<<< Weisheiten 0378 >>>

Dass ich mich noch täglich nach den besten Überlieferungen und nach der immer lebendigen Naturwahrheit zu bilden strebe und dass ich mich von Versuch zu Versuch leiten lasse, demjenigen, was vor allen unsern Seelen als das Höchste schwebt, ob wir es gleich nie gesehen haben und nicht nennen können, handelnd und schreibend und lesend immer näher zu kommen.
Goethe, An Jenny v. Voigts, 21. 6. 1781

Dass ich mich verheirate, soll kein Grund sein, dass ich nichts werde.
Paula Modersohn-Becker, Briefe

Dass ich nur die Hälfte Wein trinke, ist mir sehr nützlich, seit ich den Kaffee gelassen, die heilsamste Diät.
Goethe, Tagebuch, 13.1.1779

Dass ich nur schreibe mit Verstand, betete jener, führ' du mir, Christe, selbst die Hand.
i] Ein frommer Mann, dem das Beten leichter als das Denken war, pflegte, wenn er sich zum Schreiben niedersetzte, zu flehen: 'Herr führe du mir die Hand, dass ich nichts niederschreibe, was deiner unwürdig wäre. Ne scribam vanum, duc mihi, Christe manum.'

Dass ich selbst pflege, das zeihe ich einem andern allwege.

Dass ich Sizilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben.
Goethe, An Herzog Karl August, 27./29.5.1787

Dass ich vor keiner Demütigung zurückschrecke, kann ebenso gut Hoffnungslosigkeit bedeuten als Hoffnung geben.
Franz Kafka, Tagebücher (1914)

Dass ich zeichne und die Kunst studiere, hilft dem Dichtungsvermögen auf, statt es zu hindern, denn schreiben muss man nur wenig, zeichnen viel.
Goethe, Italienische Reise III, 21.12.1787

Dass ihm der Teufel den Balg walke.
i] Für durchprügeln.

Dass ihm der Teufel mit einem Messer in den Leib krieche, das Fett von den Gedärmen schäle.

Dass ihm Gott seinen Leib schände.

Dass ihn das viertägige Fieber ankomme!
fr] La fièvre quartaine le puisse serrer.

Dass ihn der Bock (d.i. der Teufel) schände (stoße)!
i] Hat mythische Bedeutung, da der Teufel in Bocksgestalt und gehörnt gedacht wurde

Dass ihn der Geier hole!

Dass ihn der Valant reiten soll!
i] Verhüllungsform für Teufel. Das Wort kommt von valen, välen = irren, irreführen, seducere, wonach Valant so viel bedeutet als seductor diabolus.

Dass ihn die Läus' erwürgen!

Dass ihr etwas habt sagen hören (die Autorität), soll keineswegs die Richtschnur eures Glaubens sein; im Gegenteil: ihr dürft nichts glauben, ohne euch in die Lage zu versetzen, als hättet ihr es nie gehört.
Pascal, Gedanken

Dass ihr Menschen, um von einer Sache zu reden, gleich sprechen müßt: das ist töricht, das ist klug, das ist gut, das ist bös! Und was will das alles heißen? Habt ihr deswegen die innern Verhältnisse einer Handlung erforscht? Wisst ihr mit Bestimmtheit die Ursachen zu entwickeln, warum sie geschah, warum sie geschehen musste? Hättet ihr das, ihr würdet nicht so eilfertig mit euren Urteilen sein.
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Dass im allgemeinen ein rein poetischer Stoff einem politischen so sehr voranstehe als die reine, ewige Naturwahrheit der Parteiansicht.
Goethe, Eckermann, 4.5.1827

Dass im Leben das Zufällige jeder Art, und so auch in Verbindungen, das Allerbeste bewirken könne...
Goethe, Wanderjahre I,8

Dass im Wissenschaftlichen überhaupt eine entschiedene lakonische Terminologie, wodurch die Gegenstände gestempelt werden, zum größten Vorteil gereiche.
Goethe, Wolkengestalt nach Howard

