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Das Leben verstreicht, während es sich verlängert.
la] Dum differtur, vita transcurrit.

Das Leben vieler Menschen besteht aus Klatschigkeiten, Tägigkeiten, Intrige zu momentaner Wirkung.
Goethe, Maximen und Reflexionen 917

Das Leben von dreien ist kein Leben mehr: wer auf den Tisch eines andern hofft, wer unter der Herrschaft seiner Frau steht und wer mit körperlichen Leiden behaftet ist.
Hebräer
fr] Mets ta vie pour ton honneur et tous deux pour ton créateur.
la] Vita et fama pari passu ambulant.
sd] Lif och ära bör man hålla lika kära.

Das Leben von Gott, das Essen von Hof.
la] Equus me portat, alit me rex.

Das Leben wagt der Mut, nicht das Gewissen.
Schiller, Wallensteins Tod, IV, 6 (Gordon)

Das Leben wäre ein ewiges Verbluten, wenn nicht die Dichtkunstwäre. Sie gewährt uns, was die Natur versagt: eine goldene Zeit, die nicht rostet, einen Frühling, der nicht abblüht; wolkenloses Glück und ewige Jugend.
Börne, vermischte Aufsätze: Denkrede auf Jean Paul

Das Leben wäre unerträglich, wenn wir uns seiner bewusst würden.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Das Leben Welt ist wie eine Hühnerleiter: von oben bis unten beschissen.

Das Leben will keine Zeit verlieren.
B. V. Arnim, an Clemens Brentano

Das Leben wird der Tod verschlingen
Und ein Gesetz der Liebe sein.
Geibel, Die Sehnsucht des Weltweisen

Das Leben wird gegen Abend, wie die Träume gegen Morgen, immer klarer.
Karl Julius Weber, Demokritos, Das Alter, Schluss

Das Leben wird immer reicher, je wackliger man wird...
Döblin, Male, Mühle, male

Das Leben wird nach den Taten gemessen, nicht nach den Tagen.
Metastasio

Das Leben wird niemandem als Eigentum, allen aber zum Gebrauch gegeben.
Lukrez, Von der Natur

Das Leben wird schon lehren (o. zeigen).

Das Leben wirkt mehr als die Lehre.
i] Wir folgen in unsern Handlungen mehr dem Beispiel anderer als deren Vorstellungen.
dä] Vi leve ei efter forskrifter, men exempler.

Das Leben wohnt in jedem Sterne:
Er wandelt mit den andern gerne
Die selbsterwählte reine Bahn;
Im innern Erdenball pulsieren
Die Kräfte, die zur Nacht uns führen
Und wieder zu dem Tag heran.
Goethe, Zahme Xenien

Das Leben wurde uns nicht verliehen, um ganz im Streben nach dem aufzugehen, was wir zurücklassen müssen, wenn wir sterben.
Smiles, Die Sparsamkeit

Das Leben zu beschleunigen, ist eine böse Tat. Die beiden heilkräftigsten Elemente werden dabei unterdrückt: die Vergeßlichkeit und die Faulheit.
Jean Giraudoux

Das Leben zusammen mit der Schwiegertochter ist wie einen Schafshals scheren und wie Sackleinen weben und das Weben beenden.
Estland

Das Leben, das die meisten führen, zeigt ihnen, bis sie's klar erkennen:
Man kann sich auch an offenen Türen den Kopf einrennen!
Erich Kästner

Das Leben, das in allen existierenden Dingen wirkt, können wir uns weder in seinem Umfange noch in allen seinen Arten und Weisen, durch welche es sich offenbart, auf einmal denken.
Goethe, Kristallisation und Vegetation

Das Leben, das ist die Unvorstellbarkeit des Todes.
Johannes Urzidil

Das Leben, das sterben muss, der Leib, der leiden muss, sind bei allen Menschen gleich.

