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Das schönste Programm nützt uns nichts, wenn nicht der echte, lebendige Geist hineingelegt wird.
Wilhelm Liebknecht, Grundsätze des Parteiprogramms

Das schönste Schild hat oft den schlechtesten Wein.
z] Wie meint ihr, dass auch bei einem schönen aussgehenkten Schild böser Wein vorhanden sey.

Das schönste Wappen in der Welt,
Das ist der Pflug im Ackerfeld.
G. Maurer, Hausinschriften im Schweizerland

Das schönste Weib,
das schönste Haus,
das schönste Land,
sind stets in Pfaffenhand.

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. Das Erlebnis des Geheimnisvollen - wenn auch mit Furcht gemischt - hat auch die Religion gezeugt.
Albert Einstein, Mein Weltbild

Das Schornsteinloch ist sowohl ein stück des Hauses als die Stiegen.

Das schrecken des Königs ist wie das brüllen aines jungen Löwen; wer jn erzürnt, der sündiget wider sein leben.

Das Schreckliche zum Schönen, das Schöne zum Schrecklichen, beides hebt einander auf und bringt eine gleichgültige Empfindung hervor.
Goethe, Italienische Reise II, 20.3.1787

Das Schrecklichste auf Erden
Ist der Kampf mit Ungeziefer,
Dem Gestank als Waffe dient,
Das Duell mit einer Wanze.
Heine, Atta Troll

Das Schrecklichste für den Schüler ist, dass er sich am Ende doch gegen den Meister wiederherstellen muss. Je kräftiger das ist, was dieser gibt, in desto größerem Unmut, ja Verzweiflung ist der Empfangende.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1132

Das Schrecklichste ist aber, wenn der Arme mit seiner Bitte um eine Gabe an einen geizigen und schmutzigen Menschen gerät. Ja, wenn man von einem, der Ehrgefühl hat, verlangte, dass er seine Hand in den Mund einer Schlange stecken sollte, um ihr Gift daraus zu holen und es zu verschlingen, so wäre ihm das leichter und lieber, als einen Geizigen und Schmutzigen um eine Gabe zu bitten.
Bidpais, Fabeln (Kalila und Dima), Arabische Handschrift

Das Schrecklichste ist das: der Flüchtling darf
Nicht offen reden, wie er gerne möchte.
Schiller, Szenen aus den Phönizierinnen des Euripides

Das schreibe (mit schwarzer Kreide) in den Schornstein.

Das Schreiben ist eine böse körperliche Arbeit...
Storm, an Hartmuth und Laura Brinkmann, 22. 8. 1854

Das Schreiben ist kein Handwerk und keine Beschäftigung. Das Schreiben ist eine Berufung.
Paustowski, Die Inschrift auf dem Findling

Das schreibt sich her von euren Lastern und Sünden.
Schiller, Wallensteins Lager, V, 524 (Kapuziner)

Das Schreien eines Esels reicht nicht zum Himmel.
Frankreich

Das schreit (o. stinkt) zum Himmel
v] das geht auf keine Kuhhaut
en] that stinks to high heaven
fr] c'est révoltant
it] fa schifo

Das Schrot ist auf mich gemünzt.
la] Hanc fabam, ut dici solet in proverbio, video in me cudi.

Das schüchternste Mädchen hat den Mut zum Verleumden.
China

Das Schulwesen gleicht einem Wagen, der auf vier Rädern rollt. Sie heißen: Bildung, Besoldung, Aufsicht, Freiheit. Zertrümmert eins dieser Räder, so geht der Wagen nicht von der Stelle.
Christ. Friedrich Dinter, Ausgewählte Schriften

Das Schüreisen lacht so lange über das Feuer, bis es selbst gänzlich verbrannt ist.

