<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Dem guten Willen fehlt die Fähigkeit nicht.
fr] A bonne volonté ne faut faculté.

Dem guten Willen mangelt Gelegenheit nicht.

Dem guten Zahler guter Kauf (o. wohlfeiler Preis).
fr] À bon payeur bon marché.

Dem guten Zahler ist leicht borgen.

Dem guten Zuhörer reichen wenig Worte aus.
Spanien

Dem guten Zuhörer, wenige Worte.
Kuba

Dem hab ich das Laufen gelernt, hat der Jäger gesagt, wie er den Hasen verfehlt hat.

Dem haben sie die Haare verschnitten.

Dem Habenichts kann auch der Teufel nichts stehlen.

Dem Habgierigen reicht der Magen nicht.

Dem Hahn ist nicht besser als auf seinem Miste.

Dem Hahn müss män a Schkrab anhängen.
Warschau
i] Schkrab = einen ausgetretenen Schuh
i] Um auszudrücken, dass man einen mutwilligen Menschen kirre macht, wie einen Hahn durch das Anhängen eines ausgetretenen Schuhes. Wird besonders auf junge Leute angewandt, die man durch frühes Verheiraten gesetzter und häuslicher machen will.

Dem Hahn muss man auch eine Krabbe (ein Gewicht) umhängen.
Jiddisch
i] Ein junger Mann muss durch Heirat gezähmt werden

Dem Hahn von echtem Kraut und Lot tut gleich ein rechter Anlauf not.
la] Gallus insilit.

Dem Hahn, der zu früh kräht, dreht man den Hals um.
tü] Vakitsiz öten horozun başı kesilir. .font>

Dem Hahne, der zur Unzeit kräht (o. ruft), schneidet man den Hals ab.

Dem Hai die Zähne putzen.

Dem Hai ist nicht zu trauen, wenn er auch auf dem Rücken liegt.
nl] De haai gaat op den rug liggen, om zijn' roof te hoppen.

Dem Händler genügt ein Auge, aber dem Käufer sind hundert nicht genug.
Spanien

Dem Handwerker zahle nie voraus, gib nie dein Pferd auf Borg aus dem Haus und führ' kein Weib ohne Mitgift ins Haus.

Dem harten Gegner sei doppelt Gegner.

Dem harten Kopf nicht bald entfällt, was er mit vieler Müh' behält.
la] Firmiter obtusum tenet ingenium sibi fusum.

Dem harten muss bequemt sich Will und Grille.
So sind wir scheinfrei denn nach manchen Jahren
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.
Goethe (1749-1832), Gott und Welt. Urworte. Orphisch. Nötigung

Dem Hasen das Fähnlein anvertrauen.
nl] Men beveelt den haas het vaandel.

Dem Hasen das Feld anbefehlen.
i] Sich an den Unrechten wenden

Dem Hasen gehört das Feldlin, der Sau aber nit Berlin.

Dem Hasen ist nicht wohler, als wo er geworfen ist.

Dem Hasen muss man nicht das Fähnlein anvertrauen.

Dem Hasen um das Fell schleichen.

Dem hat d' Hos'n zittert.
Nämlich vor Angst.

Dem hat der Hund das Maß genommen.

Dem hat der Teufel auch ein Ei ins Haus gelegt.
i] Wenn z.B. ein uneheliches Kind einbeschert wird.

Dem hät et ongen den Hut gerähnt.
Bedburg
i] Er hat zu viel getrunken. Auch: Dä ess em Thron. Dä ess em Düssel. Hä ess knüll. Hä ess em Stivvel. Hä hät gätt vil Dursch. Dat ess en Spöltonn

Dem hat gewiss vom Racker geträumt.
i] Von jemandem, der Glück im Spiel hat.

Dem hat sich wieder ein Furz gesetzt.
Westfalen
i] Es ist ihm ein kleines Übel zugestoßen, o. er bildet sich wieder ein, krank zu sein

Dem Haufen soll man im vnrechten beginnen weichen, aber jhme sich nicht vergleichen.
dk] Viig den store hob.

Dem Haus, das Gott reich machen will, gibt er Töchter bevor er ihm Söhne gibt.

Dem Hause gibt der Nachbar seinen Wert.
bm] Nekupuj sobe domu, kup souseda; dum koupís, souseda neprodás.
fr] N'acheté pas la maison, mais achète le voisin.
pl] Niekup uj majetnosci, kupaj sasiada.

Dem heiligen Clemens (23.11.) traue nicht, denn selten hat er ein mild Gesicht.

Dem Heiligen Geiste sind in Rom die Flügel beschroten und die Mönche haben aus den Federn Schlafkissen gemacht.

Dem heiligen Petrus den Rock nehmen und ihn dem heiligen Paul anziehen.

Dem heiligen Schweinhardus opfern.

Dem helfen nicht Kerzen noch Brillen, der nicht sehen will.

Dem Hemd an Linnen fehlen lassen, was der Gurt an Seide hat.
Russland

Dem Hengst tut's nicht weh, wenn ihn die Stute tritt.
fr] Jamais coup de pied de jument ne fit mal à cheval.

Dem Henker beichten.
i] Teilnahme und Mitleid suchen, wo sie nicht zu finden sind. Um die lateinische Redensart: Apud novercam queri, durch deutsche auszudrücken: (Das Leid) seiner stieffmuter klagen. Er clagts eim rechten. Der esel beicht dem Löwen, das schaf dem wolff. Es ist jm eben so leyd, als so eim esel ein sack entpfelt.
nl] Hij gaat bij den beul te biecht.

Dem Henker die Werkstatt ziehren.

Dem Henker seine Not klagen.
la] Apud novercam quaeri.

Dem Henker zuhören.
nl] Onder den blaauwen hemel komen.

Dem Hennengreifer ist eine rechte Frau nicht hold.

Dem Herdentrieb folgend rennen alle dem gleichen hinterher.

Dem Herkules seine Keule entwinden wollen.
i] Etwas sehr Schweres ausführen wollen
la] Clavam extorquere Herculi.

Dem Herren gilt es ein fahen, dem Knecht ein haben.

Dem Herrgott die Füß' abbeißen.
Oberösterreich
i] Von denen, welche die Fußwundenmale des Crucifixes häufig küssen. Die Redensart wird aber selten gebraucht ohne Beimischung von Spott oder Misstrauen in die Echtheit der Frömmigkeit.

Dem Herrn Beamten geht es auch drüben gut: kaum ist er gestorben, wird er gleich zum Oberteufel ernannt.
Russland

Dem Herrn ein Szepter, dem Knecht ein Knittel, hält Unart fern auf den Rock und Kittel.

Dem Herrn gib das Obere vom Braten und vom gesottenen Fleisch das nahe am Knochen.
Italien

Dem Herrn ist besser zu glauben als dem Knecht.
i] Der Herr ist ein Freier, und im Mittelalter dachte man sich den Freien als im Besitz aller edeln Eigenschaften; was er sagte, war also auch wahr. Lügen konnte nur der Knecht, dem man als unfrei alles Schlimme zutraute.
mhd] Wenn den herrn doch paz ze gelaubeu ist, dann dem chnecht.

Dem Herrn Oberst gebührt die Ehre, sagte der Trompeter, als er durch einen tiefen Fluss vorreiten sollte.

Dem Herz, das ehrlich ist, öffnen sich selbst Steine.
Lju Hsjang

Dem Herzen angeboren ist die Treue.
Wenn uns Gewohntes hold und lieb geworden,
So ängstigt uns, so schmerzt uns fast das Neue.
R. Hamerling, Sinnen und Minnen

Dem Herzen hilft's, wenn der Mund die Not klagt.

Dem Herzen ist nicht alles gesund, was süsse schmeckt dem Mund.
nl] Al wat smaakt aan den mond, is het hart gezond.

Dem Herzen tut's wohl, wenn der Mund seine Not klagt.

Dem Herzen wird es leichter, wenn du auf den Deutschen fluchst.
Russland

Dem Herzen wird nicht gedient.
Simbabwe

Dem Herzhaften naht sich das Glück.

Dem Himmel entriß er den Blitz und das Zepter den Herrschern.
Nach Marc. Manilius, Astronomie, Inschrift an der Büste Benjamin Franklins

Dem Himmel ist alles offenbar.
Hebräer

Dem Himmel Ohrfeigen geben.

Dem Hintern hilft alles Waschen nichts.
i] Von denen, die sich selbst aus einem Übel ins andere stürzen und denen also nicht geholfen werden kann.

Dem Hobel zu viel Eisen geben.
i] Dann macht er zu große Späne; eine Sache rauh behandeln.

Dem Hochmütigen schlägt man auf die Lippe, dem Stolzen schlägt man aufs Ohr.
Estland

Dem höflichen Frager ein höflicher Ablehner.
i] Wenn man eine Bitte nicht gewähren kann, soll man wenigstens die höfliche Art des Bittstellers erwidern
fr] À beau demandeur beau refuseur.

Dem Höhern nachgeben bringt dem Geringern keine Schande.
fr] Avec les grands le plus sûr est de caler la voile.
la] Cedere majori non est pudor inferiori.

Dem Honig verkaufen, der Bienen hat.
fr] Vendre du miel à celui qui a des ruches.
it] Vender il miele a chi ha le api.
prt] Vender mel ao colmeiro.

Dem Horcher gehört ein Pisspott.

Dem Hörer, fein und klug, ist wenig schon genug.
fr] A bon entendeur peu de paroles.
it] A buon intenditor poche parole.

Dem Hornstechal (Cornupeta) gab Gott kurze Geren (Hörnerspitzen).
la] Dat deus inmiti cornua curta bovi.

Dem Hufeisen, das klappert, fehlt ein Nagel.
Spanien
i] Man prahlt mit Eigenschaften, die man nicht hat

Dem Humoristen - und nur ihm unter allen Schriftstellern - ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja sie ist unter allen Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dem Hund darf man glauben, seiner Frau aber darf man nicht glauben.
Estland

Dem Hund des Hundes Lohn (o. Pflicht).
Estland

Dem Hund die Wurst oder dem Kind das Spielzeug.
Estland

Dem Hund die Wurst vertrauen ist Torheit.

Dem Hund muss me di Bä (Beine, Knochen) lass on (und) d'n Bauer di Kermes.

Dem Hund steht es frei, auch den Mond anzubellen.

Dem Hund viel Knochen, gibt im Fell viel Pochen.

Dem Hund, der Asche leckt, vertraue kein Mehl an.
England

Dem Hunde das Bein abjagen, ist bös.

Dem Hunde das Bellen lehren.
fr] On ne peut pas deffendre bien le chien à abaier (aboyer) ne le menteur à jaingler (mentir).
nl] Het is moeijelijk, honden te leeren blaffen.

Dem Hunde den Schwanz aufheben.

Dem Hunde die Bratwurst befehlen.

Dem Hunde die Knochen weisen.
i] Etwas Unnötiges tun; denn er findet sie selber weit besser

Dem Hunde einen Knochen vor (in die Kehle, hin-)werfen.
i] Einen durch etwas Annehmliches zum Schweigen bringen, ihn bestechen
fr] Jetter un os à la gueule d'un chien pour le faire taire.

Dem Hunde ist der Schwanz gewachsen, dass er damit wedele.
i] Aus der Schwanzpredigt des Wiesenpaters zu Ismaring in Bayern, die er über den Text hielt: Johannes soll er heißen. Er legte darin den Bauern ans Herz, sich statt der Schimpfwörter immer diejenigen Namen zu geben, welche ein jeder in der Taufe erhalten habe. Namentlich sollten sie einander nicht 'Schwanz' schimpfen. Der Schwanz ist zwar am rechten Orte eine rechte Sache. Denn warum ist gewachsen dem Hund sein Schwanzerl? Dem Hund sein Schwanz ist gewachsen, damit er damit wedle und wackle, dass ihm nit fahren die Mucken ins Loch. Und seht, wir Geistlichen sind erst die wahren Schwanzerl; wir müssen wedeln und wackeln, damit nit fahren ins Loch der Höllen die Seelen der gläubigen Christen. Also sollt ihr über die Schwänz nit spotten und sie nit brauchen gegeneinander zum Schimpf. Daher erstens sollt ihr den Nächsten nit heißen Biberschwanz, das zeige ich im ersten Teil. Zweitens sollt ihr den Nächsten nit heißen Katzenschwanz, das zeige ich im zweiten Teil. Und drittens sollt ihr den Nächsten nit heißen Sauschwanz und das zeige ich im dritten Teil.

Dem Hunde ist ein Knochen lieber als ein Edelstein.
dk] Hunden holder meere af been end af edelsteen.

Dem Hunde ist schlecht das Bett zu machen.
mhd] Dem hunde is quât dat bedde maken.
la] Maximus est sudor dromadi consternere lectum.

Dem Hunde schmeicheln, bis man einen Stein in der Hand hat.
i] Einem so lange gute Worte geben; bis man ihm die Stirn bieten kann.

Dem Hunde Spreu (Disteln), dem Esel Knochen geben (reichen).
i] Wenn man einem Ungelehrten ein gelehrtes Amt überträgt, dem Gelehrten aber ein Degengehänge gibt.
la] Canis das paleas, asino ossa.

Dem Hunde um des Herrn willen schmeicheln.
fr] Caresser les bras dont on hait le corps.

Dem Hunde Zähn' weisen.

Dem Hunde, der Asche leckt, vertraue kein Mehl!
i] Menschen, die eine Neigung zur Nasch- oder Leckerhaftigkeit haben, ist nicht gut, etwas anzuvertrauen.
en] The dog that licks ashes, trust not with meale.
it] Al can, che lecca lo spiedo, non gli fidar l'arrosto.

Dem Hunde, der dich anbellt, wirff ein stuck brodt dar, so schweigt er.

Dem Hunger dient auch wohl eine Leberwurst, und ein gutes Maß Wein löscht den Durst.

Dem Hunger ist alles nach Geschmack.
Tschechien

Dem Hunger ist nicht wohl predigen.
en] A hungry belly has no eras.

Dem hungernden Fuchs kommt der Schlaf zu Hilfe.
Altgriechisch

Dem hungrigen Bauch schmeckt alles gut (o. wohl).

Dem hungrigen Fürsten mundet auch wohl Kartoffelbrei.
Kaschuben

Dem hungrigen Hasen sind auch Kuchen Feigen.

Dem Hungrigen hilft keine Predigt.
bm] Hlad se nedá slovy utisiti.
bm] Hladovité břicho nedá se slovy ani pĕknou řecí spokojiti.
pl] Glodnego zołądka bajką niezabawić, racyą nieodbyć.

Dem Hungrigen ist ein gackerndes Huhn lieber als eine flötende Nachtigall.
Portugal

Dem Hungrigen ist harr' ein hartes Wort.

Dem Hungrigen ist nicht gut lang predigen.
nl] Den hongrigen is het niet goed lang te preken.
la] Famelicus non est interpellandus.
la] Fames et mora bilem in nasum conciunt.
la] Latrante stomacho omnis mora bilem movet.
la] Molestus interpellator venter.
la] Venter caret auribus.

Dem Hungrigen ist nicht gut predigen.

Dem hungrigen Menschen sind auch Holzbirnen süß. Alles, wenn's nur in den Mund hineingeht.
Serbien

Dem Hungrigen muss man nicht von hohen Dingen vorreden.
i] Er will essen, und Brot und Käse haben mehr Interesse für ihn als Kunst und Wissenschaft.
bm] Hladovému chléb na mysli.
pl] Głodnemu chleb na myśli.

