<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Dem Reichen gibt man hinzu, dem Armen nimmt man weg.
Estland

Dem Reichen glauben alle, dem Armen glaubt niemand.
Estland

Dem Reichen hängt der Geldbeutel am Arsch, deshalb kommt er nicht in den Himmel.

Dem Reichen ist alles verwandt.

Dem Reichen ist sein Wohlstand teuer, dem Armen sein Gewissen.
Kirgisien

Dem Reichen kalbet bisweilen ein Ochs, da doch dem Armen keine Kuh kalbet.
i] Dem Glücklichen gelingt alles.
jüdisch-deutsch] Der Ojscher (Glückliche) hot die Maarusche (glücklicher Zufall). Warschau

Dem Reichen kalbt die Kuh oft, und dem Armen führt der Wolf das Kalb weg (o. dem Armen frisst der Wolf das einzige Schaf).

Dem Reichen kriecht das Glück in die Rocktasche.
Russland

Dem Reichen legen selbst die Teufel Eier.

Dem Reichen legt man alle Dinge wohl aus.

Dem reichen Manne kalbt der Ochs, dem armen nicht die Kuh.
fr] Au riche homme, souvent sa vache vêle et du pauvre le loup veau emmène.

Dem reichen Menschen reisst das Hemd auf der Brust, dem Sklaven (d. i. Untergebenen) auf der Schulter.
Estland

Dem Reichen nichts schulden, dem Armen nichts versprechen.
es] Ni a rico debas, ni a pobre prometas.

Dem Reichen prägen die Teufel das Geld.
Russland

Dem Reichen regnet's Gulden, dem Armen keine Pfennige für seine Schulden.
bm] Gros bohatému a dítĕ chudemu.

Dem Reichen sind Ehre und Habe teuer, dem Armen sind Essen und Schlaf süß.
Estland

Dem Reichen tut sich jedes Tor auf.

Dem reichen Walde wenig schadet, wenn sich ein Mann mit Holz beladet.
[RSpW]
i] Man unterschied in der deutschen Gemeinde früher einen vollwerigen und halbwerigen von einem unwerigen (unbehoften) Manne. Wer an dem Gemeingut der Mark theilhaben wollte, musste im Gau 'eigen Feuer und Bauch' haben, d.h. in der Gemeinde angesessen sein, ein Privatbesitztum haben, dann war er werig; der unwerige Mann, der kein Haus und Hof hatte, sollte keinen Teil haben an den Nutzungen der Almende oder des Gemeindeguts. So wenig indess der Märker in dem Gemeingut nach Belieben schalten konnte, so wenig sollte der Ausmärker oder Unwerige aus Billigkeitsrücksichten von der Nutzung des Almendeguts völlig ausgeschlossen sein. Man gestattete ihm, im obigen Sprichwort der 'arme Mann' genannt, sich Holz tragweise zu holen.
mhd] Dem richen walt lutzel schadet ob sich eyn man mit holze ladet.

Dem Reichen wiegt der Teufel die Kinder.
i] Sie geraten selten.

Dem Reichen will jederman verwandt seyn.

Dem Reichen wird gegeben, der Arme muss in Sorge (Elend) leben.
z] Den reichen gibt man gern viel gaben und lest die armen mangel haben.
la] Cui sunt multa bona, huic dantur plurima dona.

Dem Reichtum ist alles verwandt.

Dem Reichtum, der gerafft wurde, folgt oft der Geiz als Strafe.

Dem Reichtum, der zusammengerafft wurde, folgt oft der Geiz als Strafe.
China

Dem reifen Mädchen fehlt es nicht an Glück.
Italien

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Bauer, als er betrunken im Drecke lag.

Dem Reinen ist alles rein, sagte der Pfaff, und nahm einen Judengulden als Peterspfennig an.

Dem Reinen ist alles rein, sagte die Frau, da griff sie mit gewaschenen Händen in den Dreck.

Dem Reinen ist alles rein, sagte die Magd, als sie aus dem Bade kam und in Kot griff.

Dem Reinen predigen alle Kreaturen.

Dem Rentier Pflege und Zuwendung - Futter und Wasser findet es selbst.
Russland

Dem Rheine nach, nach Beringen gehen.
Schweiz
i] Eine unrechte Straße gehen, auf der man das Ziel nicht erreichen kann.

Dem Richter allein steht nicht alles zu glauben.
i] Zu einem vollständig besetzten Gericht gehört auch ein Gerichtsschreiber.
ndt] Dem Richter nicht alle steyt tho louende. Hamburg

Dem Richter die Hände schmieren, heißt das Recht begraben.
i] Das ist deutsche Ansicht in Betreff der Unbestechlichkeit der Richter.

Dem Richter ist keine Miete gesetzt, weder um Recht noch um Unrecht.
[RSpW]
i] Die alten Deutschen meinten, Gut dafür zu nehmen, dass man seiner Pflicht genüge, sei wider Amt und Würde; ein Richter, der nach dem Stück gelohnt werde, gleiche dem Nachrichter.
z] Chain Richter ist Chain miet gesetzt weder um Recht noch um Unrecht.

Dem Richter träumt von dem Recht und von dem Pflug der Ackerknecht.
la] Judicibus lites, aurigae somnia currus.

Dem Rind, das da pflügt, sieh nicht ins Gesicht!
es] Al buey que ara ¡no le mires en la cara!

Dem rindert (o. kälbert) der Holzbock auf der Bühne.
Rottenburg
i] Von dem, der außerordentliches Glück hat, dem selbst der Holzbock Junge bringt

Dem Romantiker läuft die Wirklichkeit nach, dem Realisten läuft sie davon.
Fliegende Blätter

Dem Ronsard eine Ohrfeige geben.
z] Wenn einer nicht gut schreibt oder zierliche Verse macht, so sprechen wir! Er gibt dem Ronsard, einen von unsern ältesten und berühmtesten Poeten, eine Ohrfeige.
i] Der hier erwähnte Dichter, eigentlich Pierre de Roussard, geboren 1525, gestorben 1585, ist im Bewusstsein der Jetztzeit sehr in den Hintergrund getreten.
fr] Dormer un soufflet à Ronsard.

Dem Roraffen an den Bart greifen.

Dem Ross ein Zaum, dem Esel ein Prügel, dem Narren ein Rute.

Dem Ross eine Geißel, dem Esel einen Zaum, dem Narren eine Rute auf den Rücken.

Dem ruhenden Fuß begegnet nichts.
Irland

Dem Ruhigen schlägt man den Kopf nicht ein.
Litauen

Dem runden Wurm im Schlamme gleicht der Mensch, der warm gekleidet und reichlich gespeist nicht lernt, für den Staat zu kämpfen.

Dem Russischen Bären die Tatzen lecken.
i] Der russischen Politik dienen, schmeicheln

Dem Sack ist der Boden aus.

Dem Sammelnden bleiben die Schalen.
Estland

Dem Sammler ist der Verschwender auf den Fersen.
Estland

Dem Sänger protzt der Bauch, so man ihn zu singen bittet.

Dem Sänger zuhören, verbrennt das Essen.
Afghanistan

Dem Sankt Niklas fasten.
i] In der Fabel gibt das Wiesel dem vollgefressenen Fuchse, der nicht wieder zum Loche herauskann, den Rat, ein Tager vier Sankt-Niklas zu fasten. Es ist hier nicht unser bekannter einbescherender Niklas, dem zu Ehren nicht gefastet, sondern Wurst gegessen wird, sondern Bruder Nikolaus von der Flühe gemeint, über den man sagt: 'Bruder Niclas in Schweitz genannt, ein man wunderparlichs abbruchs' (außerordentlicher Enthaltsamkeit von der gewöhnlichen Speise, oder von jedem weltlichen Genusse).

Dem Satten schmeckt das Beste nicht.

Dem Satten schmeckt selbst der Fettschwanz nicht.
Russland

Dem Sauerkraute bleib' ich treu, sagte Michel.

Dem Säufer gibt Gott.

Dem Säufer gibt man mit dem Schöpflöffel.

Dem Säufer hat Gott den Sackboden anvertraut.

Dem Säufer ist auch ein Tropfen teuer.
Litauen

Dem Säufer ist Branntewein besser als Brot.

Dem Schaden braucht man ja nicht das Kummet um den Hals zu legen.

Dem Schaden kann man ja nicht den Hals brechen.

Dem schadet das Studieren so wenig als dem Salamander das Feuer.

Dem schadet kein Rauch mehr, der im Feuer umgekommen ist.

Dem Schaf geht es ums Leben, dem Metzger ums Fleisch.
tü] Koyun can derdinde, kasap et derdinde.

Dem Schaf wächst die Wolle im Schlaf.
bm] Ovce vlnu rostí a skrblík se postí - pro jiného.

Dem Schaf, das dulden kann, steht keine Wolfsklaue an.

Dem Schafe ist sein Fell so viel wert als dem Hermelin sein Balg.

Dem Schäfer die Keule abkaufen.
i] Etwas da kaufen, wo es am teuersten ist, obgleich der Schäfer wohl wohlfeiler sollte verkaufen können als der Fleischer.
bm] Chtíti na kočce kosmatice, a na psu mečhury.
bm] Kupovati od dĕvčat hedbávi.

Dem Schaffenden geschieht (so) manches, dem Schlafenden nichts.
Estland

Dem Schalk zündet man zwei Lichter an, dem Frommen kaum eines.

Dem Schamhaften geht es schlecht, und dem Schamlosen ist wohl.
Jemen

Dem Scharlatan in jeder Form, der durch seine prunkende Macht, seinen Zynismus, seine Eitelkeit zu verblüffen sucht, ihm muss der Boden weggezogen, der Schall vom Munde weggerissen werden.
Holitscher, Es ist leider wieder Herbst

Dem Scharrhans auf dem Lande folgt Junker Filz im Sande.

Dem Schatten gleichen an der Wand.
z] Dem schatten gleich ich an der wand.

Dem Schatten kann weder Feuer noch Wasser etwas anhaben.
Russland

Dem Schatze von St. Marcke (Venedig) kann es so wenig an Geld mangeln, als Frankreich an Soldaten.
i] Von dem großen Reichtume Venedigs in seiner Blüte.

Dem scheider wirdt gemeiniglich das beste teil.

Dem scheisshauss opffern.
la] Sacrificare lari.

Dem scheißt der Hund öfter in die Grütze und die andern müssen ungemächselt davon essen.
Niederlausitz
i] ungemächselt = ohne dass sie mit Fett (Butter u.s.w.) angemacht ist.

Dem Schelm des Schelmes Lohn.
Estland

Dem Schelm gehört kein Helm.

Dem Schelm ist's alleweil zu licht auf der Welt.

Dem Schelm will kein Baum gefallen, denn er kann gehängt werden an allen.

Dem Schenkenden sind die Schenkel (= die Hosen) zerrissen.
Estland

Dem Schenkenden wird das Bein gebrochen.
Estland

Dem Schiffer kann nichts widerstehen, das beste Schiff muss untergehen.
nl] Zulk een' schipper moet gij kiezen, wilt gij schip en goed verliezen.

Dem Schiffer traumbt von Wasser und Wind, dem Baurn von seinen Ochsen und Rind.
la] Navita de ventis, de bobus narrat arator.

Dem Schifflein, welches unterzugehen droht, zeigt Gott den Hafen.
fr] À barque désespérée Dieu fait trouver le port.

Dem Schiffsmann hilft Gott, aber rudern muss er selber.
Tschechien

Dem Schimpfenden bleiben Worte und dem Friedensstörer ein friedloses Herz.
Estland

Dem schlafenden Fischer hüpfen die Fische ins Garn.

Dem schlafenden Fuchs fällt nichts ins Maul.
fr] À renard endormi rien ne lui tombe en la gueule.

Dem schlafenden Fuchs läuft keine weise Maus in den Mund.

Dem schlafenden Wolfe läuft kein Schaf ins Maul.

Dem Schläfer kommt ja kein Brotlaib zum Kopfende.
Estland

Dem Schläfrigen eine Bank, dem Durstigen Wasser, dem Hungrigen Brot, so ist beseitigt alle Not.
it] A sonno panca, a fame pane, a sete acqua.

dem schlägt man keinen neuen Kram auf.

Dem Schlauen der Knust, dem Narren das Gelächter (o. der Spott).

Dem schlechtesten Arbeiter gibt man das beste Beil.

Dem schlechtesten Werkmann gibt man das beste Beil.
i] Damit er nicht gar zu viel Späne machen soll.

Dem schmeckt es wohl, der Hunger bringt zum Kohl.
nl] Hed is al goed voedsel, als men niet te lekker will zijn.

Dem Schmeichler und dem Wolfe ist nicht zu trauen.
i] Denn beide sind listige, gefährliche Betrüger.
la] Omnia blanda cave, latet hoc sub melle venenum.

Dem Schmied erzählt man nicht dasselbe wie seiner Frau.
Ruanda

Dem Schmied, der fleißig den Hammer schwingt, fehlt es nicht an Brot.
es] Sopla, herrero, ganarás dinero.

Dem Schneider gehets, wie dem, der mitten im Haus wohnet, den plagen die untern mit Rauch, die obern begießen ihn mit Unflat.

Dem Schneider hat man's aus Versehen geschenkt; man hat den Zimmermann statt seiner gehenkt.

Dem Schneider ist viel unter den Tisch gefallen.
Niederösterreich
i] Um zu sagen, er habe von dem Stoffe, den man ihm zur Verarbeitung übergeben, viel für sich behalten.
fr] Ce tailleur fait volontiers la boutée.

Dem Schneider wird das Leider.

Dem Schneider wird gemeiniglich das beste Teil.

Dem Schuldigen dottert.

Dem Schuldigen klopft das Herz.

Dem schuldigen läuft die Katz bald den rücken hinauf, klopft das Herz.
fr] Coupable craint de comparaître.

Dem Schuldigen läuft die Katze bald über den Rücken.

Dem Schuldigen man gern verzeiht, wenn seine Tat ihn reut.
bm] Vinnému bůh odpoustí, a car spravedlivému milost dává.

Dem schuldigen schaudert.
it] Chi è in difetto è in sospetto.
it] Chi ha coda di paglia, ha sempre paura che gli pigli fuoco.
la] Non quiescit animus male conscius.
sd] Skyldig är alltid rädd.

Dem schuldigen schockt (wackelt) das mantelin.
i] Schocken = zittern, Angst haben.
mhd] De schuldige de schocket.
la] Conscius ipse sibi timet et discedere poscit.
la] Proprium est nocentium trepidare. Seneca

Dem Schuldigen schüttert stets die Haut.
la] Legem nocens veretur, fortunam innocens.

Dem Schuldigen träumt bald vom Teufel.
i] Seinem Gewissen kann niemand entgehen.
fr] Qui est coulpable d'aucun mesfaict toujours pense qu'on parle de son faict.

Dem Schuldigen wackelt das Mäntlein.

Dem Schuldner einen Geier, dem Gläubiger einen Raben.

Dem Schuster ist der Schuh wichtiger als der Fuß.

Dem Schwachen - die Schwarten.
Russland

Dem schwätzer geht die Zunge vors maul.
sd] Sqvaller-sugga will all tugga.

Dem Schwätzer und dem Frosche wackelt gern die Gosche.
en] Gossips and frogs drink and talk.

Dem Schwein ist Dreck teuer, dem Habgierigen das Geld teuer.
Estland

Dem Schwein keine Kirschen, dem Dummen keinen Rat.
tü] Domuza kiraz, abdala öğüt verme.

Dem Schwein muss man kein Pelz anhängen und mit Perlen schmucken.

Dem Schwein und dem Schwiegersohn braucht man das Haus nur einmal zu zeigen.
i] Sie finden nachher den Weg von allein

Dem Schwiegersohn und dem Schwein zeigt man einmal das Haus, und sie finden den Weg schon allein.
i] Man braucht diejenigen nicht erst einzuladen, die sowieso von unseren Wohltaten leben

Dem Schwur eines Spielers und eines Verliebten ist nicht zu trauen.
fr] Serment de joueur, serment d'amant, autant en emporte le vent.

