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Daseinszweck des Kindes ist es, sein eigenes Leben zu leben.
Alexander S. Neill, Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung

Dasitten as 'ne Ûle in Stierwensnäen.
i] Wie eine Eule in Sterbensnöten

Dasitzen wie die Braut im Winkel.
Oberösterreich
i] So sagt man von jemand, der an einer einsamen Tischecke sitzt. In manchen Gegenden soll die Braut während des Mahles 'im Winkel sitzen', wie dies Baumgarten aus Oberösterreich bemerkt

Dasitzen wie ein Klotz.
z] Ar soss dou wie ej Kloutz und rührt sich nie, jo maiche Menschen sein wie de Klötzer.

Dasitzen wie ein Scheffel Unglück.

Dasitzen, als wollt' er alle Tritt Feuer ausspeien und Kohlen fressen.
z] Wenn einer bei ehrlichen Zechen und Gastereien, so Lusts halber sind angestellet, sitzet da als wollt er u.s.w. fressen, redet gar nichts, viel weniger lachet er einmal, darum, dass die Gäste sagen sollen: ach, wie ist das ein ernsthafter Mensch, wie sinnet er stäts so tief u.s.w.

Dasjenige, was sich nicht durch eigene Kraft erhalten kann, hat auch kein Recht zu existieren.
Heine, Reisebilder, I: Norderney

Dasjenige, wodurch die Menschen am meisten zu Fehlern veranlaßt werden, ist, dass sie sich meistens mit vagen Vorstellungen begnügen und sich nicht die Mühe geben, sich klare Ideen über die Dinge zu machen.
Friedrich der Große

Dass aber auch der Mensch eine Art Lüsternheit nach dem Übel und eine dunkle Sehnsucht nach dem Genusse des Schmerzens habe, ist schwerer zu bemerken, mit anderen Gefühlen verwandt, unter anderen Symptomen verhüllt...
Goethe, Theatralische Sendung II,5

Dass aber der Wein von Ewigkeit sei
Daran zweifl ich nicht,
Oder dass er vor den Engeln geschaffen sei
Ist vielleicht auch kein Gedicht.
Der Trinkende, wie es auch immer sei,
Blickt Gott frischer ins Angesicht.
Goethe, Divan - Schenkenbuch - Ob der Koran...

Dass aber ein Mathematiker, aus dem Hexengewirre seiner Formeln heraus, zur Anschauung der Natur käme und Sinn und Verstand, unabhängig wie ein gesunder Mensch, brauchte, werd ich wohl nicht erleben.
Goethe, An Zelter, 17.5.1829

Dass abgesonderte Kenntnisse durch Vergleichung leichter gewonnen und festgehalten werden...
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung

Dass alle einsehen, der Notwendigkeit müsse man gehorchen.
Cicero, Von den Pflichten

Dass alle geistig wie körperlich durchaus naturkräftig ausgestatteten Menschen in der Regel die bescheidensten sind, dagegen alle besonders geistig Verfehlten weit eher einbilderischer Art.
Goethe. Eckermann, 3.4.1830

Dass alle großen weltgeschichtlichen Begebenheiten, alle großen Weltentdeckungen und Erfindungen, endlich die großen Männer meist nach der zweiten Hälfte oder zum Schlusse eines Jahrhunderts gekommen wären.
Goethe, A. E. Odyniec, 25.8.1829

Dass alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfange, daran ist gar kein Zweifel.
Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft

Dass alle Verhältnisse unzerstörlich sind, die das Schicksal beschlossen hat.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,18

Dass alles auf das Prinzip ankommt, woraus man etwas tut.
Goethe, An Schiller, 21.8.1799

Dass alles eitel sei. Niemand entsetzt sich vor diesem falschen, ja gotteslästerlichen Spruch, ja man glaubt etwas Weises und Unwiderlegliches gesagt zu haben.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 16

Dass alles in der Welt ankommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,6

Dass alles vergeht, weiß man schon in der Jugend, aber wie schnell alles vergeht, erfährt man erst im Alter.
Marie von Ebner-Eschenbach

Dass alles, was ist oder scheint, dauert oder vorübergeht, nicht ganz isoliert, nicht ganz nackt gedacht werden dürfe, eines wird immer noch von einem anderen durchdrungen, begleitet, umkleidet, umhüllt, es verursacht und erleidet Einwirkungen...
Goethe, Versuch einer Witterungslehre

