<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Das Messer ist bis auf den Knochen gegangen.
i] Die Wunde ist bedeutend tief.

Das Messer ist des Schweines, der Junge des Mädchens Mörder.
Estland

Das Messer ist nicht des Kindes Spielzeug.
Estland

Das Messer ist so scharf, dass man darauf bis Paris reiten könnt und thät kein Wolf kriege.
Ulm

Das Messer kennt seinen Herrn nicht.
Kongo

Das Messer kommt nicht aus der Scheide.
fr] Ce cousteau ne vient pas de ceste gaine.

Das Messer macht nicht den Koch.

Das Messer nach der Schneide, das Schiff nach dem Wasser.
nl] Neem't mes naar de scheê, en't schip naar de zee.

Das Messer neben die Scheide stecken.

Das Messer noch tiefer in die Buttermilch stecken.
z] Ich will ihm zu verdrieß und zu leid (spricht mancher verlorene Sohn) ein Bankett halten und das Messer noch tiefer in die Buttermilch stecken.

Das Messer sammt der Scheide.
nl] Daar is het mes met de scheede.

Das Messer schneidet das Wasser bis auf den Boden.

Das Messer sitzt (steht) ihm an der Kehle (Gurgel).
i] Ist in großer Gefahr. In dem Sinne: Er ist auf den Hund gekommen. Es geht mit ihm auf die Neige. Er pfeift auf dem letzten Loche. Es ist mit ihm Matthäi am letzten.
fr] Il a les pieds sur la braise. Il danse sur la corde. Il est aux abois, au bout de ses flûtes, près de ses pièces. Il est bas percé. Il ne bat plus que d'une aile. Il ne sait plus sur quel pied (corde) danser, de quel bois faire flèche, où donner de la tête. On lui a mis le couteau sur la gorge.
la] Ensis haeret jugulo. Ovid
la] Sita est res in cuspide ferri.

Das Messer steht ihm an der Kehle.

Das Messer zerstört die Scheide.
fr] La lame use le fourreau.

Das Messer, das dein Brot schneidet, kann dir auch den Hals abschneiden.
Surinam
i] Etwas kann zum Guten und Schlimmen ausschlagen; es kommt alles auf Zeit und Umstände an. Der beste Freund kann der gefährlichste Feind werden.

Das Messer, so er gewetzt, hat ihm selbst die Gurgel abgeschnitten.

Das Messer, was sie gewetzt, ist in ihre eigene Kehle gegangen.

Das Messgewand an den Nagel hängen.
i] Aus dem geistlichen Stande treten.

Das mieseste Schwein findet die beste Eichel.
Spanien

Das milchmaul trägt die windeln noch um den bauch.

Das Minarett ist umgestürzt, hängt den Barbier auf!
Maurisch

Das mindere (schwache) Geschlecht
la] sexus sequior

Das mir's Herze im Leibe lachte.
i] Bezeichnung großer, oft verborgen gehaltener Freude

Das Misere singen.
z] Die Handwerks-Leute das Misere sangen und am Hungertuche nagten.

Das Missgeschick beginnt immer nach Mitternacht.
it] I guai cominciano sempre dopo la mezzanotte.

Das Misslingen des Brotes ist einer Woche Schaden, die missernte - eines Jahres Schaden, das misslingen der Heirat ist ein lebenslanger Schaden.
Estland

Das Misstrauen bewahrt vor Betrügereien.

Das Misstrauen ist die Axt am Baum der Liebe.
Russland

Das Misstrauen ist die erste Pflicht jedes Gesetzgebers. Gesetze sind ja nicht gemacht gegen die Guten, sondern gegen die Schlechten, und je mehr Schlechtigkeit ein Gesetz bei seinem Adressaten voraussetzt, um so besser ist es selbst.
Radbruch

Das Misstrauen ist die Mutter der Sicherheit.
Frankreich

Das Misstrauen ist die Ursache vieler Übel.

Das Misstrauen ist eine der giftigsten Schattenpflanzen des politischen Exils.
Franz Werfel, Die wahre Geschichte vom wiederhergestellten Kreuz

Das Misstrauen lässt vorzeitig altern.

Das Misstrauen macht graue Haare.

Das Misstrauen ruft die Täuschung herbei.

Das Misten hilft nur, wenn das Säen hinzukommt.
Russland

Das mit Bitten gekriegt ist, stehet dürr genug.
fr] Acheter est meilleur marché que demander.

Das mit dem Speichel gebaute Haus hält dem Tau nicht stand.
Botswana

Das mit Lüge Verdiente ist Diebstahl.
Estland

Das Mitleid der Reichen ist wie der Tau, der vom ersten Strahl der Sonne aufgesogen wird.
Russland
it] Spesso finta pietà, è vera invidia.

Das Mitleid des Mannes enthält keine Milch.
i] Er kann dem Baby nicht helfen) Kikuju (Kenia)

Das Mitleid eines Ausländers ist wie der Schatten eines Dorns.
Rumänien

Das Mitleid füllt den Magen nicht aus.
Oberitalien

Das Mitleid für ein Kind kommt von seiner Mutter.
Angola

Das Mitleid ist der Anfang der Liebe,
Mengzi

Das Mitleid ist der Anfang der Menschlichkeit, das Gefühl der Scham ist der Anfang der Rechtschaffenheit, die Höflichkeit ist der Anfang des Anstands, das Gefühl für Recht und Unrecht ist der Anfang der Weisheit.
Mengzi

Das Mittel gegen Bauchweh ist die Arznei, das Mittel in Sachen der Frau ist ihr Mutterbruder.
Kongo

Das Mittel gegen die Furcht: das gute Gewissen.
Bias

Das Mittel halten (oder treffen) ist schwer und nicht einem jeden gegeben.

Das Mittel ist der Tugend Straße.

Das Mittel ist oft schlimmer als die Krankheit.
dk] De beste middel undertiden er at bruge intet middel.
fr] Le remède est pire que le mal.
en] The cure is worse than the evil.

Das mittel triff, dan alle spil verderbt zu wenig oder zuil.
la] Omne nocet nimium, mediocriter omne gerendum.

Das Mittel zwischen Sein und Nichtsein ist etwas zu werden.

Das Mittelmaß ist in allen Dingen das beste.
la] Mediocritas in omni re est optima.
Wahlspruch der Stadt Lübeck

Das mittelste Pferd muss den Wagen ziehen.
nl] Het middelste paard moet den wagen trekken.

Das möcht ein Bauern verdrießen.
i] Ist sehr verdrießlich. Auf den Bauer wird hier mit Verachtung hingewiesen, weil derselbe im Mittelalter wenig galt. Was einen Bauern verdrießt, muss äußerst verdrießlich sein, da er an Verdruss und Schweiß gewöhnt ist

Das möcht' einen Heiden erbarmen.

Das möcht' ich nicht in meinen Schuhen haben, viel weniger in meinem Leibe.
i] In Bezug auf schlechtes Getränk u. dgl.
nl] Ik will het nog niet eens in mijn laarzen (schoenen) hebben, laat staan in mijn lijf.

Das möchte (wollte) ich sehen, sagte der Blinde.
en] Tat would I fain see, said blind George of Hollowee.

Das möchte den Teufel verdrießen.
nl] Dat mag den drommel verdrieten.

Das möchte einen Stein erbarmen.
i] Auch die unempfindlichsten Herzen könnte es zum Mitleid bewegen. Wahrscheinlich von den steinernen Heiligenbildern, die von dem Flehen der Gläubigen oft bis zu Tränen gerührt wurden. So gab dem heiligen Bernhard ein steinernes Muttergottesbild die süßeste Jungfermilch stromweis aus ihren Brüsten zu kosten. Der Abt Benedict Knittel von Schönburg, der Vater unserer Knittelverse, hat das Wunder durch folgende Verse am Eingange der Kirche jenes Klosters verewigt: 'Salve, o Bernarde, pie, Jesu lactans et Mariae'.
la] Adamanta movet. Ovid

Das möchte ich duzen.
Breslau

Das möchte ich nicht in meine Stiefeln gießen.
nl] Ik will het nog niet eens in mijne laarzen hebben, last staan in mijn lijf.

Das mögen die Götter wissen.

Das mögst dü schon verbrennen mit'm Chumetz (gesäuertes Brot).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Die Redensart wird in Bezug auf unbrauchbare Sachen gebraucht, und bezieht sich darauf, dass am Vorabend des Osterfestes alles Gesäuerte sorgfältig im Hause aufgesucht und verbrannt wird.

Das mögt ihr sieden oder braten!

Das Mönchskleid macht keinen Klostergeistlichen.

Das Möndchen hat 'nen Brunnen.
Tschechien
i] Wenn der Mond einen Ring hat, will es regnen

Das Moos abmähen.
i] Wenn man gegen etwas Zartes und Unreifes zu hart verfährt oder den Nutzen vor der Zeit haben will. Von denen, die, sobald nur das Gras anfängt Spitzen zu treiben, es abmähen, ohne es die gehörige Größe erlangen zu lassen.

Das Moos ist der Stube Wärme, der Lehm des Ofens Stärke.
Estland

Das Mooslied singen.
z] 'S Moosg'sang, ein Lied, das die alten Jungfrauen schildert.

Das Möpslein fällt dem Doggen in die Beine.

Das Morgen ist jeweils schlechter als das Heute (d. h. es kommt selten etwas Besseres nach).
la] Cotidie est deterior posterior dies.

Das Morgen ist Schüler des Heute.
vgl] Ein Tag lehrt den anderen.
la] Discipulus est prioris posterior dies.

Das Morgengebet eröffnet das Fenster von dem Zimmer unserer Seele um die Sonne der Gerechtigkeit einzulassen, das Abendgebet aber schließt die Tür für die Wollust und die höllische Finsternis.

Das Morgengebet öffnet das Fenster unserer Seelen, das Abendgebet versperrt die Tür vor den höllischen Geistern.

Das Morgenrot dämmert, das Schwein (o. der Hagestolz) treibt sich umher.
Estland

Das Morgenrot draußen, ein Sack am Hals, (ist es) draußen hell, eine Furche hinten, (ist es) draußen dunkel, die Peitsche in der Hand.
Estland

Das Morgenrot preisen und die Sonne unbesungen lassen.
Russland

Das morsche Rad bricht zuerst.
en] The worst spoke in a cart breaks first.

Das Moschustier vergisst das Netz, aber das Netz vergisst nicht das Moschustier.
Malaysia

Das moskowitische Lamm.
z] Es wächst in der kleinen Tatarei zwischen Don und Wolga. Es ist ein merkwürdiges Gewächs, auf einem starken Stengel drei Fuß hoch, auf welchem die Frucht, Boramez genannt, nach Art eines Kürbis oder einer Melone steht, welche von aussen die Gestalt eines Lammes an Füßen, Ohren, Kopfe, Schwanz und ganzem Leibe präsentirt. Wenn es vom Stiel abgelöst wird, gibt es einen Saft, wie rot Blut. Wenn es reif, so bekommt es ein Fell und Wolle wie ein Lamm, so man wider die Kälte gebrauchen könnte. Die Wölfe sollen auch diesem Gewächs ebenso gierig nachstellen als den Lämmern.

Das Mühlrad ist zerbrochen,
Die Liebe hat doch kein End;
Und wenn sich zwei Herzlieb tun scheiden,
So reichen sie einand die Händ.
Volkslied: Das Mühlrad

Das Mühlrad läuft immer, kommt aber nirgends hin.

Das Mûl (Maul) öss em wie e Schoppeloch (Schüneloch) on de Mage wie e Möddfach.
i] Möddfach = Mittelfach der Scheune.

Das mul voll fladen han.
i] Brei im Munde haben.

Das mulus mulum spielen.
i] Loben, um wieder gelobt zu werden.

Das Münch(e)ner Kind kennt keinen höhern Turm als den Frauenturm.

Das Mundtuch möchte ein Tischtuch werden.
Jamaika

Das Mundwerk einer Frau macht niemals Ferien.
Schwarze in den USA

Das Mus ist noch nicht gar.

Das Mus verschütten.
z] Wenn sie das muss denn gar verschütt.
z] Wie unser aller Eltermutter das Muss also verschütt.
z] Ein bös Tyran all Ding zerrüt, in allem tun das Mus verschüt.

Das muss dem Esel krauen.
i] Das wird er gern hören, wird ihm angenehm sein

Das muss ein böser Wind sein, der einem nichts Gutes herbläst.

Das muss ein böses Tier sein, das sich verteidigt, wenn man es angreift.
Frankreich

Das muss ein Mann tun, der Courage hat, sagt Schneider Lai, als ihn seine Frau unter das Bett (o. den Tisch) getrieben hatte.
i] Spott auf j-n, der, nachdem er sich feig benommen hat, seinen Rückzug als eine mutige Tat darstellt. Dem Sprichwort soll ein wirklicher Vorgang in Daun (Regierungsbezirk Trier) zu Grunde liegen. Ein Schneider Namens Lai soll von seiner Frau unter das Bett oder unter den Tisch getrieben worden sein, dann dieselbe drohend angesehen und ausgerufen haben: Das muss ein Mann tun, der Courage hat.

Das muss ein mut seyn; wann drey Hund beyeinander im Brunnen ligen, so frewet sich einer so sehr als der ander.

Das muss ein Prophet sein, der das verstehen will.
la] Praeter Sibyllam leget nemo. Plautus

Das muss ein schlechter Advokat sein, der Wasser trinkt.

Das muss ein schlechter Hund sein, der des Pfeifens nicht wert ist.

Das muss ein schlechtes Kind sein, wo sich kein Vater zu finden lässt.
ndt] Dat mot en slecht Kind siyn, wo sik kein Vâr tau finnen lätt. Büren

Das muss ein starker Zaun sein, den nicht jede Sau umwühlen soll.

Das muss eine kluge Hand sein, die Narren scheren will.

Das muss einem Kinde einleuchten.
i] Was sehr leicht zu verstehen ist.

Das muss geahndet werden!

Das muss gehen, und wenn der Teufel auf Stelzen geht.
Franken

Das muss geschehen und wenn zehn Teufel dagegen wären.
fr] Il faut que cela soit, veuille Dieu, veuille diable.

Das muss gscheh'n und wenn's Gratz gilt.
i] Und wenn ich auch die größten Schwierigkeiten zu überwinden, die größten Opfer zu bringen hätte, so muss ich doch mein Ziel erreichen.

Das muss ich wissen, was mein Weib für Schenkel hat.
i] Um zu sagen: in dieser Sache habe ich nur die genaueste und zuverlässigste Kenntnis.

Das muss ihm der Neid lassen.

Das muss ihm zu den Zehen herausschwären.
nl] Het moet of ten teenen (mond) uitzweren.

Das muss in Buxtehude geschehen sein.
i] Also nirgends

Das Muss ist ein saures Essen.

Das Muss ist ein schlimmes Essen.
la] Aut servias, ut servus, aut fugias, ut cervus.

Das muss ja seyn ein armer mann, der nicht ein Fähnlein Läuss ernehren kann.

Das muss man (o. wird man nicht) mit Wachholder vertreiben.
i] Von unreiner Luft, eigentlich und uneigentlich, Ärgernis usw.

Das muss man einem vorreden, der keine Haare mehr auf dem Kopfe hat.
Niederlausitz
i] Einem, der alt und kindisch geworden ist.

Das muss man in den Schornstein schreiben.
i] So sagt man in Baden von etwas sehr Seltenem, nicht oft Vorkommendem, z.B. einem seltenen Besuche.

