<<< Weisheiten 0293 >>>

Das größte Problem für die Menschengattung, zu dessen Auflösung die Natur ihn zwingt, ist die Erreichung einer allgemein das Recht verwaltenden bürgerlichen Gesellschaft.
Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weitbürgerlicher Absicht

Das größte Recht ist das größte Unrecht.
i] Eine witzige Anwendung des lateinischen Sprichworts machte Montmaur, als er einst beim Kanzler Seguier zum Mittagsessen war und mit Brühe begossen wurde. 'Summum jus (Brühe), summa injuria', sagte er, auf den Kanzler hinblickend, dem er die Absichtlichkeit dieses Scherzes zumutete.
bm] Holé přísné právo holé bezpraví.
bm] Vrch práva, vrch křivdy.
ho] Het hoogste regt is het hoogste onregt.
ho] Het uiterste regt gaat slim genoeg toe.
la] Jus summum saepe summa malitia est.
la] Summum jus, summa injuria. Cicero
la] Summum jus, summa saepe malitia est.
sd] Högsta rätt är ofta högsta orätt.

Das größte Schiff ist ein kleiner Bissen fürs Meer.

Das größte stück gilt.
z] Ynn etlichen spielen als mit den steynen zum pflocke schießen, wenn schon ein steyn zurschoßen odder zurworffen ist, so gillt doch das große stueck vom steyn, es sey nahend oder weyt vom pflocke gelegen, zu gewin und verlust.

Das größte Übel, von dem die Menschheit erlöst werden muss, ist die Willfährigkeit, Formeln zu glauben, denn sie ist das misstrauen gegen das eigene Gewissen.
Mühsam, Brevier für Menschen

Das Größte und Schönste, das Menschen zu erkennen imstande sind, bleiben doch die reinen, nur mit dem inneren Blick erkennbaren Ideen.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 2.12.1822

Das größte Unglück begegnet einem oft am größten Festtage.

Das größte Unglück der Kinder ist, ungeratene Eltern zu haben.

Das größte Unglück ist, glücklich gewesen zu sein.

Das größte Unglück oder Glück für einen Mann ist eine Frau.

Das größte Verbrechen in der Welt ist - keinen Erfolg zu haben.
Friedrich Wolf, Beaumarchais

Das größte Vergnügen beim Rauchen besteht im Anblick des Rauches... Daß dieses Vergnügen das größte ist, geht daraus hervor, dass du nie einen Blinden wirst rauchen sehen...
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Das größte Vorrecht ist das Recht, Unrecht haben zu dürfen.
England

Das Größte will man nicht erreichen,
Man beneidet nur seinesgleichen,
Der schlimmste Neidhart ist in der Welt,
Der jeden für seinesgleichen hält.
Goethe, Sprüche (Egalite)

Das größte Wort spricht, wer abtut das Wort! Die größte Tat vollbringt, wer abtut die Tat!

Das größte Wunder der Liebe ist, dass sie von der Koketterie heilt.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein,
Er kann, nachdem er's macht, Gott oder Teufel sein.
Angelus Silesius, Der Cherubinische Wandersmann

Das größte, häusliche Unglück, das einem Manne begegnen kann, ist, wenn seine Frau einmal gegen ihn Recht hat, nachdem er es ihr abgestritten. Dieses einzige kleine Recht dient ihr wie ein Fläschchen Rosenöl; damit macht sie zwanzig Jahre all ihr Geräte und Gerede wohlriechend.
Börne, Fragmente und Aphorismen

Das Größte, was dem Menschen begegnen kann, ist es wohl, in der eignen Sache die allgemeine (das Allgemeinwohl) zu verteidigen.
Ranke, Englische Geschichte

Das gröst reich, sein selbs künig sein.

