<<< Weisheiten 0320 >>>

Das kann einen philadelphischen Advokaten in Verlegenheit setzen.
USA
i] Ein amerikanischer Advokat hat mehr Schwierigkeiten zu überwinden, um sich in seinem Fache auszuzeichnen, als irgendein Advokat in der Welt, weil er nicht nur die englischen Gesetze, sondern auch die Statuten jedes Staats der Union kennen muss. Für die scharfsinngsten in der Beweisführung und die tüchtigsten in wissenschaftlicher Rechskenntnis gelten die Rechtsanwälte Philadelphias.

Das kann Folgen haben.
ho] Die zaak kan gevolgen hebben.

Das kânn i ma âfingerle.
Niederösterreich
i] Das ist nicht so schwer zu begreifen, ich kann es an den Fingern abzählen

Das kann ich auch, sagte der Kater, als er ein Kamel sah, und machte einen krummen Buckel.

Das kann ich aus- und einwendig.
i] Das verstehe ich gründlich

Das kann ich dir schriftlich geben
v] da gehe ich jede Wette ein
en] you can bet your life on that
fr] je t'en réponds - je t'en donne (o. fiche) mon billet
it] te lo posso mettere nero su bianco

Das kann ihm die Kappe kosten.
i] Er kann darüber die Pfarre verlieren, weil ehemals unter Kappe eine Kleidung über den ganzen Leib und insbesondere ein Mönchs- und Priesterrock verstanden wurde.

Das kann in keinem Fass gekühlt werden.
z] Dat dem kerkherrn ein finger versehret was, dat konde in kenen vaten geköhlet werden.

Das kann keine Feder beschreiben.
ho] Dat is met geene pennen te beschriven.

Das kann keine Klage heißen, da kein Richter bei Gericht ist.
[RSpW]
i] Die Klage konnte rechtswirksam nur am Gerichtsorte und vor dem Richter gestellt werden, nicht in dessen Wohnung oder sonst irgendwo.

Das kann Lehmanns Kutscher auch.
i] In Breslau, wenn jemand beim Spiel gute Karten bekommt und infolge dessen gewinnt.

Das kann man (für alles) Gold nicht haben.
fr] On n'en peut avoir ni pour or ni pour argent.

Das kann man fast mit Fäusten greifen.

Das kann man für ein Ei und einen Apfel bekommen.

Das kann man mit der Elle ausmessen.
ho] Men mag het wel met de el uitmeten.

Das kann man nicht angreifen ohne eiserne Handschuhe.
i] Von einer kitzeligen Sache, die mit Behutsamkeit und Überlegung behandelt sein will, sagt der Franzose: Cela ne se prend pas sans mitaine.

Das kann man nicht aus dem Ärmel schütteln.
i] Sorglos und leichtsinnig in einer Sache verfahren, mit etwas umgehen, auch ohne Vorbereitung predigen, Verse machen usw., etwas mühelos vollbringen
en] You can't pull (o. produce) that out of your hat. - It does not grow on trees. (Von Geld)
fr] Cela ne se jette pas en moule. - Cela ne se trouve pas dans le pas (o. sous le pied) d'un cheval. - (Vor allem von Geld). - On ne peut pas faire sortir cela de terre.
it] Ciò non si può fare in quattro e quattr'otto.

Das kann man nicht ohne Handschuhe tun.
i] Es ist nicht so leicht, man kann (mag) es nicht geradezu angreifen
fr] Cela ne se prend pas sana mitaine.

Das kann man sich am Arsch abfingern.

Das kann man sich an den Fingern abklavieren.
Köthen

Das kann man sich an den Fingern abzählen.
v] Das ist mit den Händen zu greifen.
en] That is as clear as daylight. - That leaps to the eye.
fr] Cela crève les yeux. - Cela saute aux yeux. - C'est à toucher du doigt.
it] Questo salta all'occhio (o. balza agli occhi)

Das kann man sich noch beschlafen.
fr] Il y a jour d'avis.
ho] Jets met houts koole en krijt overleggen.

Das kann man so prick (genau) nicht weißen (wissen).
Ukermark
i] Im Scherz in der sogenannten messingschen Sprachweise (d.h. platt- und hochdeutsch gemischt, gezwungen vornehm) von Dingen gesagt, die niemand wissen kann.

