< Sprichwörter >

Da hat der Hund drein g'schissen.
Nürtingen
info] Die Sache ist vereitelt, es ist nichts daraus geworden.

Dä hät der Kopp (Kopf) om räete Fleck.
Bedburg

Da hät der Peps drüvver kriegen.
Bedburg
info] Pips, bei Hühnern, bei Federvieh überhaupt, Schnupfen, d.i. Verstopfung der Nase mit verhärteter Zungenspitze, im 15. Jahrhundert pippus, gekürzt pip, neuniederdeutsch pip oder pipp, während die eigentliche neuhochdeutsche Form: der Pfipfs, Pfips oder wie Adelung verlangt, Pfipps, ziemlich außer Gebrauch gekommen ist.

Da hat der Satan sein Spiel.

Da hat der Teufel Adje gesagt.
Troppau
info] Der Schuldner ist durchgegangen.

Da hat der Teufel mehr als zwölf Apostel, sagte der Hofnarr, als er in den Convent trat.

Da hat der Teufel seinen Sack ausgeschüttet.
info] Da ist der Auswurf, die Grundsuppe der Menschen beisammen.

Da hat dich dein Vater noch im Säckel herumgetragen.
Breslau
info] Da war an dich noch nicht zu denken, du Grünschnabel.

Da hat die Aristokratie ihre Bedeutung [in der Malerei ebenso wie in der Geschichte, nur selten kommen dort wie hier einzelne Heroen vor.
Goethe (1749-1832), an F. Förster, 4. Aug. 1831

Da hat die Armut bankrott gemacht.
la] Certissima paupertas.

Da hat die Welt gar seltsam sich umgewendt, wo die Frau über den Mann führt das Regiment.

Dä hät e Brett vu der Nees.
Bedburg
info] Es ist ihm bei der Taufe ein Dummkopf mit eingebunden worden.

Dä hät e Gewissen we en Münchsmau (Mönchsärmel).
Köln

Dä hät e Würmchen em Kopp.
Bedburg

Dä hät Egypten durchgangen.
Brandenburg
info] Ist durchtrieben, ist in der Wolle gefärbt.

Da hat ein hochedler Rat gekehrt.
info] Dort ist nichts mehr zu finden als der alte Dreck.

Da hat ein hochedler Rat kehren lassen.

Da hat ein Uelk (Iltis) gepisst.
info] Da stinkt es, da taugt es nicht.

Da hat eine Eule die andere gefangen.
nl] Daar heeft de eene uil den anderen gevangen.

Da hat einmal eine blinde Kuh eine Erdbeere gefunden.
Rottenburg
info] Um einen bloßen Glücksfall zu bezeichnen.

Da hat er gar nicht übel dran getan,
Verzähl' er nur weiter, Herr Urian!
Matth. Claudius, Urians Reise um die Welt

Da hat er zu tun, wie Maibom zu Aachen.

Dä hät et dübbel hange de Ohren.
Bedburg

Dä hät et em Rücken.
Bedburg
info] Besitzt zurückgelegtes Vermögen.

Dä hät et Hätz op der Zong.
Bedburg

Dä hät im (ihm) et Fössche gekraut.

Dä hat im der Hals lang gemacht.

Dä hät im et Fössche (Füßchen) gekraut.
Bedburg
info] Geschmeichelt, um einen Zweck zu erreichen.

Dä hät immer et Mûl vüron.
Bedburg
z] Ein aus Sprichwörtern zusammengestelltes Sonett zur Schilderung eines Schwätzers, in dem auch die obige Redensart vorkommt: Ich habe schon öffters gehört: Wagen gewinnt, wagen verliert, und kein Meister fällt vom Himmel; desswegen habe ich auch dießmal einen Mut gefasst, und, so viel meine Kräfte zulassen, einen schwatzhaften in schlesischen Sprichwörtern nach der Ordnung eines Sonetts beschrieben. Mein Trost ist hierbey noch dieser, dass wer in solchen Fällen es niemals bös mache, mache es auch niemals gutt. Es lautet aber also: >Wer reinen Mund nicht hält und ins Gelag hinschreit, wer gerne vor das Maul in allem führet; dieß, was ein anderer mit ihm hat discuriret, alsbald zu Polsten (Bolzen) dreht und aus Leichtsinnigkeit des andern seinen Feind mit solchem Dienst erfreut, wird, wenn er den Credit bei aller Welt verlieret, mit seinem Schaden klug, dieweil er endlich spühret, es mach' ein loses Maul dem leib unruh und Streit; drum, wie man's treibt, so geht's. Ein unverschämter Wäscher wird überall zur Last; und einem Wortedräscher den sieht man niht einmahl nur über Achsel an. Wer Ruh und Frieden liebt, lernt reden und auch schweigen; wenn beydes sol gescheh'n, wird die Vernunfft ihm zeigen; so reuet ihm niemals, was er geredt, gethan.<

Da hat Lazarus das Malz getragen und Simon das Wasser.
Rhöngebirge

Dä hat me gwüss z' Lengnau bin Hebräern g'holt.
Zürich

Da hat mehr als eine Hebamme daran geholfen.
info] Bis es zur Welt gekommen ist.

Dä hät 'ne Schelm em Mau.
Bedburg
info] In seinen Ärmeln steckt ein Schelm, trau ihm nicht.

Da hät 'r sick 'n schönen Dipentaot (Deputat) up 'n Hals leggt.
Altmark
info] Wenn sich jemand eine Abgabe, Last u.s.w. auferlegt hat.

Dä hät säs Pârtskâ'ren Ä'rt op et Lîf.
hdt] Der hat sechs Pferdekarren Erde auf dem Leibe, er ist begraben)

Dä hät sich en Bäll an den hals gehangen.
Bedburg
info] Ausgang mit schlimmen Folgen.

Da hat unser Herrgott das Maas verloren.
Troppau
info] Von einem ungewöhnlich großen Menschen.

Da håt's an (einem) Fåden.
Steiermark
info] Um (meist höhnisch) die Vergeblichkeit eines Ansinnens oder Unternehmens anzudeuten.

Da hat's Mäuse, hat der Ratzemann gesagt.

Da hat's Rettiche gesetzt.

Dä hät't bäter, ass'n Drîweköter, hä brukt kein Kalw in 'n Oars to bîten.

Da hätt ber die Narren.
info] Da haben wir die zu Tage getretene Dummheit, Torheit; da sehen wir, wie wenig Verstand und Einsicht sie haben.

Da hätt' der Herrgott viel zu tun, wenn er nach allen Mücken schlagen müsste.
info] Man soll nicht zu kleinlich sein.

Da hatt' er zu tun wie Meibom zu Aachen.

Da hätt' ich mich recht in die Schollen gestellt.

Da hätt' unser Herrgott viel zu tun, wenn er nach allen Mücken schlagen müsst.
Schwaben

Da hätte Gott viel zu tun, wenn er alles so genau nehmen wollte.
la] Si quoties peccant homines, sua fulmina mittat Jupiter, exiguo tempore inermis erit. Ovid

Da hättest Du ihn sollen reden hören über den Zauber der Phantasie, welche die ungleichsten Dinge verbinde und einen Gegenstand durch den andem verherrliche.
Goethe (1749-1832), H. Voll, 1.4.1817

Dä heäd 'ne Ile (Eile), as want eäm in't Haü réägende.

Dä heäd 'ne Ile, as want in't Häu soll.
Iserlohn

Da hebben wi Gottes Wort swart up witt, säd' de Bur, da sêg he den Prêster up'n Schimmel.
Flensburg

Da hef wî dat Spil gan, säd de Kröpel, un full up sîn Lîer (Leierkasten).
Holstein
hdt] Da haben wir das Spiel getan, nun bin ich mit dem Spiel fertig, sagte der Krüppel, und fiel auf die Leier.

Dâ heff wî dat Spill gân, sär dei Kräpel, da fäll hei up sin Fidel.
Mecklenburg
fr] L'intérêt est la pierre de touche.

Da heißt es: friss, Vogel, oder stirb.

Da heißt es: Hund, friss oder stirb.

Da heißt ja ein Hase den anderen Langohr.

Da heißt's auch: Dreck, fedre (beeile) dich und geh raus, oder bleib drin.
info] Zur Charakterisierung lässiger, flüchtiger Wäscherinnen.

Da heißt's auch: lass den Narren stehen.
Nürtingen

Da heißt's: Friss, Vogel, oder stirb.

Da helpt kên Tuten oder Blasen.
info] Es hilft keine Gegenrede. Wir haben gewonnen.
z] Es hilfet weder tuto noch tota.

Da herrschet Well auf Welle kraftbegeistet,
Zieht sich zurück, und es ist nichts geleistet!
Was zur Verzweiflung mich beängstigen könnte:
Zwecklose Kraft unbändiger Elemente!
Goethe (1749-1832), Faust II A IV, Hochgebirg (Faust) Vs 10216f.

Da het Aalk by'n Putt sêten.
Holstein
Wenn ein Unheil angerichtet, oder irgendein Spiel verloren ist, wahrscheinlich von einer Alten des Namens, die im Ruf der Hexerei stand.

Dä het jetz der Wenk om Röcken.
Bedburg
hdt] Er hat jetzt den Wind im Rücken.
info] Seine Lage ist günstiger geworden.

Dä het Stöpp en de Uhre.
Bedburg
info] Ist unaufmerksam, hört nicht.

Da hett de Teufel sein Humpstock un Pumpstock herschickt.
info] Allerlei Volk, einen Menschenmischmasch.

Da hett he en Bären brummen.
info] Da ist er schuldig.

Da hett he en Hund utstuppen seen.
Holstein
info] Dort ist's ihm schlimm ergangen; er kommt dahin nicht wieder.

Da hett he mi an 't Mûl (Maul) megen.
info] Er hat mich übervorteilt. Mîgen = pissen, lateinisch mingere.

Da hett seck 'ne Ape lüset, sagt de ole Kampischke, as êr dat Geld stôlen wâs.
Hildesheim

Da hewwi (haben wir) den Düwel un keinen Sack.
Büren

Da hilft ihm kein Doktor davon.

Da hilft kein Geld, wo die Tugend durchlöchert ist.
pl] Skapego dwa razy glowa boli.

Da hilft kein Grobgransen.
Köthen
info] Es hilft alles nichts. Gransen oder granzen für grunzen und dies für heftig weinen.

Da hilft kein Heiliger hat der Bauer zum Pfarrer gesagt, da gehört Mist her.

Da hilft kein Sagen, wenn man nicht danach tun will.
fr] On a beau prêcher à qui n'a cure de bien faire.

Da hilft kein Zappeln für 'n Frost.

Da hilft kein Zorn. Da hilft kein Spott.
Da hilft kein Weinen, hilft kein Beten.
Die Nachricht stimmt! Der liebe Gott
ist aus der Kirche ausgetreten.
Kästner, Neues vom Tage

Da hilft keis Büte nit.
Solothurn
info] Wenn etwas unaufhaltsam seinem Ziele entgegengeht.

Da hilft nun kein Beten mehr.
Shakespeare (1564-1616), Heinrich IV., 1. Teil, 2, 4 (Falstaff)

Da hilft weder Kraut noch pflaster.

Da hilft weder Mahnen noch Warnen.

Da hilft weder Warnen und Weisen.

Dä hiv huch op un schlêt hösch.
info] Er holt weit aus, schlägt aber wenig zu, es fehlt das Streichen.

Da hoat der Teufel seine Bratzen drauf.
Niederösterreich
info] Wenn man etwas verloren oder verlegt hat und dasselbe nicht sogleich finden kann. Ein verwandter Kinderspruch lautet: Teufel, Teufel tua dein Bratzen weg, sonst kummt der Engel und schlägt d'rs weg.

Dä hölgen Berg (die Treppe hinauf) erop met dä Wâchter (mit den Wichtern = Kindern ins Bett).
Köln

Da hört alle Weltgeschichte auf.
info] Alle Einsicht, aller Verstand.

Da hört der Spaß auf.

Da hört der Weg auf.
info] Da stehen die Ochsen am Berge.
z] Hic haeret aqua, mein Herr Pfarr.

Da hört die Gemütlichkeit auf.
Nürtingen

Da hört doch aller Gurkenhandel auf!
z] Wenn erst die Mitglieder der Direction einander Concurrenz machen, dann hört der Gurkenhandel auf. Leipziger Volkszeitung, 1879

Da hört doch Alles auf.

Da hört mein Latein auf.

Da hört nichts auf, weil nichts angefangen hat.

Da Hund had ihm 's Maß g'nomma.
info] Er hat zu viel getan, er hat in der Arbeit das rechte Maß verfehlt.

Da Hund is ma schon vorn Licht umganga.
info] Ich hab's mir schon vorher gedacht, dass es so kommen werde.

Da ich A gesagt, muss ich B sagen.

Da ich bald verstand, dass man nicht diesen oder jenen Krieg nur verhindern soll, sondern den Friedenszustand, den Zustand des unteilbaren Gesamtfriedens in der Welt verwirklichen soll, kam ich zum einzig konsequenten und richtigen Pazifismus, zum revolutionären, zur Revolution.
Leonhard, Wir Kriegsdichter

Da ich das Dasein nicht nutzte, nutzte das Dasein mich ab.
Gustave Flaubert, November

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus noch ein,
Kehrt ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Goethe (1749-1832), Prometheus

Da ich für die Wiege gesorgt habe, so sorge du nun für das Kind.
Russland

Da ich ganz ohne Stolz bin, kann ich meiner innerlichen Überzeugung glauben, die mir sagt, dass ich einige Eigenschaften besitze, die zu einem Poeten erfordert werden und dass ich durch Fleiß einmal einer werden könnte. Ich habe von meinem zehnten Jahre angefangen, Verse zu schreiben, und habe geglaubt, sie seien gut.Jetzo in meinem siebzehnten sehe ich, dass sie schlecht sind, aber ich bin doch sieben Jahre älter und mache sie um sieben Jahre besser.
Goethe (1749-1832), An Cornelia Goethe, 11. 5. 1767

Da ich gegen außerordentliche Größen immer auf der Hut bin, habe ich gefunden, dass sie, im ganzen, Menschen wie andere sind.
Montaigne, Essais

Da ich Gott danke, wenn mir hier und da ein brauchbarer Spruch aufgeht, und das ist wahrhaftig alles, was man nötig hat.
Goethe (1749-1832), Zwo biblische Fragen

Da ich hatte und kund geben, kund ich mit Freunden in Frewden leben, nun mir das Gut ist entrunnen, sind mir auch die Freund entsprungen.

