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Das Geld reizt den Geizigen, aber es sättigt ihn nicht.
it] Il denaro mena l'huomo all' inferno, et egli dimora di fuori.

Das Geld richtet alles in der Welt.
i] Spinola erbat den Kardinalshut vom Papste Urban VIII. lange vergeblich. Endlich brachte er einen schweren Beutel und sprach: 'Ich bitte um die Kardinalswürde und 70000 geharnischte Ritter bitten hier mit mir.' Da fand er sofort Erhörung.

Das Geld schmeckt, riecht und stinkt.

Das Geld steht vermöge der Abstraktheit seiner Form jenseits aller bestimmten Beziehungen zum Raum: Es kann seine Wirkungen in die weitesten Fernen erstrecken, ja, es ist gewissermaßen in jedem Augenblick der Mittelpunkt eines Kreises potenzieller Wirkungen.
Georg Simmel, Die Bedeutung des Geldes für das Tempo des Lebens

Das Geld stillt weder den Hunger noch den Durst.

Das geld überwindet alle ding.

Das Geld und die Sprache sind zween Gegenstände, deren Untersuchung so tiefsinnig und abstrakt als ihr Gebrauch allgemein ist. Beide stehen in einer näheren Verwandtschaft, als man mutmaßen sollte. Die Theorie des einen erklärt die Theorie des andern; sie scheinen daher aus gemeinschaftlichen Gründen zu fließen.
Joh. Georg Hamann, Kreuzzüge der Philologen

Das Geld wandert zur Spielbank, der Mörder aufs Schafott.
China

Das Geld war hier die einzige Wahl, drum geht die Wirtschaft zum Skandal.

Das Geld werchet am meisten.

Das Geld wird bei ihm nicht warm.
fr] L'argent lui fond dans la main.
fr] L'argent ne lui arrête pas dans la main.
fr] L'argent s'éclipse entre ses mains.

Das Geld wird nur vom Blut überwältigt und aufgehoben.
Spengler, Der Untergang des Abendlandes

Das Geld zerrinnt ihm in (o. unter) den Fingern
en] money runs through his fingers like water
fr] l'argent lui file entre les doigts (o. lui fond dans les main)-c'est un panier percé
it] ha le mani bucate

Das Geld zieht Geld nach sich und die Läuse Läuseeier.

Das Geld zieht nach den Reichen, wie die Hainbuche den Eichen.
i] Man will wirklich die Bemerkung gemacht haben, dass die Hainbuche sehr oft in Gesellschaft der Eiche angetroffen wird, dass eine Art physischer Verwandtschaft zwischen ihnen zu bestehen scheine

Das Geld zu rechter Zeit veracht' hat manchem großen Nutzen gebracht.

Das Geld zu zählen, habe ich vollkommen aufgegeben, irgendwie ist Geld kein Gewinn.
Block, an J. P. Iwanow, 29. 6. 1910

Das Geld zum Fenster hinaus (o. auf die Straße) werfen.

Das Geld! Das verfluchte Geld, das war an allem schuld! Das war die Hölle!
O. M. Graf, Wir sind Gefangene

Das Geld, das auf der Straße liegt, ist ziemlich dünn gesät.
Aus den 'Fliegenden Blätterrn'

Das Geld, das gibt sich aus, das Scheusal bleibt im Haus.

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.
Rousseau

Das Geld, dieses mächtige Zeug, hat vor unserer rühmenswerten Zeit mit Leichtigkeit alles gekauft, was es wollte: herzliche Freundschaft und Ansehen, wahnsinnige Leidenschaft und zarte Anhänglichkeit, unerhörte Ehrungen, Ruhm und Unabhängigkeit und alles, was es an Vortrefflichem auf dieser Welt gab. Aber es hat nicht nur gekauft, es besaß sozusagen auch geradezu märchenhafte Verwandlungskräfte.
Sostschenko, Das Himmelblaubuch

Das Geld, in Schulen angelegt
Die allerhöchsten Zinsen trägt.
Der Groschen für der Schule Macht
Wird auch als Taler heimgebracht.
Spruch im Berliner Rathaus

Das Geld, mein Lieber, das Geld ist die einzige Macht.
François Ponsard, L'honneur et l'argent

Das Geld, was man einnimmt, ist eckig, das, was man ausgibt, ist rund.
Russland

Das Geld, zur rechten Zeit veracht,
Hat manchem großen Nutz gebracht.