Das kann mir der Esel sagen, da brauch' ich den Müller nicht dazu.
Altenburg
i] Um grobe Reden und Ausfälle zurückzuweisen

Das kann mir gestohlen werden.
i] Ich lege keinen Wert darauf.

Das kann nicht jede Kuh.
la] Non sus quivis hoc norit.

Das kann selbst ein Kind merken.
la] Et puero perspicuum.

Das kann viel Brot geben, sagte Eulenspiegel, als er einen Sack Mehl, den er aus der Mühle brachte, unter die Brücke in den Fluss fallen liess, wenn nur das Wirkemehl (= Mehl zum Auskneten) nicht ausgeht.

Das kann weder Elbe noch Rhein abwaschen.

Das kann weder Hund noch Katze verstehen.
ho] Hond noch kat kann dat verstaan.

Das kann wohl einem begegnen, aber nicht Hunderten.
dä] Det kand baendes een og ikke hundrede.
it] Ogni colomba non porta l' olivo.

Däs kann zu a baise Häuser gaun.
i] Es kann schlimme Folgen haben, einen bösen Ausgang nehmen

Das kannst du deiner Großmutter erzählen
v] das kauf' ich dir nicht ab - wer's glaubt, bezahlt einen Taler
en] tell that to the marines!
fr] à d'autres!- mon oeil!
it] va a raccontarlo altrove! - questo puoi raccontare ad altri!

Das kannst du dir abschminken!
en] To forget sth. - To put sth out of one's mind. - To write sth off.

Das kannst du in den Rauchfang (o. den Schornstein o. ins Kamin) schreiben
v] das kannst du abschreiben (o. dir ans Bein streichen)
en] write that off! - you may whistle for it
fr] tu peux en faire ton deuil - tu peux te l'accrocher - tu peux faire une croix (sur ta créance) - raye cela de tes tablettes
it] puoi fare una croce su questo

Das Kanu trifft nie den Baumstumpf wieder, von dem es gehauen wurde.
Kongo

Das Kapital des Reichen ist im Geldschrank, das des Klugen im Kopf.
tü] Zenginin sermayesi kasasında, alimin sermayesi kafasında.

Das Kapital ist akkumulierte Arbeit. Arbeit ist Kapital, das sich nicht akkumuliert.
Laffitte

Das Kapital ist scharf auf Nullen.

Das Kapitel von der Elektrizität ist noch das, was in neuerer Zeit nach meinem Sinne am vorzüglichsten bearbeitet ist.
Goethe, J. D. Falk, 28.2.1809

Das karge Weib geht oft zur Kiste.
mhd] Dat karge wyf geit vake to der kisten.
la] Aggreditur coniunx capsellam paria subinde.

Das Kartenspiel bleibt ungewehrt, wenn man zu rechter Zeit aufhört.

Das Kartenspiel ist des Teufels Betbüchlein.

Das Kartenspiel nicht mehr in der Hand haben.
Luthers Tischreden
i] In einer Sache nicht mehr freie Hand besitzen.

Das Kartoffelfeld der Witwe ist unter dem Stein des Ofenlochs und die Wasserlöcher für Flachs unter dem Dünnbierfaß.
Estland

Das Kätzchen ist stolz worden, es will nicht vom Ofen herab.

Das Kätzel (Kätzchen) schwimmt manchmal ärschlich.
Hirschberg
i] Wenn etwas nicht nach Wunsch geht. Auch fragend: Schwamm's Kätzel ärschlich? Ging's nicht nach Erwarten?

Das Katzenmaul lässt gedeihen, Hühnerzehen zerstören.

Das Katzenweibchen ernährt immer die Jungen.

Das Kätzlein ist wie die Katze.

Das Kätzlein wollt sich gern putzen.

Das kaufe ich dir nicht ab.

Das Kaufen billiger Ware ist Geldverschwendung.
Estland

Das kauft ihm niemand ab.

Das Käuzchen fliegt.
i] Glückssymbol)
la] Noctua volat.

