutzen, der zu hoch will wachsen.

Den Baum soll man abhauen, der keine gute Frucht bringt.

Den baum soll man biegen, weil er jung ist, wird er alt, so will er ungebogen sein.

Den Baum soll man in Ehren halten, davon man Schatten hat.
la] Arbor honoretur, cujus nos umbra tuetur.

Den Baum umhauen, um die Früchte abzupflücken.

Den Baum, darunter man schauern will, soll man ehren.

Den Baum, der dir Schatten gibt, lass nicht niederhauen.
Ägypten

Den Baum, worauf die Ehre wächst, schüttelt jeder gern.

Den Bawren (= Bauern) trawen auff ihr eid, heizt trawen eim Wolff auff wilder heid.

Den Becher nimm mit Vorsicht zur Hand, denn Gott und Teufel sind darin gebannt.

Den Begräbnissen der Reichen fehlt nichts als Leute, die sie bedauern.
China
dä] Naar den rige falder af, samles hvermand til hans grav; naar den arme tages bort, kommer neppelig een for port.
la] Cum moritur dives, concurrunt undique cives; cum moritur pauper, vix advenit unus et alter.
sd] När den rijke faller af, samblas hvar man til hans graaf; när den arme tages bort, kommer näplig en før port.

Den Beladenen soll man nicht meiden.

Den Berg belastet der Schnee, den Menschen die Zahl seiner Lebensjahre.
Mongolei

Den Berg hinauflaufen schicket sich wohl.

Den Berg ziert der Gipfel, den Menschen der Verstand.
Russland

Den Beruf deines Vaters zu erben ist keine schlechte Sache.
Senegal

Den Beruf des Vaters zu erben ist nicht schmerzhaft.
Senegal

Den Besen auseinander reißen.
i] Eine Sache aus ihrer Stellung, ihrem Zusammenhange bringen, daher nennt Cicero einen schlechten, unordentlichen Menschen einen zerrissenen Besen.

Den Besitzlosen schreckt kein Hund.
Kasachstan

Den besseren Bissen bewahrt man immer für später auf.
Estland

Den bessten Fot (Fuß) vörsettn.
i] Das Beste zuerst, z.B. guten Wein

Den besten Bissen lässt man immer für den Kranken.
Estland

Den besten Boten schickt man, wenn man selbst geht.

Den besten Käse benagen (o. fressen) die Mäuse zuerst.
dk] Beste ost bliver snarest muus ædet.

Den besten Käse benagen die Mäuse zuerst.

Den besten Mausekatzen kann noch eine Maus entrinnen, wie viel mehr den andern.

Den besten Sachen ist am schlimmsten beizukommen.
en] The best things are worst to come by.

Den betretenen Weg fortgehen.
nl] Het begane pad volgen.

Den Betrogenen, nicht den Betrügern wird geholfen.
la] Deceptis, non decipientibus opitulatur.

Den Betrunkenen erkennt man an den Beinen.

Den Bettelmann mit dem Kaiser vergleichen.
la] Minervae felem.

Den Bettelsack soll man nicht verleugnen.
Estland

Den Bettelsack umhängen müssen.
fr] Être reduit à la besace.

Den Bettelstab ergreifen.

Den Bettler belangen, heißt nichts als Läuse fangen.

Den Bettler hängt man nicht, aber den Dieb.
i] Besser betteln als stehlen

Den Bettler spielen.
i] Jüdisch-deutsch in Warschau: Er zieht auf sich den Kapzen. - Polnisch kapcan = Bettler. D.h. er zieht den Bettler bei den Haaren herbei, er gebärdet sich wie ein Bettler, ohne es noch zu sein.

Den Bettler verachte (ich) nicht, den Herrn fürchte (ich) nicht.
Estland

Den Beutel ziehen.

Den beyssel nach dem anderen schlagen.
la] Clavum clavo pellere.

Den Biernarren kann man immer bändigen, den Kwaßnarren kann niemand bändigen.
Estland

Den Bissen aus dem Munde geben.

Den Bissen verschlucken.
i] Etwas Unangenehmes ertragen

Den bittet man vergebens, der nicht helfen kann.
dk] Han bedes forgieves som ey kand hielpe.

Den Blacken (Flecken, Placken) muss man auf das Loch, und nicht daneben setzen.

Den blanken Mann putzen.
i] Etwas Überflüssiges tun.

Den blauen Rock anziehen.
i] Soldat werden.

Den Bletz neben das Loch setzen.

Den Blinden schert das Geld für die Kerzen nicht.
Aserbaidschan

Den Blitz anbinden wollen.

Den Blöden ist das Glück teuer, den Kühnen hilft das Abenteuer.
ndt] Dem blöden is dat gelukke dure.

Den Blumen im Finstern streichen.

Den Blutigen scheut jeder, den Milchigen beleckt jeder.
Litauen

Den Blutigen scheut, den Milchigen beleckt jeder.
Litauen

Den Blutzger zählen und den Batzen verwerfen.

Den Bock auf die Haferkiste setzen.
i] Eine Sache verkehrt anfangen. Das, was man sicher verwahren will, dem anvertrauen, bei dem es gerade in der augenscheinlichsten Gefahr ist.
en] To give a wolf the wether to keep.
fr] Donner le chou à garder à la chèvre.
fr] Donner les brebis à garder au loup, au plus larron la bourse.
fr] Il ne faut pas enfermer le loup dans la bergerie.
nl] De bok stoot op de haverkist.
nl] Hij is er bij, als de bok op de haverkist.
it] No bisogna dar la lattuca in guardia all' ocche.
it] Non far il nido nella tana, della volpe.
it] Non lasciar le pere in guardia all' orso.
la] Canis canistri malus est custos.
la] Custos ovium lupus. Cicero
un] Okos a kecskét nem teszi kertészszé.

Den Bock erkennt man am Bart (o. an den Hörnern).
dk] Man skal ikke tage bukken efter haarene.

Den Bock ziehen.
i] In der alten Chronik des Barons v. Valvasor finden sich Schilderungen mehrerer Charivaris. In der Beschreibung von Wibpach (Kreis Adelsberg in Illyrien) erzählt er folgenden Brauch: 'Wenn die ledige Pursch sichere und gewisse Nachricht haben, dass eine Jungfrau in ihr dreissigstes Jahr gehet, und doch noch unversprochen ist, so muss sie sich mit den Pursch vergleichen und denselben etwas spendiren oder widrigenfalls 'den Bock ziehen.' Sie nehmen eine Haus- oder Stubentür und binden ihr dieselbe an. Solche Tür muss sie, und zwar am Aschermittwoch, ziehen. Ungefähr vor 35 Jahren hat also zu H. Creutz, welches zwar schon im Görtzerischen Lande, doch gleich an der Crainerischen Grenze ligt, eine Kolinder den Bock ziehen müssen.' Der genannte Chronist fügt hinzu: 'Mit besserm Fuge sollten solche junge Tölpel und Klotzen selbst jedweder den Bock ziehen, darum, dass keiner ihrer sich angenommen hat.

Den Bock zum Aufseher des Gartens (o. des Kohles) machen.
Litauen

Den Bock zum Gärtner setzen (o. machen).
ndt] He hett denn Wulf as Schäper insett'.
dä] At binde hunden ved polsen.
dä] At lade bukken vogte haven (ulven faarene, høgen hønsene').
en] To give the wolf the wether to keep.
fr] Au plus larron la bourse.
la] Malus janitor.
la] Mustelae sevum committere.
schwed] Sätta bocken till trädgårdsmästare.

Den Boden des Sackes untersuchen.
i] Einer Sache auf den Grund gehen, genau prüfen)

Den Boden lecken.
i] Das letzte verzehren, auf der Neige sparen

Den Boden unter den Füßen fühlen (gewinnen, verlieren).

Den Boden unter die Füße nehmen.
i] Fliehen

Den Bodensatz bekommen.
la] Vinum in dolio sub dyametris.

Den Bogen (noch immer) höher spannen.
z] Vnd weil jhnen der Handel allenthalben glücklich, und nach jhren Wunsch fortgangen, haben sie den Bogen noch höher spannen wollen.

Den Bogen abschießen und den Vogel treffen ist zweyerlei.
dk] Buen skychez, men duen kurrez.

Den Bogen bricht Spannen und Nachlassen den Zorn.

Den Bogen spannen, heilt die Wunde nicht.
it] Arco per rallentar, piaga non sana.

Den Bogen überspannen.

Den Bolzen auflegen.

Den Bolzen fiedern.
i] jemandem zu seinem Vorhaben behilflich sein, ihm Mittel und Wege dazu an die Hand geben.

Den Bôm (= Baum), de mi Schatten gift, mutt ich nich verachten.
Bremen

Den Bonzen suchst du vergebens auf dem Weg zur Pagode.
Vietnam

Den Bösen ärgert das Glück der Guten.
dk] De onde deres had lider ey de fromme deres lykke.

Den Bösen geht es wohl auff Erd, als die hie seind auff jhrem Heerd.

Den bösen Hund mit Bratwürsten werfen.
i] Einen Grobian mit Höflichkeit abwehren

Den Bösen ist das meiste.

Den Bösen ist's leid, wenn's den Frommen wohl gehet.