Da ich in Jahrtausenden lebe, so kommt es mir immer wunderlich vor, wenn ich von Statuen und Monumenten höre. Ich kann nicht an eine Bildsäule denken, die einem verdienten Manne gesetzt wird, ohne sie im Geiste schon von künftigen Kriegern umgeworfen und zerschlagen zu sehen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 5.7.1827

Da ich kein anderes Bestreben kenne, als mich selbst, nach meiner Weise, soviel als möglich auszubilden, damit ich an dem Unendlichen, in das wir gesetzt sind, immer reiner und froher Anteil nehmen möge..
Goethe (1749-1832), An K. E. Schubarth, 10. 5. 1829

Da ich mich einmal auf das Element der Unverschämtheit begeben habe, so wollen wir sehen, wer es mit uns aufnimmt.
Goethe (1749-1832), Brief an Schiller, Weimar, 6. 10. 1798

Da ich mich in meinem Leben vor nichts so sehr als vor leeren Worten gehütet, und mir eine Phrase, wobei nichts gedacht oder empfunden war, an anderen unerträglich, an mir unmöglich schien..
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1803

Da ich mit der Naturwissenschaft, wie sie sich von Tag zu Tage vorwärts bewegt, immer mehr bekannt und verwandt werde, so dringt sich mir gar manche Betrachtung auf über die Vor- und Rückschritte, die zu gleicher Zeit geschehen. Eines nur sei hier ausgesprochen: dass wir sogar anerkannte Irrtümer aus der Wissenschaft nicht los werden. Die Ursache hievon ist ein offenbares Geheimnis.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 551

Da ich nach meiner Art zu forschen, zu wissen und zu genießen, mich nur an Symbole halten darf..
Goethe (1749-1832), Vergleichende Anatomie - Die Lepaden

Da ich noch ein Kind war, hört ich stets,
der Jugend Führer sei das Alter, beiden sei,
nur wenn sie als Verbundne wandeln, Glück
beschert.
Goethe (1749-1832), Paläophron und Neoterpe (Neoterpe)

Da ich nun einmal nichts aus Büchern lernen kann, so fang ich erst jetzt an, nachdem ich die meilenlangen Blätter unserer Gegenden umgeschlagen habe, auch die Erfahrungen anderer zu studieren und zu nutzen.
Goethe (1749-1832), An Merck, 11. 10. 1780

Da ich nun weiß, dass ich nie etwas fertig mache, wenn ich den Plan zur Arbeit nur irgend vertraut oder jemanden offenbart habe, so will ich lieber mit dieser Mitteilung noch zurückhalten.
Goethe (1749-1832), An Schiller, 28. 4. 1797

Da ich nur denken kam, insofern ich produziere, so wird mir ein solches kühnes Unterfangen [die Ilias fortzusetzen] zur angenehmsten Beschäftigung, und es mag daraus entstehen, was da will, so ist mein Genuss und meine Belehrung im Sichern..
Goethe (1749-1832), An Knebel, 15.3.1799

Da ich nur handelnd denken kann, so habe ich dabei wieder recht artige Erfahrungen gemacht..
Goethe (1749-1832), An Schiller, 12.5.1798

Da ich selbst Psychoanalyse treibe, weiß ich, wie falsch jede Selbstäußerung ist.
Döblin, Autobiographische Skizze

Da ich Treue nicht kann finden, häng' ich den Mantel nach den Winden.
la] Pelle sub agnina lutitat mens saepe lupina.

Da ich viel allein verbleibe,
Pflege weniges zu sagen,
Da ich aber gerne schreibe,
Mögens meine Leser tragen!
Sollte heißen: gern diktiere,
Und das ist doch auch ein Sprechen,
Wo ich keine Zeit verliere:
Niemand wird mich unterbrechen.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien VI

Da ich von der Unsterblichkeit der Seele überzeugt bin, sehe ich keinen vernünftigen Grund, die Möglichkeit des Erscheinens jener Menschen zu bestreiten, die sich nach Verlassen dieses Lebens um das Ergehen derer kümmern, die sie einst geliebt und denen sie nun erscheinen, um ihnen weise Ratschläge zu erteilen.
J. Charpignon, Med. Physiologie

Da ich weder Blick noch Schritt in fremde Lande getan, als in der Absicht, das allgemein Menschliche, was über den ganzen Erdboden verbreitet und verteilt ist, unter den verschiedensten Formen kennen zu lernen und solches in meinem Vaterlande wieder zu finden, anzuerkennen, zu fördern..
Goethe (1749-1832), An J.L.Büchter, 14.6.1820

Da ich zwar kein Widerchrist, kein Unchrist aber doch ein dezidierter Nichtchrist bin..
Goethe (1749-1832), An Lavater, 29. 7. 1782

Da ick meine Dienste anbot, ward min Lohn nich grôt.

Da ihm bekannt, ich liebe meine Bücher,
Gab er mir Bänd' aus meinem Büchersaal,
Mehr wert mir als mein Herzogtum.
en] Knowing I loved my books, he furnish'd me
From mine own library with volumes that
I prize above my dukedom.
Shakespeare (1564-1616), Der Sturm I, 2

Da ihr durch Geburt oder Wahl Bürger eines gemeinsamen Landes seid, hat dieses Land ein Recht, eure Neigung für sich zu beanspruchen.
Washington, Abschiedsbotschaft

Da im Wissen sowohl als in der Reflexion kein Ganzes zusammengebracht werden kann, weil jenen das Innre, dieser das Äußere fehlt, so müssen wir uns die Wissenschaft notwendig als Kunst denken, wenn wir von ihr irgendeine Art von Ganzheit erwarten.
Goethe (1749-1832), Aufsätze zur allg. Pflanzenkunde - Erwiderung

Da immer ein Geschichtchen das andere hervorruft..
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,10

Da in allen Wissenschaften und Künsten letztes Ziel das Gute ist, so gilt dies ganz besonders und ist das Ideal der höchsten von ihnen allen in der Staatskunst.
Aristoteles, Politik

Da in der Achtung dieser Welt
so mancher Wicht wird hochgestellt,
gilt mir nur der als rechter Mann,
der ehrlich selbst sich achten kann.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schaffy

Da in der wirklichen Welt doch immer nur das Mögliche beisammensteht, und sie deshalb, ungeachtet aller Mannigfaltigkeit und scheinbarer Verwirrung, immer noch in allen ihren Teilen etwas Geregeltes hat.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,14

Da in irdischen Dingen so viel vorübergeht, so muss man festhalten an dem Bleibenden.
Goethe (1749-1832), An S. Boisserée, 4.4.1825

Da indessen die Menschen aus jedem Verlust und Unglück sich wieder einen Spaß herauszubilden suchen..
Goethe (1749-1832), An Zelter, 1.6.1805

Da is Drifft achter, wat se seggt.
info] Er spricht mit Nachdruck.

Da is en P vörschrêben.
Holstein

Da is Fotsen Trumpf.
Holstein
info] Da geht's gemein her.

Da is kaan Untätche dran.
info] Kein Makel, nichts Untüchtiges, Krankhaftes, Schadhaftes.

Da is kên Gold so rôt, et mut hen vör Brod.
Holstein
info] Selbst der Sparpfennig, der gewöhnlich in Gold besteht, muss daran, wenn man Lebensunterhalt bedarf und mit dem Silber nicht ausreicht.
nordfries] Thiar as mian Gul so road, of hat mut wech för Broad.
ho] Geen goud zoo rood, of 't moet om brood.

Da is kên Schand so grôd, da is immer Woddel (Vorteil) darbi.
Rendsburg

Da is nig Putt nog Pann'.
info] Eine arme Haushaltung, in der es weder Topf noch Pfanne gibt, in der es an allem fehlt.

Da is schad ums Schmalz.
Wien
info] Wird gesagt, wenn sich jemand viele und doch erfolglose Mühe um etwas gibt.

Da is wierin an heilgen Grab.
Oberösterreich
info] Die heiligen Gräber werden in den letzten Tagen der Karwoche in den Kirchen aufgerichtet, mit künstlicher buntfarbiger Beleuchtung bei verhängten Fenstern. Priester und alle anderen Anwesenden beten, aber nur leise.

Dä isch d'm Tüüf'l ab'm Chara g'heit.
Bern
hdt] Der ist dem Teufel vom Karren gefallen.

Dä isch Meister, wo der Flueg i's Feld führet.
Solothurn

Dä isch nid d' Schuld, dass d' Fröscha keni Stîla (Schwänze) hei.
Bern

Da isst man nichts als Schnitz.
Schweiz

Da ist (liegt) der ganze Kram.
z] Dar hastu den ganzen Krâm.
info] Alles was da ist.
ho] Als den bras, de gansche kraam.

Da ist (o. steckt) der Wurm drin
en] there is s. th. fishy about it - there's a bug in it somewhere
fr] il y a qc. de louche (o. de boiteux) là-dedans
it] questo puzza di losco

Da ist alles zu haben, wie in Auerbachs Laden.

Da ist bei Gott keine Gnade.
info] Wenn's so weit kommt, ist keine Hoffnung mehr, es ist kein anderer Ausweg, die Sache muss sein, zB. der Zahn muss heraus.

Da ist Bettelmanns Umkehr.
Ulm

Da ist bös rupfen, wo weder Haare noch Federn sind.
it] Dove non n'è, non se ne può torre.
un] A' hol nincs, ott ne keres.

Da ist Bûr de best.
info] Da geht es lustig her.

Da ist das Dach mit Fladen gedeckt.

Da ist das Fleisch, wo bleibt die Katze?
info] Als spöttische Entgegnung, wenn jemand sich bei einer Verkürzung, Unterschlagung u.s.w. auf eine offenbar unwahre Weise verteidigen will. Nach einer Anekdote.

Da ist das Kraut versalzen.

Da ist das Pferd alle.
info] Nun kann ich nicht weiter fort; hier weiß ich weiter keinen Rat. Die Ochsen stehen am Berge.

Da ist das Zeislein auf seinem Reislein.
nl] Daar is het sijsje nu op zijn rijsje.

Da ist der Bilwitz gegangen.
info] Da der Bauer recht wohl wusste, dass das Gedeihen des Getreides nicht bloß vom Pflügen, Eggen und Säen, sondern noch von etwas anderem abhing, so schrieb er diese Einwirkungen nicht der Witterung allein, sondern auch geistigen und geisterhaften Wesen zu, die bald einen günstigen, bald einen nachtheiligen Einfluss auf die Feldfrüchte äusserten. Am meisten fürchtete man in letzter Hinsicht den grauenhaften Bilwitz, der ausserordentlich mager ist, einen Rock mit sehr langen Schössen und einen kleinen dreieckigen Hut trägt, und immer seine knöchernen Hände in den Rocktaschen verbirgt. Entweder um Walpurgis oder um Johannis, wenn kein Mond am Himmel steht, schleicht er sich in der Mitternacht hinaus aufs Feld. Leise ist sein Gang, unhörbar sein Tritt. Bei dem Acker angelangt, den er zum Schauplatz seines unheimlichen Werkes erkoren, schnallt der Tückische den rechten Schuh ab, nimmt ihn unter den Arm und bindet an die große Zehe seines rechten Fußes eind kleine scharfe Sichel. So bewaffnet wandelt er nun kreuz und quer, oft in Schwankungen durch das von seiner vernichtenden Nähe schauernde Getreide und mäht schmale lange Gassen. Bis zum Morgen sind alle abgeschnittenen Halme verschwunden, sodass der Eigenthümer, wenn er sein Feld besucht, nur die trostlosen öden Gänge des frevelhaft geschändeten Ackers gewahrt. Den Bilwitzschnitter zu entdecken ist schwierig und gefährlich. In Thüringen hengt man zu diesem Behuf an dem Heiligkeits-Sonntage oder am Johannistage einen Spiegel um den Hals, setzt sich auf einen Hollunderstrauch und schaut nach allen Seiten um, die Nachforschung wird aber selten unternommen, weil sie todbringend verlaufen kann. Denn wenn der Forschende sich selbst zuerst im Spiegel erblickt, muss er sterben, nur wenn der Bilwitz sich im Spiegel des nach ihm Forschenden sieht, geht es an dessen Leben, das dann kein Jahr mehr währt. Dem boshaften Bilwitz entgegen zu wirken, gibt es viele, nach den verschiedenen Gegenden verschiedene Mittel. Über die Bocksreiter, die das Volk auch Bilwitzschneider nennt: Zur Zeit der Kornblüte in den Sonnenwende-Nächten wird von irgend einem schlimmen, habsüchtigen Bauer schädliche Zauberei geübt. Ein solcher setzt sich in Bund mit dem Teufel während des Gebetläutens auf einen schwarzen Bock oder Esel rücklings, bindet sich eine Sichel an den linken Fuss und reitet so durch das Getreidefeld der Nachbarn, die dann in ihren Aeckern fussbreite Durchschnitte finden, die sie Bilwitzschnitt nennen. Das abgeschnittene Getreide wächst nun durch die Macht des Teufels in dem Acker des Bilwitzschneiders und dieser gewinnt an Ertrag, was die Felder der Beschädigten verlieren. Die Macht des Teufels in dem Acker des Bilwitzschneiders währt aber nur so lange, als der Zauber des Gebetläutens dauert, und wird deshalb so kurz als möglich geläutet und zwar besonders am Johannisabend. Drei Nächte muss aber geläutet werden.

Da ist der Hase (im Kohl).
info] Da ist, was wir suchen.

Da ist der Kohl versalzen.

Da ist der Kuckuck drinnen.
info] So sagt man in München den Kindern, wenn eine Semmel hohl ist.

Da ist der Mou oum ärmsten, wenn de Kinner Rouz zu'n Brat essen.
Franken
hdt] Da ist der Mann am ärmsten, wenn die Kinder Rotz zum Brot eggen.
info] So lange sie noch sehr klein sind.

Da ist der Segen des Propheten Elia.
jüdisch-deutsch] Da is Eeljeh-Rowis Brooche drin.

Da ist der Sieg nicht schwer, wo der Feind nicht kämpft.
it] Que l'inimico non contrasta facil è la vittoria.

Da ist der Tanz aus.
la] Fuerunt quondam strenui Milesii.

Da ist der Teufel Abt.

Da ist der Teufel ein Bär.
info] Wenn irgendetwas geschehen ist oder geschehen sollte, was nicht erwartet und schwer zu glauben ist.

Da ist der Teufel z' Gevatter g'standa.
info] Wenn es irgendwo recht ärgerlich und schlimm hergeht.

Da ist der Titel auch das Beste daran.
info] Wo ist das Buch zu diesem Titel? fragte jemand, als er den viel versprechenden Titel einer schlechten Schrift las.

Da ist der verlorene Sohn.
info] Entweder in Bezug auf eine abhanden gekommene und wiedergefundene Sache oder vorherrschend auf eine vermisste oder auf sittliche Abwege geratene Person.

Da ist der Weg alle.

Da ist der Wolf in der Geschichte.
la] Atque eccum tibi lupum in sermone.

Da ist der Wolf satt und das Lämmchen noch ganz.
Bulgarien

Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens.

Da ist die Braut, um die man tanzt (oder: mit der wir tanzen sollen).
info] Im Kriege galt: das ist der Feind, der zu schlagen, die Festung, die zu erobern ist. Von Hochzeiten entlehnt, wobei man an vielen Orten um die Braut herumtanzt, um ihr, wenn sie nicht Witwe ist, unter mancherlei Neckereien den Kranz zu nehmen.
la] Ea tela texitur. Cicero
la] Haec Helena.
la] Hic sunt gaudia.

Da ist die Elle auch länger als der Kram.
info] Viel Geschrei und wenig Wolle, viel Lärm um nichts.

Da ist die ganze Karte falsch.

Da ist die ganze Musik.
info] In dem Sinne wie: die ganze Prositmahlzeit.

Da ist die ganze Prostemahlzeit.
ndt] Dat is 'n mojen Prostmahltîd. Ostfriesland
hdt] Das ist eine teuere Prostemahlzeit.

Da ist die Haverei groß.

Da ist die Helle gar angezündet und brennet in allen Gassen.

Da ist die Lumperei zu Hause. Rottenburg

Da ist die Welt mit Brettern vernagelt.

Da ist ein Augenblick, der alles erfüllt,
Alles, was wir gesehnt, geträumt, gehofft,
Gefürchtet, meine Beste. Das ist der Tod.
Goethe (1749-1832), Prometheus A II, Tal am Fuße des Olympus (Prometheus)

Da ist ein Herz und eine Seele.