Dem Hungrigen schmeckt auch schwarzes Brot gut.
Litauen

Dem Hungrigen schmeckt das Essen.
Estland

Dem Hungrigen schmeckt Salzbrot besser als Kuchen dem Satten.

Dem Hungrigen träumt von Brot, dem Durstigen von Wasser.

Dem Hungrigen wachsen keine Haare.
Estland

Dem Hurenjäger weiset man mit Fingern nach.
mhd] Dem horenjeger wyset men mit vingeren na.
la] Ganeo solivagus digitis monstratur ubique.

Dem ich schwimmen lehrte, will mich ersäufen.
dk] Jeg haver lærd dig at svømme, og du vil drukne mig.

Dem Iltis die Tauben befehlen.

Dem Irrtum, Freund, entgehst du nicht,
Doch lässt dich Irrtum Wahrheit ahnen.
Emanuel Geibel, Sprüche

Dem is de Heger weggeflogen.
i] Er kann nicht sparen

Dem is licht fiddelt, de gêren danst.
i] Wer Neigung zu etwas hat, ist leicht dazu beredet

Dem Ischarioth einen Schein aufsetzen.
i] Das Laster unter der Form der Tugend, das Unrecht unter dem Schein des Rechts einführen, mit milden, einladenden Namen bezeichnen.

Dem ist (oft) nichts beschert, der allezeit begehrt.
i] Vom Zudringlichen und Habsüchtigen

Dem ist bange, sein Maul hielt nicht so lange als der Hintere.
i] In Westfalen, wenn jemand auf eine Begrüßung nicht dankt.

Dem ist besser, der ein Haus werbet, als dem, der es erbet.
i] Nämlich in dem Falle, wenn er die Erbschaft unbedingt angetreten hätte und nun, unter Anwendung des römischen Rechts, mit seinem eigenen Vermögen die Schulden des Erblassers decken müsste.

Dem ist besser, der gern esse und hat nicht, denn der's hat, und mags nicht.

Dem ist das Herz in den Stiefel gefallen.

Dem ist das Hurenübel wohl vergangen.
Luthers Tischreden

Dem ist das Maul geschmiert.

Dem ist das Maul zugefroren.

Dem ist der Faden ausgegangen.
i] Er kann in seiner Rede, seinem Vortrage, seiner Erzählung nicht weiter.

Dem ist der Kamm gewachsen.
Erolzheim

Dem ist der Weg nicht breit genug.
z] Ist manchem Prahler auch der Weg nicht breit genug.

Dem ist die Petersilie verhagelt.
i] Er macht ein grämliches Gesicht.
nl] Het hagelt op de peterselie.

Dem ist die Zwätsche geplatzt.
Göttingen
i] Er ist dumm.

Dem ist ein Lei (Schiefer) gerutscht.
i] Von j-n, der unverkennbare Spuren von Verrücktheit blicken lässt, auch von Personen, die bei jedem Wort in ein lautes Gelächter ausbrechen.

Dem ist es auch mit den Knollen gar.
ndt] Den es ôk met de Knollen gar. Deutz
i] Er ist verarmt.

Dem ist genug, was er mag han.

Dem ist Gott gnädig, den er erhält ledig.

Dem ist gut Gerste borgen, der Weizen genug hat. '
i] Eine Hand wäscht die andere.
dä] Den er god at borge byg, som har havre.

Dem ist gut helfen, der sich helfen lassen will.

Dem ist guter Rat so viel nütz als dem Blinden eine Laterne.
en] Counsel's as good for him as a shoulder of mutton for a sick horse.

Dem ist heut' sehr katzendreckig.
Schwaben
i] Unwohl, wohl in Beziehung auf den Geruch

Dem ist jeder Eingang zu lang, der die Sache selbst hören will.

Dem ist kein Glück beschert, der sein sich wehrt.

Dem ist keine Pfennigpfeife zu teuer.

Dem ist leicht gefiedelt, der selber gerne tanzt.

Dem ist leicht zu pfeifen, der Lust zu tanzen hat.
mhd] Êm is lichte genôch gepepen de gêrne danset.
la] Non calamos poscit gaudens duxisse choream.

Dem ist man mehr Dank schuldig, der einem hilft, dass er nicht falle, alss der einen hilft auffrichten.

Dem ist mit keinem Schmelhalm beizukommen.
i] So wohl und kräftig ist er.

Dem ist nicht beizukommen.
la] Frustra Herculi.

Dem ist nicht mit einem Schmielchen beizukommen.

Dem ist nicht über die Gasse zu trauen.

Dem ist nicht wohl, der nicht wohl währet.

Dem ist nicht wohl, wer nicht wohl wähnt.

Dem ist nicht zu helfen, der nicht Verstand hat bis zwanzig, nicht verheiratet ist bis dreißig, nicht reich bis vierzig.
Ukraine

Dem ist oft nichts beschert, der allzu viel begehrt.

Dem ist 's Wurmhaus nicht aufgegangen.
i] Von jemandem, den etwas wurmt, der verdrießlich ist. Nach einem Volksglauben in Oberösterreich geht den Kindern Freitags das Wurmhaus auf, d.h. es gehen Würmer von ihnen ab.

Dem ist Silber willkommen, dem Gold mangelt.

Dem ist so wohl, wie dem Herrgott in Paris.
Schwaben

Dem ist so wohl, wie einer Laus im Grind.
nl] Dat is een leventje als eene luis op een zeer hoofd.

Dem ist übel predigen, der nicht hören (sich nicht bessern) will.
fr] A beau parler (prêcher) qui n'a cour de bien faire.

Dem ist Undank zu lohn beschert, der dient, biss das er wirt vnwerth.

Dem ist wohl geholfen, dem der König wil helffen.

Dem ist wohl, der nichts weiß.
la] In nihili sapienti juvendissima vita.

Dem ist Zwiebel und Zitrone gleich, der nicht riecht.

Dem ist's leid, dass er gehen gelernt hat.
ndt] Denn ist lêd, dat a hätt goahn lehrt. Ukermark
i] Von jemand, der ein außerordentliches Maß von Faulheit besitzt.

Dem ist's nie wohl, wie 'm Bock, bis er seine Tracht hat.

Dem ist's so wohl wie 'm Hasa in der Gearst.

Dem Jaan (Johannistag, 24. VI) darf man den Mistgeruch nicht in die Nase lassen, sonst wächst kein guter Roggen.

Dem Jäger ist die Flinte kein Spielzeug (keine Nebensache).

Dem Jakobstag (25. VII) folgt noch der halbe Sommer.

Dem Jammernden sind auch die Augen voller Blasen.
Estland

Dem Juden eine Sau in die Küche jagen.
la] Veneri suem immolare.

Dem jungen (Menschen) gehört die ganze Welt.
Estland

Dem Jungen ist das Lügen schädlich, der Alte hat es nicht mehr nötig.
Russland

Dem jungen Pferde ein alter Reiter.
i] Die Jugend bedarf eines erfahrenen Führers.
fr] À jeune cheval vieux cavalier.

Dem Jungen sind die Lenden stark,
Der Alte hat im Sack das Mark:
Wenn die zwei einer wären!
Was soll ich tun, ich armer Schatz?
Der eine kann's,
der andre hat's,
Und ich muss mich verzehren.
Bierbaum, Ein Trio

Dem jungen Soldaten frommt ein altes Pferd.
fr] A jeune soldat vieil cheval.

Dem Jüngeren das Wasser, dem Älteren das Wort.
Armenien

Dem Junggesellen helfe Gott, dem Verheirateten hilft seine Frau.
Russland

Dem Käfer ergeht es schlecht, der sich einmietet beim Specht.

Dem Kahlen einen Kamm und dem Blinden einen Spiegel schenken.

Dem Kahlkopf einen Kamm schenken.
nl] Hij zendt den kaalkop eenen kam.

Dem Kaiser, was des Kaisers ist.
la] Caesaribus censum, solvite vota Deo.

Dem Kalbfelle gehorsamen (folgen, nachgehen).

Dem kalbt noch der Holzhackklotz.
Schweiz

Dem Kamel einen Buckel wünschen.

Dem kann kein Doktor (mehr) helfen.
Nürtingen
i] Er hat seine Prügel schon

Dem kann man schon am Gesicht ansehen, dass es ein Mohr ist, sagte das Mädchen, als ein Neger vorüberging.

Dem Kargen ist alle Freude schwer, man sing ihm denn: trag her, trag her.

Dem Kaspischen Meere entgehen und auf der Wolga Schiffbruch leiden.
Russland
i] Der vom Glück Vernachlässigte.

Dem Katalonier tu nichts Böses, weil das Sünde ist, aber tu ihm auch nichts Gutes, weil es verschwendet ist.
es] Al catalán, no hacerle mal, porque es pecado, ni bien, porque es mal empleado.

Dem Käufer hängen die Zügel am Halse.
Estland

Dem Käufer schadet sein Wissen.
[RSpW]
i] Wenn bei lästigen Geschäften der Gegenwert für den Preis nur scheinbar vorhanden, so kann der Empfänger, wenn er den Fehler nachträglich bemerkt den Kaufpreis mindern oder, wenn er über die Hälfte verletzt wurde, das ganze Geschäft als nichtig anfechten. Wer dies tun will, muss sich aber zur Zeit des Abschlusses über den Wert im Irrtum befunden haben; sein Wissen schließt ihn von den Rechtsmitteln aus, weil es eine Genehmigung voraussetzt.

Dem Käufer teuer, dem Verkäufer billig.
Estland

Dem Kaufmann genügt ein Auge, aber für den Käufer sind hundert kaum genug. Basken

Dem Kaufschatz ist der Zoll vermeint.
mhd] Dem koufschatz ist der zoll gezilt.

Dem kein Licht im Auge brennt, der kein Kind sein eigen nennt.

Dem Kenner genügen wenige Worte.
it] A buon intenditor poche parole.

Dem Kenner reichen wenige Worte.
it] A buon intenditore poche parole bastano.

Dem Kerle trifft man's nicht und wenn man ihm mitten auf den Kopf scheißt.

Dem Kessel den Strick nachwerfen.

Dem Kind all sein Mutwillen wehr', so hast du sein im Alter Ehr'.

Dem Kind des Freundes wird gesagt, 'wasch deine Hände' deinem 'iss du'.
Sambia

Dem kind die dutten (o.mammen) zucken.

Dem Kind ein Messer oder dem Hirten Geld.
Estland

Dem Kind mit vielen Hebammen bleibt die Nabelschnur ungeschnitten.
Rumänien

Dem Kind muss man weder Messer noch Stock in die Kand geben.

Dem Kind schadet der Mutter Bruch nicht.
[RSpW]
i] Wenn die Eltern sich straffällig machen, so haben dies die Kinder nicht zu büßen.

Dem Kind steckt man die Brust in den Mund, (aber) was tut man mit dem Mann.
Estland

Dem Kind tut die Fingerspitze weh, der Mutter tut das Herz weh.
Estland

Dem Kind wird gesungen, die Braut soll es verstehen.
Estland

Dem Kind, das nicht weint, wird die Brust nicht gegeben.
Kasachstan

Dem Kinde bot die Hand zu meiner Zeit der Mann;
Da streckte sich das Kind und wuchs zu ihm hinan:
Jetzt kauern hin zum lieben Kindlein
Die pädagogischen Männlein.
Abraham Gotthelf Kästner, Pädagogie

Dem Kinde einen Namen geben, ehe es geboren ist.

Dem Kinde frommt die große Brust mehr als die große Warze.
Russland

Dem Kinde keinen Branntwein, dem Füllen keinen Hafer.
Finnland

Dem Kinde kindischer Verstand.
Lettland

Dem Kinde macht es große Freud, wenn man ihm flickt (gibt) sein (ein) altes (neues) Kleid.

Dem Kindlein war nie bass, denn da es rotz und Geiffer frass.

Dem Kläger gebührt der Beweis.
[RSpW]
altfries] Dem clager geburt dye beweysunge.

Dem Kläger gehört das erste Wort, dem Beklagten das letzte.
Russland

Dem Kläger kann seine Ausfahrt nicht zu Hilfe kommen.
[RSpW]
i] Zu den rechtsgültigen Entschuldigungen wegen Nichtfolgeleistung einer gerichtlichen Vorladung gehörte nach dem obigen Sprichwort eine Reise ins Ausland nicht.
z] Wer nicht dableiben will, der mag seine Klage aufgeben. Münchener Stadtrecht
z] Ym (dem Kläger) kan synn vsvart nîcht tzu hulfe kommen.

Dem Kleinbürgertum, groß im Prahlen, fehlt die Kraft zur Tat, und es scheut ängstlich vor jedem Wagnis zurück.
Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland

Dem Kleinen gibt Gott kleine Gaben.
Dänemark

Dem kleinen Gordian (10.5.) man nicht trauen kann.

Dem kleinen Händler ein kleiner Korb.
fr] À petit mercier petit panier.

Dem Kleinsten auch kein Unrecht thu', dann lebst du stets in Rast und Ruh'.

Dem Klugen braucht man nur den Anfang zu sagen, das Ende weiß er selber.
Angola

Dem Klugen fehlt die Kunst auch oft.

Dem Klugen genügt eine Andeutung.
la] Intelligenti pauca.

Dem Klugen kommt das Leben leicht vor, wenn dem Toren schwer, und oft dem Klugen schwer, dem Toren leicht.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 919

Dem klugen Kopfe genügt ein Wort.
pl] Mądréj głowie dość na słowie.

Dem klugen Mann dient auch der Waschlägel als Frau.
Estland

Dem Klugen nützen seine Feinde mehr als dem Dummen seine Freunde.
Baltasar Graciàn y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Dem klugen Pferd ist ein einziger Schlag genug.
Rumänien

Dem Klugen, Weltumsichtigen zeigt fürwahr sich oft
Unmögliches noch als möglich.
Goethe (1749-1832), Faust II A III, Vor dem Palast des Menelas (Helena) Vs 8964

Dem klügsten Fischer entschlüpft (o. entwischt) ein Aal.

Dem Knecht gebührt sein Brot, Strafe und Arbeit.

Dem Knecht, dem das Brot schmeckt, braucht man nicht auch noch Knoblauch zu geben.
es] Al mozo que le sabe bien el pan, pecado es el ajo que le dan.

Dem knökern Heiland kann man dat Vaterunser dör de Keven (Kiefern) blasen.
Holstein
i] Von einem, der sehr mager ist. So sagt man auch von knökern Dirk, auch Hinrk, en knökern Herrgott, all wollte man damit sagen, den hat Grott aus Knochen gemacht.

Dem kommt noch der Kikeriki.
i] Von einem alten verliebten Narren.

Dem kommt's wie dem Bock die Milch.

Dem König am nächsten, dem Galgen am nächsten.
Schottland

Dem König seinen Batzen, dem Gutsherrn lauter Ratzen.

Dem Könige (ge)treu bis zum Bettelsack.

Dem Könige die Erde, dem Bauer das Holz.
[RSpW]
i] Was der für Gemeindegut geltende Wald, der Wald der Almende trug, gehörte den angesessenen Mitgliedern der Gemeinde gemeinschaftlich. Der abgeholzte Boden aber ging keineswegs in das Privateigentum derer über, die das Holz abgeschlagen hatten, er blieb Gemeindeeigentum, die Erde gehört dem König.
ndt] Deme könige de erde, deme bondten dat hoedt. Jütland

Dem Könige dienen ist ein' Ehr'; wer's nicht braucht, hat noch mehr.
dk] Berøm dig ei at du giør kongen tieneste, men kongen, at han værdiger dig dertil.