Dem sê öck nich emôl möt em Arsch an.
Königsberg
i] Als Ausdruck tiefster Verachtung

Dem Seehund braucht man das Bellen nicht zu lehren.
Finnland
it] Chi di gallina nasce, convien che razz:oli.

Dem Seehunde schadet's nichts, wenn er eine Möve zur Feindin hat.

Dem sei Leid, der's übel deut't.
i] Der Gedanke, welcher durch das französische Motto des englischen Hosenbandordens ausgedrückt wird.
en] Evil be to him tat evil thinks.
fr] Honni soit qui mal y pense.
it] Chi l' ha per mal si scinga.

Dem Seiler gerät's am besten, wenn's (brav) hinter sich geht.

Dem sein Asseskat steht nit mehr uf.
i] Jüdisch-deutsch
i] Solche Frechheit kommt nicht wieder. Von dem hebräischen assuth = frech, mit der deutschen Endung 'keit'.

Dem seine Krabbe send au no kane Distelfinken.
i] In Schwaben, um zu sagen, dass die Kinder jemandes nichts Besonderes sind.

Dem seine Speise stürzt, kann sie nicht alle aufraffen.

Dem Seinen gibt es der Herr im Schlafe.

Dem Siege folgt Freude.
Hawaii

Dem Sieger gehört die Beute (o. Welt).
i] Der Tüchtige hat den Erfolg

Dem Silber und Gold ist jeder hold.
sd] Silfver och guld är hwar man huld.

Dem Silber, Gut und Geld ist alles untertan in der Welt.

Dem sind de Haare geschnigge wurden ohne Schier.

Dem sind die Hahnen übel bekommen.
i] Von dem Heruler König Hanivicus

Dem sind die Hörner nach innen gewachsen.
Nassau

Dem sind keine Grenzen gesetzt , der sie nicht hinnimmt .
China

Dem sind tausend Lügen nicht an den Fuß gebunden.
Köthen

Dem sind viel Reden befohlen.
Oberösterreich
i] Er redet mehr als notwendig ist.

Dem sind wie dem Fuchs die Trauben zu sauer.
Nach Äsop,

Dem Sittich wird oft ein güldens Gebäuerlein gebauet.

Dem sittigen Weib brich ein Bein und sperr sie ein!
es] ¡La mujer honrada la pierna quebrada y en casa!

Dem Sitzenden kommt der Schlaf.

Dem Sklaven wird der Zucker zu Essig.
i] Die leichteste Arbeit wird schwierig, sobald man dazu gezwungen wird

Dem Sohn einen Rat geben heißt in den Wind säen.
it] Consigliare il figlio, seminare al vento.

Dem Sohn einer Witwe fehlt es an Erziehung.
Arabien

Dem Sohn gib ein Weib, wenn du willst, der Tochter einen Mann, wenn du kannst.
es] Al hijo cásale cuando quieres, a la hija cuando puedes.

Dem soll es früh genug Abend werden.

Dem soll vom Teufel träumen.
nl] Hij zal van den duivel droomen.

Dem sollt mer zuhalte!
i] Nämlich den Mund, wenn der Gesang oder die Rede schlecht ist. Der Witz liegt darin, dass 'Zuhalten' im Jüdisch-Deutschen die Begleitung des Vorbeters in der Synagoge durch eine andere Stimme bezeichnet. Wenn der Vorbeter schlecht, oder ohne Begleitung sang, so ward das obige Wort, aber dann auch auf andere Verhältnisse angewandt, gebraucht.

Dem sollte man die Zunge schaben.
Rottenburg
i] Er ist sehr wählerisch.

Dem sollte man die Zunge zum Arsche hinausziehen.
Nürtingen
i] Dem Zotenredner.

Dem Sommer sind Donnerwetter nicht Schande, sie nützen der Luft und auch dem Lande.

Dem Sorglosen gehts um den Finger und nicht drein, ums Wams, nicht ins Herz.

Dem Sorgsamen bezahlt man den Preis, das Luder wird verprügelt.

Dem Sparer gehört ein Zehrer.

Dem Sparsamen fällt es leichter, sich ans Verschwenden zu gewöhnen, als dem Verschwender, sich zum Sparen aufzuraffen.
China

Dem Speisehaus-Besitzer ist es gleichgültig, wie groß dein Appetit ist.
China

Dem Sperber die Tauben zu hüten geben.

Dem Spitzbuben brennt der Hut.
Schlesien
i] Er hat Eile bei seinem Geschäft und verrät sich dadurch leicht, indem er die erforderliche Vorsicht versäumt.

Dem Spitzbuben scheint es, als sei jedermann sein Gefährte.
fr] Il semble à un larron que chacun lui est compagnon.

Dem Sporn folgt das Pferd, auf den Pfiff die Hunde hören; den Bauern aber kann nur der Stock belehren.
it] Allo sprone i cavalli, al fischio i cani, e al bastone intendono i villani.

Dem Spottenden Späne, dem Lachenden Fransen.
Estland

Dem Spötter regnet's auch zuweilen in die Blumen.

Dem spötter rinnet der spott in seinen eignen Busen.
fr] Les moqueurs sont souvent moqués.
fr] Souvent les railleurs sont raillés.
un] Az ollyan, a' ki mást ki nevet, konnyen ki nevettetik.

Dem spukt's in der Fechtschul'.
Ulm

Dem Stachelschwein macht das spitze Gras nichts aus.
Afrika

Dem Stadtbuch steht zu glauben, wie den Stadtbriefen.
z] Die ältesten Urkunden haben ihre Beweiskraft davon, dass sie vor offenem Gericht und vor versammelter Gemeinde entstanden und meist die Briefform enthielten. Getreuer Leute Brief und Siegel beweisen wenig vor dem Reiche. Noch heute machen die Urkunden einer vom Staate als öffentliche Behörde gesetzten oder anerkannten Person oder Gemeinheit, die sogenannten gesiegelten Briefe volle Gewissheit, sogar mit Ausschluss des Gegenbeweises. '
mhd] Wan dem statpuech zu glauben ist als den statbriefen.

Dem Stammelnden ist nicht zu trauen.

Dem Stammelnden ist schwer zu trauen.
la] Balbanon credit.
la] Balbus balbum rectius intelligit.

Dem Starken kann man tüchtige Arbeit zumuten.

Dem Starken nützt die Kraft, dem Schwachen hilft die List und Tapferkeit.
Vietnam

Dem Stärkeren weich', halt dich an deinesgleich'.
fr] Contre le pot de fer se prise le pot de terre.
fr] Contre un plus paissant que soi, on ne dispute pas sante perte.
fr] Le brouillard ne peut se dissiper avec un éventail.
it] Chi piscia contro il vento, si bagna i calzoni.
sd] Wijk den större.

Dem stärksten Tiere die stärkste Last.

Dem stecken Gerstengrade noch im Halse.
Oberösterreich
i] Die Gerstenähre hat Grade, Gräten. Von jemand, der vom gestrigen starken Biergenusse Katzenjammer hat.

Dem Stehenden wird's sauer, mit dem Sitzenden zu reden.

Dem stehet kein Nagel zu nahe.
z] Dem gehet alles nach seinem Sinne und Herzen.
z] Also gedenken wir, wenn wir Christo angehören, so wird's uns auch gehen nach unsers Herzen Wunsch und Beger, und kan uns kein Nagel zu nahe stehen.

Dem Stein sei es geklagt (auch: gesagt).

Dem Sterbenden ist der Ozean nur knietief.
Indien

Dem sterbenden Töpfer gelten die Töpfe nur als Scherben.

Dem Sterlet nützt es wenig, dass er auf des Kaisers Tisch kommt.

Dem Stiere, der gern stößt, wachsen kurze Hörner.

Dem stinkt der Ärmel.
Westfalen
i] Von schlechtem Ruf.

Dem Stocke muss der Hund sich fügen, dem Manne soll ein Wort genügen.
it] Il baston è per i cani, le parole per i cristiani.

Dem Stolpern folgt leicht das Fallen.

Dem Stolzen ist Frau Venus hold.
nl] Den stouten is Venus gunstig.

Dem Storch den Froschteich in Verwahrsam geben.
Russland

Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.
i] Von Eitelkeit

Dem Storche flöhen.
i] Dem Storche die Flöhe suchen. Wird in der Gegend von Bolkenhain und Landeshut in Schlesien gebraucht, um unnütze Arbeit zu bezeichnen.

Dem störrischen Esel einen groben Eseltreiber.
fr] À rude áne, rude ánier.

Dem stoßet kein saurer Wind unter die Augen.
i] Er hat gute Tage.

Dem Strauß ein Sperlingsei unterlegen.

Dem Stroh komme nicht mit Licht zu nahe.
la] Ad movere ignem stipulae, non tutum.

Dem Sultan tat der Bauch weh, da gab man dem Wesir ein Klistier.
Arabien

Dem Sumpfe klares Wasser abverlangen.
Russland

Dem Sumpfwasser ist nicht zu trauen.

Dem Tage die Augen ausbrennen.
Steiermark
i] Wenn jemand bis in den lichten Tag Kerzenlicht brennt.
ndt] Oen Tag d' Auga ausbrenna. Oberösterreich
ndt] Sticke den Dag nich an.
ndt] Wir warn êgen am Tage die Ôgen aussloichten.
z] Du undööf'lke Schlunsser (= übermäßig verschwenderische Vettel), dô de Lucht ût; sühst du nich, dat de Sünne al u äwern Tûn kickt?

Dem tapferen Herzen ist nichts unmöglich.
fr] À coeur vaillant rien d'impossible.

Dem Tapferen hilft das Glück.

Dem tapferen Manne (genügt) ein kurzer Degen.
i] Der geschickte weiß sich mit geringen Mitteln zu helfen
fr] Á vaillant homme courte épée.

Dem tapferen Menschen wird fremde Erde zur Heimat.
Portugal

Dem tapferen Soldaten wird das scharfe Schwert gegeben.
China

Dem Tapfern hilft das Glück.

Dem Tauben ein Liedlein singen (o. lehren).
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
dä] At synge to viiser for den døve.

Dem Tauben ist gut predigen.

Dem Tauben soll man nicht fluchen, noch dem Blinden einen Anstoß in den Weg legen.

Dem Tauben werden nicht zweimal die Glocken geläutet.
Estland

Dem Tauscher bleiben die Zäume.
Estland

Dem Teufel auf den Schwanz trampeln.
Luzern
i] Sich selbst überwinden.

Dem Teufel aus dem Garn gehen.
la] Qui tangat picem inquinabitur ab ea.

Dem Teufel aus den Klauen (Krallen) kommen.
la] E mediis orci faucibus evadere.

Dem Teufel begegnet ein Teufel.

Dem Teufel beichten.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).la] Apud novercam queri. Plautus

Dem Teufel braucht man keinen Schwur zu halten.
i] Da ein ehrlicher Mann gern überall sein Wort hält, so tut man wohl am besten, ihm gar nicht zu schwören.

Dem Teufel darf man nicht rufen, er kommt wohl von selbst.

Dem Teufel das Fleisch geben und Gott die Beine (Knochen) lassen.

Dem Teufel das Pferd satteln (zu Hofe reiten).

Dem Teufel den Braten wenden.
i] Von denen, die nicht aufstehen, wenn sie ausgeschlafen haben.
z] Wer nit ufstat, da er hat ausgeslafen, der wendet dem Tüfel den Braten.

Dem Teufel den Weg weisen.
i] Rückwärts gehen.

Dem Teufel die Sünde beichten.
nl] Hij gaat bij den drommel (beal) te biecht.

Dem Teufel ein Auge ausschlagen.
i] Wenn jemand, seinen Neidern zum Trotz, seinen Wohlstand steigert.
fr] Crèver un oeil au diable.

Dem Teufel ein Bein (Ohr) abschwatzen.
i] Viel unnützes Zeug reden.

Dem Teufel ein Bein abarbeiten.
z] Die Redensart wird gebraucht, wenn jemand zum Verdruss des Zuschauers eine Tätigkeit sehr lange betreibt, z.B. zu lange am Schreibtisch sitzt; man sagt dann: Schriew du dem Düwel ên Bên af.

Dem Teufel ein Bein aus dem Arsch fluchen.

Dem Teufel ein Bein awküren (awarbeien, awlaupen, awschriwen).
i] Auch kören = sprechen, schwatzen, plaudern.

Dem Teufel ein Bein und das linke Horn vom Kopfe fluchen.

Dem Teufel ein Licht anzünden.
i] In Laster geraten, also ihm dienen, daher entlehnt, dass man in der Kirche den Heiligen, denen man Ehrerbietung erweisen will, ein Licht anzündet.
nl] Den duivel eene kaars ontsteken.
nl] Hij wilf den duivel een haardje aanstoken.

Dem Teufel ein Loch ins Haar reißen.
i] Der Wiesenpater schloss seine 1741 im Druck erschienene Rosenkranzpredigt mit dem Worten: 'Vaterunser und Ave Marie, das sind die rechten Bomben, die reißen dem Teufel ein Loch ins Haar und jagen ihn mit aller Bagage der Hölle zu.'

Dem Teufel ein Ohr abgehen müssen.

Dem Teufel ein Ohr abgelogen.
Schweiz

Dem Teufel ein Ohr ablaufen.

Dem Teufel ein Ohr abschwören.
i] Seinen Eid nicht halten.
la] Jovem lapidem jurare.

Dem Teufel ein Ohr drehen.

Dem Teufel ein Ohr umdrehen (oder gar abschwören) ist kein Kunst.

Dem Teufel ein Ohr vom Kopfe fluchen.
z] Ritt stracks Pfads mit seinem Gespan wider zu seinem Herrn, flucht vnderwegen dem Teufel ein Bein aus dem Arss, und das linck Ohr vom Kopf.

Dem Teufel eine lücke verzäunen und jm wohl zehn dargegen aufbrechen.

Dem Teufel eine Nase drehen.

Dem Teufel einen Eid brechen, ist erlaubt.
Russland

Dem Teufel einen Wächter einbrocken.
z] Da seyn Gesinde nicht Butter oder Käse machen kundten (weil das Vieh behext war), streifet er seine Hosen abe und brockte dem Teufel einen Wächter in einen Asch voller Milch, und rührts um und gesegnet ihm der Mahlzeit und sagte: Nu fret Teufel.

Dem Teufel etwas in den Rachen stoßen.
Luther

Dem Teufel gib, was ihm gehört.
en] Give even the devil his due.

Dem Teufel in den Arsch.

Dem Teufel in der Höllen ein stuhl im Himmel stellen.
i] Die Gelehrten die Verkehrten.

Dem Teufel in die Hölle helfen.
nl] Den duivel in de hel helpen.

Dem Teufel in die Schüssel gucken.
i] Sich ihm ergeben.

Dem Teufel ist auch ein fetter Brocken zu gönnen, sagte der Narr, als ihn der dicke Abt fragte, ob auch ihn der Teufel fressen (holen) sollte.

Dem Teufel ist das Gebet zuwider, dem Menschen die Bitte.

Dem Teufel ist nicht zu trauen, und wenn er sich noch so fromm stellt.
dk] Ingen troe i fanden.
la] Malus ubi bonum se simulat, tunc est pessimus.

Dem Teufel kann man wohl ein Schnippchen schlagen, aber dem Tode nicht.

Dem Teufel kein Heid' und Christenmensch trau, er möcht' uns gern machen zur Eichelnsau.

Dem Teufel Kuchen geben.
Holland

Dem Teufel mangelts an Macht, nicht am Willen, Schaden zu tun.

Dem Teufel muss man allzeit zwo Kerzen aufstecken, da man Gott nur eine aufsteckt.

Dem Teufel muss man aus dem Wege gehen.

Dem Teufel muss man bisweilen auch einen Maien stecken.

Dem Teufel muss man hundert, dem Zar zehn Werst aus dem Wege gehen.
Russland

Dem Teufel muss man nicht lehren, wie man Schlangen macht.