Dass alles, was uns von Jugend auf umgab, jedoch nur oberflächlich bekannt war und blieb, stets etwas Gemeines und Triviales für uns behält, das wir als gleichgültig neben uns bestehend ansehen, worüber zu denken wir gewissermaßen unfähig werden.
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums

Dass andere Leute kein Glück haben, finden wir sehr leicht natürlich, dass wir selbst keines haben, immer unfassbar.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Dass anderer Menschen Gedanken solchen Einfluss auf uns haben!
Goethe, Egmont A II, Egmonts Wohnung (Egmont)

Dass angeborene Kraft und Eigenheit mehr als alles Übrige des Menschen Schicksal bestimme.
Goethe über seine Gedichte - Urworte - Orphisch - Dämon

Daß Arglist des Verkäufers dem gutgläubigen Käufer nicht schaden darf, ist Rechtens. [RSpW]
la] Dolum auctoris bona fide emptori non nocere certi iuris est.

Dass Arm' und Reiche sind, das macht mir keine Pein;
Doch warum muss denn ich just grad der Arme sein?

Dass auch Objekte mit der Bezeichnung ?Geld? erfaßt werden, ist unbestritten. [RSpW]
la] Corpora quoque pecuniae appellatione contineri nemo est, qui ambiget.

Dass auf Inhalt, Gehalt und Tüchtigkeit eines zuerst aufgestellten Grundsatzes und auf der Reinheit des Vorsatzes alles in den Wissenschaften beruhe. Auch wir sind überzeugt, dass dieses große Erfordernis nicht bloß in mathematischen Fällen, sondern überall in Wissenschaften, Künsten, wie im Leben stattfinden müsse.
Goethe, Schriften zur Literatur - Naturphilosophie

Dass auf jedem andern Weg der Mensch
Sich zeugte seinesgleichen, und es keine Fraun
Auf Erden gäbe: glücklich wäre rings die Welt!
Euripides, Medeia

Dass Autoren und Publikum durch eine ungeheure Kluft getrennt sind, wovon sie, zu ihrem Glück, beiderseits keinen Begriff haben.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III, 13

Dass bayerisch Bier auch Helden nährt, das haben die Bayern in Frankreich gelehrt.

Dass bei einer wahren Harmonie der Gemüter man einander immer wieder begegnet, wenn man noch so weit auseinander zu gehen scheint.
Goethe, An Herzog Karl August, 25.1.1788

Dass bei gegeneinander stehenden Meinungen es immer gleichgültig ist, welche befolgt wird.
Goethe, Wanderjahre III,11

Dass bei Gott allein das Sein und daher alles Sein nur das Sein Gottes ist, diesen Gedanken lässt sich weder die Vernunft noch das Gefühl rauben. Er ist der Gedanke, dem allein alle Herzen schlagen.
Schelling

Dass bei solchem Unglück, welches der Mensch dem Menschen bereitet, wie bei dem, was die Natur um zuschickt, einzelne Fälle vorkommen, die auf eine Schickung, eine günstige Vorsehung hinzudeuten scheinen.
Goethe, Kampagne in Frankreich, 3.9.1792

Dass beim Theater immer nur vom Augenblick die Rede ist und die wunderliche, bunte, zufällige Abwechslung desselben sich zu einem geschichtlichen Vortrage kaum bequemen mag.
Goethe, An J.L.Tieck, 2.2.1820

Dass Bescheidenheit die größte Zierde des Kunstnovizen sei.
Goethe, G. Moltke, 30.4.1830

Dass Böses aus Gutem entstehen kann, ist begreiflich, wie aber Gutes aus Bösem?
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Dass Böss muss doch zuletzt gestraft werden.

Dass Bücher nicht die Erfahrung und Gelehrsamkeit nicht das Genie ersetzt, sind zwei verwandte Phänomene: ihr gemeinsamer Grund ist, dass das Abstrakte nie das Anschauliche ersetzen kann.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Dass das absurde eigentlich die Welt erfülle.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III, 15

Dass das Berliner Theater das einzige in Deutschland ist, auf welchem sich eine allgemeine deutsche Sprache ausgebildet hat, so dass - ich spreche natürlich von den gebildeten Schauspielern - der Berliner, zumal in dem höheren Drama und Trauerspiel, auf jeder Bühne in Deutschland auftreten kann.
Goethe, F. Förster, (25.) 8.1831

Dass das eigentliche Talent nichts sein kann als die Sprache des Genies.
Goethe, An Lavater, 24.7.1780

Dass das eine Auge das andre nicht sieht.
i] Arbeitete er, oder schlief er
z] Er warf sich aufs Lager und schlief so wacker, dass ein Auge das andre nicht sah.