Dem könnt' man Rüben ins Gesicht säen.

Dem könnte man auch einen Sirupsack schicken.
i] Beruht auf einem gerichtlichen Vorgange. Ein Kauf- oder Handelsmann, der mit einem andern in Feindschaft geraten war, schickte diesem einen Sirupsack, der darin eine Beleidigung fand, und klagbar wurde, weil er annahm, der Absender habe dadurch zu ihm sagen wollen: 'Sie Ruppsack!'

Dem könnte man weißmachen, dass der Schnee schwarz sei.
nl] Men zoude hem wel wijs kunnen maken, dat wit zwart is.

Dem könnten zehn Räuber nichts nehmen.
la] Ne tempestas quidem nocere possit. Cicero

Dem könnt's nischt schaden, wenn a monchmol müsste oa de Nalke riechen!
Oberlausitz
i] Wenn einer dem andern etwas Übles gönnt.

Dem Konrad sein Mut tut selten gut.
Bauernregel

Dem Korn im Tau gleicht am Sonntag die Frau.

Dem Korn ist ebenso behaglich unter dem Schnee, wie dem Greise unter dem Pelze.
Russland

Dem Korn unter dem Schnee tut die Kälte nicht weh.

Dem Korsaren anderthalb Korsaren!
i] Korsar = Seeräuber, dem kühnen Angreifer muss man größere Kühnheit entgegensetzen.
fr] À corsaire, corsaire et demi.

Dem kostet der Bart auch mehr als der ganze Kopf wert ist.

Dem kotzte Kind git men der decksten Appel.

Dem Kranken hilft kein goldenes Bett.

Dem Kranken hilft nicht einmal eine goldene Schlafstelle.

Dem kranken Hund genügt auch ein dreckiges Butterbrot.

Dem Kranken mangelt nur eines, dem Gesunden fehlt vieles.

Dem Kranken nützt auch ein Bett aus Gold nichts.
Russland

Dem Kranken schmeckt alles bitter.

Dem Kranken schmeckt selbst der Honig nicht, der Gesunde kann auch Steine essen.

Dem Kranken wird angeboten, dem Gesunden gegeben.

Dem Kranz ein Blum nach der ander aussrupfen.

Dem Krät (Kröte) mine Dochter.
i] Ausruf beim Stechen der Karte des Gegners. In Litauen: Dem Kêrl mine Dochter.

Dem Krieger die Beute, dem Feldherrn die Ehre.
dk] Krigs-folket byttet, men hovedsmandenæren.

Dem Krokodil die Fische befehlen.

Dem Kruge, der wider den Stein stößt, bekommt's übel.

Dem Kuckuck ein Ohr abgehen müssen.
i] Zur Bezeichnung eines langen Weges.

Dem Kuckuck ein Ohr abschwatzen.

Dem Kuckuck kann man nur mit Kuckuck antworten.
nl] Antwoord den koekoek niet, of zey wat nieuws.

Dem Kühnen hilft (o. lacht) das Glück, den Feigen weist's zurück.
nl] Den koene helpt het avontuur.

Dem kühnen Manne reicht das Glück die Hand.
Spanien
en] Fortune gives her hand to a bold man.
fr] Fortune aveugle suit aveugle hardiesse.
it] La fortuna ajuta i coraggiosi, ed i matti.
la] Audaces fortuna juvat, timidosque repellit.
la] Fortes Fortuna juvat. Cicero
pt] Ao homem ousado a fortuna lhe dá a mão.
sp] A los osados aguda la fortuna.
sp] Al hombre osado, la fortuna le da la mano.

Dem Kuppler ein Paar Schuh und die Hölle dazu!

Dem laaft der Scheeker zum Maul heraus.
i] Er sprudelt über von Lügen; er lügt, wenn er den Mund auftut.

Dem Lächeln der Großen und dem heiteren Himmel darf man nicht trauen, denn beide verändern sich im Augenblick.

Dem Lahmen ist die Lust zum Tanzen vergangen.

Dem Lande einen Buben geben.
i] Dem Strafgesetz verfallen, auf schlechte Wege geraten.

Dem Lande ist besser (o. mehr) zu trauen als dem Wasser.

Dem Landfrieden ist nicht zu trauen.
i] Aus der Zeit da Maximilian I. den ewigen Landfrieden anordnete. Da aber schon mehrere Kaiser vor ihm denselben geboten hatten, um dem raub- und fehdesüchtigen Adel Einhalt zu tun, ohne im Stande gewesen zu sein, ihre Befehle durchzusetzen, so betrachteten anfänglich viele auch den durch Maximilian befohlenen Landfrieden nur mit Mistrauen. Der obige, sprichwörtlich gewordene Satz bezieht sich ursprünglich auf die Fehde Mangolds von Eberstein zum Brandenstein gegen die Reichsstadt Nürnberg 1516-22.

Dem längsten Tage folgt sein Abend.

Dem langte der Boden (nicht) zu.
i] In der Niederlausitz bei Begräbnissen, wenn die Leute sehen, dass beim Schließen des Grabes der Grabhügel höher oder weniger hoch wird. Einem Geizigen sagt man z.B.: dir wird wol der Boden auch noch einmal zulangen, womit man auf die Erde deutet, die zum Schliessen des Grabes notwendig ist.

Dem Lässigen gerät der (o. sein) Handel nicht.

Dem Laster feind, der Person Freund.

Dem laufenden Pferde die Sporen geben.
la] Calcar addere currenti.
la] Currentem incitare.

Dem läuft das Wasser im Maul zusammen.

Dem Lebenslustigen einen goldenen Sarg versprechen.

Dem leeren Magen reicht kein schönes Wort.
Ungarn

Dem Lehrer steht es übel an, wenn er straft, was er selbst gethan.
la] Turpe est doctori, cum culpa redarguit ipsum.

Dem leichten Pferde wird mehr Futter gereicht.
Türkei

Dem Leide aus dem Weg gehen zu wollen heißt, sich einem wesentlichen Teil des menschlichen Lebens zu entziehen.
Konrad Lorenz, Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit

Dem Leiher geht man entgegen bis ans (o. vors) Tor, dem Mahner schlägt man die Tür vor der Nase zu (o. dem Forderer schlägt man die Tür von weitem zu).
sp] A dineros pagados, brazos quebrados.

Dem Leinsamen und dem Unkraut geschieht Gleiches in der Ölmühle.
Oberlausitz

Dem Leinsamen und der Kresse1 geht es gleich in der Presse.
i] Eine Art wildwachsendes Unkraut. Sinn: Der Gute muss oft mit dem Bösen leiden.
wend] Lane symjo a njeplech (pjanka) mataj so jenak we wolency.

Dem Leithammel nachlaufen.

Dem lieben (Herr)Gott die Zeit (o. den Tag) (ab)stehlen.
i] Müßig gehen, unnütze Dinge treiben
z] Nun sitz ich wieder zu Hause, dreh Daumen in bänglicher Ruh.' So lässt ein Spottlied im Wächter am Erie auf die Salzburger Kaiserzusammenkunft den Kaiser Napoleon nach seiner Rückkehr nach Paris klagen. Cleveland, 1867
en] Not to lift (o. stir) a finger.
en] To idle (o. laze) away o's time.
en] To lie an o's oars.
en] To twiddle o's thumbs.
fr] Avoir un poil dans la main.
fr] Gober les mouches.
fr] Ne faire ouvre de ses dix doigts.
fr] Ne pas remuer le petit doigt.
fr] Passer son temps ou sa journée à ne rien faire.
fr] Rester les bras croisés.
fr] Se tourner les pouces.
fr] Tirer sa flemme.
it] Fare una vita da poltrone.
it] Grattarsi la pancia.
it] Incrociare le braccia.
it] Non muovere un dito.
it] Stare con le braccia in croce.
it] Starsene con le mani in mano.
it] Starsene la pancia all'aria.

Dem Liebenden ist auch der Kropf eine Zierde.

Dem Liebsten das Liebste.
i] Für den Liebsten auch das Ohrgehänge aus den Ohren.

Dem liebsten Kind gibt man viele Namen.

Dem liegt der Strohsack vor der Tür.

Dem liggende Wulf kömmt ôk wat ön 't Mûl.
mhd] Dem slapenden wulve en löpt nein schâp in den munt.
la] Agna lupo nunquam stertenti occurrit agresti.
mhd] Dem schlummernden Wolf glückt selten ein fang noch schlafendem Mann ein sieg.
mhd] Traeges wolves munde geschiht von spîse selten guot.
nl] Den slapenden wolf enloopt gheen schape in den mont.
la] Si dormit lupula, non currit in os ovis ulla.

Dem Linken kommt alles links.

Dem Listigen ist das Wort was dem Fischer die Angel.

Dem Litauer darf der Deutsche nicht trauen und wenn er mit ihm in einem Bett schläft.

Dem Löwen die Mähne schneiden.

Dem Löwen die Tatze beschuhen und die Mähne frisieren.

Dem Löwen entgeht man leichter als den Wölfen.
Russland

Dem Löwen gehört, was seine Klaue erreicht.

Dem Löwen seine Beute entreißen.
i] In dem Sinne wie: einem den Bissen aus dem Munde nehmen, aber nur dann, wenn große Gefahr mit einem solchen Unternehmen verbunden ist.
la] Esurienti leoni praedam exsculpere.

Dem Löwen wollt' ich Frieden geben, ließen mich die Flöhe leben.

Dem Lügner folge zu der Tür seines Hauses.
i] Um dich zu überzeugen, ob er wahr gesprochen hat, und ihn auf der Stelle zu entlarven.

Dem Lügner glaubt kein Mensch eine Wahrheit.
i] Des Lügners Haus brannte, aber niemand glaubte es ihm.
it] Al bugiardo non vien creduta la verità.

Dem Lügner heb die Lippe hoch und spuck sie voll.
Estland

Dem lügner kan nummant den munt stoppen.
la] Claudere nemo potest mendacis rubra labella.

Dem Lügner sieht man so tief in den Mund als dem, der die Wahrheit spricht.
i] Man glaubt ihm so leicht und oft eher als dem Wahrheitsfreunde.

Dem Lügner wart so gôd in den Mand sên as den, de Wârheit sprikt.
Holstein

Dem Lümpli das Stümpli.

Dem Lüstling ist ein Weib ohne Hemd nicht nackt genug.
Niederlande

Dem Mächtigen (Mächtigeren) zürnen ist Torheit.

Dem Mächtigeren soll man nachgeben, nicht widerstreben.
bm] Medvĕdu do ucha nedmi.
bm] Nezapásej s medvĕdem.
bm] Silnĕjsího nehoň, straň so ho na míli.
la] Lex omnium est, potentiori cedere.
pl] Niegoń duzszego, mijaj go o mile.

Dem Mächtigern zürnen ist Torheit.

Dem Mädchen biet' ein Mann, dem Fischlein ein' Schneck', so sind sie beide weg.
nl] Bied aan het meisje een' man, een vischje aan den snoek, fluks hebt gij ze beiden aan den hoek.

Dem Mädchen gefallen zwei Sachen nicht: die Jugend, weil sie (ver)geht, das Alter, weil es kommt.
Estland

Dem Mädchen mit großem Mundwerk einen halbblinden Ehemann.
China

Dem Mädchen passt bald der Mutter Hemde.
fr] Cette fille marche sur les talons de sa mère.

Dem Mädchen schaut man auf die Beine, der Frau auf den Kopf.
Estland

Dem mag Gott helfen, der toll will werden.

Dem Magen ist nicht stets gesund, was süß im Mund.
en] That is not always good in the maw tat is sweet in the mouth.
sd] Icke alt god i magen, som smakar sött i munnen.

Dem Magen jede Speise behagt, wenn Hunger an ihm nagt.
it] A chi è affamato, ogni cibo è grato.

Dem mageren Pferd sendet Gott Fliegen.
Italien

Dem mageren Schwein der vollste Trog.
pt] A máo bacoro, boa lande.

Dem Magern gehn leicht die Hosen herunter.

Dem Mann die Hosen, der Frau den Rock.
Mailand

Dem Mann ein Vogel, sagte jener Fuhrmann und legte die Gans vor sich.

Dem Mann einen Vogel, der Frau einen Sperling.
Köthen

Dem Mann einen Vogel, sagte der Fuhrmann, und legte sich die Gans vor.

Dem Mann habe man Kraft mit der Schöpfkelle gegeben, der Frau mit dem Teelöffel, und auch von dort sei noch ein Teil heruntergefallen.
Estland

Dem Mann ist es keine Ehre, eine Frau zu schlagen.

Dem Mann kann geholfen werden.
i] Diese Redensart ist aus Schiller's Schauspiel: Die Räuber entlehnt.

Dem Mann mag Gott Trost sagen, der stets sich soll mit Unglück tragen.

Dem Mann vertraue nicht, der viel mit vielen spricht.
la] Exigua est tribuenda fides, qui nulla loquuntur.

Dem Mann von Kraft und Verstand
Ist auch die Fremde Vaterland.
es] Al buen baron, tierras agenas patria son.

Dem Mann, dem Gott keine Kinder gibt, gibt der Teufel Nichten und Neffen.
Venezuela

Dem Mann, der mit Weibern zankt, muss (o. darf) die Zunge nicht mit Grütze verbrannt sein.
Finnland

Dem Mann, der oben ist, wird zugetrunken, auf den, der unten ist, tritt man.
Irland

Dem Manne die Hosen, der Frau den Rock, sonst schießt die Wirthschaft einen Bock.

Dem Manne ein Ei, dem frommen Schweppermann zwei.

Dem Manne ein Weib, dem Buben die Rute.

Dem Manne eine Frau, dem Knaben eine Rute.
i] Gegen das Heiraten unreifer Burschen.
fr] Aux hommes on baille des femmes et aux enfants des verges fermes.
it] All' uomo moglie, al putto verga.

Dem Manne gebührt das Beste, sagte das Weib, gab ihm das Eiweiß und aß den Dotter.

Dem Manne ist es keine Ehre, eine Frau zu schlagen.
nl] Een man heeft weinig eere, als hij eene vrouw slaat; is zij boos, zoo helpt het niet, en is zij vroom, zoo doet hij haar onregt.

Dem Manne sind vier Worte unduldbar: Mörder, Dieb, Räuber und Mordbrenner.
i] Der Mann konnte leicht über einen mutwilligen Scherz, über einen Spott oder andere Beleidigung hinwegsehen ohne Gefahr für seine Ehre; aber unter keinen Umständen durfte er dulden, dass man ihn Mörder, Dieb u.s.w. schalt.
altgoth] Oquethius orth iru manni fiugur: thiufr oc morthing, raufere oc kajna vargr.

Dem Manne ziemt Klugheit und der Frau Geduld.
it] Nel marito prudenza, e nella moglie pazienza.

Dem Manne, was dem Manne gebührt.

Dem Mantel eines alten Mannes fehlen keine Läuse.
Tansania

Dem Marder die Leiter an den Taubenschlag setzen.
Russland

Dem Mässtkiêwer (Mistkäfer) gefäld ed äm Käbesch.
Siebenbürgen/Sachsen

Dem Maul abgedarbt ist so gut wie der Pacht von einer Wiese.

Dem Maul darf man nicht trauen.

Dem Meer vertraut sich nicht der Nachen, der fahren kann auf einem Lachen.