Dem Teufel muss man zwei Kerzen (o.Lichter) anzünden, dass er uns ungeschoren lasse.
i] Empfiehlt, zuerst sich seine Feinde vom Leibe zu halten. Nachdem sich Wladislaus, später König von Polen, 1375 hatte taufen lassen, ließ er vor jedem Heiligenbilde eine Kerze anzünden. Als ihm hierauf die Geistlichen das Bild des Teufels, als des Erzfeindes der Menschen zeigten, sagte er: 'Ey steckt zwo Wachskertzen vff, auf das er kein leyde thue.'
fr] Fait bien le diable de Vauvert qui brus le tout et qui tout perd.
fr] Il faut savoir brûler (mettre) une chandelle devant le diable.
nl] Men moet den duivel een keerse ontsteken.
it] Al amico cura gli il fico, al inconico il persico.
la] Quod lucem Sathane tribuas est sepe necesse.
un] Néha az ôrdögnek is gyertyát kell nyúitani.

Dem Teufel opfert man am meisten.

Dem Teufel rufen.
fr] Se donner au diable en jurant.

Dem Teufel steckt man zwey liecht auf, unserm HErrn Gott eins.
z] Ein Bawer der zündet allemal ein messliechtlein an fürs heylig Sacrament, und gienge dann hinder den altar; da stundt der Teufel gemalet an einer taflen, dem zündet er auch ein liecht an. Der Priester hat das etwa oft gesehen, und meint, er wer nit ein guter Christ und nam ihn darumb für. Der Bauwer sagt: Ich thu's nit von vnglauben wegen, als ihr meint, lieber Herr, ich thu es aus gutter meinung; ich zünde Gott dem Herrn ein liecht auf, das er mir guts thu, und zünd dem bösen geyst eins auf, dass er mir nichts bös thu.
fr] Il faut savoir mettre une chandelle devant le diable.

Dem Teufel vom Karren gefallen sein.

Dem Teufel was unten und Gott was oben, sagte der Mönch zum Satan, als dieser ihm verbieten wollte, auf dem Abtritt das Brevier zu lesen.
i] Nach der Sage, dass der Teufel zu einem Mönch, der sein Brevier auf dem Abtritt las, gesagt: Monachus super latrinam non debet legere primam. Und dieser hierauf geantwortet habe: Purgo meum ventrem, et colo omni potentem. Tibi quae infra, deo quae supra.
en] Down, below is thy dement. Shakespeare

Dem Teufel wehrt man mit dem Kreuz, den Leuten mit Fäusten.

Dem Teufel werden mehr Feste gefeiert, als unserm Herrgott.
Russland

Dem Teufel zwei Lichter anzünden.

Dem Thalmann hat es geglückt, zwischen Jena und Kahle sammt Gaul über die Saale.

Dem Thüringer der Hering g'fällt, weil er'n für einen Schinken hält.

Dem Tiger die Gazelle in Obhut geben.
Russland
sd] Gjöra ulfen til fåraherde.
sd] Ulfen går wall med fåren.

Dem Tod auf die Hatschen treten.
Niederösterreich
i] Hausschuhe, Pantoffeln. Von jemandem, der sehr schwer krank ist.

Dem Tod entkommt, wer ihn verachtet; gerade die Ängstlichen ereilt er.
Quintus Curtius Rufus (im 1. Jh. n. Chr.)

Dem Tod gehört das Haus - er ist kein Fremder, aber an dem Tage, an dem er kommt, ist er einer.
Nigeria

Dem Tod in de Möte (ihm entgegen) wassen.
Oldenburg
i] Von Kindern, die ungewöhnlich rasch wachsen und die Besorgnis eines frühen Todes erregen.

Dem Tod in den Nacken, dem Kranken in die Zähne schlagen.
Estland

Dem Tod ist niemand zu stark.

Dem Tod kann niemand die Hand vorhalten.
Estland

Dem Tod kann niemand entlaufen (o. entrinnen).

Dem Tod wie der Sonne darf man nicht mit offenen Augen entgegensehen.
Russland

Dem Tode etwas aus dem Rachen reißen.
z] Sie würden dem Tod aus dem Rachen gerissen.

Dem Tode geht jeder aus dem Wege.
la] Omnibus ignotae mortis.

Dem Tode in die Augen sehen.
nl] Den dood onder de oogen zien.

Dem Tode ist alles gleich, der Arm wie der Reich'.
la] Mors servat legem tollit cum paupere regem.

Dem Tode ist der Knecht so lieb wie der Herr.

Dem Tode ist nicht zu trauen.

Dem Tode ist niemand zu stark (und schön, er zwingt ihn, mitzugehn).
en] Death when it comes, will had no denial.
fr] Contre la mort il n'y à chose forte.
fr] La frageur de la mort ebranle le péls fermer.

Dem Tode kann man auf keinem Gaul davonreiten.

Dem Toren ist das Liebste auf Erden, was einem nie kann werden.
la] Stulte, quid haec frustra votis puerilibus optas quae non ulla tibi fertque refertque dies. Ovid

Dem Toren muss man mit Holzschlägeln raten; süße Worte helfen nichts, und Drohen nutzet nichts.
la] Duc pope, vel longe taurum, tauras redit ipse.

Dem Toren sind die Hände zur Ernährung bestimmt.

Dem toten Esel das Futter in den Hintern.
es] Al burro muerto la cebada al rabo.

Dem toten Löwen rauft man den Bart aus.
Türkei

Dem toten Löwen reisst man die Mähne aus.

Dem toten Löwen versetzt jedermann (o. jeder Esel) einen Tritt.
en] Any mule will kick a dead lion.
fr] Quand le loup est pris, tous les chiens lui mordent les fesses.
it] Morto il leone, anche le lepri gli fanno il salto.
la] Barbam vellere mortuo leoni.
sp] Á moro muerto gran lanzada.

Dem toten Löwen wollen auch die Hasen den Bart raufen.
la] Leonem mortuum et catuli mordent.

Dem toten Mauren gib einen kräftigen Lanzenstich.
Spanien
sp] A moro muerto, gran lanzada.

Dem Toten tut kein Zahn mehr wehe.

Dem Trägen ist schlecht was zu übergeben.
mhd] Den tragen is quât to bevoelen.
la] Ipse tuos noli pigro committere nummos.

Dem Trägen tut der Stecken gut.
la] Acribus artetur ferulis (salibus) qui segnis habetur.
la] Segnis bos agoli subdatur sedulo moli.
sd] Latan skal man fast (all tid) köra.

Dem Trägen wird der kürzeste Tag zu lang.
dk] For den lade er dagen lang.

Dem traue ich nicht weiter als ich sehe.
pl] Dopóki go widzisz, tak długo mu wierz.

Dem traue ich nicht weiter, als ich mit dem polnischen Ochsen werfen kann.
en] I'll trust him no farther than I can fling him.
en] I'll trust him no farther than I can throw a mill stone.

Dem traue ich nicht wieder.
la] Siculus mare (prospectat).

Dem Trauen ist nicht zu trauen.
i] Nach einem braven Weibe sollst du jetzt um dich schauen!
z] Ach, Freund, dem Trauen ist nicht recht zu trauen.

Dem Trauernden hört keiner zu.
Bantu

Dem Traum soll man so wenig glauben wie einem Hunde.
Serbien

Dem träumt 's, 's schnei Bollen, un net g'nug.
Schwaben

Dem träumt's von der vorigen Fastnacht.
Franken
i] Von einem Zerstreuten.

Dem Trauwohl hat man den Gaul weggetrieben.
nl] Trouw reed met het paard weg.

Dem treuen Mädchen brach das Herz, nachdem sie den Treulosen geliebt. Ach, sagte sie, warum bricht es zu spät? Der Demant zerspringt schon, wenn ein treuloses Herz nur annaht, und warnt das treue.
Jean Paul, Polymeter: Die Treulosigkeit

Dem Trinker ist der Rock nicht an den Leib gepicht.

Dem trotzigen Weib lass die Leine locker.
es] A la mujer brava la soga larga.

Dem trüben Blick hilft nicht die Brille.
Slowakei

Dem Trunke ergeben sein.
fr] Être sujet à l'yvrognerie.

Dem Trunke zu viel tun.
fr] Il se fait beau garçon.

Dem Trunkenbold kommt auch der Teufel mit dem Maß entgegen.
Rumänien

Dem Trunkenen geht das nördliche Eismeer bis an den Gürtel und die Angara bis ans Knie.
Russland

Dem Trunkenen geht man aus dem Weg.

Dem Trunkenen leuchtet das Licht nicht, es blendet ihn.
bm] Opilý svicky nepostaví, ale svalí.

Dem trunkenen Manne soll ein geladener Wagen weichen.
z] Ein Weisthum bestimmt sogar: wenn ein Düngerwagen mit fünf Pferden angefahren und ihm ein Betrunkener in den Weg käme, so soll der Fuhrmann still halten, den Mann an sich vorübergehen lassen, ihm auch gute Worte auf den Weg geben und erst dann seine Straße weiter fahren, denn sonst könnte er Anlass zum Zorn geben.

Dem Trunkenen wird die Zunge schwer.

Dem Trünklein geneigt sein.

Dem trunknen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem Trunknen soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm!
Was braucht er in die Ewigkeit zu schweifen?
Was er erkennt, lässt sich ergreifen.
Goethe (1749-1832), Faust II A V, Mitternacht (Faust) Vs 11446

Dem Tunichtgut gib Geld in die Hand und in den Ehestand.
es] Al malo darle dinero y casarle.

Dem Türken bleibe nichts schuldig, am Hochzeitstag oder am Bayramfest wird er seine Schuld eintreiben.
Türkei

Dem Türken kommt der Verstand erst, wenn es zu spät ist.
i] Bei den Osmanen sind die Türken, worunter sie aber auch die halbwilden Nomadenherden türkischen Bluts in Anatolien und Mittelasien verstehen, nicht gut angeschrieben. So sagen sie von denselben warnend: Dem Türken bleibe nichts schuldig; am Hochzeitstage oder am Bairamsfeste wird er seine Schuld eintreiben.

Dem Türken scheint die Stadt ein Gefängnis.
Türkei

Dem Türken und dem kleinen Kinde versprich entweder nichts oder gib es ihm.
Herzegowina

Dem tut das Maul nicht wehe.

Dem tut der Kopf (schon lange) nicht mehr weh.
i] Er ist gestorben.
ndt] Den dêft de Kop nich mêr weh. Pommern
dä] Hans hoved vaerker ikke som det giorde.

Dem tut er's im schlaf beschern.

Dem tut kein Zahn mehr weh.
fr] Il y a longtemps, qu'il n'a plus mal aux dens.
nl] Zijne tanden doen hem niet meer zeer.

Dem Tyrannen steht es wohl an, religiöse Ergebung zu predigen, und die, denen er auf Erden kein Plätzchen verstatten will, an den Himmel zu verweisen.
Johann Gottlieb Fichte, Reden an die deutsche Nation 8

Dem Übel entronnen und Besser gewonnen.
la] Effugi malum, inveni bonum.

Dem Übel nicht mit Gewalt zu widerstreben, ist kein Gebot, sondern ein entdecktes, bewusst erkanntes Lebensgesetz für jeden einzelnen Menschen und für die gesamte Menschheit -ja für alles Lebendige.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Dem Übel soll man entgegen gehn (und stehn).
fr] Contre mauvais fortune bon coeur.

Dem Überfluss geht vil ab, dem geiz alles.

Dem Überglücklichen scheint selbst Leid wie Freud.
Russland

Dem ungebetenen Gast die ungehobelte Bank.
Litauen

Dem ungeborenen Kind näht man kein Höschen.
tü] Doğmadık çocuğa don biçilmez.

Dem Ungeladenen nicht einmal eine Bank; den Ungebetenen unter der Bank.
Litauen

Dem Ungetreuen öffnet die Treue die Tür zu seinem schädlichen Tun.
la] Aditum nocendi perfido praestat fides.

Dem Unglück braucht man keinen Boten zu schicken, es kommt von selber wohl.

Dem Unglück kann man nicht entlaufen.
fr] On ne peut fuir, sa mauvaise destinée.

Dem Unglück muss man fest entgegentreten.
la] Capienda rebus in malis praeceps via. Seneca

Dem Unglück schick ein Unglück entgegen.
Russland

Dem Unglück sind keine Mauern zu hoch.

Dem Unglück sucht jeder aus dem Wege zu gehen.
i] Sogar den Unglücklichen.

Dem Unkraut schadet der Frost nicht.
Portugal

Dem unstedigen Mond kan man kein kleyd anmachen.

Dem Unterdrückten das Fleisch, dem Unterdrücker die Knochen.
Altschottisch

Dem Unverdrossenen ist kein Ding zu schwer, der Fleiß macht alles gering.

Dem unvorsichtigen kann man leicht in die Karten sehen.

Dem Unwissenden erscheint selbst ein kleiner Garten wie ein Wald.
Afrika

Dem Unwissenden werden siebzig Irrtümer vergeben, dem Gelehrten nicht ein einziger.
Arabien

Dem Unzufriedenen bringen Reichtum und Ehren der Pein genug.

Dem Verdienste seine Kronen (und den Schweinen ihre Bohnen).
it] Al merito le sui corone.
la] Palmam qui meruit, ferat.
la] Plus mereri debet, in quo virtus est.
la] Vera laus verae virtuti debetur.

Dem Verdrossenen kann's auch unser Herrgott selbst nicht recht machen.

Dem Vergünstiger tut es wehe, wenn es andern wohl geht.

Dem Verliebten sind tausend Meilen nur eine Meile.
Japan

Dem Verräter zuerst die Knute.
Russland

Dem verschuldeten Bauern verhagelt jedes Jahr die Ernte.
es] (El) hombre adeudado (o. necesitado), cada año apedreado

Dem Verschwender fehlt viel, dem Geizigen alles.

Dem Verständigen erkläre die Sache, dem Jäger zeige das Tier.
Mongolei

Dem Verständigen ist bald genug gesagt.
nl] Den verstandige is haast genoeg gezegd.
nl] Een woord is voor de geleerden genoeg.
nl] Het is genoeg gezegd voor hem, die verstand heeft.
sd] Wijs man förstår fulle en half quädin wisa.

Dem viel bieten, der wenig verlangt, ist eine Art abzuschlagen.
Spanien

Dem vielen fehlt das viel.
i] Wer von vielem etwas kann, kann meist nicht viel

Dem Vogel genügt, was er mit dem Schnabel bringt.
Estland

Dem Vogel in der Hand kann man den Kopf abreißen; lässt man ihn fliegen, kann er uns beschmeißen.
dk] Den fugl er snart kryst, i hænde er; men slipper han løs, da er han snarest til at beklikke en.

Dem Vogel ist ein einfacher Zweig weit lieber als ein goldener Käfig.

Dem Vogel noch Flügel ansetzen.
i] Einen Eilenden noch anspornen.

Dem Vögelchen, das früh aufsteht, fällt's leicht, Körner aufzutreiben; ein Langschläfer kann sich nur noch die Augen reiben.
Russland

Dem Vöglein, das dem Ei entschlüpft ist, macht Gott das Nest.

Dem Volk ist das Essen der Himmel.
China

Dem Volke zum Spiegel, zum Zügel, zum Riegel.

Dem Wachen steht die Welt offen.
Ungarn

Dem Wachsen des Geldes folgt die Sorge.
la] Crescentem sequitur cura pecuniam.
Horaz, Oden

Dem wachsen noch Hörner.
Nassau

Dem wachsenden Reichtum (o. Geld) folgt die Sorge.
la] Crescentem sequitur cura pecuniam.
Horaz, Oden

Dem wackeren Mann ist die ganze Welt Vaterland.
Italien

Dem wackern Mann vertraut ein Weib getrost,
Und wär' er fremd, ein zweifelhaft Geschick.
Goethe (1749-1832), Die natürliche Tochter, IV, 2 (Gerichtsrat)

Dem wackren Mann gilt ein Wort so viel wie dem wackren Pferd ein Peitschenhieb.
China

Dem Wählenden bleiben die Zäume.
Estland

Dem Waisenkind gibt niemand Geld, es bekommt nichts als Ratschläge.
Italien

Dem Waisenkind wird mit dem Löffel gegeben, und mit dem Schöpflöffel genommen.
Estland

Dem Walfisch die rote Tonne hinwerfen.
i] jemandem einen Gegenstand der Beschäftigung bieten, um seine Aufmerksamkeit und Kraft von Dingen abzulenken, durch deren Angriff er gefährlich werden kann.