Das muss man mit der großen Zehe in den Schornstein schreiben.
i] Ein freudiges Ereignis, seltenen Besuch.

Das muss man mit in den Kauf nehmen.

Das muss man mit schwarzer Kreide in den Rauchfang schreiben.
Steiermark
i] Um etwas ironisch als seltenen, merkwürdigen Fall zu bezeichnen. Auch um etwas der völligen Vergessenheit zu übergeben.

Das muss man schmieden, weil's heiss ist.

Das muss man sich mal vor Augen führen.

Das muss man über einen andern Leisten schlagen.
nl] Hij schoeit het op eene andere leest.

Das muss sein, und sollt's Magdeburg kosten.

Das muss wohl ein schlechter Hund sein, der des Pfeifens nicht wert ist.

Das müssen Domherren sein, sagte der Blinde, als er zwei Vorübergehende Zoten reißen hörte.

Das müssen vornehme Leute sein, sagte er, ihr Hintern hat zwei Hälften.

Das müsst ein ungeschlachter Wein sein, der eim nit gießet gut Latein ein.
fr] Après bon vin bon cheval.

Das müsste (würde) einen Juden verdrießen.
z] .Ein Jüden solt es wohl verdrießen.

Das müsste denn sein.
Breslau
i] Ironische Bemerkung, wenn jemand durch eine Lüge etwas zu beweisen sucht.

Das müsste ein armer Teufel sein, dem nicht eine Seele diente.
fr] Le diable est pauvre qui n'a point d'ame.

Das müsste ein dummer (heilloser) Teufel sein, dem er eine Seele entführt.
i] Von einem Geistlichen, der nicht bessernd und sittlich erhebend wirkt.

Das müsste ein schlechter Hengst sein, der nicht einen Schlag von der Mähre ertragen könnte.
i] Die Begierden sind blind, sobald sie ihre Befriedigung durchaus verlangen.

Das müsste sein ein schlimmer Wein, daraus nicht flösse gut Latein.

Das Mütlein sinken lassen.
z] Paulus lässet bald das stolze Mütlein sinken.

Das Mutterherz ist der schönste und unverlierbarste Platz des Sohnes, selbst wenn er schon graue Haare trägt; und jeder hat im ganzen Weltall nur ein einziges solches.
Stifter

Das Mutterherz kann nicht lügen.
Niederlande

Das Mutterland ist mehr wert als das Königreich des Himmels.
Nepal

Das Mütterliche verehrt mir. Der Vater ist immer nur ein Zufall.
Friedrich Nietzsche

Das mutterlose Kind steht im Wege, wenn die Stiefmutter backt.
Finnland

Das Mutterschaf hütet sich davor, auf sein Lamm zu treten.

Das mutwillige Kind gibt keine Ruhe, auch dem guten Reitpferd darf nie Ruhe gegeben werden.
Spanien

Das Naanga fliegt mit dem Wind.
Kenia

Das Nachbier ist wie das Gebräu, aber viel dünner.
i] Um zu sagen, der Vater war nicht viel wert, der Sohn noch weniger.
bm] Tyze patoky jenom ze jestĕ řidsí.

Das Nachdenken des Dummen gleicht dem Schlaf.

Das nachgelassene Brot wird hinterher süß.
Estland

Das Nachgeld macht den Markt.

Das nächste Blut erbt das Gut.

Das nächste Jahr in Jerusalem.
i] Ein alter Festwunsch der Juden zum neuen Jahre.

Das Nächste, das Liebste.

Das Nächstliegende wird am leichtesten vergessen.

Das Nachtlager (od. die Herberge) ist Gottes.
Estland

Das Nachtlager (od. die Herberge) trägt ja keiner auf dem Rücken.
Estland

Das Nah- und Nächstliegende ist es, was den Menschen wahrhaft bewegt, woran seine Kräfte sich naturgemäß ausbilden. Innerhalb der Familie betätigt er am stärksten die beiden Kräfte, die untrennbar und verhängnisvoll in ihm verschlungen sind: den Egoismus und die Liebe.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Das Naheste, das Nötigste.

Das nähm' ich für des Kaisers Gut.

Das Narrenfieber ist schwer zu heilen.
it] Chi è ammalato di pazzia tarda molto a guarire.

Das Narrenhandwerk ist gemein in der Welt und ist wenig Besserung drin zu vermuten.

Das Narrenhandwerk ist gemein in der Welt.

Das Narrenseil geht um den Erdkreis wie die Sonne.

Das Närrischste, was es gibt, ist eine Mutter mit ihrem ersten Kind.

Das Naschen nimmt Geld und Gut hin.

Das Naschmaul muss Gefahr ausstehen.

Das Nasenende hast du wol angefasst (gesehen), aber noch nicht das Lebensende.
Estland

Das Nashorn frisst seine Kinder.
Indonesien

Das Nasse (= das Bier) lacht nicht den Mann aus, der Mann lacht das Nasse aus.
Estland

Das nasse Feld braucht kein Wasser.
Finnland

Das nasse Holz verbrennt mit dem trockenen.

Das Naturell, das man mit der Milch eingesogen, geht nur mit dem Leben fort.
Türkei

Das Näudigste (nötigste) eist, hadde de Biuer sagt, as eam ên Pêrd in'n Grawen fallen was, do hadde he eist sin Wîf prügelt.
Paderborn
nl] Het noodigste eerst, zei de boer, toen hem zijne buren haalden, om zijne koe uit de sloot te trekken, en hij stak zijne pijp aan.

Das Nebending zur Hauptsache (oder umgekehrt) machen.

Das Nefas (Unrechtsfässlein) hat einen Zapfen, der immer rinnt.

Das nehest Blut, das nehest Erb.

Das nehme ich dir nicht ab!
en] You're (o. You have got to be) kidding! - Pull the other one! - It's got bells on! - You're having me on! - You're winding me up! - You can tell those tales to the Marines! (coll, dated)

Das Nehmen ist Allerwelts Kunst.

Das neidische Auge sieht um die ganze Erde herum.
Russland

Das Nein des Mädchens ist das Ja des Jungen.

Das Nein einer Frau ist ein doppeltes Ja.

Das nennt man einen Missgriff.
i] Sprichwörtlich gewordener Ausspruch eines Fürsten zu seinem Geheimschreiber, der statt des Streusandfasses das Tintenfass ergriff und den Brief übergoss, den ihm der König diktiert hatte.

Das nennt man: mit dem Hunde gemessen und den Schwanz zugegeben.

Das Nest bleibt dennoch mein, wenn schon der Kuckuck legt darein, sprach jener Bachstelz.

Das Nest der Krähe findet man durchs Krächzen.
Russland

Das Nest des blinden Vogels ist von Gott gebaut.
England

Das Nest einer Maus im Ohr einer Katze war nie und wird nie sein.

Das Nest gehört nicht dem, der's gefunden (o. dem, der's weiß), sondern dem, der's ausnimmt (der Eier oder Vögel nimmt).
nl] Die het nestje weet, heeft het niet; maar die het rooft.

Das Nest ist leer
v] der Vogel ist ausgeflogen
en] the bird(s) had fown
fr] l'oiseau s'est envolé
it] il nido (o. il nascondiglio) è vuoto - la tana è vuota

Das Nest leer finden.
i] Das Gesuchte an einem Orte nicht antreffen.
fr] Trouver blanque.

Das Nest verrät den Vogel.

Das Nest werden sie finden, aber die Vögel sind ausgeflogen.
ndt] He find en leddig Nest, de Jungen sünt all utflog'n.
i] So sagte spottweis Kunz von Kaufungen, als er die sächsischen Prinzen vom altenburger Schlosse entführt hatte.

Das Nest werden sie wohl finden, aber die Vögel sind ausgenommen.

Das Netz an der rechten Stelle auswerfen.
la] Rete in dextram mittere navigii.

Das Netz auswerfen tut's nicht allein.

Das Netz der Mechanisierung ist international; niemals waren die Völker einander so nahe, niemals haben sie der Wechselwirkung so bedurft, einander so viel besucht und so gut gekannt.
Rathenau, Kritik der Zeit

Das Netz dessen, der schläft, fängt etwas.
Tschechien

Das Netz fängt ihm die Fische, während er schläft.
i] Von denen, die das, was sie wünschen, gewissermassen ohne ihr Zutun oder ohne besondere Anstrengung erlangen.

Das Netz fragt die Fische nicht, ob sie heraus wollen.
dk] Garnet drager og uwillige fiske op.

Das Netz für den Vogel, das Gold für den Menschen.

Das Netz ist nicht die Hauptsache, sondern die Fische.
Russland

Das Netz muss immer hängen.
i] Versuche alles! Ergreife jede Gelegenheit.
nl] Hang vrij netten; geen vogel, of men kan hem vangen.

Das Netz muss kleine Maschen han, wenn kein Aal soll zwischen gahn.
nl] Die netten zijn van eng beslag, daar geen aal door de maas mag.

Das Netz sucht nicht den Fisch, der Fisch sucht selbst das Netz auf.
Estland

Das Netz, das sich in der Nacht verwickelt hat, wird bei Tageslicht wieder entwirrt.
Samoa-Inseln

Das neu dünkt einem allzeit das beste sein.

Das neu, das treu.

Das Neue davon ist nicht gut und das Gute nicht neu.
i] Aus einem Distichon entstanden, durch welches J. Heinr. Voss sein Urteil über einige Bücher ausgesprochen hat; es lautet: 'Dein redseliges Buch lehrt mancherlei Neues und Wahres; wäre das Wahre nur neu, und das Neue nur wahr.'

Das Neue dünkt einem allzeit das Beste zu sein.

Das Neue erfreut jene, die nichts zu verlieren haben.
Italien

Das Neue gefällt, das Alte befriedigt.
Spanien

Das Neue gefällt.
it] Ogni novello è bello.

Das Neue hat zwei Seiten.

Das Neue ist angenehm.
z] Jedes Neue, auch das Glück erschreckt. Schiller
fr] Au nouveau tout est beau.
it] Da novello tutto è bello.
la] Grata rerum novitas.
un] Minden ujság kedves.

Das Neue ist immer angenehmer, wenn auch das Alte besser ist.
Finnland
bm] Mnoho se v svĕtĕ novinkuje, leč málo pravdy ohlasuje.
dä] Altid noget nyt, sielden noget godt.
fr] Point de nouvelles, bonnes nouvelles.
nl] Er is niets niuws onder de zon, zei Salomo.
sd] Alltid något nytt, sällan något godt.

Das Neue ist immer das Beste.

Das Neue ist selten was Gutes.

Das neue Jahr folgt dem alten, die Sorgen hatten, werden Sorgen haben.
Polen

Das neue klingt, das alte klappert.
ndt] Dat Nigge klingelt, dat Olle rappelt. Iserlohn
fr] Tout nouveau, tout beau.
fr] Toute nouveauté paraît belle.
la] O quante precis sunt nova grata magis.
pl] Nowa miotła ozysto miecie.

Das neue Recht beginnt, wo es das alte gelassen.
[RSpW]
i] Obgleich jedes Gesetz für immer gegeben wird, so müssen doch um neuer Sachen willen neue Rechte gesetzt werden, um jedem neuen Verhältnis gerecht zu werden.
z] Die Rechte ändern sich bei (all) gemeiner Änderung und erneuern sich bei gemeiner Neuerung. Den Frieden, den das alte Gesetz nicht ausgerichtet hat, soll das neue ausrichten.
altfries] Dat nye riucht al deer thoe bygynnen deert ald iethen had.

Das Neue schone, flick' am Alten, das heißt gut haushalten.

Das Neue schon's, das Alte flick's, sonst kommt's zu nix.

Das neue Seil juckt am Hals der Ziege.
Guinea

Das Neue treibt das Alte hinaus.
Estland

Das Neue, das Treue, das Letzte, das Beste.

Das Neue, schon's, das Alte, flick's, sonst kommst du zu nix.

Das Neueste ist, dass ich morgen gehängt werde, schrieb Schusters Franzel, sonst geht es mir gut.

Das Neujahr singen.
z] Es sind arme Leute, welche zu Hause die Neujahrwünsche auf Grund ihrer Kenntnis von Personen und Sachen in Verse bringen. Weiber und Kinder singen dann in den Bauernhöfen ihre auf sämmtliche Insassen berechneten Verse in lebhafter Melodie ab.

Das Neunkircher Mädlein hat gesagt: Kann ich das Wasser beim obern Brunnen holen, so geh ich nicht zum untern.

Das neunte Wasser vom Kisel (= Kiselius, Hafermehlbrei der mehrmals abgewässert wird).
Litauen
i] Von weitläufiger Verwandtschaft gebraucht.

Das 'Nicht Wichtig' ließ den Kapitän das Schiff verlieren.
Jamaika

Das Nicken eines Herrn ist dem Narren ein Frühstück.
en] A nod from a lord is a breakfast for a fool.

Das nieder und schwach findt alzeit gut gemach.

Das niedere Veilchen riecht besser als Wintergrün.
i] Das Unten ist dem glänzenden Oben vorzuziehen.

Das niedere Volk
la] plebs infra

Das Niederreißen der Greise ist ein Aufbauen und das Aufbauen der Jugend ein Niederreißen.

Das Niederreißen des Alters ist Aufbauen; das Bauen der Jugend aber Niederreißen.
Jüdisch

Das Nilpferd, das sich sehen lässt, wirft das Boot nicht um.
Tansania

Das nimmt der Wind mit fort.
fr] Autant en emporte le vent.

Das nimmt dir (o. dem nimmt's) kein Jud' mehr ab.
Riedlingen
i] Er hat seine Lektion, seine Prügel.

Das nimmt ein Ende mit Schrecken.

Das nimmt eine Mück' auf dem Schwanz übern Rhein.

Das nimmt er so gern wie einen bösen Groschen.
nl] Hij is ermede te paaijen als een Jood met de billen van een zwijn.

Das nimmt 'ne Mücke auf dem Schwanz' über'n Rhein.

Das noch nicht Vollendete liegen lassen, wie es ist, hat besonderen Reiz und gibt ein frohes und entspanntes Gefühl.

Das Nödigst' toêrst, säd' de Bur, un prügelt sîn Fru, un lêt dat Perd in'n Graben liggen.

Das Nonenbier trinken.
i] In der Klostersprache cerevisia nonalis, weil es den Mönchen um die neunte Stunde (nonae) zum Frühstück gereicht wurde.

Das Nonnenkleid abziehen.

Das Nordlicht funkelt schön, aber es wärmt nicht.
Russland

Das nötigste zuerst, sagt der Bauer, verprügelt seine Frau und lässt das Pferd im Graben liegen.

Das nur der himmel nicht nidervall.

Das nützt ihm so viel wie Kniehosen einer Heuschrecke.
i] Ein farbiger Methodistenprediger in Südcarolina schloss seine Predigt mit den Worten: 'Meine hartköpfigen Brüder, ich sehe ein, dass euch meine Predigten nicht mehr nützen als einer Heuschrecke Kniehosen.'

Das nützt so viel als leeres Stroh dreschen.

Das nützt so viel wie ein Senfpflaster auf einem hölzernen Bein.
fr] Cela sert comme un cautère sur une jambe de bois.

Das nützt so viel, als wenn man von einem Esel Wolle scheren wollte oder einem Pferde Knochen zum Abnagen hinwirft, damit es fett werden soll.

Das Obere von der Suppe und das Letzte vom Kaffee will er haben.