Dem Meister bleibt doch seine Kunst, ob ihm schon das glück versagt sein gunst.

Dem Meister gebührt der Lohn, dem Gesellen ein Trinkgeld.

Dem Meister vom Handwerk soll man glauben.

Dem Menschen dient alles zur Speis, bis er den Würmern selber wird zur Speis.
la] Officit hoc menti dans pinguia fercula ventri, pinguis ubi tellus, piger hic solet esse popellus.

Dem Menschen gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und Danken.

Dem Menschen ist das Leiden, was dem Weinstock das Schneiden.

Dem Menschen ist kein Ding zu schwer, er bohrt die Erde und misst das Meer.
bm] Vsecko se lidmi přemůze.

Dem Menschen ist ohne Mühe und Arbeit nichts gegeben.

Dem Menschen nützen ist göttlich, schaden teuflisch.
Wahlspruch Kaiser Heinrich's VI.

Dem Menschen schleget das glücke und gut zu, als wenns jar würde mit Bäumen ins Haus geschlagen oder mit Secken drein getragen.

Dem Menschen tut weh, was beisst oder sticht, aber dem guten Gewissen nicht.

Dem Menschen widerfährt, was ihm recht ist.
i] Oft auch, was ihm nicht recht ist.

Dem Menschen wird vergolten, nachdem seine Hände verdient haben.

Dem Menschen wird von seiner Hab im tod nichts, denn ein tuch ins grab.

Dem Menschen, der die Wahrheit spricht, traut der Mensch nicht; dem Menschen, der auf der Kuh geritten kommt, traut der Hund nicht.

Dem Mister folgen drei Saaten.
i] Nach dem Rechtsgrundsatze: Wer die Arbeit getan, soll auch die Frucht han, d.h. man nahm an, dass wer ein Pachtgut gedüngt habe, berechtigt sei, die Ernte davon zu ziehen.

Dem Mistkäfer gefällt es dort, wo es auch der Arschfliege gefällt.
Estland

Dem möcht's von der Nase ins Maul fallen.

Dem Mönch ist die Schüssel so heilig als dem Janitschar der Feldkessel, der stets eine Ehrenwache hat.

Dem Mönche ist nirgends wohler als im Kloster.
i] Denn man kann sich an alles gewöhnen, selbst an den geschäftigen Müßiggang.
z] Die Mönche glänzen von Fett und das Volk hungert und stirbt. Seume, Spaziergang nach Syrakus

Dem Mond kan man kein Kleid machen, also keinem Mondkind.

Dem Mond kann man kein Kleid anmessen.

Dem Monde braucht man mit keiner (papiernen) Laterne zu leuchten.

Dem Monde gleicht das Leben wohl, zu Zeiten leer, zu Zeiten voll.
pl] Onaky i mu je źiwot, kao mesici; časom pun, časom prużan.

Dem Morgenrot und dem Frauenrat ist nicht zu trauen.
fr] Le rouge matin et le conseil féminin ne sont pas à croire.

Dem Morgenrot und dem Rat der Frauen (o. Frauenrat) ist nicht zu trauen.
fr] Le rouge matin et le conseil féminin ne sont pas à croire.

Dem müden Fuchs wird seine eigene Lunte zur Last.
Montenegro

Dem Müller gilt's und den Esel trifft man.
Oberösterreich

Dem Müller kommt's auf dem Wasser zugeschwommen.
i] Sein Gewinn, sein Vermögen.

Dem Mund kann man ja keinen Deckel drauflegen.
Estland

Dem Munde ist nicht zu trauen.

Dem muss man auf dem Dache sein.

Dem muss man die Goldader schlagen, so wirdt er wider reden.
z] Wenn einer mit geld bestochen, nicht reden darff noch will.

Dem muss man ein Kappzaum anlegen.
Ulm

Dem muss man eine malen.
i] Einem Freier, dem keine weibliche Person zusagt.

Dem muss man einmal den Standpunkt beleuchten.
Ulm

Dem muss man jedes Wort vom Munde abkaufen.
i] Er ist schwer zum Reden zu bringen

Dem muss man kein Schnupftuch mit brabanter Kanten geben.
i] So sagen die Belgier von einem Grobian.

Dem muss man keine leeren Schüsseln vorsetzen.
i] Er hat guten Appetit, und es gehört etwas dazu, ihn zu stillen.

Dem muss man neun Schritt aus dem Wege gehen.

Dem muss man zugeben.
Nürtingen
i] Er versteht's nicht besser.

Dem muss 's sehr bedrängt ergohn, der kein' Furz auf dem Felde kan lo'n.
mhdt] He is sêr bedwungen, de den vyst holt up dem velde.
mhd] He is seer bedwonghen, die niet viesten ender op rumen velde. (Vyst, niederl. = veest, mhd. = vist, leiser Bauchwind=
la] Pedere, qui ruri vitat, nimis ille coactus.

Dem muss was fehlen, der ist nicht gesund.
i] So sagte man zur Zeit der Weinlese 1858 in Mainz, wenn sich jemand nüchtern auf der Straße zeigte

Dem müssen wahrlich die Wörterspiele
Geläufig sein, der übel sich fühlt
Und noch mit Gegensätzen spielt.
Wieland, Wintermärchen

Dem müßigen gehört ein brot, dem arbeiter zwei.

Dem Müßiggänger fällt das Bücken schwer.
dk] Ledighed giør arbeydet besværligt.

Dem Müßiggänger gehören zwei Brote, denn er hätte sonst nichts zu tun, wenn er nicht des Leibes pflegte.

Dem Mutigen droht Gefahr meist nur von einer Seite her, dem Feigen von Hunderten. Der Mut muss sich nur nach einer Front schützen, die Feigheit nach allen Seiten.
Arthur Schnitzler, Zurückgelegte Sprüche

Dem Mutigen gehört das Glück.

Dem Mutigen gehört der Sieg (o. die Welt).
en] Fortune favours the brave (bold).
fr] La fortune sourit aux audacieux.

Dem Mutigen helfen Zufall und Venus.
la] Audentem sorsque Venusque iuvant.

Dem Mutigen ist das Glück hold.

Dem Mutigen will das Glück (nämlich wohl, ist ihm günstig).

Dem Mutigen wird auch des Mutigen Unglück zuteil.

Dem Nachlässigen stiehlt der Wolf immer seine Sachen.

Dem Nachlässigen widerfährt immer Unglück.
Estland

Dem nackenden die kleider ausziehen.
i] Sich umsonst bemühen.
la] Nudo vestimenta detrahere.

Dem Nackten ein Brot und dem Hungernden einen Mantel schenken.
Russland

Dem Nackten kalt, dem Faulen schwer.
Estland

Dem Nagel geschieht ebenso weh, wie dem Loch.

Dem Nagel geschieht so weh als dem Loch.
nl] Also wee wort den naghel als den gate.
nl] De nagel heeft het zoo kwaad als het gat.
la] Penam consimilem tolerant clavis atque foramen.

Dem Nann, der oben ist, wird zugetrunken, auf den, der unten ist, tritt man.
Irland

Dem Narren fehlt nichts als der Verstand.
nl] De dwazen hebben geen verstand.

Dem Narren gefällt nichts besseres als sein Kolbe und Pfeiffe.

Dem Narren gefällt seine Kappe (Weise) wohl, drum ist das Land (die Welt) der Narren voll.
Sprüche Sal. 12, 15
la] Suo quisque studio maxime ducitur. Cicero

Dem Narren gefällt seine weise wohl.

Dem Narren gehört die Welt.
nl] Dwase hebben voordeel in allen landen.
la] Blas est exemptus et a legibus undique demptus.

Dem Narren geht alles hin.

Dem Narren gelten zwei Hoffnungen für eine Erfüllung.
Russland
fr] Quoique fol tarde, jour ne tarde.

Dem Narren gib hundert Hiebe, sie wirken doch nicht.

Dem Narren ist des Kuckucks Sang viel lieber als der Harfenklang.
mhd] ein tôre naeme des gouches sanc für der süezen harpfen klanc.

Dem Narren ist ein Bauernbissen (große Pfeffernuss) lieber als ein Bauergut.

Dem Narren ist jeder Tag ein Festtag (Beiram).

Dem Narren ist kein Amt zu hoch und schwer, wär' sein Kopf auch noch so leer.

Dem Narren ist nie mehr zu helfen, der glaubt, dass er weise sei.
Russland

Dem Narren ist's ebenso schwer zu schweigen, als dem Gescheiten dumm zu reden.

Dem Narren kann man doch nicht glauben.

Dem Narren sagt man, dem Weisen glaubt man.
it] Al narr al dies, al saviu al cré.

Dem Narren stehts nit wohl an, gute tage haben, vil weniger ainem knechte, zu herrschen über Fürsten.

Dem Narren wäre zu helfen, wenn man die rechte Ader träfe.

Dem Narren zeige ein wenig vor, ein kluger Mann versteht von selbst.

Dem Narrenvolk ist kein Ding überflüssiger als Weisheit.

Dem närrischen Kerl sein Bruder.
mhd] ein tore ist sîn genanne eines hasen genôz.

Dem Neid macht anderer Freude Leid.
bm] V zlobĕ a závisti není stálosti, ani radosti.

Dem Neidischen bleiben sonst nichts als zwei weite Augen.
Estland

Dem neuen Gefäß bleibt der Geruch von dem, was man hineingetan.
Spanien

Dem neuen Knaben Brot und Ei und später Brot und Stock.
Spanien

Dem neuen Knecht
gib Brot und ein Ei -
ist das Jahr vorbei,
sind ihm Brot und Prügel recht.
es] Al mozo nuevo
pan y huevo,
andando el año
el pan y el palo.

Dem neuen Topfe riecht man's an,
Was eben drin gekocht sein kann.
la] Quo semel imbuta est servabit odorem testa diu. Horaz
sp] A la vasija nueva queda el resabio de lo que se echo en ella.

Dem Neugeborenen wird, damit es lernkräftig werde, mit dem ersten Papp (Mus) das 'Abc îgstriche', denn die Mutter hat einen mit dem Abc beschriebenen Zettel darin gekocht.
Langenbach bei Vöhrenbach - Aberglaube

Dem neugenorenen Kind schneidet man nicht die Haare.
Dogon

Dem Niedertum gebührt das Erbe.
ndt] Dem nedderthoem böret dat Erf.

Dem Nimmersatt sind auch Strausseneier zu klein.

dem nimmt man die Kühe

Dem Nörgler schmiere nicht die Schuhe; er wird dir sagen, dass du sie ihm zu schwarz machst.
Portugal

Dem Notleidenden muss man helfen.

Dem nur steh'n schöne Reden gut, der, was er predigt, selber tut.
Jüdisch

Dem Ochsen bindet man das Maul ja nicht zu, wenn er auf dem Dreschkorn stampft.

Dem Ochsen bleibt das Stroh, wenn die Maus das Korn gefressen hat.
bm] Tobĕ k vůli vůl se neo telí.
fr] Le boeuf mange la paille et la souris le blé.
kroat] Zbog tebe ne bude legel vol teličev.
la] Natura non aberrabit.

Dem Ochsen einen Saumsattel auflegen.
i] Von Leuten, die einer Sache nicht gewachsen sind. Es ist nicht Sitte, Ochsen zu satteln, und sie Lasten tragen zu lassen; dazu bedient man sich der Esel und Maultiere.
la] Bovi clitellas imponere. Cicero

Dem Ochsen fällt sein Horn nicht zur Last.

Dem Ochsen gehört das Joch, dem Pferde der Sattel.
la] Bos sub jugum.
la] Bovi clitellas imponere.
la] Bovi non conveniunt clitellae.
pt] Aonde hirá o boi, que não lavre, pois que sabe?

Dem Ochsen gehört Haberstroh.

Dem Ochsen gibt das Wasser Kraft, dem Burschen Bier (Punsch) und Rebensaft.

Dem Ochsen ist sein Horn, dem Vogel sein Flügel keine Last.
Türkei

Dem Ochsen sind seine Hörner keine Last, die Flügel nicht dem Vogel.

Dem Ochsen, der da drischt, soll man das Maul nicht verbinden.

Dem Ochsen, der da drischt, sollst du nicht das Maul verbinden! - ist ein Naturgesetz.
Wieland, Geschichte der Abderiten

Dem Ofen entgeht schwer, wer einmal auf die Schaufel gekommen ist.
i] Der Verschwender, der Wagehals, wir könnten jetzt sagen der Gründer entgeht nicht leicht seinem Verderben.
it] Chi non è nel forno, e in sulla pala.

Dem ôle Bärn ös schlömm danze lêre.

Dem Oße kann man wat ver e Zoagel legge.
i] Dönhofstadt

Dem Palmesel Zweige streuen.
z] Kompt er alsdann wider, da ist Frewd in allen Gassen, . da rist man, da verdüst man, da strewet man dem Palmesel Zweige vnder, da macht man die Tor weit u.s.w.

Dem Papst ein schönes Liedlein singen,
das heißt: Geschenk' und Gaben bringen.

Dem Papst in den Sattel helffen.
Luther
i] Einen wieder zu Ansehen bringen.

Dem Pastor das Latein und dem Bauer die Ochsen.

Dem Pastor mangelt's nicht an Worten, eher noch an Geld dem Kaiser.
Finnland

Dem Pechvogel bläst der Wind immer ins Gesicht.
Russland

Dem Pechvogel regnet es auf den Arsch auch wenn er sitzt.
Italien

Dem Perser ist ein Sohn 'des Blinden Stab', dem Hindostaner 'die Lampe eines dunkeln Hauses', dem Araber 'die Frucht des Herzens'.

Dem Peter nehmen und dem Paul geben.
la] Nudato Petro Paulum tegere nefas.

Dem Pfaffen es ein freude bringt, wann die Glock zum Begräbnis klingt.
la] Clericus applaudit, cum pulsum funeris audit.

Dem Pfaffen es groß Freude bringt, wenn die Begräbnisglocke klingt.

Dem Pfaffen fehlt es nicht an Worten.
Estland

Dem Pfaffen gehört das beste.
i] Nämlich nach ihren eigenen bescheidenen Ansprüchen und nach der Ansicht der von ihnen in blindem Glauben erzogenen Leute.

Dem Pfaffen gilt's für keine Sünd', wenn er erzeugt ein Hurenkind.
la] Clericus uxorem qui ducit, perdit honorem, amittit florem propter mulieris amorem.

Dem Pfaffen Heuchelei so gut, als wahre Tugend Vorschub tut.
en] Hypocrisy will serve as well to propagate a church as zeal.

Dem Pfaffen lacht das Herz im Leib, wenn vor ihn tritt ein hübsches (o. sauber) Weib.
la] Clericus in cella gaudet venienti pulla.

Dem Pfarrer 's Platt'l scheren.
Bayern
i] Ihm den Zehnten unterschlagen, ihm die Platte abscheren.

Dem Pfau den Schweif stutzen.

Dem Pfennig tut man die Ehr', spricht man zum Reichen: Esset, Herr!

Dem Pfenning beut man die größest ehr.

Dem Pferd schnallt man das Zaumzeug auf, der Mensch legt es sich selber an.
Jiddisch

Dem Pferd und dem Manne traue nie, glaubst du sie in gutem Trab, werfen sie erst recht dich ab.

Dem Pferd, wenn's nicht kann ziehen bass, nimmt man den Hafer und schlägt's ins Gras.

Dem Pferde den Hafer, dem Esel das Stroh.

