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Dass die Französische Revolution auch für mich eine Revolution war, kannst du denken.
Goethe, An F. H. Jacobi, 3.3.1790

Dass die gegenseitige Neigung der Beteiligten der alles andre überwiegende Grund des Eheschlusses sein sollte, das war in der Praxis der herrschenden Klassen unerhört geblieben von Anfang an; so etwas kam vor höchstens in der Romantik oder - bei den unterdrückten Klassen, die nicht zählten.
Engels, Der Ursprung der Familie

Dass die Grenze meines Ichs die Haut sei gemeinster aller Gedanken.
Walter Rathenau, Auf dem Fechtboden des Geistes. Aphorismen aus seinen Notizbüchern

Dass die großen Dramen und Tragödien in alter wie in neuerer und neuester Zeit nur durch die Vorstellungen auf der Bühne zu allgemeinem Verständnis und allgemeiner Anerkennung gelangt wären.
Goethe, F. Förster, 25.8.1831

Dass die Handschrift auf den Charakter des Schreibenden und seine jedesmaligen Zustände entschieden hinweise, wenn man auch mehr durch Ahnung als durch klaren Begriff sich und anderen davon Rechenschaft geben könne...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1809

Dass die Handschrift des Menschen Bezug auf dessen Sinnesweise und Charakter habe und dass man davon wenigstens eine Ahnung von seiner Art, zu sein und zu handeln, empfinden könne, ist wohl kein Zweifel...
Goethe, An K. B. Preusker, 3.4.1820

Dass die hochbegabten Naturen gehorchen lernen, ist schwer; denn nur höher begabten und vollkommeneren Naturen gehorchen sie; aber wie, wenn es diese nicht gibt?
Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)

Dass die Kälber sterben, daran sind die Hunde nicht schuld.
ho] Het komt bij het huilen der honden niet toe, dat de kalveren afsterven.

Dass die Katzen mausen, das sagen sie selbst.
i] Die Rede verrät den Menschen.

Dass die Kinder nicht wissen, warum sie wollen, darin sind alle hochgelahrten Schul- und Hofmeister einig; dass aber auch Erwachsene, gleich Kindern, auf diesem Erdboden herumtaumeln und wie jene nicht wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen, ebenso wenig nach wahren Zwecken handeln, ebenso durch Biskuit und Kuchen und Birkenreiser regiert werden: das will niemand gern glauben, und mich dünkt, man kann es mit Händen greifen.
Goethe, Werther 1. Buch, 22. Mai

Dass die Kompositionen von Liedern und sonst, genau besehen, oft nur ein qui pro quo geben, selten ist der Dichter durchdrungen, und man lernt dabei nur etwa den Kunstcharakter und die Stimmung der Komponisten kennen.
Goethe, An Marianne v. Willemer, 12.7.1821

Dass die Kuh nicht spricht, ist nicht weil sie keine Zunge hat.
Jamaika

Dass die Kultur durch Kunst ihren eignen Gang gehen muss, dass sie keiner anderen subordiniert sein kann, dass sie sich an alle übrige so bequem anschließt und so weiter, was doch so leicht zu begreifen wäre, weil das Faktum so klar am Tage liegt.
Goethe, An Schiller, 12.8.1797

Dass die Kunst aus dem Inneren des Menschen hervorgehen muss, ja von seinem sittlich-religiösen Wert abhängt, ist manchen ein töricht Ding.
Caspar David Friedrich, Äußerung bei Betrachtung einer Sammlung von Gemälden

Dass die Kunst, wie sie sich im höchsten Künstler darstellt, eine so gewaltsam lebendige Form erschafft, dass sie jeden Stoff veredelt und verwandelt.
Goethe, An Zelter, 15.1.1813

Dass die Männer altern, und die Frauen sich verändern.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Dass die Männer zum Dienen, die Weiber zu Müttern gezogen werden müssten.
Goethe, Riemer, 13.8.1809

Dass die Menschen den beharrenden Willen über alles zu schätzen wissen und um so mehr schätzen, als sie sämtlich in Parteien geteilt ihre eigene Sicherheit und Dauer beständig im Auge haben.
Goethe, Schriften zur Kunst - Winkelmann und sein Jahrhundert - Katholizismus

Dass die Menschen lieber durch eine allgemeine theoretische Ansicht, durch irgendeine Erklärungsart die Phänomene beiseite bringen, anstatt sich die Mühe zu geben, das Einzelne kennen zu lernen und ein Ganzes zu erbauen.
Goethe, Entwurfeiner Farbenlehre - Einleitung