Dass das Fleisch noch im Topf steckt, kann auch einfach daher kommen, dass keine Katze in der Nähe ist.

Dass das Gehirn ein bloßer Arbeiter im Dienste des Bauches sei, ist freilich das gemeinsame Los fast aller derer, die nicht von der Arbeit ihrer Hände leben, und sie wissen sich recht gut darein zu finden. Aber für die großen Köpfe, d. h. für die, deren zerebrale Kräfte über das zum Dienste des Willens erforderliche Maß hinausgehn, ist es eine Sache zum Verzweifeln. Daher wird ein solcher es vorziehn, nötigenfalls in der beschränktesten Lage zu leben, wenn sie ihm den freien Gebrauch seiner Zeit zur Entwicklung und Anwendung seiner Kräfte, also die für ihn unschätzbare Muße,gewähren.
Schopenhauer, Parerga und Paralipomena

Dass das Gewahrwerden großer produktiver Naturmaximen uns durchaus nötigt, unsre Untersuchungen bis ins Allereinzelnste fortzusetzen, wie ja die Verzweigungen der Arterien mit ihren verschwisterten Venen ganz am Ende der Fingerspitzen zusammentreffen.
Goethe, An W. v. Humboldt, 1.12.1831

Dass das Größte und Herrlichste vergehe, liegt in der Natur der Zeit und der gegeneinander unbedingt wirkenden sittlichen und physischen Elemente.
Goethe, Italienische Reise III, Dezember 1787 - Bericht

Dass das Kalb ein Bulle geworden ist, weiß man in der Koppel.
Äthiopien

Dass das Leben des Menschen nur ein Traum sei, ist manchem schon so vorgekommen.
Goethe, Werther 1. Buch, 22. Mai

Dass das Lesen eine Kunst ist, dazu muss man nicht nur die Leser, sondern auch die Schriftsteller, auch sich selber erziehen.
Becher, Das poetische Prinzip

Dass das Natürliche und Einfache immer seine Freunde findet, auch wenn der allgemeine Geschmack gänzlich verdorben ist.
Goethe, Soret, 27.2.1832

Dass das Sterben kost't kein Geld, ist das Best' in dieser Welt, sonst müsste mancher arme Gesell für einen Reichen in die Höll'.

Dass das unschätzbare Glück der Freiheit nicht darin besteht, dass man alles tut, was man tun mag, und wozu uns die Umstände einladen, sondern dass man das ohne Hindernis und Rückhalt, auf dem geraden Wege tun kann, was man für recht und schicklich hält...
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Dass das Urteil der Menge, welches immer einer hohen reinen Leitung bedarf...
Goethe, Rameaus Neffe, Nachträgliches

Dass das Weib das Gebärende in der Natur ist, zeigt die höhere Stufe, auf der es steht. Das Weib eigentlich ist die letzte Grenze der Erde, und der Mann steht durchaus eine Stufe niedriger.
Johann Wilhelm Ritter, Fragmente

Dass das Weib, seiner Natur nach, zum Gehorchen bestimmt sei, gibt sich daran zu erkennen, dass eine jede, welche in die ihr naturwidrige Lage gänzlicher Unabhängigkeit versetzt wird, alsbald sich irgendeinem Mann anschließt, von dem sie sich lenken und beherrschen lässt; weil sie eines Herrn bedarf. Ist sie jung, so ist es ein Liebhaber; ist sie alt, ein Beichtvater.
Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, II, 27

Dass das Zeitalter so viel über Erziehung schreibt, setzt gleich sehr ihren Verlust und das Gefühl ihrer Wichtigkeit voraus.
Jean Paul, Levana

Dass dasjenige, was einmal ins Leben berufen ist, auch ohne weitere Sorge fern so gut als nah gedeihen mag ...
Goethe, An Kronprinz Ludwig v. Bayern, 6.7.1825