Dem Pferde die Sporen geben.
nl] Hij geeft het paard de sporen.

Dem Pferde die Sporen, der Frau den Stock.
it] A su caddu s'isprone, ad sa femina su bastone.

Dem Pferde schadet langes Stehn oft mehr als langes Gehn.
fr] L'écurie use plus le cheval que la course.

Dem Pferde, das den Sattel nicht liebt, wird kein Haber gesiebt.
it] A cavallo che non porta sella, biada non si crivella.

Dem Pferde, das man schenket dir, dem sieh nicht nach den Zähnen.
Griechenland

Dem Pflüger des Ackers schlag mit einem Stein auf den Kopf, dem Mäher der Wiese gib ein Stück Brot.
Estland

Dem Pflüger fehlt es nicht an Land, dem Ruderer nicht an Wasser.
Estland

Dem Pöbel kann niemand recht tun.

Dem Pöbel muss man weichen, will man ihm nicht gleichen.
la] Cedendum multitudini.

Dem Pöbel und den weisen Leuten gefallen, ist unmöglich.
z] Der Beifall des Pöbels schändet seine Lieblinge, aber der Beifall der Edeln ist die schönste Bürgerkrone.

Dem Pöbel weich', tu's aber ihm nicht gleich.

Dem Pöbel weich, tus ihm aber nit gleich.

Dem Pöbel weicht auch der Teufel.

Dem Polen muss man von vorne etwas Zucker, von hinten Hiebe geben.
Russland

Dem predigt man vergeblich, der keine Lust hat, Gutes zu tun.

Dem Priester gibt man zu trinken und der Küster dürstet.
it] Dà bere al prete, che il cherico ha sete.

Dem Priester, Arzt und Advokaten soll man nichts verschweigen.
dk] For præsten, lægen og talsmanden, skal man intet dølge.

Dem Priscian Ohrfeigen geben.
i] Fehler gegen die lateinische Grammatik begehen. Priscian war ein berühmter lateinischer Sprachlehrer zur Zeit Justinians.
z] Wie wir in der Schule sagen, wenn einer übel lateinisch redet oder schreibet: Er gibt dem Prisciano eine Ohrfeige.

Dem Prokurator mis em e jed Wîrt mäd em Taler bezuolen.
Siebenbürgen/Sachsen

Dem Prozess ein Loch machen.
i] Ihm einen Ausgang verschaffen.

Dem Raben auf dem Dach und dem Fuchs vor der Tür ist nicht zu trauen.

Dem Raben hilft kein Bad.
bm] Nepomůze havranu mýdlo, ani mrtvému kadidlo.
en] A crow is never the whiter for washing herself often.
it] Chi lava il capo all' asino, perde il sapone.
la] Balnea cornici non prosunt, nec meretrici, nec meretrix munda, nec cornix alba fit unda.
pl] Niepomoze krukowi mydło, ani umarłemu kadzidło.
un] Ha fördik is a' csóka, nem lesz fehér galambbá.

Dem Racker sine Duwe.
i] Es sind die Krähen gemeint.

Dem Rappen den Brei (o. das Mus) einstreichen.
i] Einem hofieren.

Dem Rate des Stolzes oder der Rachsucht folge nicht.

Dem Räuber ist es leid, wenn er wenig findet.
nl] Den röueris lect als hi lüttel vint.

Dem Rauch entgeht man nicht, auch wenn man in der Dachkammer wohnt.

Dem Rauch und Feuer, dem Wasser und den Bauernstreichen muss man so schnell wie möglich weichen.
nl] Rook, water en vuur maakt men haast plaats.

Dem Recht den Rücken gewen.
i] Nicht vor Gericht erscheinen wollen.

Dem Recht ein Ohr umtreiben.
la] Aequum stultitiae ferre.

Dem Recht eine wächserne Nasen drehen.

Dem Recht ist (o. tut) öfter Hilfe Not.

Dem Recht ist keiner gewachsen.

Dem Recht ist öfter Hilfe Not.

Dem Recht will nachgeholfen sein.

Dem Regen entlaufen und ins Wasser fallen.
z] Er will dem Regen entlaufen und fällt gar ins wasser.

Dem Reichen (jüdisch: Kozen) und dem Schechter (Schoochet, Fleischer) bleibt nix übrig als ein weiter Hals.
i] Trostspruch für den Unbemittelten. Dem Reichen bleibt zuletzt nichts weiter übrig als dem Metzger, ein durch gutes Essen ausgeweiteter Hals.

Dem Reichen erwachsen seine Leiden nicht aus seinem Stande, sondern aus ihm selbst, der ihn missbraucht. Wäre er noch unglücklicher als der Arme, so wäre er nicht zu beklagen, da seine Leiden sein Werk sind, und da es nur von ihm abhängt, glücklich zu sein.
Rousseau, Emile

Dem Reichen fehlt die Ruhe, dem Armen fehlt das Vermögen.
Estland

Dem Reichen gehören des Armen Füß' und Hände.

Dem Reichen gehört das ganze Himmelreich.
Estland

Dem Reichen Geld schenken, heißt Wasser ins Meer gießen.

Dem Reichen gibt man für Geld, dem Armen aus Gnade.
Estland

Dem Reichen gibt man hinzu, dem Armen nimmt man weg.
Estland

Dem Reichen glauben alle, dem Armen glaubt niemand.
Estland

Dem Reichen hängt der Geldbeutel am Arsch, deshalb kommt er nicht in den Himmel.

Dem Reichen ist alles verwandt.

Dem Reichen ist sein Wohlstand teuer, dem Armen sein Gewissen.
Kirgisien

Dem Reichen kalbet bisweilen ein Ochs, da doch dem Armen keine Kuh kalbet.
i] Dem Glücklichen gelingt alles.
jüdisch-deutsch] Der Ojscher (Glückliche) hot die Maarusche (glücklicher Zufall). Warschau

Dem Reichen kalbt die Kuh oft, und dem Armen führt der Wolf das Kalb weg (o. dem Armen frisst der Wolf das einzige Schaf).

Dem Reichen kriecht das Glück in die Rocktasche.
Russland

Dem Reichen legen selbst die Teufel Eier.

Dem Reichen legt man alle Dinge wohl aus.

Dem reichen Manne kalbt der Ochs, dem armen nicht die Kuh.
fr] Au riche homme, souvent sa vache vêle et du pauvre le loup veau emmène.

Dem reichen Menschen reisst das Hemd auf der Brust, dem Sklaven (d. i. Untergebenen) auf der Schulter.
Estland

Dem Reichen nichts schulden, dem Armen nichts versprechen.
es] Ni a rico debas, ni a pobre prometas.

Dem Reichen prägen die Teufel das Geld.
Russland

Dem Reichen regnet's Gulden, dem Armen keine Pfennige für seine Schulden.
bm] Gros bohatému a dítĕ chudemu.

Dem Reichen sind Ehre und Habe teuer, dem Armen sind Essen und Schlaf süß.
Estland

Dem Reichen tut sich jedes Tor auf.

Dem reichen Walde wenig schadet, wenn sich ein Mann mit Holz beladet.
[RSpW]
i] Man unterschied in der deutschen Gemeinde früher einen vollwerigen und halbwerigen von einem unwerigen (unbehoften) Manne. Wer an dem Gemeingut der Mark theilhaben wollte, musste im Gau 'eigen Feuer und Bauch' haben, d.h. in der Gemeinde angesessen sein, ein Privatbesitztum haben, dann war er werig; der unwerige Mann, der kein Haus und Hof hatte, sollte keinen Teil haben an den Nutzungen der Almende oder des Gemeindeguts. So wenig indess der Märker in dem Gemeingut nach Belieben schalten konnte, so wenig sollte der Ausmärker oder Unwerige aus Billigkeitsrücksichten von der Nutzung des Almendeguts völlig ausgeschlossen sein. Man gestattete ihm, im obigen Sprichwort der 'arme Mann' genannt, sich Holz tragweise zu holen.
mhd] Dem richen walt lutzel schadet ob sich eyn man mit holze ladet.

Dem Reichen wiegt der Teufel die Kinder.
i] Sie geraten selten.

Dem Reichen will jederman verwandt seyn.

Dem Reichen wird gegeben, der Arme muss in Sorge (Elend) leben.
z] Den reichen gibt man gern viel gaben und lest die armen mangel haben.
la] Cui sunt multa bona, huic dantur plurima dona.

Dem Reichtum ist alles verwandt.

Dem Reichtum, der gerafft wurde, folgt oft der Geiz als Strafe.

Dem Reichtum, der zusammengerafft wurde, folgt oft der Geiz als Strafe.
China

Dem reifen Mädchen fehlt es nicht an Glück.
Italien

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Bauer, als er betrunken im Drecke lag.

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Pfaff, und nahm einen Judengulden als Peterspfennig an.

Dem Reinen ist alles rein, sagte die Frau, da griff sie mit gewaschenen Händen in den Dreck.

Dem Reinen ist alles rein, sagte die Magd, als sie aus dem Bade kam und in Kot griff.

Dem Reinen predigen alle Kreaturen.

Dem Rentier Pflege und Zuwendung - Futter und Wasser findet es selbst.
Russland

Dem Rheine nach, nach Beringen gehen.
Schweiz
i] Eine unrechte Straße gehen, auf der man das Ziel nicht erreichen kann.

Dem Richter allein steht nicht alles zu glauben.
i] Zu einem vollständig besetzten Gericht gehört auch ein Gerichtsschreiber.
ndt] Dem Richter nicht alle steyt tho louende. Hamburg

Dem Richter die Hände schmieren, heißt das Recht begraben.
i] Das ist deutsche Ansicht in Betreff der Unbestechlichkeit der Richter.

Dem Richter ist keine Miete gesetzt, weder um Recht noch um Unrecht.
[RSpW]
i] Die alten Deutschen meinten, Gut dafür zu nehmen, dass man seiner Pflicht genüge, sei wider Amt und Würde; ein Richter, der nach dem Stück gelohnt werde, gleiche dem Nachrichter.
z] Chain Richter ist Chain miet gesetzt weder um Recht noch um Unrecht.

Dem Richter träumt von dem Recht und von dem Pflug der Ackerknecht.
la] Judicibus lites, aurigae somnia currus.

Dem Rind, das da pflügt, sieh nicht ins Gesicht!
es] Al buey que ara ¡no le mires en la cara!

Dem rindert (o. kälbert) der Holzbock auf der Bühne.
Rottenburg
i] Von dem, der außerordentliches Glück hat, dem selbst der Holzbock Junge bringt

Dem Romantiker läuft die Wirklichkeit nach, dem Realisten läuft sie davon.
Fliegende Blätter

Dem Ronsard eine Ohrfeige geben.
z] Wenn einer nicht gut schreibt oder zierliche Verse macht, so sprechen wir! Er gibt dem Ronsard, einen von unsern ältesten und berühmtesten Poeten, eine Ohrfeige.
i] Der hier erwähnte Dichter, eigentlich Pierre de Roussard, geboren 1525, gestorben 1585, ist im Bewusstsein der Jetztzeit sehr in den Hintergrund getreten.
fr] Dormer un soufflet à Ronsard.

Dem Roraffen an den Bart greifen.

Dem Ross ein Zaum, dem Esel ein Prügel, dem Narren ein Rute.

Dem Ross eine Geißel, dem Esel einen Zaum, dem Narren eine Rute auf den Rücken.

Dem Ross sâl em uch af der Schtuf net trân, hat der Agnîtler gesôcht.
Siebenbürgen/Sachsen
i] Bezieht sich auf eine bekannte Anekdote. Ein Agnethler, ein Mann aus Agnethlen, wo viel Pferde geschunden werden und mit dem Häuten Handel getrieben wird, erzürnt über sein Pferd, das ihm beim Striegeln einen Schlag versetzt hatte, erschlug dasselbe, zog ihm die Haut ab, und hing sie zum Trocknen auf den Dachboden. Als er eines Tags Geschäfte dort hatte, stieß er mit dem Kopfe an die hart getrocknete Haut, sodass er eine Beule davontrug und ärgerlich in die Worte ausbrach: einem Pferde soll man nicht einmal auf dem Überboden trauen.

Dem Ross sâl em uch af em Hemels net trân.
Siebenbürgen/Sachsen

Dem ruhenden Fuß begegnet nichts.
Irland

Dem Ruhigen schlägt man den Kopf nicht ein.
Litauen

Dem runden Wurm im Schlamme gleicht der Mensch, der warm gekleidet und reichlich gespeist nicht lernt, für den Staat zu kämpfen.

Dem Russischen Bären die Tatzen lecken.
i] Der russischen Politik dienen, schmeicheln

Dem Sack ist der Boden aus.

Dem Sammelnden bleiben die Schalen.
Estland

Dem Sammler ist der Verschwender auf den Fersen.
Estland

Dem Sänger protzt der Bauch, so man ihn zu singen bittet.

Dem Sänger zuhören, verbrennt das Essen.
Afghanistan

Dem Sankt Niklas fasten.
i] In der Fabel gibt das Wiesel dem vollgefressenen Fuchse, der nicht wieder zum Loche herauskann, den Rat, ein Tager vier Sankt-Niklas zu fasten. Es ist hier nicht unser bekannter einbescherender Niklas, dem zu Ehren nicht gefastet, sondern Wurst gegessen wird, sondern Bruder Nikolaus von der Flühe gemeint, über den man sagt: 'Bruder Niclas in Schweitz genannt, ein man wunderparlichs abbruchs' (außerordentlicher Enthaltsamkeit von der gewöhnlichen Speise, oder von jedem weltlichen Genusse).

Dem Satten schmeckt das Beste nicht.

Dem Satten schmeckt selbst der Fettschwanz nicht.
Russland

Dem Sauerkraute bleib' ich treu, sagte Michel.

Dem Säufer gibt Gott.

Dem Säufer gibt man mit dem Schöpflöffel.

Dem Säufer hat Gott den Sackboden anvertraut.

Dem Säufer ist auch ein Tropfen teuer.
Litauen

Dem Säufer ist Branntewein besser als Brot.

Dem Schaden braucht man ja nicht das Kummet um den Hals zu legen.

Dem Schaden kann man ja nicht den Hals brechen.

Dem schadet das Studieren so wenig als dem Salamander das Feuer.

Dem schadet kein Rauch mehr, der im Feuer umgekommen ist.

Dem Schaf geht es ums Leben, dem Metzger ums Fleisch.
tü] Koyun can derdinde, kasap et derdinde.

Dem Schaf wächst die Wolle im Schlaf.
bm] Ovce vlnu rostí a skrblík se postí - pro jiného.

Dem Schaf, das dulden kann, steht keine Wolfsklaue an.

Dem Schafe ist sein Fell so viel wert als dem Hermelin sein Balg.

Dem Schäfer die Keule abkaufen.
i] Etwas da kaufen, wo es am teuersten ist, obgleich der Schäfer wohl wohlfeiler sollte verkaufen können als der Fleischer.
bm] Chtíti na kočce kosmatice, a na psu mečhury.
bm] Kupovati od dĕvčat hedbávi.

Dem Schaffenden geschieht (so) manches, dem Schlafenden nichts.
Estland

Dem Schalk zündet man zwei Lichter an, dem Frommen kaum eines.

Dem Schamhaften geht es schlecht, und dem Schamlosen ist wohl.
Jemen

Dem Scharlatan in jeder Form, der durch seine prunkende Macht, seinen Zynismus, seine Eitelkeit zu verblüffen sucht, ihm muss der Boden weggezogen, der Schall vom Munde weggerissen werden.
Holitscher, Es ist leider wieder Herbst

Dem Scharrhans auf dem Lande folgt Junker Filz im Sande.