Den bösen Mann lasse niemals Unheil an dir wissen.
i] Verbirg deine Schwächen vor dem Feind

Den Bösen missfallen, ist ein (o. das rechte) Lob.
la] Malos displicere laudari est.
la] Vera ac ficta simul spargebat fama per urbem.

Den Bösen oft zuteile ward, was man den Frommen abgespart.

Den Bösen strafen heißt dem Frommen Ruhe schaffen.

Den Bra'n (Braten) dreihn, so lange as he drüppet.

Den Brand schüren.

Den Brandstifter plagt das Feuer.

Den Braten hätt' ich gern, doch sollen ihn andere schießen.
la] Catus amat piscem, sed non vult tangere flumen.

Den Braten kann sich jeder schneiden wie er will, aber den Rock schneidet die Mode.

Den Braten merken (riechen, wittern, schmecken).
i] Irgendetwas merken, vermuten
z] Schmeckenbrätlin ist mein Nam, Schmarotzens ich mich nimmer scham. All Kirchweih, Hochzeit und Banket und wo man gehet früh und spät, da kann ich allzeit voran stohn, wo man bezahlt, lauf' ich davon.' Von Leuten, die herumschnüffeln, um ohne Bezahlung gute Bissen zu essen.
fr] Descouvrir le pot aux roses.
fr] Il sent de loin.
fr] Sentir de loin la fricassée.
la] Narem nidore supinor.
la] Quam canis acer, ubi lateat sus. Horaz
la] Sagacius unus odoror.
la] Summis naribus olfacere.

Den Braten vom Spieße fressen.
la] Calidam veruti partem arripere.

Den brauchten sie bloß in den Sarg zu legen.
i] So elend sieht er aus.

Den Bräutgam deiner Seel verlanget einzuziehen,
Blüh auf: er kommet nicht, bis daß die Lilgen blühen.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Den Brautlauf tun.

Den Brei anrichten.
z] Dieser Hadrianus (Papst Hadrian III, 885) war so künn und mütig, dz er d' erste den Brey so heiss anrichtete, daran seine Vorfaren so lange gekocht hatten. Nemlich, sobaldt er Bapst ward, machte er ein Gesetz u.s.w.

Den Brei darf man nicht eher aufessen, als bis das Mehl von der Mühle nach Hause gebracht ist.
Estland

Den Brei essen, den ein anderer eingerührt hat.

Den Brei für die anderen machen.
Italien

Den Brei für die andern machen.
Italien

Den Brei für die Katze kochen.
i] Sich für eine unnütze Sache viel Mühe geben

Den Brei hast du dir selber zugekocht, iss ihn aus.

Den Brei im Munde herum werfen.

Den Brei, den du angerührt, mußt du ausessen.

Den Brei, so du gerührt (o. den du angerührt), musst du ausessen.
la] Illi exedendum est qui intrivit. Terenz

Den Brief wird er nicht ans Fenster (hinter den Spiegel) stecken.
fr] Ecrire à quelqu'un une lettre à cheval.
nl] Hij zal dat schrift niet voor den spiegel steken.

Den bringt man nicht mit sechs Rossen fort.
Nürtingen

Den bringt twölf Eier darrtein (dreizehn) Küken.
Rastede

Den Brotkorb zu finden wissen.

Den Bruder Ernst nebend sich setzen.

Den Bruder Ernst von jhm thun.

Den Brunnen schätzt man erst, wenn er kein Wasser mehr gibt.
fr] Quand le puits est sec, on connaît la valeur de l'eau.
la] Nescit homo vere, quod habet, nisi cesset habere.

Den brunnen schließen (zudecken), so das kindt ersoffen (ertrunken) ist.
i] Die Entstehung dieses Sprichworts wurde nach Schilda verlegt. Es sei, erzählt man, einst ein Kind in einen offenstehenden Brunnen gefallen und ertrunken, worauf sofort ein Ratsdekret erschienen sei, welches das Zudecken der Brunnen, Röhrbütten und Wasserbehälter der Art in der Stadt bei namhafter Strafe im Unterlassungsfalle geboten habe. In ähnlicher Weise wurden z.B. in Frankfurt a.M. in den dreißiger Jahren die Tore erst dann durch Laternen erhellt, als die wegen demagogischer Umtriebe Verhafteten in der dicken Finsternis entkommen waren)
en] When the steed is stol'n the stable door shall be shut.
it] Dopo morte non val medicina.
it] Quando l'ucello e fuggito, poco rileva riservar la gabbia.
it9 Serrar la stalla quando si han perduti i buoni.
la] Accepto damno januam claudere.
la] Clypeum post vulnera sumere. Ovid
la] Machinas post bellum adferre.
la] Nil juvat amisso claudere septa grege.
un] Késö akkor bezárni az ajtót, mikor már oda a fakó.

Den Bruoder (Bruder) fangen.
i] Mit jedermann guter Bruder sein
z] Es ist noch nit so übel gangen, ich glaub er hat den Bruoder fangen.

Den Bück (Ziegenbock) mälken un inner Heië (Heide) ä fisken, bringet nîx in.
Ravensberg

Den Buckel voll Schulden haben.
Schlesien
schweiz] 'S Födloch (den Hintern) volla Scholda hoch. Appenzell

Den Buckligen bessert nur das Grab.
Estland

Den Büffel lass nicht an einem Strohdach grasen.
China

Den Büffel mitten im Tümpel und Gold mitten auf der Straße kaufen.
Thailand

Den Bugspriet gerade in den Sturm hineinstellen.

Den Bundesbrief herausgeben.
i] Ein Bündnis kündigen oder aufheben. Wenn bei entstandenen Streitigkeiten oder nach offenem Kriege Verbündete nicht mehr Gemeinschaft haben wollten, wurden die Bundesbriefe herausgegeben.

Den Bundschuh aufwerfen (o. schmieren).

Den Bürgen muss man würgen.
mhd] Burgen soll man wurgen.
bm] Rukojmĕ, hrdlo pnĕ.
bm] Slíbís-li za přítele, utrápí te nepřítel.
en] He that is surety for another is never sure himself.
en] The bail must pay.
fr] Qui répond, paie.
nl] Borgen zal men worgen.
it] Chi entra mallevadore, diventa pagatore.
it] Chi risponde paga la somma.
la] Qui leviter spondet, promisso ludit inani.
la] Sponde, noxa praesto est.
la] Spondere plurimus fuit et damno et malo.
la] Sponsio damna dabit.
sd] Den som går i borgen, går i sorgen.
sp] El que es fiador es pagador.

Den Bürgen sollst du würgen!

Den Bürgermeister ausgenommen.
i] Aus einem Gedicht: Die Ausnahme von Andr. Wilke entlehnt, der 1814 zu Grabow (Mecklenburg- Schwerin) starb, wo er Vorsteher einer Privatschule war.

Den Butzen ausschälen (ausschneiden, ausstechen).
i] Den übeln Grund und Kern einer Sache beseitigen.

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.
Seneca (??-65 n. Chr.), Episteln

Den Charakter reicher Leute kann man danach beurteilen, wofür sie Geld übrig haben.
Lü Buwei

Den Chilufk soll ich btuch sein.
Jüdisch-deutsch
i] Der Unterschied soll ich reich sein

Den Damen die Ehre, sagte der Schweinetreiber, die Sauen gehen vor.
nl] L'honneur aux dames, de varkens treden vooraan.

Den Damen gebührt die Ehre, sagte der Dieb, und er ließ den Huren ihre Streiche zuerst geben.
nl] L'honneur aux dames, zei de dief, en hij liet de hoeren eerst geeselen.

Den darf man nicht an die kleine Zehe stoßen.
i] Er ist sehr empfindlich.

Den das glück entporhebt, den wirffts auch wider ins kot.

Den das glück reich macht, den macht es auch wieder arm.

Den Daumen aufs Kästchen halten.

Den Daumen mit ins Kändlein messen.

Den Daumen rühren.

Den Daumen wiegt man zu dem Fleisch.

Den Dechel und den Oberkaplan drauf gebrannt.
Franken
i] Auf die Frage, welche Speise es bei nächster Mahlzeit gebe.

Den Deckel ânpolsen.
Oberharz
i] Verstohlen ansehen, tot sein

Den Deckel aufschlagen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
i] Auf den friesischen Uthlanden sagt man: 'Lii de Lied üp, wan dit Jungen ön Suad fällen es.' Unter den friesischen Uthlanden begreift man die an der Westküste Schleswigs vom Festlande mehr oder weniger entfernt gelegenen Marschen: Nordstrand, Pelvorm, Föhr, Amrum und Sylt, nebst der Felseninsel Helgoland. Von 95 Kirchspielen, die sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts umfassten, sind seitdem mehr als die Hälfte verschwunden. Im Jahre 1250 mag das Land etwa 50 Quadratmeilen umfasst haben, die um das Jahr 1600 auf 20, jetzt auf 16 Quadratmeilen zusammengeschmolzen sind.

Den Deckel van de Pott bören (dûn).
Meurs
hdt] Den Deckel vom Hafen lupfen.

Den Degen eines verzagten Soldaten und die Feder eines ungelehrten Doktors soll man zusammenbinden, ihre Kinder kommen an den Bettelstab.

Den Degen muss man nicht ohne Ursache ziehen und nicht ohne Ehre einstecken.

Den Degen nach der Scheide beurteilen.