Dem Walfisch schadet es nicht, wenn ein Stint nach ihm schnappt.

Dem ward de Kopp (Kopf) nich mehr weh dohne, de dat gemakt heft.

Dem wäre ein Nasenstüber gesund gewesen.
en] I had rather it had wrung you by the nose than me by the belly.

Dem wäre mit sixtinischem Salat geholfen.
i] Sixtus V. hatte als Franziskanermönch mit einem armen, aber braven Advokaten zusammen gelebt. Der letztere geriet ins Elend, aber zufällig bediente er sich desselben Arztes, den Sixtus V. hatte, wodurch dieser Kenntnis von der Lage seines frühern Freundes erhielt. Sixtus sagte zu seinem Gaste, er werde jetzt den kranken Advokaten durch einen vortrefflichen Salat selbst heilen. Der Doktor ließ sich von dem Kranken begierig den Salat zeigen und fand in dem Korbe unten eine Menge Zechinen. Diese gute Handlung wurde bei den Italienern zum Sprichwort; und wenn man dort von einem redet, der Geldes benötigt ist, so pflegt man zu sagen: Dem wäre mit sixtinischem Salat geholfen.

Dem Wartenden scheinen Minuten Jahre zu sein.
China

Dem Wasser ist nicht zu trauen, es reisst den Mühlgang weg.

Dem Wasser setzt man einen Damm entgegen, aber dem Mund des Menschen kann man nichts entgegensetzen.
Estland

Dem Weh und Ach folgt Freude nach.
it] Dopo il tormento vien il contento.

Dem wehrt sich nichts.
i] Der kennt keine Schranke, dem steht nichts im Wege, das er nicht besiegt.

Dem Weib und dem Narren lass ihren Lauf.
it] All' aria ed ai pazzi strada libera.

Dem Weib und der Henne die Gurgel umgedreht und sie gibt dir das Leben.
es] A la mujer y a la gallina tuércele el cuello y te dará la vida.

Dem Weibe darfst du nur drei Dinge glauben: Wenn es nicht isst, so hat es schon gegessen; wenn es ein Kind gebärt, so war es schwanger, und wenn es stirbt, so ist es krank gewesen.
Italien

Dem Weibervolk sollst du glauben wie dem Aprilwetter.
Ungarn

Dem Wein verzeiht man all's, aber der Flasche bricht man den Hals.
fr] On pardonne au vin, mais on pend la bouteille.

Dem Weinen einer Buhlin und eines Kupplers Eide glaubt (traut) kein Heide.

Dem Weinfass gehet der Boden aus, die Fuchs jagen einen zum Tor hinauss.

Dem Weinstock frommt das Schneiden und dem Menschen das Leiden.

Dem Weisen gebührt ein zwiefach Teil.
ill] Tko umije, tomu dvije.

Dem Weisen genügen wenige Worte.
Schweiz

Dem Weisen genügt ein (einziges) Wort.
England
en] A word to the wise is sufficient.

Dem Weisen genügt ein Wink, der Narr verlangt den Stock.

Dem weisen Mann gibt solch Betragen Qual,
Der gute doch versucht es noch einmal.
Ein Quentchen Danks wird, hoch ihn zu vergnügen,
Die Zentner Undanks völlig überwiegen.
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Felsbuchten (Thales) Vs 8128f.

Dem weisen Manne und dem Gold ist man überall hold.

Dem Weisen reicht der Wink eines Wimpernschlags.
Brasilien

Dem Weisen sind wenig Worte genug.
en] A word is enough to the wise.
la] Sapienti pauca.
un] Az okosnak nem sokat kell a' szájába rágni.

Dem Weisen widerfährt keine kleine Torheit.
fr] A grand pêcheur échappe anguille.
fr] Les plus sages faillent souvent en beau chemin.

Dem weissen kopf tut man selten ehr.

Dem werd' ich auch einmal das Geschwür stechen.
Posen

Dem werd ich die Backen streichen.
Troppau
i] Ich will ihn derb ausschelten

Dem werd' ich einen Zinken stechen.

Dem werd' ich's malen.

Dem Werden den Charakter des Seins aufzuprägen - das ist der höchste Wille zur Macht.
Nietzsche, Der Wille zur Macht

Dem werden die Zähne los.

Dem werden sie die Würmer abtreiben.

Dem Werke die Krone aufsetzen.
la] Summum fastigium imponere. Cicero

Dem Wetter und den Frauen ist nicht zu vertrauen.

Dem Widder folgen die Lämmer.

Dem Wiesel die Eier anvertrauen.
ndt] De strutste (kühnsten) Wezels zuipen (saufen) de beste Eiers.
nl] De strutste wezels zuipen de eijeren uit.

Dem Wild ist nirgends wohler als im Wald.

Dem wilden Ochsen entkam ich, die wilde Kuh stand mir gegenüber.
Sumerer
i] Unser: vom Regen in die Traufe kommen

Dem will ich auf den Nabel spucken.
Breslau
i] Als Drohung.

Dem will ich auf die Nieren treten.

Dem will ich das Maul stopfen.

Dem will ich den Himmelspass visieren.
i] Es sind auch von Priestern im buchstäblichen Sinn Himmelspässe ausgestellt worden. Noch im Jahre 1764 wurde in einer deutschen Universitätsstadt ein Mensch zum Galgen geführt, der in der einen Hand eine Zitrone, in der anderen einen versiegelten vom Pater unterschriebenen Pass an den heiligen Petrus hatte.

Dem will ich den Marsch blasen.

Dem will ich den Rost heruntertun.
Nürtingen
i] Sagen, wo er her ist, wo Bartel Most holt, was er nicht weiß, will ihn ab- und ausputzen.

Dem will ich des Nachts in keinem Hohlwege begegnen.
z] Sodanen mocht uns bi dage moten, he schölde uns ser vruntlik groten; queme he bi nachte in unse gemot, he dede uus quat unde nummer got.

Dem will ich die Blatter aufstechen.
Kammnitz
i] Drohung, durch Züchtigung die Bosheit austreiben

Dem will ich die Hosen spannen.
i] Für durchprügeln

Dem will ich die Motten ausklopfen.

Dem will ich die Tauben ausnehmen.

Dem will ich die Wache ansagen.

Dem will ich eine hineinhauen, dass er die Engel singen hört.
Oberösterreich

Dem will ich Feuer unter den Schwanz machen.
Nürtingen
i] Zur Eile antreiben. Vom Wettrennen entlehnt

Dem will ich Füße machen.
Nürtingen
i] Zur Eile anspornen

Dem will ich 'ne Dachtel geben, dass er denken soll, Ostern und Pfingsten fallen an einem Tage.

Dem will ich sagen, was er nicht weiß.
Rottenburg

Dem will ich sagen, wo Bartel Most holt.

Dem will ich sagen, wo er her ist.
Nürtingen

Dem will ich vors Quartier rücken.

Dem Willen des Kindes ist nicht zu trauen.

Dem Willigen geschieht keine Gewalt.

Dem Willigen ist gut winken.

Dem Willigen kann man leicht winken.

Dem Willigen lege nicht zuviel auf.

Dem Wind und dem Narren lass seinen Lauf.

Dem Wind und dem Narren muss man seinen Lauf lassen.

Dem Winde blasen helfen.

Dem Winde das Wehen verbieten wollen.
i] Vergebliche Arbeit.

Dem Winde der vertraut, der auf Jungfrauen baut.

Dem Winde einen Sturm nachsenden.

Dem Winde folgen.
nl] Hij volgt den wind.

Dem Winde und dem Narren muss man Platz machen.
es] Al loco y al aire, darle calle.

Dem Winde und Narren lass seinen Lauf.

Dem wird auch der Hund den Leichenstein setzen.
z] Auf ihn passt Kästner's Wort: Ihr Hund macht den Rücken krumm, setzt ihm ein Epitaphium.

Dem wird auch die Katze den Magen nicht verschleppen.
i] Von einem Vielfresser, mit dessen Magen eine Katze nicht fort kommt, so rasch verdaut er.

Dem wird das Süße nicht, der das Sauere nicht geschmeckt.
en] He deserves not the sweet tat will not taste the sour.
sd] Den är icke wärd det söta som aldrig haar smakat det sura.

Dem wird die Hölle heiß, dem zwei Teufel das Feuer schüren.

Dem wird die Nase nicht abgeschnitten werden, dem sie abgeschnitten ist.
Hindus

Dem wird die Zeit nicht lang, der sie füllt mit Arbeit aus.
bm] Čiň to, čiň jiné, tak ti čas mine.

Dem wird eine Spule leer laufen.

Dem wird in Rom eine Feige gewiesen (wird verhöhnt), der nicht nimmt, was ihm gegeben wird.

Dem wird keine Kusshand mehr zugeworfen.

Dem wird keine Maus Speck aus dem Arsche fressen.
z] Wo köndten die Pomerische Säw' und Beckermohren gedulden, dass jbnen die Mäuss also Spannen tieff aus dem Arss Speck nagen, ja gar Nester hinein tragen und Hochzeit darinn halten, wann sie nicht stäts im trog legen.

Dem wird keine Maus Stroh in den Arsch tragen.
z] Denen keine Mauss Stro im Ars trägt.

Dem wird 's Maul noch scheel vor lauter Nein sagen.
Rotttal

Dem wird schon vor Raupen bange, wen einst gebissen eine Schlange.

Dem wird vertraut, der auf Jungfrauen baut.

Dem wird's im Himmel auch nicht besser gehen.

Dem Wirt der Gast ist lieb und wert, bis der Säckel ausgeleert.

Dem Wirt im Hause steht es frei, auch unter das Bett zu machen seine Streu.

Dem wohl geschieht, solls im gedächtnis han, der wohl tut, sol nicht denken dran.

Dem Wohlerzogen ist jedermann gewogen.

Dem Wohlmeinenden ist wohler, als dem Wohlwissenden.

Dem Wohltäter bezahlt man stets mit Schlechtem.

Dem Wolf braucht man den Weg (in den Wald, oder zu den Schafen) nicht zu zeigen.

Dem Wolf das Lamm in Obhut geben.
Russland

Dem Wolf das Schaf, dem Fuchs die List, den Frauen Lob gefällig ist.
z] So nimmt der ochs der krippen war, also ist d' natur wunderbar.
la] Fit melior laudando bonus, pejorque malignus, cautior astutus, simplicior stolidus.
la] Vulpes uult fraudem, lupus agnum, foemina laudem; bos ad praesepe conatur currere saepes.

Dem Wolf den Weg in den Wald zeigen.
bm] Ukazovati vlku do lesa cestu.

Dem Wolf entgeht man nicht so leicht als dem Bären.

Dem Wolf gefällt keine Predigt besser als über Lammfleisch und Schöpsenbraten.
bm] Rci vlku páteř, a on volí kozí mateř.
bm] Vlkovi mluv: nebe! on zuby vyceří na tebe.
pl] Mów wilku pacierz, a on woli kozią macierz.

Dem Wolf ist bange vor der Grube.
mhd] Dem wulfe is leide vor de kule.
la] Antra lupus, laqueos formidat subdola vulpes.

Dem Wolf ist's schnuppe, wie teuer der Esel war.
Kurdistan

Dem Wolf lief er davon, da geriet er dem Bären vors Maul.

Dem Wolf muss man den Kopf abschneiden, ehe er die Schafe zerrissen hat.

Dem Wolf und dem Schwein entkommt auch die Seele nicht.
Estland

Dem Wolfe beichten.

Dem Wolfe das gefressene Schaf abjagen wollen.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Dem Wolfe das Lamm abjagen (wollen.)
la] Ex ore lupi.
la] Vel hoedus ereptus lupo.

Dem Wolfe die Jungen aufziehen.
i] Eine Schlange im Busen wärmen.
la] Alere luporum catulos.

Dem Wolfe war das Maul zu weit.
i] Er war mir überlegen, ich fühlte mich zu schwach gegen ihn.

Dem Worte folgt die Tat.
dk] Gjörning bör at folge ord.
dä] Siig og gjör.
dä] Tak smukt, og gjör godt.
la] Dictis dabit ipsam fidem res.

Dem würde ich meine Katze nicht anvertrauen.
i] Einem unwissenden Arzte oder marktschreierischen Quacksalber.
nl] Ik zou hem mijne kat niet toe vertrouwen.

Dem Würdigsten gefallen, ist wahres Lob vor allen.
la] Principibus placuisse viris non ultima laus est. Horaz

Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt,
Denn, wie er sich im Staube nährend lebt,
Des Wandrers Tritt vernichtet und begräbt.
Goethe (1749-1832), Faust, I (Faust)

Dem Zaren wird ein Schritt, den er mit gemietheten Pferden fährt, für eine Werst angerechnet.
Russland

Dem Zauberer - Verschwinden, dem Verschacherer - Versinken (= Untergang), dem Tätigen - Bezahlung (= Belohnung), dem Geber - Verbleiben (= gesicherte Lebensordnung).

Dem Zicklein werden die Hörner schon wachsen.
i] Man wird mit der Zeit schon sehen, was in ihm steckt.
bm] Také kozlátkům rohy dorostají.
pl] Urosną wilczkowi zęby.

Dem Ziegelstein die Röt' abwaschen.
i] Von vergeblicher und verstandloser Arbeit.

Dem Zimmermann ist im Sommer keine Kanne zu teuer und im Winter keine Rinde zu hart.

Dem Zorn gehet die Reue auf den Socken nach.
la] Iracundiae comes tristitia.

Dem Zorn geht die Reue auf Socken nach.

Dem zornigen sind die händ an die zungen gebunden.
z] Wenn er zornig wird, so schlägt er gleich zu, er treff das schuldig oder unschuldig.

Dem zornigen soll man das schwert nehmen, nicht geben.
i] Denkspruch des römischen Kaisers Theodosius d. Gr.
sinnverwandt] Die Denksprüche der folgenden Kaiser sind: Das Höchste fällt unvermutet (Arcadius). Übel erworben, geht übel zu grunde (Honorius). Man muss der Zeit nachgeben (Theodosius II.). Friede ist besser als Krieg (Martian). Gnade ist des Königs Schutzwehr (Leo I.). Der Neid schadet nicht (Basilicus). Freiheit ist eine unschätzbare Sache (Justinus II.). Das Glück ist leichter zu finden, als zu behalten (Phocas). Der Sieg kommt von Gott (Heraclius). Was geschwind entsteht, geschwind zu Grunde geht (Constantius IV.). Viele haben zu viel, niemand genug (Justinian II.). Schön ist der Einklang des Herzens und des Mundes (Leontius). Das Glück nimmt schnell zurück, was es gegeben (cus Bard.). Geduld ist das Heilmittel der Übel (Theodosíus III.). Die verborgenen Feinde sind die schlimmsten (Leo IIIsaur.). Wozu das Glück, wenn du dich dessen nicht bedienst (Leo IV.). Einem Weibe gebieten, ist eine verzweifelte Sache (Constantius Porph.) (S. Wunde 31.) (Kornmann, IV, 113.) Die Russen: einem Zornigen gib kein Messer in die Hand. 1927.)
bm] Zuřivémn noze nedávej.
dä] Man skal ey fly den vreed sverd i haand.
fr] Il ne faut pas mettre les armes entre les mains d'un furieux.
la] Eripere telum, non dare irato, docet.
la] Ne serum igni.

Dem Zornigen soll man das Schwert nehmen.

Dem Zufriedenen blüht auch in Armut und Bescheidenheit das Glück, und dem Unzufriedenen bringen Reichtum und Ehren der Pein genug.

Dem Zugriff des Mandarins konnte er sich noch entziehen, dann aber fiel er dem Schreiber in die Hände.
Vietnam

Dem Zugucker is nix zu schwer.
i] Der Zuschauer findet alles ausführbar und leicht.

Dem Zugucker ist nichts zu schwer.

Dem Zuschauer ist kein Spiel zu hoch.