Das Oberhaupt (der Familie) ist wie ein Müllhaufen, jeder kommt mit seinem Kehricht und legt ihn nieder.
Haussa, Afrika

Das Öchslein lernt vom alten Farren pflügen.

Das öffentliche Wohl ist das oberste Gesetz.
la] Salus publica suprema lex.

Das öffentliche Wohl soll das oberste Gesetz sein.
Cicero (106-43 v. Chr.)

Das öffnet der Begehrlichkeit Tür und Tor
en] that opens the door wide (o. a door) for (o. to) greed (iness)
fr] cela ouvre la porte à la convoitise
it] spalanca la porta all'avidità

Das oft einer nichts Böses tut, das wehrt die blöde armut.

Das oft gesehene Mädchen ist Kupfer, das ungesehene Gold.
Russland

Das Ohr des Hörenden muss dem Munde des Singenden zu Hilfe kommen.
Russland

Das Ohr hat (nur) ein Loch.
Jabo, Afrika
i] Man kann nicht mehreren zugleich zuhören

Das Ohr hat keine Türen.
i] Man kann sie nicht verschließen, also auch nicht hindern, Dinge zu hören, die man nicht hören will oder soll.

Das Ohr hört sich nimmer satt.

Das Ohr hört sogar Fernes, das Auge sieht nur Nahes.
Russland

Das Ohr hört weiter als das Auge sieht.
Lappland

Das Ohr hört, das Herz fühlt.
Estland

Das Ohr ist älter als die Hörner.

Das Ohr ist der Weg zum Herzen.
Frankreich
fr] L'oreilles est le chemin cu cour.

Das Ohr ist ein (bloßes) Tor.
Afrika
i] Wer zu viel Gewicht auf Hörensagen lege, handelt töricht

Das Ohr ist nicht hungrig.
i] Weil es immer etwas hört
Bantu

Das Ohr ist nicht länger als das Haupt.

Das Ohr ist nicht mehr als eine Tür.
Surinam

Das Ohr kann lang sein, aber den Kopf nicht überragen; der Sohn kann groß sein, aber dem Vater keine Anordnungen geben.
Angola

Das Ohr kann nicht so viel Wasser halten, wie es Nachrichten gibt.
Somalia

Das Ohr leih' jedem, die Hand dem Freunde, die Lippen der Frau.
Israel

Das Ohr muss nicht über das Haupt hinausreichen.
Afrika
i] Das Ei muss nicht klüger sein wollen als die Henne.

Das Ohr prüft die Rede und der Mund schmeckt die Speise.

Das Ohr sah zu, wie das Horn außer Reichweite wuchs.
Haussa, Afrika
i] Nicht wer zuerst im Vorteil ist, gewinnt immer

Das Ohrgeheimnis ist nicht einer Erbse wert.

Das Öl ist der Lampe so nötig als der Docht.

Das Öl ist in Griechenland eine sehr gemeine Sache.

Das Öl, das in die Lampe kommt, ist so ehrlich als das, womit man salbt.

Das Opfer von etwas oder jemandem werden

Das Opfer, das die Liebe bringt,
Es ist das teuerste von allen,
Doch wer sein Eigenstes bezwingt,
Dem ist das schönste Los gefallen.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien VIII

Das Opfer, so der Pfaff verschmäht, dem Küster in den Beutel geht.

Das packe ich nicht.
Österreich

Das Pantoffelholz schwimmt überall oben.
z] Vor dem dreissigjährigen Kriege sind Anno 1620, 54 Einwohner in dem Dorffe Brumbi (im Amte Calbe an der Saale) gezehlet worden, welches, wie erzehlet wird, im Papstthum schuldig gewesen seyn, dem heil. Antonio ein Schwein zu halten und zu ernehren, welches denen Tempelherren zuständig gewesen, mit dem Bedeuten, dass, wer in demselben Dorffe in seinem Hause absolute Herr wäre, dem sollte dieses Schwein zu eigen werden. Als nun auf eine Zeit ein Bauer solcher absoluten Herrschaft sich rühmete, wurde zwar demselben das Schwein zu holen vergönnt, weil aber dasselbe im Heimholen sich sperret und ihm die Strümpffe besudelte und er sorgete, es würde seine Frau mit ihm desshalb nicht zufrieden seyn, musste er dießmahl das Schwein fahren lassen und sich zur absoluten Herrschaft in seinem Hause besser legitimiren.' Ferner: 'Es hat auf eine Zeit ein Prädicant am Ostertage sich auf die Canzel gestellet; und als vor der Predigt hat sollen gesungen werden: Christ ist erstanden: so hat er seine Zuhörer also angeredet: >Wer unter euch Herr im Hause ist, der fange das Lied an.< Als nun keins anheben wollte, sprach er: >Was, seyd ihr Männer? Hat denn keiner das Regiment in seinem Hause?< Und spricht darauf zu den Weibern: >So fahe euer eine, so die Herrschaft im Hause hat, zu singen an.< Also bald heben die Weiber alle mit lautem Schall an das Osterlied zu singen, und wollte keine die letzte seyn.
i] In ältern Gesetzen finden sich mancherlei Bestimmungen gegen das Pantoffelregiment. So setzen die Statuten der Stadt Blankenburg (Schwarzburg) von 1594 fest, dass ein Mann, der sich von seiner Frau hat schlagen lassen, mit Gefängnis u.s.w. gestraft und ihm hierüber das Dach auf seinem Hause abgehoben werde.

Das Papier besaß, wie eine Schlange, paralysierende Kraft.
Ukase. Sendschreiben. Listen. Oh, wie furchtbar sind sie! Schukschin, Ich kam euch die Freiheit zu bringen

Das Papier duldet alles und errötet über nichts.

Das Papier ist geduldig.

Das Papier lässt auf sich malen und drucken, was man will.
ndt] Al Pâpier as düüljag. Amrum
ndt] Dass Papier es geduldig, me' kô d'rauf geschreib, bäs me will. Henneberg
ndt] Et Papier es jedôldig. Gladbach
ndt] 'S Papier ist geduldig, es nimmt alles an. Luzern
fr] En la peau de brebis ce que tu veux écris.
fr] Le papier endure (souffre) tout.
fr] Le papyer est doulx, il endure tout.
nl] Het papier is geduldig.
it] La carta non si fa rossa.
la] Epistola non erubescit. Cicero
la] Litterae non erubescunt. Cicero
la] Mitis papyrus omnia suffert.

Das Papier läßt drucken, was man will.

Das Papier muss alles leiden.
fr] Le papier souffre tout, et ne rougit de rien.

Das Papier spricht, wenn die Menschen schweigen.
fr] Papier parle quand gens se taisent.

Das Papier wird nicht rot.
it] La carta non diventa rossa.

Das Päpstlein in jedem Dorf pflegt sich wie die Laus im Schorf.

Das Paradies findest du nur in den Armen der Geliebten.

Das Paradies ist da, wo die Heimat ist.
Russland

Das Paradies ist nicht für alte Leute.
i] Aus einem Scherz hervorgegangen. Eine alte Frau, die darüber erschrak, wurde damit getröstet, dass es im Paradiese deshalb keine Alten gebe, weil dort alle wieder jung würden.

Das Paradies ist weit und nit für alle Leut'.
it] Il paradiso è dei meno, non dei più.

Das Paradies kann man nur finden auf dem Rücken eines Pferdes und in den Armen seiner Geliebten.
Arabien

Das Paradies verdient, wer seine Freunde zum Lachen bringt.
Koran

Das Parlament kann alles tun, außer einen Jungen in ein Mädchen verwandeln.
England

Das Parlament kann alles tun, nur nicht aus einer Frau einen Mann machen.
i] So sagt man in England sprichwörtlich, um die verfassungsmäßige Gewalt des Parlaments zu bezeichnen.

Das passet nicht in unsern Kreis:
Zugleich Soldat und Diebsgeschmeiß!
Und wer sich unserm Kaiser naht,
Der sei ein redlicher Soldat!
Goethe (1749-1832), Faust II A IV, Gegenkaisers Zelt (Trabanten) Vs 10823f.

Das passet z'anen wie Großvater und Eichkatzel.

Das passiert, wann der Vater ein Pfaff und der Sohn ein Chorschuler ist.

Das passt als wenn es angegossen wäre.
nl] Het past hem, als of het aan zijn lijf gegoten was.

Das passt älteren Leuten wenig.
la] Non probabantur haec senibus.

Das passt in mein Abc nicht rein.
i] Nicht zu meinen Vorstellungen

Das passt in seinen Kram.
i] Kommt ihm so erwünscht, wie einer Gottheit ein Opfer, entspricht ganz seinen Bestrebungen und Neigungen; das ist ein Braten für ihn, Wasser auf seine Mühle.

Das passt mir nicht in den Kram
jüdisch-deutsch] Das is e Karwen für 'n (ein Opfer für ihn)
en] that doesn't suit my plans
en] I don't like it a bit
fr] cela ne fait pas mon affaire
fr] Voilà bien mon cas.
nl] Hat komt in zijne kraam te pas.
it] non mi quadra - non mi va a genio

Das passt weder zum Korbe noch zum Deckel.
pt] Depois de vindimas cavanejos.

Das passt wie das fünfte Rad am Wagen.
altfries] Dit passet üs de fifst Weel ön de Wein.

Das passt wie der Hamen auf den Nagel.
Frische Nehrung

Das passt wie der Kirchturm zum Mantel.
Ostpreußen

Das passt wie der Mönch zur Nonne.
i] Man versteht unter Mönch und Nonne auch Stempel und Nuss, oder Nabe und Nuss, Patrize und Matrize, Hohlspiegel mit Rücken nach oben und mit Rücken nach unten, weshalb das Sprichwort, wie viele andere, ein Doppelgesicht hat.

Das passt wie die Faust aufs Auge (o. wie der Igel zum Taschentuch).
ndt] Dät basst wie en Fûst ob dät Aug. Siegen

Das paßt wie die Faust aufs Auge.

Das passt wie ein Deckel auf eine Kanne.
Frankenwald

Das passt wie ein Strumpf zu einer Gewürzbüchse.
i] Jener pommersche Offizierbursche hatte einen seiner Strümpfe zwar nicht zur Gewürzbüchse, aber dafür zum Kaffeetrichter für seinen Herrn gebraucht. Dieser ruft: 'Ich reiße den Kopf dir von dem Rumpf, wenn wirklich du nahmst meinen Strumpf zum Kaffeetrichter.' 'Nä, Herr, so dumm bün ick nich we'en, van Ehren Strümpen nöm ick kên'n, den Kaffee ick dorch mînen göt.'
nl] Het past hem als een' ezel de laarzen.
nl] Hij is zoo bekwaam als eene kous tot een' peperzak.

Das passt wie eine Maus auf einen Elefanten.

Das passt wie eine Sonnenuhr in einen Sarg.
nl] Dat past als een zonnewijzer in eene doodkist.
nl] Dat past als rozen in een varkenskot.

Das passt wie Goliaths Harnisch dem David.
nl] Het past hem als David het harnas van Goliath.

Das passt wie Gretels Jacke.

Das passt wie Honig auf Neujahrsabend (o. wie Honig auf Matthesen Hochzeit).
Eifel

Das passt wie Kaplan Solnig und ein Schnapsrausch.

Das passt wie Rosen in einen Schweinestall.

Das passt wie Schubkarren und Perrücke.

Das passt wie Tag und Nacht.
fr] C'est le jour et la nuit.

Das passt zusammen wie der Stein mit der Axt.
Litauen

Das passt zusammen wie Hellebarde und Barmherzigkeit.

Das passt, wie mein Kapp' vor ä Kirchendach.

Das Patengeschenk hängt (kommt) ihm heraus.
i] Wenn bei einem kleinen Knaben oder zerlumpten Bettler die Geschlechtsteile sichtbar sind.

Das Paternoster hat Kirchen gebaut, das Vaterunser reisst sie nieder.
England
i] Gegen das Bibellesen der Laien gerichtet

Das Pech für den einen Menschen ist das Glück für den anderen.
Ghana

Das Pech kennt den Teer.
Litauen

Das Pech, was mer net hawwe, is unser Glück.

Das Pechmandl kommt.
i] Der Schlaf; vermutlich, weil die Augen sich schließen und nicht wieder öffnen wollen.

Das Pfand bringt Schulden nach Hause.
Estland

Das Pfand ist nicht gut, da man seinen Leib verpfänden muss.
mhd] Dat pant enis nicht gud, dar cyn man dat lyff to pande laten mod.

Das Pfefferkorn ist klein, doch scharf, wenn man es beißt.
Thailand

Das Pfeiflein macht gar süßes Spiel, wenn es den Vogel fangen will.

Das Pfeiflein muss lauten wohl, wenn man Vöglein fangen soll.
la] Fistula dulce canit, volucrem dum decipit auceps.

Das Pferd abdecken, um die Haut zu gewinnen.

Das Pferd am Schwanz aufzäumen

Das Pferd an Barren!

Das Pferd beim Schwanz aufzäumen

Das Pferd beim Zaume, den Mann beim Worte.

Das Pferd bläst den Hafer erst, ehe es ihn frisst.

Das Pferd braucht zu viel Streu.
i] Von einem Schimmel oder einem schönen Pferde, das als Staatspferd dient; dann von eiteln Frauen.
nl] Dat is een duur paardje, om te strooijen.

Das Pferd dem, der es reiten, das Schwert dem, der es sich umgürten kann.
tü] At binenin, kılıç kuşananındır.

Das Pferd denkt ein Ding, der es sattelt ein anderes.
Portugal

Das Pferd der Gemein hat die schlechtesten (o. stumpfesten) Eisen.
en] The common horse is worst shod.

Das Pferd der Gemeinde hat die stumpfesten Eisen.

Das Pferd des Kaisers hebt den Schwanz.

Das Pferd des Reichen kann den weiten Weg nicht bewältigen, wenn ein Kleinkind zum Herrn wird, kann es die große Regierung nicht führen.

Das Pferd erkennt man am Kopf und am Schopf, den Narren an jedem losen Geschwätz.

Das Pferd ersetzt dem Mann die Flügel.
Russland

Das Pferd fällt um, der Sattel bleibt; der Mensch stirbt, aber sein Name dauert.
Türkei

Das Pferd fasst man beim Zaum, den Ochsen bei den Hörnern, den Mann beim Wort.
nl] Men vangt het paard bij den breidel, en den man bij zijn woord.
sd] Styr häst med betsel, och kona med kjäpp.

Das Pferd findet in den Zügeln einen Halt am Reiter - nicht umgekehrt.

Das Pferd frisst der Saatkeime Wurzeln, die Sorge frisst des Herzens Wurzeln.

Das Pferd fürchtet keine großen Fuhren, es fürchtet häufige Fuhren.

Das Pferd gehört dem Manne, die Wirtschaft dem Weibe.
Finnland

Das Pferd gehört dem, der es reitet, das Schwert dem, der es führt mit Kraft, die Herrschaft dem, der sie erbeutet, das Mädchen dem, der es beschlaft.

Das Pferd geht seinen Schritt, es achtet der Hunde Belfern nicht.
z] Ein großes Pferd aus hohem Mut, das duncket sich gar viel zu gut, wenn es ein böser Hund bilt an, stillschweigend thuts fürüber gahn.

Das Pferd geht so, wie es am Zügel gehalten wird.
Kaschmir

Das Pferd geht zur Krippe, aber die Krippe nicht zum Pferde.

Das Pferd hat befohlen, ihm beim Roggensäen die Peitsche zu geben.

Das Pferd hat ein Eisen verloren.
en] Your horse cast a shoe.