Den Deibel ôch.
hdt] Den Teufel auch!
i] Diese Redensart drückt eine mit Erstaunen vermischte, ärgerliche Bejahung oder Zustimmung aus.

Den Denkendorfer Liederkranz vertreten.
i] Eine eingebildete lächerliche Rolle spielen. Die Redensart verdankt ihren Ursprung einem gewissen Fr. Kaufmann, der im Juli 1874 zu Denkendorf bei Esslingen gestorben ist, und der sich einst als Abgeordneter oder Vertreter des gar nicht bestehenden Liederkranzes seines Heimatsortes auf Sängerfesten in Deutschland umhertrieb und daher unter dem Spitznamen 'der Denkendorfer Liederkranz' zum allgemeinen Gespött wurde.

Den Derdendagsengast is mor last.
hdt] Der Drittetagsgast ist nur zur Last.

Den Deutschen (d. i. den Herrn) halte wie Dreck auf dem Span, den Bettler schilt nicht.
Estland

Den Deutschen (d. i. den Herrn) lobe, zu Gott bete.
Estland

Den Deutschen bringt nichts auf, wenn er nur Kartoffeln hat und Tabak rauchen kann.
Ruthene

Den Diamant schleift man mit seinem eigenen Staube.

Den Dieb behandelt man mit dem Knüppel, den Amtsschreiber mit einem halben Rubel.
Russland

Den Dieb bestehlen heißt nicht sündigen.

Den Dieb erschlägt der Räuber.
Usbekistan

Den dieb erschrecket ein mauss.
it] Al ladro fa paura anch'un sorcio.
la] Fures clamorem metuunt.

Den Dieb mit der Hand im Sack ertappen.
z] Wo ist der reiche Schatz des Fürsten hin? Man nehme die vor, so pecuniam seithero traktirt, man fordere Rechnung von ihnen, was gilts, wir wollen den Dieb mit der Hand im Sack ertappen.

Den Dieb schont man nicht.
Finnland

Den Dieb soll man henken und die Hur' ertränken.
i] Von den Strafen des Diebstahls und Kindermords. Der erstere ist in Deutschland verhältnismäßig weit härter als der letztere bestraft worden. Aber nicht bei allen deutschen Völkerschaften ward der Dieb mit dem Tode bestraft, bei einigen musste er den Wert mehrfach ersetzen und bekam noch eine Anzahl Streiche, wo es indes geschah, wurde ihm die Strafe des Stranges zuerkannt, was meist schon geschah bei Raubung einer geringen Summe von unfähr 15 Talern. Die Strafe des Ertränkens (Säckens) der Kindermörderinnen ist nicht ursprünglich deutsch, sondern aus dem römischen Recht entlehnt und ist in unsern Tagen der Hinrichtung mit dem Schwert gewichen. Im deutschen Sprichwort erscheinen übrigens Huren und Diebe sehr häufig in Gesellschaft.

Den Dieb verfolgt der eigene Schatten.
Estland

Den Dieb vom Galgen nehmen.

Den Dieb zum Schatzmeister machen.
Serbien
fr] Au plus larron la bourse.

Den Dieb, der drei Kopeken gestohlen hat, hängt man, und den, der fünfzig gestohlen hat, ehrt man.
Russland

Den dieben ist die nacht, der warheit aber das liecht dienlich.

Den Dienern geht's wie eim newen Kleidt, so hat mans gern, wird es alt, so wirds veracht.

Den Dingen den Zusammenhang vorzuenthalten ist die Sünde der aphoristischen Inzucht.
Beat Schmid

Den Dingen ihren Lauf (o. die Karre laufen) lassen.
en] To let things take their course. - To let things drift (o. rip o. slide).
fr] Laisser les choses suivre leur cours. - Laisser tout aller à vau-l'eau. - Laisser pisser les mêrinos.
it] Lasciar correre l'acqua alla sua china. - Lasciar perdere.

Den Dirnen und den Straßensängern ist das Altern nicht bekömmlich.
es] A la ramera y al juglar a la vejez les viene el mal.

Den Docht will jeder putzen, aber keiner will Öl spenden (dazu geben).

Den Docht will jeder putzen, aber niemand will Öl (zum Lichte) geben.

Den Dod op de Leppen hebben.

Den Doden sîn Hût vertêren.
[RSpW]
hdt] Dem Toten seine Haut vezehren.
i] Nach altdeutschem Rechtsverhältnis durfte der Überlebende so lange nicht sich in den Besitz der Erbschaft setzen, bis nicht Erbrecht und Erbtrunk (altnordisch Arföl, das Erbe Ale) feierlich abgehalten und damit des Verstorbenen Gedächtnis (minne) getrunken war. Der Brauch des Leichtrunks besteht in diesem rechtsgültigen Sinne des Erbbiers jetzt noch. Der Schleswig-Holsteiner umschreibt den Namen Grabbier mit der Redensart: den Doden sên hût vertêren; denn eben die Haut und Bedeckung (Hut und Hütte) aus welcher der Tote gefahren ist, verbleibt nun seinen Erben.

Den Dodenkopp up den Disch setten.
i] In der Sprache der Rechtsgelehrten die Vorbereitung zur feierlichen Abnahme eines Eides dadurch treffen, dass ein Totenkopf auf den Tisch gesetzt wird.

Den Doktor on den Dodegrewer (Totengräber) sind gue Frönde.
Meurs

Den Donner soll man nur Herr nennen, wenn er donnert.
Japan

Den dörf mer ner immer 'n Guatgnung machen.
Franken
hdt] Den darf man nur immer ein Gutgenug machen, d.h. im Nothfalle als Aushelfer dienen.

Den Dorn im Fuß zieht die Hand heraus, den Dorn in der Hand kann der Fuß nicht herausziehen.

Den Dornenpfad von der Wiege bis zum Grab
Muß jeder gehn, ob mit, ob ohne Stab:
Die einen unterscheiden sich von andern
Nur durch die Art, wie sie durchs Leben wandern.
Bodenstedt, Aus dem Nachlasse des Mirza Schaffy

Den Dornzaun und den Sack niemand wol versühnen mag.
i] Jener wird diesen häkeln und dieser an jenem hängen bleiben. Angewandt, wo die Natur zweier Dinge oder Personen derart ist, dass Reibungen unvermeidlich sind

Den dort eracht' ich weise, den da hab' ich lieb.
i] Gemeint sind Aischylos und Euripides
gr] Tón mèn gàr hegoumai sophòn to d' hédomai.
Aristophanes, Die Frösche (um 406 v. Chr.), 1413 (Dionysos)

Den Drachen aus der Höhle locken.

Den Dreck auspatschen.
z] Für den Herre han i bei der Wahl de Dreck auspatscht. Der wiederauferstandene Eulenspiegel, Stuttgart 1863

Den Dreck in't Hûs fegen.
Hildesheim
i] Sich selbst schaden

Den Dreck mit Dreck versiegeln.
i] Übel ärger machen

Den Dreck rütteln, dass er stinkt.
i] Alte, unangenehme Dinge aufrühren

Den Dreck soll niemand rittelen, er stincket sonst nur desto mehr.

Den Dreck zum Lohn haben.

Den Dreck, der zwischen uns ist, essen wir selbst auf.
Estland

Den Dreispitz in den Sack stoßen.
i] Von denen, die Schweres, Unmögliches anstreben oder mehr tun wollen, als sie vermögen.

Den drieft ewer ok de Lëegen bei ein.
Meurs
i] Ledigen beieinander. Um zu sagen, er geht müßig.

Den drückt die Mütze.
Ostpreußen
i] Es fehlt ihm etwas, er ist durch sein Benehmen aufällig.

Den drückt kein Schuh, der barfuß geht.

Den Dshigiten miss an seinem Gefährten.
Russland

Den Dummen erscheint die Mutter Gottes.
Spanien

Den Dummen fürchte, den Bösen tadle.
Estland

Den Dummen gehört die halbe Welt.
i] Nur nicht was darin ist

Den Dummen ist gut predigen.
la] Inter indoctus et Corydus loquitur.

Den Dummen macht man die Gefängnisse, die Klugen sitzen darin.
Estland

Den Dummen täuscht man mit einem Apfel, den Klugen kann man nicht mal mit einem Taler täuschen.
Estland

Den Dummen trifft's Glück.

Den Dümmsten ist das Glück am meisten hold.

Den Durchlauff im Beutel haben, ist böss.

Den Durchmarsch (Diarrhöe) haben.

Den dürren Baum reiten.
i] Gehängt werden. So einfach eigentlich die Hinrichtung des Hängens ist, so wurde sie doch von der Phantasie der Vorzeit mit schauerlichen Symbolen und unheimlichem Ritus ausgeschmückt. So nahm man nicht den ersten besten Baum des Waldes, sondern suchte vielmehr laublose, verdorrte Bäume dazu aus.

Den Durst löschen
en] to quench (o. slake) o's thirst
fr] apaiser (o. étancher) la soif
it] spegnere (o. smorzare) la sete

Den Durst mit Salzwasser (mit Hering) löschen.

Den duzen die Schöpse auf der Straße.
z] Ich dachte an die Zeit, wo wir in Frankreich sechs Wochen lang Mittags Kartoffeln und Schöps und Abends Schöps und Kartoffeln essen mussten, sodass wir Gefahr liefen, von den Schöpsen auf der Straße geduzt zu werden.