Dass dein Freund gestorben ist, glaube, nicht aber, dass er reich geworden ist.
Aramäisch
i] Schlechte Nachrichten sind häufiger als gute

Dass dein Leben Gestalt, dein Gedanke Leben gewinne,
Laß die belebende Kraft stets auch die bildende sein.
Goethe, Tabulae votivae 38 - Dichtungskraft

Dass dem echten Dichter die Kenntnis der Welt angeboren sei und dass er zu ihrer Darstellung keineswegs vieler Erfahrung und einer großen Empirie bedürfe.
Goethe, Eckermann, 26.2.1824

Dass dem Menschen in seinem zerbrechlichen Kahn eben deshalb das Ruder in die Hand gegeben ist, damit er nicht der Willkür der Wellen, sondern dem Willen seiner Einsicht Folge leiste.
Goethe, Maximen und Reflexionen 477

Dass dem Menschen zur höchsten Ehre gereiche, im Unglück sich zu fassen, den Schmerz mit Gleichmut und Anstand zu ertragen, um höchlich geschätzt, verehrt und als Muster aufgestellt zu werden.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,18

Dass dem wohldenkenden Menschen nur dann etwas skandalös vorkomme, wenn er Bosheit, Übermut, Lust zu schaden, Widerwillen zu helfen bemerkt, dass er davon sein Auge wegwendet.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Dass den Willen des Sohns, den heftigen, gerne die Mutter
Allzu gelind begünstigt, und jeder Nachbar Partei nimmt,
Wenn es über den Vater nur hergeht oder den Ehmann.
Goethe, Hermann und Dorothea 5. Gesang Vs 112

Dass der Autor einen großen Reichtum von Motiven der Pastoralwelt auf eine höchst geschickte Weise zusammengefunden und besonders das Hauptmotiv der Retardation in der größten Mannigfaltigkeit zu benutzen gewußt.
Goethe, Tagebuch, 22.7.1807

Dass der Autor, wenn er einigermaßen vom Geiste begünstigt ist, seine Sachen selbst bringen und reproduzieren solle.
Goethe, An F. A. Wolf, 16.12.1807

Dass der Dichter, besonders der moderne, der lebende, Anspruch an die Neigung des Lesers, des Beurteilers machen und voraussetzen darf, dass man konstruktiv mit ihm verfahre...
Goethe, An H. K. Eichstädt, 15.9.1804

Dass der eigentliche Dichter die Herrlichkeit der Welt in sich aufzunehmen berufen ist und deshalb immer eher zu loben als zu tadeln geneigt sein wird.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Dschelat-eddin Rumi

Dass der eigentliche Trost nur von dem Leidenden, die Fassung nur von dem Beschädigten ausgehen könne.
Goethe, An Ch. G. v. Voigt, 26.7.1813

Dass der Geist des Menschen ein eignes Ganzes ausmache, das sich mit einem anderen nie vereinigen, wohl aber an mehr oder wenigem Punkten sich berühren könnte.
Goethe, Theatralische SendungII,2

Dass der gerechte Mensch wächst wie ein Palmenbaum,
Verwunder ich mich nicht: nur dass er noch find't Raum.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Dass der große Geist sich hauptsächlich vom kleinen darin unterscheidet, dass sein Werk selbständig ist, dass es ohne Rücksicht auf das, was andre getan haben, mit seiner Bestimmung von Ewigkeit her zu koexistieren scheine, da der kleine Kopf, durch übel angebrachte Nachahmung, seine Armut und seine Eingeschränktheit auf einmal manifestiert.
Goethe, An J. G. Röderer, 21.9.1771

Dass der größte Teil der Geschichte nichts weiter als ein Klatsch sei. [Bei Gelegenheit von Plutarchs Schrift: De malignitate Herodoti.)
Goethe, Riemer, zeitlich unbestimmt

Dass der Hund nicht zur Hochzeit kommt, das macht der Prügel hinter der Tür.