Das Grübeln ist der Tod der frischen Tat.
Emerich Madách, Die Tragödie des Menschen

Das Grundmotiv aber aller tragischen Situationen ist das Abscheiden...
Goethe, Schriften zur Kunst - Wilhelm Tischbeins Idyllen IX

Das Grundprinzip unserer Freiheit ist die Freiheit des Willens, die viele im Munde führen, wenige aber verstehen.
Dante Alighieri, Über die Monarchie

Das Grundproblem der Kindererziehung besteht darin, zu verhindern, dass die Kleinen werden, wie wir sind.
Fliegende Blätter

Das Grüne brennt für das Trockene, und die Gerechten zahlen für die Sünder.
Spanien

Das grüne Büschel bestimmt nicht den Preis der Kohlrübe.
Schwarze in den USA

Das günckelein (Künklin), so du angelegt, mustu selbs abspinnen.
i] Denke vor der Tat daran, dass du ihre Folgen tragen musst.

Das günkelin, so du angelegt, mustu selbs abspinnen.

Das Günstlein spielen.
i] Seinen eigenen Nutzen suchen

Das Gut an die Kerze bringen.
i] Unter den Hammer, es versteigern. In England wird bei Versteigerungen eine Kerze angezündet. Wer zuletzt geboten hat, wenn die Kerze verlischt, dessen Gebot gilt.

Das Gut bleibt bei dem Blute, woher es gekommen.
Livland [RSpW]
i] Bezeichnet das Rückfallsrecht und findet bei Erbgütern seine Anwendung.

Das Gut bleibt bei denen, die in der Were sitzen.
[RSpW]
i] Wenn zwei, die zwei Erbschaften haben, sich verheiraten und ohne Kinder sterben, so fallen die Erbschaften wieder an den nächsten Stamm, aus dem sie gekommen, die des Mannes an den seinen, die der Frau an den ihren. Wenn ferner Kinder noch auf dem Gute der Familie leben, ohne eigene Haushaltung, so fällt ihr Nachlass an die Hausgenossenschaft. In Lübeck: Dat gudt blifft by den, de yn der were sitten.

Das Gut einer Ehefrau, soll hinter ihrem Manne weder wachsen noch schwinden.
[RSpW]
i] War die Verbindung des ehelichen Vermögens bloß für die Dauer der Ehe eingegangen worden, so musste bei des Mannes Tode das ehefrauliche Vermögen wieder ausgeschieden und der Frau und ihren Angehörigen zugestellt werden.
mhd] Eener Ehefrowen guot sol hinder jrem man weder swinen noch wachsen.

Das Gut erbt Kind nach.
[RSpW]
i] Es folgt dem Kinde

Das Gut fährt ihm alles durch den Bauch.
ho] Hij heeft zijn goed door de bi|len gelapt.

Das Gut fällt auf das nächste Blut.
[RSpW]
i] Die Gradesnähe entschied für das Recht zum Erbe

Das Gut folgt seinem Herrn.
[RSpW]
i] Jeder hat das Recht, sein Eigentum in Besitz zu nehmen, wo er es findet. Das Sprichwort ist aus dem lübischen Rechte entlehnt.
fr] Le bien sieut (suit) la gent.

Das Gut geht in den Hof, daraus es gekommen.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf den seltenen Fall, dass ein Gut wieder an den Gutsherrn zurückfällt, von dem die Verleihung ausgegangen ist.
mhd] Dat gued geit weder in den hof dar is us gekommen is.

Das gut glück muss man regieren, das böss überwinden.
z] Man muss das glück im zaum halten, dat es vns nit zu frech stürtz, das böss aber mit sig erhalten, dz es vns nit in verzweifflung werff.

Das gut hat ein kurtze blut.
i] Das Gute ist nicht von Dauer, was einem lieb ist, verliert man bald

Das gut hat Glück und böss dück.

Das gut Herz sieht in allem vbel.

Das Gut ist voller Lohn, das Böse voller Pein.
O Mensch, wie soll in dir nicht Höll und Himmel sein?

Das Gut lehnet so viel als es zinset.
[RSpW]
i] Sagt, dass die Größe der Angabe eines Guts, die durch Laudemium, Handgeld, Handlohn u.s.w. bezeichnet wird, nicht überall dieselbe ist. Der Ertrag desselben konnte ohne Verschulden des Besitzers geringer werden, danach wurde auch der Erbpacht ermäßigt.