Da ist ein Hinundherrennen wie auf einem Ameisenhaufen, in den ein Bube gepisst hat.

Da ist ein Knochen für dich abzuklauben.
en] There's a bone for you to pick.
it] Egli m' ha dato un osso da rodere.

Da ist ein Nagel vor.

Da ist ein Riegel vor.

Da ist eine Maus in der Milch ertrunken.
nl] Daar is eene muis in de melk verdronken.

Da ist eine schwarze Katze dazwischengekommen.
info] Die Freundschaft ist zerstört, ein Unfall hat der Sache eine üble Wendung gegeben. Die schwarze Katze gilt im Volksglauben für eine Erscheinungsform des Teufels.
ho] Daar is eene zwarte kat tusschen gekomen.

Da ist eine Zweck derfür gestoßen.

Da ist er's gewesen,
Der Kehraus gemacht,
Mit eisernem Besen
Das Land rein gemacht.
E. M. Arndt, Lied vom Feldmarschall

Da ist es gut, wo wir nicht sind.

Da ist es schwer, keine Satire zu schreiben.
la] Difficile est satiram non scribere.
Juvenal

Da ist es übel bestellt, wo man die Hunde zum Jagen tragen muss.

Da ist freilich der himmel in einer farb, der alt tantzt.

Da ist für mich nichts Neues zu erfahren,
Das kenn ich schon seit hunderttausend Jahren.
Goethe (1749-1832), Faust II A IV, Hochgebirg (Mephisto) VS 10210

Da ist Furzen Trumpf, sagte die Braut, als sie zu Bett ging.

Da ist gar keine Spur.
info] Es ist nicht der geringste Anlass da, an dies oder jenes zu denken.

Da ist Geld und Beutel fort.
ho] Het geld met den buidel, alles is op.

Da ist gleich Feuer im (o. über) Dach.
info] Von dem, der leicht in Zorn gerät.
fr] Le feu est aux étoupes.

Da ist große Armut, wo nichts zu beißen oder zu trinken ist.
mhd] Dâr is grôt armôt, dar nicht to byten of drinken is.
la] Est ibi paupertas, ubi desunt panis et unda.

Da ist große Not, viel Kinder und kein Brot.
dk] Det er nød at have børn ok ikke brød.

Da ist gut fechten, wo kein Feind ist.
nl] Het is goed vechten, daar geen vijand is.

Da ist gut hausen, wo Hülle und Fülle ist.

Da ist gut lassen, wann man den hund beim schwanze hält.

Da ist gute Nahrung.
info] So dachten nämlich die Buhlen, als ein Vater seiner hässlichen Tochter, um die sich kein Freier meldete, ein großes Vermögen testiert hatte.

Da ist guter Rat teuer.
z] Das Brot war teuer in der Stadt, doch teurer noch war guter Rat.
fr] C'est une fâcheuse extrémité.
ho] Ik ben ten einde raad.
ho] Mijn' raad ten einde.
en] now we are really in a fix
fr] le cas est difficile
it] è un caso difficile - non si sa che pesci pigliare

Da ist Herbst.
Nassau
info] Da ist Wohlhabenheit, Hülle und Fülle.

Da ist Hirt und Herde.
nl] Dat is de herder met zijne schapen.

Da ist Hopf und Malz verloren.

Da ist Hund und Katz' das beste Vieh.

Da ist immer etwas Professionelles dabei, wenn eine Sache unübertroffen gelingt.
Shaw (1856-1950), Pygmalion

Da ist immer Mord und Totschlag.

Da ist irgendwo Sand im Getriebe
v] die Sache läuft nicht rund - es harzt damit
en] there's a hitch (o. snag) somewhere
fr] il y a de l'eau dans le gaz
it] c'è dell' imbroglio

Da ist kein Bratspieß mehr zu drehen.

Da ist kein Gedanke, so bizarr, soweit oder so eng er auch sein mag, der sich nicht eines Menschen bemächtigt hätte und in ihm fruchtbar geworden wäre, der sich nicht mit allen Kräften des Wahnsinns und der Vernunft bewaffnet hätte; es wimmelt von Spezialisten und folglich von fixen Ideen.
Taine, Essais, Balzac

Da ist kein Knochen auf dem Fett sitzt.
ndt] Dat is kên Knak'n, dar Fett up sitt.

Da ist kein Mist zu machen.

Da ist kein Moos im Hintergrunde.
z] Die Braut kann aus allen Ständen sein, wenn nur Moos im Hintergrunde ist.

Da ist kein Recht zu finden.
la] Bardaicus judex datur haec punire volenti calceus. Juvenal

Da ist kein Samstag so dick, dass die Sonne scheint einen Blick.

Da ist kein Sprecher, der einen Schweiger verbessern kann.
nl] Er is geen spreker, die het eenen zwijger verbeteren kan.
ho] Het is een goed spreker, die een goed zwijger verbetert.

Da ist kein Tau anzulegen.
info] Es fehlt an Halt und Sicherheit. Von unzuverlässigen, treulosen Menschen, auf die man sich so wenig verlassen kann, wie auf einen morschen Pfahl, an dem man ein Tau legen wollte.
ho] Daar is geen touw aan te beleggen (o. aan vast te maken).

Da ist kein Tau dran zu wenden.
info] Wenn die Matrosen sagen wollen, dass Hopfen und Malz an einer Sache verloren sei.

Da ist keine Ehre einzulegen.

Da ist keine Ehre und kein Dank.

Da ist keine Feder mehr im Nest.
info] Es ist alles weg.
ho] Het is al op, hij houdt niet ééne veêr in zijn nest.

Da ist keine Gnade und Barmherzigkeit.
la] Non est oleum in lecytho. Aristophanes

Da ist keine Katze ohne Handschuhe anzufassen.
ndt] Dar is kên Katt sunder Hansken antofaten.
z] So seufzt z.B. mancher Ehemann, der seiner Gattin sanfte Vorwürfe machen wollte, dafür aber einen Strom Scheltworte zurückerhielt.

Da ist Krausi Mausi.
info] In dem Sinne von Quodlibet.

Da ist Lachen zu verbeissen.

Da ist Lauge und Seife verloren.
it] Perdere il ranno ed il sapone.

Da ist Leben im Brotsack.
Frankenwald

Da ist Leben im Staat Dänemark.
info] Es geht da lustig zu.

Da ist Liederlichkeit Trumpf.
Ulm

Da ist man in einem sichern Hafen.
nl] Men is daar in eene veilige haven.

Da ist mein Zehnter, sagte der Dieb zum Pfaffen, da sollte er das zehnte mal ins Loch, wo er schon neunmal gesteckt.

Da ist minder Vorteil als bei den Huren in der Fasten.

Da ist mir's eingeschossen.
info] Ich habe mich dessen plötzlich erinnert.

Da ist mord in allen gassen.

Da ist Mühe und Arbeit umsonst.
la] Siccum sterili vomere littus aro. Ovid

Da ist nicht gut sein, wo es der besser hat, welcher die Zeche macht, als der sie bezahlt.

Da ist nicht jedesmal großes Feuer, wo starker Rauch aufsteigt.
Estland

Da ist nicht viel zu brudern.

Da ist nichts zu gewinnen als Pulver und Blei.
nl] Daar is niet te halen dan krud en lood.

Da ist nichts zu kneifen und zu beißen.
ndt] Dar is nicks to knîpen edder to biten.
info] Da ist nicht das liebe Brot im Hause.

Da ist nichts zu schleifen.

Da ist niemand zu Haus.
nl] Daar is niemand t' huis.

Da ist nit mehr dann haut und beyn.
la] Viri senis astaphis calvaria.

Da ist noch Eiter drin.
nl] Dat uitgezworen is, zal niet tot etter zweren.

Da ist noch gar kein Ende abzusehen.
info] Um zu sagen, dass etwas gar kein Ende nehme, um Übersättigung, Überdruss daran auszudrücken, haben wir unter anderen die Redensarten: Potz Geck und kein Ende! Kritik und kein Ende! (Lessing.) - Shakspeare und kein Ende. (Goethe.) - Kerel un kein Enne. Rîtensplît (Reissenspleiss) un kein Enne. (Schambach.) - Narren und kein Ende.

Da ist noch keine Not, wo ist dürr Fleisch, saurer Wein und schimmlig Brot.

Da ist oft ebensoviel Beredsamkeit im Ton der Stimme, in den Augen und in der ganzen Atmosphäre, die ein Redner um sich verbreitet, wie in der Wahl seiner Worte.
La Rochefoucauld

Da ist Ruh, wo kein Weib kommt zu.

Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt.

Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt.
info] Ironie, soviel als: Der Bock ist zum Gärtner gesetzt.

Da ist Sache.
info] In der Niederlausitz, um zu sagen: Da gibt es vollauf und gut zu leben. Da ist nicht Sache = da ist nicht viel zu haben, nicht viel los.

Da ist Salz und Schmalz verloren.

Da ist schlecht zehren, wo weder Brot noch Wasser ist.
mhd] Dâr is quât teren, dâr noch brôt noch water is.
la] Estur ibi prave, nihil est ubi panis et undae.

Da ist schlechte Weide, sagte Jermis, als er eine Laus auf einem kahlen Kopfe laufen sah.
nl] Daar zit niet veel gras op de weide, zei Teeuwes de boer, en hij zag eene luis op een' kalen kop grazen.

Da ist schlechtes Wetter im Ehestandskalender.
Nürtingen

Da ist Schmalhans Küchenmeister.

Da ist Schmalhans Küchenmeister
en] they are an short commons
fr] il n'y a pas grand'chose à se mehre sous la dent - an serre la ceinture
it] qui si sta a stecchetto - qui si tira la cinghia

Da ist Spitz' und Knopf beinander gewesen.
Franken

Da ist trauern und Wehklagen die beste Freude.

Da ist Treu' und Ordnung hin, find't sich ein Beerleiterin.
info] Die des Abends abholt, was die Wirtin den Tag über erübrigt und erstrichen.

Da ist unser Herrgott gerade nicht auf der Welt gewesen.
Troppau

Da ist unserem Herrgott ein Stück Vieh hingefallen, sagte der Bauer, als der Schultheiss im Walde strauchelte und fiel.

Da ist unsre Heimat, diese Dinge
Bleiben in den Tiefen unsrer Seele.
Carl Spitteler, Der verlorene Sohn

Da ist Verstand von nöten wo man auf des Klugen Frage antwortet.
Finnland

Da ist viel Rauch, doch Braten gibt es nicht.

Da ist viel umgeflodert.
z] (Da sind) Münch und Nonnen umbgeflodert, da alles voller Breut und Breutgam, Plumpf und Hochzeit, Geigen und Pfeifen, hu, hu.

Da ist Waschen und Bügeln beisammen.

Da ist weder Stumpf noch Stiel überblieben.

Da ist Wort und Zuspruch.
la] Sunt verba et voces.

Da ist zum Streuen und Vorlegen.
info] Es ist Überfluss, mehr als nötig ist, vorhanden.
jüdisch-deutsch] Mit an Ojdef. (Mit Zugabe)

Da ist's als gäbe man einer Sau eine Muskatennuss.
Nürtingen
info] Sie tritt sie auch in den Kot.

Da ist's den Lippen besser, dass sie schweigen,
Indes der Geist sich fort und fort beflügelt.
Aus Gestern wird nicht Heute, doch Äonen,
Sie werden wechselnd sinken, werden thronen.
Goethe (1749-1832), Heut und ewig

Da ist's denn wieder, wie die Sterne wollten:
Bedingung und Gesetz und aller Wille
Ist nur ein Wollen, weil wir eben sollten,
Und vor dem Willen schweigt die Willkür stille;
Das Liebste wird vom Herzen weggescholten,
Dem harten Muß bequemt sich Will' und Grille.
So sind wir scheinfrei denn nach manchen Jahren
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.
Goethe (1749-1832), Gott und Welt - Urworte - Orphisch - Nötigung

Da ist's deutlich, dass der Geist auch nur Frühlingsatem schöpft und dass Jugend nicht in Zeit sich einschränkt, die vergeht, da Lebenslust nicht vergehn kann..
B. V. Arnim Die Günderode

Da ist's freilich gut Pferd sein, sagte der Bauer, als er seinen Gaul tot im Stalle fand, den ganzen Winter hat das Bêst gefressen, und nun es im Frühjahr zur Arbeit geht, crepiert es.

Da ist's grad als schmiss' ich 's Geld in Bach hinein.
Nürtingen

Da ist's grad, als man schnätze an den Block.
Rottenburg

Da ist's grad, man lang in einen Klemmerhaufen hinein.
Nürtingen
info] Klemmerhaufen = große schwarze Waldameise.

Da ist's gut, wo wir nicht sind.

Da ist's immer gut, wo wir nicht sind, da kocht man Grütze in lauter Butter.
Finnland

Da ist's so kalt wie in einem Hundestall.

Da ist's weit hin; wenn die Klöße da gekocht werden, können wir oft taufen.
info] Von sehr weit entlegenen Orten und Sachen.

Da Ja im Brauche ging, stand's mit der Welt nicht so gering.

Da ja selbst Naturforscher öfter durch Trennen und Sondern als durch Vereinigen und Verknüpfen, mehr durch Töten als durch Beleben sich zu unterrichten glauben.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit I,4

Da Jagl (Jakob) (25.7.) tuet d' Oepfl salzen, da Lenzl tuet's schmalzen, da Bartl gibt ean ön Gschmack und da Michel brockts a.
info] Damit bestimmt man in Oberösterreich die allmähliche Zeitigung der Äpfel.

Da Jakob (25.7.) will an toten Mon hobn.
info] Nach einen in der Oberpfalz herrschenden Aberglauben muss um Jakobi jemand eines gewaltsamen Todes sterben.

Dä jät dem alles en de Köch (Küche).
Bedburg
info] Begünstigt ihn auf eine aufallende Weise.

Da jederman gehet, wächst kein Grass.

Da jedes Menschen Glückseligkeit in seinen Begriffen von Glückseligkeit ruht, so ist es grausam, irgendeinen zwingen zu wollen, gegen seinen Willen glücklich zu sein.
Adolph Freiherr von Knigge, Über den Umgang mit Menschen

Da jedoch der Mensch in Absicht der Veredlung sein selbst keine Grenzen kennt, auch die klare Region des Daseins ihm nicht in allen Umständen zusagt, so strebt er ins Geheimnis zurück, sucht höhere Ableitung dessen, was ihm erscheint.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur. Geistes-Epochen

Da Jugend und Menge wohl immer durch Gefahr und Tumult angezogen wird.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II, 8

Dä ka mer op et Höt (Haupt) blosen.
Bedburg

Da kam der Knoten zur Hand.
ndt] Diar kâm a Knaat tu hun.
Amrum

Da käm' ich schön zu Markt.
Meiningen
info] Da würde ich übel ankommen.

Da kam Jap zur Tür und ertappte dich.
info] Empfiehlt Klugheit im Sprechen, damit einer sich nicht selbst verrät.
altfries] Dear kam Jap tö Düär.

Da kam Jap zur Tür.
ndt] Diar kam Jap tö Düür. Sylt
info] Er konnte nicht länger schweigen.

Da kam man uns so hart auf das Leder.

Da kamt se mit vuller Musik.
info] In großem Jubel.

Da kann die Haushaltung nicht bestahn, wo die Henne nicht scharret wie der Hahn.