Dem Schatten gleichen an der Wand.
z] Dem schatten gleich ich an der wand.

Dem Schatten kann weder Feuer noch Wasser etwas anhaben.
Russland

Dem Schatze von St. Marcke (Venedig) kann es so wenig an Geld mangeln, als Frankreich an Soldaten.
i] Von dem großen Reichtume Venedigs in seiner Blüte.

Dem scheider wirdt gemeiniglich das beste teil.

Dem scheisshauss opffern.
la] Sacrificare lari.

Dem scheißt der Hund öfter in die Grütze und die andern müssen ungemächselt davon essen.
Niederlausitz
i] ungemächselt = ohne dass sie mit Fett (Butter u.s.w.) angemacht ist.

Dem Schelm des Schelmes Lohn.
Estland

Dem Schelm gehört kein Helm.

Dem Schelm ist's alleweil zu licht auf der Welt.

Dem Schelm will kein Baum gefallen, denn er kann gehängt werden an allen.

Dem Schenkenden sind die Schenkel (= die Hosen) zerrissen.
Estland

Dem Schenkenden wird das Bein gebrochen.
Estland

Dem Schiffer kann nichts widerstehen, das beste Schiff muss untergehen.
nl] Zulk een' schipper moet gij kiezen, wilt gij schip en goed verliezen.

Dem Schiffer traumbt von Wasser und Wind, dem Baurn von seinen Ochsen und Rind.
la] Navita de ventis, de bobus narrat arator.

Dem Schifflein, welches unterzugehen droht, zeigt Gott den Hafen.
fr] À barque désespérée Dieu fait trouver le port.

Dem Schiffsmann hilft Gott, aber rudern muss er selber.
Tschechien

Dem Schimpfenden bleiben Worte und dem Friedensstörer ein friedloses Herz.
Estland

Dem schlafenden Fischer hüpfen die Fische ins Garn.

Dem schlafenden Fuchs fällt nichts ins Maul.
fr] À renard endormi rien ne lui tombe en la gueule.

Dem schlafenden Fuchs läuft keine weise Maus in den Mund.

Dem schlafenden Wolfe läuft kein Schaf ins Maul.

Dem Schläfer kommt ja kein Brotlaib zum Kopfende.
Estland

Dem Schläfrigen eine Bank, dem Durstigen Wasser, dem Hungrigen Brot, so ist beseitigt alle Not.
it] A sonno panca, a fame pane, a sete acqua.

dem schlägt man keinen neuen Kram auf.

Dem Schlauen der Knust, dem Narren das Gelächter (o. der Spott).

Dem schlechtesten Arbeiter gibt man das beste Beil.

Dem schlechtesten Werkmann gibt man das beste Beil.
i] Damit er nicht gar zu viel Späne machen soll.

Dem schmeckt es wohl, der Hunger bringt zum Kohl.
nl] Hed is al goed voedsel, als men niet te lekker will zijn.

Dem Schmeichler und dem Wolfe ist nicht zu trauen.
i] Denn beide sind listige, gefährliche Betrüger.
la] Omnia blanda cave, latet hoc sub melle venenum.

Dem Schmied erzählt man nicht dasselbe wie seiner Frau.
Ruanda

Dem Schmied, der fleißig den Hammer schwingt, fehlt es nicht an Brot.
es] Sopla, herrero, ganarás dinero.

Dem Schneider gehets, wie dem, der mitten im Haus wohnet, den plagen die untern mit Rauch, die obern begießen ihn mit Unflat.

Dem Schneider hat man's aus Versehen geschenkt; man hat den Zimmermann statt seiner gehenkt.

Dem Schneider ist viel unter den Tisch gefallen.
Niederösterreich
i] Um zu sagen, er habe von dem Stoffe, den man ihm zur Verarbeitung übergeben, viel für sich behalten.
fr] Ce tailleur fait volontiers la boutée.

Dem Schneider wird das Leider.

Dem Schneider wird gemeiniglich das beste Teil.

Dem Schuldigen dottert.

Dem Schuldigen klopft das Herz.

Dem schuldigen läuft die Katz bald den rücken hinauf, klopft das Herz.
fr] Coupable craint de comparaître.

Dem Schuldigen läuft die Katze bald über den Rücken.

Dem Schuldigen man gern verzeiht, wenn seine Tat ihn reut.
bm] Vinnému bůh odpoustí, a car spravedlivému milost dává.

Dem schuldigen schaudert.
it] Chi è in difetto è in sospetto.
it] Chi ha coda di paglia, ha sempre paura che gli pigli fuoco.
la] Non quiescit animus male conscius.
sd] Skyldig är alltid rädd.

Dem schuldigen schockt (wackelt) das mantelin.
i] Schocken = zittern, Angst haben.
mhd] De schuldige de schocket.
la] Conscius ipse sibi timet et discedere poscit.
la] Proprium est nocentium trepidare. Seneca

Dem Schuldigen schüttert stets die Haut.
la] Legem nocens veretur, fortunam innocens.

Dem Schuldigen träumt bald vom Teufel.
i] Seinem Gewissen kann niemand entgehen.
fr] Qui est coulpable d'aucun mesfaict toujours pense qu'on parle de son faict.

Dem Schuldigen wackelt das Mäntlein.

Dem Schuldner einen Geier, dem Gläubiger einen Raben.

Dem Schuster ist der Schuh wichtiger als der Fuß.

Dem Schwachen - die Schwarten.
Russland

Dem schwätzer geht die Zunge vors maul.
sd] Sqvaller-sugga will all tugga.

Dem Schwätzer und dem Frosche wackelt gern die Gosche.
en] Gossips and frogs drink and talk.

Dem Schwein ist Dreck teuer, dem Habgierigen das Geld teuer.
Estland

Dem Schwein keine Kirschen, dem Dummen keinen Rat.
tü] Domuza kiraz, abdala öğüt verme.

Dem Schwein muss man kein Pelz anhängen und mit Perlen schmucken.

Dem Schwein und dem Schwiegersohn braucht man das Haus nur einmal zu zeigen.
i] Sie finden nachher den Weg von allein

Dem Schwiegersohn und dem Schwein zeigt man einmal das Haus, und sie finden den Weg schon allein.
i] Man braucht diejenigen nicht erst einzuladen, die sowieso von unseren Wohltaten leben

Dem Schwur eines Spielers und eines Verliebten ist nicht zu trauen.
fr] Serment de joueur, serment d'amant, autant en emporte le vent.

Dem sê öck nich emôl möt em Arsch an.
Königsberg
i] Als Ausdruck tiefster Verachtung

Dem Seehund braucht man das Bellen nicht zu lehren.
Finnland
it] Chi di gallina nasce, convien che razz:oli.

Dem Seehunde schadet's nichts, wenn er eine Möve zur Feindin hat.

Dem sei Leid, der's übel deut't.
i] Der Gedanke, welcher durch das französische Motto des englischen Hosenbandordens ausgedrückt wird.
en] Evil be to him tat evil thinks.
fr] Honni soit qui mal y pense.
it] Chi l' ha per mal si scinga.

Dem Seiler gerät's am besten, wenn's (brav) hinter sich geht.

Dem sein Asseskat steht nit mehr uf.
i] Jüdisch-deutsch
i] Solche Frechheit kommt nicht wieder. Von dem hebräischen assuth = frech, mit der deutschen Endung 'keit'.

Dem seine Krabbe send au no kane Distelfinken.
i] In Schwaben, um zu sagen, dass die Kinder jemandes nichts Besonderes sind.

Dem seine Speise stürzt, kann sie nicht alle aufraffen.

Dem Seinen gibt es der Herr im Schlafe.

Dem Sel'gen öffnet sich das Tor des Lebens,
Der selber sich beherrscht, nicht deinesgleichen,
Dem stolzen Sohn des blutig wirren Strebens.
Chamisso, Sonette u. Terzinen: Das Malerzeichen

Dem Sieg folgt Freude.
Hawaii

Dem Siege folgt Freude.
Hawaii

Dem Sieger gehört die Beute (o. Welt).
i] Der Tüchtige hat den Erfolg

Dem Silber und Gold ist jeder hold.
sd] Silfver och guld är hwar man huld.

Dem Silber, Gut und Geld ist alles untertan in der Welt.

Dem sind de Haare geschnigge wurden ohne Schier.

Dem sind die Hahnen übel bekommen.
i] Von dem Heruler König Hanivicus

Dem sind die Hörner nach innen gewachsen.
Nassau

Dem sind keine Grenzen gesetzt , der sie nicht hinnimmt .
China

Dem sind keine Grenzen gesetzt, der sie nicht hinnimmt.
Zen

Dem sind tausend Lügen nicht an den Fuß gebunden.
Köthen

Dem sind viel Reden befohlen.
Oberösterreich
i] Er redet mehr als notwendig ist.

Dem sind wie dem Fuchs die Trauben zu sauer.
Nach Äsop,

Dem Sittich wird oft ein güldens Gebäuerlein gebauet.

Dem sittigen Weib brich ein Bein und sperr sie ein!
es] ¡La mujer honrada la pierna quebrada y en casa!

Dem Sitzenden kommt der Schlaf.

Dem Sklaven wird der Zucker zu Essig.
i] Die leichteste Arbeit wird schwierig, sobald man dazu gezwungen wird

Dem Sohn einen Rat geben heißt in den Wind säen.
it] Consigliare il figlio, seminare al vento.

Dem Sohn einer Witwe fehlt es an Erziehung.
Arabien

Dem Sohn gib ein Weib, wenn du willst, der Tochter einen Mann, wenn du kannst.
es] Al hijo cásale cuando quieres, a la hija cuando puedes.

Dem soll es früh genug Abend werden.

Dem soll vom Teufel träumen.
nl] Hij zal van den duivel droomen.

Dem sollt mer zuhalte!
i] Nämlich den Mund, wenn der Gesang oder die Rede schlecht ist. Der Witz liegt darin, dass 'Zuhalten' im Jüdisch-Deutschen die Begleitung des Vorbeters in der Synagoge durch eine andere Stimme bezeichnet. Wenn der Vorbeter schlecht, oder ohne Begleitung sang, so ward das obige Wort, aber dann auch auf andere Verhältnisse angewandt, gebraucht.

Dem sollte man die Zunge schaben.
Rottenburg
i] Er ist sehr wählerisch.

Dem sollte man die Zunge zum Arsche hinausziehen.
Nürtingen
i] Dem Zotenredner.

Dem Sommer sind Donnerwetter nicht Schande, sie nützen der Luft und auch dem Lande.

Dem Sorglosen gehts um den Finger und nicht drein, ums Wams, nicht ins Herz.

Dem Sorgsamen bezahlt man den Preis, das Luder wird verprügelt.

Dem Sparer gehört ein Zehrer.

Dem Sparsamen fällt es leichter, sich ans Verschwenden zu gewöhnen, als dem Verschwender, sich zum Sparen aufzuraffen.
China

Dem Speisehaus-Besitzer ist es gleichgültig, wie groß dein Appetit ist.
China

Dem Sperber die Tauben zu hüten geben.

Dem Spiel der Kräfte sich nicht entziehen, vielmehr minutiös empfindlich, empfänglich dafür sein und es regulieren, nichts als regulieren: ist Demokratie.
Fliegende Blätter

Dem Spitzbuben brennt der Hut.
Schlesien
i] Er hat Eile bei seinem Geschäft und verrät sich dadurch leicht, indem er die erforderliche Vorsicht versäumt.

Dem Spitzbuben scheint es, als sei jedermann sein Gefährte.
fr] Il semble à un larron que chacun lui est compagnon.

Dem Sporn folgt das Pferd, auf den Pfiff die Hunde hören; den Bauern aber kann nur der Stock belehren.
it] Allo sprone i cavalli, al fischio i cani, e al bastone intendono i villani.

Dem Spottenden Späne, dem Lachenden Fransen.
Estland

Dem Spötter regnet's auch zuweilen in die Blumen.

Dem spötter rinnet der spott in seinen eignen Busen.
fr] Les moqueurs sont souvent moqués.
fr] Souvent les railleurs sont raillés.
un] Az ollyan, a' ki mást ki nevet, konnyen ki nevettetik.

Dem spukt's in der Fechtschul'.
Ulm

Dem Stachelschwein macht das spitze Gras nichts aus.
Afrika

Dem Stadtbuch steht zu glauben, wie den Stadtbriefen.
z] Die ältesten Urkunden haben ihre Beweiskraft davon, dass sie vor offenem Gericht und vor versammelter Gemeinde entstanden und meist die Briefform enthielten. Getreuer Leute Brief und Siegel beweisen wenig vor dem Reiche. Noch heute machen die Urkunden einer vom Staate als öffentliche Behörde gesetzten oder anerkannten Person oder Gemeinheit, die sogenannten gesiegelten Briefe volle Gewissheit, sogar mit Ausschluss des Gegenbeweises. '
mhd] Wan dem statpuech zu glauben ist als den statbriefen.

Dem Stammelnden ist nicht zu trauen.

Dem Stammelnden ist schwer (o. nicht) zu trauen.
la] Balbanon credit.
la] Balbus balbum rectius intelligit.

Dem Stammelnden ist schwer zu trauen.
la] Balbanon credit.
la] Balbus balbum rectius intelligit.

Dem Starken kann man tüchtige Arbeit zumuten.

Dem Starken nützt die Kraft, dem Schwachen hilft die List und Tapferkeit.
Vietnam

Dem Stärkeren weich', halt dich an deinesgleich'.
fr] Contre le pot de fer se prise le pot de terre.
fr] Contre un plus paissant que soi, on ne dispute pas sante perte.
fr] Le brouillard ne peut se dissiper avec un éventail.
it] Chi piscia contro il vento, si bagna i calzoni.
sd] Wijk den större.

Dem stärksten Tiere die stärkste Last.

Dem stecken Gerstengrade noch im Halse.
Oberösterreich
i] Die Gerstenähre hat Grade, Gräten. Von jemand, der vom gestrigen starken Biergenusse Katzenjammer hat.

Dem Stehenden wird's sauer, mit dem Sitzenden zu reden.

Dem stehet kein Nagel zu nahe.
z] Dem gehet alles nach seinem Sinne und Herzen.
z] Also gedenken wir, wenn wir Christo angehören, so wird's uns auch gehen nach unsers Herzen Wunsch und Beger, und kan uns kein Nagel zu nahe stehen.

Dem Stein sei es geklagt (auch: gesagt).

Dem Sterbenden ist der Ozean nur knietief.
Indien

Dem sterbenden Töpfer gelten die Töpfe nur als Scherben.

Dem Sterlet nützt es wenig, dass er auf des Kaisers Tisch kommt.

Dem Stiere, der gern stößt, wachsen kurze Hörner.

Dem stinkt der Ärmel.
Westfalen
i] Von schlechtem Ruf.

Dem Stocke muss der Hund sich fügen, dem Manne soll ein Wort genügen.
it] Il baston è per i cani, le parole per i cristiani.

Dem Stolpern folgt leicht das Fallen.

Dem Stolzen ist Frau Venus hold.
nl] Den stouten is Venus gunstig.