Dass die Menschen so oft falsche Urteile fällen, rührt gewiß nicht allein aus einem Mangel an Einsicht und Ideen, sondern hauptsächlich davon her, dass sie nicht jeden Punkt im Satze unter das Mikroskop bringen und bedenken.
Lichtenberg, Aphorismen

Dass die Mode des Denkens sich wie die Mode der Kleidung ändert und dass es schwer, wenn nicht unmöglich für die meisten ist, anders zu denken als nach der Mode ihrer eigenen Epoche.
Shaw, Die heilige Johanna, Vorwort, Moderne Verdrehungen der Geschichte Johannes

Dass die Natur eines Menschen nicht schlimmer verschoben werden kann, als wenn er sich einer zufälligen Leidenschaft für niedrige Gegenstände überläßt, wenn er einer dunkeln Anhänglichkeit an eine Gesellschaft, deren Glieder nicht von der Art seines Wesens sind, nachgibt, und dadurch der Sklave eines Zustandes wird, in welchem die Treue, die schönste und menschlichste Eigenschaft, ihn nur zur Qual und zum Verderben feste hält.
Goethe, Theatralische Sendung V,1

Dass die Natur kein Geheimnis habe, was sie nicht irgendwo dem aufmerksamen Beobachter nackt vor die Augen stellt.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1790

Dass die Natur uns antwortet, wenn wir fragen, dass sie ein Echo unserer Sprache wird, das ist eben ein Beweis einerlei Ursprungs, einerlei Schicksals, einerlei Hoffnung.
Wilh. Steinhausen, Aus meinem Leben

Dass die Natur, die uns zu schaffen macht, gar keine Natur mehr ist, sondern ein ganz anderes Wesen als dasjenige, womit sich die Griechen beschäftigten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1364

Dass die Phantasie ihre eigenen Gesetze hat, denen der Verstand nicht beikommen kann und soll. Wenn durch die Phantasie nicht Dinge entständen, die für den Verstand ewig problematisch bleiben, so wäre überhaupt zu der Phantasie nicht viel. Dies ist es, wodurch sich die Poesie von der Prosa unterscheidet, bei welcher der Verstand immer zu Hause ist und sein mag und soll.
Goethe, Eckermann, 5.7.1827

Dass die Reihe von Glück und Unglück im Leben ineinander gekettet ist wie Schlaf und Wachen, keins ohne das andre, und eins um des anderen willen, dass alle Freude in der Welt nur geborgt ist...
Goethe, An Anna Margaretha Textor, Februar 1771

Dass die Religion selbst Kriege veranlasst hat, ist abscheulich.
Lichtenberg

Dass die römische Sprache nach dem Begriff strebt und, was oft im Deutschen sich unschuldig verschleiert, zu einer Art von Sentenz wird, die, wenn sie sich auch vom Gefühl entfernt, dem Geiste doch wohltut.
Goethe, An Ch. L. F. Schultz, 8.7.1823

Dass die Rückkehr in einen friedlichen und häuslichen Zustand nicht mit neuem bürgerlichen Krieg, Haß und Rache müsse verunreinigt werden, weil sich das Unglück ja sonst verewige.
Goethe, Belagerung von Mainz, 23.7.1793

Dass die Säue werden geschlacht, das hat ihr Mutwille gemacht.

Dass die schönsten Entdeckungen nicht sowohl durch Menschen als durch die Zeit gemacht worden, wie denn eben sehr wichtige Dinge zu gleicher Zeit von zweien oder wohl gar mehreren geübten Denkern gemacht worden.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt

Dass die Schurken so mächtig heute,
Wollt ihr wissen, warum?
Es kommt daher, dass die ehrlichen Leute
Entsetzlich dumm.
Grillparzer, Einfälle und Inschriften

Dass die schwarzen Hühner auch weiße Eier legen, sagte die Nonne, da sie sich wunderte, dass ihr Knäblein kein schwarzes Benedictinerlein sei.

Dass die serbischen Lieder sich in deutscher Sprache besonders glücklich ausnehmen.
Goethe, Schriften zur Literatur -Serbische Lieder

Dass die Sprache schon an und für sich produktiv ist, und zwar insofern sie dem Gedanken entgegenkommt, rednerisch, insofern sie der Einbildungskraft zusagt, poetisch.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Orientalischer Poesie Urelemente

Dass die spracherfindenden Urvölker, bei Benamung der Naturerscheinungen und deren Verehrung als waltender Gottheiten, mehr durch das Furchtbare als durch das Erfreuliche derselben aufgeregt worden...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1820

Dass die Trauervögel über deinen Kopf fliegen, kannst du nicht verhindern, wohl aber, dass sie in deinem Haare nisten.