Den dysen, den du gemacket heffst, den möst du afspinnen.
Westfalen
i] Unter Dysen versteht man die Masse Flachs oder Wolle, welche auf einmal an die Kunkel zum Abspinnen gelegt wird

Den Edelmann auf den Bettelmann setzen.
nl] Het is de edelman of de bedelman.

Den Edelmann spielen.
nl] Hij speelt voor edelman.

Den Edlen schmerzt die Rede, den Elenden nicht.
Jemen

Den eenen gifft Gott Botter, den annern Schiet.

Den eenen mut ik betalen, dem anderen Geld geben.
i] Es ist einerlei, will damit der Holsteiner sagen, wem ich in die Hände falle, keiner schenkt mir etwas

Den Eenen mut man um sine Legheit, den Annern um sine Godheit to Frünne holn.

Den Eers in die Hand nehmen.
i] Aufstehen und weggehen, vielleicht weil man nach den Kleidern greift, worauf man gesessen, um sie wieder in Ordnung zu bringen.

Den ehefrawen gebürt haussarbeit.

Den ehret man wie einen Gott, dess man darff in der not.

Den ehrlichen Brauer hab ich lieb, der Wasserdoktor (Fälscher) ist ein Dieb.
dk] Man beder godt for bryggeren, ingen for blauderen.

Den Ehrlosen siehst du mit den Angelegenheiten seines Nachbarn beschäftigt.
Arabien

Den Eich(en)baum vor die Stadt, Eichenlaub stinkt.

Den Eichbaum vor die Stadt, Eichenlaub stinkt.

Den Eiertanz tanzen.
i] Sich geschickt zwischen zwei Gegensätzen halten, ohne direkt einen zu verletzen.
z] Das neue Cabinet soll den Eiertanz tanzen, soviel wie möglich neben der Verfassung regieren, aber diese so wenig wie möglich verletzen. Berliner Zeitung, 1865

Den eigenen Buckel (Höcker) sieht man nicht.
i] Die eigenen Fehler
it] Non vede la sua gobba il gobbo, ma quella del compagno.
la] Non videmus manticae quod in tergo est. Catull

Den eigenen Fleiß empfinden wir als notwendiges Übel. Der Fleiß der anderen ist eine Folge ihrer Unfähigkeit.
Gabriel Laub

Den eigenen Füßen zahlt man keinen Lohn.
Estland

Den eigenen Gedanken nachgehen, das kann, je nach Persönlichkeit, die bequemste oder die anstrengendste Beschäftigung sein, die es gibt. Die größten Seelen machen daraus ihren Lebensinhalt.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Den eigenen Namen vergessen.
i] Der Vergessliche.

Den eigenen Wind riecht jeder gern.

Den eigennutz schlegt sein eigen schwert.

Den eignen Rock, den eignen Hut betrachten tut dem Menschen gut.
China

Den eignen Wind riecht jeder gern.

Den einen (der eine) hält den Bühl (Beutel) open, on den anderen (und der andere) stekt et dren.
Meurs

Den einen hält den Bühl (Beutel) open, on den anderen stekt et dren.
Meurs

Den einen Hund bekümmert's, dass ein anderer in die Küche geht.

Den einen Käsch, den er sich verdient hat, will er sich vor lauter Geiz an die Rippen nageln.

Den einen lacht der Käse an, der andere fällt davon in Ohnmacht.

Den einen lobt man bis in den Dreck hinein, den anderen tadelt man bei ehrlicher Arbeit.
Estland

Den einen Pfeil dem anderen nachsenden.

Den einen sticht man mit der Nadel,

Den einen sticht man mit der Nadel, den andern mit der Heugabel.
nl] De eene kan men prikken met eene speld, en de ander met eene hooivork.

Den einen sucht das Glück, den anderen drängt's zurück.

Den einen Vogel tupft, den andern rupft man.

Den einen wärmt die Sonne, den andern blendet sie.
nl] De een heeft de zon mede, de ander tegen.

Den einen zieht Schönheit, den andern Hässlichkeit an, so kommen die Mädchen an den Mann.
it] A chi piace le belle, a chi le brutte, così le donne si maritan tutte.

Den einfachen Leuten soll beigebracht werden, was sie zu tun haben, und nicht zu fragen, warum sie es zu tun haben.

Den einfalt muss man auff die Stockfischmül schicken, dass er wol geklopfft werde.

Den Einfältigen volle Hände.
i] Die Dummen haben das meiste Glück
fr] Aux innocents les mains pleines.

Den Eingang und Ausgang Gott bewahr vor falschen Freund und aller G'fahr.

Den Einkauf verstehen.
nl] Hij verstaat zich op den inkoop.

Den Elefanten gesehen haben.
i] Etwas versucht haben, was vielleicht mit großen Schwierigkeiten verbunden war und doch ohne Erfolg blieb.
en] To have seen the elefant.

Den Elefanten zu vermeiden, ist keine Schande.
Vietnam

Den Elektriker fasst der Strom nicht an.
Polen

Den Elenden ist es eine Freude, Genossen ihrer Pein gehabt zu haben.
la] Gaudium est miseris socios habuisse penarum.

Den eltern ist alles zu verzeihen.

Den Eltern ist man viel Dank schuldig, Gott noch mehr.

Den Eltern müssen alle ihre Kinder gleich lieb sein - das eine darf vor den anderen nicht bevorzugt werden.
Talmud

Den ênen Dag êt ik Brod mit Water, den andern Water mit Brod.
Holstein
i] Gedrängte Zusammenstellung der Speisekarte eines humoristischen Armen.

Den enen helt op, den anderen schropt in. Deutz
z] Der Eine hält auf, der Andere schropt ein, sie helfen einander beim Geld gemein.

Den ênen mut ik betalen (bezahlen), den annern Geld geven.
Holstein
i] Es ist einerlei, wem ich in die Hände falle, es schenkt mir keiner etwas
nl] Den een moet men betalen, en den ander geld geven.

Den Engeln die Augen ausstechen.
i] Legt man, heißt es, einen Rechen so, dass die Zähne über sich stehen, so sticht man dadurch den Engeln die Zähne aus. Gleicher Übeltat macht man sich schuldig, wenn man ein Messer so legt, dass die Schneide über sich steht
Aberblaube

Den Engeln seine Flöhe (Läuse) verkaufen.
Österreich
i] Ins Kloster gehen

Den entscheidenden Schritt tun
en] to take the final (o. great) plunge
fr] sauter le pas
it] saltare il fosso - fare il gran passo

Den Erfolgreichen fragt man nicht, wer seine Eltern sind.
Turkmenistan

Den Êrs to knipn.
hdt] Den Arsch zukneifen.
i] Sterben

Den ersten April musst überstehn,
Dann kann dir manches Guts geschehn.
Goethe (1749-1832), Jahr aus, Jahr ein

Den ersten besten Tag.
nl] De eerste dag de beste.

Den ersten Mai führt man den Ochsen ins Heu.

Den ersten März muss der Bauer seinen Pflug sterz.

Den ersten mäßig, den andern fräßig, den dritten toll und voll, so bekommt uns das Aderlassen wohl.
fr] Selon le bras la saignée. (Nach dem Arme der Aderlass)

Den ersten mäßig,
Den anderen fräßig,
Den dritten toll und voll,
Den ersten Tag ein Gast,
Den zweiten eine Last,
Den dritten stinkt er fast.

Den ersten rat mag man vom Weib hören und nicht den zweiten.
dk] Hør det første raad af en qvinde og ei det andet.
fr] Prend le premier conseil de la femme, non pas le second.
la] Primo crede mulieris consilio, secundo noli.

Den ersten Schlag tu weidlich, wo Schläge unvermeidlich.
Persien

Den ersten Schritt tun
en] to make the first move
fr] faire les premiers pas
it] fare il primo passo

Den ersten Stein auf einen werfen.
Joh. 8, 7
i] Bei der jüdischen Strafe der Steinigung musste der Ankläger den ersten Stein werfen.
nl] Hij werpt den eersten steen op hem.

Den ersten Stein werfen
en] to throw (o. cast) the first stone
fr] jeter la première pierre
it] scagliare la prima pietra

Den ersten Stich lobt jeder Fechter.
i] Beim Kartenspiel.

Den ersten Tag ein Gast, den andern eine Last, den dritten stinkt er fast.

Den ersten Tag ein Gast, den zweiten eine Last, den dritten ein Greuel, den vierten ein Geheul, den fünften eine Maus (die sich nicht darf sehen lassen und verstohlen leben muss), den sechsten schlag ihn naus.

Den ersten Tag ein Gast, den zweiten eine Last, den dritten stinkt er fast.

Den ersten Tag ist einer ein Gast, den andern eine Last, den dritten ein Stanck, den vierdten heißt es: eile wie ein Flüchtiger, den fünften: gehe, du Kahlkopf.

Den ersten Tag mäßig, den zweiten gefräßig, den dritten aber toll und voll, so gerät der Aderlass wohl.
ndt] Der erst Tag g'mäss, der zweit Tag g'fräss, der dritt Tag voll, thuet der ganze Lüßi wohl. Schweiz
i] Aus der Aderlassperiode. Unter Tag ist nicht gerade ein Zeitraum von vierundzwanzig Stunden zu verstehen. Der gesunde Mensch, von dem hier nur die Rede ist, wird durch den Aderlass geschwächt, muss also unmittelbar darauf sehr mäßig leben, später bedarf er als Ersatz nährender Speisen; und um bald wieder Aderlassen zu können, muss er sich drittens toll und voll saufen.
la] Stans in punctura.