Da kann einem ja Angst und Bange werden.
en] to be scared stiff, to be scared to death, to be frightened out of one's mind, to be scared to bits, to be scared shitless, to brick it

Da kann em de Himmel vertreibe(n).
Ulm

Da kann er sich einen Pudel schnitzen.
info] Auf einen armen Handelsmann, der sich zwischen zwei reichen Konkurrenten niedergelassen hatte.

Da kann ik min Kinner kên Brod (Brot) för kopen.
info] Sagen bedürftige Mütter, die Mühe und Arbeit ohne entsprechenden Lohn tun sollen. Davon kann ich nicht leben.

Da kann kein Teufel klug draus werde.
Ulm

Da kann keine Stecknadel mehr zu Boden fallen.
info] So dicht ist das Gedränge.

Da kann man alt werden, oder gar sterben.
info] Nämlich bis dahin, dass u.s.w.

Da kann man die ganze Welt sehen und Andelfingen.

Da kann man eine Laus peitschen.
info] Wo es sehr kahl ist.
ho] Daar kan men wel eene luis op geeselen.

Da kann man frank und fröhlich leben:
Niemanden wird recht gegeben,
Dafür gibt man wieder niemand recht,
Machts eben gut, machts eben schlecht,
Im ganzen aber, wie man sieht,
Im Weltlauf immer doch etwas geschieht.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien IV

Da kann man keinen ruhigen Furz lassen.
Rottenburg
info] Man ist da zu beschäftigt oder zu geniert.

Da kann man Menschen von solchem Leichtsinn und Hochmut sehen, dass es für sie besser wäre, überhaupt nicht studiert zu haben; andere sind geldgierig, manche ruhmsüchtig, viele sind Sklaven ihrer tierischen Gelüste, so dass ihr Leben in einem merkwürdigen Widerspruch zu ihren Reden steht: diese finde ich im höchsten Grade verächtlich.
Cicero (103-43 v. Chr.), Tusculanae

Da kann man nichts machen, wo nichts verrissen ist.
Nürtingen

Da kann man sehen, was die Gans für Fett hat.
nl] Men zal zien, wat de gans voor vet inheeft.

Da kann man sich die Zähne dran ausbeißen.

Da kann man vor Gottes Segen nicht dazu kommen.
Meiningen
info] Wo großer Zudrang herrscht.

Da kann man Wunder von erzählen.
nl] Daar wilde ik wel vel wonders van vertellen.

Dä kann met enem Ôg krîschen un met em angre lâchen.
Bedburg

Dä kann sen ege Leid net schweggen.
Bedburg
info] Plaudert seine eigenen Misshelligkeiten aus.
ho] Hij kan zijn eigen leed niet zwijgen.

Da kann sich der Teufel viel Paar Schuhe ablaufen.
info] Ehe er nämlich das oder jenes erreichen, den oder jenen fangen wird. Diese Redensart erinnert an ein Sprichwort, das die Insassen russischer Strafanstalten auf sich anzuwenden pflegen: 'Der Teufel hat drei Paar Bastschuhe abgetragen, ehe er uns alle in einen Haufen zusammenbrachte.'

Da kann's nicht zusammengehn, wenn eins sagt Wista, das andere Hott.
info] Von einer uneinigen Ehe.

Da kannst du dir eine Scheibe von abschneiden! (Tadel)

Da kannst du dran riechen.

Da kannst du warten, bis du schwarz (o. grau) bist
en] you can wait until you are blue in the face (o. until the cows come home)
fr] tu peux attendre jusqu'à la saint-glinglin
it] campa cavallo che l'erba cresce - puoi aspettare il giorno del giudizio

Da kein Haar, ist übel kemmen.

Da kein Lehenmann, da ist auch kein Handlohn.

Da kêm ik up en stûven Hund to rîden.
Holstein
info] Stûf = stumpf, kurz, abgestutzt. - Da käme ich schlimm weg.

Da kennt sich keine Sau aus.
info] Bei Sachen, bei denen man die Geduld verliert.

Da klebt Pech.

Da kommen die Musikanten heraus.
info] Das sind die Folgen davon.

Da kommen noch eine große Menge Knöpfe aus Kamelgarn dazu.
ndt] Dar kamen noch'n heele Bült Knopen un Kameelsgarn bi.
info] Die Zutaten machen die Sache teuer.

Da kommen sie herunter vom Drachenberge.
info] Die Feinde, Gegner. - Wenn plötzlich etwas anders kommt, als man erwartet. Im Kartenspiel glaubt z.B. jemand sämtliche Stiche oder wenigstens mehrere zu machen; der Gegner aber spart die Mehrzahl der Trümpfe, sodass er nach dem Herausziehen der Trümpfe den letzten Trumpf behält und nun eine Zeit lang Freiblatt spielen kann, wodurch er Gewinner des Spiels wird, wobei die obige Redensart angewandt zu werden pflegt.

Da kommet zwoi und bringent oin, hat 's Maidli gsait, und hätt an Floh zwische zwoi Finger ghätt.

Da kommst du an den Rechten.
info] Nimm dich vor ihm in Acht; er ist durchtrieben, ränkevoll.
la] Cornutam bestiam petis.

Da kommst du blind.

Da kommt alles Unglück zusammen.
nl] Dat is de stopel van alle ongeluk.

Da kommt auch einer aus unserer Zunft, sagte der Köhler zum Schornsteinfeger, als er einen Priester sah.
nl] Daar gaat onze confrater, zei de smid tegen den schoorsteenveger, op een' predikant wijzende, waut hij is ook in't zwart.

Da kommt Berg und Tal zusammen, sagte Klaus, als er einen Bucklichen gehen sah.

Da kommt das mit Sieben beladene Kamel.

Da kommt das Schicksal - roh und kalt
Fasst es des Freundes zärtliche Gestalt
Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde
- Das ist das Los des Schönen auf der Erde.
Schiller, Wallensteins Tod, IV, 12 (Thekla)

Da kommt die Braut, um die man tanzt (o. mit der wir tanzen sollen).
info] Im Kriege galt: das ist der Feind, der zu schlagen, die Festung, die zu erobern ist. Von Hochzeiten entlehnt, wobei man an vielen Orten um die Braut herumtanzt, um ihr, wenn sie nicht Witwe ist, unter mancherlei Neckereien den Kranz zu nehmen.
la] Haec Helena. (Lucian.)
la] Hic sunt gaudia.

Da kommt ein Galgenstrick zum anderen.

Da kommt eine Wespe ins Hornissennest.
z] Hat denn der Teufel meinen Herrn schon geholt, oder hat er sich in seine Liebste versteckt? Da käme eine arge Wespe in ein Hornissennest.

Da kommt Rustan mit dem König,
tut schon vornehm, blickt schon stolz.
Ei, umgüldet's nur ein wenig,
dünkt sich Edelstein das Holz.
Grillparzer, Der Traum, ein Leben III
Zanga

Da kommt Stroh druf.
info] In Berlin für: Das ist schon längst vergessen.

Da können die Spinnen in den Brotsack bauen.
z] Wenn ihr bei der nächsten Wahl wieder für den Fortschritt stimmt, werdet ihr bei den Uferbauten keine Arbeit finden, und dann können die Spinnen in den Brotsack bauen, sagte ein nassauischer Uferbaubeamter zu den Arbeitern.

Da könnt' der Ofen einfallen.

Da könnt' der Teufel 's Heu rakeien.
info] Wenn man unwillig ein unnützes Geschäft verlässt.

Da könnte die Katz' ein Vieh werden.
Kamnitz

Da könnte ein jeder kommen.
Nimptsch in Schlesien

Da könnte eine Lammesgeduld reissen!

Da könnte ich nie drauf abfahren!

Da könnte man eine Gänsehaut bekommen.
Rottenburg
info] Bei schaurigen Erzählungen.

Da könnte man nicht einmal einen Stein als Medizin bekommen.
info] Dies Sprichwort schildert die außerordentliche Seltenheit der Steine in verschiedenen Gegenden Ungarns, z.B. im Theisgebiet.

Da könnte man sich die Augen aus dem Kopfe herausgucken.

Da könnte man sich die Lungen herausschreien.

Da könnte sich mancher andre eine Scheibe (o. auch ein Stück) davon abschneiden.
info] Sich ein Beispiel nehmen. Anerkennend.

Da könnten keine sieben Katzen eine Maus in fangen.
Sauerland

Da kräht kein Hahn danach.
info] Gleichgültigkeit bei gewissen Ereignissen. Der Hahn kräht nach nichts; wenn also der Hahn nicht einmal nach etwas kräht, so muss es sehr unbemerkt bleiben.
ndt] Dor kräit gennen Hahn no. Kleve

Da kreht kein Hahn nach.
ndt] Do krad kuan Haun danoch. Steiermark
ho] Daar zal geen haan na kraaijen.

Da kreit nig Hund noch Hân na.
info] Die Sache hat keine Folgen, sie bleibt verschwiegen.
dä] Der giøde ikke en hund deraf.

Da krepiere de Mües (Mäuse) ön de Speckkammer (Speiskammer).

Da kribelt's und wibelt's von leuten.
z] Erde, Wasser, Luft, und alles was drinnen kriebelt und wiebelt.

Da kriegt einer Senge.
info] Hiebe, infolge deren der Durchgehauene warm wird. Seng = warmer Lufthauch, Windstoß.

Da kriegt noch eher ein Haubenstock 's golden Vliess.
Wien

Dä Krog (Krug) geht asû lang zo d'r Baage bös 'ä brech d'r Hals od'r d'r Kraag.
Euskirchen

Dä krömp sich wie' ne Wurm.

Da Kroug gêt asou lang zei Bassa (in das Wasser) poss a necht en Hals brecht.
Ungar. Bergland

Da kummer mag a sich unter der Kniekehle zubinden.

Da kunn man glîk de kôle Pöss kriege.

Dä kütt (kommt), wann et Boch ümgedraht es.
Bedburg

Da lachen de Kög in'n Stall drowa.
Ukermark
info] Um Unwitziges, Ungereimtes zu bespötteln.

Dä läet alle Rême zo Bord.
Bedburg
info] Die Ruder der Schiffer werden auch Riemen genannt. Der obere Rand des Schiffes heißt Bord. Wenn nun alle Riemen tätig zu Bord gelegt werden, hat der Schiffer alles aufgeboten, um seinen Zweck zu erreichen.

Da lagen greise Männer, über und über mit blutenden Wunden bedeckt, und starrten auf ihre sterbenden Weiber, die mit durchschnittener Kehle ihre Kindlein an die blutüberströmten Brüste drückten. Dort verröchelten mit aufgeschlitzten Bäuchen Mädchen und junge Frauen, an denen zuvor ein paar Helden ihre geile Brunst befriedigt hatten. Andere, halb verbrannt, schrien und jammerten herzzerreißend, man möge ihnen vollends den Garaus machen. Blut und Hirn waren verspritzt, wohin man schaute.
Voltaire, Candide oder Der Glaube an die beste der Welten

Da lagen König Gunthers Fuß, Walthers Rechte und Hagens zuckendes Auge. So, ja so teilten sie sich in die hunnischen Armreife.
Waltharilied (9./10. Jh.)

Da läßt man denn kein eminentes Genie emporkommen, sondern macht es dem Volke verdächtig; da heißt Eifer für das Gute - Empörungsgeist, Bekämpfung schädlicher Missbräuche und Vorurteile - Neuerungssucht und Ketzerei; da heißt der Mann, der die Schliche der heuchlerischen Bosheit aufdeckt und der ernsthaften Dummheit die Larve abreisst - ein Satiriker, ein gefährlicher Friedensstörer.
Knigge, Benjamin Noldmanns Geschichte der Aufklärung

Da lat de Immeken vor sorgen!
Braunschweig
info] Ein alter Invalide, der vor Jahren in Braunschweig gelebt hat, erzählte, als er über den englisch-amerikanischen Krieg, den er als verkaufter Braunschweiger mitgemacht hat, sprach, wie in Amerika alles so viel größer sei, dass namentlich die Bienen so groß wie hierzulande die Hummeln seien. Ein Zuhörer fragte darauf, wie groß die Bienenkörbe gewesen: 'Ebenso groß wie hier', antwortete er. Als man weiter fragte: 'Wie kamen aber die Bienen hinein', antwortete er: 'Ach, da lat de Immeken vor sorgen.' Diesem Ursprung entsprechend, gebraucht man in Braunschweig und Umgegend das Wort, um zu bezeichnen, dass man sich um etwas gar nicht bekümmern wolle.

Da lebet Gott, da lachet Gott.
la] Nunc Dii beati.

Da lebt Gott, da lacht Gott.

Da Lehrus ist ofte klüga os da Mesta.
Nordböhmen
info] In dem Manuscript aus Böhmen steht dies Wort mit der Erklärung: Lehrling. Es ist aus der Gegend von Kamnitz.

Da leit's (liegt's), sagte die Jungfer, als sie 's Kind verlor.
info] Wenn uns etwas begegnet ist, das wir nicht länger verbergen können, so gern wir wollten. Von einem Mädchen entlehnt, die ihre Schwangerschaft verborgen oder bisher geleugnet hatte, als sie während eines Tanzes plötzlich entbunden ward.
ndt] Da liggt es, sagt ihene gute magt, do empfiel yhr das kind am tantze.
ndt] Dôr ligt't, säd de Diern, un dat Kind fêl êr in'n Danz weg.
ho] Daar ligt het, zei de meid, en haar ontviel een kind, terwijl zij danste.
la] Dies in lucem profert occulta.
la] Ibi jacet, quod placet.

Da liebt der Mann in der Frau nur die Gattung, die Frau im Mann nur den Grad seiner natürlichen Qualitäten und seiner bürgerlichen Existenz und beide in den Kindern nur ihr Machwerk und ihr Eigentum.
Friedrich Schlegel, Lucinde

Da liebt der Mann in der Frau nur die Gattung. Die Frau im Mann nur den Grad seiner natürlichen Qualitäten und seiner bürgerlichen Existenz und beide in den Kindern nur ihr Machtwerk und ihr Eigentum.
Friedrich Schlegel

Da lief ich frisch hinzu, so wie ich war,
Und mit der Axt hab ich ihm 's Bad gesegnet.
Schiller, Tell

Da liegen die Schweine, nu können wir Wurst machen.
Schlesien

Da liegen sie auf einem freien Platz im Walde, zwei- bis dreihundert arme Kerls, das Ächzen und Schreien, der Blutgeruch mit dem frischen Duft der Nacht, des Grases, der Bäume - dieses Schlachthaus!
Walt Whitman, Tagebuch (1863)

Da liegt (sitzt) der Hase im Pfeffer.

Da liegt de Dreck, säd de Pap, on lêt dat Kind falle.
hdt] Da liegt der Dreck, sagte der Pape, und lässt das Kind fallen.

Da liegt de Dreck, wat kost't de Botter?
Ostpreußen

Da liegt der Butz.
la] Hinc illae lacrymae. Horaz

Da liegt der Dreck, sagte der Küster, als er in die Kirche geschissen.
nl] Daar ligt de stront, zei de Koster, en hij sch .. in de kerk.

Da liegt der Dreck, was gilt (wie teuer ist) die Butter?
info] Wenn z.B. ein Topf zu Boden fällt und zerbricht. In Schlesien auch als Spott auf schlechte Ware.

Da liegt der Fuchs begraben.

Da liegt der ganze Brast.

Da liegt der ganze Magistrat.
info] Beim Kartenspiel, wenn die höchsten Trümpfe in einem Spiel zusammenfallen.

Da liegt der Has im Pfeffer!