Dass in allen wichtigen politischen Fällen immer diejenigen Zuschauer am besten dran sind, welche Partei nehmen, was ihnen wahrhaft günstig ist, ergreifen sie mit Freuden, das Ungünstige ignorieren sie, lehnen's ab oder legen's wohl gar zu ihren, Vorteil aus.
Goethe, Kampagne in Frankreich - Minister, November 1792

Dass in den Menschen so viele geistige Anlagen sind, die sie im Leben nicht entwickeln können, die auf eine bessere Zukunft, auf ein harmonisches Dasein deuten, darin sind wir einig, mein Freund ...
Goethe, Briefe aus der Schweiz, erste Abteilung

Dass in der Bibel sich Widersprüche finden, wird jetzt niemand in Abrede sein.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Dass in der Kunst, wie im Leben, kein Abgeschlossenes beharre, sondern ein Unendliches in Bewegung sei.
Goethe, Schriften zur Kunst - Winkelmann und sein Jahrhundert - Glücksfälle

Dass in diesem Falle wie in so manchem anderen der Leser sich vom Zuschauer und Zuhörer trennen müsse, jeder hat seine Rechte, und keiner darf sie dem anderen verkümmern.
Goethe, Schriften zur Literatur - Über das deutsche Theater

Dass in hohen Jahren, wo man mit der Zeit so haushältig umgehen muss, man über sich und andere wegen vergeudeter Tage höchst ärgerlich wird.
Goethe, An Caroline v. Wolzogen, 29.9.1829

Dass in jeder Lage des Lebens eine bestimmte Tätigkeit von uns gefordert wird und dass wir nur insofern für etwas gelten, als wir den Bedürfnissen anderer auf eine regelmäßige und zuverlässige Weise entgegenkommen.
Goethe, An Riemer, 19.5.1809

Dass in unserem Hirn die Meinungen anderer auf und ab wogen, macht uns keinen Deut klüger, mögen sie auch zufällig wahr sein.
Locke, Über den menschlichen Verstand

Dass Instinkt unter allen Arten von Intelligenz, welche bisher entdeckt wurden, die interlligenteste ist.
Friedr. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

Dass ist ein böser Falck (falke), der etwas zu fahen ausgeflohen und nicht widerkompt.

Dass ist ein böss bröcklein mit sorgen, daran ein mensch muss erworgen.
la] Qua suffocatur quisquam, mala mica putatur.

Dass ist ein fauler hausshalter, der gekaufft Fleisch in Schornstein hengt.

Dass ist ein guter Betrug, dar durch men dem schendlichen betrug den Hals kan abstechen.
la] Bonus dolus est quo malus pellitur.

Dass ist ein guter will, der ein Ding tut, so gut er kan, wenn er nicht tun kan, wie er will.

Dass ist ein kühne Maus, die der Katz darff ein nest ins Ohr machen.

Dass ist ein nichtswertiges Weib, die in ihres Mannes Weyer fremde Fisch lest setzen.

Dass ist gut, dessen einer sich erfrewt, wenn ers hat.

Dass jeder nur darum bekümmert sein solle, in seiner speziellen Sphäre, groß oder klein, recht treu und mit Liebe fortzuwirken, so werde der allgemeine Segen auch unter keiner Regierungsform ausbleiben.
Goethe, Fürst Pückler, 15.9.1826

Dass jeder so lange die Welt stehen wird, um gesellig zu sein, wenigstens äußerlich sich wird beherrschen müssen.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (Baronesse)

Dass jeder vielmehr über das, was er tut, auch fähig sein solle zu denken, Grundsätze aufzustellen, und die Ursachen, warum dieses oder jenes zu tun sei, sich selbst und anderen deutlich zu machen.
Goethe, Lehrjahre VIII,7

Dass jeder, der auf einigen Nachruhm Anspruch macht, seine Zeitgenossen zwingen soll, alles, was sie gegen ihn in petto haben, von sich zu geben...
Goethe, An Schiller, 7.12.1796

Dass jeder, der von Jugend an seine Bildung den Griechen und Römern verdankt, nie ein gewisses antikes Herkommen verleugnen, vielmehr jederzeit dankbar anerkennen wird, was er abgeschiedenen Lehrern schuldig ist...
Goethe, Schriften zur Literatur - Klassiker und Romantiker in Italien

Dass jedermann leidet, das macht der Neid.