Dass der Kitsch oft besser gemacht ist als die Kunst, das ist keine Eigenart des Filmes. Von jeher und überall hat sich der Unwert in Szene zu setzen verstanden.
Victor, Wir wollen nicht nur Illusionen

Dass der Kopf im Raume sei, hält ihn nicht ab, einzusehn, dass der Raum doch nur im Kopfe ist.
Arthur Schopenhauer, Den Intellekt überhaupt und in jeder Beziehung betreffende Gedanken

Dass der liebenswürdigste Brief, nicht das hundertste Teil von dem Reiz der Unterredung enthält.
Goethe, An Friederike Oeser, 13.2.1769

Dass der Mensch aller geistigen Organe bedürfe, wenn er sich an das Ungeheuere wagt, gestehen wir gern. Der Philosoph, der Mathematiker, der Chemiker, der Physiker, dürfen da wohl gemeinschaftlich handeln...
Goethe, An J. S. Schweigger, 25.4.1814

Dass der Mensch das Gute, das ihm widerfährt, wie einen glücklichen Raub dahinnehmen und sich weder um rechts noch links, viel weniger um das Glück und Unglück eines Ganzen bekümmern soll.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 25.1.1787

Dass der Mensch das Ziel in seiner Jugend so nahe glaubt! Es ist die schönste aller Täuschungen, womit die Natur der Schwachheit unsers Wesens aufhilft.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Dass der Mensch den Wert einer klaren Wirklichkeit gegen ein trübes Phantom seiner düstern Einbildungskraft von sich ablehnt.
Goethe, Kampagne in Frankreich - Duisburg, November 1792

Dass der Mensch der Veränderung nicht widersteht, welche die Zeit hervorbringt.
Goethe, Wanderjahre I,12

Dass der Mensch die Kraft habe, das Gute zu wollen und zu vollbringen...
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Dass der Mensch die Rede eigentlich für die höchste Handlung hält, so wie man vieles tun darf, was man nicht sagen soll.
Goethe, Reise in die Schweiz 1797, Schaffhausen, 19.9.

Dass der Mensch eigentlich nur berufen ist, in der Gegenwart zu wirken.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Dass der Mensch in der Gegenwart, ja vielmehr noch in der Erinnerung die Außenwelt nach seinen Eigenheiten bildend modele.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1811

Dass der Mensch in seiner Jugend das Ziel so nahe glaubt! Es ist die schönste aller Täuschungen, womit die Natur der Schwachheit unseres Wesens aufhilft.
Hölderlin, Hyperion

Dass der Mensch ins Unvermeidliche sich füge, darauf dringen alle Religionen, jede sucht auf ihre Weise mit dieser Aufgabe fertig zu werden. Die christliche hilft durch Glaube, Liebe, Hoffnung gar anmutig nach, daraus entsteht denn die Geduld, ein süßes Gefühl, welch eine schätzbare Gabe das Dasein bleibe, auch wenn ihm, anstatt des gewünschten Genusses, das widerwärtigste Leiden aufgebürdet wird.
Goethe, Wanderjahre III, 11

Dass der Mensch nur in Gesellschaft Gleicher oder Ähnlicher wirken könne.
Goethe, F. Grillparzer, 2.10.1826

Dass der Mensch zuletzt Epitomator von sich selbst wird! Und dahin zu gelangen ist schon Glück genug.
Goethe, Maximen und Reflexionen 995

Dass der Mensch zum Menschen werde,
Stift er einen ew'gen Bund
Gläubig mit der frommen Erde,
Seinem mütterlichen Grund;
Ehre das Gesetz der Zeiten
Und der Monde heil'gen Gang,
Welche still gemessen schreiten
Im melodischen Gesang.
Schiller, Das Eleusische Fest

Dass der Mensch, der das Gute will, sich ebenso tätig und rührig gegen andere verhalten müsse, als der Eigennützige, der Kleine, der Böse. Einsehen lässt sich's gut, es ist aber schwer in diesem Sinne handeln.
Goethe, Italienische Reise I, 23.11.1786

Dass der Mensch, selbst ein Produkt der Evolution, nur Partikel in einem gewaltigen, nichtumkehrbaren Prozess ist, scheint als Erkenntnis so kränkend, dass man offenbar außerstande ist, das anzunehmen.
Hark Bohm

Dass der Mensch, so gern er sich auszeichnet, sich auch ebenso gern unter seinesgleichen verlieren mag.
Goethe, Entwurfeiner Farbenlehre 6.Abt.. 842

Dass der Mensch, trotz aller Dummheiten und Verwirrungen, von einer höhern Hand geleitet, doch zum glücklichen Ziele gelange.
Goethe, Eckermann, 18.1.1825

Dass der Mensch, um frei zu sein, sich selbst beherrschen müsse.
Goethe, Benvenuto Cellini, Anhang

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