Da liegt der Hase im Pfeffer nicht.
info] Das ist nicht der Fehler, hierin liegt's nicht.
fr] Ce n'est pas là que le pot s'enfuit.

Da liegt der Hase im Pfeffer.
info] Da ist die Schwierigkeit, daran hängt es.
info] Unter Pfeffer ist nicht das bekannte Gewürz, sondern eine im Mittelalter bereitete Brühe gemeint, wobei der Pfeffer einen Bestandtheil bildete. Hasenpfeffer war eine Speise in brauner Pfefferbrühe. Das Berliner Fremdenblatt (1866) sagt über die Redensart: 'In einigen Gegenden Norddeutschlands wird das Hasenklein mit vielem Gewürz und Pfeffer bereitet, es kommen dazu allerlei Zutaten, sodass das eigentliche Klein (sowie im Fricassée das Hühnerfleisch) mitunter schwer zu finden ist. Wir nehmen nun an, dass sich daraus die Redensart: Da liegt der Hase im Pfeffer, gebildet hat für gewisse Knotenpunkte, die schwer aufzufinden oder zu lösen sind.' Im Westfälischen: Doa ligt de Hase im Peaper. - Wann der Has in der Schreiber Pfeffer kömt. 'Man merkt ine gar wol al allzit, wo ihm der Has im Pfeffer lit.' 'Sie sah, eh er den Mund gespitzt, schon, wo der Has im Pfeffer sitzt.'

Da liegt der Hund auf dem Heu.

Da liegt der Hund begraben.

Da liegt der Hund begraben.
info] Das ist's, worauf es ankommt; hier ist das Hindernis. In einer frühern Periode, wo Nürnberg als Freie Reichsstadt blühte, wurde dort das noch stehende Rathaus nach einem großen und kostspieligen Plan und Anschlag erbaut. Dieser Bau währte mehrere Jahre, und er war bis auf einen Flügel vollendet, als es der Stadtkasse an Mitteln gebrach, die Kosten nach dem gemachten Anschlage zu bestreiten. Der Bau unterblieb also, und der fehlende Teil wurde nun, statt massiv, nur aus Fachwerk erbaut. Der Baumeister führte in seinem Petschaft einen Hund; und über die letzte massive gotische Tür, die nach diesem nur leicht und wohlfeil erbauten Flügel führt, hat er diesen Hund, in Stein gehauen, anbringen lassen, wodurch das obige Sprichwort entstanden sein und welches symbolisch andeuten soll: Man kann in einer angefangenen Sache nicht weiter gehen, weil unübersteigliche Hindernisse vorhanden (eingetreten) sind. Nach noch einer anderen Erzählung: Der österreichische Feldhauptmann Sigmund II. (1547-1610) hatte einen treuen Hund, der ihm auf einer seiner Fahrten in den Niederlanden das Leben gerettet hatte, diesem ließ er an der Gartenmauer des Schloss-Brauhauses zu Sanct-Veit (Oberösterreich) ein Denkmal mit einer Inschrift setzen: das noch bis zum Zusammenfall der Mauer (1821) gestanden hat.
z] Ich erinnere mich eines Streites der Maurergesellen weil einer derselben einen toten Hund so eingemauert hatte, dass der Schwanz herausgehangen, wodurch das ganze Mittel (Maurer- oder Bauhandwerkerzunft) sich beschimpft fühlte, ein gewaltiger Streit entstand und die Mauer abgetragen werden musste. Dies soll die Redensart veranlasst haben.
z] Im Schloss Seisenburg war einmal ein Graf, der einen Hund besass, welcher ihm ungemein lieb war. Als das Tier starb, ließ es der Graf ausweiden, den leeren Balg mit Dukaten füllen und so begraben. Nach langer Zeit kam eines Tages der kleine Sohn des herrschaftlichen Jägers zum Grossvater gesprungen mit den Worten: >Grossvater, geschwind, geschwind, da draußen liegt ein wunderschöner Hund, der glänzt wie Gold.< (Da liegt der Hund begraben.) Das Kind zog den Alten, der nicht wollte, mit sich; und in der Tat, er sah den Hund, glänzend in Gold, in einiger Entfernung vor sich liegen; als sie aber nahe kamen, war er verschwunden.
z] Nur eine Stunde vom Inselsberge herab, bei dem Dorfe Winterstein, ist ein Grab; der verwitterte Denkstein trägt die Inschrift:
Ano 1650 Jar der Marcinwar
ward ein Hund hieher begrawen,
das ihn nicht fressen die Rawen,
war sein Name Stuczel genannt,
Fürsten und Hern wohl bekannt
geschah ub seiner große Trauligkeit,
die er seine Hr. und Frawen beweist.
Im Volksmunde geht der Vers noch, wie folgt, weiter:
Schickt man ihn hin nach Friedenstein,
so lief er hurtig ganz allein,
und hat er seine Sach' ausgericht,
drum hat er diesen Stein gekriegt.
Im Dreißigjährigen Kriege hatte der betreffende Hund den Briefwechsel zweier Liebenden zwischen Winterstein und Friedenstein sehr treu und pünktlich besorgt; wofür ihm ein ruhiges Alter zugesichert wurde. So lange er indes noch laufen konnte, leistete er Dienste: so lief er z.B. täglich von Winterstein nach dem 11/2 Stunde entfernten Waltershausen, Einkäufe zu machen. Solche Treue wollte man nach dem Tode desselben noch ehren. Man begrub ihn unter großer Leichenbegleitung auf den Kirchhof, wo ihn aber die Geistlichkeit nicht duldete. Stuczel, so hiess er, musste wieder ausgegraben werden und eine andere Grabstelle erhalten; wo er nun schon über zwei Jahrhundert liegt. Hund hat aber auch die Bedeutung eines Schatzes.
z] Da ligt der Hund (und klopfft mit der Hand auff sein Daschen).
ndt] Dar liggt de Hund begrawen.
en] there's the rub (o. the snag)
fr] C'est là le noeud de l'affaire.
fr] C'est là où gît le lièvre.
fr] C'est là que gît le lièvre.
fr] Voilà le hic.
ho] Daar ligt de haas in het zout.
ho] Dáár ligt de hond begraven.
it] qui casca (o. mi cascò) l'asino
it] qui sta il busillis (o. il punto)
la] Hinc illae lacrymae.
la] In eo cardo rei vertitur.

Da liegt der Igel im Hag.

Da liegt der Käse, was gilt die Butter?

Da liegt der Quark, wie teuer ist die Butter?
z] Sprach Peter Fiebig und deutete triumphierend auf den halb umgeworfenen Lohnwagen.

Da liegt des Pudels Kern.
info] Diese Redensart ist aus Goethes Faust entlehnt. Als sich der Pudel in Mephistopheles verwandelt, sagt Faust: 'Das also war des Pudels Kern!'

Da liegt die ganze Prostemahlzeit.
Ostpreußen

Da liegt die Schlange im Grase.
nl] Daar is een otter in't bolwerk. - Daar schuilt eene slang onder het loof.
sd] Der ligger en snook i gräset.

Da liegt ein großer Klotz begraben.

Da liegt ein Musikant (ein Spielmann) begraben.
info] Wenn man an einen Stein stößt.

Da liegt ein Musikant begraben.
Ostpreußen
info] Wird gesagt, wenn jemand sich an einen Stein stösst oder auf dem Wege stolpert.

Da liegt ein Spielmann begraben.

Da liegt ein Spielmann begraben.
info] Wird gesagt, wenn jemand stolpert oder fällt.

Da liegt eine im Kindbett.
info] Redensart beim Kartenspiel, wenn eine Karte unter den verdeckt liegenden auf dem Rücken erscheint.

Da liegt einer auf der faulen Haut, ist zu träge, eine ernsthafte Aufgabe zu übernehmen, aber den anderen drängt er, gerade als müsste der andere gleich aus voller Kehle zu singen anheben vor Freude darüber, dass sein Freund auf der faulen Haut liegt.
Nikolai Gogol, Vier an verschiedene Personen gerichtete Briefe, die 'Toten Seelen' betreffend

Da liegt er, sagte die Frau am Grabe des Mannes und schneuzte die Nase ins Grab.

Da liegt es, sagte das Mädchen, als ihr beim Tanzen ein Kind entfiel.
var] Da liegt es, sagte das Mädchen, und das Kind viel ihr beim Tanzen weg.
var] Da liegt's, sagte jene gute Magd, da entfiel ihr das Kind im Tanz. Agricola

Da liegt es, sagte das Mädchen, und das Kind viel ihr beim Tanzen weg.

Da liegt es, sagte jene gute Magd (Jungfer), da entfiel ihr das Kind beim Tanze.

Da liegt es, sagte jene gute Magd, da entfiel ihr das Kind beim Tanze.

Da liegt Musik drin.
info] Sagt der Berliner, um anzudeuten, dass ihm die Sache richtig oder vortrefflich erscheint.

Da liegt sie, sagte der Hundebernd, und warf sein Weib die Treppe hinab.
nl] Dat ligt, zei Maarten, en hij gooide zijn wijf van de trappen.

Da liegt's, davon man lange hat gesagt, sprach die Maid beim Tanze, der das Kind entfiel.

Da liegt's, sagte jene gute Magd, da entfiel ihr das Kind im Tanz.
Agricola

Da liegt's, sagte jene Magd, und schmiss den Brei in Dreck.

Da liegt's, sprach die Magd im Kranz, verzettet sie das Kind im Tanz.

Da liegt't, se(de) de Magd, as se den Brê in'n Dreck smêt (schmiss).

Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen.
1. Mose 2,21
info] Davon wohl: tief schlafen, Tiefschlaf = Stadium des traumlosen Schlafs.

Da ließe sich ein Pakt,
Und sicher wohl,
Mit euch, ihr Herren, schließen?
Goethe (1749-1832), Faust, I (Faust)

Da lobe ich mir das Studium der Natur, das eine solche Krankheit [Taschenspielerkünste der Dialektik] nicht aufkommen lässt! Denn hier haben wir es mit dem unendlich und ewig Wahren zu tun, das jeden, der nicht durchaus rein und ehrlich bei Beobachtung und Behandlung seines Gegenstandes verfährt, sogleich als unzulänglich verwirft. Auch bin ich gewiss, dass mancher dialektisch Krankeim Studium der Natur eine wohltätige Heilung finden könnte.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 18.10.1827

Dä löf met beeze Händen en et Füer.
Bedburg

Da Losa on da Wond head sain oagni Schond.
Niederösterreich
info] Lose = Loser, Lauscher, Horcher.

Dä lot sich 's Gras nit ungere Füße wachse.
Emmenthal
ho] Hij laat geen gras onder de voeten groeijen.

Dä määt 'nen Bass'lemanes (= eine Verneigung, vom Spanischen 'beso las manos'), dat sich et Hemp en sibbe Felde läht (= legt).
Köln

Da mache sich einer einen Vers daraus.
info] Wenn etwas Unverständliches, Ungemeines geschieht oder gesagt wird.

Da machen wir's noch einmal wie der buchner Pfarr'.
Thüringen
info] Der buchner (ob Bucha bei Ziegenrück?) Pfarrer war ein sehr origineller Mann. Ein starker Gewitterguss hatte die über den Bach führenden Stege hinweggeschwemmt, sodass der Pastor zur Verrichtung einer bevorstehenden Taufhandlung nicht hinüber, aber auch die Paten nirgends herüber konnten. Da ließ der Pfarrer eine Handspritze holen und bedeutete die Paten, so nahe als möglich zu treten und den Kopf des Täuflings zu entblößen. Mit der Spritze in der Hand verrichtete der Geistliche die erforderlichen Formalitäten und sprach dann über den Bach auf den Täufling spritzend: 'Ich taufe dich im Namen des Vaters (erster Spritzstrahl) und des heiligen Geistes (zweiter Spritzstrahl), Amen.' Da riefen die Paten: 'Herr Pfarrer, Sie haben den Sohn vergessen.' 'Na', erwiderte dieser, 'das schadet nichts; da machen wir's noch einmal.' Und die Zeremonie wurde wiederholt.

Da mächt ma doach azwêgîn (entzweigehen).
Österreich-Schlesien

Da macht wieder jemand einen dummen Streich.
info] Worte des Carlos in Goethe's Clavigo, 2. Act. Bei den vielen dummen Streichen, die gemacht werden, lässt sich nicht annehmen, dass die Redensart erst aus Goethe entlehnt und sprichwörtlich geworden ist, wahrscheinlich ist, dass sie es schon war, als der Dichter sie zur Anwendung brachte.

Dä mag der Schatten van im net sen.
Bedburg

Da mag der Teufel lachen.
nl] Daar zou de duivel om lagchen.

Da mag gute Zeit gewesen sein, da die Bauern Edelleute wurden.

Da Man (Slang).
en] Idiom

Da man aber in dem, was man tun will, meist einige Schritte zurückbleibt..
Goethe (1749-1832), An Wieland, 26.9.1793

Da man ass (isst) und tranck, da war ich gern mank, da man sol ewig sein, da kompt man noch früe gnug hin.

Da man den Wind nicht nach der Mühle drehen kann, so muss sich die Mühle nach dem Winde drehen.

Da man die Diebe hinge an's Holz, behielten die Bauern ihre Pferde, nun man sie hänget an Geld, stehlen sie ihm die ganze Herde.

Da man die Sau brühen und sengen kann, wer wird sie scheren.

Da man haltet gute hut, auch guter frid sich finden tut.
la] Pax ibi seruatur, custodia quo dominatur.

Da man immer Zeit genug hat, wenn man sie gut anwenden will, so gelang mir mitunter das Doppelte und Dreifache.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,10

Da man Macht haben muss, um das Gute durchzusetzen, setzt man zunächst das Schlechte durch, um Macht zu gewinnen.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte

Da man mich neid, ward mir der Arsch erst breit.

Da man noch aus hölzernen Bechern trank, stand es wohl in der Welt.

Da man schrieb dem Edel und Fest, da stund die Sach' am allerbest; da man schrieb dem Hochgeboren, da war Hopfen und Malz verloren.

Da man schrieb dem Ehrsamen und Frommen, da war noch was zu bekommen; da man schrieb dem Ehrenfesten, stund es schon nicht mehr zum Besten; da man schreibt dem Hoch- und Wohlgebor'n, da ist Hopfen und Malz (o. Ehre, Liebe, Treu) verlor'n.
z] Damals stand es noch gut, da man einen Wagen Wagen, eine Hur Hure, einen Schelm Schelm und ein Futterhemd Futterhemd hieß; nachdem man aber einen Wagen Chaise, eine Hur Madam, einen Schelm Prokurator und ein Futterhemd Wespe (Veste) nennt, da ist es zu weit kommen.
dä] Det gik ilde til siden staadere finge henge-ærmer.

Da man schrieb der Edel und Fest, da stund die Sach am allerbest; da man schrieb Hochgeboren, da war Hopf und Malz verloren.

Da man schrieb der Edel und Fest,
Da stund die Sach am allerbest;
Da man schrieb Hochgeboren,
Da war Hopf und Malz verloren.

Da man sich denn immer einrichten muss, in einem unerforschlichen Meere zu schwimmen.
Goethe (1749-1832), An S. Boisserée, 11.11.1827

Da man soll ewig sind, da kompt man noch früe gnug hin.

Da man übermag, dem baut man selten einen guten tag.

Da mein Säckel aufgeht, da raucht mein kuchen.
sd] Den som haar wärd, han får fuller swärd.
sd] Har man det som klinger, man får fuller den som springer.