Das Leben, es mag sein, wie es will, ist ein Glück, das von keinem anderen übertroffen wird.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1902)

Das Leben, Gott sei Dank, ist kein Tummelplatz großer Gefühle, sondern eine Alltagswohnstube, drin das so genannte Glück davon abhängt, ob man friert oder warm sitzt, ob der Ofen raucht oder guten Zug hat.
Theodor Fontane, Briefe

Das Leben, so gemein es aussieht, so leicht es sich mit dem Gewöhnlichen, Alltäglichen zu befriedigen scheint, hegt und pflegt doch immer gewisse höhere Forderungen im stillen fort und sieht sich nach Mitteln um, sie zu befriedigen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 164

Das Leben, weiß ich,
Behauptet ewig vor dem Tod sein Recht,
Und rascher, wo das Schicksal mächtig drängt,
Erlischt der Anspruch der Vergangenheit.
Geibel, Sophonisbe, IV, 2

Das Leben, welches wir von unsern Eltern empfingen, ist ein heiliges Unterpfand, das wir unsern Kindern wieder mitteilen sollen. Das ist ein ewiges Gesetz der Natur, auf welches sich ihre Erhaltung gründet.
Heinrich von Kleist, an Ulrike von Kleist, Mai 1799

Das Leben, wie es eilig flieht,
Nehmt ihr genau und stets genauer,
Und wenn man es beim Licht besieht,
Gnügt euch am Ende schon die Dauer.
Goethe, Faust II, Paralipomena - Bruchstücke

Das Leben... ist einfach eine mauvais quart d'heure, garniert mit köstlichen Augenblicken.
Oscar Wilde, Eine Frau ohne Bedeutung

Das Leben: ein langes Verfahren, müde zu werden.
Samuel Butler

Das lebende Publikum gleicht einem Nachtwandler, den man nicht aufwecken soll, er mag noch so wunderliche Wege gehen, so kommt er doch endlich wieder ins Bette.
Goethe, Schriften zur Literatur - Nach Berlin

Das Lebend'ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
Goethe, Divan - Buch des Sängers - Selige Sehnsucht

Das Lebendige eines Gemäldes entspringt aus der Ausführlichkeit, das Ausführliche jedoch wird durchs Einzelne dargestellt, und wo will man Einzelnes finden, wenn die Teile zum Allgemeinen erweitert sind ?
Goethe, Schriften zur Kunst - Über Leonardo da Vincis Abendmahl - Neueste Kopie

Das lebendige Gesetz ist der König.
i] Das Staatsoberhaupt als Vertreter der Gesamtheit

Das Lebendige hat die Gabe, sich nach den vielfältigsten Bedingungen äußerer Einflüsse zu bequemen und doch eine gewisse errungene entschiedene Selbständigkeit nicht aufzugeben.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1253

Das lebendige Leben muss etwas unglaublich Einfaches sein, das Alltäglichste und Unverborgenste, etwas Tagtägliches und Allstündliches, etwas dermaßen Gewöhnliches, dass wir einfach nicht glauben können, dieses Einfache könnte es sein, und deshalb gehen wir schon so viele Jahrtausende an ihm vorüber, ohne es zu bemerken und zu erkennen.
Fjodor M. Dostojewski, Der Jüngling

Das Lebendige legen auf'n Toten.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Das Lebendige für das Tote wagen, Gewisses für Ungewisses geben.

Das Lebendige muss man ergreifen und üben, aber im stillen, sonst wird man gehindert und hindert andere.
Goethe, Wanderjahre III,3

Das Lebendige schon muss man schätzen. Alle Literatur, italienische, französische, deutsche, ist wie eine Gestaltung aus dem Wasser zu Mollusken, Polypen und dergleichen, bis endlich einmal ein Mensch entsteht.
Goethe, Riemer, Mitte November 1810

Das lebendige Wort bewirkt viel.
la] Multum viva vox facit.

Das lebendige Wort lehrt.
la] Viva vox docet.