Das Pferd hat Fett am Leibe, wenn man ihm für einen Dreier Speck unter den Schwanz bindet, sagte der Eckensteher zum Droschkenkutscher.

Das Pferd hat gesagt, dass wenn es den Wolf einmal fangen sollte, würde es ihn mit dem linken Fuß auf einen Streich auf den Grund der Hölle schleudern.

Das Pferd hat keine andere Untugend, als dass es nicht auf Bäume steigt.
i] So sagen die Rosskämme, und meinen das Brückenholz.

Das Pferd hat keine Angst vor dem Schlag, Das Pferd hat Angst vor dem Fressen.

Das Pferd hat mit dem Wolf die Kräfte gemessen, Schwanz und Mähne sind übrig geblieben.

Das Pferd hat Recht wie das Vieh.
[RSpW]
i] Es ist bei Flurbeschädigungen dem Pfändungsrecht unterworfen wie anderes Vieh. Eine Beschränkung desselben fand nur zu Gunsten des Hengstes, des Farren (Zuchtstiers) und der Sau statt; denn 'alles Zielvieh ist gefreit; geht es dem Mann zu Schaden, er darf es nur mit einem Sommerladen aus dem Korn treiben'.

Das Pferd hat seine Kräfte mit dem Wolf gemessen, Schwanz und Mähne sind übrig geblieben.
Russland

Das Pferd hat versprochen, mit dem Fohlen dann ins Freie zu gehen, wenn ein hautgroßer Flecken (Erde) schon kahl ist.

Das Pferd hat vier Beine und kann doch stolpern.

Das Pferd hat vier Füße und stolpert doch.
Russland

Das Pferd hat vorzeiten gesagt, dass es für seine große und schwere Arbeit als Lohn nichts anderes haben möchte, als einen vollen Bauch und nette Hufeisen, die seinen Füßen nicht wehtun lassen.

Das Pferd hinter den Wagen spannen.

Das Pferd ist (seines) Herrn Brotgeber.

Das Pferd ist (seines) Herrn Ernährer.

Das Pferd ist am gefährlichsten hinten, das Weib vorn, der Wagen an der Seite, ein Pfaff überall.
Sauerland

Das Pferd ist der Hund der Getreideschößlinge, die Frau der Hund des warmen Brotes
i] Das Pferd liebt Getreideschößlinge, die Frau warmes Brot.

Das Pferd ist des Hauses Stütze.

Das Pferd ist des Mannes Sklave.

Das Pferd ist dessen, der es reitet, der Säbel dessen, der damit streitet.
Türkei

Das Pferd ist dessen, der es reitet.

Das Pferd ist eines Mannes Flügel.
Kirgisien

Das Pferd ist für den Menschen wie die Flügel für den Vogel.
Turkmenistan

Das Pferd ist geschaffen, um zu warten; die Frau, um zuzusehen.

Das Pferd ist gut, aber lahm.
i] Von einem an sich guten Menschen, der aber für ein bestimmtes Geschäft unbrauchbar ist.

Das Pferd ist gut, die Peitsche sei noch besser.

Das Pferd ist ihm alle geworden.
i] Er ist vom Pferde gefallen; auch: er ist in seiner Rede u.s.w. stecken geblieben. Mit seinem Vermögen, seinem Handel, Geschäft, seiner Klugheit u.s.w. ist's zu Ende gegangen.
nl] He is gaar.

Das Pferd ist längst verhungert, ehe das Gras gewachsen ist.
it] Cavallo, no morire, che l'erba dee venire.
it] Mentre l'herbo cresce vien meno il cavallo.

Das Pferd ist nicht furchtsam, sagte der Felinger, es hat schon viel Nächte allein im Stalle gestanden, als man ihn fragte, ob es scheue.

Das Pferd ist oft gescheiter (o. klüger) als sein (o. der) Reiter.
i] Abweichend von der Ausdrucksweise über viele andere Haustiere, die meist aus Injurien besteht, spricht man vom Pferde fast immer nur in schmeichelhaften Wendungen. Darum achtet der Fuchs aber auch das Pferd so hoch, dass dies, als es alt und verlassen ist, an ihm noch einen Freund findet und erzählt: 'Und ist niemand, der nach mir frag oder Mitleiden mit mir trag ohn' dass Reinick den Fliegen wehrt, das ich doch nicht von ihm begehrt.' Wie ihm das Pferd so sehr imponiren konnte, erzählt Reineke selbst in seiner Beichte an Grimbart. Er traf nämlich einmal eine Stute nebst Fohlen. Der ihn begleitende hungrige Isegrimm bat ihn, der Mutter das Füllen abzukaufen. Reineke ließ sich sofort in Kaufunterhandlungen ein. Die Stute erklärte sich zum Verkauf bereit gegen die Summe, die an einen ihrer Hinterfüße angeschrieben sei. Reineke merkte, worauf es hinausging und sagte, er könne nur nothdürftig lesen, der Wolf verstehe das besser. Dieser erbot sich sofort dazu. Die Stute hob den mit sechs Nägeln beschlagenen Fuß empor und versetzte ihm einen Schlag an den Kopf, dass er betäubt zur Erde stürzte, indess sie mit dem Füllen davonging. Ähnlich dieser ist die Fabel Boner's Vom falschen Ruhme (1330). Dort erbietet sich der hungrige Löwe dem Pferde einen Dorn aus dem Fuße zu ziehen, aber es ergeht ihm ebenso wie dem Isegrimm. Selbst mit dem Teufel wird das Pferd fertig, wie dies aus einer niederösterreichischen Sage zu ersehen ist. Man vermisste die Müller in der Hölle, und schickte deshalb einen Teufel aus, einige zu holen. Unterwegs erkundigte er sich, wie sie aussähen. Man sagte ihm, sie seien weiß und fänden sich in der Nähe eines Bachs. Bald darauf bemerkte er einen weidenden Schimmel, hielt ihn für einen Müller und wollte ihn schnurstracks zur Hölle führen. Aber der Schimmel verstand keinen Spaß. Da ihm der Teufel von der falschen Seite ankam, schlug er aus und traf ihn so gewaltig an den Fuß, dass er zeitlebens hinken muss.

Das Pferd ist oft gescheiter als der Reiter.

Das pferd ist seines futters wert.
la] Digna canis pabulo.

Das Pferd ist seines Herrn Brotgeber (o. Ernährer).

Das Pferd ist tot, wenn das Gras gewachsen ist.
fr] Ne meurs, cheval, herbe te vient.

Das Pferd ist über die Jugendtorheiten hinaus, sagte ein Eckensteher zu einem Droschkenkutscher, der kaum von der Stelle kam.
i] Spott auf ein altes Pferd, auch auf einen trägen Arbeiter angewandt.

Das Pferd ist zum Arbeiten geschaffen, aber nicht, um geplagt zu werden.

Das Pferd ist's Futter nicht wert.
fr] Le cheval ne vaut pas l'avoine.

Das Pferd kann (oft) stürzen, ehe es in den Stall kommt.

Das Pferd kennt man an den Zähnen, die Kuh an den Hörnern

Das Pferd kennt seine Stärke nicht.
i] Wenn jemand nicht weiß, was er vermag, wenn er stärker ist als er glaubt.

Das Pferd kommt zur Krippe, aber die Krippe nicht zum Pferde.

Das Pferd läuft der Zügel wegen, springt des Hafersackes wegen.

Das Pferd läuft, soweit der Strick reicht.

Das Pferd leitet man an der Leine, den Mann an einem Frauenhaar.

Das Pferd leitet man an einer Leine (o. am Zügel), den Mann an einem Frauenhaar.
nl] Het paard gengelt aan eene loße lijn gelijk de man aan het draadje van de vrouw.

Das Pferd lenkt man mit dem Zügel, das Weib mit dem Stock.

Das Pferd lernt man im Gehen, den Reiter im Wirtshaus kennen.
fr] On connaît le cheval en chemin, et le cavalier à l'auberge.

Das Pferd liebt den Hafer mehr als den Sattel.
Russland
nl] Dat paard will wel eten, maar geen' zadel dragen.

Das Pferd liebt die Krippe mehr als das Kummt (den Sattel).

Das Pferd lobe nach einem Monat und das Weib nach einem Jahre.
bm] Konĕ chval po mĕsici a zenu teprv po roce.

Das Pferd lobt den Sattel (Sattler).
i] Wenn derselbe so ist, dass er dem Pferde nicht wehe tut, sondern wohl anpasst.
nl] Een paard eet niet wel met zijn gareel aan.

Das Pferd merkt auf den Ruf des Herrn, aber nicht auf das Schelten des Fuhrmanns.

Das Pferd mit dem Zaume, ein bös Weib mit dem Stock.
dk] Styr hest med bidsel og ond kone med kiep.

Das Pferd mit dem Zügel, den Menschen mit dem Worte.
Türkei
dä] Styr hest met bidsel, og kone med kiep.

Das Pferd mit Sattel und Zaum zum Schinder führen.
la] Cave ne malum malo curare velis, et duplices mala.

Das Pferd möchte ein Joch und der Ochs den Sattel.
i] Man ist nie zufrieden, mit dem, was man hat
bm] Kůň zadá jho, a vůl sedlo.

Das Pferd muss fressen, wo es angebunden ist.
nl] Waar het paard aangebonden is, moet het vreten.

Das Pferd muss man anders satteln.
i] Das muss man in einer andern Weise anfassen; der Mann, die Sache muss anders behandelt werden.

Das Pferd muss schleppen, was der Unverständige ihm auflegt.

Das Pferd muss ziehen, weil es auch gezogen wird.
Ungarn

Das Pferd nimm aus dem Nachbarort, die Frau aus der Ferne.
Kasachstan

Das Pferd sammt dem Zaum (d.i. alles) verkaufen.
Nürtingen

Das Pferd scheißt Gold, aber der Ochs scheißt Dreck.

Das Pferd schlägt aus und das Maultier schlägt aus; der Esel zwischen ihnen stirbt. Türkei

Das Pferd schlägt aus, das Maultier schlägt aus, zwischen beiden stirbt der Esel.
tü] At teper, katır teper, arada eşek ölür.

Das Pferd schlägt nicht nach hinten aus, wenn es allein im Stall ist.

Das pferd schlägt, gehe ihm nicht zu nahe.
i] Warnung vor einem bösen Menschen.

Das Pferd schleppt eine Fuhre, der Weg zwei.

Das Pferd schleppt nicht, wenn der Weg nicht schleppt.

Das Pferd schüttelt die Ohren, wenn die Esel schreien.
bm] Zle koni, kolem nĕhoz osli hýkají.
kroat] Tezko konju, okol koga se osli ričeju.

Das Pferd sieht des Nachts so gut wie am Tage, sagte der Rosskamm, als er einen blinden Gaul verkaufte.

Das Pferd sieht immer nach der Krippe.

Das Pferd soll die Krippe suchen (zur Krippe gehen), nicht die Krippe das Pferd (zum Pferde).
dk] Hest skal gaae til krybben, ikke krybben til hest.
la] Aequum est, a quo quid velis, ad eum currere.
la] Non praesepe bovem, sed bos praesepe requirat.

Das Pferd soll nicht mehr schlagen.
nl] Dat paard zal mij niet meer slaan.

Das Pferd soll vor alten Zeiten auch selbst gesagt haben: 'Lieber im Heuschober eines Herrn wohnen als in der Haferkiste von neun Herren'.
Estland

Das Pferd soll zur Krippe gehn, nicht die Krippe zum Pferd.

Das Pferd springt, gelobt wird sein Reiter.
Kurdistan

Das Pferd stallt gern, wo es schon nass ist.
nl] Het paard stalt meest (liefst), daar't nat is.

Das Pferd stehlen und den Sattel zurückgeben.
en] Steal the horse and carry home the bridle.

Das Pferd steht im Stalle des Sparsamen, das Geld im Beutel des Schmiedenden, das Korn im Kasten des Schaffenden.
Estland

Das Pferd stirbt oft, eh das Gras wächst.

Das pferd stirbt oft, eh gras wächsst.
bm] Prvé nez tráva zroste, az kůň umře.
dä] Komma med mjølken sedan følet är dødt.
en] While the grass grows, the steed starves.
la] Inter calicem et os.
la] Inter malleum et incudem.
la] Inter manum et mentem.
la] Inter os et ossam (multa intervenire possunt).

Das Pferd stirbt, aber der Sattel bleibt.
i] Der Mensch stirbt, aber sein Andenken überlebt ihn.

Das Pferd stolpert (auch) mit vier Füßen und der Mensch mit zwei Füßen stolpert noch mehr.
Litauen

Das Pferd stolpert auch mit vier Füßen.
Litauen

Das Pferd stolpert mit vier Füßen, und der Mensch mit zwei Füßen stolpert noch mehr.
Litauen

Das Pferd strauchelt auf vier Beinen, warum soll sich der Mensch nicht bei einem Wort irren.

Das Pferd suchen und darauf sitzen.

Das Pferd sucht die Ebene.
Altgriechisch
gr] Hippos eis pedion.

Das Pferd trägt fortwährend einen Sattel, manchmal könnte auch das Schwein (einen haben).

Das Pferd trinkt genug Wasser und lässt der Kuh noch etwas übrig.
i] Wenn du auch noch so gierig und ungenügsam bist, etwas wirst du mir wohl noch lassen müssen.

Das Pferd und die Frau nimm aus der eigenen Gemeinde.

Das Pferd und die Frau soll man nie leihen.

Das Pferd und sein Reiter haben nicht stets einerlei Gedanken.
en] The horse thinks one thing and he tat rides him another.
sp] Una cosa piensa el bayo, y otra el que lo ensilla.

Das Pferd verdient sein Brot mit den Hufen, der Mensch mit der Zunge.
Irak

Das Pferd versprach, lieber vier Männer in die Kirche zu bringen als einen Mann ins Wirtshaus.

Das Pferd verweigert niemals einen Galopp zum Hause.
Nigeria

Das Pferd von hinten aufzäumen.

Das Pferd vor (den Schlitten), die Frau in den Schlitten, der Mann soll hinterher gehen.

Das Pferd vor den Wagen, den Ochsen vor den Pflug.
la] Equus in quadriga, in aratre bos. (Jeder auf den Platz, der ihm gebührt)

Das Pferd vor die rechte Schmiede führen.
i] Sich dahin mit einer Sache wenden, wo sie gut besorgt werden kann.

Das Pferd war schön, aber jetzt ist's eine Mähre.

Das Pferd wäre ein ganz hübsches Tier, sagte der Ochse, wenn es nur ein Paar Hörner hätte.

Das Pferd wäscht sich nie, aber sieht immer; auch der Bär wäscht sich nie, alle fürchten (ihn).

Das Pferd widerspricht niemals, es geht, bis (es) auf die Nase fällt.

Das Pferd will wohl den Hafer, aber nicht den Sattel.
mhd] Dat pert will gêrne eten, mer dat will neinen sadel dragen.
la] Esse cupit mannus, sed ephippia ferre recusat.
pl] Jadłby kot ryby, ale niechce ogona maczać.

Das Pferd wird alle.
i] Ich rutsche ab, die Mittel und Kräfte gehen zu Ende.

Das Pferd wird fett vom Auge des Herrn.
Russland

Das Pferd wird hinkend, der Fisch wird stinkend, der Wein stößt dem Fass den Boden aus, so läuft der Kaufmann zum Tor hinaus.

Das Pferd wird schon ziehen, wenn das Krummholz hält.