Dem Zuschauer ist keine Arbeit zuviel, kein Spiel zu hoch.

Dem Zweifler gebührt nichts.
[RSpW]
i] Dies Sprichwort handelt von der Verjährung. Die Deutschen hielten lange dafür, dass nach dreißig Jahren der Besitz einer Sache nicht mehr angefochten werden könne, sondern das Eigentum völlig erworben sei. Man nannte dies den guten Glauben von der rechtmäßigen Erwerbung. Das obige Sprichwort ist später, nach Einführung des römischen Rechts in Deutschland entstanden. Es will sagen, dass der, welcher bisher eine Sache besessen hat, aber nun an der Rechtmäßigkeit von deren Besitz zu zweifeln anfängt, nicht mehr als ein würdiger Besitzer anzusehen sei, weil jetzt erst die Rechtmäßigkeit zu ermitteln ist.
la] Malae fidei poßessor.

Dem, den Gott gern hat, wird eine Hündin einen Wurf Ferkel gebären.
Polen

Dem, der aus der Ferne kommt, ist das Lügen leicht.
i] Bei Schilderungen von Land und Leuten, kommt einer leicht ins Übertreiben
fr] A beau mentir qui vient de loin.

Dem, der Bienen hat, muss man nicht Honig schenken (o. verkaufen).

Dem, der das Netz gestrickt, werden selten Fische geschickt.

Dem, der das Roggenfeld im Herbst zertritt, gibt man abgebrochenes Brot, dem im Frühling wirft man mit dem Stein in die Nackenhöhle.
Estland

Dem, der dich in seiner Rede nicht unterstützt, gebt ihm kein Wort; demjenigen, der auf dich nicht achtgibt, dem vertraue nicht.
Tschad

Dem, der dich soll von Herzen lieben, soltu dich auch zu dienen üben.
la] Officiis gratus sis, ut fias adamatus.

Dem, der die Überhand hat, geben hernach alle Gesetze und Menschen recht.
Ein Oberst zu Herzog Albrecht von Österreich

Dem, der ein Leichentuch kaufen will, sieht man es am Gesicht an.
tü] Kefen alacak adam yüzünden bellidir.

Dem, der früh aufsteht, hilft Gott und leitet ihm die Hand.

Dem, der Gott zum freund hat, dem kann der Teuffel nicht schaden.

Dem, der Hirse ausgeschüttet hat, ist das Zusammenklauben schwer.
Rumänien

Dem, der ihn anerkennt, mag der Gelehrte dienen. Dem, der sie fröhlich macht, macht eine Frau gefällige Mienen.
China

Dem, der ihn essen soll, schmeckt auch der Rogen des Störs nicht.
Russland

Dem, der im Graben liegt, nützt es nichts, wenn ihm jemand vom Turme die Hand reicht.

Dem, der mit vielen spricht, traue nicht.

Dem, der nicht lesen kann, gilt die Schrift auf Papier gleich der auf Birkenrinde.
Russland
i] Sie besitzen viele alte Schriften auf Baum-, namentlich Birken- und Lindenrinde.

Dem, der sein müh und arbeit spart, großer gwin selten widerfart.
la] Absque labore graui, non possum magna lucrari.

Dem, der sein Rind verloren, tönt die Schelle noch in den Ohren.
es] Quien bueyes ha perdido los cencerros trae en el oido.

Dem, der sich hängen will, muss man keinen Strick zur Hand legen.

Dem, der um wenig bittet, viel anzubieten, heißt ihm seine Bitte zu verweigern.
Frankreich

Dem, der unterwegs erliegt, singt man kein Siegeslied.

Dem, der viel mit vielen spricht, dem traue nicht.

Dem, der wunde Füße hat, seine Sohle nehmen.
i] Einen völlig zu Grunde richten. Hart, grausam mit ihm verfahren

Dem, der zu Hof auf den Tisch hofiert, und dem, ders wieder auspoliert, all beiden gleicher Lohn gebiert.

Dem, welcher Knoblauch isst, gelingt es nimmermehr, dass er nicht stinkt.
Rumänien

Demjenigen bleibt es, dessen Arsch der Sonne und das Loch dem Morgenrot zugekehrt sind.
Estland

Demjenigen, an dem genagt (= genörgelt) wird, bleiben doch Knochen; dem Nörgler selbst bleiben nicht einmal die Knochen.

Demjenigen, der Sorghum trägt, zeigt man nicht den Weg.
Kongo

Demm geit de Bäbbel (Maul) we den Aenten der Aasch.
Köln

Demn Beichtvater, dem Arzte und dem Advokaten darf man nichts verschweigen.
en] Hide nothing from thy minister, physician and lawyer.
fr] Au confesseur, au médecin ei à l'avocat on ne doit cacher aucun cas.
it] Al confessore, al medico e all' avvocato non tener il ver celato.
la] Abbati, medico patronoque intima pande.
un] Orvos és gyontató elött káros a titkolás.

Demokratie ist der göttliche Durchschnitt.

Demokratische Spitze beißen in seidene Strümpfe gern Ritze.

Demut baut ein Haus, Hochmut verbrennt sogar die Haare.
Estland

Demut bei Armut ist Männlichkeit.

Demut hält sich selbst gering.

Demut hat mich lieb gemacht, Lieb' hat mich zu Ehren gebracht, Ehre hat mir Reichtum geben, Reichtum ließ mich nach Hoffart streben, Hoffart stürzt ins Elend nieder, Elend gab mir Demut wieder.

Demut hilft, Hochmut bringt Verlust.

Demut in Freuden, Geduld im Leiden.

Demut in hohen ehren mag selten funden werden.

Demut ist der Erde Zierde.

Demut ist der Stolz der Bescheidenen.

Demut ist des Menschen wahre Hoheit.

Demut ist die Krone einer guten Gesinnung.

Demut ist die Mutter der Ehre.
i] Zuweilen aber auch die Großmutter der Schande

Demut ist die Seele aller Tugend.
z] Größer macht den größten Meister Demut. Schiller
z] Schamhafte Demut ist der Reize Krone. Schiller
it] La discrezione è madre della virtù.

Demut ist die stärkste Waffe.
pl] Niemasz miecza na pokornego.

Demut ist ein Ehrenkleyd, welches alle Gebrächen zudecket.

Demut ist eine Mutter der Ehre.

Demut ist eine schöne Zier.

Demut ist eine Tugend, die das Alter ziert wie die Jugend.
z] Die Demut ist seit 1648 des Deutschen größtes Erblaster. Er achtet sich selber gering, so wird er's, und die Völker umher verachten ihn.

Demut ist gegen jedermann dienstbar.

Demut ist zu allen Dingen gut.
z] Demut und die mit ihr verwandte Geduld sind Eselstugenden, die die Spitzköpfe den Platt köpfen gar zu gern einprägen. Demut ist der erste Schritt zur Niederträchtigkeit. Seume

Demut jedermann wohl steht.

Demut kommt überall durch.

Demut kreucht vberall durch, sagte eine Stimme zu Sankt Antonius.
z] Da er sahe, wie die gantze Welt mit Schlingen vberzogen war, und sich bekümmerte, wie man da möchte hindurchkommen.

Demut macht Menschen zu Engeln, Hoffart zu Teufeln.

Demut siegt durch Schweigen.
bm] Pokora mlčkem se omlouvá.
pl] Pokora więcéj w milczeniu zniewoli, niź wiele mówiącego słowa.

Demut soll nicht in Kriecherei ausarten.

Demut stehet wohl bei der keuschheit.

Demut und fleiss haben ihren Lohn und Preiss.

Demut vollbringt, was dem Mut nicht gelingt.
Russland

Demut wohl tut.

Demut ziert in allen Dingen den Vornehmen und den Geringen.
en] An ounce of discretion is worth a pound of wit.
it] L'onestà e gentilezza sopravanza ogni bellezza.

Demut, diese schöne Tugend, ehrt (o. ziert) das Alter und die Jugend.

Demut, Zucht und Höflichkeit ziert mehr als ein goldnes Kleid.

Demut
Ist zu allen Dingen gut.

Demuth geht überall durch.

Demuth gibt allen dingen ein zierd im thun und lassen.

Demüthig Gebet geht in den Himmel.
fr] Courte prière pénètre les cieux.

Demütig gefahren ist besser als hochmüthig gegangen.

Demütige dich, so fürderts dich.

Demütige nicht den Freund, den du behalten möchtest.
Russland

Demütiger mönch, hochfertiger abt.
dk] Ydmyg munk bliver tit hovmodig (stolt) abbed.

Demütiger Mönch, hoffärtiger Abt.

Demütiger Mut bringt Ehr' und Gut, macht freudig Blut, tut allzeit gut.

Demütiger Sinn ist besser als ein geehrter Mann.

Den (dem) muss mer mit'n Scheurator winken.
Franken

Den (Der) Mutigen gehört die Welt.

Den (Einen) Nackten kann man nicht ausziehen.

Den 1. April musst du gut übersteh'n, dann kann dir nichts Böses mehr gescheh'n.

Den 1. April musst überstehn, dann kann dir manch Gutes geschehn.
Bauernregel

Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).
i] Wenn jemand mit unzuverlässigen, treulosen Menschen zu tun hat. Unsere Sprache ist reich an Ausdrücken und Redensarten zur Bezeichnung erfolgloser, vergeblicher, überflüssiger, unnötiger, undankbarer u. dgl. Arbeiten, Bestrebungen, Mühen u.s.w. Die uns bekanntesten der alten Griechen und Römer lauten: Den Aal beim Schwanz fassen. Den Adler fliegen lehren. Ablass gen Rom tragen. Fremden Acker pflügen. Einen Bettelmannsmantel flicken wollen. Böcke melken. Bratwürste im Hundestall suchen. Brot im kalten Ofen backen. Von einem Ei Wolle scheren wollen. Eisen schwimmen lehren. Beim Esel Wolle suchen. Einen Esel scheren. Eulen nach Athen tragen. Einen Felsen auf ein Rohr gründen. Festungen in die Luft bauen. Das Feuer peitschen. Flöhe hüten. Vor dem Hamen fischen. Holz in den Wald tragen. Den Hühnern die Schwänze aufbinden. Der Hyder einen Kopf zertreten. Ein altes Judenweib beschneiden. Einen Kahlkopf scheren. Den Krebs wollen vorwärts gehen lehren. Sein Leid der Stiefmutter klagen. In der Luft rudern. Das Meer ausschöpfen (ausbrennen) wollen. Einen Mohren bleichen. Einen Nackenden ausziehen. Den Nebel balgen. In einen kalten Ofen blasen. Tauben Ohren predigen. Um Rauch streiten. Eine Sackpfeife rupfen. Auf Sand bauen. In Sand säen. Sand ins Meer fahren. Mit dem Schatten fechten. Einen Schlauch berupfen. Schnee im Ofen dörren. Mit einer Stange im Nebel herumfahren. Steine gar kochen. Dem Tauben ein Liedlein lehren. Dem Teufel beichten. Einem Toten etwas ins Ohr sagen. Einen Toten geisseln. Wasser aus dem Bimsstein pressen wollen. Wasser im Mörser stampfen. Wasser in einem Siebe holen. Wasser ins Meer (in den Rhein) tragen. Ins Wasser schreiben. Wein im Glühofen kühlen. Einen Wetzstein mästen. Dem Wolfe das gefressene Schaf abjagen wollen. Die Wolken krämpeln. Den Wind mit Netzen fangen. Den Wind auf Flaschen ziehen. Mit dem Winde reden. Die Wellen im Meere zählen. Ziegel waschen. Von Ziegenwolle reden. Einen Brunnen neben den Fluss graben. einem Tauben Messe lesen. Ohne Federn fliegen wollen. Die Ente schwimmen lehren. Die Espe zittern lehren. Leeres Stroh dreschen. Eine leere (hohle) Nuss aufbeissen. Einen Mohren baden. Dem Blinden einen Spiegel schenken. Den Fröschen ein Fuder Wein zum Bade verehren. Speck im Hundestalle suchen. Mit dem Arsch eine Nuss aufbeissen wollen. Moses Grab aufsuchen. Nach dem Regenbogen werfen. Ins Wasser schlagen. Scherben zusammenflicken. Wasser im Garn fangen. Seinem Schatten nachlaufen. Den heiligen Geist reden lehren. Unsern Herrgott in die Schule führen.
In ähnlicher Weise sagten die alten Römer (resp. Griechen): Ab asino lanam. Actum agere. Aethiopem lavare. Agnum lupo eripere. Amnis cursum cogere. Apud novercam queri. Aquae inscribere. Aquam crebro aurire. Aquam e pumice postulas. Aquam in mortaris tundere. Aquilam volare docet. Aranearum telas texere. Arenae mandare semina. Arenam metiri. Asinum tondes. Austrum percutis. Cancrum ingredi doces. Calvum vellis. Danai dum dolia implere. De fumo disceptare. De lana caprina. Delphinum natare doces. Delphinum cauda ligas. Ex harena funiculum nectis. Ex puleis inanibus trituram facere. Exurere mare. Ferrum natare doces. Harenae mandas semina. Harenam metiris. Hircum mulgere. Ignem dissecare. Isthmum perfodere. In aere piscari. In aqua scribis. In aqua sementem facere. In frigidum furnum panes immittere. In saxis seminas. Laterem lavare. Littori loqueris. Lumen soli mutuas. Lupi alas quaeris. Lapidem decoquis. Mortuo verba facere. Mortuo verba facis. Mortuum flagellas. Nebulas diverberare. Ovum adglutinas. Parieti loqueris. Penelopes telam retexere. Piscem natare doces. Reti ventos venaris. Surdo oppedere. Utrem vellis. Utrem mergere, vento plenum. Uvas e spinis colligere. Venari in mari. Verberare lapidem. Anguillam cauda capessis. Anguillam tenere cauda. Delphinum cauda alligas.
la] Cauda tenes anguillam.

Den Aal helt man nicht wol bei dem Schwanz.
i] Den Aal man brät, wie man Frauen führet in der Stadt, den Hering wie man Huren treibt aus der Stadt.
dk] Men skal teoge aal som man lader fruer i bye; man sild son man jager skiöger af bye.

Den Aal man brät, wie man Frauen führet in der Stadt, den Hering wie man Huren treibt aus der Stadt.
dk] Men skal teoge aal som man lader fruer i bye; man sild son man jager skiöger af bye.

Den Aal mit einem Feigenblatt fassen (o.halten).
i] Fest, weil die Feigenblätter rauh sind. Geeignete Mittel gegen den anwenden, der leicht entschlüpft.
la] Folio ficulno tenes anguillam.

Den Aal mit Öl bestreichen.
i] Etwas sehr Überflüssiges tun, da ein Aal an sich schon sehr glatt ist.

Den Aal schuppen.
la] Anguillae squamis carent.
la] Impossibilia tentare.

Den Aal vom Schwanze häuten.
i] Etwas verkehrt anfangen.
fr] Ecorcher l'anguille par la queue.
fr] Rompre l'anguille au genou.

Den Aar mit dem Uhu vergleichen.

Den Ablass nach Rom tragen
i] etwas Unnötiges, Überflüssiges tun - von Rom aus wird ja der Ablass erteilt

Den Abraham spielen.
i] Vorteilhafte Geschäfte mit seiner Frau machen, wie 1 Mos. 17, 11-13 von Abraham erzählt wird.

Den Abschied hinter der Tür nehmen.
i] Davongehen.

Den Abschied unter die Füße nehmen.Auch: einem seinen Abschied geben in dem Sinne, ein bräutliches Verhältniss auflösen.
en] To give one the go-by.
nl] Jemand zijne kassa de geven.

Den Abschiedstrunk tun (das letzte Glas).
i] Den letzten Trunk, den der Wirt einem Gaste nach der bezahlten Zeche, während derselbe im Begriff fortzugehen ist, reicht, heißt der Franzose: Vin de l'étrier (Steigbügelwein; vgl. auch Sattelbrot)

Den Abt reiten lassen.
i] Sich bei mangelnder Aufsicht gehen lassen.
fr] Voyage du maître, nôce du valet.