Dem Storch den Froschteich in Verwahrsam geben.
Russland

Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.
i] Von Eitelkeit

Dem Storch gegenüber haben die Frösche eine beschränkte Souveränität.
Fliegende Blätter

Dem Storche flohen.
i] Dem Storche die Flöhe suchen. Wird in der Gegend von Bolkenhain und Landeshut in Schlesien gebraucht, um unnütze Arbeit zu bezeichnen.

Dem Storche flöhen.
i] Dem Storche die Flöhe suchen. Wird in der Gegend von Bolkenhain und Landeshut in Schlesien gebraucht, um unnütze Arbeit zu bezeichnen.

Dem störrischen Esel einen groben Eseltreiber.
fr] À rude áne, rude ánier.

Dem stoßet kein saurer Wind unter die Augen.
i] Er hat gute Tage.

Dem Strauß ein Sperlingsei unterlegen.

Dem Stroh komme nicht mit Licht zu nahe.
la] Ad movere ignem stipulae, non tutum.

Dem Sultan tat der Bauch weh, da gab man dem Wesir ein Klistier.
Arabien

Dem Sumpfe klares Wasser abverlangen.
Russland

Dem Sumpfwasser ist nicht zu trauen.

Dem Tage die Augen ausbrennen.
Steiermark
i] Wenn jemand bis in den lichten Tag Kerzenlicht brennt.
ndt] Oen Tag d' Auga ausbrenna. Oberösterreich
ndt] Sticke den Dag nich an.
ndt] Wir warn êgen am Tage die Ôgen aussloichten.
z] Du undööf'lke Schlunsser (= übermäßig verschwenderische Vettel), dô de Lucht ût; sühst du nich, dat de Sünne al u äwern Tûn kickt?

Dem tapferen Herzen ist nichts unmöglich.
fr] À coeur vaillant rien d'impossible.

Dem Tapferen hilft das Glück.

Dem tapferen Manne (genügt) ein kurzer Degen.
i] Der geschickte weiß sich mit geringen Mitteln zu helfen
fr] Á vaillant homme courte épée.

Dem tapferen Menschen wird fremde Erde zur Heimat.
Portugal

Dem tapferen Soldaten wird das scharfe Schwert gegeben.
China

Dem Tapfern hilft das Glück.

Dem Tauben ein Liedlein singen (o. lehren).
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
dä] At synge to viiser for den døve.

Dem Tauben ist gut predigen.

Dem Tauben soll man nicht fluchen, noch dem Blinden einen Anstoß in den Weg legen.

Dem Tauben werden nicht zweimal die Glocken geläutet.
Estland

Dem Taumel weih ich mich, dem schmerzlichsten Genuss,
Verliebtem Haß, erquickendem Verdruß.
Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1766

Dem Tauscher bleiben die Zäume.
Estland

Dem Teufel auf den Schwanz trampeln.
Luzern
i] Sich selbst überwinden.

Dem Teufel aus dem Garn gehen.
la] Qui tangat picem inquinabitur ab ea.

Dem Teufel aus den Klauen (Krallen) kommen.
la] E mediis orci faucibus evadere.

Dem Teufel begegnet ein Teufel.

Dem Teufel beichten.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).la] Apud novercam queri. Plautus

Dem Teufel braucht man keinen Schwur zu halten.
i] Da ein ehrlicher Mann gern überall sein Wort hält, so tut man wohl am besten, ihm gar nicht zu schwören.

Dem Teufel darf man nicht rufen, er kommt wohl von selbst.

Dem Teufel das Fleisch geben und Gott die Beine (Knochen) lassen.

Dem Teufel das Pferd satteln (zu Hofe reiten).

Dem Teufel den Braten wenden.
i] Von denen, die nicht aufstehen, wenn sie ausgeschlafen haben.
z] Wer nit ufstat, da er hat ausgeslafen, der wendet dem Tüfel den Braten.

Dem Teufel den Weg weisen.
i] Rückwärts gehen.

Dem Teufel die Sünde beichten.
nl] Hij gaat bij den drommel (beal) te biecht.

Dem Teufel ein Auge ausschlagen.
i] Wenn jemand, seinen Neidern zum Trotz, seinen Wohlstand steigert.
fr] Crèver un oeil au diable.

Dem Teufel ein Bein (Ohr) abschwatzen.
i] Viel unnützes Zeug reden.

Dem Teufel ein Bein abarbeiten.
z] Die Redensart wird gebraucht, wenn jemand zum Verdruss des Zuschauers eine Tätigkeit sehr lange betreibt, z.B. zu lange am Schreibtisch sitzt; man sagt dann: Schriew du dem Düwel ên Bên af.

Dem Teufel ein Bein aus dem Arsch fluchen.

Dem Teufel ein Bein awküren (awarbeien, awlaupen, awschriwen).
i] Auch kören = sprechen, schwatzen, plaudern.

Dem Teufel ein Bein und das linke Horn vom Kopfe fluchen.

Dem Teufel ein Licht anzünden.
i] In Laster geraten, also ihm dienen, daher entlehnt, dass man in der Kirche den Heiligen, denen man Ehrerbietung erweisen will, ein Licht anzündet.
nl] Den duivel eene kaars ontsteken.
nl] Hij wilf den duivel een haardje aanstoken.

Dem Teufel ein Loch ins Haar reißen.
i] Der Wiesenpater schloss seine 1741 im Druck erschienene Rosenkranzpredigt mit dem Worten: 'Vaterunser und Ave Marie, das sind die rechten Bomben, die reißen dem Teufel ein Loch ins Haar und jagen ihn mit aller Bagage der Hölle zu.'

Dem Teufel ein Ohr abgehen müssen.

Dem Teufel ein Ohr abgelogen.
Schweiz

Dem Teufel ein Ohr ablaufen.

Dem Teufel ein Ohr abschwören.
i] Seinen Eid nicht halten.
la] Jovem lapidem jurare.

Dem Teufel ein Ohr drehen.

Dem Teufel ein Ohr umdrehen (oder gar abschwören) ist kein Kunst.

Dem Teufel ein Ohr vom Kopfe fluchen.
z] Ritt stracks Pfads mit seinem Gespan wider zu seinem Herrn, flucht vnderwegen dem Teufel ein Bein aus dem Arss, und das linck Ohr vom Kopf.

Dem Teufel eine lücke verzäunen und jm wohl zehn dargegen aufbrechen.

Dem Teufel eine Nase drehen.

Dem Teufel einen Eid brechen, ist erlaubt.
Russland

Dem Teufel einen Wächter einbrocken.
z] Da seyn Gesinde nicht Butter oder Käse machen kundten (weil das Vieh behext war), streifet er seine Hosen abe und brockte dem Teufel einen Wächter in einen Asch voller Milch, und rührts um und gesegnet ihm der Mahlzeit und sagte: Nu fret Teufel.

Dem Teufel etwas in den Rachen stoßen.
Luther

Dem Teufel gib, was ihm gehört.
en] Give even the devil his due.

Dem Teufel in den Arsch.

Dem Teufel in der Höllen ein stuhl im Himmel stellen.
i] Die Gelehrten die Verkehrten.

Dem Teufel in die Hölle helfen.
nl] Den duivel in de hel helpen.

Dem Teufel in die Schüssel gucken.
i] Sich ihm ergeben.

Dem Teufel ist auch ein fetter Brocken zu gönnen, sagte der Narr, als ihn der dicke Abt fragte, ob auch ihn der Teufel fressen (holen) sollte.

Dem Teufel ist das Gebet zuwider, dem Menschen die Bitte.

Dem Teufel ist nicht zu trauen, und wenn er sich noch so fromm stellt.
dk] Ingen troe i fanden.
la] Malus ubi bonum se simulat, tunc est pessimus.

Dem Teufel kann man wohl ein Schnippchen schlagen, aber dem Tode nicht.

Dem Teufel kein Heid' und Christenmensch trau, er möcht' uns gern machen zur Eichelnsau.

Dem Teufel Kuchen geben.
Holland

Dem Teufel mangelts an Macht, nicht am Willen, Schaden zu tun.

Dem Teufel muss man allzeit zwo Kerzen aufstecken, da man Gott nur eine aufsteckt.

Dem Teufel muss man aus dem Wege gehen.

Dem Teufel muss man bisweilen auch einen Maien stecken.

Dem Teufel muss man hundert, dem Zar zehn Werst aus dem Wege gehen.
Russland

Dem Teufel muss man nicht lehren, wie man Schlangen macht.

Dem Teufel muss man zwei Kerzen (Lichter) anzünden, dass er uns ungeschoren lasse.
i] Empfiehlt, zuerst sich seine Feinde vom Leibe zu halten. Nachdem sich Wladislaus, später König von Polen, 1375 hatte taufen lassen, ließ er vor jedem Heiligenbilde eine Kerze anzünden. Als ihm hierauf die Geistlichen das Bild des Teufels, als des Erzfeindes der Menschen zeigten, sagte er: 'Ey steckt zwo Wachskertzen vff, auf das er kein leyde thue.'
fr] Fait bien le diable de Vauvert qui brus le tout et qui tout perd.
fr] Il faut savoir brûler (mettre) une chandelle devant le diable.
nl] Men moet den duivel een keerse ontsteken.
it] Al amico cura gli il fico, al inconico il persico.
la] Quod lucem Sathane tribuas est sepe necesse.
un] Néha az ôrdögnek is gyertyát kell nyúitani.

Dem Teufel muss man zwei Kerzen (o.Lichter) anzünden, dass er uns ungeschoren lasse.
i] Empfiehlt, zuerst sich seine Feinde vom Leibe zu halten. Nachdem sich Wladislaus, später König von Polen, 1375 hatte taufen lassen, ließ er vor jedem Heiligenbilde eine Kerze anzünden. Als ihm hierauf die Geistlichen das Bild des Teufels, als des Erzfeindes der Menschen zeigten, sagte er: 'Ey steckt zwo Wachskertzen vff, auf das er kein leyde thue.'
fr] Fait bien le diable de Vauvert qui brus le tout et qui tout perd.
fr] Il faut savoir brûler (mettre) une chandelle devant le diable.
nl] Men moet den duivel een keerse ontsteken.
it] Al amico cura gli il fico, al inconico il persico.
la] Quod lucem Sathane tribuas est sepe necesse.
un] Néha az ôrdögnek is gyertyát kell nyúitani.

Dem Teufel muß man zwei Kerzen aufstecken, daß er uns ungeschoren lasse.

Dem Teufel opfert man am meisten.

Dem Teufel rufen.
fr] Se donner au diable en jurant.

Dem Teufel steckt man zwey liecht auf, unserm HErrn Gott eins.
z] Ein Bawer der zündet allemal ein messliechtlein an fürs heylig Sacrament, und gienge dann hinder den altar; da stundt der Teufel gemalet an einer taflen, dem zündet er auch ein liecht an. Der Priester hat das etwa oft gesehen, und meint, er wer nit ein guter Christ und nam ihn darumb für. Der Bauwer sagt: Ich thu's nit von vnglauben wegen, als ihr meint, lieber Herr, ich thu es aus gutter meinung; ich zünde Gott dem Herrn ein liecht auf, das er mir guts thu, und zünd dem bösen geyst eins auf, dass er mir nichts bös thu.
fr] Il faut savoir mettre une chandelle devant le diable.

Dem Teufel vom Karren gefallen sein.

Dem Teufel was unten und Gott was oben, sagte der Mönch zum Satan, als dieser ihm verbieten wollte, auf dem Abtritt das Brevier zu lesen.
i] Nach der Sage, dass der Teufel zu einem Mönch, der sein Brevier auf dem Abtritt las, gesagt: Monachus super latrinam non debet legere primam. Und dieser hierauf geantwortet habe: Purgo meum ventrem, et colo omni potentem. Tibi quae infra, deo quae supra.
en] Down, below is thy dement. Shakespeare

Dem Teufel wehrt man mit dem Kreuz, den Leuten mit Fäusten.

Dem Teufel werden mehr Feste gefeiert, als unserm Herrgott.
Russland

Dem Teufel zwei Lichter anzünden.

Dem Thalmann hat es geglückt, zwischen Jena und Kahle sammt Gaul über die Saale.

Dem Thüringer der Hering g'fällt, weil er'n für einen Schinken hält.

Dem Tiger die Gazelle in Obhut geben.
Russland
sd] Gjöra ulfen til fåraherde.
sd] Ulfen går wall med fåren.

Dem Tod auf die Hatschen treten.
Niederösterreich
i] Hausschuhe, Pantoffeln. Von jemandem, der sehr schwer krank ist.

Dem Tod entkommt, wer ihn verachtet; gerade die Ängstlichen ereilt er.
Quintus Curtius Rufus (im 1. Jh. n. Chr.)

Dem Tod gehört das Haus - er ist kein Fremder, aber an dem Tage, an dem er kommt, ist er einer.
Nigeria

Dem Tod in de Möte (ihm entgegen) wassen.
Oldenburg
i] Von Kindern, die ungewöhnlich rasch wachsen und die Besorgnis eines frühen Todes erregen.

Dem Tod in den Nacken, dem Kranken in die Zähne schlagen.
Estland

Dem Tod ist niemand zu stark.

Dem Tod kann niemand die Hand vorhalten.
Estland

Dem Tod kann niemand entlaufen (o. entrinnen).

Dem Tod wie der Sonne darf man nicht mit offenen Augen entgegensehen.
Russland

Dem Tode etwas aus dem Rachen reißen.
z] Sie würden dem Tod aus dem Rachen gerissen.

Dem Tode geht jeder aus dem Wege.
la] Omnibus ignotae mortis.

Dem Tode in die Augen sehen.
nl] Den dood onder de oogen zien.

Dem Tode ist alles gleich, der Arm wie der Reich'.
la] Mors servat legem tollit cum paupere regem.

Dem Tode ist der Knecht so lieb wie der Herr.

Dem Tode ist nicht zu trauen.

Dem Tode ist niemand zu stark (und schön, er zwingt ihn, mitzugehn).
en] Death when it comes, will had no denial.
fr] Contre la mort il n'y à chose forte.
fr] La frageur de la mort ebranle le péls fermer.

Dem Tode kann man auf keinem Gaul davonreiten.

Dem Toren ist das Liebste auf Erden, was einem nie kann werden.
la] Stulte, quid haec frustra votis puerilibus optas quae non ulla tibi fertque refertque dies. Ovid

Dem Toren muss man mit Holzschlägeln raten; süße Worte helfen nichts, und Drohen nutzet nichts.
la] Duc pope, vel longe taurum, tauras redit ipse.

Dem Toren sind die Hände zur Ernährung bestimmt.

Dem Toren, der einmal zu eigen gewann
Gut oder Gunst durch Weiber,
Dem wächst der Hochmut, die Weisheit nicht;
Nun prahlt er und strahlt im Stolze.
Havamâl, Vers 55

Dem totalitären Betrüger ist es keineswegs darum zu tun, den Massen - wäre es auch aus reinem Interesse - die Wohltat irgendeines Glaubens zu geben, sondern er will ihnen jeden Glauben und schließlich ihre Ungläubigkeit selbst verleiden.
Georges Bernanos (1888 - 1948)

Dem toten Esel das Futter in den Hintern.
es] Al burro muerto la cebada al rabo.

Dem toten Löwen rauft man den Bart aus.
Türkei

Dem toten Löwen reisst man die Mähne aus.

Dem toten Löwen versetzt jedermann (o. jeder Esel) einen Tritt.
en] Any mule will kick a dead lion.
fr] Quand le loup est pris, tous les chiens lui mordent les fesses.
it] Morto il leone, anche le lepri gli fanno il salto.
la] Barbam vellere mortuo leoni.
sp] Á moro muerto gran lanzada.