Da mesma flor a abelha tira o mel, e a vespa, o fel.

Da mich im Innersten eigentlich nur das Individuelle in seiner schärfsten Bestimmung interessiert.
Goethe (1749-1832), An K F. v. Reinhard, 14.11.1812

Da Michel (29.9.) zündt's Liecht an und da Joseph löscht's aus.
Oberösterreich

Da mir alle Tugenden fehlen, werde ich mich auf die Talente legen. Aus dem Kopf kann was werden.
Goethe (1749-1832), zu Caroline Flachsland, Dez. 1772

Da mir Hufeland die Bewegung als die beste Arzenei anrät.
Goethe (1749-1832), An Charlotte v. Stein, 14.4.1785

Da mir recht gut bewußt war, dass alle meine Bildung nur praktisch sein könne..
Goethe (1749-1832), Kampagne in Frankreich - Münster, November 1792

Da möcht' der Teufel Schultheiss sein.
Ulm

Da möcht i nöt ang'malt sei.
info] In Beziehung auf einen widerwärtigen oder missgeachteten Ort.

Da möcht' ich lieber ann Igel zum Oarwisch nahm'n.
Hirschberg

Da möcht' 'n Kuh greina.

Da möchte (o. könnte) einem die Galle platzen.
Troppau

Da möchte das Geld zur Feueresse hereinfallen.

Da möchte der Grindscherer kommen.
Oberösterreich
z] Zu schmuzigen Kindern sagt man: Geh wasch dich, sinst kimt da Grindschera übá dich. Man nennt nämlich behaarte Raupen 'Grindschara'. Grind = Schmutz, der sozusagen in die Haut wächst und weggeschoren werden muss, weil das Waschen nicht ausreicht.

Da möchte doch die Katze Kaviar scheißen.
nl] Mijne kat schiet vuur, zei besje, en ze had eene vonk aan haren staart.

Da möchte doch ein Schaf lammen.
nl] Daar zal eene ooi lammen.

Da möchte doch eine zweite Sintflut kommen.
z] Wisst ihr, wie in der Urzeit Land die Sintflut ob der Menschen bösen Hader nach einer Hypothese entstanden? Zehn Dichterlingen ließ Apoll zur Ader.
z] Warum wird trotz der Weltvergehen die zweite Sintflut nicht verhängt? Jehova hat vorausgesehen, dass doch die erste nichts verfängt.

Da möchte eine Kuh lachen.
info] Diese Redensart wurde von einem Dillinger Jesuiten zum Titel einer Schrift gegen die Protestanten gewählt.

Da möchte einen das Mäusel beißen.
Niederösterreich
info] Es ist damit die Arm- oder Fußmuskel gemeint.

Da möchte einer doch (o. das ist zum) türkisch werden.
nl] Liever Turksch dan Spaansch.

Da möchte einer Öl geben (o. seichen).
z] Dergestalt abprügeln, dass sie hätten Öl geben mögen.

Da möchte ich lieber ein verrecktes Gänslein hüten.
Nürtingen

Da möchte man aus dem Häuschen fahren.
info] Es gibt Dinge, bei denen auch der geduldigste Mensch ungeduldig wird, der ruhigste die Fassung verliert.

Da möchte man aus der Kaldaune (o. aus den Eingeweiden) fahren.
Meiningen

Da möchte man die Motten kriegen.

Da möchte man doch das heilige Kreuz für sich schlagen.

Da möchte man doch des Kuckucks werden.

Da möchte man doch des Teufels sein.
la] Genios iratos habeam.

Da möchte man doch Tinte saufen!
info] Wenn man über etwas entrüstet ist oder sich verwundert.

Da möchte man finzig werden.
Rottenburg
info] Nämlich vor Unmut.

Da möchte man Gichter bekommen.
Rottenburg
info] Vor Ärger. Eine selten vorkommende Mehrzahl von Gicht zur Bezeichnung von Zuckungen oder eines gliederlähmenden Schlagflusses. Man sagt statt Gichter auch Bocksgichter.

Da möchte man Gift und Galle speien.

Da möchte man gleich de Kränkte kriegen.
Schlesien
info] Epileptische Krämpfe, Fallsucht.

Da möchte man hintenausscharren wie die Hühner.
Nürtingen

Da möchte man in die Halbmetze fallen.
Meiningen
info] Drückt Erstaunen, Überraschung u.s.w. aus.

Da möchte man ja gleich an der Wand in die Höhe gehen. Thüringen
jüdisch-deutsch] Reiss' dich auf die gleiche (gerade) Wänd.
info] Wenn man jemand seinem Schicksal überlässt. Klettere meinetwegen an den Wänden hinauf. Sich reißen bedeutet hier: mühsam hinaufklettern.

Da möchte man ja gleich ein Kind kriegen von Werchpuzen und Sägespänen.

Da möchte man Junge bekommen.
info] Vor Ärger.

Da möchte man nicht gescheit werden.
info] Aus Unmut wahnsinnig.

Da möchte sich doch die Gans einen Kropf lachen.
mhd] Des mucht ein gans wol lachen.

Da möchten die Toten über die Lebenden weinen.
dk] Ofte græder den døde over den levende.

Da möchten doch die Steine weinen.
z] Das die steine weinen möchten.

Da möt'n dei Hunn' (Hund) ut't verkihrt End bleken.
z] Wat in Kuttelputt in dei holl Eik los is un worüm tau Perdöhl dei Hunn' ut't verkihrt End' bleken, mag de leiw Himmel weiten.

Da müest an alte Kuh lacha.
Oberösterreich
ho] Het is geen wonder, dat eene koo lagchen kan, zij heeft zulke verbruide lippen.

Da muss alles aufs Virgele hinaus.
Nürtingen
info] Aufs Komma.

Da muss die Physik lügen.

Da muss die Schrift lügen.
info] Zu ergänzen: wenn das nicht so ist. Beteurungsformel, besonders kirchlicher Reden.

Da muss doch die Hölle einen Riss kriegen, sagte der Fuhrmann, als er umwarf.
Oberlausitz
info] Ausruf bei ärgerlichen Vorgängen.

Da muss ich auch dabei sein.
info] Ich werde Angriffe zurückzuweisen wissen.

Da muss ich gleich den Hals strecken.
info] Es widersteht mir, macht mich zum Brechen.

Da muss ja eine Bulle platzen.

Da muss ja gleich eine alte Wand wackeln.
info] Ausruf des Staunens und der Verwunderung.

Da muss man die Läuse aus dem Pelze suchen.
info] Von einer unangenehmen widerwärtigen Arbeit.

Da muss man Maul und Augen aufsperren.

Da muss man sich eine Katze besorgen zum Lausen.
info] Bei einer langweiligen Arbeit.

Da muss man von guten Eltern sein.
info] Viel Kraft, Geschick und Glück haben.

Da muss man warten, bis Schellen Trumpf wird.

Da muss man zeitig wehren, wo man nicht soll (das Land) verheeren.
la] Vir qui zelatur nec seuit tutor agatur.
sd] Thaen skal waeria som ey will haeria.

Dä muss mit de Müse (Mäuse) pueste.
Luzern
info] Die Krankheit wird ihn ins Grab reißen.

Dä muss noch gewannt un gekrênzelt wärde.
Bedburg
info] Von einem unerfahrenen, unwissenden oder unhöflichen Menschen.

Da muss noch manch Wässerle de Bach abe laufe.
info] Bis das oder jenes geschieht.

Da muss sich manches Rätsel lösen,
Doch manches Rätsel knüpft sich auch.
Goethe (1749-1832), Faust

Da musst du den Beichtiger fragen, sagte die Mutter zum Knaben, als er wissen wollte, warum er zu seiner Tante im Kloster nicht mehr Jungfer sagen solle.

Da musst du früher aufstehen.
info] Wenn du das durchsetzen, wenn du mich anführen, wenn du mit dem fortkommen willst, du überschätzest deine Kraft.

Da musst du vorher noch mehr Knöpflen essen.
Nürtingen

Da müsst' ich von einer tauben Kuh gefressen haben.
info] Wenn ich das oder jenes täte.

Da müsst' ich's gestohlen haben.
info] Wenn ich es für diesen Preis weggeben sollte.

Da musst sterben und wenn du tausend Seelen hättest.
Ungarisches Volksmärchen

Da musste auch das Böckel grade ärschlich springen.
info] Wenn etwas fehl geht, von dem man glaubte, es müsse gelingen, weil man alles klug vorbereitet zu haben meinte.

Da müsste der Bär zum Lamme werden.

Da müsste der Teufel Stelzen gehen.
nl] Al zou de duivel op stelten rijden.

Da müsste die Köchin Hungers sterben.
nl] De koks vochten daar.

Da müsste eher kaltes Eisen biegen.
info] Um Zuverlässigkeit, Festigkeit eines Charakters zu bezeichnen.

Da müsste ich doch Tinte getrunken (gesoffen) haben.
info] Wird gebraucht, um die Möglichkeit, etwas Ungeeignetes getan zu haben, abzulehnen.

Da müsste ich ein rechter Narr sein.

Da müsste man das Geld gestohlen haben.

Da müsste man das Geld im Simri dastehen haben.
Rottenburg

Da müsste man das Geld zum Hinausschmeißen haben.
Nürtingen

Da müsste man einen eigenen Geldscheißer haben.
Nürtingen

Da müsste mein Herz ein Bauer sein.
Schlesien

Da müssten (würden) die Steine schreien.
info] Wenn nämlich hier die Menschen schweigen. Nach Luc. 19, 40.
ho] Dan zouden de steenen spreken.

Da müssten ja einem wilden Schweine die Borsten zu Berge stehen.
info] So abscheulich, so grauenhaft ist es.
ho] Dat is zoo afgrijselijk dat het een wild zwijn de borstels zou doen te berge rijzen.

Da müssten wir nicht Preußen sein! Jul. Sturm, Wie schön leuchtet der Morgenstern

Da müssten Zeichen und Wunder geschehen.

Da müste einer ein steinern Herz und gleserne augen haben.
info] Wenn er hier kein Mitleid haben sollte.

Da mut de hochwîse Rat ên Iesên in dôn.
Hamburg
info] Das muss anders, besser, dem muss gesteuert werden.

Da mut he den Mund vör wischen.
Holstein
info] Es geht ihm vorüber, ist ihm zu hoch, zu teuer.

Da Mythos erfunden wird, werden die Bilder durch die Sachen groß, wenns Mythologie wird, werden die Sachen durch die Bilder groß.
Goethe (1749-1832), Tagebuch, 5.4.1777

Da naht die Lust, doch füllt sie nicht die Stelle
Des Glücks, das immer man beweint.
Freiligrath, Oden: Schmerz

Da nämlich auf der Welt nichts ewig bestehen kann, sondern alles, was einmal groß gewesen, klein werden und abnehmen muss..
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,6

Dä nicks (nichts) es un maint sik nicks, dai es gar nicks.

Dä Nicksnotz schleit ûs dem Åt, hä schlääch singen Vâ un singer Mô nit.
Köln
hdt] Der Nichtsnutz schlägt aus der Art, er gleicht seinem Vater und seiner Mutter nicht.

Da nimm di'n Ôg'nspêgel an.
info] Das lass dir zu einem ermunternden oder abschreckenden Beispiel dienen.

Da nun aber alles Öffentliche auf dem Familienwesen ruht..
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,13

Da nun aber selbst das größte Talent, welches in seiner Bildung einen Zwiespalt erfuhr, indem es sich zweimal, und zwar nach entgegengesetzten Seiten auszubilden Anlass und Antrieb fand, kaum vermögend ist, diesen Widerspruch ganz auszugleichen..
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Cäsars Triumphzug von Mantegna

Da nun aber unser Individuum, es sei so entschieden als es wolle, doch von der Zeit abhängt, wohin es gesetzt, von dein Ort, wohin es gestellt, so haben diese Zufälligkeiten Einfluss auf das notwendig Gegebene.
Goethe (1749-1832), Verhältnis zur Wissenschaft, besonders zur Geologie

Da nun alles schon an mir vollbracht ist, was bleibt mir noch zu fürchten übrig?
Jean-Jacques Rousseau, Träumereien eines einsamen Spaziergängers

Da nun den Menschen eigentlich nichts interessiert als seine Meinung, so sieht jedermann, der eine Meinung vorträgt, sich rechts und links nach Hilfsmitteln um, damit er sich und andere bestärken möge.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 553

Da nun die Ehe ein Knoten ist, den erst der Tod, wieder löst, so sollen die Bänder, welche diesen Knoten bilden, einander ähnlich sein und aus gleichen Fäden bestehen.
Cervantes, Die Macht des Blutes

Da nun die Geschlechtsliebe ihrer Natur nach ausschließlich ist, so ist die auf Geschlechtsliebe begründete Ehe ihrer Natur nach Einzelehe. Engels, Der Ursprung der Familie

Da nun einerseits jedes vorhandene Ding rein objektiv.. betrachtet werden kann; da ferner auch andererseits in jedem Dinge der Wille, auf irgendeiner Stufe seiner Objektivität, erscheint, und dasselbe sonach Ausdruck einer Idee ist; so ist auch jedes Ding schön.
Schopenhauer

Da nun ferner eine jede Religion das reine ruhige Verkehr der Menschen untereinander befördern soll, die christlich evangelische jedoch hiezu besonders geignet ist..
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1805

Da nur thront
Glück, wo die Zufriedenheit auch wohnt. Narájana, Hitopadesa

Da nützen auch alle Zeugnisse nichts, wenn einer nicht glauben will.
Arabien

Da nützt kein Leugnen und kein Lügen.
bm] Bŭh mu smysly zmátl.
bm] Krev človĕka pomate.
bm] Ne prospĕje zločinci zapíráni.

Da offenbar eine ganz einfache und schlichte Kost hinreicht, den Leib des Menschen zu ernähren, ein einfaches Gewand, ihn zu bekleiden, ein einfaches und schlichtes Obdach, ihn zu schützen, so folgt daraus, dass nur ein kleiner und bescheidener Aufwand von Mühe hiezu nötig ist, wie es denn auch in alten Zeiten Sitte war. Comenius, Labyrinth der Welt

Da öss Geld wie önn e Hoff.

Dä pack immer de Mûl (Maul) ze voll.
Bedburg

Dä pass op, wat gespillt wird.
Brandenburg

Dä Pastor prâdig net zweimôl für ê Gääld.
info] Wenn man veranlasst wird, das zu wiederholen, was man eben gesagt hat.

Da Patriotismus und Aufklärung die beiden Pole sind, um welche sich alle Sittenkultur der Menschheit bewegt, so werden auch Athen und Sparta immer die beiden großen Gedächtnisplätze bleiben, auf welchen sich die Staatskunst der Menschen über diese Zwecke zuerst Jugendlich froh geübt hat. Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Da Peterstag (22.2.) brent ön Ker'n d' Wurzn a.
Oberösterreich

Da pfeift der Hund hinein.

Da quillt mir der Bissen im Halse.

Da rast der See und will sein Opfer haben.
Schiller, Wilhelm Tell, I, 1 (Ruodi)

Da raucht's, als wie wenn der Kleinhäusler bacht.
Wien

Da red' (er redet) möt em Pferd französisch.
Tilsit
info] Wenn sich jemand vergeblich bemüht, einem etwas klar zu machen.

Da regiert der abnehmende Mond.
info] Von Dienern, Beamten u.s.w., welche die Güter ihrer Herrschaft schmälern.