Den Acheron entfesseln.
i] Leidenschaft wecken. Acheron hieß der große Höllenstrom

Den achtet man für klug und weis', der in Zeit und Leut' sich zu schicken weiß.
la] Ille Thalete mihi sapientior esse videtur, qui suus et, pro re, non suus esse solet.

Den Acker bauen ohn' Verdruss gewähret Brot im Überfluss.

Den Acker pflügen und nichts hineinsäen.

Den Acker und die Frau gib an niemand weiter.
China

Den Adel, zu dem du dich nicht kannst selbst erheben,
Kann auch kein Adelsbrief dir geben.
Daniel Sanders, 366 Sprüche (1892)

Den Adler fliegen lehren.
var] Den Aal beim Schwanz fassen (o. halten).

Den Adler mit der Nachteule vergleichen.
i] Der Adler, der in die Sonne sehen kann, un die Nachteule, die nicht Tageslicht erträgt
la] Aquilam noctua compares.

Den Adler zum Hüter der Austernbank machen.

Den Advocatus Diaboli spielen.
i] Scherzhaft widersprechen. Der Advocatus diaboli bringt bei Seligsprechungsprozessen Gegengründe gegen die Seligsprechung vor.

den Advokaten am Schnabel.

Den Advokaten muss man güldene Lichter anzünden, wenn sie das Recht finden sollen.

Den Aes tauknipen.
i] sterben

Den Aes torügge trecken.
Westfalen

Den Affen aus dem Ärmel springen lassen.
i] Seine Gesinnung zeigen. Diese Redensart ist, wie viele andere, von den weiten Ärmeln entlehnt, die man ehedem trug und in denen man viel verbergen konnte.

Den Affen bekleiden, scheren, und mit purpur schmücken.

Den Affen geigen lehren.
z] Ich lehr' viel eh'r einen Affen geygen, denn eine böse Zunge schweigen.

Den Affen im Garn finden.

Den Affen in Stiefeln zu sehen und die Sau im Chorrock, ist eine Lust.

Den Affen kennt jeder, der Affe kennt niemand.
dk] Alle kiende abe, abe kiender ingen.
sd] Alla känna apa, apa käner ingers.

Den Affen legen.
i] Eine Summe Geldes zahlen

Den Affen loslassen.
i] Lustig sein
z] Traugott, laß den Affen los,
Kleene Kinder sind nicht groß,
Große Kinder sind nicht kleen,
Traugott, laß den Affen steh'n!

Den Affen mit (o. in) Purpur kleiden.
la] Simia in purpura.

Den Affen nähen.
z] Die Weiber können all ein kunst, d.i. den Narren been, den Affen neen, den Rappen das muss einstreichen, und was sich zum bösen reimbt.

Den Affen tanzen lassen.
fr] Payer en monnoye de singe
i] Die Jongleurs sollten nach einer Zollverordnung Ludwigs IX. von 1229 keinen Zoll geben, aber entweder einen Vers singen oder ihren Affen tanzen lassen. Hieraus lässt sich schließen, dass diese Jongleurs eben nicht die respektabelsten Personen gewesen sein müssen, da sie auch - vielleicht nach Art unserer deutschen Bärenführer und Dudelsackpfeifer - Affen mit sich geführt haben.

Den Affen tragen.
i] Den Tornister

Den Affen weisen.

Den Affenweg gehen.
i] Weg der Torheit. 'Ihr sagt, jr kündt den Himmelsteg, was lauffend jr dann den Affenweg!'

Den Allerglücklichsten nenne ich den, der noch träumend in der Wiege liegt.
Türkei

Den Alt singen

Den Alte noh, sie heud au ghuset.
Luzern

Den Alten (od. den Eltern) gehört der Alten (od. Eltern) Recht.
Estland

Den alten Adam ausziehen (o. austreiben, ersäufen).
i] Ein neuer Mensch werden
i] An verschiedenen Stellen (vgl. 1. Eph 4,22, Kol 3,9, Kor. 15,21, 45, 46, Röm 6,6) stellt Paulus den alten Adam als den Urheber der Sünde und des Todes in Gegensatz zu dem neuen Adam, dem Geiste der Wiedergeburt und Urheber der Wiederauferstehung.
z] Ziehet den alten Menschen (mit seinen Werken) aus.
Paulus, an die Koloßer 3, 9
z] Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße ersäuft werden soll.
Luther im vierten Hauptstück seines Katechismus
z] Von rechtem Unterschied und Verstand, was der alt und neu Mensche sei, was Adam und was Gottes Kind sei, und wie Adam in uns ersterben und Christus erstehen soll
Luther, Theologia Deutsch, 1518
z] Der Faulenzer alter Adam, der nicht gerne arbeitet, um sein Brot zu erwerben.
Luther, Kaufshandlung und Wucher, 1524
z] Expers peccati pro peccatoribus amplum
Fis pretium, veteremque novus vice faenoris Adam,
Dum moreris, de morte rapis. (Auf den Opfertod Christi, in dem Christus in der Menschwerdung angeredet wird)
Sidonius Apollinaris, 465 n. Chr.
en] To put off the old man. - To lay aside (to shake off) the old Adam.
fr] Dépouiller le vieil homme.
it] Cambiar vita. - Spogliarsi del vecchio uomo.
nl] De oude Adam afleggen. - Adams rok uittrekken.
schwed] Afkläda sig den gamla menniskan.

Den Alten darf man nicht verspotten. man wird auch selbst alt, das Kind darf man nicht stoßen: man ist auch selbst Kind gewesen.
Estland

Den Alten flieht der Schlaf so, wie den Vogeleltern ihre flüggen Jungen.
Russland

Den Alten gebührt die Ehre.
i] Gilt für die Weisen der Vorzeit

Den alten Groll fahren lassen.
z] Ich war mit ihm versöhnt und hatte den alten Span und Groll begraben.

Den alten Heiligen gibt man keinen Weihrauch mehr.
Italien

Den alten Hund ist schwer Bellen lehren.
un] Késö az agg ebet tánzra tanitani.

Den alten Kot rühren.

Den Alten macht Hunger zur Leiche, den Jungen die Seuche.

Den alten Mann braucht man wie der Appenzeller die Schuhe.
i] Ein im Thurgau übliches Sprichwort, das man einem sagt, wenn er nicht weiß, wie er eine Sache anfangen soll.

Den alten Mann mit grauem Bart lieben selten die Mägdlein zart.
la] Senis amplexus culta puella fugit. Tibull

Den Alten muss (mag) man glauben.
la] Priscis et veteribus credendum est. Cicero
la] Utile doctrinis praebere senilibus aures.

Den Alten muss (o. mag) man glauben.
la] Priscis et veteribus credendum est. Cicero
la] Utile doctrinis praebere senilibus aures.

Den Alten verdrießt es, dass man ihn beim Bart zieht.i] Man reize niemanden unnötig)
var] Es verdrießt den Alten, dass man ihn am Barte zupft.

Den Alten zu dienen ist Pflicht, seinen Altersgenossen zu dienen ist Freundlichkeit und den Jungen zu dienen eine Erniedrigung.
Serbien

Den altenbergschen Richtsteig gehen.
i] Einen Umweg machen. Nur in der Umgegend von Königsberg gebräuchlich. Altenberg ist ein Dorf in der Nähe dieser Stadt.

Den Älteren achte, den Jüngeren beachte.
Russland

Den älteren Frauen braucht man nicht mehr zu schmeicheln.
Sizilien

Den Älteren kommt es zu, Achtung zu genießen.
Estland

Den Älteren Wein, den Jungen Wasser.
Georgien

Den am Boden Liegenden schlägt man nicht.
Estland

Den Amboss zu einer Nadel schleifen.
Thailand

Den Ammen kommen die Kinder nicht von Herzen, so kommen sie ihnen auch nicht hinein.

Den Amtschimmel will jedermann reiten.

Den Amtsschimmel reiten.
i] Vorschriften genau befolgen

Den Amtsschimmel will jedermann reiten.
en] Red tape.

Den anderen (2. Januar) ein klarer Sonnenschein, bringt gute und vil Fisch herein.

Den anderen ehrend trägt der Mund kein verfaultes Holz und die Zunge keinen Balken.
Estland

den anderen mit der Heugabel.

Den anderen versteht jedermann zu lehren.
Estland

Den Andreas sieht man lieber dürr als nass.

Den Anfang eurer Rede haben wir wieder vergessen und das Letzte nicht verstanden.
Herodot, 3, 46 (Die Spartaner)

Den Anfang hat man in der Hand, das Ende liegt bei Gott.
Finnland

Den Anfechtungen deiner Sinnlichkeit siehe lachend so zu wie der Ausführung eines gegen dich verabredeten, dir aber gesteckten Schelmenstreichs.
Arthur Schopenhauer

Den angefangenen Rocken vollends abspinnen.

Den Angelhaken im Branntwein hält der Teufel an der Leine.
i] Sagen die Mitglieder der Enthaltsamkeitsvereine

Den angenommenen Sitten folgen die angeborenen leise nach.
Arabien

Den angreifen, der auf seiner Hut, ist selten gut.
fr] Il ne fait pas bon d'attaque celui qui est sur ses gardes.

Den Anker achtern Herd hebben.
i] Schon etwas vor sich gebracht, seine Schäflein im Trockenen haben

Den Antoniustag (17. I) feiert man gegen Krankheiten, den Matthiastag (24. II) gegen Schlangen.
Estland

Den Antoniustag feiert man gegen Krankheiten, den Matthiastag (24.2.) gegen Schlangen.
Estland

Den Apfelschuss tun.
i] Sehr gewagten, aber glücklichen. Nach der Tellsage

Den Arbeiter versucht nur ein Teufel, den Müßigen zwei.
nl] Den quaetste werkman ghoofs men die quaetste bile.
la] Peior peiori datur ascia nunc operanti.

Den ärgsten Verdruss bereitet ein spaßhaft gemeintes Wort, das die Wahrheit enthält.

Den Argwohn fliehe wie das Gift, weil er gar oft die Unschuld trift.
Neresheim

Den Argwohn kannst du leicht betrügen;
Sprich wahr, so wird er sich selbst belügen.
Wilhelm Müller, Epigramme (1837)

Den Argwohn muss man in der Geburt ersticken.

Den Arm regen, heißt den Leib pflegen.

Den arme Mann bedure, magd em net satt; wat hölpt betrure döm, de nüs hat.
Aachen

Den Ärmel länger machen als den Arm.

Den Armen beißen die Hunde, die arme Seele findet Gott.
Kasachstan

Den Armen bittet niemand zur Hochzeit.
it] La povertà non ha parenti, nè amici.
la] Quam raro egregios pauper sortitur honores.

Den Armen bläßt der Wind ins Gesicht.
Deisslingen

Den Armen bleibt nur der gezwirbelte Schnurrbart.
Abchasien

Den Armen fragt niemand nach der Wahrheit.
Litauen

Den Armen friert überall.
bm] Chudému vzdycky zima.
wend] Khudomu wječuje zyma.

Den Armen gegeben ist wohl gesäet.
en] Giving to the poor, increases the store.

Den Armen gegeben, ist wohl gesät.

Den Armen gilt der Groschen für einen Taler.
bm] Chudému i dva česká hromádka hezká. - Chudému skýva za bochník. - Nuznému i kousek za celý krájc.

Den Armen ins Feld, den Reichen ins Geld.
la] Dat veniam corvis, vexat censura columbas. Juvenal

Den armen ist hier nichts gegeben
als gute hoffnung, böse zeit.
Oswald v. Wolkenstein, Wer hier um dieser welten lust

Den armen ist's leben lang, den reichen kurtz.

Den armen jn den galgen, den riken under dat hoge altar.

Den armen Judas singen müssen.
i] In Armut, Not, Elend, in einen Zustand geraten, in dem man Klagelieder anstimmt. Die Redensart kommt in einem Spottgedicht auf Friedrich von der Pfalz als (Winter-) König von Böhmen vor. Es heißt dort Vers 11: 'Den armen Judas musst du singen gar bald, mein lieber Friez.' Sie ist aber jedenfalls älter und bezieht eich auf ein früheres Lied. Dag Gedicht ist überschrieben: 'Im Ton: o du armer Judas, was hastu getan?'

Den Armen kennt niemand, der Reiche hat überall Vettern.
es] Quien pobreza tiene, de sus deudos es desden, y el rico, sin serlo, de todos es deudo.

Den Armen kuriert Arbeit, den Reichen der Doktor.

Den Armen Lazarum last man liegen; dessen Freund seynd Lumpen, Leuss und Hund.

Den Armen liegt es ob, die Reichen in ihrer Macht und ihrem Müßiggang zu erhalten. Dafür dürfen sie arbeiten unter der majestätischen Gleichheit des Gesetzes, das Reichen wie Armen verbieten unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.
France, Die rote Lilie

Den Armen machet reich der Wein, drum sollt' er allzeit trunken sein.

Den armen Mann beisst die lahme Hündin, selbst wenn er auf einem Kamel reitet.
Libanon

Den Armen sterben die Ziegen, und den Reichen die Kinder.
Schweiz

Den Armen stößt man ins Loch (od. in die Grube), den Reichen hebt man hoch.
Estland

Den Armen tötet die Faulheit, den Reichen der Stolz.
Kasachstan

Den Arsch am Ofen und den Bauch am Tische, isst man gemütlich Fische.
fr] Être le dos au feu et le ventre à table.

Den Arsch feil tragen.
i] Von Frauenzimmern, die ausgehen , Männer zu fangen

Den Arsch fütternd bekommt man nichts.
Estland

Den Arsch in die Schanze schlagen.
i] Etwas wagen, sich einer Gefahr aussetzen

Den Arsch vom Bett, so bleibt der Laken rein.
nl] Met de billen van 't bed, zei meester Barend, dan bevuil je de lakens niet.

Den Arsch waschen.
i] Erfolglose Arbeit

Den Arsch weiter tragen.
i] Sich auf den Weg machen

Den Arss auffdecken.

Den arss mit ase oder trabern wischen.
la] Lutum luto purgare.

Den Arzt holen, wenn der Kranke tot ist.
en] After death comes the physician.
fr] Après la mort le médecin.
nl] Den dokter halen, als de zieke dood is.
la] Bello peracto machinas adferre.

Den Arzt zum Erben setzen.

Den Ärzten sind ihre Irrtümer am wenigsten zu verzeihen.

Den Ast absägen, auf dem man sitzt.
i] Sich selbst schädigen
la] Asciam ipse sibi in crus impingit.

Den Ast bauen.
i] Gehängt worden

Den Atem sparen.
i] Wenig sprechen

Den Ätna sieht man stets mit weißem Hut und einem Weinfass im Munde.
i] Der Schnee soll auf der Spitze des Ätna nie schmelzen, während an den Abhängen des Berges Wein blüht und reift.

Den auf dem Boden liegenden soll man nicht treten.

Den auf der Türschwelle Sitzenden und den auf die Straße Scheißenden belästigt jeder.
Estland

Den Augen eines Verliebten sind selbst Pockennarben Lachgrübchen.
Japan

Den Augen glauben ist besser (o. ist mehr zu trauen) als den Ohren.
ndt] Den oyen is beter to löven als den oren.
fr] Les yeux ont plus de crédit que les orêilles.
it] Gli occhi hanno più credenza che l'orecchie.
la] Homines amplius oculis quam auribus credunt. Seneca
la] Oculis habenda quam auribus est maior fides.
la] Oculis magis habenda fides quam auribus.
la] Plus oculo credam, quam binis auribus uni.
un] Többet hisznek a szemnek mint a fülnek.

Den Bach misten (o. umdüngen).
i] Unnütze Arbeit

Den Bäcker hängt man, den Schenker (Mundschenk) lässt man laufen.
i] Ist aus 1 Mos. 40, 21. 22 zu erklären
nl] De schenker kwam vrij, maar de bakker word gehangen.

Den Bäcker muss man nicht fragen, wie Bareschki schmecken, denn er selbst hat noch keine gegessen.
i] Die auf dem Plateau des Waldaigebirgs gelegene Stadt Waldai treibt einen bedeutenden Handel mit einem Brezel- oder vielmehr kringelartigen Gebäck, Bareschki genannt.