Das schwäbische Röhrle.
i] Korporal Röhrle ist der schwäbische Münchhausen.
z] Röhrle diente als Korporal im Heere Napoleon's I. Einmal hielt dieser bei Boulogne eine Heerschau ab. Das Heer stand in einer sechs Stunden langen Linie, an einem Flügel war Röhrle Flügelmann; am entgegengesetzten sechs Stunden entfernten Flügel sah er zwei leuchtende Punkte. Es waren die Augen des Kaisers, der sie auf Röhrle gerichtet hatte. So flog, nach Röhrle's Münchhausiade, Napoleon dahin; er beachtete nicht, wie die Truppen Gewehr präsentirten, die Offiziere salutirten, die Fahnen grüßten, er sah mit den leuchtenden Augen nur auf einen einzigen Mann, auf den letzten Flügelmann, den Korporal Röhrle. Und als er bei diesem angekommen war, parirte er den Schimmel, der plötzlich stand wie eine Mauer und rief mit Donnerstimme, dass die ganze Armee es hörte: ?Röhrle vor!? Röhrle trat vor und präsentirte. ?Hat sich wieder einmal ausgezeichnet?, sagte der Kaiser. ?Bitte er sich eine Gnade aus!? ?Brauche keine Gnade, Majestät.? ? ?Röhrle, Röhrle?, winkte der Kaiser mit dem Zeigefinger, ?Er ist ein Tausendsakermenter?, und sprengte wieder an der Front zurück.

Das schwach ist auch beisamen stark.

Das Schwache (d. i. das Waisenkind) hat kein Obdach, das Hilflose keine Hilfe.
Estland

Das Schwache ist ein Charakterzug unseres Jahrhunderts. Ich habe die Hypothese, dass es in Deutschland eine Folge der Anstrengung ist, die Franzosen los zu werden. Maler, Naturforscher, Bildhauer, Musiker, Poeten, es ist, mit wenigen Ausnahmen, alles schwach, und in der Masse steht es nicht besser.
Goethe, Eckermann, 12.2.1829

Das schwächste Glied einer Kette ist ihr stärkstes. An ihm reisst die Kette.
Stanislaw Jerzy Lec

Das Schwärmen der Bienen ist für das Ohr des Imkers (Bienenwärters) ein angenehmer Lärm.

Das Schwärmen ist natürlich, das Ablegen unnatürlich.
z] So müsste man einen wilden Obstbaum ewig lassen Holzäpfel tragen, weil's ihm natürlich ist. Die Natur zu zwingen, ist aber nicht unrecht, wenn es Nutzen bringt.

Das schwarze Band tragen.
i] Gehängt werden. Ein solches wurde dem armen Sünder um die Augen gebunden.

Das schwarze Hündlein beißet sein Lebtag.
i] Die Vorwürfe des bösen Gewissens sind durch nichts zu beseitigen,
z] Da kommt darnach darauss das Krauen im Nacken, das schwarze böse Hündlein, der Reuling das beißet dein Lebtag höret nicht auf. Luther

Das schwarze Hündlein bleibt nicht aus.
i] Womit Luther wiederholentlich die Regungen, Vorwürfe u.s.w. des Gewissens bezeichnet.
z] Facimus quod possumus; es bleibet doch das schwartze Hündlein nicht aus. Luther

Das schwarze Jahr hat fünfzehn Monate.
Arabien

Das Schwarze macht eher hässlich als das Weiße schön.

Das schwarze Männchen in Homburg.
i] Über dem mit eisernen Staketen verwahrten Portaleingange zu dem ehemaligen landgräflichen Archiv im westlichen Flügel des Schloßes zu Homburg steht in einer Nische die kolossale Bronzebüste einer fürstlichen Person. Wegen seiner tief dunkelgrünen Färbung hat der Volksmund dem Denkmal den Namen des 'schwarzen Männchens' beigelegt. Seit Menschengedenken hat sich die Vorstellung gebildet, dass in dem Gebilde niemand anders als der Erbauer des Schlosses, Landgraf Friedrich mit dem silbernen Bein, dargestellt sei, der zu der Burg 1680 den Grund gelegt und in der Schlacht bei Fehrbellin (1675) seinen Namen so ruhmreich in die preussische Geschichte eingeschrieben hat. Der Archivrat Dr. Rossel hat nachgewiesen, dass der dargestellte Fürst nicht der Landgraf, sondern dessen Kriegsherr, der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm ist. Das 'schwarze Männchen' ist das eherne Bild des größten Fürsten seiner Zeit.