Das kenn' ich wie der Esel (die Ziege, das Schwein) die Petersilie.
Tschechien

Das Kennzeichen des Philisters ist sein Beharrungsvermögen im geistigen Unterstand seiner Verbildung.
K. Peltzer, An den Rand geschrieben

Das Kennzeichen eines Herzens im Glück ist ein heiteres Gesicht.
Jesus Sirach, 13, 26

Das Kennzeichen für einen Satten ist das Übriglassen.
Afrika

Das Kerbelkraut schmeckt der Jugend nicht (mehr).
Österreich
z] Sie wirft den Strohsack vor die Tür und buhlt öffentlich.

Das Kerbholz zerschneiden.

Das Kerzlein ist bis auf den Nagel abgebrannt.
i] Die Sache, die Wirtschaft, das Leben geht zu Ende. Es ist zum Äußersten gekommen. Von der Sitte, in Kirchen kleine Wachskerzchen auf den Nagel des Daumens zu kleben und sich beim Lesen zu leuchten. Es ist verspielt. Die kuw (Kuh) ist am galgen. Es ist verloren als eins juden seel: Das Sprichwort tregt den verstand auf dem ruck, wann man wil sagen, es sei gethon, aus und verspilt. Auch: Nagel = In österreichischer Mundart Neige (Ende).
ndt] De Käz ess an der Näl gebrannt.
la] Res ad triarios rediit.

Das Ketzlin (Kätzlein) hat scharffe Klawlin und Phötlin: erwischt es dich beym Ohrlin, so helt es dich, hüt dich.

Das Kibitzei in der Hand ist besser als der Kibitz im Rohr.

Das Kind akzeptiert einfach, dass es Männer und Frauen gibt, wie es einen Mond und eine Sonne gibt.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Das Kind aus der Wiege werfen.
i] Einen schwer erzürnen.

Das Kind aus einem Schlaf in den anderen, die Jungfrau von einer Arbeit zur anderen treiben.
Estland

Das Kind bei seinem rechten Namen nennen (o. rufen).
i] Mit der Wahrheit nicht hinter dem Berge halten, eine Angelegenheit ohne verhüllende Redensarten darstellen.
ndt] Dat Kind bi sinem Namen nömen. Pommern
en] to call a spade a spade
fr] appeler un chat un chat (et Rollet un fripon)
fr] Nommer les choses par leur nom.
it] dire pane al pane e vino al vino
la] Dicere id, quod res est.

Das Kind bekommt auf dem Jahrmarkt Weißbrot und nach dem Jahrmarkt Prügel.
Estland

Das Kind beschmuzt sich und reisst Löcher, die Mutter näht und wäscht.
Tschechien

Das Kind braucht Brei und die Wurzel Dünger.

Das Kind bricht alle Gedinge.
[RSpW]
i] Wenn auch die Eheleute beim Beginn ihrer Ehe ihre künftigen Vermögensrechte zu ordnen berechtigt sind, das eheliche Kind bricht ihre Ehestiftungen und Verträge; denn jedem Kinde gehört seiner Eltern Gut. Das Kind bricht aber auch in lehnsrechtlicher Beziehung dann das Gedinge, wenn ein Lehen für den Fall seines Ablebens ohne männliche Nachkommen einem andern zugesichert war, der Lehnsbesitzer aber noch einen lehnsfähigen Erben erhält.
mhd] Daz kint daz bricht all gedinge.

Das Kind büsert.
Oberhessen

Das Kind darf dem Brot keine Schande machen, Brot macht manchmal dem Kind Schande.
Estland

Das Kind darf nicht mit dem Waschwasser ausgeschüttet werden.
Estland

Das Kind der Stiefmutter wird doppelt (o. zweimal) gefüttert (o. genährt).
Polen

Das Kind des Kaufmanns erwacht beim Klang des Rechenbretts.

Das Kind des Nachbarn ist deins.
Bantu

Das Kind des Retters wird nicht gerettet.
Bantu

Das Kind die Rute lehrt, die Not den Mann bekehrt.
Rumänien

Das Kind eines Löwen ist ein Löwe.