Das Geldschiff ist nicht angekommen.
i] Sagt man, wenn das erwartete Geld nicht eingetroffen ist

Das Gelegenheitsgedicht, die erste und echteste aller Dichtarten, ward verächtlich auf einen Grad, dass die Nation noch jetzt nicht zu einem Begriff des hohen Wertes desselben gelangen kann.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Das Gelöbnis der Toleranz, - nein, nicht der Toleranz; denn was kann frostiger sein als das bloße Dulden? Das Gelöbnis der wechselseitigen, werktätigen Liebe.
Erich Schmidt, Bei der Enthüllung des Denkmales Lessings, Berlin, 14. 10. 1890

Das gelobte Land ist das Land, wo man nicht ist.
England

Das gelobte Land
la] terra repromissionis

Das gemein Geplärr ist nicht gar lehr.
en] Common fame 's seldom to blame.
la] Fabula non omnis spernenda est.
la] Fama malum est, oritur surgitque facillima, verum difficile hanc perferre, grave est sedere coortam.
la] Haec passim Dea foeda virum diffudit in ora.
la] Non omnino temere est, quod vulgo dictitant.
la] Publica fama non semper vana.
la] Rumores hominum cures vitare molestos.

Das gemein geschrey gehet selten leer.

Das gemein ist rein, das dein und mein ist unrein.
z] Aber auss vnserer verkerten art ist's geschehen, das jetzt dz rein gemeyn, von jederman vnreyn wird gescholten, also, dass aller menschen reyn ist, das gemein ist vnrein, gemeyn ward nie rein.

Das Gemein ward nie rein.
fr] De bien commun, l'on ne fait pas monceau.
fr] Le bien commun n'a amis ni prochain.
fr] Le bien commun n'a pas de loi, chacun veut le tirer à soi.
la] Ne vile velis.

Das Gemein, das Unrein.
i] Gemeinschaftliches ward nie ordentlich besorgt

Das Gemeindepferd ist am schlechtesten beschlagen.

Das Gemeindepferd will jeder für sich reiten.
dä] Den gemeen nyt tiener mangen til sin egen nyttes skade.

Das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
Schiller, Nänie

Das gemeine Geplärr ist keine Lehr'.
i] Aus Gerüchten lernt man nichts

Das gemeine Gut geht meist verloren.
mhd] Dat gemeine gût blift mêst vorloren.
la] Res privata viget ubi publica corruit omnis.
la] Communia multis bona perduntur.

Das Gemeine lockt jeden: siehst du in Kürze von vielen
Etwas geschehen, sogleich denke nur: dies ist gemein.
Goethe, Epigrammatisch

Das gemeine Menschenschicksal, an welchem wir alle zu tragen haben, muss denjenigen am schwersten aufliegen, deren Geisteskräfte sich früher und breiter entwickeln.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,15

Das Gemeine muss man nicht rügen, denn das bleibt sich ewig gleich.
Goethe, Maximen und Reflexionen 530

Das gemeine Volk lacht häufig, aber lächelt niemals, während wohl erzogene Leute häufig lächeln, aber selten lachen.
Philipp Stanhope Earl of Chesterfield, Briefe über die anstrengende Kunst, ein Gentleman zu werden

Das gemeinschaftliche Essen ist eine sinnbildliche Handlung der Vereinigung.
Novalis, Fragmente

Das Gemeinschaftsgefühl erkaltet leicht, wenn man zu regelmäßig beisammen ist.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Gemeinwesen ist ein lebenserhaltendesGefängnis.
Aus den 'Fliegenden Blätterrn'