Den ersten Wurf von jungen Hunden ertränkt man am besten.
Lettland
i] Der erste Versuch ist meistens unzulänglich

Den es boven Jan.
Niederrhein
i] Er ist geborgen.

Den es ok van Haltern.
Niederrhein
i] Dorf im Kreise Rees. Gibt nicht gern

Den es so voll Komplimenten as den Bock voll Köttels (Kot).
Meurs

Den es van Hochkommaf, sin Vader wont op 'n Sölder.

Den es van nît (nichts) tu jet (etwas) gekommen.
Meurs

Den Esel ausläuten.

Den Esel barbieren.

Den Esel beim Schwanz aufzäumen.
i] Etwas verkehrt anfangen
fr] Brider son âne par la queue.

Den Esel beschlagen, um auf den Narrenberg zu reiten.

Den Esel drückt gar vieles, aber den Treiber noch mehr.
nl] Zeven dingen peinst de ezel, en de ezeldrijver acht.

Den Esel einen Esel nennen.
fr] Appeller un chat un chat.

Den Esel einwiegen.
i] Einen einschläfern, betören, zu betrügen suchen

Den Esel erkennt man an seinen Ohren.

Den Esel erkennt man auch unter der Löwenhaut.

Den Esel erkennt man bei den Ohren,
Am Angesicht den Mohren,
Und bei den Worten den Toren.

Den Esel fragen sie nicht, wenn sie ihn bepacken.

Den Esel führt man nur einmal aufs Eis.
la] Nemo libenter recolit, qui laesit locum.

Den Esel für den Müllerknecht ansehen.

Den Esel gürten.
z] Jetzt greif' ich's erst vernünftig an, so ich ein Esel gürten kan, vnnd jhm vertreiben kan das lachen mit gürten, das sein lenden krachen.

Den Esel hat man bei Hofe nur zum Sacktragen.

Den Esel hüten müssen.
i] Lange auf jemand warten müssen. In der Eifel wird die Redensart von Mädchen gebraucht, die in Tanzlokalen an der Wand stehen und nicht zum Tanz kommen.

Den Esel kennt man bei den Ohren, am Angesicht den Mohren und bei den Worten den Toren.

Den Esel kent man bey den Ohren, verbirgt er gleich die ohren und pfoten, so singt er doch die Esels Noten.

Den Esel kent man bey den ohrn, und bey den Worten den thorn.
mhd] Bî rede merke ich tôren, den esel bî den ôren.
mhd] In dûhte er waere gar unbekant, iedoch diu langen ôren meldeten den rehten tôren.
mhd] Swer esel niht erkennet, der sehe in bî den ôren.
mhd] Ze jungest do er den esel vant, er wart im bi den orn erkant. Minnesänger
nl] Een' ezel kent men aan zijne ooren.
it] Gli asini si conoscono a basti.
it] Il pazzo si conosce dalle parole, l'asino dalle orecchie.
la] E verbis fatuos, ex aure tenemus asellum.
la] Ex auribus cognoscitur asinus.
un] Meg-esmerik a bolondot szavairol, a szamarat rivásávol.

Den Esel lobt man beim Säcketragen, ist's geschehen, so werden ihm Disteln aufgetragen.

Den Esel lud man zur Hochzeit ein, da sagte er 'Entweder brauchen sie Wasser, oder sie brauchen Holz.'
tü] Eşeği düğüne çağırmışlar, 'Ya su lazımdır, ya odun' demiş.

Den Esel machen (o. spielen) der Disteln wegen.
i] Sich aus eigenem Interesse dumm stellen

Den Esel meide von hinten, den Ochsen von vorn und den Pfaffen von allen Seiten.
z] Es hat in dieser bösen Welt wohl jeder seine Finten: den Ochsen meide vornen stets, den Esel meide hinten, doch sollte grad' ein Pfaffe dir den Weg entgegenschreiten, den meid' von allen Seiten.

Den Esel meint man, den Sack schlägt man.

Den Esel mit Feigen füttern.
nl] De boer geeft vijgen aan zijn paard.

Den Esel mitten durch den Kot tragen.
i] Nach der Fabel von dem Vater, Sohn und einem Esel

Den Esel reiten.
i] Ohne hinreichenden Grund zürnen
mhd] Wer weiz wer noch den ezel reit. Ambr. Liederbuch

Den Esel rufft man zhauss, dz er die seck trag muss.

Den Esel soll man nicht vbergürten.

Den Esel striegeln.
la] Asini caput ne laves nitro.

Den Esel suchen und darauf sitzen.
i] Wer etwas sucht, was er in der Hand hält oder an sich hängen hat.

Den Esel treibt man mit der Peitsche.

Den Esel übergürten (überladen).
i] Zu sehr belasten

Den Esel um das Schmer schinden.
i] Ein altes Weib bloß des Geldes wegen heiraten
z] Wer schleufft in Esel umb das schmer, der ist vernunfft und Weissheit lär.

Den Esel und das Weib, mit Hieben man sie vorwärts treibt!
es] El asno y la mujer, a palos se han de vencer.

Den Esel will jedermann reiten.
en] All lay load on the willing horse.

Den Esel will jedermann reitten.
en] All lay load on the willing horse.

Den Esel zum Propheten machen.
i] Die Alten sagten nach einem Scherz des Aristophanes: Den Esel unter die Vögel zählen (Asinus avis) und wandten die Redensart an, wenn man aus irgendeinem lächerlichen Anzeichen einen Schluss machte. Jemand sprach eben von einem Kranken, als er einen Esel aufstehen sah, und ein anderer sagte: 'Vielleicht wird auch der Kranke genesen', was den Aristophanes zu dem Witze veranlasste, den Esel unter die Vögel zählen, aus deren Flug man prophezeien könne.

Den Eseln, so das Korn in die Mühle tragen, gehört die Sprewer.
fr] Jamais à un bon chien il ne vaut bon os.

Den Eselsgesang singen.

Den Essig strafen.
i] Scherzweise, um zu sagen: ihn durch Zugießen von Wasser milder machen

Den esten Christdâg (Christtag) het me erlêwet, den lesten hät me nach te hoppen.

Den Faden verlieren - aus dem Konzept geraten
i] Ein englischer Advokat hat die Gewohnheit gehabt, beim Plädieren einen Bindfaden aus der Tasche zu nehmen, den er unaufhörlich um den Finger auf- und abwickelte. Als sein Gegenadvokat ihm denselben einmal heimlich aus der Tasche praktiziert hatte, ist er in Verlegenheit gekommen, und man hat gesagt, er habe den Faden seiner Rede verloren.
en] to lose the thread
fr] perdre le fil (de ses idées)
it] perdere il filo (o. il bandolo)

Den Faden wieder aufnehmen.

Den falben Hengst streichen.
z] Wer jetzt kann streichen wohl den Hengst; und ist zu allem beschiss der genst, der meint zu hoffe sein der lengst.

Den Falken schreckt das Geschrei des Kranichs nicht.
i] Die Größe tut's nicht, sondern Kraft und Mut tun es

Den Falken streichen.
i] Für schmeicheln, und, wie Grimm ausdrücklich bemerkt, kein Schreibfehler für das gleichbedeutende: den Falben oder auch den Fuchsschwanz streichen.
z] Und muss den falken künnen streichen. Er kont den falken gar wol streichen. Hans Sachs

Den farren (Färse) Farzen wie eine Ackermähre (wie ein Wallach).
Schlesien

Den faulen Adam mit Sporen reiten.

Den faulen Braten riechen.
i] Eine unangenehme Sache spüren, merken

Den Faulen erkennt man daran, dass er alles auf einmal tun will.

Den Faulen helfen die Götter nicht.

Den faulen Hund anhengen.
i] Faulenzen

Den Faulen kann man belehren, den Bösen nie.
Estland

Den Faulen müsste man wie einen Pfahl verkehrt gegen den Baum schlagen.
Estland

Den Faulpelz erkennt man am Gang.
Moldawien

Den Fehdehandschuh aufnehmen
en] to take (o. pick) up the gauntlet
fr] relever le gant
it] raccogliere il guanto

Den Feind jagt man, wo man ihn findet.

Den Feind mit dem Rücken ansehen.

Den Feind mit den Fersen schlagen.
i] Davonlaufen

Den Feind mit Vorteil angewinnen ist das best.

Den Feind muss man auf die Füße schlagen, so kann er nicht entlaufen.

Den Feind schlägt man eher mit Rat als mit Tat.

Den Feind soll man hoch ehren, durch dessen Fehler man die eigenen vermeiden lernt.

Den Feind zu scheun, da Furch die Stärke hemmt,
Das gibt dem Feinde Stärk' in Eurer Schwäche.
en] To fear the foe, since fear oppresseth strength,
Gives in your weakness strength unto your foe.
Shakespeare (1564-1616), König Richard II. III,3

Den Festtag zu einem Mästtage machen.

Den Feuerbrand an dem Ende fassen, wo er glüht.
i] Eine Sache an der gefährlichen Seite anfassen

Den filz abziehen.
i] Die Kopfbedeckung abnehmen

Den filz nur halb abziehen.
la] Dimidiate aperto capite loqui.