Den Badetag soll man halten wie den Sonntag.
i] Erklärt sich vielleicht daraus, dass die Badestuben im Mittelalter nicht wie heute täglich, sondern nur an bestimmten, von der Obrigkeit festgesetzten Tagen zum Gebrauch geöffnet waren, an kleinern Orten gewöhnlich Sonnabends, in Städten Montags oder Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Fiel auf diesen Tag ein kirchlicher Feiertag, so trat der nächstfolgende Werktag an die Stelle. Kriegk erzählt, dass der, welcher in Frankfurt a.M. am anderen Tage baden wollte, dazu die bürgermeisterliche Genehmigung einholen musste.

Den Bahner anbringen.

Den Balg füllen.

Den Balg selbst herzutragen wie der Fuchs.

Den Balg selbst zum Kürschner tragen.

Den Balken aus dem eigenen Auge ziehen.

Den Ball an die Wand werfen, damit er wieder zurückkomme.
i] In dem Sinne: die Wurst nach der Speckseite werfen
fr] Jetter la pile contre le paroy.
la] Pilam allidere parieti.

Den Ball beim Aufschnellen erwarten.
i] Den rechten Zeitpunkt benutzen
it] Aspettar la palla al balzo.

Den Ball im Sprunge nehmen.
i] Den günstigen Augenblick erhaschen, etwas zur rechten Zeit tun

Den Ballast über Bord werfen.

Den Bären ans Honigfass binden, dass er's hüte.
Russland

Den Bären brummen lassen.
z] Der Bürgervorstand musst' vor Aerger verstummen, die ganze Stadt, sie lacht ihn aus, und liess den Bären brummen.

Den Bären entgehen und dann von den Wölfen gefressen werden.

Den Bären fängt, wer kann, nicht wer will.
Russland

Den Bären kann man an keinen Strohhalm binden.
dk] Det er ikke godt at stinge biörn med skiev.

Den Bären loslassen.
i] Den Leidenschaften, den Ausbrüchen der Lust und des Mutwillens den Zügel schießen lassen.
nl] Hij last den beer los.

Den Bären mit dem Honig zu Markte schicken.
Russland

Den Bären peitschet man nicht mit Ruten.
Finnland

Den Bären suchen und vor ihm stehen.

Den Bären treiben.
z] Wann ich hab zwischen beyden lieben, den Beren jn trewlich getrieben. Hans Sachs

Den Bärenpelz machen.
i] Das Rauche herauskehren

Den Bart in der Stadt lassen.
i] Sich vor der Rückreise aufs Land dort rasieren lassen

Den Bart opfern, um den Kopf zu retten.

Den Bast reiß, wo er reisst, die Tochter verheirate, wohin man sie weist (o. holt).
Galizien

Den Bastschuh, den man angezogen, muss man tragen.
Litauen
i] Folgen guter oder schlechter Verheiratung

Den Bauch füllt man leichter als die Augen.
ndt] Der bauch wirt eim ehe voll, denn die augen.

Den Bauch kann man füllen, das Auge füllet nur Grabstaub.
Türkei
mhd] Der bauch wirt eim ehe voll, denn die augen.
ndt] Der bauch wirt eim ehe voll, denn die augen.
ndt] A Büük as fol iar a Uugen. Amrum

Den Bauch kann man sich nicht reiben, wenn die Fische im Teiche bleiben.
Jüdisch

Den Bauch kannst du dir noch so vollschlagen, die Seele wird davon nicht satt.
Russland

Den Bauch verhatscheln, heißt nach dem Kirchhof watscheln.
it] Chi troppe nutrisce il suo corpo non fa mai vecchie ossa.

Den Bauer ehrten sie, und er meinte, dass sie sich vor ihm fürchteten.
Neugriechisch

Den Bauer erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel.

Den Bauer für einen Bastschuh halten.
Litauen
i] Ihn sehr gering achten. Der Bastschuh (Pareaka) ist eine Fußbekleidung aus Bast von sehr geringem Wert, der mit einem leinenen Tuche umwundene Fuß der Landleute wird damit bekleidet.

Den Bauer schützt sein Spitz, den Klugen sein Witz.

Den Bauern das Fleisch, den Herren (o. Pfarrern) die Knochen.
Litauen

Den Bauern erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel.

Den Bauern gehört Haberstroh.

Den Bauern ist gut pfeifen.
i] Sie sind nicht gewählt
fr] A gens de village trompette de bois.
la] Sat facis indoctus fidicen saltare volenti.

Den Bauern ist gut predigen.

Den Bauern lasse ja nicht wissen, dass Brot und Birnen so gute Bissen.
it] Al contadino non far sapere, quanto sia buono il cacio colle pere.

Den Bauern riecht der mist für bisam.

Den Bauern schwillt der Kamm, die Ernte mag gut werden.
la] Semper agricola in novum annum dives.

Den Bauern soll man die Wahrheit durch ein Wildgarn sichten.

Den Bauern trauen auf ihr eid, heißt trauen eim Wolf auf wilder heid.

Den Baum an der Frucht, den Buben an der Zucht.
la] Arbor ut ex fructu , sic nequam noscitur actu.

Den Baum auf baiden achseln (Schultern) tragen.

Den Baum beginnt man nicht vom Wipfel aus zu asten.
Estland

Den Baum draufgehen lassen.

Den Baum erkennt man an der Frucht, den Menschen an der Tat.
bm] Strom po ovoci poznán bývá.
dä] Tracet kiendes paa frugten.
en] A tree is known by its fruit.
fr] L'arbre se connaît à ses fruits.
fr] On connaît l'arbre à son fruit.
fr] On connaît le cerf par ses abattures.
fr] On connaît l'homme par ses actions.
nl] Aan de vruchten kent men de boom.
it] L'albero si conosce dal frutto.
la] Arbore de dulci dulcia poma cadunt.
la] E fructu cognoscitur arbor.
un] A fát gyümölcséröl, az embert erkölcséröl könnyen megismerheted.

Den Baum erkennt man an seiner Frucht (o. den Früchten).
Estland

Den Baum kennet man an den Früchten.i] Die Denkart eines Menschen an seinen Handlungen)
en] A tree is known by its fruit.
fr] On connaît l'arbre à son fruit.
fr] On connaît le cerf par ses abattures.
fr] Un connaît l'homme par ses actions.
nl] Aan de vruchten kent men de boom.
it] L'albero si conosce dal frutto.
la] Arbore de dulci dulcia poma eadunt.
la] E fructu cognoscitur arbor.
un] A fát gyümölcséröl, az embert erkölcséröl könnyen megismerheted.

Den Baum muss man biegen, weil er jung ist, wird er alt, so will er ungebogen sein.

Den Baum muss man biegen, wenn er jung ist.

Den Baum muss man in seiner Jugend biegen.
it] Bisogna piegare l'albero finchè è giovane.

Den Baum muss man stutzen, der zu hoch will wachsen.

Den Baum soll man abhauen, der keine gute Frucht bringt.

Den baum soll man biegen, weil er jung ist, wird er alt, so will er ungebogen sein.

Den Baum soll man in Ehren halten, davon man Schatten hat.
la] Arbor honoretur, cujus nos umbra tuetur.

Den Baum umhauen, um die Früchte abzupflücken.

Den Baum, darunter man schauern will, soll man ehren.

Den Baum, der dir Schatten gibt, lass nicht niederhauen.
Ägypten

Den Baum, worauf die Ehre wächst, schüttelt jeder gern.

Den Bawren (= Bauern) trawen auff ihr eid, heizt trawen eim Wolff auff wilder heid.

Den Becher nimm mit Vorsicht zur Hand, denn Gott und Teufel sind darin gebannt.

Den Begräbnissen der Reichen fehlt nichts als Leute, die sie bedauern.
China
dä] Naar den rige falder af, samles hvermand til hans grav; naar den arme tages bort, kommer neppelig een for port.
la] Cum moritur dives, concurrunt undique cives; cum moritur pauper, vix advenit unus et alter.
sd] När den rijke faller af, samblas hvar man til hans graaf; när den arme tages bort, kommer näplig en før port.

Den Beladenen soll man nicht meiden.

Den Berg belastet der Schnee, den Menschen die Zahl seiner Lebensjahre.
Mongolei

Den Berg hinauflaufen schicket sich wohl.

Den Berg ziert der Gipfel, den Menschen der Verstand.
Russland

Den Beruf deines Vaters zu erben ist keine schlechte Sache.
Senegal

Den Beruf des Vaters zu erben ist nicht schmerzhaft.
Senegal

Den Besen auseinander reißen.
i] Eine Sache aus ihrer Stellung, ihrem Zusammenhange bringen, daher nennt Cicero einen schlechten, unordentlichen Menschen einen zerrissenen Besen.

Den Besitzlosen schreckt kein Hund.
Kasachstan

Den besseren Bissen bewahrt man immer für später auf.
Estland

Den besten Bissen lässt man immer für den Kranken.
Estland

Den besten Boten schickt man, wenn man selbst geht.

Den besten Käse benagen (o. fressen) die Mäuse zuerst.
dk] Beste ost bliver snarest muus ædet.

Den besten Mausekatzen kann noch eine Maus entrinnen, wie viel mehr den andern.

Den besten Sachen ist am schlimmsten beizukommen.
en] The best things are worst to come by.

Den betretenen Weg fortgehen.
nl] Het begane pad volgen.

Den Betrogenen, nicht den Betrügern wird geholfen.
la] Deceptis, non decipientibus opitulatur.

Den Betrunkenen erkennt man an den Beinen.

Den Bettelmann mit dem Kaiser vergleichen.
la] Minervae felem.

Den Bettelsack soll man nicht verleugnen.
Estland

Den Bettelsack umhängen müssen.
fr] Être reduit à la besace.

Den Bettelstab ergreifen.

Den Bettler belangen, heißt nichts als Läuse fangen.

Den Bettler hängt man nicht, aber den Dieb.
i] Besser betteln als stehlen

Den Bettler spielen.
i] Jüdisch-deutsch in Warschau: Er zieht auf sich den Kapzen. - Polnisch kapcan = Bettler. D.h. er zieht den Bettler bei den Haaren herbei, er gebärdet sich wie ein Bettler, ohne es noch zu sein.

Den Bettler verachte (ich) nicht, den Herrn fürchte (ich) nicht.
Estland

Den Beutel ziehen.

Den beyssel nach dem anderen schlagen.
la] Clavum clavo pellere.

Den Biernarren kann man immer bändigen, den Kwaßnarren kann niemand bändigen.
Estland

Den Bissen aus dem Munde geben.

Den Bissen verschlucken.
i] Etwas Unangenehmes ertragen

Den bittet man vergebens, der nicht helfen kann.
dk] Han bedes forgieves som ey kand hielpe.

Den Blacken (Flecken, Placken) muss man auf das Loch, und nicht daneben setzen.

Den blanken Mann putzen.
i] Etwas Überflüssiges tun.

Den blauen Rock anziehen.
i] Soldat werden.

Den Bletz neben das Loch setzen.

Den Blinden schert das Geld für die Kerzen nicht.
Aserbaidschan

Den Blitz anbinden wollen.

Den Blöden ist das Glück teuer, den Kühnen hilft das Abenteuer.
ndt] Dem blöden is dat gelukke dure.

Den Blumen im Finstern streichen.

Den Blutigen scheut jeder, den Milchigen beleckt jeder.
Litauen

Den Blutigen scheut, den Milchigen beleckt jeder.
Litauen

Den Blutzger zählen und den Batzen verwerfen.

Den Bock auf die Haferkiste setzen.
i] Eine Sache verkehrt anfangen. Das, was man sicher verwahren will, dem anvertrauen, bei dem es gerade in der augenscheinlichsten Gefahr ist.
en] To give a wolf the wether to keep.
fr] Donner le chou à garder à la chèvre.
fr] Donner les brebis à garder au loup, au plus larron la bourse.
fr] Il ne faut pas enfermer le loup dans la bergerie.
nl] De bok stoot op de haverkist.
nl] Hij is er bij, als de bok op de haverkist.
it] No bisogna dar la lattuca in guardia all' ocche.
it] Non far il nido nella tana, della volpe.
it] Non lasciar le pere in guardia all' orso.
la] Canis canistri malus est custos.
la] Custos ovium lupus. Cicero
un] Okos a kecskét nem teszi kertészszé.

Den Bock erkennt man am Bart (o. an den Hörnern).
dk] Man skal ikke tage bukken efter haarene.

Den Bock ziehen.
i] In der alten Chronik des Barons v. Valvasor finden sich Schilderungen mehrerer Charivaris. In der Beschreibung von Wibpach (Kreis Adelsberg in Illyrien) erzählt er folgenden Brauch: 'Wenn die ledige Pursch sichere und gewisse Nachricht haben, dass eine Jungfrau in ihr dreissigstes Jahr gehet, und doch noch unversprochen ist, so muss sie sich mit den Pursch vergleichen und denselben etwas spendiren oder widrigenfalls 'den Bock ziehen.' Sie nehmen eine Haus- oder Stubentür und binden ihr dieselbe an. Solche Tür muss sie, und zwar am Aschermittwoch, ziehen. Ungefähr vor 35 Jahren hat also zu H. Creutz, welches zwar schon im Görtzerischen Lande, doch gleich an der Crainerischen Grenze ligt, eine Kolinder den Bock ziehen müssen.' Der genannte Chronist fügt hinzu: 'Mit besserm Fuge sollten solche junge Tölpel und Klotzen selbst jedweder den Bock ziehen, darum, dass keiner ihrer sich angenommen hat.

Den Bock zum Aufseher des Gartens (o. des Kohles) machen.
Litauen

Den Bock zum Gärtner setzen (o. machen).
ndt] He hett denn Wulf as Schäper insett'.
dä] At binde hunden ved polsen.
dä] At lade bukken vogte haven (ulven faarene, høgen hønsene').
en] To give the wolf the wether to keep.
fr] Au plus larron la bourse.
la] Malus janitor.
la] Mustelae sevum committere.
schwed] Sätta bocken till trädgårdsmästare.

Den Boden des Sackes untersuchen.
i] Einer Sache auf den Grund gehen, genau prüfen)

Den Boden lecken.
i] Das letzte verzehren, auf der Neige sparen

Den Boden unter den Füßen fühlen (gewinnen, verlieren).

Den Boden unter die Füße nehmen.
i] Fliehen

Den Bodensatz bekommen.
la] Vinum in dolio sub dyametris.

Den Bogen (noch immer) höher spannen.
z] Vnd weil jhnen der Handel allenthalben glücklich, und nach jhren Wunsch fortgangen, haben sie den Bogen noch höher spannen wollen.

Den Bogen abschießen und den Vogel treffen ist zweyerlei.
dk] Buen skychez, men duen kurrez.

Den Bogen bricht Spannen und Nachlassen den Zorn.

Den Bogen spannen, heilt die Wunde nicht.
it] Arco per rallentar, piaga non sana.

Den Bogen überspannen.

Den Bolzen auflegen.

Den Bolzen fiedern.
i] jemandem zu seinem Vorhaben behilflich sein, ihm Mittel und Wege dazu an die Hand geben.

Den Bôm (= Baum), de mi Schatten gift, mutt ich nich verachten.
Bremen

Den Bonzen suchst du vergebens auf dem Weg zur Pagode.
Vietnam

Den Bösen ärgert das Glück der Guten.
dk] De onde deres had lider ey de fromme deres lykke.

Den Bösen geht es wohl auff Erd, als die hie seind auff jhrem Heerd.

Den bösen Hund mit Bratwürsten werfen.
i] Einen Grobian mit Höflichkeit abwehren

Den Bösen ist das meiste.

Den Bösen ist's leid, wenn's den Frommen wohl gehet.

Den bösen Mann lasse niemals Unheil an dir wissen.
i] Verbirg deine Schwächen vor dem Feind

Den Bösen missfallen, ist ein (o. das rechte) Lob.
la] Malos displicere laudari est.
la] Vera ac ficta simul spargebat fama per urbem.

Den Bösen oft zuteile ward, was man den Frommen abgespart.