Da reib' ich mich nimmer hin, sagte der Teufel, als er ein Crucifix am Wege sah.
z] Feret er durch die Dornhecken vom wege, vber stock und stauden, vber wurpus und rannen.

Da reisadi Kreutzer is bösser als da fliagadi Gulden.
Wienerwald

Da reiten sie hin! wer hemmt den Lauf?
Wer reitet denn? 'Stolz und Unwissenheit.'
Laß sie reiten! da ist gute Zeit,
Schimpf und Schade sitzen hinten auf.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien I

Da rennt ênem dat Wasser öm Mûl tosammen.
info] So verlockend duftet die Speise.

Da rük (riech) an, sä' Hans, da slaug hei Jürgen up de Näse. Hildesheim

Da rük an, sä' Hans, da slaug hei Jürgen up Näse.
Hildesheim

Da rüm kackert mi uk so.
Pommern
info] Prahlereien oder Drohungen gegenüber ganz wie das studentische: Darum stinkt's auch so!

Da Russland seiner inneren Wesensart nach der europäischen Welt fremd ist, da es zudem allzu stark und mächtig ist, um den Platz eines der Mitglieder der europäischen Familie einzunehmen, um eine von den europäischen Großmächten zu sein, vermag es nicht anders eine seiner und des Slawentums würdige Stellung in der Geschichte einzunehmen, als indem es zum Haupte eines besonderen, selbständigen politischen Staatssystems wird und Europa in seiner ganzen Gemeinschaft und Ganzheit zum Gegengewicht dient.
M. J. Danilewskij, Russland und Europa (1867)

Da 's blot so'n Mûl brüen.
info] Von ungenügender Kost. Der Mund wird angeführt, er meint, er bekäme was und es ist doch nichts Ordentliches. Brüen, auch brüden = aufziehen, necken, vexieren.

Da 's lange wachten, man quad fasten.

Da 's 'n Muskant, säd' de Jung, bloß up'n Sägenstütz (Sausteiss).
Hamburg

Da S. Rochus kam, ward S. Anthonies vergessen.

Dä saddelt fröh un reck spät.

Da sagt die Bohn [Tante der Schreiberin]: Ich begreife nicht, wie es kommt, dass die Menschen doch auch mit niemand zufrieden sind! Da steht er [Goethe] still und sagt: Ja, wisst ihr Kinderchen, woher das kommt? weil sie mit sich zu sehr zufrieden sind.
Goethe (1749-1832), Johanna Frommann, April/Mai 1817

Da sah der liebe Gott zum Fenster heraus und sprach: Ihr Herren, es wird nichts draus.
Schweiz (Mögen die Leute ratschlagen, die Oberherrschaft ist Gottes)

Da sall en Schelm de Wârheit vun seggen; nu snack du.
Holstein
info] Scherzrede. Ein Schelm soll die Wahrheit davon sagen, was meinst du?

Da san Luca el ton va in zuca.
info] Am Sanct-Lukas geht der Donner in die Kürbisse.
Venetien

Da saß die Katze im Nest.
info] Dort saß es, das war der Grund.

Da säßen wir; wenn wir was hätten, so äßen wir.

Da Saul sicher war, verlor er Spieß und Wasserbecher.

Da schaut der Fleischhacker dem Schneider zum Fenster heraus.
Stockerau
info] Der bloße Leib durch das zerrissene Kleid.
ndt] Fleschers (Fleischers) Dochter kickt ût Strumpweber sin Finster. Altmark
info] Irgendein Kleidungsstück ist derart schadhaft, dass man die bloße Haut sehen kann.

Da schaut die Not überall heraus.

Da schaut etwas (oder nichts) heraus.
Steiermark
info] Dabei ist etwas (nichts) zu gewinnen.

Da scheißt der Hund drein.
Rottenburg
info] Die Sache misslingt.

Da scheißt der Hund mehr als die Nachtigall.
Nürtingen

Da scheißt der Hund Provenceröl.
Nürtingen
info] Wenn ein Plan vereitelt ist.

Da scheißt ja ein Pferd mehr als zehn Wachteln.
info] Ausdruck des Unwillens.

Da scheißt mir wieder der Hund in die Grütze, und die andern kriegen ihn mit Butter gemacht.
Breslau
info] Klage eines Pechvogels.

Da schied ein hoher Geist!
en] There's a great spirit gone!
Shakespeare (1564-1616), Antonius und Cleopatra I,2

Da schiss der Hund ins Feuerzeug.

Da schlag Glück zu, wie zu denen von Kappel Kuh.
info] Friedrich, der letzte Graf von Toggenburg, hatte einen Maler, der von einem kappeler Mönche im Scherz gefragt wurde, ob er auch eine Kuh malen könne. Um seine Kunst zu zeigen, malte er sie, jedoch mit Anspielungen, die ein Böswilliger, der dabei war, als eine von dem Convent absichtlich angestellte Verspottung der Schweizer verbreitete. Diese zogen nun, noch ganz besonders durch den Krieg um das toggenburgische Erbe dazu veranlasst, nach Kappel und verwüsteten das Kloster so, dass es jahrelang verödet dalag. Das Volk aber spottete desselben, indem es sang, denen von Kappel habe ihre Kuh viel Glück gebracht.

Da schlag Gott den Teufel tot.
info] Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung, des Unwillens.

Da schlag mal einen Knoten hinein, sagte die Braut, und furzte dem Teufel vor die Nase.

Da schlag mal einen Knoten rein, sagte die Braut und furzte dem Teufel vor die Nase.
ndt] Ta, ta slâ mal 'n Knutten in, säd' de Brût, un furzte dem Deuwel vör de Näse. Lüneburg

Da schlag Venus zu, so darff Vulkanus eines Knechts weniger.

Da schlage dieser und jener zu.
v] Einen afschmären, bösten, bumhasen, bumpsen, dachtein, dolwen, dreschakeln, dreschen, fegen, fitjen, fitzen, füstjen, fuchteln, gallern, gießeln, garben, hallaschen, hamern, herumhalen, klappen, knüppeln, kloppen, knipsen, kîlen, köllern, kranzheistern, korranzen, knirfitjen, karwatschen, kurwachteln, klabastern, kaleschen, kasterviolen, knuffen, karnüflen, knüfeln, laschen, lusen, leddern, pauken, pîtschen, prügeln, pisacken, pulen, schlaen, schmieten, schmären, schrallen, schrammen, striegeln, tageln, tackeln, taudecken, taurichten, tulen, versohlen, verfuestkîlen, walken, wamsen, weifen, wicksen, wullen, wörteln. Einen abdecken, afdrögen (abtreugen), abtrecken, balgen, ab-, aus-, durch-, zerbalgen, banschen, bantschen, banggen (banken), basken, batten, battern (nicht vom französischen battre, sondern Wiederholungsform von batten), bauschen, (pauschen), begrüßlusen, begrüßvogeln, bekrampen, bekreuselen, bengeln, ab-, durch-, zerbengeln, blädern, (blätern), bläuen, ab-, aus-, durch-, zerbläuen, boken, bokeln, bokern, boksen (baksen), bokseln, bösten, breichen (bereichen), breien, bülsen (bilsen, pülschen), bumfasen, bunkfasen, bumbsen, buren, ab-, durchburen, bürsten, büßen, büstern, dâksen, ab-, aus-, durch-, zerdâksen, abdachteln, deffeln (daffeln, töffeln), ab-, ausdurchdäffeln, dätschen, ab-, verdätschen (Schweiz), deffen (töwwen), ab-, durchdeffen, dengeln, ab-, durchdengeln, dölfen (dölwen), dolsken, dreschen (dasken, döschen), ab-, aus-, zerdreschen, dre-, dra-, drischoken, ter-, tre-, trischoken, dre-, trischokeln, drillen (trillen, jener Köhler, der nachher den Namen Triller erhielt, sagte, er habe mit seinem Baum den Prinzenräuber Kunz von Kaufungen bass gedrillert), duffen (tuffen), ab-, durch-, zerduffen, dülpen (tülpen), ab-, u.s.w. dülpen, duseln, duschen, fausen, fauseln (fäuseln), fausteln, ab-, durchfausten, fäusteln, ab-, durchfäusteln, fauzen, fegen, ab-, durchfegen, fristern, fickeln, fisacken, fideln, fitjen, fitzen, ausfitzen, fitzeln, flerren, erflerren, fletzen, fledern, flegen, fuchteln, ab-, aus-, durch-, zerfuchteln, fummeln, funksen (funxen), gallern, begallern, gängeln, durchgängeln, geigen, geisseln (gnasseln), aus-, durch-, zergeisseln, gerben, ab-, aus-, durch-, zergerben, gielen, grubben, grubsen, grüsen (gröten), begrüsen, gürten (mit dem Gurte schlagen), ab-, aus-, durch-, zergürten, guseln, habern, durchhabern, hacken, zerhacken, hallaschen, hämmern, hauen, ab-, aus-, durch-, zerhauen, holstern, hutschen, kalaschen, ab-, aus-, durch-, zerkalaschen, kantschuen, ab-, aus-, durchkantschuen, kappen, abkappen, karbatschen, durch-, zerkarbatschen, karniffeln, karnuffeln, ab-, durch-, zerkarnuffeln, kasterviolen, keulen, ab-, aus-, durch-, zerkeulen, klabastern, ab-, u.s.w. klabastern, klappsen, klatschen, ausklatschen, klopfen, ab-, aus-, durch-, zerklopfen, knepen, knippen, knipsen, knirrsicken (knirrsitjen), knochen, knöcheln, knoffen, knuffen (knüffeln), knuffeln (knüffeln), knüppeln, knitteln, ab-, aus-, durch-, zerknüppeln, knuschen, kunûtschen, kranzeln, kranzheistern, kuffen, kuranzen (koranzen), ab-, durch-, zerkoranzen, kurwachteln, laschen, lausen, ledern, ab-, aus-, durch-, zerledern, mampsen, maulschellen, mosen, mopsen, mopseln, nähen, ab-, durchnähen, niffeln, nöcksen, ab-, durchnöcksen, noppen, nubben, nussen, nüßeln, abnüßeln, ohrfeigen, abohrfeigen, ohrbaksen, panzerfegen, patschen, aus-, durch-, zerpatschen, pauken, ab-, aus-, durch-, zerpauken, peitschen, ab-, aus-, durch-, zerpeitschen, pelzen, ab-, aus-, durch-, zerpelzen, peusen, pisacken, plätzen, plätzern, planzen, preschen, pritschen, prügeln, ab-, aus-, durch-, zerprügeln, puffen, püffen, püffeln, pussen (?), rangeln (rängeln, rengeln), ab-, aus-, durchrengeln, rebuffen, rögen, rolfinken, rüllen, rupfen, rütteln, schlagen, zerschlagen, schmeißen, schmieren, ab-, durch-, zerschmieren, schmitzen, schrallen, schwappen, stäupen, schütteln, stöbern, streicheln, stuppsen, tageln, (takeln) ab-, durchtageln, tampen, tamsen (tämsen), ab-, durchtamsen, tänzeln (?), tschöppen, tschiggen (tschiken), tuschen, übergehen (Ton auf geh), wachteln, ab-, durchwachteln, wackeln, ab-, aus-, durchwackeln, walken (walchen), ab-, aus-, durch-, zerwalken, wamsen, ab-, aus-, durch-, zerwammsen, watschen, abwatschen, weifen, wichsen (wixen), ab-, aus-, durch-, zerwichsen, wöllen (wullen), wurzeln (niederdeutsch wörteln), durchwurzeln, zerfleischen, zudecken, zwicken, zwiebeln. - Wie oben gezeigt, verbindet man diese Wörter sämmtlich mit dem Accusativ. Man gebraucht aber viele derselben auch noch in Verbindung mit vielen andern Wörtern, um eine Art und Weise, einen höhern Grad des Schlagens näher zu bezeichnen. (S.  Wams). Will man ein gegenseitiges Schlagen (Schlägerei) unter mehreren Personen ausdrücken, so gebraucht man die meisten der obigen Ausdrücke in rückbezüglicher Form, und sagt: Sich balgen, boxen, kampeln, prügeln u.s.w., wozu auch die Ausdrücke: Sich raufen, zausen, huschen, zupfen u.s.w. gehören. In weiterer Bedeutung kann man hierher auch die Wörter ziehen, welche man von denen gebraucht, die Schläge bekommen, als: etwas ab-, wegkriegen.
sinnverwandt] einem anbaüten (hochdeutsch einheizen), bocken, buaken (hochdeutsch pochen), bunken (von Bunge = Trommel), dâwern, deär'sken (dreschen), taudecken (zudecken), dölwen (hochdeutsch fäusteln), dubben, duldàiwen (einem durch Ohrfeigen, Schläge auf den Kopf u.s.w. die Besinnung rauben) vom holländischen dooven = täuben féägen (fegen), féämen oder fädemen, féusen (mit Faustschlägen behandeln), fikeln und fickeln (schlagen mit einer Ruthe oder mit sehr biegsamen Stecken), fillen (durch Schlagen mishandeln, vom Fell), fläbben (Maulschellen geben, von Fläbbe = Maul), flappen (= klappen), düärèin, fucken (schlagen, stoßen, s.  Fuchswild), gàisen (einen so mishandeln, dass er die Besinnung verliert, s.  Gänsehimmel), hänsen, (s.  hänseln) haugen (hochdeutsch hauen), hèämstern (eigentlich bearbeiten, hier mit Schlägen, von Hamster), kargitseln (mit einer Geissel oder Ruthe schlagen, von kara- gisil, Bussgeissel?), karwatschen (peitschen, vgl. I276, 22), sik kathaltern (kratzen, raufen, schlagen), kilen (keilen), klappen, klappen, kloppen (hochdeutsch klopfen), knällen (mit einem Stocke schlagen, von knallen), knuffen, knüffeln (mit Faustschlägen bearbeiten), knückeln (hochdeutsch knöcheln, Schläge mit den Faustknöcheln oder auf die Knöchel geben), kramantseln (prügeln), kwâsen (mit einem Reise schlagen), möppeln (eig. von Schlägen auf den Mund), nuffen (=knuffen), pälen (schwere, schallende Hiebe austheilen), poaläsen (pfahlarschen. Der zu spät aufgestandenen Magd wird, nachdem sie auf ein Bausch Stroh geworfen worden ist, die Handhabe eines Dreschflegels ans Gesäss gehalten und darauf mit andern Flegelstielen unter Hersagung eines alten Reims die Züchtigung vorgenommen), peitsken (peitschen), pisaken (prügeln), quälen, plagen, puffen, puckern, pülwen, ràistern (eigentlich auf dem Roste braten, hier mürbe schlagen), rängeln (Rängel = Prängel, dicker Stock, Prügel), durengeln oder düärrängeln (durchwalken, nicht von Düringen oder Thüringen), taurichten (zurichten), taurüstern (rüstern = reinigen, säubern), afsäuken (absuchen), sloan (schlagen), sméären (schmieren), smêiten (den Feind werfen), snacken (schallende Peitschenschläge), durgstriken (durchstreichen), strîegen (streichen mit der Ruthe), stripsen (Schläge mit der Rute geben), swâden (stark prügeln), wackeln (durchwackeln), walken, windwackeln (windelweich schlagen), wämsen (das Wams ausklopfen), wiksen. Grafschaft Mark
sinnverwandt] Baitsch'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen, aber auch für schlagen überhaupt), bälz'n (in der Richtung hinaufschlagen), boasch'n (mit der flachen Hand, meist auf den Hintern schlagen, dass es klatscht), begg'n (schnell einen kleinen Schlag geben), bfeffen (pfeffern, hauen), bfloassen (pflastern, abhauen), bîene (birnen, mit den Knöcheln der Faust auf den Kopf schlagen, als ob Birnen darauf fielen), biff'ln (büffeln, mit der Faust schlagen), blai'n (bläuen), bléd'n (plettern, so schlagen, dass es kein Geräusch macht, als wenn der Hahn oder die Gans mit den Flügeln schlägt), bleschen (so schlagen, dass es schallt), bôss'n (poßen, mit einem Stocke schlagen), bragge (bracken, mit der flachen Hand auf den Mund oder den Hintern schlagen), brig'ln (prügeln, eigentlich mit einem Prügel, dann schlagen überhaupt), buffe (buffen, mit der Faust stoßen), buksen (mit der Hand schlagen), bume (pumen, mit der Faust wiederholt auf den Rücken schlagen, dass es einen dumpfen Laut gibt), doacht'ln (dachteln, auf den Kopf, aufs Dach schlagen), dascheln (täscheln, sich zarte, freundliche Schläge auf die Wange geben), dêdschen, (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dibb'ln (auf den Kopf stoßen), dobb'ln, dólne' (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dresch'n (wiederholt und derb schlagen), drischäggen, faunzen (Schläge ins Gesicht, besonders auf den Mund geben), figge (ficken, ein wenig mit der Ruthe streichen), fisolen, flacheln (mit irgendetwas Breitem und Dünnem schlagen), floaschnen (mit der breiten Hand Schläge auf die Wange oder über die Ohren geben), fliggen (ein wenig, und zwar auf den Hintern schlagen), fotzne (fotzen, mit der Hand Schläge auf den Mund geben, der hier im verächtlichen Sinne Fotze genannt wird), gaeseln (geisseln, mit der Peitsche schlagen), glópfe (klopfen, namentlich auf die Finger schlagen), hauen, kanifeln (karnüffeln, hart behandeln, quälen), karwâtschen, kîen (kehren, auskehren), koramisiren (ad coram nehmen, einschließlich der Abstrafung), kueranzen (hart behandeln), maltratien (malträtiren = stoßen, schlagen, mishandeln), messen, müllen, nuss'n (stoßen, besonders mit der Faust), ohfaign ge (ohrfeigen, Schläge ins Gesicht und über die Ohren), salben, sâweln (mit einem Säbel schlagen), schmalzen, schmien (schmieren), schnoalz'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen), sdraeffé (streifen, mit einem länglichen Instrumente schlagen), streichen, striegeln, stricksen (Schläge mit einem Stricke geben), sohlen, wacheln (schlagen, dass es Wind macht), watschen, waegge (weichen = durchweichen, durchprügeln), wässern, wichsen, wuschen (mit der Ruthe streichen) herabziehen, zudecken, zurichten, zwifeln (zwiebeln, schlagen mit dem Nebenbegriff des Quälens, Peinigens). Niederösterreich