Das schwarze Nass (Tinte) auf dem trockenen Blass versteht keinen Spaß.

Das schwarze Pfännlein schilt die Asche ob ihrer grauen Farbe.
Russland

Das schwarze Register, darin wir mit einem langen Item stehen.
i] Es ist das Sündenregister gemeint.

Das schwarze Schaf (der Familie)
en] the black sheep
fr] la bête noire
it] la pecora nera

Das Schwarze treffen in der Scheibe, das
Kann auch ein andrer. Der ist mir der Meister,
Der seiner Kunst gewiss ist überall,
Dem's Herz nicht in die Hand tritt noch ins Auge.
Schiller, Wilhelm Tell, III, 3 (Geßler)

Das schwarze Tuch wird dadurch nicht teurer werden.
Oberlausitz
i] Man wird deshalb keine Trauer anlegen.

Das Schweigen (des Angeklagten) macht den Richter machtlos.
Jemen

Das Schweigen der Völker ist die Lehre der Könige.
z] Das dumpfe Stillschweigen des Volks ist eine stille, aber schauerliche Sprache für den Tyrannen.
i] Als unter Ludwig XV. der achtzigjährige Bischof Soanen seiner Würde beraubt und verwiesen wurde, rief er die Worte aus: 'Le silence de peuple est la leçon des rois'.
z] Das Schweigen ist der Gott der Glücklichen. (Elisabeth in Schillers Maria Stuart, Akt 2, Szene 5.
fr] Le silence du peuple est la leçon des rois.

Das Schweigen der Völker sollte den Königen eine Lehre sein.
Honoré Gabriel du Riqueti Mirabeau, Reden (1789)

Das Schweigen des Volkes ist eine Lehre für die Könige.
Nach de Beauvais, Leichenrede für Ludwig XV., 27. 7. 1774

Das Schweigen hat einen Engel zum Vormund.

Das Schweigen ist dein größtes Lob.
Psalm 54, 2
en] Silence and circumspection will interfere with no one's action.
fr] Le silence vaut une réponse.
fr] Pense ce que tu veux; dis ce que tu dois. (Denke, was du willst; sprich, was du musst)
fr] Qui de tout se tait, de tout a paix.
fr] Ta chemise ne sache ta guise.
ho] Zwijgen en denken maakt genne onrust.
it] Chi ode, vede e tace, quegli vuol vivere in pace.
la] Occultae musices nullus respectus.
la] Silendo nemo peccat.
la] Silentii praemium periculo vacat.
la] Silentii tuta praemia.
la] Silentium est bene loquendi principium.
sd] Tijga och tänkja kan ingen kränkja. ? Tijga stämmer ingen för ting.

Das Schweigen ist der Gott
Der Glücklichen - die engsten Bande sind's,
Die zärtesten, die das Geheimnis stiftet.
Schiller, Maria Stuart, II, 5 (Königin Elisabeth)

Das Schweigen ist der Liebe keusche Blüte.
Heine, Für die Mouche

Das Schweigen ist des Narren Decke.

Das Schweigen ist die beste Antwort für Narren.
Arabien
bm] Blázna mlčením nejlépe odbude?.
ho] Antwoord den zot niet naar zijne dwaasheid.

Das Schweigen ist eine große Sache.
la] Res est magna tacere.

Das Schweigen ist so schön, dass ich wünschte, es Jahre lang halten zu dürfen.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 9.1.1779

Das Schweigen macht den Richter machtlos.

Das Schwein bei der Eiche erwarten.
i] Am rechten Platze.
it] Aspettar il porco alla quercia.

Das Schwein büßt, was der Hund ausgefressen hat.
la] Canis peccatum sus dependit.

Das Schwein draußen zwängt sich durch den Zaun, das eingezäunte Schwein drängt sich hinaus.
Estland

Das Schwein dreht die Nase immer dorthin, von wo es Gestank spürt.
Estland

Das Schwein durch einen Rosengarten führen.
i] Wenn dem Rohen und Ungeschliffenen eine feine, daher unangemessene Behandlung zuteil wird.
en] The hogs to the honey-pots.