Das Pferd wird wohl alt, aber es wird nicht wieder ein Füllen.
i] Wie der Mensch, der, sehr alt, noch einmal zum Kinde wird.
bm] Kůň jest jednou hříbĕtem, človĕk dvakrát dítĕtem.

Das Pferd wirft gern den Zaum ab, die Jugend die Zucht, das Alter die Dienstbarkeit.

Das Pferd wirft nur ein Füllen, aber es gilt mehr als zehn Hasen.
i] In der Schriftstellerwelt geht es wie in der Tierwelt, die fruchtbarsten Schriftsteller sind nicht stets die geachtetsten.

Das Pferd zieht lieber neun (Menschen), als dass es einen auf dem Rücken trägt.

Das Pferd zieht nicht, aber der Hafer.

Das Pferd ziert seine Mähne, den Dshigiten seine Kühnheit.
Russland

Das Pferd zum Reiten, der Mensch zum Schreiten.
bm] Kůň k tahu, pták k letu, a človĕk ku práci.

Das Pferd, auf das man zeigt, ist nicht vorhanden.

Das Pferd, das am besten zeucht, bekommt die meisten streich.
en] The horse tat draws is not whipped.
fr] On touche toujours sur le cheval qui tire.
nl] Altijd slaat men het paard, dat wel gaat.

Das Pferd, das am besten zieht, bekömmt die meisten Schläge.

Das Pferd, das am meisten zieht, bekommt am wenigsten Hafer.

Das Pferd, das den Hafer verdient hat, bekommt ihn nicht immer.
Wales

Das Pferd, das den Hafer verdient hat, frisst ihn nicht immer.
Wallonien

Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt dessen wenig.

Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt ihn nicht.
bm] Kůň, který nejvíce táhne, nevzdy také nejvíce ovsa dostává.
bm] Kůň, kterýz ovsa dobývá, nejménĕ ho jí.
wend] Koň, kiz najwjacy cehnje, dostanje zwjetsoh' najmenje wowsa.

Das Pferd, das den meisten Hafer bekommt, hat die meiste Lust, den Reiter abzuwerfen.

Das Pferd, das man nicht haben kann, hat immer einen Fehler.
Dänemark

Das Pferd, das seinen Halfter hinter sich herzieht, ist noch nicht ganz entkommen.
England

Das Pferd, das sich wider den Sporn sträubt, wird zweimal gestochen.

Das Pferd, so den Hafer verdient, bekommt dessen wenig, sagte der Bauer zum Grosskellner.

Das Pferd, so den meisten Hafer bekommt, hat die meiste Lust, den Reiter abzuwerfen.
dk] Den hest som faaer meest havre, er meest villig til at slaae af.

Das pferd, so langsam ist und träg, werd zuerst gerüst auf den weg.
la] Primo sternatur equus, qui tardus habetur.

Das Pferd, so wider die Sporen strauchelt, wird zweimal geschlagen.

Das Pferd, so wider die Sporen streubet, wird zweimal gestochen.
la] Nemo laeditur nisi a se ipso.

Das Pferd, welches den Hafer baut, muss Spreu fressen.

Das Pferd, welches den Hafer verdient, bekommt ihn nicht.
i] Macht geht vor Recht.

Das Pfingstbier ist der Thüringer Malvasier.
i] Das Pfingstbier ist ein thüringisches Volksfest.

Das Pflaster führt zum Laster.
i] Müßiges Umherstreifen führt in Sünden.

Das Pflaster ist gut bei Stockungen im Unterleibe.
i] Spott auf schlechtes Straßenpflaster.
fr] Le pavé de Chaumont porte médecine.

Das Pflaster kommt zu spät, wenn der Kranke am Brand gestorben ist.
es] Despues de descalabrado untarle el casco. Quebrásteme la cabeza, y ahora me untas el casco.

Das Pflaster neben die Wunde legen.
i] Ein Mittel verkehrt anwenden.
fr] Mettre l'emplastre près de la playe.
nl] Hij legt de pleister nevens de wond.
la] Cataplasma iuxta vulnus imponere.

Das Pflöckchen treffen.
i] Der Punkt, auf den gewirkt werden soll, auf den es ankommt. Ihr habt das Pflöckchen noch lange nicht getroffen. Das Pflöckchen ist getroffen; es ist alles gesagt worden, was hat gesagt werden können.
fr] On vous trouve à dire où vous n'êtes pas.

Das Pflugeisen rostet nicht.
Estland

Das Pflügen des Feldes am Bärentag (Margaretentag, 13. VII) ist für das Feld ebensogut wie eine Fuhre Mist.

Das Pflügen im Sommer ist besser als Dünger.

Das Pflügen von nassem Lehmboden bringt keinen Preis (= keinen Nutzen).
Estland

Das Pflügen wird bewerkstelligt, indem man nicht rennt.
Walisisch

Das Philosophieren steht jedem frei.

Das Pilsener Bier ist blond wie die Heldin einer Ballade, leicht wie das Gewissen eines Diplomaten, glänzend wie die Versprechungen eines Finanzministers und schäumend wie die Rede.

Das Pinkeln in deine Schuhe hält deine Füße nicht für lange warm.
Island

Das Placebo spielen.
z] Der Welt reden und tun, was jr wolgefalle.

Das Planen ist des Menschen Sendung. In Himmels Hand liegt die Vollendung.
China

Das Plappern macht Schwielen nicht einmal im Maule!

Das Plerr haben.
z] Ich glaub, jhr meint, ich hab das plerr und versteh nicht eur falschheit.

Das Podagra ist nicht besser zu kurieren als mit Geduld.

Das Podagra und Zipperlein mag nit bei Armut kehren ein; nur wo man trinket starken Wein, da pflegt es oft ein Gast zu sein.
i] Zwei Podagristen (nach dem Lateinischen) an die Göttin Podagra: 'O du diamantringwürdiges, guldenketten-löbliches, viel tausend Tucaten- lötiges, Doktor-Ehrensäckelnährendes liebes Podagra! Du boten-, noten-, knotenmächtiges Heilthum! O du Königin aller Reichthumb liegend-besitzender Menschen! O du knöchelliebende, geleuchübende, betthütende Fürstin! O du hart-stark-krümbendes Farsen-peinendes Fußsohlenbrennendes, zehen-zwickzwackendes, leistretendes, spitzstein-hassendes, Bein- mürbmachendes, kniebrechendes, schuhschnitt- geweitertes, durch Markleuchtendes, Geblüte- geborenes Fräwle (Zipperlein)! Ich bitte dich, hilf u.s.w.'
la] Calceus non liberat a Podagra.
la] Frigora, Vina, Venus podagrammant corpora nostra.

Das Pölsterlein flicken.
i] Von Geistlichen, welche reden, was ihre Zuhörer gern hören, anstatt die ernste Wahrheit zu sagen.

Das Possenspiel des Lebens
la] vitae mimus

Das prae und Vorzug haben.

Das preussische Paradies.
i] So wurde früher die Halbinsel, welche den Weg von Pillau nach Fischhausen bildet, genannt
z] Ist irgendeine angenehme und mit unzähligen Veränderungen ausgeschmückte Gegend in Preußen anzutreffen, so ist es die in einem Haken von zwei Meilen begriffene Halbinsel von Pillau nach Fischhausen. Nicht nur die unvergleichliche Lage dieser Gegend, sondern auch der Überfluss aller Sinn und Gemüth ergötzenden Dinge rechtfertigen ihre Benennung, da man sie absonderlich das preussische Paradies heißt.

Das Prozessieren an den Nagel hängen.
fr] Le procès pendre au clou.

Das Publikum ist eine Kuh,
Das grast und grast nur immerzu.

Das Pulver riecht schlecht, sagte der Jude, als er aus der Apotheke kam.

Das Pulver trocken und das Eisen blank halten.
i] Stets zur Verteidigung bereit sein.
z] Es gilt, unser Pulver trocken und unser Eisen blank zu halten.

Das Purpurkleid
Ist oft gefüttert mit Herzeleid.

Das Putzen des Pferdes ist mehr als ein Garnitz Hafer.

Das Quaken der Frösche hindert den Elefanten nicht daran, zu trinken.
Botswana

Das quietschende Rad bekommt das Öl.
England

Das rächt sich eines Tages.

Das Rad der Geschichte zurückdrehen
it] to put the clock back - to turn back the clock
fr] renverser (o. remonter) le cours de l'histoire

Das Rad des Glücks dreht sich.
la] Fortunae rota volvitur.

Das Rad des Karmas wiederholt sich immer. Genau wie Räder eines Wagens.
Thailand

Das Rad dreht sich rings herum, und der Leute Sachen drehen sich mit dem Rade.
Tschechien
mhd] Hiut ist er arm, der ê was rîch, daz glücke rat louft ungelîch.
bm] Kolo se dokola tocí.
bm] Lidske veci se v kole tocí.
dä] Lykkens hiul er ustadigt.
dä] Lykke-hiulet løber snart om.
la] Fortuna volubilis errat.
la] Rota saepe rotat.
la] Versatur celeri sors levis orbe rotae. Tiberius

Das Rad eilt, es sitzt ein alt Weib auf dem Wagen.

Das Rad findet immer einen Mistkuchen.
Estland

Das Rad hebt sich erst, bevor es fällt.

Das Rad ist laufend geworden.
i] Die Torheit ist begangen.

Das Rad neu schmieren hilft mehr als ein altes Gepräch.
Estland

Das Rad wird sich wenden.

Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das meiste Fett.

Das Rad, das knarrt, wird geschmiert.
USA
en] The squeaking wheel gets the grease.

Das Radl ist ihm abgelaufen.

Das rädle hat sich umgekehrt.
i] Das Blatt hat sich gewandt.

Das Rädlein treiben.
Luther
i] Wortspiel von Rad = Rädlein und Rede = Redlein, wahrscheinlich aus den Spinnstuben, in denen beim Erzählen interessanter Geschichten die Rädlein sich am muntersten bewegen.
z] Redlin treiben.
z] Das Redlein führen.
z] Wie solchs gemein ist vndern weiben, welch Fleißiglich das redlin treiben.
z] Wann er aber selb nicht kan schreiben, so muss er leiden, das sie treiben das redlin, wie es jn gefellt.
z] Er treibt das redlin.
z] Er will das Redlin allein treiben.

Das Rädlein wird sich umdrehen.
la] Crederet Caiphas omne nefas sibi fas.

Das Rasen des leeren Magens
la] vacui ventris furor

Das Rätsel wird er nicht lösen.
la] Herculanus nodus.

Das rätselhafte Schweigen brechen.
i] Endlich über einen bestimmten Gegenstand seine Meinung äußern. Schiller, Don Carlos I

Das Raubtier landet auf einem unbekannten Baum.
Kamerun

Das Rauche nach außen kehren.
ndt] Dat Rûge buten kêren.
i] Milde und Freundlichkeit mit Strenge und Ernst vertauschen.

Das räudige Schaf steckt die Herde an.
Italien

Das räudige Schaft steckt die Herde an.
fr] Il ne faut qu'une brebis galeuse pour gâter tout un troupeau.
it] La pecora rognosa infetta il gregge.

Das Rauhe herauskehren.
dk] At vende det graa ud.
la] Minimo provocare.
la] Tollere cornua.
la] Tollere cristas.

Das räumt auf, sagte Gretchen, als ihr Mann starb.

Das Rauschen der Blätter erschreckt den Hasen.
Altgriechisch

Das Rauschen und losen macht Kriegsleut böse Hosen.

Das Reale ist schlechthin eine Identität des Allgemeinen und Besonderen.
Hegel

Das Rebhuhn ist dein Feind und der Hahn ist dein Feind - wer wird dir den Anbruch des Tages mitteilen?
Kongogebiet

Das Rebhuhn liebt Erbsen, aber nicht die, die mit ihm in den Topf gehen.
Senegal

Das Rebhuhn sagt: Der mich tötet, trifft mich nicht so sehr wie der, der meine Federn ausreisst.
Afrika

Das Recht (od. die Redlichkeit) lebt am längsten.
Estland

Das Recht ändert sich mit dem Himmelsstrich.

Das Recht auf die erste Nacht
i] des Feudalherrn bei der Hochzeit einer Leibeigenen
la] ius primae noctis

Das Recht auf Eigentum beginnt, wie man sagt, mit dem Besitz. [RSpW]
la] Dominium a possessione coepisse dicitur.

Das Recht auf Freiheit
la] ius libertatis

Das Recht bedarf (guter) Hilfe.
it] La buona ragione hà sovente mestier di buon aiuto.

Das Recht berichtigt sich selbst.
Estland

Das Recht beschirmt die Unschuld.
altfries] Dat riucht beschirmet da onschield.

Das Recht beugen (krümmen).
i] Den Schuldigen begünstigen und den Unschuldigen unterdrücken.

Das Recht blüht, das Gericht schützt.
Estland

Das Recht brennt nicht im Feuer, ertrinkt nicht im Wasser.
Estland

Das Recht bringt nur kleine Diebe an den Galgen.
la] Irretit muscas, transmittit aranea vespas.

Das Recht der Ehe steht im vierten Knie.
altfries] Dat riucht dis aefftis steet in da fyaerda kne.

Das Recht der menschlichen Gemeinschaft
la] ius humanae societatis

Das Recht der Verwandtschaft
la] ius necessitudinis

Das Recht des Stärkeren handhaben.
i] Gewalt gebrauchen.

Das Recht des Stärkeren ist das höchste Unrecht.
la] summum ius, summa crux.
z] Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht. Ebner-Eschenbach

Das Recht des Stärkeren ist immer das beste.

Das Recht dünkt selten gut, wenn es uns Schaden tut.
mhd] Vnd duncket selden gut, Recht wo das schaden tut.

Das Recht entschuldigt das Weib in der Unwissenheit.
i] Nach dem römischen Recht nicht bloß das Weib, sondern auch Bauern und Ritter.

Das Recht erlaubt, mit Waffen gegen Bewaffnete vorzugehen.
la] Armaque in armatos sumere iura sinunt.

Das Recht fährt in der Kutsche, die Schlauheit geht zu Fuß.
Estland

Das Recht frommt keinem ohne seinen Dank.
[RSpW]
i] Der Richter kann über den Antrag des Klägers nicht hinausgehen.
mhd] Daz recht fromet keime ân sinem dangk.

Das Recht gebrauchen ist eine größere Kunst, als das Recht erlernen.
z] Rechte lernen oder wissen, ist nicht große Kunst; aber das rechte Recht brauchen und in ihrem Ziel und Rinck behalten, dass sie nicht zu weit fahren, das ist Kunst. Luther

Das Recht gehört ins Gericht.
mhd] Dat reicht gehoret in dat reicht.

Das Recht geht den Weg entlang, die Falschheit an den Gartenzäunen entlang.
Estland

Das recht geht oft auf stelzen der Ungerechtigkeit.

Das Recht geht seinen Gang, du kommst oder nicht.
mhd] Du komest eder nicht, dennoch geit dat recht sinen gank.

Das Recht gibt das Pfand ohne des Herrn Willen.
[RSpW]
i] Dem Vermieter gilt die ganze Habe des Mieters als Pfand. Das Recht verleiht ihm das Pfandrecht auch ohne des Herrn, d.h. des Eigentümers Willen. Das Sprichwort gehört dem hamburger Recht an, wo es heißt: Dat recht ghyfft dat pand ane der heren willen.

Das Recht gründet in der Natur.
la] Ius in natura positum est.

Das Recht hängt am Galgen.