Dass die Vernunft eine Feindin jeder Größe ist, ist eine Erkenntnis, die man nicht wichtig genug nehmen kann.
Giacomo Leopardi, Gedanken aus dem Zibaldone

Dass die Verse den poetischen Sinn steigerten oder wohl gar hervorlockten.
Goethe, Eckermann, 25.10.1823

Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupte fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen.

Dass die Vögel über den Kopf fliegen, kann man nicht hindern, aber man kann ihnen wehren, Nester in den Haaren zu bauen.
i] Vom Aufsteigen und Bekämpfen böser Begierden.

Dass die Vorahndung des Guten bei allen Menschen mit dem Wunsche es zu besitzen verbunden sei, ist natürlich...
Goethe, Theatralische Sendung II,5

Dass die Wahrheit wohl einem Diamant zu vergleichen wäre, dessen Strahlen nicht nach einer Seite gehen, sondern nach vielen.
Goethe, Eckermann, 11.3.1828

Dass die Wahrheit wohl einem Diamant zu vergleichen, dessen Strahlen nicht nach einer Seite gehen, sondern nach vielen.
Goethe, Eckermann

Dass die Weiber schön bleiben, ist ein gut rezept, wenn sie alls Unglück und sorgen vnter den knien zusammen binden, das sie nicht zu Herzen steigen, und jhm ein runtzelt gesicht machen.

Dass die Weiber, die in der Jugend Charakter haben, wenn die Liebhaber sich verlieren, Schälke werden, an Beispielen nachgewiesen.
Goethe, Riemer, 27.4.1814

Dass die Weisheit nach der Anmut strebt
Hat man auf Erden oft erlebt,
Doch dass die Anmut gern ihr Ohr
Der Weisheit leiht, kommt seltener vor.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schaffy

Dass die Welt genügend mit schwachen Köpfen und kleinen Geistern versehen ist, ich brauche sie nicht in den Hospitälern zu suchen.
Goethe, Soret, 17.3.1830

Dass die Welt im ganzen immer zum Besseren fortschreitet, dieses anzunehmen berechtigt den Menschen keine Theorie, wohl aber die reine praktische Vernunft, welche nach einer solchen Hypothese zu handeln dogmatisch gebietet.
Kant, Über die Fortschritte der Metaphysik

Dass die Welt jede Siegeszeichen verachtet, die ein kleiner Geist erschleichend sich aufrichtet.
Goethe, Egmont A V, Gefängnis (Egmont)

Dass die Welt uns nichts gebe, dass man sich in sich selbst zurückziehen, dass man in einem innern, beschränkten Kreise um Zeit und Ewigkeit besorgt sein müsse.
Goethe, Kampagne in Frankreich Münster, November 1792

Dass die Weltgeschichte von Zeit zu Zeit umgeschrieben werden müsse, darüber ist in unsern Tagen wohl kein Zweifel übrig geblieben. Eine solche Notwendigkeit entsteht aber nicht etwa daher, weil viel Geschehenes nachentdeckt worden, sondern weil neue Ansichten gegeben werden, weil der Genosse einer fortschreitenden Zeit auf Standpunkte geführt wird, von welchen sich das Vergangene auf eine neue Weise überschauen und beurteilen lässt. Ebenso ist es in den Wissenschaften.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. - Bacon

Dass die Wesen, insofern sie körperlich sind, nach dem Zentrum, insofern sie geistig sind, nach der Peripherie streben...
Goethe, Wanderjahre III,15

Dass die Wölfe nach Freiheit schreien, ist begreiflich, wenn aber die Schafe in ihr Geschrei einstimmen, so beweisen sie damit nur, dass sie Schafe sind.
Fliegende Blätter

Dass die Zeit alle Wunden heile, stimmt nicht. Wunden vernarben zwar, aber plötzlich beginnen sie wieder zu schmerzen. Sie sterben erst mit dem Menschen.
Ehrenburg, Memoiren

Dass die Zerstörung einer Illusion noch keine Wahrheit ergiebt, sondern nur ein Stück Unwissenheit mehr.
Friedr. Nietzsche, Nachgelassene Fragmente

Dass diejenige Kultur, welche die Mathematik dem Geiste gibt, äußerst einseitig und beschränkt ist.
Goethe, An Zelter, 28.2.1811