Den Bösen strafen heißt dem Frommen Ruhe schaffen.

Den Brand schüren.

Den Brandstifter plagt das Feuer.

Den Braten hätt' ich gern, doch sollen ihn andere schießen.
la] Catus amat piscem, sed non vult tangere flumen.

Den Braten kann sich jeder schneiden wie er will, aber den Rock schneidet die Mode.

Den Braten merken (riechen, wittern, schmecken).
i] Irgendetwas merken, vermuten
z] Schmeckenbrätlin ist mein Nam, Schmarotzens ich mich nimmer scham. All Kirchweih, Hochzeit und Banket und wo man gehet früh und spät, da kann ich allzeit voran stohn, wo man bezahlt, lauf' ich davon.' Von Leuten, die herumschnüffeln, um ohne Bezahlung gute Bissen zu essen.
fr] Descouvrir le pot aux roses.
fr] Il sent de loin.
fr] Sentir de loin la fricassée.
la] Narem nidore supinor.
la] Quam canis acer, ubi lateat sus. Horaz
la] Sagacius unus odoror.
la] Summis naribus olfacere.

Den Braten vom Spieße fressen.
la] Calidam veruti partem arripere.

Den brauchten sie bloß in den Sarg zu legen.
i] So elend sieht er aus.

Den Bräutgam deiner Seel verlanget einzuziehen,
Blüh auf: er kommet nicht, bis daß die Lilgen blühen.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Den Brautlauf tun.

Den Brei anrichten.
z] Dieser Hadrianus (Papst Hadrian III, 885) war so künn und mütig, dz er d' erste den Brey so heiss anrichtete, daran seine Vorfaren so lange gekocht hatten. Nemlich, sobaldt er Bapst ward, machte er ein Gesetz u.s.w.

Den Brei darf man nicht eher aufessen, als bis das Mehl von der Mühle nach Hause gebracht ist.
Estland

Den Brei essen, den ein anderer eingerührt hat.

Den Brei für die andern machen.
Italien

Den Brei für die Katze kochen.
i] Sich für eine unnütze Sache viel Mühe geben

Den Brei hast du dir selber zugekocht, iss ihn aus.

Den Brei im Munde herum werfen.

Den Brei, den du angerührt, mußt du ausessen.

Den Brei, so du gerührt (o. den du angerührt), musst du ausessen.
la] Illi exedendum est qui intrivit. Terenz

Den Brief wird er nicht ans Fenster (hinter den Spiegel) stecken.
fr] Ecrire à quelqu'un une lettre à cheval.
nl] Hij zal dat schrift niet voor den spiegel steken.

Den bringt man nicht mit sechs Rossen fort.
Nürtingen

Den bringt twölf Eier darrtein (dreizehn) Küken.
Rastede

Den Brotkorb zu finden wissen.

Den Bruder Ernst nebend sich setzen.

Den Brunnen schätzt man erst, wenn er kein Wasser mehr gibt.
fr] Quand le puits est sec, on connaît la valeur de l'eau.
la] Nescit homo vere, quod habet, nisi cesset habere.

Den brunnen schließen (zudecken), so das kindt ersoffen (ertrunken) ist.
i] Die Entstehung dieses Sprichworts wurde nach Schilda verlegt. Es sei, erzählt man, einst ein Kind in einen offenstehenden Brunnen gefallen und ertrunken, worauf sofort ein Ratsdekret erschienen sei, welches das Zudecken der Brunnen, Röhrbütten und Wasserbehälter der Art in der Stadt bei namhafter Strafe im Unterlassungsfalle geboten habe. In ähnlicher Weise wurden z.B. in Frankfurt a.M. in den dreißiger Jahren die Tore erst dann durch Laternen erhellt, als die wegen demagogischer Umtriebe Verhafteten in der dicken Finsternis entkommen waren)
en] When the steed is stol'n the stable door shall be shut.
it] Dopo morte non val medicina.
it] Quando l'ucello e fuggito, poco rileva riservar la gabbia.
it9 Serrar la stalla quando si han perduti i buoni.
la] Accepto damno januam claudere.
la] Clypeum post vulnera sumere. Ovid
la] Machinas post bellum adferre.
la] Nil juvat amisso claudere septa grege.
un] Késö akkor bezárni az ajtót, mikor már oda a fakó.

Den Buckel voll Schulden haben.
Schlesien
schweiz] 'S Födloch (den Hintern) volla Scholda hoch. Appenzell

Den Buckligen bessert nur das Grab.
Estland

Den Büffel lass nicht an einem Strohdach grasen.
China

Den Büffel mitten im Tümpel und Gold mitten auf der Straße kaufen.
Thailand

Den Bugspriet gerade in den Sturm hineinstellen.

Den Bundesbrief herausgeben.
i] Ein Bündnis kündigen oder aufheben. Wenn bei entstandenen Streitigkeiten oder nach offenem Kriege Verbündete nicht mehr Gemeinschaft haben wollten, wurden die Bundesbriefe herausgegeben.

Den Bundschuh aufwerfen (o. schmieren).

Den Bürgen muss man würgen.
mhd] Burgen soll man wurgen.
bm] Rukojmĕ, hrdlo pnĕ.
bm] Slíbís-li za přítele, utrápí te nepřítel.
en] He that is surety for another is never sure himself.
en] The bail must pay.
fr] Qui répond, paie.
nl] Borgen zal men worgen.
it] Chi entra mallevadore, diventa pagatore.
it] Chi risponde paga la somma.
la] Qui leviter spondet, promisso ludit inani.
la] Sponde, noxa praesto est.
la] Spondere plurimus fuit et damno et malo.
la] Sponsio damna dabit.
sd] Den som går i borgen, går i sorgen.
sp] El que es fiador es pagador.

Den Bürgen sollst du würgen!

Den Bürgermeister ausgenommen.
i] Aus einem Gedicht: Die Ausnahme von Andr. Wilke entlehnt, der 1814 zu Grabow (Mecklenburg- Schwerin) starb, wo er Vorsteher einer Privatschule war.

Den Butzen ausschälen (ausschneiden, ausstechen).
i] Den übeln Grund und Kern einer Sache beseitigen.

Den Charakter kann man auch aus den kleinsten Handlungen erkennen.
Seneca (??-65 n. Chr.), Episteln

Den Charakter reicher Leute kann man danach beurteilen, wofür sie Geld übrig haben.
Lü Buwei

Den Damen die Ehre, sagte der Schweinetreiber, die Sauen gehen vor.
nl] L'honneur aux dames, de varkens treden vooraan.

Den Damen gebührt die Ehre, sagte der Dieb, und er ließ den Huren ihre Streiche zuerst geben.
nl] L'honneur aux dames, zei de dief, en hij liet de hoeren eerst geeselen.

Den darf man nicht an die kleine Zehe stoßen.
i] Er ist sehr empfindlich.

Den das glück reich macht, den macht es auch wieder arm.

Den Daumen aufs Kästchen halten.

Den Daumen mit ins Kändlein messen.

Den Daumen rühren.

Den Daumen wiegt man zu dem Fleisch.

Den Dechel und den Oberkaplan drauf gebrannt.
Franken
i] Auf die Frage, welche Speise es bei nächster Mahlzeit gebe.

Den Deckel ânpolsen.
Oberharz
i] Verstohlen ansehen, tot sein

Den Deckel aufschlagen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
i] Auf den friesischen Uthlanden sagt man: 'Lii de Lied üp, wan dit Jungen ön Suad fällen es.' Unter den friesischen Uthlanden begreift man die an der Westküste Schleswigs vom Festlande mehr oder weniger entfernt gelegenen Marschen: Nordstrand, Pelvorm, Föhr, Amrum und Sylt, nebst der Felseninsel Helgoland. Von 95 Kirchspielen, die sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts umfassten, sind seitdem mehr als die Hälfte verschwunden. Im Jahre 1250 mag das Land etwa 50 Quadratmeilen umfasst haben, die um das Jahr 1600 auf 20, jetzt auf 16 Quadratmeilen zusammengeschmolzen sind.

Den Deckel van de Pott bören (dûn).
Meurs
hdt] Den Deckel vom Hafen lupfen.

Den Degen eines verzagten Soldaten und die Feder eines ungelehrten Doktors soll man zusammenbinden, ihre Kinder kommen an den Bettelstab.

Den Degen muss man nicht ohne Ursache ziehen und nicht ohne Ehre einstecken.

Den Degen nach der Scheide beurteilen.

Den Denkendorfer Liederkranz vertreten.
i] Eine eingebildete lächerliche Rolle spielen. Die Redensart verdankt ihren Ursprung einem gewissen Fr. Kaufmann, der im Juli 1874 zu Denkendorf bei Esslingen gestorben ist, und der sich einst als Abgeordneter oder Vertreter des gar nicht bestehenden Liederkranzes seines Heimatsortes auf Sängerfesten in Deutschland umhertrieb und daher unter dem Spitznamen 'der Denkendorfer Liederkranz' zum allgemeinen Gespött wurde.

Den Derdendagsengast is mor last.
hdt] Der Drittetagsgast ist nur zur Last.

Den Deutschen (d. i. den Herrn) halte wie Dreck auf dem Span, den Bettler schilt nicht.
Estland

Den Deutschen (d. i. den Herrn) lobe, zu Gott bete.
Estland

Den Deutschen bringt nichts auf, wenn er nur Kartoffeln hat und Tabak rauchen kann.
Ruthene

Den Diamant schleift man mit seinem eigenen Staube.

Den Dieb behandelt man mit dem Knüppel, den Amtsschreiber mit einem halben Rubel.
Russland

Den Dieb bestehlen heißt nicht sündigen.

Den Dieb erschlägt der Räuber.
Usbekistan

Den dieb erschrecket ein mauss.
it] Al ladro fa paura anch'un sorcio.
la] Fures clamorem metuunt.

Den Dieb mit der Hand im Sack ertappen.
z] Wo ist der reiche Schatz des Fürsten hin? Man nehme die vor, so pecuniam seithero traktirt, man fordere Rechnung von ihnen, was gilts, wir wollen den Dieb mit der Hand im Sack ertappen.

Den Dieb schont man nicht.
Finnland

Den Dieb soll man henken und die Hur' ertränken.
i] Von den Strafen des Diebstahls und Kindermords. Der erstere ist in Deutschland verhältnismäßig weit härter als der letztere bestraft worden. Aber nicht bei allen deutschen Völkerschaften ward der Dieb mit dem Tode bestraft, bei einigen musste er den Wert mehrfach ersetzen und bekam noch eine Anzahl Streiche, wo es indes geschah, wurde ihm die Strafe des Stranges zuerkannt, was meist schon geschah bei Raubung einer geringen Summe von unfähr 15 Talern. Die Strafe des Ertränkens (Säckens) der Kindermörderinnen ist nicht ursprünglich deutsch, sondern aus dem römischen Recht entlehnt und ist in unsern Tagen der Hinrichtung mit dem Schwert gewichen. Im deutschen Sprichwort erscheinen übrigens Huren und Diebe sehr häufig in Gesellschaft.

Den Dieb verfolgt der eigene Schatten.
Estland

Den Dieb vom Galgen nehmen.

Den Dieb zum Schatzmeister machen.
Serbien
fr] Au plus larron la bourse.

Den Dieb, der drei Kopeken gestohlen hat, hängt man, und den, der fünfzig gestohlen hat, ehrt man.
Russland

Den dieben ist die nacht, der warheit aber das liecht dienlich.

Den Dienern geht's wie eim newen Kleidt, so hat mans gern, wird es alt, so wirds veracht.

Den Dingen den Zusammenhang vorzuenthalten ist die Sünde der aphoristischen Inzucht.
Beat Schmid

Den Dingen ihren Lauf (o. die Karre laufen) lassen.
en] To let things take their course. - To let things drift (o. rip o. slide).
fr] Laisser les choses suivre leur cours. - Laisser tout aller à vau-l'eau. - Laisser pisser les mêrinos.
it] Lasciar correre l'acqua alla sua china. - Lasciar perdere.

Den Dirnen und den Straßensängern ist das Altern nicht bekömmlich.
es] A la ramera y al juglar a la vejez les viene el mal.

Den Docht will jeder putzen, aber keiner will Öl spenden (dazu geben).

Den Donner soll man nur Herr nennen, wenn er donnert.
Japan

Den Dorn im Fuß zieht die Hand heraus, den Dorn in der Hand kann der Fuß nicht herausziehen.

Den Dornenpfad von der Wiege bis zum Grab
Muß jeder gehn, ob mit, ob ohne Stab:
Die einen unterscheiden sich von andern
Nur durch die Art, wie sie durchs Leben wandern.
Bodenstedt, Aus dem Nachlasse des Mirza Schaffy

Den Dornzaun und den Sack niemand wol versühnen mag.
i] Jener wird diesen häkeln und dieser an jenem hängen bleiben. Angewandt, wo die Natur zweier Dinge oder Personen derart ist, dass Reibungen unvermeidlich sind

Den dort eracht' ich weise, den da hab' ich lieb.
i] Gemeint sind Aischylos und Euripides
gr] Tón mèn gàr hegoumai sophòn to d' hédomai.
Aristophanes, Die Frösche (um 406 v. Chr.), 1413 (Dionysos)

Den Drachen aus der Höhle locken.

Den Dreck auspatschen.
z] Für den Herre han i bei der Wahl de Dreck auspatscht. Der wiederauferstandene Eulenspiegel, Stuttgart 1863

Den Dreck mit Dreck versiegeln.
i] Übel ärger machen

Den Dreck rütteln, dass er stinkt.
i] Alte, unangenehme Dinge aufrühren

Den Dreck soll niemand rittelen, er stincket sonst nur desto mehr.

Den Dreck zum Lohn haben.

Den Dreck, der zwischen uns ist, essen wir selbst auf.
Estland

Den Dreispitz in den Sack stoßen.
i] Von denen, die Schweres, Unmögliches anstreben oder mehr tun wollen, als sie vermögen.

Den drückt die Mütze.
Ostpreußen
i] Es fehlt ihm etwas, er ist durch sein Benehmen aufällig.

Den drückt kein Schuh, der barfuß geht.

Den Dshigiten miss an seinem Gefährten.
Russland

Den Dummen erscheint die Mutter Gottes.
Spanien

Den Dummen fürchte, den Bösen tadle.
Estland

Den Dummen gehört die halbe Welt.
i] Nur nicht was darin ist

Den Dummen ist gut predigen.
la] Inter indoctus et Corydus loquitur.

Den Dummen macht man die Gefängnisse, die Klugen sitzen darin.
Estland

Den Dummen täuscht man mit einem Apfel, den Klugen kann man nicht mal mit einem Taler täuschen.
Estland

Den Dummen trifft's Glück.

Den Dümmsten ist das Glück am meisten hold.

Den Durchlauff im Beutel haben, ist böss.

Den Durchmarsch (Diarrhöe) haben.

Den dürren Baum reiten.
i] Gehängt werden. So einfach eigentlich die Hinrichtung des Hängens ist, so wurde sie doch von der Phantasie der Vorzeit mit schauerlichen Symbolen und unheimlichem Ritus ausgeschmückt. So nahm man nicht den ersten besten Baum des Waldes, sondern suchte vielmehr laublose, verdorrte Bäume dazu aus.

Den Durst löschen
en] to quench (o. slake) o's thirst
fr] apaiser (o. étancher) la soif
it] spegnere (o. smorzare) la sete

Den Durst mit Salzwasser (mit Hering) löschen.

Den duzen die Schöpse auf der Straße.
z] Ich dachte an die Zeit, wo wir in Frankreich sechs Wochen lang Mittags Kartoffeln und Schöps und Abends Schöps und Kartoffeln essen mussten, sodass wir Gefahr liefen, von den Schöpsen auf der Straße geduzt zu werden.

Den Edelmann auf den Bettelmann setzen.
nl] Het is de edelman of de bedelman.

Den Edelmann spielen.
nl] Hij speelt voor edelman.

Den Edlen schmerzt die Rede, den Elenden nicht.
Jemen

Den ehret man wie einen Gott, dess man darff in der not.

Deutsche Sprichwörter
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