Das Recht hat ain wächsin nasen.
i] Auch wohl mit dem Zusatz: man mag es drehen, wie man will.
z] Wo denn noch woll geschicht, dat Recht ene wassern Näse gehabt und als en Spinnwebe gehanget.
z] Dem recht ein wächssen nasen biegen.
i] Von einem Volksbrauch entlehnt, nach welchem man Fratzenbildern und auch wohl Personen, welche alte Göttergestalten darstellten, wirkliche große Wachsnasen, auch Bärte von Flachs oder Stroh andrehte, um seinen Spott damit zu treiben.

Das Recht hat die merkwürdige Eigenschaft, dass man es behalten kann, ohne es zu haben.
Joseph Unger, Mosaik, Bunte Betrachtungen u. Bemerkungen

Das Recht hat eine wächserne Nase.

Das Recht hat gläserne Augen, wächserne Ohren und eine tönerne Zunge.
Russland
mhd] Das recht hât gar ain waxe nas, es lât sich piegen als der has.
mhd] Sie zichent daz reht um bi der nasen.
bm] Právo má tenký nos.
fr] Les lois ont le nez de cire.

Das Recht hat manchmal auch eine Nase aus Wachs.
Estland

Das Recht heischt einen schweren Beutel.

Das Recht hilft dem, der sich selbst nicht helfen kann.
altfries] Dat riucht helpet dam, deer him selm naet helpa mei.

Das Recht hilft den Wachenden.

Das Recht hilft oft gar schlecht.
bm] Právo nepomůze, kdyz levo přemůze.
nl] Dat rechte hevet dicwijl hulpe noot.
la] Quod confortetur ius sepe necesse videtur.

Das Recht in der Ecke, der Besen vor den Augen.
Estland

Das Recht ist alles recht, das nicht gegen die Wahrheit fecht.
fries] Dat riucht is alle riucht, daer to einst da wird ne flucht.

Das Recht ist allzeit ein fromm Mann, aber der Richter ist oft ein Schalk.
z] Das Recht ist allzeit ein fromm Mann, aber der Richter ist oft ein Schalk; und ich gedenke, da Herzog Friedrich einmahl einen Klagezettel kriegt von einer armen Frau, darinnen sie bat, er wolle ihr schaffen zu dem rechten Recht, dass der gute Fürst sehr guter Dinge darüber war, dass die Frau zweyerley Recht anzeiget, so er doch nichts wusste von einem unrechten Recht, verstands aber bald, dass es war gered so viel, der Richter wär ein Schalk. Luther

Das Recht ist alt und hergekommen manchen Tag.
i] Die Gewohnheit ist die älteste Rechtsquelle.
mhd] Daz reht ist alt und ist herkomen manigen tac.

Das Recht ist älter als das Gericht (o. Gesetz).
Estland

Das Recht ist an beide Füße gerecht wie ein polnischer Stiefel.

Das Recht ist an jedem Ort das erste.
Estland

Das Recht ist angewandte Macht.

Das Recht ist dem Antworter (Beklagten) viel günstiger als dem Kläger.
[RSpW]
i] Es gilt zwar als Grundsatz, dass das Recht für beide Parteien gleich sei. Das obige Sprichwort hebt aber hervor, dass in der Wirklichkeit die Waage sich zu Gunsten des Beklagten neige. Schon das ist ein Vorzug, dass er nur an seinem Wohnsitz verklagt werden kann, was für den Kläger mit manchen Schwierigkeiten verbunden ist.
mhd] Das recht ist vil gunstiger dem antwerter wenne dem clegere.

Das Recht ist dem Antworter viel günstiger als dem Kläger.

Das Recht ist der Lebenden.
i] Der Abgeordnete von Thadden-Trieglaff in seinem bekannten Antrage vom 25. April 1847 gegen die Anonymität der Presse sagt: 'Wer fällt, der bleibet liegen, wer steht, der kann noch siegen; wer übrigbleibt, hat Recht, und wer entflieht, ist schlecht.'

Das recht ist der wachenden und nahrung der arbeiter.

Das Recht ist der wachenden, das glück der Schlafenden.
bm] Bdícím práva pomáhají.
bm] Práva bdícím, ne spícím slouzí.
nl] Het regt is voor den wakende geschreven.
la] Vigilantibus jura, non dormientibus scripta sunt.

Das Recht ist des Stärksten.
z] Die Götter sind immer auf Seite des Stärksten.
z] Die Vorsehung commandiere stets das stärkste Bataillon. Napoleon I.
fr] Contre fort et contre faux ne valent ne lettres ne sceaux.
fr] Le bâton est le roi du monde.
fr] Le plus fort chasse le plus faible.
la] Jus est in armis (opprimit leges timor). Seneca
sp] Do fuerza viene, el derecho se pierde.

Das Recht ist des Wachenden, das Glück des Schlafenden.

Das Recht ist ein dünnes, breites Netz; die Mücken bleiben darin hängen, die Hummeln brechen durch.

Das Recht ist ein geläuterter politischer Grundsatz.
Fliegende Blätter

Das Recht ist ein Stück Gold, das sich in dünnen Plättchen zerhämmern lässt.
Russland

Das Recht ist eine bodenlose Grube.

Das Recht ist eine große Glocke, wenn nur der Schwengel nicht so leicht herunterfiele.

Das Recht ist eine Nase von Wachs, man kann sie drehen wie man will.
i] Rabelais verglich das von den Gelehrten kommentierte Recht mit einem Goldgewande, unten mit Kot verbrämt.

Das Recht ist eine schöne Braut, wenn sie in ihrem Bette bleibt.

Das Recht ist für jedermann.

Das Recht ist gerade wie des Widders Horn.
Estland

Das Recht ist größer als der König.
Estland

Das Recht ist gut, aber der Juristen Practica (die Rechtspractica) taugt nichts.

Das Recht ist gut, aber die Rechtspraktika taugt nichts.

Das Recht ist heiliger und barmherziger als wir.
ndt] Dat reht is heylig ende barmharthiger dan wy syn.

Das Recht ist im Arsch des bunten Ochsen.
Estland

Das Recht ist immer über allen.
Estland
i] Es steht höher als alles)

Das Recht ist krummer hand, wird leichtlich vmgewand.

Das Recht ist manchmal ein weicher Mann.
Estland

Das Recht ist mehr als hundert Krebse.
Estland

Das Recht ist seitlings draußen und das Gesetz rücklings im Bett.
Estland

Das recht ist selten seiner Mutter gerechtigkeit ähnlich.

Das Recht ist Simpel, ungewiss und untreu.

Das Recht ist so heilig, das es mit kaufen niemand vnehren soll.

Das Recht ist so heilig, dass man es mit Käufen nicht verunehren soll.

Das Recht ist so heilig, dass man es um kein Geld kaufen kann.
ndt] Dat recht is also heylich, dat men om gheen ghelt copen noch vten en sal.

Das Recht ist so, wie es gemacht wird, das Gerichtsurteil so, wie es gefällt wird.
Estland

Das Recht ist so, wie man es richtet, das Gericht so, wie man es biegt.
Estland

Das Recht ist viel gelinder als die Richter.
mhd] Daz recht ist vil barmherziger wenn der richter.

Das Recht ist wohl ein guter Mann, aber nicht immer der Richter.

Das Recht ist, wo das meiste Geld ist.
Lucanus, Pharasalia

Das Recht kann man nicht aufessen.
Estland

Das Recht kann man nicht mit Gold aufwiegen.
Estland

Das Recht kann niemand zu mehr zwingen als er hat.
[RSpW]
i] Die Pfändung kann nicht mehr nehmen als vorhanden ist.
altfries] Dat riucht mey neen menscha fora twinga dan hij haet.

Das Recht kann niemand zwingen ohne den Richter.
[RSpW]
i] Es würde wenig nützen, zu wissen was Recht ist, wenn es keinen Richter gäbe, welcher befugt wäre, es auszusprechen, und Macht besäße, sein Urteil zu vollziehen.

Das Recht kennt keine Freundschaft.
Estland

Das Recht klein dieben an galgen bringt, manch großer aber durchhin tringt.
la] Irretit muscas, transmittit aranea uespas.

Das Recht lehrt Zucht.
mhd] Daz recht leret zucht.

Das Recht liegt in der Mitte.
it] La diritta ragione non istà mai negli estremi.

Das Recht liegt unter der Banck, das Unrecht gehet im Schwank.

Das Recht macht manchen Herrn zum Knecht.

Das Recht mit krummer Hand wird leichtlich umgewandt.

Das Recht muss der Gewalt weichen.
it] Dalla forza viene vinta la ragione.

Das Recht muss die Wahrheit niederschlagen.
i] Was unter Beobachtung der gesetzlichen Formen endgültig als Recht erkannt worden ist, gilt forthin als solches, wenn sich auch später herausstellen sollte, dass es den wahren Verhältnissen nicht entspricht.
fries] Dat riucht moet da wird neder slaen.

Das Recht muss ehrlich sein.
fries] Dat Recht schal syn Ehrlich, Hillich vnde Lydtlick, na des Landes Sede.
dä] Loghen skal waerae aerlik.

Das Recht muss oben schwimmen.

Das Recht muss sich mehr nach den Fällen richten, die häufig und leicht vorkommen, als nach denen, die ganz selten eintreten. [RSpW]
la] Ad ea potius debet aptari ius, quae et frequenter et facile, quam quae perraro eveniunt.

Das Recht scheidet wohl, es freundet aber nicht.

Das Recht schiert haarscharf.
i] Das Recht darf schon scharf scheren, aber es soll nicht, wie man in Bergamo von der catalonischen Gerechtigkeit sagt: 'das Schaf sammt der Wolle aufressen.'
z] Verdammt den Richter nicht, er darf nicht billig sein, für ihn ist das Gesetz von Eisen, und seine Pflichten sind von Stein, ihn taub und kalt nur auf das Recht zu weisen.
z] Nur die Parteien können und sollen billig sein; bei billigen Richtern wäre es um die Gerechtigkeit geschehen. Seume
bm] Hor?í právo neźli meč.
nl] Stipt regt, of de wereld vergaat.
pl] Prawo gorsze ni? miecz.

Das Recht schläft manchmal, stirbt aber nie. [RSpW]
la] Dormit aliquando ius, moritur numquam.

Das Recht sei für jedermann (da).
Estland

Das Recht siegt.
Estland

Das Recht sieht nicht auf die Person.
nl] Het regt ziet geen' persoon aan; de eerst komt, gaat voor.

Das Recht soll man gleichen, dem Armen als dem Reichen.

Das Recht soll man mit Erbarmung mischen.

Das Recht soll man nicht biegen, ausgenommen die Herren tun (wollen) es.
fr] On ne doibt le droict violer, si non a cause de dominer.
la] Si violandum est ius, imperii gratia violandum.

Das Recht soll vor der Theologie das Baret abziehen.
z] Die Juristen müssen lassen die Theologiam obenan sitzen, oder müßen herunter aufs tiefste, anders wird nichts daraus. Luther
z] Die Theologen sind der Kiel, die Juristen aber der Strumpff von der Schreibfeder.
z] Ein Jurist ist in geistlichen Sachen nicht mehr denn ein Schneider und Schuster.
z] Das Jus ist eine schöne Braut, wenn sie in ihrem Bette bleibt; wenn sie aber herübersteigt in ein anderes Bett und will in der Kirche die Theologiam regieren, da ist sie eine große Hure. Darum soll das Jus vor der Theologie das Baret abziehen. Luther
z] Die Theologia soll Kaiserin seyn, die Philosophia und andere Künste Dienerin. Luther

Das Recht spricht: jedem das Seine; die Liebe: jedem das deine.

Das recht stehet auf der faust.
i] Es ist das Recht des Stärkeren, das Faustrecht gemeint.
z] Das Recht stehet ietzt auf der faust; dasselbige gilt ietzt; und ist das lateinische Wort Jus umgekehrt siv, Gewalt oder Faustrecht. Wer den andern vermag, der stecket ihn in Sack.
Luther
nl] Men voert er het regt in de vuist en in de scheede.

Das Recht steht wie Fett auf dem Wasser.
Estland

Das Recht sticht der Lüge die Augen aus dem Kopf.
Estland

Das Recht tut Gnade der Torheit.
mhd] Dat recht dut gnade der dorheit.

Das Recht tut nichts Krummes (d. i. kein Unrecht).
Estland

Das Recht überwindet alle Gewohnheit.
z] Auch eine im guten Glauben anfänglich für Recht genommene Gewohnheit fällt, sobald deren Inhalt als widerrechtlich erkannt wird, und selbst alter und gerechter Brauch kann von einer neuen und vom gesetzten Rechte niedergelegt werden, nicht nur, wenn die Aufhebung ausdrücklich ausgesprochen vorliegt, sondern auch dann schon, wenn der Brauch mit dem Neugeschaffenen in offenem Widerspruch steht.
altfries] Dat riucht wriunt alle pliga.

Das Recht und das Wasser darf man nicht aufstauen, sonst entsteht dem Lande großer Schaden.

Das Recht und der Palmesel kommen jährlich nur einmal an das Licht.

Das Recht unten ausgestreckt, das Unrecht bäuchlings darauf.
Estland

Das Recht unten, das Unrecht daraufgekippt.
Estland

Das Recht verkörpert die Anstrengung der Menschen, die Gesellschaft zu ordnen, die Regierung verkörpert die Anstrengung der Selbstsucht, die Freiheit zu vernichten.
Becher

Das Recht wankt nicht.
Estland

Das Recht wäre wohl gut, wann man's nicht krumm machte.

Das recht wehret darum lang, dass mans wie ein Kleinod in ehren hält und selten braucht.

Das Recht weicht der Gewalt.
la] Cedit viribus aequum.

Das Recht wird genossen, das Böse geschützt.
Estland

Das Recht wird mehr gefürchtet als Feuer.
Estland

Das Recht wird mit Füßen getreten, und mit des anderen (Recht) wird gespielt.
Estland

Das recht wird so hoch (so weit und breit) gespannt, dass daran kein end zu sehen.

Das Recht wird weder weiter noch enger.

Das Recht wissen und das recht tun ist zweierlei.

Das Recht zu betteln ist niemand gewehrt.
i] In einem guten Staatswesen ist für das Betteln kein Raum.

Das rechte (Auge) tadelt, das linke, entschuldigt.
Estland

Das rechte aug tantzt mir im Kopf.

Das rechte Auge juckt mir.
i] Gute Vorbedeutung. Wenn man Hoffnung hat, etwas Angenehmes zu hören, wie man jetzt sagt: Es klingt mir vom rechten Ohre, um zu sagen, dass sie löblich von einem reden.

Das rechte Auge krimmt (juckt) mir, ich werde was Liebes sehen.
la] Oculus dexter mihi salit.

Das Rechte erkennen und nicht tun, ist Mangel an Mut.
Konfuzius

Das rechte Maß halten.
i] Die Regeln der Schicklichkeit kennen und befolgen.
fr] Il est plein de fait et de mesure.
fr] Il est toujours dans la mesure.
fr] Il garde la mesure en tout.
fr] Il fait tout avec poids et mesure.

Das rechte Maß oft überfährt, wer geizig Ehr' und Lob begehrt.

Das rechte Mitleid geht von der Tür und kommt durchs Fenster.
fr] La caritá onesta-va del uscio, ven della finestra. Welschtirol

Das rechte Mittel in der Hand des falschen Mannes wird falsch. Das falsche Mittel in der Hand des rechtes Mannes wird recht.
China

Das rechte Ohr singet oder klinget mir.