Dass diejenigen die Glücklichsten sind, die gleich den Kindern in den Tag hinein leben, ihre Puppen herumschleppen, aus- und anziehen und mit großem Respekt um die Schublade umherschleichen, wo Mama das Zuckerbrot hineingeschlossen hat, und wenn sie das Gewünschte endlich erhaschen, es mit vollen Backen verzehren und rufen: Mehr!
Goethe, Werther 1. Buch, 22. Mai

Dass dieser Augenblick in unserm Leben Epoche mache, können wir nicht verhindern, aber dass sie unser wert sei, hängt von uns ab.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,12

Dass dieses Haus aus Not und nicht aus Lust gebauet, weiss der, der voriges hat ehmals angeschauet.

Dass Dilettanten zum Vorteil der Wissenschaft vieles beitragen. Und zwar ist dieses ganz natürlich: Männer vom Fach müssen sich um Vollständigkeit bemühen und deshalb den weiten Kreis in seiner Breite durchforschen, dem Liebhaber dagegen ist darum zu tun, durch das Einzelne durchzukommen und einen Hochpunkt zu erreichen, von woher ihm eine Übersicht, wo nicht des Ganzen, doch des Meisten gelingen könnte.
Goethe, Schriften zur Naturwissenschaft - Geschichte meines botanischen Studiums

Dass dir d' Laus nöt 'n Katarrh kriege.
Oberösterreich
i] Spottend zu dem, der aus Weichlichkeit oder Unhöfkeit die Mütze nicht lüften will.

Dass dir der Hagel ins Loch schlag!
Grimmelshausen, Das wunderliche Vogelnest

Dass dir der Teufel die Zähn' ausschlag' und dir dafür in die Lücke mach', las der Bauer in dem Zettel, den er von dem Kapuziner gegen Zahnweh kaufte.

Dass dir der Wuchs nicht vergeht.

Dass dir drei (neue) Teufel in den hohlen Leib fahren.

Dass dir Gott einen goldenen Esel beschere, so hast du ein Jahr am Schwanz zu zehren.
z] Es wirdt aber der guldine Esel genannt das Gebürg an Böhaim, darauf herrlich Gold Bergwerck wirdt gebawt.

Dass dir Gott Licht und Kerze beschere!

Dass dir Gott selten hilft, da hast du zuzuschaun,
So stark du glaubst, so stark ist seiner Hand zu traun.

Dass dir ne's Sahnäderla zerspringt.
Hirschberg
i] Wenn die Kinder etwas Gutes essen sehen, so gibt man ihnen wohl etwas zu kosten mit der Bemerkung: Hier hast du etwas zu kosten, dass dir nicht die Sehnader, das Sehnäderchen zerspringt.
fr] Le désir de l'homme n'est jamais assouuy.
la] Hominis desiderium flagrat vaque in summum.

Dass dir nimmermehr kein gut geschehe.

Dass dir Sankt Asmus Haspel die Därme verwirr'.

Dass dir's der Geier gesegne!
i] In den Redensarten: Zum Geier! Dass dich der Geier! u.m.a. steht Geier verhüllend für Teufel.

Dass doch am Ende jedes Buch nur für Teilnehmer, für Freunde, für Liebhaber des Verfassers geschrieben sei.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Künftiger Divan

Dass doch die Einfalt immer recht behält.
Lessing, Nathan der Weise, I, 5 (Der Tempelherr)

Dass doch die Jugend immer zwischen den Extremen schwankt!
Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre

Dass doch ein jeder, er sei auch wer er wolle, seine Befugnis prüfen und sich fragen möge: was leistest du denn eigentlich an deiner Stelle und wozu bist du berufen?
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Vorschlag zur Güte

Dass du auf dem Blocksberge wärest!
i] In Lichtenberg's Schriften findet sich über diese Redensart die Abhandlung: Ein Traum. Der Verfasser bemerkt in einer Note: 'Diese Verwünschung verträgt sich wirklich mehr als irgendeine mit christlicher Liebe, sie thut nämlich durch Affect Genüge und hebt die Wiederkehr des Verwünschten nicht auf, wodurch sie sich sehr von anderen unterscheidet, die man, im christlichen Deutschland wenigstens, blos mit Anfangsbuchstaben und Punkten druckt.
In der Altmark: Ick woll, du werst upp'n Blocksberg. Damit in der Walpurgisnacht die nach dem Blocksberge ziehenden Hexen der Stadt u.s.w. oder den einzelnen Häusern keinen Schaden zufügen, bezeichnen in der Altmark die Knaben die Hausthüren und die Mittelsteine des Pflasters mit Kreidekreuzen. Auch spotten die Kinder über einen Kutscher, der anspannt durch den Gesang: 'Johann, spann' an, drê Katten voran, drê Müs' vöörupp, nao'n Blocksberg 'rupp.' - Elze, Unbekannte Fremdlinge in Ueber Land und Meer, 28. Bd. Nr. 30, vermuthet, dass der Blocksberg den Sagen nach ursprünglich ein 'Boksberg' gewesen zu sein scheine, wie Sliwenza in Krain und der Block in Kroatien, von dem slavischen Bog (Czerny-Bog), Teufel, was ja auch den deutschen Blocksbergsagen entspricht.