Das Gut löset seinen Herrn.
[RSpW]
i] Wer mit einer Schuldenlast beschwert ist, kann zur Tilgung derselben seine unbeweglichen Güter, über die er, wie sich von selbst versteht, nach Willkür schalten können muss, veräussern und mit dem daraus gelösten Gelde seine Schuld bezahlen. Auf diese Weise macht das Gut seinen Herrn von der Schuldenlast los. Das Sprichwort sagt aber auch, dass in vielen Fällen der, welcher mit Gelde büßen kann, nicht mit Verlust seiner Freiheit haften darf, nicht mit der Haut bezahlen muss.

Das Gut muss nicht größer sein als sein Herr.
fr] Le bien est très mal employé qui de son maistre n'est subjugué.

Das Gut muss zwei Narren haben, einen, der 's sammelt (gewinnt), und einen, der's wieder zerstreut (vertut).

Das Gut muss zwei Schelme haben, der eine muss es hinein- und der andere muss es hinausschelmen.

Das Gut stirbt vom jüngsten zum jüngern.
[RSpW]
i] Da die Teilung eines Guts in so viel Teile, als Kinder vorhanden waren, eine nachteilige Zersplitterung des Besitzes zur Folge hatte, so ward allmählich die Sitte Regel, nur einem Kinde, in der Regel dem jüngsten Sohn, Haus und Hof zu überlassen, der seine Geschwister abfinden musste. Starb er ohne Kinder, so fiel der Besitz an den nächst jüngsten.

Das Gut sucht Gut.
dä] Et godt kaster ikke et ander bort.

Das gut umsorgte Schaf macht aus seinem Schwanz keinen Mantel.

Das Gut will keinen ruiwen Herrn hewwen.
Sauerland
i] Riv = freigebig, milde, aber auch auswürfisch, verschwenderisch. He is allto ryve = er wendet zu viel auf. He gift ryve = ist freigebig, ryve hûsholen = in der Haushaltung viel aufgehen lassen, riw bezeichnet einen geringern Grad von Verschwendung in der Hauswirtschaft. Von einer Hausfrau, Köchin u.s.w., die in der Küche mehr, als nötig ist, verbraucht, sagt man: Se is to rîw. Rîw' upp geb'n = bei einem Gastmahl zu reichlich auftragen.

Das Gute - dieser Satz steht fest -
Ist stets das Böse, was man lässt.
Wilhelm Busch, Die fromme Helene

Das Gute also des Vernunftwesens ist die Gemeinschaft. Denn dass wir zur Gemeinschaft geboren sind, ist längst bewiesen.
Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

Das Gute an der Senilität ist, dass sie einen selbst hindert, sie zu bemerken.
Fliegende Blätter

Das Gute auch im Schlafe schön.
Russland

Das Gute auf Befehl ist nicht das Gute.
Turgenjew, Der Egoist

Das Gute belehrt das Bessere.

Das Gute bewegt sich wie eine Schnecke, aber das Übel hat Flügel.
Indien

Das Gute bleibt ewig gut, aber das Schlechte wird durch das Alter immer schlechter.
Johann Heinrich Pestalozzi, Kinderlehre der Wohnstube

Das Gute bleibt nicht unbelohnt.
ho] Geen goed onbeloond, noch kwaad ongestraft.

Das Gute bleibt unvergessen.
bm] Dobru dobrá i pamet'.

Das Gute braucht keinen Gegensatz, um zu wirken oder zu sein - aber das Vollkommene ist ohne das ihm eingehörige Böse nicht vollkommen und nicht denkbar.
Leonhard, Aeonen des Fegefeuers

Das Gute braucht zum Entstehen Zeit - das Böse braucht sie zum Vergehen.
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Das Gute bringt sein Lob mit.