Das Gemeinwohl als solches ist nicht mein Wohl, sondern nur die äußerste Spitze der Selbstverleugnung. Das Gemeinwohl kann laut jubeln, während ich kuschen muss, der Staat glänzen, indes ich darbe.
Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum

Das Gemeinwohl ist die Bezeichnung, die jeder Politiker zur Unterstützung seiner Argumente verwendet.
Aus den 'Fliegenden Blätterrn'

Das Gemüse erkennt man am Setzling, den Menschen von Kindheit an

Das Gemüt bleibt jung, solange es leidensfähig bleibt.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Das Gemüt einer Mutter ist voll Mitleid.

Das Gemüt erliegt dem Druck allzu großer Verpflichtungen...
Goldsmith, Der Weltbürger

Das Gemüt geht also von der Empfindung zum Gedanken durch eine mittlere Stimmung über, in welcher Sinnlichkeit und Vernunft zugleich tätig sind, eben deswegen aber ihre bestimmende Gewalt gegenseitig aufheben [...], und wenn man den Zustand sinnlicher Bestimmung den physischen, den Zustand vernünftiger Bestimmung aber den logischen und moralischen nennt, so muss man diesen Zustand der realen und aktiven Bestimmbarkeit den ästhetischen heißen.
Schiller, Ästhetische Erziehung

Das Gemüt hat mehr Mängel als der Verstand.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Das Gemüt hat ohne Vertrauen ein hartes Los.
Bettina von Arnim (1785-1859), an Goethe, 25. 5. 1807

Das Gemüt ist reich und arm, nicht die Kiste.

Das Gemüt ist träumerischer Natur, darum weiß es auch nichts Seligeres, nichts Tieferes, als den Traum.
Ludwig Feuerbach, Das Wesen des Christentums

Das Gemüt macht reich, es ist besser ein Mann ohne Geld als Geld ohne einen Mann.
Adolf von Nassau, nach Julius W. Zincgref, Apophthegmata

Das Gemüt sieht man in der Rede, wie den Leib im Spiegel.

Das genetische Verfahren leitet uns schon auf bessere Wege, ob man gleich damit auch nicht ausreicht.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1235

Das Genie arbeitet instinktartig und liebt vielmehr kurzgespannten Gesichtskreis.
Merck, Eines Ungenannten Fragment

Das Genie bedürfte auch keine Regel, wäre sich selbst genug, gäbe sich selbst die Regel, da es aber nach außen wirkt, so ist es vielfach bedingt durch Stoff und Zeit, und an beiden muss es notwendig irre werden...
Goethe, Maximen und Reflexionen 423

Das Genie beginnt die schönen Werke, aber nur die Arbeit vollendet sie.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Genie braucht keinen Adelsbrief.
z] Das Genie bedarf keines Adelsbriefs und die Tugend ist Königin im Himmel wie auf Erden. Clemens XIV.

Das Genie des Künstlers manifestiert sich recht eigentlich in der Wahl des jeweiligen Lehms.
Edgar Allan Poe, Marginalien

Das Genie entdeckt die Frage, das Talent beantwortet sie.
Aus den 'Fliegenden Blätterrn'

Das Genie entzieht sich den Konventionen und sieht die Dinge selbst an.
Sully Prudhomme, Gedanken

Das Genie gehört nur sich selbst, es allein sei Richter seiner Mittel, da es allein ihren Zweck kenne; berufen, die Gesetze zu ändern, sollte es sich über sie hinwegsetzen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Verlorene Illusionen

Das Genie geht glatt durch Mauern und stößt sich wund an der Luft.
Aus den 'Fliegenden Blätterrn'

Das Genie hat eher die Idee wie die Teilbegriffe. Ein nachbildender Kopf gelangt niemals zu Ideen. In der Philosophie kommt alles auf die Idee an.
Kant

Das Genie hat etwas vom Instinkt der Zugvögel.
Aus den 'Fliegenden Blätterrn'