Dass du beim Teufel (Kuckuck, Schinder, Dreihenker u.s.w.) wärst.

Dass du brennst in der Hölle!

Dass du d' Kränk kriegest.
i] Besonders die Fallsucht (Epilepsie) in Franken, auch ehemals die Pest. Elsässische Verwünschungsformel.

Dass du deine Schafe zählst, hält den Wolf nicht fern.
Lettland

Dass du den Mann zufrieden machest, sei nicht träg, den Tisch zu decken.

Dass du den Selbstmord, wovon jetzt die Rede ist, mit großen Handlungen vergleichst: da man es doch für nichts anders als eine Schwäche halten kann.
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Dass du die drüss müssest haben.
i] Im 15. bis 17. Jahrhundert wurde das Wort Drüse in Ausrufungen und Verwünschungen häufig angewandt. In diesen Redensarten, zu denen auch die beiden hier aufgeführten gehören, wird gewöhnlich die Pestbeule verstanden. Wird das Wort persönlich genommen, in welchem Fall es männlich gebraucht wird, so denkt man dabei an einen bösen Geist, den Teufel, z.B.: Dass dich der Druss bestehe, verderbe.

Dass du die gute Sache liebst,
Das ist nicht zu vermeiden,
Doch von der schlimmsten ist sie nicht
Bis jetzt zu unterscheiden.
Goethe, Zahme Xenien IX

Dass du die Nase im Gesicht behältst.
i] Bei Überraschungen, wenn etwas Unerwartetes geschieht.

Dass du die Pest kriegst!

Dass du ein dutzend Cholera im Leibe hättest!
i] Im August 1854 sagte auf dem Mühlhauser Markte eine Frau zu einer Verkäuferin, von welcher sie sich überfordert glaubte: 'Wenn Ihr nur zwölf Cholera im Leibe hättet!'

Dass du erkennest im Herzen und anderen auch es verkündest,
Wie viel besser es sei, gerecht als böse zu handeln.
Homer, Odyssee

Dass du harig werdest!

Dass du ihn völlig durchschautest, das hat dir noch keiner verziehen, er mag noch so gut dabei weggekommen sein.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass du mich liebst, ganz leise sollst du's sagen;
Denn eilig ist das Wort und wundervoll.
In meines Herzens Tempel will ich's tragen,
Dass es als Licht am Altar leuchten soll.
Ernst Zahn, Dass du mich liebst

Dass du mir die Hühner nicht erschrickst und keinen Weiher anzündest.

Dass du mussest toll, rasend und unsinnig werden!
i] Alter und veralteter sprichwörtlicher Fluch.

Dass du nicht enden kannst, das macht dich groß,
Und dass du nie beginnst, das ist dein Los.
Dein Lied ist drehend wie das Sterngewölbe,
Anfang und Ende immerfort dasselbe,
Und was die Mitte bringt ist offenbar
Das was zu Ende bleibt und anfangs war.
Goethe, Divan - Buch Hafis - Unbegrenzt

Dass du nicht Menschen liebst, das tust du recht und wohl,
Die Menschheit ist's, die man im Menschen lieben soll.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Dass du sie liebtest, das war natürlich, dass du ihr die Ehe versprachst, war eine Narrheit, und wenn du Wort gehalten hättest, wär's gar Raserei gewesen.
Goethe, Clavigo A I, Clavigos Wohnung (Carlos)

Dass eben ganz leichtsinnige und der Besserung unfähige Menschen sich oft am lebhaftesten anklagen, ihre Fehler mit großer Freimütigkeit bekennen und bereuen, ob sie gleich nicht die mindeste Kraft in sich haben, von dem Wege zurück zu treten, auf den eine übermächtige Natur sie hinreisst.
Goethe, Lehrjahre III,10

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