Den Finger auf den Mund legen.
i] Bedachtsam schweigen
nl] Den vinger op den mond leggen.
la] Reddite Harpocratem.

Den Finger daraus ziehen.
i] Sicher sein
la] Extra lutum pedes habere, in portu navigare.

Den Finger in eine Wunde legen

Den Finger, der Honig in den Mund streicht, muss man nicht beißen.

Den Fisch bekommt man nicht mit trockenen Füßen.
Finnland

Den Fisch fängt man am Kopf.
tü] Balık baştan avlanır.

Den Fisch fängt man mit der Reuse, das Mädchen mit der Verlobung.

Den Fisch in de Keven sêen.
i] Etwas näher betrachten, untersuchen, die Holsteinische Hausfrau will es nämlich aus den geöffneten Kiefern erkennen, ob ein Fisch frisch sei.

Den Fisch mücht de Katt woll, oewer sei mag sick de Bein nich nat maken.

Den fisch nicht (bald) aus dem Garn lassen.

Den Fisch, der in den Wellen plätschert, tut man nicht in den Kessel.

Den Fischen Wasser, den Vögeln Luft, aber dem Menschen das ganze Land.

Den Flachs, der nicht an den Rocken kam, kann man nicht davon abspinnen.

Den Flaschen die Hälse brechen.

Den Fleck auf dem eigenen Arsch will niemand sehen.

Den Fleck muss man auff das Loch und nicht darneben setzen.

Den Fleck neben das Loch setzen.
i] Von verkehrten Verbesserern
fr] Il fait comme les chaudronniers, il met la pièce à côté du trou.
la] Juxta scissuram sarcire.

Den fledermäusen den speck befelhen.

Den Flegel machen. (Grob sein)

Den Flegel machen.
i]Grob sein.

Den Fleißigen lob, den Faulen tadle, den Guten verwöhn, den Bösen rüg.
Estland

Den Flicken vom Hemd leg imWinter an den Pelz, den Flicken vom Pelz (leg) im Sommer ans Hemd.
Estland

Den Fliehenden erreicht die Kugel eher als den Kämpfenden.
Bulgarien

Den fließt's, als ob ihm der Hals mit Speck geschmiert wäre.

Den Flüchtigen soll man verfolgen.

Den Fluss Khubur (den Fluss des Todes) musst du überqueren.
Babylon

Den Fluss zieht's zum Meer, das Eisen zum Magneten, den Menschen in sein Heimatland.
Abchasien

Den Fortschritt erkennt man schon daran, dass in jedem neuen Krieg die Menschen auf andere Art getötet werden.
Fliegende Blätter

Den Fortunatus-Beutel holen.

Den Frauen ist das Beste zu schlecht und das Schlechteste gut genug.

Den Frauen man nur zwei Dinge glauben soll: Wenn sie nicht essen, sind sie voll, und wenn sie sterben, wird es offenbar, dass ihre Krankheit eine wirkliche war.
Italien

Den Frauen und dem Dukatengold sind gar viele Leute hold.

Den Frauen zu gehorchen, kann zur Reue führen.
Arabien

Den Frechdachsen gehört (auch) das Paradies.
Jiddisch

Den frechen Lügner erkennt man an seinen Augen, so wie den Esel an seinen Ohren.
Rumänien

Den Fremden erkennt man sofort: Er benimmt sich wie ein weißes Huhn.

Den Fremden rühr nicht an.
Estland

Den fress' ich im Sauerkraut.
Rottenburg

Den Freund erkennt man in der Not.
es] En chica casa y en largo camino se conocen a los amigos.

Den Freund erkennt man sowenig in guten Zeiten, als sich der Feind in Notzeiten verstecken würde.
Portugal

Den Freund soll man nie mit dem Munde küssen, dass ihm das Herz darüber wehe tue.

Den Freund strafe heimlich, lobe ihn öffentlich.

Den Freund such nicht mit den Augen, sondern mit den Ohren.
Estland

Den Freund verletzte nicht, dem Feind vertraue kein Geheimnis an.
Russland

Den Freund zu erkennen, musst du erst ein Scheffel Salz mit ihm gegessen haben.

Den Frommen geht es so wie dem Wasser im Meer.
Estland

Den Frosch zum Fliegenhüter machen.

Den Fröschen ein Fuder Wein zum Bade verehren.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den Fröschen gibt man Wein zu trinken.
Italien

Den Fröschen Wein zu trinken geben.
Venetien

Den fruchtbaren Reisstängel erkennt man an seiner gebogenen Form.
Madagaskar

Den Frühling auf der Stirn und den Winter in der Brust haben.

Den Fuchs am Schwanz abhäuten.
fr] Escorcher le regnard par la queue.

Den Fuchs beim Schwanz fassen.

Den Fuchs erkennt man am Schwanz.

Den Fuchs kann man nur einmal überlisten.
Marokko

Den Fuchs muss man mit den Füchsen fangen.

Den Fuchs muss man mit Füchsen fangen.
i] Schlaue legt nur ein Schlauer herein
la] Cum vulpe vulpinari.

Den fuchs nicht beissen.
i] Grausen etwas zu tun

Den Fuchs rupfen (o. streifen).
i] Für: sich erbrechen. Gleicher Sinn: Ein Kalb legen. Kälbern. Sich überwerfen. Im Kropf anfangen zu dichten und klafterlange Noten singen. Seine Güter (o. sich) übergeben. Sanct-Ulrich anrufen. In Mecklenburg sagt man: Kälwer anbinnen. Kälver mâken. In Schlesien hört man: Er macht achtzehn die besten. Er musicirt, dass die Säue die Noten fressen. Er redet so grob, dass man die Wörter mit dem Besen zusammenkehren muss.

Den Fuchs schleifen.
i] Vor ein paar hundert Jahren war in Pommern ein Rundtrinken aus großer Kanne, wobei der Antrinkende nur zu nippen pflegte, und die folgenden desgleichen, damit für den letzten der Runde möglichst viel im Gefässe blieb, denn dieser hatte nun den Rest auf einen Zug zu leeren. Dafür hob er von Frischem wieder an und sein Nachbar wurde der letzte. Diese Variation scheint besonders beliebt und verbreitet gewesen zu sein. Das 'Zanower Recht' hatte dafür den Vers: 'Qui bibit ex neigas, ex frischibus incipit ille.

Den Fuchs spielen.
fr] Faire le renard.

Den Fuchs streichen.
fr] Flatter quelqu'un.

Den Fuchsbalg auf HasenFüße verhandeln.
i] Statt List anzuwenden, die Flucht ergreifen

Den Fuchsbalg über die Löwenhaut ziehen.
fr] Coudre la peau du renard à celle du lion.
nl] Het vossenvel aan de leeuwenhuid naaijen.

Den Fuchsschwanz streichen.
ndt] Den vossschwanz striken.
fr] Estre aspergé de queue du renard.
la] Cauda blandiri.

Den Fuchsszepter als Fliegenwedel gebrauchen.

Den Fûlpelz (Faulpelz) geit die Arbeit vonne Hand, as Pick vonne Wand.
Mecklenburg
i] Einer der auf der faulen Haut liegt.
z] Von feule ein belz überkommen. (So dass der Pelz den Schimmel, die Haut ausdrückt, wovon das Faulende überzogen wird)

Den fünften Fuß am Schafe suchen.

Den Funken anblasen.

Den Funken ins Pulverfass werfen.

Den Furchtsamen schreckt sein eigener Schatten.

Den Fürwitz woran, wie an einer neuen Zeitung büßen.

Den Fuß aus dem Schlamme ziehen.
i] Sich einer ekligen Sache entwinden

Den Fuß aus etwas herausziehen.
i] Nichts mehr damit zu tun haben wollen

Den Fuß im Hafen haben.
i] In dem Sinne: Halm im Korbe sein

Den Fuß ins Land setzen.

Den Fuß nach dem Leisten richten.
la] Lesbia regula.

Den Fuß von deinem Weibe duld' nie auf deinem Leibe; es könnt' sie bald ergetzen, ihn dir auf den Kopf zu setzen.

Den Fuß, daran der Schuh drückt, an den Laden legen.
i] Seine Schäden, Leiden, schwachen Seiten u.s.w. vor aller Äugen bringen

Den Futtersack höher hängen.

Den Gaffpfennig bezahlen.

Den Galgen fürchten die Menschen sogar mehr als Gott.
Jiddisch

Den Galgen hat man abgeschafft, die Schelmen sind geblieben.
i] 'Vgl. Goethe, 'Faust', Hexenküche: Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.

Den Galgen hat mein Vater gebaut, sagte der Dieb, und der Vater war doch kein Zimmermann.

Den Galgen hauen und den Dieb laufen lassen.
nl] Het is de galg gegeeseld, en de dieven laten loopen.

Den Gang nach Canossa antreten.

Den Gannev var der Tür legen.
i] Der Gefahr des Bestohlenwerdens dadurch entgehen (wollen), dass man den Dieb selbst zum Hüter des Hauses und für jeden Schaden verantwortlich macht.

Den Gänsedreck mit einem ziehen.
Nürtingen
i] Wenig nützliche Prozesse mit jemandem führen

Den Gänsen den Salat zu hüten geben.