Das Genie hat kein Geschlecht.
Madame de Staël

Das Genie ist die Geduld.
Honoré de Balzac (1799-1850), Verlorene Illusionen

Das Genie ist die höchste Verkörperung der Vernunft in einem Punkt und zu einem bestimmten Augenblick.
Theodore Jouffroy, Das grüne Heft

Das Genie ist die Macht, Gott der menschlichen Seele zu offenbaren.
Franz Liszt, Über Paganini

Das Genie ist die sublimste Maschine, die es gibt, - folglich die zerbrechlichste.
Nietzsche, Wille zur Macht

Das Genie ist ein kühner Anführer; es bringt Licht in die Bereiche der Entdeckungen, bahnt einen Weg, und die gewöhnlichen Geister stürzen ihm in Scharen nach.
Helvetius, Vom Menschen

Das Genie ist eine große Sache: es trägt... seinen eigenen Geruch mit sich herum.
Belinski, an W. P. Botkin, 17. 2. 1847

Das Genie ist es, das das Wissen nützlich macht.
Rousseau, Brief an M. de Scheyb

Das Genie ist in der Gesellschaft eine Krankheit, ein geistiges Fieber, von dem man sich wie von einem Übel heilen lassen müsste, wenn nicht der Ruhm als Lohn die Schmerzen linderte.
Germaine Baronin von Staël, Über Deutschland

Das Genie ist in jedem beliebigen Bereich stets das Produkt unzähliger Kombinationen, die man nur in früher Jugend anstellt.
Helvetius, Vom Geist

Das Genie ist sein eigener Lohn: denn das Beste, was einer ist, muss er notwendig für sich selbst sein.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Das Genie ist unter den anderen Köpfen, was unter den Edelsteinen der Karfunkel: Er strahlt eigenes Licht aus, während die anderen nur das empfangene reflektieren.
Arthur Schopenhauer, Den Intellekt überhaupt und in jeder Beziehung betreffende Gedanken

Das Genie ist von Natur einsam und ungesellig. Man schadet ihm, wenn man es zu oft aus seiner Zurückgezogenheit herauslockt.
M. Grimm, Schriftsteller und Oberschicht

Das Genie ist wie das Donnerwetter: Es geht gegen den Wind, schreckt die Menschen und reinigt die Luft.
Søren Kierkegaard, Der Augenblick

Das Genie kann der Schönheitsmittel entbehren, das Talent benutze sie aber alle.
Robert Schumann, Gesammelte Schriften

Das Genie kann man nicht ersitzen, wie die Beamten ihre Pension.
Heimito von Doderer, Repertorium

Das Genie kann man nicht nachahmen.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Das Genie kann man nicht nachahmen.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Das Genie kommt mir immer vor wie eine Rechenmaschine: die wird gedreht, und das Resultat ist richtig: sie weiß nicht warum? oder wieso?
Goethe, zu Veit

Das Genie lässt sich genauso wenig analysieren wie die Elektrizität. Entweder man hat es oder man hat es nicht.
Jean Cocteau, Hahn und Harlekin

Das Genie liebt Einfalt; der Witz Verwicklung.
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Das Genie macht die Fußstapfen, und das nachfolgende Talent tritt in dieselben hinein, tritt sie aber schief.
Wilhelm Raabe, Frau Salome

Das Genie mit Großsinn sucht seinem Jahrhundert vorzueilen, das Talent aus Eigensinn möchte es oft zurückhalten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1010

Das Genie schenkt Gott, aber das Talent ist unsere Sache.
Gustave Flaubert, An Louise Collet

Das Genie schlägt bei den Deutschen mehr in die Wurzel, bei den Italienern in die Krone, bei den Franzosen in die Blüte und bei den Engländern in die Frucht.
Kant, Anthropologie

Das Genie sowohl als der recht gute Kopf sucht sein Gebiet ins Unendliche auszudehnen.
Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen - Geschmack

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