Das Lebenslicht ausblasen

Das Lebensziel des Menschen besteht darin, auf jedwede Weise zur allseitigen Entwicklung alles Bestehenden beizutragen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1847)

Das lebhafte poetische anschauen eines beschränkten Zustandes erhebt ein Einzelnes zum zwar begrenzten, doch unumschränkten All, so dass wir im kleinen Raume die ganze Welt zu sehen glauben.
Goethe, Schriften zur Literatur - Des Knaben Wunderhorn

Das Leck ist leicht (schon noch) zu stopfen.
ho] Hij zai het lek wel stoppen.

Das Leck ist nicht zu stopfen.
ho] Dat lek is niet te stoppen.

Das Leder beim Schuster, das Tuch beim Schneider kaufen.

Das Leder klagt, ehe die Ratte es angreift.
Persien

Das Leder stehlen und die Schuhe um Gottes Willen geben (ist ein schlechter Gottesdienst).
i] So wurde 1825 in Paris der größte Teil der Pacht für die Spielbanken zur Unterstützung der Kirchen und Hospitäler verwandt.

Das leere Haus ist das Besitztum der Wespe.
Hindi, Indien

Das leere Haus ist voll von Lärm.
i] Von leerer Betriebsamkeit

Das leerste Märchen hat für die Einbildungskraft schon einen hohen Reiz, und der geringste Gehalt wird vom Verstande dankbar aufgenommen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Das Lehn ist der Ritter Sold.
[RSpW]
i] Dadurch unterscheidet sich das Lehn aufs deutlichste von der Satzung, dass sich jenes auf ein Treu- und Dienstverhältnis zwischen Herr und Mann gründet. Satzung verlangt keine Dienstleistung durch Mannschaft, aber Lehn soll dem nicht zustehen, der den Dienst nicht tragen kann, denn es ist ein Sold der Ritterschaft.
mhd] Das lehen ist der rittere sold.

Das Lehnssystem war es, in welchem die ärgste Sklaverei und ausgelassene Freiheit unmittelbar nebeneinander existierte.
Wilhelm von Humboldt, Ideen über Staatsverfassung

Das lehr uns,
Dass eine Gottheit unsre Zwecke formt,
Wie wir sie auch entwerfen.
Shakespeare, Hamlet, V, 2 (Hamlet)

Das Lehramt des Petrus
la] cathedra Petri

Das Lehren ist wie das Segeln; der Wind und die Segel treiben das Boot voran; der Segler muss es steuern und führen. Der Lehrer darf niemals vergessen, dass nicht er alle wichtigen Entscheidungen trifft und die Anregungen nicht nur von ihm ausgehen; er darf den Schüler nicht beherrschen wollen.
Yehudi Menuhin, Ich bin fasziniert von allem Menschlichen

Das Leichentuch hat keine Tasche.
tü] Kefenin cebi yok.

Das Leichte schwimmt oben.

Das Leid bricht nieder Scheffel voll und geht von hinnen Zoll um Zoll.
sp] El mal entra a brazadas y sale a pulgaradas.

Das Leid geht bei ihm im Chor ein.

Das Leid ist unendlich, die Freude hat ihre Grenzen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal

Das Leid ist unendlich, es nimmt alle Formen an. Bald ist es durch die blinde Willkür der Geschehnisse bedingt: Unglück, Krankheit, Ungerechtigkeit des Geschicks, Schlechtigkeit der Menschen; bald hat es seinen tiefsten Grund im eigenen Wesen.
Rolland, Das Leben Michelangelos

Das Leid liebt uns und heftet sich an uns. Man muss es lieben, wenn man das Leben ertragen will.
France, Aufruhr der Engel

Das Leid über ein tot Weib währt nicht lange.

Das Leid, das einer mit freuden angehet, kommt ihm desto leichter an.