Den Gänsen Hufeisen anziehn.

Den Gänsen ist's angeboren, dass sie auf dem Wasser schwimmen.

Den Gänsen predigen.

Den Gänsen Schuhe machen.
dk] Det duer til intet at gjøre skoe til gaes.

den Gänsen seine Saat,

Den ganzen Brasel hinschmeißen.
i] Alles, was er trägt

Den ganzen Heiligenkram auftischen.
nl] Al de Santen-kraam.

Den ganzen Kram hinwerfen (o. hinschmeißen)
en] to chuck it all (sl.)
fr] ficher tout en l'air
it] piantare baracca e burattini

Den ganzen Raum, den man auf dieser Welt beansprucht, verliert man im eigenen Ich.
Marcel Jouhanddeau

Den Garten Eden und die Gehenna (d.h. die Hölle) kann man (bereits) auf dieser Welt haben.
Jiddisch

Den Garten Eden und die Hölle kann man (bereits) auf dieser Welt haben.
Jiddisch

Den Garten muss man warten.
z] Gott gibt Boden und Regen, die Hacke muss der Mensch bewegen.

Den Gascogner kennt man an der Sprache.
fr] Lo no es bon Guasconet, seno sabe dezi, higue, hogue, hagasset.
i] Die Franzosen behaupten, der sei kein echter Gascogner, der nicht higue, hogue, hagasset zu sagen wisse

Den Gast bewirte gut, sein Pferd besser.
Russland

Den Gast nicht einnehmen, ist schand, ihn ausstoßen, ist ärger.

Den Gast schickt der Gott oder der Teufel.

Den Gast senden die Götter.
i] So jedenfalls soll man ihn behandeln
i] Spruch der alten heidnischen Preußen. Von dessen Anwendung in der neuern (christlichen) Zeit erzählt man sich folgende Anekdote. Ein junger Mann, der mehr brauchte, als er verdiente, wollte einmal bei seinem wohlhabenden Onkel, dem er viel Verdruss machte, einige Tage gut leben und trat mit dem Spruche bei ihm ein: 'Den Gast senden die Götter!' worauf er von demselben die Antwort erhielt: 'Und 'naus schmeisst ihn der Vetter.'

Den Gästen das Beste zuletzt bringen.
fr] Laisser les conviés sur la bonne bouche.

Den Gastut abzühe.
Schaffhausen
i] Unscheinbar werden

Den Gatten dein als einen Herrn verwöhne,
Doch den Verräter stets in ihm argwöhne.
Alter französischer Spruch
Montaigne, Essais, III, 5

Den Gatter zu, dass ausfliegt keine Kuh.

Den gauch berayten.
z] Ein gouch ausstriben affenspyl zu dettig syn recht wie man will, was man jn heißt, nit lang erbeyten, sich lassen wie ein falck bereyten.

Den Gauch daheim lassen.
i] Auswärts seine Torheiten nicht zur Schau tragen
z] Wenn sie liessent jr holtzschuh und blitzen den gauch heim auff der stangen sitzen.

Den Gauch erkennt man am Gesang.
mhdt] Wolt got es wer zu erkennen des feihen schmeichlers red anfang recht wie der gauch an seim gesang.

Den gauch etzen.
z] Ein yede gouchin weiß den list, womit ir gouch zu spysen ist.

Den gauch im spiegel sehen.
z] Wenn sy den gouch jm spiegel zeigt, do fintschafft sich noch früntschafft eigt.

Den gauch leren essen.
i] Verspottung der Männer, die sich von Frauen bei Gastmählern u.s.w. vorlegen lassen
z] Wer hier zu eynem gouche wurdt, derselb kan nit mer essen furt, darumb muss in die geuchin spysen und wie ein kindt mit bappen wysen.

Den gauch leren gon.
i] Spott auf die Männer, die sich von Frauen leiten lassen
z] Vnd darff ir keynen dryt nit weren wiewol er gon muss von ir leren.

Den gauch lernen singen.
z] Die weyber lernendt oft ein singen, der lieber weint zu solchen dingen, es muss ein gouch oft frölich syn, dem nie kam freyd yns hertz hynyn.

Den gauch nit lassen meister syn.
z] Das ander gouchstuck das ich kan, das ist das ich myn frouwen lan meister syn und byn ich knecht.

Den gauch rösten.
i] Von Leuten, deren Dummheiten ohne besondere Zurichtung (Marinierung, Röstung u.s.w.) unverdaulich sind.
z] Etlich gouch so mager sind, wenn man sy röstet nit geschwindt, so hette sie gar kein geschmack.

Den gauch strichen.
z] Das geuchlin hat gefallen dran, wenn mans zertlichen strichen kan, den federn nach ob sanfft und glatt solchs vnseren gouch gar früntlich datt.

Den gauch uss dem nest nemen.

Den gauch ussnemen.
z] Es ist der schwartzen kunst ein stück, wer mit solchen list und dück ein iungen gouch so griffen kan, das er vom griff nit flügt darvan.

Den gauch vff ein kussen setzen.
i] In hohe Ämter und Stellungen, zu großen Ehren
z] Die geuchin eygendtlichen wyssen, wie man ein gouch setzt vff ein küssen.
z] Man setzt ein gouch nicht also glich hoch dran vff das obrist küssen, er muss vil geuchereyen wyssen.

Den gauchzinss richten.
z] Der wyber tandt mit irem list handt mich so adlich zugerist, das ich zuerst gewillig bin den gouchzinss gern zu geben yn.

Den Gaul (Das Pferd) beim Schwanz (von hinten) aufzäumen.

Den Gaul beim Schwanz (oder von hinten) aufzäumen.
la] Ab unguibus incipere.
la] Aprum fluctibus appingit. Horaz
la] Delphinum silvis appingit. Horaz
la] Venari in mari. Plautus

Den Gaulen vmb den Gorden gruen.

Den gebackenen Fisch wirft man fort, wenn man den frischen sieht.
Birma

Den gebissenen Hund beißen alle Hunde.
prt] A cāo mordido todos o mordem.

Den gebundenen Dieb kann niemand entschuldigen.
i] Wer auf frischer Tat gefangen wird, kann keinen Schuldigeren nennen und wird jedesmal verurteilt
altfries] Den bundene deef emnach gheen man vntschuldigen.

Den Geburtsort kennst du, den Todesort kennst du nicht.
Estland

Den Geck scheren.
i] Geck kommt von Gech (die Kehle) und bezeichnet kitzeln, jemand zum Lachen bringen.

Den Gecken spielen.

Den geh' alles Unglück an, der's besser will, als er kann.

Den geht tegen en mannse Kuh an.
Deutz
i] Ist geizig

Den geil über einen schlagen.
i] Ihm Zeichen der Verachtung geben. Etwa wie: Die Feigen weisen.

Den Geisel essen.

Den Geist der Gewaltlosigkeit erwirbt man durch langes Training in Selbstverleugnung, durch Vertrautwerden mit den geheimen inneren Kräften. Er verändert die Einstellung zum Leben. Er bewertet die Dinge anders und wirft vorausgegangene Berechnungen um. Und wenn der Geist der Gewaltlosigkeit intensiv genug geworden ist, kann er das ganze Universum verändern.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Den Geist der Inquisition machen Willkürherrschaft und Gier aus, Gewalttätigkeit und Grausamkeit sind ihre Waffen.
Saint-Simon, Neues Christentum

Den Geist des Christentums machen Freundlichkeit, Güte, Nächstenliebe und vor allem Redlichkeit aus.
Saint-Simon, Neues Christentum

Den Geist soll man nicht töten.
z] Einmal erweckt ist der Geist nicht wieder zu bannen. Er kann zeitweise schlummern, aber er wird immer wieder erwachen.
fr] On ouvre mieulx l'esprit que l'en ne le clost.

Den Geist, das Licht, die Sonne vernichten sie doch nicht.
Chamisso, Abba Glosk Leczeka

Den Geistlichen wird man verehren,
In dem sich regt der freie Geist.
Uhland, Den Landständen zum Christophstag 1817

Den Geiz kan man so schwer erfüllen, als Wassersucht mit trincken stillen.

Den Geiz und Bettelsack kann niemand füllen.

Den Geiz und die Augen kann niemand (er)füllen.

Den Geiz, das Aug und Bettel kan niemand füllen.

Den Geizhals reut der Schatten, den sein Licht wirft.
la] Aquam plorat, cum lavat, profundere. Plautus

Den Geizhals sättigt Geld nicht, es reizt ihn nur.
la] Avarum irritat, non satiat pecunia.

Den Geizhals und ein fettes Schwein sieht man im Tod erst nützlich sein.
dk] En riig gierrig er ligesom sviner, gavner ingen førend han døer.
fr] De l'avare et du cochon, on n'a profit qu'après la mort.

Den Geizigen hat der Teufel verhext, dass sein Geiz mit dem Gelde wächst.

Den geizigen kan man keine grössere plag wünschen, denn langes leben.

Den Geizigen kränkt, was er im Traume geschenkt.

Den Geizigen muss man beschämen!
Usbekistan

Den geizigen wächsst nimmer gnug.