Dass jedermann nach Wohlbefinden im Leben und nach Glück strebt, ist klar, ebenso aber, dass nur ein Teil der Menschen die Möglichkeit dazu hat, ein anderer nicht, teils infolge zufälliger Umstände, teils infolge ihrer Naturanlage.
Aristoteles, Älteste Politik

Dass jedes Individuum, jeder engere Kreis das Maß der Freiheit besitzt, welches überhaupt mit der Ordnung des Gesamtstaatswesens verträglich ist: das zu erreichen, diesem Zweck möglichst nahe zu kommen, halte ich für die Aufgabe jeder vernünftigen Staatskunst.
Bismarck

Dass junge Leute nichts mehr aufmuntern und anregen könne, als wenn man selbst schon in gewissen Jahren sich wieder zum Schüler erklärte, und in einem Alter, worin man sehr schwer neue Fertigkeiten erlangt, dennoch durch Eifer und Anhaltsamkeit, Jüngern von der Natur mehr Begünstigten den Rang abzulaufen suche.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,4

Dass keine Lehre uns von Vorurteilen reinigt, als die vorher unsern Stolz zu erniedrigen weiß...
Goethe, Brief des Pastors

Dass Kinder wohl geraten, ist nicht in unserer, sondern Gottes Gewalt und Macht; wo er nicht mit im Schiff ist, da fährt man nimmer wohl.
Luther, Deutsche Schriften

Dass Lessing, Winckelmann und Kant älter waren als ich, und die beiden erstern auf meine Jugend, der letztere auf mein Alter wirkte, war für mich von großer Bedeutung.
Goethe, Eckermann, 12.5.1825

Dass Leute von Genie auch essen, trinken, wohnen müssen und sogar dafür bezahlen müssen, ist ein zu prosaischer Gedanke für diese biedern Deutschen, als dass sie ihn nur haben könnten, es käme fast einer Beleidigung gleich.
Engels, an Marx, 8. 4. 1863

Dass man an Rosen glaubt, das bringt sie zum Blühen.
Frankreich

Dass man auch dem Wolkenzuge durch häufige und genaue Beobachtung in verschiedenen Ländern etwas abgewinnen könne...
Goethe, J. S. Grüner, 20.8.1823

Dass man bei allen einigermaßen gewagten Unternehmungen auf die Negativen nicht achten soll...
Goethe, An J. H. Meyer, 28.4.1797

Dass man das Vortreffliche nur in dem Maße kennen lernt, insofern man das Mangelhafte einzusehen imstande ist.
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung

Dass man dem Boten der Hiobspost immer etwas von der Schuld des Unglücks, das er erzählt, anzurechnen pflegt.
Belagerung von Mainz, 29.6.1793

Dass man dem Zufall im Roman gar wohl sein Spiel erlauben könne, dass er aber immer durch die Gesinnungen der Personen gelenkt und geleitet werden müsse, dass hingegen das Schicksal, das die Menschen, ohne ihr Zutun, durch unzusammenhängende äußere Umstände zu einer unvorhergesehenen Katastrophe hindrängt, nur im Drama statt habe...
Goethe, Lehrjahre V,7

Dass man den alten Käse achtet ungesund, hat bei Gesunden keinen Grund.