Das Kind eint und scheidet der Eltern Gut.
[RSpW] '
i] Welche besondern Festsetzungen die Eltern bei Eingehung der Ehe in Betreff ihres Gutes gemacht haben mögen, sie können die Erbrechte des Kindes nicht beeinträchtigen.
ndt] Dat kindt sammt und scheidet dat Gut siner Olderen. Rügen

Das Kind ernährt ja nicht die Eltern, die Eltern ernähren die Kinder.
Estland

Das Kind erstickt oft die Mutter.

Das Kind erzieh mit der Rute in der rechten Hand und dem Brötchen in der linken Hand.
Estland

Das Kind fällt (o. gehört) zur ärgern Hand.
[RSpW]
i] Während in einem Teile Deutschlands das Kind der bessern Hand folgte, einem andern die freie Mutter ein frei Kind gewann, wieder die Söhne nach dem Vater, die Töchter nach der Mutter ihr Freiheitsmaß bestimmt erhielten, sagt das obige Sprichwort, das einer späteren Zeit und einem in ungesetzlicher Form entstandenen Gesetz angehört, dass die Kinder stets unfrei sind, wenn nur eins der Eltern unfrei ist. Unter der 'ärgern Hand' wird der Ehegatte verstanden, welcher mit dem andern nicht von gleichem Stande ist, es mag Vater oder Mutter sein. Das Sprichwort will daher sagen, dass Kinder aus einer ungleichen Ehe entsprossen, allemal nur den Stand erlangen, welchem der ungleiche Gatte angehört. Zu den ungleichen Ehen gehörten die eines Freien mit einer Leibeigenen, oder eines Adlichen mit einer Bürgerlichen. Unter den verschiedenen Abstufungen der Freien kennt der Sachsenspiegel keine Missheiraten. Und wenn es darin heisst, dass ein Kind besser geboren sein könne, als seine Mutter; so ist dies nur in dem Falle denkbar, wenn die Mutter aus einer andern Klasse der Freien als der Vater ist.
mhd] Diu kint gehörent zu der ergern hant.
la] Partus sequitur ventrem.

Das Kind fällt wieder in der Mutter Schoß.
[RSpW]
i] Der mütterliche Schoß bezeichnet Eltern uud Großeltern. Das Sprichwort redet von der Verlassenschaft eines Kindes und sagt, dass sie nach dem Tode des Kindes den Eltern wieder zufalle. Daher hieß früher das Erbrecht der Eltern auch Schoßfall. Nach dem römischen Rechte haben die leiblichen Geschwister eines Kindes nach dessen Tode gleiches Recht am Erbe mit den Eltern.
fr] D'ou vient l'agneau, là retourne la peau.

Das Kind fängt kaum an zu verstehen, da beginnt es auch schon, alt zu werden. Korea

Das Kind findet sich leichter als die Wiege.

Das Kind folgt dem Busen.
[RSpW]

Das Kind folgt der Mutter, die es geboren hat.
en] Birth follows the belly.

Das Kind folgt der Mutter. England
en] Birth follows the belly.

Das Kind folgt seiner Mutter.
i] Sagt, dass der Geburtsstand der Mutter den des Kindes bestimmt. Galt früher von Kindern aus Ehen zwischen freien und leibeigenen Personen, oder von Ehen unfreier Leute, die verschiedenen Herren gehörten, jetzt bedingungsweise von unehelichen Kindern.
mhd] Dat kint volghet sijnre moeder.
fr] Le ventre affranchit.

Das Kind geben, um die Wiege zu er(be)halten.

Das Kind geht nach der bessern Hälfte.
[RSpW]
i] Im alten Norden war es Rechtsgrundsatz, dass wenn eins der Eltern frei war, das Kind stets dessen Geburtsstand erhielt, und zwar ohne Unterschied des Geschlechts.
dä] Gangin barn a bätra halvo.

Das Kind hält das, was es begehrt, und das, was ihm gehört, für eins.
Jean Paul, Aphorismen

Das Kind hasst den, der ihm alles gibt, was es will.

Das Kind hat den Verstand meistens vom Vater, weil die Mutter ihren noch besitzt.
Adele Sandrock

Das Kind hat des Hundes Wärme in sich.
Estland

Das Kind hat des Kaisers Recht.
Estland

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