Den geladenen Gast auf den Ofen, den ungeladenen in den Schlitten.
Russland

Den gelben Hut tragen müssen.
i] Eine Strafe für den bankrott gewordenen Kaufmann. Wer zum 'gelben Hut' verurteilt war, der musste laut eines Ratsbeschlusses vom Jahre 1581 (Frankfurt a.M.) samt seiner Familie geringer gekleidet gehen als die übrigen Bürger und jedes öffentlichen Verkehrs mit ehrlichen Leuten sich enthalten bei Gefängnisstrafe; auch war er unfähig zu städtischen Ämtern, also aus der Gesellschaft ausgestoßen und politisch tot. Aus besonderer Huld überließ man einem solchen die Wahl zwischen drei Strafen: entweder dreimal zwei Stunden am Halseisen stehen oder lebenslang einen gelben Hut tragen, oder auf immer im Schuldturm sitzen.

Den Geldsack, den Brotsack und den Essigkrug lasst niemals leer, sagt Nachbar Klug.
Rheinpfalz

Den Gelegenheitshusten bekommen.
i] Von denen hauptsächlich Redner befallen werden, denen die Gedanken ausgehen

Den Gelehrten allein gehört der Wein, anderen kann Bier und Wasser genügend sein.
i] Es wird aber noch manchen Gelehrten geben, dem der Wein abgeht. Der Naturforscher Aldrovandus starb, als er sein ganzes Vermögen den Wissenschaften geopfert hatte, im Hospital zu Bologna. Viele sind auch schon auf einer Festung gestorben

Den Gelehrten gibt man nichts umsonst.

Den Gelehrten ist gut predigen.
var] Gutes Land braucht halben Samen.
en] A word to the wise is enough.
fr] A bon entendeur salut!
it] A buon intenditore poche parole.
la] Dictum sapienti sat est.
sp] Á buen entendedor, con pocas palabras le basta.

Den Gelehrten mit einer Schönen zu verbinden, heißt, den lahmen Maulesel an einen zerbrochenen Mühlstein binden.

Den gemeinen Mann soll man nit lassen müßig gahn.
i] Müßig soll eigentlich niemand gehen. Der Vornehme hat ebenso wenig ein Privilegium dazu.

Den gemeinen Weg kann niemand verbieten.
mhd] Den gemeinen wech en kan einem nymmant vorbeden.
la] Publica nemo vitat gradier per compita quemquam.
la] Nemo ire quemquam prohibet via. Plautus

Den Geraden drückt des Krummen Höcker nicht.
Russland
la] Debita pro meritis gratia nulla redit.
la] Omnia sunt ingrata, nihil fecisse benigne est.

Den geraden Weg gehen.
i] Gerade, offen zu Werke gehen.
fr] Aller le droit chemin.

Den Gerechten treibt ja niemand in die Grube.
Estland

Den geringsten Löffel dazu nit zu waschen haben.

Den Geschickten hält man wert, den Ungeschickten niemand begehrt.

Den Geschickten hält man wert, des Ungeschickten niemand begehrt.

Den Geständigen kann niemand entschuldigen.
i] Wer selbst sagt, dass er eine strafbare Handlung begangen hat, von dem kann der Verteidiger nicht das Gegenteil beweisen.

Den gestreyfften leyen muss man mer ausslegung machen, denn den geleerten.
Friesen

Den gestrigen Tag haben wir überlebt, den heutigen bis auf jetzt, für den morgenden sorgt der liebe Gott.
Finnland

Den gestrigen Tag holt man nicht ein, dem morgigen entgeht man nicht.
Weißrussland

Den gestrigen Tag suchen.

Den Gesunden schmeckt Brot und Käse wohl.

Den gewohnten Pfad, selbst wenn er sich windet, den König, selbst wenn er alt ist.
Sahara, Hamitisch

Den Gezeichneten muss man aus dem Wege gehen.
i] Unter 'Gezeichneten' versteht das Sprichwort solche Personen, die mit einem gewissen in die Sinne fallenden körperlichen Gebrechen behaftet sind oder in ihrer Gesichtsbildung etwas Ungewöhnliches besitzen. Der Volksglaube nimmt an, dass Personen, die von der Natur nicht normal gebildet sind, nicht zu trauen sei, und dergleichen physiognomische Sprichwörter, welche Misstrauen gegen Personen empfehlen, die mit einem Höcker versehen sind, die hinken oder schielen, die eine spitze Nase oder ein spitzes Kinn, rotes Haar oder zusammengewachsene Augenbrauen haben, krummnasig, kahlköpfig u.s.w. sind.

Den Glauben fressen wie der Zigeuner seine Kirche.

Den Glauben gibt der Pastor.

Den Glauben in die Hand nehmen (o. geben, haben, kriegen).

Den Glauben zeugt ein Haberfeld, den Helden macht der Hopfen, den Herrn das Geld.

Den Gläubigen bezahlt Gott die Schulden.

Den Gläubigen fehlt nichts als der (rechte, wahre) Glaube.
fr] Ne crois jamais en toi la foi da Christ avoir.

Den gleichen Namen haben, bedeutet nicht, den gleichen Ruf zu genießen.
Guinea

Den glogauischen Brand singen.
Schlesien

Den glücklosen Pilger beisst die Schlange sogar auf dem Kamel.
tü] Talihsiz hacıyı deve üstünde yılan sokar.

Den Gnadenweg einschlagen.

Den God will beraden, de en kann kommen to vro oder to spade.

Den Goldspund zieht, kann Wein aus Felsen zapfen.
Russland

Den Gölz aufs Dach stellen.
Oberösterreich
i] Haben Braut oder Bräutigam vorher eine Liebschaft mit einer anderen dritten Person gehabt, so wird ihnen eine ausgestopfte Figur, in männlicher oder weiblicher Form, wie es das Verhältnis fordert, und mit dem entsprechenden Handwerkszeug oder Berufsemblem versehen, Gölz oder Korb genannt, aufs Hausdach oder sonst augenfällig hingestellt.

Den gordischen Knoten durchhauen (o. lösen)
i] Gordius schürzte einen äußerst verwickelten Knoten und bemerkte, dass der, welcher ihn lösen werde, Herr von Asien werden würde. Bekanntlich zerhieb ihn Alexander der Große mit dem Schwerte, indem er sagte, dass es nicht darauf ankäme, wie der Knoten aufgelöst werde. Der Erfolg hat dies gezeigt.

Den Gott nicht zeucht, dem kann kein Mensch helffen.

Den Gottlosen (gehört) die Hefe (Neige).
nl] Het grondsop is voor de goddeloozen.
la] Mali bibunt improbitatis faecem.

Den Grasweg (o. Holzweg) gehen.

Den Grind obenhin lausen.

Den Grobianum deklamieren.

Den großen (breiten) Kuhweg gehen.
i] Dem Schlendrian folgen, vom eingeführten Gebrauche von der alten Weise nicht abgehen.

Den großen Balken auf seiner Nase sieht er nicht, aber den kleinen Splitter in meinem Auge.
nl] In eens anders oog ziet hij een kaf, maar in zijn eigen oog ziet hij geen' staf.
kroat] U tud jum oker vidi slaenken a u soojem grede nevidi.

Den großen Hansen spielen. (Der Prahler)
nl] Hij speelt den grooten Hans.

Den großen Herrn solt weichen gern, Schand und Unehr solt fliehen fern.
la] Principibus cede. Probrum fugito.

Den großen Hund zum Vetter haben.
i] Die Gunst einflussreichar Personen besitzen

Den Großen kann man einen Keulenschlag geben, sie sagen doch nur, sie hätten sich gestoßen.
Russland

Den Großen spielen.

Den Großen weichen ist keine Schande, die Kleinen müssen's in jedem Lande.

Den Großen weichen ist keine Schande.

Den größten Ärger bereitet ein scherzhaft gemeintes Wort, das die Wahrheit enthält.
Spanien

Den Gucker haben.
Rottenburg
i] Wenn jemand lang und starr auf einen Punkt stiert

Den Guggerli suchen und einen leeren Hafen finden.
i] Schlaftrank, die Nachtzeche. Gügeln = gern und öfters trinken, berauschende Getränke lieben. Vergüggeln = sein Vermögen mit Güggeln durchbringen.

Den gulden am klange, den vagel am sange, den minschen an geberden und worden erkent man an allen orden.

Den Gürtel enger schnallen
ndt] Sich 'n Hungerremen ümbinn'
en] To draw in the belt
fr] Se mettre (o. se serrer) la ceinture
fr] Se mettre la tringle
it] Stringere la cintola
it] Tirare la cinghia

Den guten Apostel spielen.
i] Sich sehr ehrlich stellen

Den Guten ehre, damit er dich ehre, und den Schlechten, damit er dich nicht entehre.
pt] Honra ao bom, para que te honre, e ao máo, para que te naõ deshonre.

Den guten Gesellen dürst.

Den guten Knecht spielen.
i] Schmeicheln, um vor andern den Vorzug zu haben.

Den guten Knecht, voll Treu und Geduld, bezahl' ihn noch so gut, du bleibst in seiner Schuld.
Spanien

Den guten kompt all ding zu gut.

Den guten Ochsen erkennt man im Joche, die gute Frau an der Wiege des Kindes.
Armenien

Den Guten schadet, wer die Schlechten schont.
la] Bonis nocet, si quis malis pepercerit.

Den guten Seemann erkennt man beim schlechten Wetter (o. im Sturm).
Italien

Deutsche Sprichwörter
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