Das rechte recht.
z] Das rechte Recht siehet weder Gunst, Gaben, Freundschaft noch Eigennutz an. Das unrechte Recht richtet nach Gunst und Gaben.
i] Wenn ein Geschäft nach einem bestimmten Rechte vereinbart ist, so kommt auch dies Recht gegenüber dem gemeinen zur Anwendung.
nl] Het regte regt ziet gunst noch gaven, vriendschap nog eigen nut aan.

Das reckt sich wie Schafleder.

Das Reden von allem magst du gönnen
Denen, die selbst nichts machen können.
Geibel, Sprüche

Das redende Wort trifft das Herz.

Das redet er aus keinem Kalbskopf.

Das Regal fällt nachts um. Man richtet es am Tage auf.
Kongo

Das Regen in Sevilla ist ein Wunder.

Das Regenwasser enthält kein Salz, das Sprichwort keine Lüge.
Mongolei

Das Regiment führen ist schwerer als darüber reden.

Das Regiment gehet auf Stelzen.

Das Regiment gehört den Weltlichen.
nl] Den verstandigste komt het regiment toe.
la] Politici regunt orbem.

Das Regiment lehrt den Mann.

Das Regiment war wohl gemacht, das beim Frieden den Krieg bedacht.

Das Reh hat einen Löwen gefangen (besiegt, herausgefordert).
i] Wenn etwas in verkehrter Ordnung geschieht, der Schwächere z.B. den Stärkern überwindet.

Das Reh, das zu oft zur Salzlecke geht, trifft endlich auf den Jäger.
USA

Das Reich Gottes hält nicht Pauker und Geiger.
z] Es kommt ohne Geräusch und geht still, wie die Natur seinen herrlichen Entfaltungsgang

Das Reich Gottes steht nicht in Worten sondern in Kraft.

Das Reich ist der Dienstleute.
i] Der Summe der selbständigen Landesherren, die keinen Herrn über sich haben als den Kaiser. Da die Fürstentümer als Ämter betrachtet wurden, so hießen die Landesherren Dienstleute.
mhd] Daz riche ist der dinst lute.

Das Reich ist nicht einig.

Das Reich ist uneinig.

Das Reich kann sicher ruhen unter den Blicken des Zaren, wenn Gott Mitwache hält.
Russland

Das Reich soll sich mehren.
i] Um auszudrücken, dass gewisse Dinge dem Staate (d.i. dem Volke, der Gesamtgemeinde) zufallen, wie z.B. herrenloses Gut.
mhd] Daz rich sal ein merer sien.

Das Reich steht auf schwachen Füßen, sagte der Narr, als der Kaiser das Zipperlein hatte und hinkte.

Das reich und die Schwaben mögen sich nimmer versäumen.
[RSpW]
i] Gegen Güter des Staats gibt es keine Verjährung.

Das reichste Bergwerk wird mit der Zeit erschöpft.

Das reichste Kleid ist oft gefüttert mit Herzeleid.

Das reicht gerade für einen hohlen Zahn
en] it's precious little
fr] il n'y en a pas de quoi remplir une dent creuse
it] è troppo poco

Das reicht von der Nase bis an den Mund.
i] Was unzulänglich ist, nicht ausreicht.

Das reimet sich daher nicht.
la] Nihil ad versum.

Das reimet sich ja wie Monachus und Stomachus.

Das reimet sich wie ein faust auf ein Auge.
i] Th. Moore sagt von einem schlechten Buche, wenn es nur wenigstens gereimt wäre: Here's nor rhyme nor reason.

Das reimet sich wie weiß und schwarz.

Das reimet und füget (bindet) sich ineinander wie Kirchenzimmer.

Das reimt sich darzu, als ein pfeyl vff ein küffen.

Das reimt sich wie Arsch und Friedrich.
z] Das reimet gleich zusammen sich, als wie meine Hosen und Fridrich.

Das reimt sich wie Engel und Teufel.

Das reimt sich wie Fastnacht und Karfreitag.
en] It's as like as chalk to cheese.
fr] Cela vient comme un cheveu sur la soupe.
it] C'entra come i cavoli a merenda. - È un pugno in un occhio.

Das reimt sich wie Sauerkraut und Hobelspäne.

Das reimt sich zuosamen, als meusskot und Pfefferlot.

Das reine Hemd allein macht keine ehrbare Dirne.
Russland

Das Reine wird leichter schmutzig.
Bulgarien

Das reinste Gold ist das schwerste.
Estland

Das Reisen dient in jüngeren Jahren der Erziehung, in reiferen der Erfahrung.
Francis Bacon (1561-1626), Über das Reisen

Das Reisen kostet Geld, doch sieht man die Welt.

Das Reisen will uns eines lehren: Das Schönste bleibt stets, heimzukehren. Der Aufenthalt im fremden Land mehrt und kräftigt den Verstand.
Spanien

Das Reisigbündel auf dem Trockenständer lacht über das Reisigbündel im Feuer.
Afrika

Das reisst ins englische Laken.
i] Wird in der Gegend von Altona gebraucht, wenn ein Glied einer großen und ansehnlichen Verwandtschaft eine Schlechtigkeit verübt hat.

Das Reiten, Fechten und die Laut, das Spielen, Saufen und die Braut verderben manche gute Haut.

Das Reiterspiel treiben.
i] Von Raub, Beutemachen u.s.w. leben, ein sogenanntes Ritterleben führen.

Das reizbare Volk der Dichter
la] genus irritabile vatum

Das Rennen ist nicht für die Schnellen, langsamere und stetige gewinnen.
Trinidad/Tobago

Das Rennen machen
en] to make the running
fr] emporter (o. enlever) le morceau
it] vincere la corsa (o. la gara)

Das Rentier flieht, wenn man vom Geweih spricht.
Russland

Das Rentier, das uns ein Reicher geschenkt hat, muss man nicht untersuchen, man würde es sonst ohne Geweih finden.
Finnland

Das Requies in aeternum, dreimal gesungen, macht die Seelen im Fegfeuer so sanft schlafen wie die Maulwürf und Ratten.

Das Retardat frisst die Kuxe.
i] Wenn ein Bergwerksaktionär oder Kuxinhaber mit den zur Betreibung erforderlichen Nachzahlungen (Zubuße) im Rückstande bleibt, so wird er in das Retardat gesetzt und sein Anteil (Kux) fällt der Gewerkschaft anheim.

Das Reule kommt hintennach.

Das Reulied singen müssen.
z] Teutschland wird das schändliche Rew Lied noch singen müßen: non putaram, non credideram, wann es nun zu grunde und drümmern geht. Luther

Das reut ihn, so viel er Haare auf dem Kopfe hat.
Rottenburg

Das Rezept passt für viel Krankheiten, sagte der Mann zu seiner Frau, und zeigte ihr einen Haselstock.
nl] Dat recept komt niet wel a propos, zei snapachtige Gerrit, en hij kreeg een drachma rottingolie.

Das Rezept war ausgezeichnet, nur die Arznei taugte nichts.
China

Das Rezept wäre sehr gut, wenn die Befolgung desselben vor dem Närrischsein nach der Hochzeit schützte.

Das riecht (stinkt) no Schweiß, sagte der Bauer, als er die (seine Arbeits-)Leute faulenzen sah.
Oberlausitz

Das riecht hier nach Menschen, sagte der Fuchs, als er in das Scheißhaus geraten war.
Lüneburg

Das riecht ihm in die nase.

Das riecht nach der Öllampe.
i] nach nächtlicher Arbeit
la] Olet lucernam.

Das riecht nach der Schule.
nl] Het riekt naar de school.

Das riecht nach Gelde.

Das riecht nach Ketzerei.
nl] Het riekt naar den mutsaard. 1 Mos. 22, 8

Das riecht nach Kugl.

Das Riedgras lässt sich wohl mähen, aber nicht dreschen.

Das Riff zeigen, wenn das Schiff zertrümmert ist.

Das Rind auf der weiden leckt sich mit Freuden.
es] El buey suelto bien se lame.

Das Rind sagt nie Dank an den Busch.
Botswana

Das Ripsraps in meinen Sack spielen.

Das Roggenfeld soll einst gesagt haben: Es sei besser, vor dem Jakobstag (25. VII) mit Fichtenreisig über das Feld hinzuziehen, als es nachher mit der Egge beinahe zu zerreißen.
Estland

Das Roggenkorn hat versprochen, dann eine um die Hälfte größere Ernte zu geben, wenn es selbst aus dem Aussaatgefäß niederschlüpfen kann, wenn aber der Bauer es aus dem Aussaatgefäß wirft, dann werde es ihm schwindlig.
Estland

Das rohe Wort trifft den Urheber.
Türkei

Das Rohr (Gewehr) ist geladen.
i] Ich bin zum Kampf, zur Abwehr bereit.
nl] Het roer is geladen.

Das Rohr anlegen.
nl] Leg uw roer aan.

Das Rohr bewegt sich nicht ohne Wind.
Malta

Das Rohr bleibt durch gelindes (o. geringes) nachgeben, der Baum fällt durch hart widerstreben.

Das Rohr erschrickt nicht, wenn der Sturm Bäume zerbricht.
bm] Netřeba se třtinĕ báti, vĕtrové kdy dub vyvrátí.
pl] Bač się nietrzeba trzcinie, gdy wiatr dąb wywinie.

Das Rohr schwankt nicht, wenn es nicht (vom Winde) angeweht wird.
Litauen

Das Rohr verdient gemäht zu werden, das den Sumpf verlacht, in dem es wurzelt.

Das Rohrfeuer verlischt schnell.
Ägypten

Das Ross an einen Hag binden.
Schweiz

Das Ross beim hindern aufzeumen.

Das Ross beim Schwanze aufzäumen.

Das Ross bewährt sich am Berge, der Freund in der Not.

Das Ross des Kaisers (o. Königs) wird auch nicht mit Rosinen gefüttert.

Das Ross gehört an den Wagen, der Ochs an den Pflug.
i] Ämterverteilung.

Das Ross Gottes.
Oberösterreich

Das Ross hasset den Zaum.

Das Ross ist im Stalle, des Rosses Schweif ist draußen. Was ist das?
Der Degen.
Rätsel aus Litauen

Das Ross ist nicht nach seiner Schabracke und seinem Stirnschmuck zu schätzen.

Das Ross lenkt (oft, hier) den Reiter.
i] Es ist verkehrte Ordnung.

Das Roß lenkt oft den Reiter.

Das Ross muss gestriegelt werden.
z] Böser Pöfi braucht viel Ruthen und Hirten; der wild Vogl muss gerupfft, und der Frosch aufs Maul geschlagen werden, dass er alle viere von sich streckt, das Ross muss gestrieglet und das Tuch geklopfft werden, sonst kommen die Schaben drein.

Das Ross sagt: Auf der Ebne schon mi nett und auf Berg treib' mi nett, und im Stall vergiss mi nett.

Das Ross schätzet man nit aussm Sattel und den man nit aus kleidern.

Das Ross soll man nicht beym Arsch aufzäumen.

Das Ross wird nicht nach dem Sattel beurteilt.

Das Ross, das sich satteln läst, das reit man.

Das Ross, so nicht mehr ziehen kann, gehört dem Schinder.

Das Ross, welches einmal den Zaren trug, wiehert beständig.
Russland

Das Rösslein machen laufen.
i] Eine Sache, den Gang einer Angelegenheit durch Geschenke oder andere Mittel beschleunigen.
z] Dieß rösslin läuft gar leichnam weit, wann man gab und schencken geit; Kumpstu her mit lerer handt, so bringst dus nit von disem standt.
z] Wer yetzund in ein Closter bgert, on bringen ist er nimmer wert; ist es das er pfennig hett, so kumpt er oben an das brett . On schencken läuft mein rösslin nit, und gieng on gab nit einen trit.

Das rote leuchtet ins Feld.

Das Rote
i] der rot geschriebene Urteilskopf
la] Rubrum

Das Rubinglas zählt sich unter die Edelsteine.
Hamburg

Das Ruder eines Steuermanns muss viel Augen haben.
Russland
nl] Man te roer, laat het je niet ontwaaijen.
nl] Man te roer, wacht u voor de lij.
nl] Schipper, houd je roer regt.

Das Ruder im Land ruht am besten in einer Hand.
z] Regierungsruder muss nur einer führen.

Das Ruder ist vom Schiffe fort.
i] Der leitende Geist.

Das Ruder liegt danach.
i] Es ist darauf angelegt.

Das Ruder muss führen, wer es zu führen gelernt hat.

Das Ruder nach dem Winde wenden.
mhd] Ich will daz ruoder oueh nâch den winden wenden.

Das Rudern richtet sich nach dem Wasser.
i] Die Lebensart nach dem Vorteil.

Das ruhige Schwein frisst sein Futter, das wilde stößt den Trog um.
dk] De lumske sviin æde masken, de galne løbe uden om.

Das rührt nicht daran.
i] Passt durchaus nicht hierher
hebr] Loo poga weloo noga.

Das runzligste Gesicht wird glatt, wo 's Geld die Fülle hat.

Das Rüsten wird bezahlt, aber das Herunterfallen nicht.
Niederlausitz
i] Sprichwort von Baumeistern, womit sie zu gutem Rüsten aufordern.

Das Rutenaushauen ist die erste Weihe zum Strick.

Das Säen unterlassen der Raben wegen.
Russland
dä] Man skal ei holde op at saae, for fuglene æde af kornet (sæden).
fr] Il ne faut pas laisser de semer par crainte des pigeons.
it] Non cessar per gli ucelli di seminar i piselli.

Das Säen will eine offene Hand.

Das sage dem, der die Hosen mit der Beißzange hinaufzieht.
Nürtingen
i] Nämlich einem Dummen

Das Sagen ist umsonst, wenn man nicht danach tun will.
nl] Wat baat het, schoon gezegd, aan de daad ligt de magt.

Das Sagen ist wohlfeil.

Das Salz bringen, wenn die Eier gegessen sind.
nl] Toen men met zout kwam, waren de eijeren al op.

Das salz geht hin, daher es kommt.
la] Sal unde venerat rediit.

Das Salz ist armer Leute Pfeffer.

Das Salz kommt aus dem Meer, vom Weibe alles Übel her.

Das Salz muss sich nicht selber loben.

Das Salz preist sich nicht selbst als süß an.
Afrika

Das Salzamt aufwecken.
i] Aufsichtsbehörden und Strafrichter an ihre Pflicht mahnen.
z] Wie denn geschehen muss, wo das Salzamt nicht immer im Schwange geht. Luther

Das Salzkorn ist klein, aber man spürt es in der Suppe.
Spanien

Das Sandkorn am Fuße des Maulwurfshügels dünkt sich größer als der Zeltberg.

Das satte Pferd lässt den Hafer stehen.
es] Caballo harto no es comedor.

Das sauberste Wasser nährt nicht die Fische.
Tibet

Das Sauermilchhäfelin ist vom Verlin umgestoßen worden, antwortet einer armen Frau ein Fürsprech, der sich vom Gegenpart mit einem Süwlin hatte schmieren lassen.

Das Saufen macht betört, das er den Schweinen ähnlich wird.

Das Saufen manchen betört, dass er den Säuen ähnlich wird.

Das Saufen nimmt dem Menschen hin, Vernunft, Verstand und alle Sinn.

Das saure macht mich essen, sagte der Wolff, frass einen Esel aus einem Nessel Busch.