Dass man den farbigen Edelsteinen Heilkräfte zuschrieb, mag aus dem tiefen Gefühl dieses unaussprechlichen Behagens [an den Farben] entstanden sein.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 6. Abt. 759

Dass man der Dornen acht', haben die Rosen gemacht.

Dass man die Speisen nicht trinken kann, sagte Durst, ist ein Fehler im Schöpfungsplan.

Dass man eben alsdann sich am ersten entschließt abzuwarten, was uns die Zukunft lehren wird, wenn man gerade nicht sagen kann, was aus einer Sache werden soll.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,16

Dass man eigentlich alles wagen kann, sobald man mit Genie, Geist und Überlegung wirkt.
Goethe, An W. v. Humboldt, 26.5.1799

Dass man eigentlich nur von fremden Ländern, wo man mit niemand in Verhältnis steht, eine leidliche Reisebeschreibung schreiben könnte.
Goethe, An Schiller, 9.8.1797

Dass man eigentlich um der Zukunft willen das Gegenwärtige hintansetze und verliere.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 17

Dass man ein Fasten durchführt, muss aus dem Innern kommen, das Abbrechen kommt von außen.
China

Dass man eine jede Nation, sodann aber auch die bedeutenden Arbeiten eines jeden Individuums derselben aus und an ihnen selbst zu erkennen, auch, was noch mehr ist, nach ihnen selbst zu beurteilen habe.
Goethe, Schriften zur Lietratur - Ouvres dramatiques de Goethe

Dass man einen Dieb beschenkt,
Dass man einen anderen henkt,
Ist gelegen an der Art,
Drinnen einer Meister ward.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Dass man einen guten Haushälter hauptsächlich daran erkenne, wenn er sich auch des Widerwärtigen vorteilhaft zu bedienen wisse.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Kotzebue

Dass man einen Vorsatz nicht sicherer abstumpfen kann, als wenn man ihn öfters durchspricht.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,2

Dass man falsch gewicht brauchen thar, das machet scheel augen fürwar.
la] Lances dissimiles, faciunt oculos mihi tristes.

Dass man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! dass man sie nicht hinterdrein im Stiche lässt! - Der Gewissensbiss ist unanständig.
Nietzsche, Götzendämmerung, Sprüche und Pfeile

Dass man gerade nur denkt, wenn man das, worüber man denkt, nicht ausdenken kann!
Goethe, Maximen und Reflexionen 939

Dass man immer auf innern und äußern Krieg gerüstet sein muss.
Goethe, An Zelter, 29.10.1815

Dass man in eine andere Haut schlüpft, hilft nicht in Himmel.

Dass man junge Männer praktisch bilde, fordert die neuste Zeit.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar. Kunst und Altertum Frankfurt

Dass man keinen Zustand, der länger dauern, ja der eigentlich ein Beruf, eine Lebensweise werden soll, mit einer Feierlichkeit anfangen dürfe.
Goethe, Lehrjahre V,13

Dass man Menschen, die sich durch Ehrlichkeit, Uneigennützigkeit und Redlichkeit auszeichnen, so überschwänglich preist, gereicht weniger ihnen zum Lob als dem Menschengeschlecht zur Schande.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Dass man mit allem Äußeren mäßig verfahren, hingegen das Innere, Geistige so hoch als möglich steigern müsse.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1804

Dass man mit Nachbarn und Nachbarinnen im besten Vernehmen und immer in einem ewigen Gefälligkeitswechsel stehen müsse.
Goethe, Lehrjahre VIII,10

Dass man mit Worten nicht viel gegen eine entschiedene Leidenschaft zu wirken vermag.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,17

Dass man mitunter Gesichter verwechselt, hat seinen Grund darin, dass das wirkliche Bild verdunkelt wird von dem geistigen Bild, das ihm entspringt.
Charles Baudelaire (1821-1867), Tagebücher