Das Leid, das man verborgen wahrt, ist leichter zu ertragen;
Doch meiner Frau Gesicht und Art verrät mich, nicht mein Klagen:
Ihr Geld ist gut, sonst alles schlecht; seid klug, hier könnt ihr's sehen:
Ich dien wie ein gefangner Knecht.
Caecilius, Plocium

Das Leiden der vielen ist ein Trost für den Narren.
Mexiko

Das Leiden geht dahin, wo man es am bequemsten bettet.
Spanien

Das Leiden grade ist unsere größte Hoffnung. Denn es ist der Sehnsuchtsschrei der Unvollkommenheit, der von ihrem Glauben an Vollkommenheit zeugt wie der Schrei des Kindes von dem Glauben an die Mutter.
Tagore, Persönlichkeit

Das leiden ist heylig, wers kent.

Das Leiden ist ja die einzige Ursache der Erkenntnis.
Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Das Leiden ist, von der einen Seite betrachtet, ein Unglück und, von der anderen betrachtet, eine Schule.
Samuel Smiles, Charakter

Das Leiden kommt ungewollt, Krankheit ohne Hilfe.
Estland

Das Leiden selber ist ein Arzt.

Das Leiden, Kreuz, bös Weib und Sünd, wern offtmals gut, wenn mans verstünd.

Das Leidende und Geschwächte ist keiner Abhärtung fähig.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Das Lernen aus den Büchern ist nichts ohne Lernen aus der Praxis.
Becher, Kühnheit und Begeisterung

Das Lernen enthält die Irrtümer der Vergangenheit wie auch ihre Weisheiten.
Alfred North Whitehead (1861 - 1947)

Das Lernen hat kein Narr erfunden.

Das Lernen ist für den Reichen wie feine Kleider, und für den Armen wie Reichtümer.
Insel Man

Das Lernen ist schwer, das Können (ist) leicht.

Das Lesen aber ist für mich... lebensnotwendig, einmal um geistiger Beschränktheit vorzubeugen; zweitens ist es notwendig, um kennenzulernen, was andere gefunden haben, drittens, um das Gefundene beurteilen und über das, was noch zu finden ist, nachdenken zu können. Das Lesen führt dem Geist neue Nahrung zu und erfrischt uns, wenn wir von wissenschaftlicher Arbeit erschöpft sind, ist allerdings mit neuer wissenschaftlicher Arbeit verbunden.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Das Lesen ist ein durch nichts zu ersetzender Prozess, um durch aktive Teilnahme an Weltgeschehen seine eigene Innenwelt zu finden.
Fliegende Blätter

Das Lesen kann dem Menschen dazu dienen, seinen Kopf mit gediegenen Kenntnissen anzufüllen, seinen Geist zu bereichern, seine Vorstellungen zu erweitern und zu berichtigen und sein Urteil durch ständige Übung im Nachdenken über die Gedanken des anderen zu festigen.
M. Grimm, Die Kunst des Lesens

Das Letzte des Beweises: die Überzeugung, ist kein Gedanke, sondern ein Gefühl, nämlich, dass das, was dem Verstande bewiesen worden ist, auch den übrigen Faktoren der menschlichen Existenz nicht widerspreche, ihnen genehm sei.
Grillparzer, Studien zur Philosophie und Religion

Das letzte Geißlein schlachten, damit das Mäglein satt werde.

Das letzte Geschäft tötet das erste.
[RSpW]
i] Jede spätere letztwillige Verfügung hebt die frühere auf

Das letzte Hemd hat keine Taschen.
i] Geizen ist nutzlos

Das letzte kalte Wasser gibt die Tochter.
Estland

Das letzte Kind bringt immer die Mutter um.
Jamaika

Das letzte Kind ist des Backtroges Brotteigrest.
Estland

Das letzte Lachen ist besser als das erste.

Das letzte Lamm der Herd' wird vom Wolf zuerst verzehrt.
dä] Det lam som er bagest, er helst for ulfen.

Das letzte Liedlein singen.
ho] Dat laatste liedje zingen.

Das letzte Loch des Fuchses ist des Pelzhändlers Laden.

Das letzte Mittel der Könige (der letzte Ausweg)
la] ultima ratio regum

Das letzte muss den last tragen.

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