Das Schwein erkennt das Gute nicht, des Hundes Pfote Weiches (nicht).
Estland

Das Schwein frisst des Geizigen Vermögen.
Estland

Das Schwein frisst des Montags Arbeit auf.

Das Schwein frisst dort, wo der Trog vorn ist.
Estland

Das Schwein frisst mit dem Herrn an einem Tisch.
Estland

Das Schwein frisst während der Mistkäferkühle (d. i. Abendkühle).
Estland

Das Schwein fühlt sich im Dreck am wohlsten.

Das Schwein gab sich mit dem Fressen von Waldfrüchten ab und verlor seine Hörner.
i] Es hat sich mit Kleinigkeiten verzettelt
Duala (Bantu)

Das Schwein geht (d.i. kriecht) so lange durch den Zaun, bis es im Zaun steckenbleibt.
Estland

Das Schwein geht, der Trog bleibt immer.
Estland

Das Schwein glaubt nie einem schmutzigen Eimer.
Estland

Das Schwein hält auch den Himmel für eine Müllgrube.

Das Schwein hat (nur) wenig Glück, auch dieses ist mit Erde beschmutzt.
Estland

Das Schwein hat die Ehre des Säufers und der Hure gefressen, der Wolf Das Schwein gefressen.

Das Schwein hat ein weiches Herz, es schreit, aber das Schaf hat ein hartes Herz, es sagt nichts.
Estland

Das Schwein ist das Nonplusultra von Glück, es befindet sich wohl im Kot.
Hebbel, Tagebücher, 16. 2. 1838

Das Schwein ist dem Aussehen nach wohl dumm, aber sein Fleisch ist doch süß.
Estland

Das Schwein ist des Brotes Vogel.
Estland

Das Schwein ist des ehrlichen Mannes Brotbelag.
Estland

Das Schwein ist gar grau, und grau sind auch die Ferkel.
Litauen

Das Schwein ist kein Säufer, aber der Säufer ist ein Schwein.

Das Schwein ist wie der Herr.
Estland
i] Am Abend lange auf, am Morgen schläft es lange

Das Schwein ist wie Dreck zu vermehren (d.i. vermehrt sich schlecht), das Schaf ist wie Kot zu erzeugen (d. i. wird mit Mühe erzeugt).
Estland

Das Schwein ist wohl dumm, aber Schweinefleisch ist gut zu essen.
Estland

Das Schwein kriecht so lange durch den Zaun, bis es im Zaun steckenbleibt.

Das Schwein liebt immer einen schmutzigen Eimer.
Estland

Das Schwein liebt Kot, der Säufer liebt Schnaps.
Estland

Das Schwein lobt Dreck, das Schaf warmes Wasser.
Estland

Das Schwein mit Sägsel mästen wollen.
i] Das Wort Sägsel für Sägespäne
ho] Het is zoo droog als zaagsel.

Das Schwein mit vier Füßen kommt nicht auf die Stange und (d. i. aber) das Huhn mit zwei Füßen (kommt) wohl.
Estland

Das Schwein muss Borsten lassen.
i] Es könnte sich glücklich schätzen, wenn es bei den Borsten bliebe.

Das Schwein pflügt des Jägers Feld.
Estland

Das Schwein reisst den Kopf ab, (auch) Könige können ihn nicht mehr aufsetzen.
Estland

Das Schwein rennt um sein Leben, der Hund, weil es seinem Charakter entspricht.
Kreolisch

Das Schwein schätzt man nach seiner Schwer', den Menschen nach seiner Ehr'.
mhd] Bei der swâr verkaaft man swein, den menschen nâch dem wizzen sein.

Das Schwein setzt Speck für andere an.

Das Schwein sieht einmal im Jahr den Mond am Himmel.
Estland

Das Schwein stehlen und die Borsten um Gottes willen verschenken.

Das Schwein stehlen und die Füße als Almosen geben.
sp] Hartar el puerco, y dar los piés por Dios.

Das Schwein stehlen und die Füße um Gottes willen geben.
Spanien

Das Schwein stiehlt, was es sieht.

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