Das gute Buch ist fast überall das verbotene Buch.
Helvetius, Vom Menschen

Das gute Buch macht stärker und dauernder als viele Armeen Geschichte, das Buch hat geholfen, das Bild der Erde zu verändern. Herrscher, Feldherren, Richtungen und Regierungen stürzten; die gute Dichtung bleibt.
Walter v. Molo

Das Gute dankt sich selbst.
Polen

Das Gute des Deutschen (d. i. des Herrn) muss man vernichten.
Estland

Das Gute dieser Welt ist einer anderen Welt, die etwa existieren könnte, ebenso wenig mitteilbar, wie mein Sinn mitteilbar ist an diesen oder jenen.
Giordano Bruno, Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten

Das Gute dringt nicht über das Tor hinaus, das Böse pflanzt sich tausend Meilen weit fort.

Das Gute erkennt man, wenn es fortgeht, das Schlechte, wenn es kommt.
Italien

Das Gute findet (schon) selbst die Mütze.

Das Gute findet man auf der anderen Seite des Busches.
i] Nach Überwindung von Hindernissen
Kikuju (Kenia)

Das Gute fliegt jetzt davon, dorthin, wo alles nicht immer in die Vergangenheit fällt, sondern täglich auf- und untergeht wie die Sonne.
Fliegende Blätter

Das gute Gedächtnis ist wie ein Sack, es behält alles, das bessere wie ein Sieb, es behält nur, worauf es ankommt.
Fliegende Blätter

Das Gute geht dem Besseren zum Paten.

Das gute Gelingen ist zwar nichts Kleines, fange aber mit Kleinigkeiten an.
Sokrates

Das gute Gewissen ist ein Garten, worin nichts wächst als Augentrost.

Das gute Gewissen ist ein Kalender, worin nichts steht als gutes Wetter.

Das gute Gewissen ist eine Erfindung des Teufels.
Albert Schweitzer, Kultur und Ethik

Das gute Gewissen ist eine Hochzeit, worauf das Herz vor Freude tanzt.

Das gute hat ein kurtz blut.

Das Gute hat immer einen Fehler.

Das Gute hat kein Alter, das Böse hat keinen Tod.

Das Gute hört man weit, das Böse noch viel weiter.
Polen

Das Gute in der Ferne sticht das Böse in der Nähe aus.
Russland
en] Good at a distance is better than evil at hand.
it] Val più un ben lontano che un mal vicino.
pt] Mais val bem de longe que mal de perto.

Das Gute in der Welt ist viel schmäler gesät, als man denkt, was man hat, muss man halten.
Goethe, an Christiane Vulpius, 22. Juni 1793

Das Gute ist auch im Schlaf gut.

Das Gute ist da zum Wohltun und die Gabe zum Geben.
la] Bona ad bene faciendum.

Das Gute ist dem Bösen nicht gleich, auch wenn zahlenmäßig gleich.
la] Bona malis paria non sunt, etiam pari numero.

Das Gute ist dem Göttlichen ebenso fremd wie das Böse. Gott hat mit moralischen Werten nichts zu schaffen.
Fliegende Blätter

Das Gute ist der Feind des Besseren.
en] Good is good, but better carries it.
en] Striving to better, often we mar what is well.
en] The best is the enemy of the good.
fr] Le meilleur est l'ennemi du bon. (Recueil)
fr] Le mieux est l'ennemi du bien. Voltaire, Dictionnaire Philosophique
fr] Penser faire mieux que bien, c'est se tuer et faire rien.
it] Il meglio è nemico del buono (o. bene).
la] Bono melius invenire potest.
sp] Lo mejor es el enemigo de lo bueno.

Das Gute ist des Besseren Knappe.

Das Gute ist ein Kennzeichen wahrer Kunst.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1889)

Das Gute ist für alle Dinge das genaueste Maß.
Aristoteles, Der Staatsmann

Das Gute ist gegeben, das Bessere ist nicht gegeben.

Das Gute ist gut, aber das Bessere hat die Oberhand.

Das Gute ist nicht gut, so es nicht gut verstanden und gefasset wird.

Das Gute ist relativ. Nur an den Absichten darf niemals etwas zu verbessern sein.
Fliegende Blätter

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