Dass man nämlich teils erhalten, teils wieder hervorheben solle, was uns das Theater der Vorzeit anbietet. Dieses kann nur geschehen, wenn man die Gegenwart wohl bedenkt und sich nach ihrem Sinn und ihren Forderungen richtet.
Goethe, Schriften zur Literatur - Proserpina

Dass man nicht deutlicher sehen könne, wie ungebildet in jedem Sinne die Menschen seien, als in solchen Augenblicken allgemeiner Verwirrung und Not.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Dass man nicht wohl tut, der sittlichen Bildung, einsam, in sich selbst verschlossen nachzuhängen, vielmehr wird man finden, dass derjenige, dessen Geist nach einer moralischen Kultur strebt, alle Ursache hat, seine feinere Sinnlichkeit zugleich mit auszubilden, damit er nicht in Gefahr komme, von seiner moralischen Höhe herab zu gleiten, indem er sich den Lockungen einer regellosen Phantasie übergibt, und in den Fall kommt, seine edlere Natur durch Vergnügen an geschmacklosen Tändeleien, wo nicht an etwas Schlimmerem herab zu würdigen.
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Dass man nun die jungen Leute nicht bloß zur Unterhaltung erziehen darf, ist ja klar: denn das Lernen ist kein Spiel, sondern eine ernste Mühe.
Aristoteles, Politik

Dass man nur wohl lebe, indem man verborgen lebt.
Goethe, An J. F. v. Cotta, 1.10.1809

Dass man oft von eben den Personen über das getadelt wird, wozu man sich durch sie hat bereden lassen...
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Dass man ohne Sorgen lebe, sorgt man stets um Gut und Geld,
Das doch den, der es ersorgte, stets in Angst und Sorgen hält.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Dass man schweigen sollte, wenn man nichts zu sagen hat, und dagegen das Wohlgedachte auch gut und ohne Stottern hervorgehen...
Goethe, Schriften zur Literatur - Nichts anders als

Dass man selbst zum Seher, das heisst: Gott ähnlich wird. Und das ist doch am Ende der Triumph aller Poesie im Größten und im Kleinsten.
Goethe, An W. v. Humboldt, 1.9.1816

Dass man sich zwingen kann, beweist nicht, dass man liebt.
Goethe, Laune des Verliebten Sz 3 (Eridon)

Dass man sich, durch äußere Gegenstände, von der Betrachtung seines inneren Zustandes zerstreuen müsse.
Goethe, An Christiane v. Goethe, 12.9.1815

Dass man stirbt, weiß jedermann, doch nicht wie, nicht wo und wann.
fr] On ne sait qui meurt, ni qui vit.
it] Ognun sa dove è, ma nessun sa dove ha a morire.
la] Mors incertarum cunctis certissima rerum, incertum quando; certum aliquando mori.

Dass man über das Gute, was man durch Verneinung und Abwendung hervorzubringen sucht, dasjenige vergisst, was man bejahend fördern könnte und sollte.
Goethe, An Riemer, 30.6.1813

Dass man über niemand reden soll, den man nicht persönlich gesehen hat.
Goethe, An G. F. Schönborn, 4.7.1774

Dass man uns in unsern Arbeiten verwechselt, ist mir sehr angenehm, es zeigt, dass wir immer mehr die Manier los werden und ins allgemeine Gute übergehen. Und dann ist zu bedenken, dass wir eine schöne Breite einnehmen können, wenn wir mit einer Hand zusammenhalten und mit der anderen so weit ausreichen, als die Natur uns erlaubt hat.
Goethe, An Schiller, 26.12.1795

Dass man von einem guten Gedicht den Ausgang wissen könne, ja wissen müsse, und dass eigentlich das Wie bloß das Interesse machen dürfe.
Goethe, An Schiller, 22.4.1797

Dass man vorher lacht, muss man oft hernach beklagen.

Dass man zwar bei entstandenem Streit und Gärung seine Feinde nicht bekehren kann, aber seine Freunde zu stärken Ursache hat.
Goethe, An Schiller, 10.12.1796

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