Dem toten Löwen versetzt jedermann einen Tritt.

Dem toten Löwen wollen auch die Hasen den Bart raufen.
la] Leonem mortuum et catuli mordent.

Dem toten Mauren gib einen kräftigen Lanzenstich.
Spanien
sp] A moro muerto, gran lanzada.

Dem Toten tut kein Zahn mehr wehe.

Dem Trägen ist schlecht was zu übergeben.
mhd] Den tragen is quât to bevoelen.
la] Ipse tuos noli pigro committere nummos.

Dem Trägen tut der Stecken gut.
la] Acribus artetur ferulis (salibus) qui segnis habetur.
la] Segnis bos agoli subdatur sedulo moli.
sd] Latan skal man fast (all tid) köra.

Dem Trägen wird der kürzeste Tag zu lang.
dk] For den lade er dagen lang.

Dem traue ich nicht weiter als ich sehe.
pl] Dopóki go widzisz, tak długo mu wierz.

Dem traue ich nicht weiter, als ich mit dem polnischen Ochsen werfen kann.
en] I'll trust him no farther than I can fling him.
en] I'll trust him no farther than I can throw a mill stone.

Dem traue ich nicht wieder.
la] Siculus mare (prospectat).

Dem Trauen ist nicht zu trauen.
i] Nach einem braven Weibe sollst du jetzt um dich schauen!
z] Ach, Freund, dem Trauen ist nicht recht zu trauen.

Dem Trauernden hört keiner zu.
Bantu

Dem Traum soll man so wenig glauben wie einem Hunde.
Serbien

Dem träumt 's, 's schnei Bollen, un net g'nug.
Schwaben

Dem träumt's von der vorigen Fastnacht.
Franken
i] Von einem Zerstreuten.

Dem Trauwohl hat man den Gaul weggetrieben.
nl] Trouw reed met het paard weg.

Dem treuen Mädchen brach das Herz, nachdem sie den Treulosen geliebt. Ach, sagte sie, warum bricht es zu spät? Der Demant zerspringt schon, wenn ein treuloses Herz nur annaht, und warnt das treue.
Jean Paul, Polymeter: Die Treulosigkeit

Dem Trinker ist der Rock nicht an den Leib gepicht.

Dem trotzigen Weib lass die Leine locker.
es] A la mujer brava la soga larga.

Dem trüben Blick hilft nicht die Brille.
Slowakei

Dem Trunke ergeben sein.
fr] Être sujet à l'yvrognerie.

Dem Trunke zu viel tun.
fr] Il se fait beau garçon.

Dem Trunkenbold kommt auch der Teufel mit dem Maß entgegen.
Rumänien

Dem Trunkenen geht das nördliche Eismeer bis an den Gürtel und die Angara bis ans Knie.
Russland

Dem Trunkenen geht man aus dem Weg.

Dem Trunkenen leuchtet das Licht nicht, es blendet ihn.
bm] Opilý svicky nepostaví, ale svalí.

Dem trunkenen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen (geladener Wagen weichen).

Dem trunkenen Manne soll ein geladener Wagen weichen.
z] Ein Weisthum bestimmt sogar: wenn ein Düngerwagen mit fünf Pferden angefahren und ihm ein Betrunkener in den Weg käme, so soll der Fuhrmann still halten, den Mann an sich vorübergehen lassen, ihm auch gute Worte auf den Weg geben und erst dann seine Straße weiter fahren, denn sonst könnte er Anlass zum Zorn geben.

Dem Trunkenen wird die Zunge schwer.

Dem Trünklein geneigt sein.

Dem trunknen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem Trunknen soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm!
Was braucht er in die Ewigkeit zu schweifen?
Was er erkennt, lässt sich ergreifen.
Goethe (1749-1832), Faust II A V, Mitternacht (Faust) Vs 11446

Dem Tunichtgut gib Geld in die Hand und in den Ehestand.
es] Al malo darle dinero y casarle.

Dem Türken bleibe nichts schuldig, am Hochzeitstag oder am Bayramfest wird er seine Schuld eintreiben.
Türkei

Dem Türken kommt der Verstand erst, wenn es zu spät ist.
i] Bei den Osmanen sind die Türken, worunter sie aber auch die halbwilden Nomadenherden türkischen Bluts in Anatolien und Mittelasien verstehen, nicht gut angeschrieben. So sagen sie von denselben warnend: Dem Türken bleibe nichts schuldig; am Hochzeitstage oder am Bairamsfeste wird er seine Schuld eintreiben.

Dem Türken scheint die Stadt ein Gefängnis.
Türkei

Dem Türken und dem kleinen Kinde versprich entweder nichts oder gib es ihm.
Herzegowina

Dem tut das Maul nicht wehe.

Dem tut der Kopf (schon lange) nicht mehr weh.
i] Er ist gestorben.
ndt] Den dêft de Kop nich mêr weh. Pommern
dä] Hans hoved vaerker ikke som det giorde.

Dem tut er's im schlaf beschern.

Dem tut kein Zahn mehr weh.
fr] Il y a longtemps, qu'il n'a plus mal aux dens.
nl] Zijne tanden doen hem niet meer zeer.

Dem Tyrannen steht es wohl an, religiöse Ergebung zu predigen, und die, denen er auf Erden kein Plätzchen verstatten will, an den Himmel zu verweisen.
Johann Gottlieb Fichte, Reden an die deutsche Nation 8

Dem Übel entronnen und Besser gewonnen.
la] Effugi malum, inveni bonum.

Dem Übel nicht mit Gewalt zu widerstreben, ist kein Gebot, sondern ein entdecktes, bewusst erkanntes Lebensgesetz für jeden einzelnen Menschen und für die gesamte Menschheit -ja für alles Lebendige.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Dem Übel soll man entgegen gehn (und stehn).
fr] Contre mauvais fortune bon coeur.

Dem Überfluss geht vil ab, dem geiz alles.

Dem Überglücklichen scheint selbst Leid wie Freud.
Russland

Dem ungebetenen Gast die ungehobelte Bank.
Litauen

Dem ungeborenen Kind näht man kein Höschen.
tü] Doğmadık çocuğa don biçilmez.

Dem Ungeladenen nicht einmal eine Bank; den Ungebetenen unter der Bank.
Litauen

Dem Ungetreuen öffnet die Treue die Tür zu seinem schädlichen Tun.
la] Aditum nocendi perfido praestat fides.

Dem Unglück braucht man keinen Boten zu schicken, es kommt von selber wohl.

Dem Unglück kann man nicht entlaufen.
fr] On ne peut fuir, sa mauvaise destinée.

Dem Unglück muss man fest entgegentreten.
la] Capienda rebus in malis praeceps via. Seneca

Dem Unglück schick ein Unglück entgegen.
Russland

Dem Unglück sind keine Mauern zu hoch.

Dem Unglück sucht jeder aus dem Wege zu gehen.
i] Sogar den Unglücklichen.

Dem Unkraut schadet der Frost nicht.
Portugal

Dem unstedigen Mond kan man kein kleyd anmachen.

Dem Unterdrückten das Fleisch, dem Unterdrücker die Knochen.
Altschottisch

Dem Unverdrossenen ist kein Ding zu schwer, der Fleiß macht alles gering.

Dem unvorsichtigen kann man leicht in die Karten sehen.

Dem Unwissenden erscheint selbst ein kleiner Garten wie ein Wald.
Afrika

Dem Unwissenden werden siebzig Irrtümer vergeben, dem Gelehrten nicht ein einziger.
Arabien

Dem Unzufriedenen bringen Reichtum und Ehren der Pein genug.

Dem Vater gleicht oft der Sohn und singt gern nach seinem Ton.
la] Saepe solet similis filius esse patri.

Dem Verdienste seine Kronen (und den Schweinen ihre Bohnen).
it] Al merito le sui corone.
la] Palmam qui meruit, ferat.
la] Plus mereri debet, in quo virtus est.
la] Vera laus verae virtuti debetur.

Dem Verdrossenen kann's auch unser Herrgott selbst nicht recht machen.

Dem Vergünstiger tut es wehe, wenn es andern wohl geht.

Dem Verleumder soll man sein Ohr nicht leihen.
la] Difficilem oportet aurem habere ad crimina.

Dem Verliebten sind tausend Meilen nur eine Meile.
Japan

Dem verlorenen Beil den Stiel nachwerfen.
la] Post perditam securim, abjicere manubrium.

Dem Verrat traut man nur wie dem Fuchs,
Der, noch so zahm, gehegt und eingesperrt,
Nicht ablässt von den Tücken seines Stammes.
Shakespeare (1564-1616), König Heinrich IV., 1. Teil, V, 2 (Worcester)

Dem Verräter zuerst die Knute.
Russland

Dem verschuldeten Bauern verhagelt jedes Jahr die Ernte.
es] (El) hombre adeudado (o. necesitado), cada año apedreado

Dem Verschwender fehlt viel, dem Geizigen alles.

Dem Verständigen erkläre die Sache, dem Jäger zeige das Tier.
Mongolei

Dem Verständigen ist bald genug gesagt.
nl] Den verstandige is haast genoeg gezegd.
nl] Een woord is voor de geleerden genoeg.
nl] Het is genoeg gezegd voor hem, die verstand heeft.
sd] Wijs man förstår fulle en half quädin wisa.

Dem viel bieten, der wenig verlangt, ist eine Art abzuschlagen.
Spanien

Dem Vielen fehlt das Viel.

Dem vielen fehlt das viel.
i] Wer von vielem etwas kann, kann meist nicht viel

Dem Vogel genügt, was er mit dem Schnabel bringt.
Estland

Dem Vogel in der Hand kann man den Kopf abreißen; lässt man ihn fliegen, kann er uns beschmeißen.
dk] Den fugl er snart kryst, i hænde er; men slipper han løs, da er han snarest til at beklikke en.

Dem Vogel ist ein einfacher Zweig lieber als ein goldener Käfig.
Russland

Dem Vogel ist ein einfacher Zweig weit lieber als ein goldener Käfig.

Dem Vogel noch Flügel ansetzen.
i] Einen Eilenden noch anspornen.

Dem Vögelchen, das früh aufsteht, fällt's leicht, Körner aufzutreiben; ein Langschläfer kann sich nur noch die Augen reiben.
Russland

Dem Vöglein, das dem Ei entschlüpft ist, macht Gott das Nest.

Dem Volk ist das Essen der Himmel.
China

Dem Volke zum Spiegel, zum Zügel, zum Riegel.

Dem Wachen steht die Welt offen.
Ungarn

Dem Wachsen des Geldes folgt die Sorge.
la] Crescentem sequitur cura pecuniam.
Horaz, Oden

Dem wachsen noch Hörner.
Nassau

Dem wachsenden Reichtum (o. Geld) folgt die Sorge.
la] Crescentem sequitur cura pecuniam.
Horaz, Oden

Dem wackeren Mann ist die ganze Welt Vaterland.
Italien

Dem wackern Mann vertraut ein Weib getrost,
Und wär' er fremd, ein zweifelhaft Geschick.
Goethe (1749-1832), Die natürliche Tochter, IV, 2 (Gerichtsrat)

Dem wackren Mann gilt ein Wort so viel wie dem wackren Pferd ein Peitschenhieb.
China

Dem Wählenden bleiben die Zäume.
Estland

Dem Waisenkind gibt niemand Geld, es bekommt nichts als Ratschläge.
Italien

Dem Waisenkind wird mit dem Löffel gegeben, und mit dem Schöpflöffel genommen.
Estland

Dem Walfisch die rote Tonne hinwerfen.
i] jemandem einen Gegenstand der Beschäftigung bieten, um seine Aufmerksamkeit und Kraft von Dingen abzulenken, durch deren Angriff er gefährlich werden kann.

Dem Walfisch schadet es nicht, wenn ein Stint nach ihm schnappt.

Dem ward de Kopp (Kopf) nich mehr weh dohne, de dat gemakt heft.

Dem wäre ein Nasenstüber gesund gewesen.
en] I had rather it had wrung you by the nose than me by the belly.

Dem wäre mit sixtinischem Salat geholfen.
i] Sixtus V. hatte als Franziskanermönch mit einem armen, aber braven Advokaten zusammen gelebt. Der letztere geriet ins Elend, aber zufällig bediente er sich desselben Arztes, den Sixtus V. hatte, wodurch dieser Kenntnis von der Lage seines frühern Freundes erhielt. Sixtus sagte zu seinem Gaste, er werde jetzt den kranken Advokaten durch einen vortrefflichen Salat selbst heilen. Der Doktor ließ sich von dem Kranken begierig den Salat zeigen und fand in dem Korbe unten eine Menge Zechinen. Diese gute Handlung wurde bei den Italienern zum Sprichwort; und wenn man dort von einem redet, der Geldes benötigt ist, so pflegt man zu sagen: Dem wäre mit sixtinischem Salat geholfen.

Dem Wartenden scheinen Minuten Jahre zu sein.
China

Dem Wasser ist nicht zu trauen, es reisst den Mühlgang weg.

Dem Wasser setzt man einen Damm entgegen, aber dem Mund des Menschen kann man nichts entgegensetzen.
Estland

Dem Weh und Ach folgt Freude nach.
it] Dopo il tormento vien il contento.

Dem wehrt sich nichts.
i] Der kennt keine Schranke, dem steht nichts im Wege, das er nicht besiegt.

Dem Weib und dem Narren lass ihren Lauf.
it] All' aria ed ai pazzi strada libera.

Dem Weib und der Henne die Gurgel umgedreht und sie gibt dir das Leben.
es] A la mujer y a la gallina tuércele el cuello y te dará la vida.

Dem Weibe darfst du nur drei Dinge glauben: Wenn es nicht isst, so hat es schon gegessen; wenn es ein Kind gebärt, so war es schwanger, und wenn es stirbt, so ist es krank gewesen.
Italien

Dem Weibervolk sollst du glauben wie dem Aprilwetter.
Ungarn

Dem Wein verzeiht man all's, aber der Flasche bricht man den Hals.
fr] On pardonne au vin, mais on pend la bouteille.

Dem Weinen einer Buhlin und eines Kupplers Eide glaubt (traut) kein Heide.

Dem Weinfass gehet der Boden aus, die Fuchs jagen einen zum Tor hinauss.

Dem Weinstock frommt das Schneiden und dem Menschen das Leiden.

Dem Weisen gebührt ein zwiefach Teil.
ill] Tko umije, tomu dvije.

Dem Weisen genügen wenige Worte.
Schweiz

Dem Weisen genügt ein (einziges) Wort.
England
en] A word to the wise is sufficient.

Dem Weisen genügt ein Wink, der Narr verlangt den Stock.

Dem weisen Mann gibt solch Betragen Qual,
Der gute doch versucht es noch einmal.
Ein Quentchen Danks wird, hoch ihn zu vergnügen,
Die Zentner Undanks völlig überwiegen.
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Felsbuchten (Thales) Vs 8128f.

Dem weisen Manne und dem Gold ist man überall hold.

Dem Weisen reicht der Wink eines Wimpernschlags.
Brasilien

Dem Weisen sind wenig Worte genug.
en] A word is enough to the wise.
la] Sapienti pauca.
un] Az okosnak nem sokat kell a' szájába rágni.

Dem Weisen widerfährt keine kleine Torheit.
fr] A grand pêcheur échappe anguille.
fr] Les plus sages faillent souvent en beau chemin.

Dem weissen kopf tut man selten ehr.

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