Das Sausen in die Ohren bekommen.
z] Tertullianus war einer solchen Wissenschaft, dass ihn der heilige Hieronymus über alle gepriesen, und gleichwohl dieser Tertullianus hat das Sausen in die Ohren bekommen.
i] Eitel, stolz, hoffärtig werden.

Das scepter sol augen haben.
la] Oculus in sceptro.

Das Schaf blökt immer auf die gleiche Weise.
Frankreich

Das Schaf blökt immer gleich (o. dieselbe Weise).
i] Was in der Natur begründet ist, ändert sich nicht.
fr] La brebis bêle toujours de même.

Das Schaf denkt nur an das Messer, der Metzger (o. Schächter) nur an das Fleisch.
Kurdistan

Das Schaf des Hirten stirbt nicht zuerst.
nl] Het schaap van den herder sterft niet.

Das Schaf die Wolle dem Herren gönnt, wenns nur die Haut behalten könnt.

Das Schaf folgt der Herde.

Das Schaf hat dem Wolff das Wasser getrübt.
i] Gegen ungerechte Anklagen.

Das Schaf hat den Bauch voll, das seine Kameraden mit dem Kopf stößt.
Spanien

Das Schaf hat einen goldenen (o. silbernen) Fuß.
ndt] Dat Schâp hett'n golden Fôt. Ostfriesland
z] Das Schaf hat gülden Füße.
nl] Het schaap heeft een' gulden voet.
nl] Schapen en zijdewormen worden meest geëerd bij groote en kleine Menschen.

Das Schaf hat einen goldenen Fuß.

Das Schaf hat immer seinen Kopf nach unten, weil es sich schämt, den Anus einer Ziege zu sehen.
Mali

Das Schaf het 'n'n güllenen Faut, wo et hentret, dâ wörd et gaud.
Hannover

Das Schaf hett kên Titten, sä de Schoster, do wull he de Ramm melken.
Ostfriesland

Das Schaf ist gewiss fromm, aber es grast genau.

Das Schaf ist nicht wegen des Schäfers, der Schäfer ist wegen der Schafe da.

Das Schaf ist oft nicht, wie es Wolle trägt.
la] Sub veste vili saepe fastus hospitus.

Das Schaf ist verloren, das sich Rat beim Wolfe holt.
nl] Het schaap gaat bij den wolf te rade.

Das Schaf kann nur die Wolle geben, die es hat.

Das Schaf kennt die Arzneien, aber sein krankes Knie kann es nicht kurieren.
Surinam
i] Von denen, die stets für andere guten Rat wissen, ohne sich selber helfen zu können.

Das Schaf klagt dem Wolf die Not.
i] Wie man seinen Kummer der Stiefmutter klagt.

Das Schaf läuft nicht dem Wolfe nach.
Frankreich

Das Schaf läuft so schnell wie der Hammel.
es] Tan presto va el cordero como el carnero.

Das Schaf liegt auf Wolle, egal wie es sich wendet.
Arabien

Das Schaf macht auch Pillen und ist doch kein Apotheker.

Das Schaf mit einem starken Herrn schläft mit seinem Schwanz vor dem Haus.
Zentralafrikanischen Republik

Das Schaf mökt uck Pillen un is doch kên Aptheker.
Pommern

Das Schaf muss sich hüten lassen, nicht nur, wenn's im Stall, sondern auch wenn's im Freien ist.

Das Schaf musst du scheren, solange es Wolle hat.

Das Schaf opfern, um die Kötel zu gewinnen.

Das Schaf sall wohl 'n sachten Dot hebben.
i] Die Sache wird kein Aufsehen erregen, wird allmählich einschlafen.

Das Schaf scheren, ohne es zu schinden.
i] Mit Geschicklichkeit, so erpressen, dass nicht Klagen und Murren erregt wird.

Das schaf soll des hirten urteil fürchten.

Das Schaf soll gesagt haben: 'Wenn man meine Füße beim Scheren mit einem wollenen Band festbindet, so werde ich immer Wolle geben, aber wenn man mit einem harten und festen Band bindet, so werde ich rauhe Wolle geben'.
Estland

Das Schaf soll uns der Wolf nicht verjagen.
i] Wenn man jemandes Übermacht nicht fürchtet.

Das Schaf spricht immer dieselbe Sprache, der Mensch spricht viele und mannigfaltige.
Altgriechisch

Das Schaf stehlen und die Füße den Armen schenken.
pt] Furtar o carneiro, e dar os pés pelo amor de Deos.

Das Schaf trägt das Lamm auf dem Rücken.
Dönhofstädt
i] Wenn es nicht lammt, so doch in dem Werte der Wolle.

Das Schaf trägt sich selbst keine Wolle.

Das Schaf trägt von Natur Wolle.
mhd] Dat Schâp drecht van natur wulle.
la] Lanam portat ovis natura, gramina tellus.

Das Schaf trinkt, aber die Ziege wird betrunken.
Martinique

Das schaf unter den wölfen ist im elend.

Das Schaf vertraut nur dem, der ihm die Kehle durchschneidet.
Indien

Das Schaf will den Wolf beißen.
i] Wer gegen jemanden auftritt, dem er nicht gewachsen ist.
nl] Het schaap will den wolf bijten.

Das Schaf, das blökt, verliert seine Nahrung.
Kroatien

Das Schaf, das blökt, verliert seinen Bissen.
Italien

Das Schaf, das der Wolf fressen soll, muss man ihm lassen.

Das Schaf, das frei gehet, das frisst der Wolff.
dk] Det faar som løber paa egen kaand bliver gierne til ulvens deel.

Das Schaf, das keine Milch gibt, blökt am lautesten.
tü] Sütsük koyun meleğen olur.

Das Schaf, das mit den Hunden zieht, wird deren Abfälle fressen.
Nigeria

Das Schaf, so am meisten blökt, gibt die wenigste Milch.
dk] Faar som bræge meest, malke mindst.

Das Schaf, welches sich ein langes Horn wünscht, muss einen starken Schädel haben.
Mauretanien

Das Schäfchen im Trocknen.

Das Schaffen hat nur Wert, nicht das Geschaffene;
Was wird, das lebt! Gewordenes ist tot.
L. Schefer, Laienbrevier, Oktober

Das Schamtüchlen ablegen.

Das scharfe Recht will einen gelinden Meister haben.

Das schärfste (strengste) Recht, das größest unrecht.'
z] Billigkeit muss das Recht meistern, denn es kann geschehen, dass Zween ein gleich Werk tun, aber mit ungleichem Herzen. Luther
dä] For streng lov er stundum ulov.
dä] Høyeste og største ret, høyeste uret.
fr] Extrême justice, extrême injustice.
it] Chi troppo in alto va, cade sovente precipitevolis-simevolmente.
sd] Högsta rätt är ofta högsta orätt.

Das schärfste Recht ist das größte Unrecht.

Das schärfste Schwert soll keine Unschuldigen verwunden.
China
nl] Het zwaard kent geene vrienden.

Das Schaumschlagen gehört zur Kunst der Barbiere.
Russland

Das Scheiden und Meiden ist ein schlechtes Handwerk.

Das Scheitern ist die Mutter des Erfolgs.
Vietnam

Das Schenken kann zuwege bringen, dass man des Herren Lied muss singen.

Das Schenken pflegt's mit sich zu bringen, dass man des Schenkers Lied muss singen.

Das Scheren lernt man am Bart des Narren.

Das Schicksal bestimmt dein Leben.
Rheinfränkisch: Lää dich enn d'n Troch, watt d'r wäerden sall, datt witt d'r doch.

Das Schicksal bläst ohne Schmiedeblasebalg.
Sambia

Das Schicksal findet seinen Weg.
la] Fata viam invenient.

Das Schicksal hat vier Füße, acht Hände und sechzehn Augen, wie kann ein Übeltäter, der nur je zwei hat, hoffen ihm zu entgehen?
China

Das Schicksal hilft den Kühnen.
la] Fors iuvat audentes.

Das Schicksal ist ein gesattelter Esel, er geht, wohin du ihn führst.
Pakistan

Das Schicksal ist ein teurer Hofmeister.

Das Schicksal ist ein Tuch, das in der Steppe über einem hängt.
Sumerer

Das Schicksal ist ein wütender Sturm, der durch das Land fährt.
Sumerer

Das Schicksal ist kein Vielleichtchen.
Russland

Das Schicksal ist stärker als die Erziehung.
Irland

Das Schicksal ist unberechenbar.

Das Schicksal ist wankelmütig.
la] Mutabilis est casus.

Das Schicksal kann uns nur nehmen, was es uns gegeben hat.
Frankreich

Das Schicksal lacht über die Wahrscheinlichkeit.
England

Das Schicksal läuft schneller als Pferd und Maultier.
Spanien
sp] Más corre ventura, que caballo ni mula.

Das Schicksal lenkt die Sterne.
la] Fata regunt stellas.

Das Schicksal neckt sich auch mit Füchsen.
i] Auch mit Schlauen

Das Schicksal nennt keine Gründe.
Nachruf

Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
la] Eunt via sua fata.

Das Schicksal schenkt dir ein Pferd ? reiten mußt du es alleine.
Aus Litauen

Das Schicksal steht im Weg.
la] Fata obstant.

Das Schicksal verkauft uns das, was wir für geschenkt halten.
Montenegro

Das Schicksal verrichtet sein Werk.
la] Agunt opus suum fata.

Das Schicksal von zwei Fingern besteht darin, zusammen zu leben.
Togo

Das schickt sich in die Krümme wohl, was ein guter Haken werden soll.

Das schickt sich nicht.
la] Hoc non est ad Rhombum.

Das schickt sich wie eine Faust aufs Auge.

Das schickt sich wie Schmutz auf dem Ärmel.

Das schiebt mehr als das es zieht, sagte der Bauer und stieß den Kerl mit dem Fuß zur Tür hinaus.

Das Schiff am besten stehet, das immer fort gehet.

Das Schiff brach zwar durch des Steuerers Schuld, gegen den Wind aber wird die Klage erhoben.
Russland

Das Schiff deckt die Ladung.

Das Schiff des Lügners segelt schief.
tü] Yalancının gemisi yan yürür.

Das Schiff fängt mit einem Brett an, der Ofen mit einem Stein, eines Königs Herrschaft mit dem Salut, und der Anfang der Gesundheit ist Schlaf.
Irland

Das Schiff gehorcht dem Steuer.
Estland

Das Schiff gehört aufs Wasser.
i] Es darf nicht müßig im Hafen liegen, es muss seine eingegangenen Verbindlichkeiten erfüllen, die Fahrzeit innehalten und für jeden aus Verzug entstehenden Schaden haften.
ndt] Dat schip wert to watere. Bremen

Das Schiff geht am sichersten im kleinen Strom.
nl] Te veel is kwaad genoeg zij dat wat gij geniet; een schip vaart veiligst door, een' niet te sterken vliet.

Das Schiff geht nicht allweg, wo es der Schiffmann haben will.

Das Schiff geht nicht immer, wie der Steuermann will.

Das Schiff geht nicht ohne Ruder.
fr] La barque ne va pas sans rames.

Das Schiff geht nicht, wenn nicht Wind und Ruder es treiben.
it] Mal va la nave senza 'l suo timone.

Das schiff geht nit alweg, war es der schiffman leyt.
mhd] Dat schip en geit nicht alle wege den rechten wech.
la] Non puppis semper vergit quo navita flectit.

Das Schiff geht schief, der Kurs geht gerade.

Das Schiff gleicht dem Weib, den Menschen träget beider Leib.
la] Persimilis mulier navi, cum nata ferendis mortalibus sit utraque.

Das Schiff hängt mehr am Ruder, denn das Ruder am Schiff.
la] Oportet remum ducere qui didicit.

Das Schiff ist leck.
nl] De schuit is lek.

Das Schiff ist mit Mann und Maus untergegangen.
i] Alles ist verloren.

Das Schiff kann in See treiben, der Nachen muss am Ufer bleiben.

Das Schiff lichten.
nl] Een schip ligten.

Das Schiff muss auf die Werfte.
i] Von kranken Menschen, Verhältnissen u.s.w., die einer Kur bedürfen.

Das Schiff scheitert oft, wenn's am besten fährt.

Das Schiff verführen.

Das Schiff wenden.
i] Einen andern Kurs nehmen, eine andere Richtung verfolgen.
la] Vertere vela.

Das Schiff, auf dem sich zwei Kapitäne befinden, geht unter.
Ägypten

Das Schiff, das dem Steuer nicht gehorcht, wird den Klippen gehorchen müssen.
England

Das Schiff, das mit jedem Winde segelt, kommt niemals in den Hafen.
Finnland

Das Schiff, welches auf den Riff läuft und wieder flott wird, ist in keiner Gefahr gewesen.
Russland

Das Schifflein Bettelstab zerschellt, wenn's an des Geizes Felsen fällt.
Tamul

Das Schild ist verändert, der Wein ist geblieben.

Das Schild zeigt, dass der Wirt ein Schalk sei.
i] Ein Freier in Bezug auf seine Erwählte.
z] Sonst dünkt mich, sie sei harum bonarum, denn der Schild zeigt bei ihr an, dass der Wirt ein Schalk sei. Aber was schadt's? Viel Schwäger, viel Freunde. Werde ich schon ein ehrbarer Hahnrei und muss meinen Brüdern Kuckuck zuschreien, so schadet es doch nicht, weil es so Mode ist.

Das Schild zeigt, was das Haus ist.

Das Schimpfen lässt den Mann einschlafen.
Estland

Das Schindmesser diente zur Unehrlichmachung beim Strafvollzug an Personen, die sich Unterschleife öffentlicher Gelder hatten zuschulden kommen lassen, indem es ihnen hiebei vom Scharfrichter unters Kinn gesetzt wurde.

Das Schindmesser im Arsch ha'n.

Das Schlachtfeld für den Mann, Kindsgeburt für die Frau.
Maori, Neuseeland

Das Schlachtfest ist kein Zwang.
Ungarn

Das Schlachthaus bringt den Städter um, die Gerichtshöfe den Bauern.
Bulgarien

Das schlägt allen Regeln ins Gesicht
en] that conflicts (o. clashes) with the rules
fr] c'est contraire à toutes les règles
it] è contrario a tutte le regole

Das schlägt dem Fass den Boden aus
v] das ist der Gipfel (o. die Höhe) - das geht übers Bohnenlied - da hört doch alles (o. verschiedenes) auf - das setzt allem die Krone auf - da geht einem der Hut hoch - jetzt schlägt's dreizehn - nun wird's Tag
en] that's the limit - that's going too far - that's the last straw - that caps the climax (o. everything) - that beats the Dutch - that's the latest - that takes the cake
fr] cela dépasse les bornes (o. les limites) - c'est le comble (o. le bouquet) - c'est un peu fort de café (o. moka) - c'est du propre - cela gâte l'affaire sans retour
it] questo è il colmo - è roba da chiodi - è il colmo dei colmi

Das schlaueste Tier von allen ist der Fuchs; aber fängt er sich in der Falle, so gerät er mit allen Vieren hinein.
Rumänien

Das Schlecht krumm, das krumm schlecht machen.
i] Das was gerade, schlicht, eben krumm machen, das Unebene, Unrechte schlecht machen

Das Schlechte für viele, Trost der Narren.
Spanien

Das Schlechte gewinnt durch die Nachahmung an Ansehen, das Gute verliert dabei - namentlich in der Kunst.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das Schlechte ist wie der Dreck, je mehr man ihn rührt, um so mehr stinkt er.

Deutsche Sprichwörter
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