Da schlêt de Ogen up as de Gös, wenn dat wäret (wittert).
info] Wer halb dumm und halb verlegen auf etwas blickt.

Da schmeckt's nit nach Kicheli.
Franken
info] Riecht es.

Dä schmirt im Brei öm de Mul.
v] Hä wel alles mem Hohnerklöche krige. Köln
var ]Mer môss dat esu mem Hônderklögche krigge. Köln

Dä schmückt de Brotis.
Luzern
info] Mundartlich für: riechen.

Da schoss der Blinde eine Krähe.
altfries] De ar skuat de Blinj en kraek.

Dä schrabb net om Boddem.
Bedburg
info] Bei dem hat's keine Not, er ist wohlhabend.

Da schreibet weder Lucas noch Syrach etwas (viel) davon.
info] Wortspiel mit Lugas und Lukas.
ho] Lukas schrijft daar nit van.

Dä schriew met dubbelde Kreck (Kreide).
Bedburg

Da schwankt der Schwanz ohne Kopf, wo das Weib sich die Herrschaft nimmt.

Da schwebt hervor Musik mit Engelschwingen,
Verflicht zu Millionen Tön' um Töne,
Des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,
Zu überfüllen ihn mit ewger Schöne:
Das Auge netzt sich, fühlt im höhern Sehnen
Den Götterwert der Töne wie der Tränen.
Goethe (1749-1832), Trilogie der Leidenschaften. Aussöhnung

Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.

Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Roßdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.

Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Roßdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.
var] Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
var] Nos poma natamus, sprach der Rossbolle und schwamm mit andern Äpfeln den Bach ab.
var] Wir Äpfel kommen von Strasburg, sagte der Rossdreck, als er auf dem Rhein dahergeschwommen kam.
ho] Wij appelen zwemmen, zei de paarden keutel.
la] Etiam corchorus inter olera.

Da schwimmen wir Appel, seggt dei Rossappel, un schwemmt mit 'n Gravensteiner dei Bäck lang.
Mecklenburg

Da schwimmen wir öpffel daher, sagt jhener rosstreck, schwamm er mit andern öpffeln den bach ab.

Da seh ich dich, du Krone aller Frauen, in weiblich reizender Geschäftigkeit,
In meinem Haus den Himmel mir erbauen
Und, wie der Frühling seine Blumen streut,
Mit schöner Anmut mir das Leben schmücken
Und alles rings beleben und beglücken.
Schiller, Wilhelm Tell, II, 2 (Rudenz)

Da sehen Sie, wie Menschen mit ihren Menschenbrüdern umgehen.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten

Da seht ihr doch, dass ein Ochs darin Platz hat, sagte der Schulz zu den Gemeinderäten welche behaupteten, die Viehtränke sei zu eng, und tauchte seinen Kopf hinein.

Da sei die Tür vor mit der hölzernen Klinke.
info] Das Tue nicht o. das Tue ich nicht.
ndt] Dar si de Dör vör un dat hêle Hûs.

Da sei Gott vor!
la] Ne di sirent. Plautus

Da setzt es was.
info] Da gibt es Schelte, Verweise, Schläge.

Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf weiß, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is.

Da sich das geschwisterliche Gefühl besonders von oben nach unten äußert, nämlich in der Fürsorge der Größeren für die Kleineren, bildet es ganz natürlich den Kern für eine spätere soziale Einstellung.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Da sich die Dinge des Herzens nicht erklären lassen, sind die empfindsamen Menschen in den philosophischen Diskussionen immer unterlegen.
Sully Prudhomme, Gedanken

Da sich gar manches unserer Erfahrungen nicht rund aussprechen und direkt mitteilen lässt, so habe ich seit langem das Mittel gewählt, durch einander gegenüber gestellte und sich gleichsam ineinander abspiegelnde Gebilde den geheimeren Sinn dem Aufmerkenden zu offenbaren.
Goethe (1749-1832), An K. J. Iken, 27.9.1827

Da sich Greise dem Kindesalter nähern, so ist ein Jüngling gegen ein solches Kind ein gesetzter Mann.
Jean Paul, Gedanken

Da sie [Madame de Staël] keinen Begriff hatte von dem, was Pflicht heißt, und zu welcher stillen gefaßten Lage sich derjenige, der sie übernimmt, entschließen muss, so sollte immerfort eingegriffen, augenblicklich gewirkt, sowie in der Gesellschaft immer gesprochen und verhandelt werden.
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1804

Da sie die Meerkatze melken wollten, sperrte sie sich unbändig. Da sprachen sie: Die Milch bei solcher ist (gewiss) schlechter Art.
Ägypten

Da Sie es übrigens halten wie ich: den Tag zu sichern und zu schmücken wie möglich und dem Dulden sogleich eine Tätigkeit entgegenzusetzen..
Goethe (1749-1832), An Marianne v. Willemer, 10.2.1832

Da sie selber nicht einsahen, was ihnen frommte, so nahmen sie sich einen Blinden zum Führer. Cicero (103-43 v. Chr.), Tusculanae

Da sie spann, hatte sie an.

Da Sie übrigens meinen Divan so gut kennen, so wissen Sie, dass ich selber gesagt habe: 'Wenn man Wein getrunken hat, weiß man das Rechte', und dass ich Ihnen also vollkommen beistimme. Es liegen im Wein allerdings produktiv machende Kräfte sehr bedeutender Art, aber es kommt dabei alles auf Zustände und Zeit und Stunde an, und was dem einen nützet, schadet dem anderen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 11.3.1828

Da sieh mir nur die schönen Knaben!
Es ist wahrhaftig eine Schmach:
Gesellschaft könnten als die allerbeste haben,
Und laufen diesen Mägden nach.
Goethe (1749-1832), Faust, I, 2 (Bürgermädchen)

Da siehst du nun, wie's eineng geht,
Weil sich der Beste von selbst versteht.
Goethe (1749-1832), Sprichwörtlich

Da sieht der Kommunismus viel weiter, der richtig lehrt, dass noch niemals eine herrschende Klasse ihre Privilegien freiwillig abgegeben habe - nicht einmal die Kirche hat das getan. Tucholsky, Brief an eine Katholikin

Da sieht man die Katzenpfote.
info] Glatte Falschheit.

Da sieht man wieder, dass niemals Frauen über eine Frau urteilen können, das ist uns nun einmal vorbehalten..
Goethe (1749-1832), Lili Parthey, 23.7.1823

Da sieht man, wie die Menschen sind:
Nur Leidenschaft und kein Gewissen!
Goethe (1749-1832), Inschriften, Denk- und Sendeblätter 24 - An Gräfin Jaraczewska

Da sieht's aus wie bei der Zerstörung Jerusalems.

Da sieht's aus wie bei's Bettelmanns Umkehr.
Rottenburg
info] Bei seinem Umzuge, Wohnungswechsel, viel wertloses Zeug durcheinander.

Da sieht's aus wie in einem Hundestalle.
Nürnberg

Da sieht's aus wie nach der Zerstörung von Magdeburg.
info] Die Böhmen sagen: wie bei Jankov, wo die Österreicher unter Götz am 6. März 1645 von den Schweden geschlagen wurden.
bm] Porídís tam, vyberes tomu, co Kec u Jankova.
bm] Vyhlízí tam jako u Jankova (pusto).

Da siehts kahl und schal aus.

Da sieht's spanisch aus.

Dä sin Pääd (Pferd) verkaufe welt, dä hänk im en Deck öm.

Da sind die Schafe rüber gegangen.
info] Wird gesagt, wenn der dicke Reis, der beim Kindtaufs- und Hochzeitsschmause aufgetragen wird, mit Rosinen und Korinthen bestreut ist.

Da sind finniger Speck und stinkende Butter zusammenkommen.
info] Eins so schlecht wie das andere.

Da sind keine Beeren mehr zu lesen.
fr] Il n'y a plus rien à grapiller.

Da sind keine Feigen zu lesen.

Da sind Mühe und Kosten verloren.
nl] Het is onkosten en moeite verloren.
la] Operam et sumtum perdere. Plautus

Da sind neun Mücken so gut als ein Feldhuhn.
z] Das klein geflügel wird um S. Veitstag so heunisch werden, dass es frey mit dem gröbsten Bawren die Milch wird aus der schüßel essen; alsdann werden neun Mucken so gut als ein Feldhun sein.

Da sind nur vier Winkel und der fünfte ist der Ofen.
pl] Tam są tylko cztloy kąty i piec piąty.

Da sind Rüben und Sack verloren.
mhd] Da sint rüeben und sac verlorn.
mhd] Swâ wesent tumbe liute, dâ sînt rüeben und sac verlorn.

Da sind wir Hofleute, sagte der Teufel, da ritt er auf einer Sau.

Da singt fart (immer) es alde Lie.
Ungarn

Da sitt en Hâfk upt Hek.
hdt] Da sitzt ein Habicht auf dem Tor. (Man nehme sich in Acht, da ist ein Aufpasser)

Da sitt he vör fîf Mark vêr Schilling.
Holstein
info] Da sitzt er wie auf dem Staupbesen, wie ein armer Sünder. Von einem, der sehr niedergeschlagen und betäubt ist. Ein Stubessen (Staupbesen) nennt man in Hamburg den Betrag von 5 Mark 4 Schillinge, welche der Stäuper für eine Auspeitschung erhielt.

Dä sitz om Päed un sök et Päed.
Bedburg
fr] Prendre quelqu'un sur le fait. Trouver quelqu'un en défaut.
pl] Na klaczy jedzie, a szuka klaczy.

Dä sitz, wie en Lûs zwesche zwei Stäbe.
Bedburg

Da sitzt auch einer, der in der Fremde gewesen ist. Niederlausitz

Da sitzt der Hase im Kraut.
z] Ich wollte wohl wissen, wo der Has im Kraut sitzet, wenn ich reden dürfte.

Da sitzt der Kauz.
z] Da sitzt der Kautz zu Rom mit seinem Gaukelsack und locket alle Welt zu sich. Luther

Da sitzt der Knoten.

Da sitzt die schwarze Katze drauf.
Schwechat bei Wien
info] Um zu sagen, in diesem Fasse, Gefäße u.s.w. ist das beste Getränk. So ruft man der Kellnerin nach, um ihr das Fass mit dem guten Bier anzudeuten. Um den besten Wein zu bezeichnen, sagt man in Schwaben: Do isch d' Katz druff g'sesse.

Da sitzt ein Habicht auf der Hecke.
info] Nehmt euch in Acht, es ist ein Aufpasser u.s.w. da.

Da sitzt sie auf dem Mist, nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt sie auf dem Mist: Nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt sie auf dem Mist:
Nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt St. Peter auf dem Tach und wirft Birnen herab und St. Klaus faul Äpfel wieder hinauf.
info] Um einen glücklichen Zustand zu bezeichnen.

Da sitzt's und hat ein Hütle auf.
Meiningen
info] Man hat das Geld nicht immer so da, um zu kaufen und zu geben; es fällt nicht aus dem Ärmel.

Da sleit em kên Ader na.
info] Dazu ist er nicht geneigt.

Da smitt sikk en Aal up.
Holstein
info] Sagt man von vorlauten Personen, die sich in Gesellschaften durch Reden und Handlungen auszeichnen wollen.

Da so wenig Menschen da waren, schlossen wir Brüderschaft mit den Affen.

Da soll auch der Karren die Ochsen ziehen.
la] Currus bovem ducit (trahit).

Da soll der Adelung drein schlagen.

Da soll der Dieb rechten, wo er stahl.
info] Wo die Tat geschehen, da soll sie gerichtet werden.
dä] Thur sial hoern thi of daema sem stal.

Da soll der Donner in den Bettelsack schlagen.

Da soll der Knüppel Trumpf sein.
nl] De knuppel zal troef zijn.

Da soll der Palmesel nicht hülzen sein, wenn es nicht wahr ist.

Da soll dich doch gleich das Moridel erbeißen!
info] Scherzhafte Drohung.

Da soll doch den Heidelberger Bürgermeister ein Odenwälder Fuchs beißen!
info] Entrüstung, Staunen.
en] The mayor of Altringham, and the mayor of Over, the one is a thatcher, the other a dauber.
en] The mayor of Altringham lies in bed while his breeches are mending.

Da soll doch der Hagel 'nein schlagen!
nl] Daar slaat de hagel door.
ho] Daar zal nog hagel op volgen.

Da soll doch der Teufel den Teufel holen.
nl] Nu sal die duvel den duvel schenden.
la] Neptuno Sathanas nunc vult imponere culpas.

Da soll doch ein Blitz 'nein schlagen.
nl] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll doch ein Teufel den andern holen.
bm] Vezmi čert d'abla, obou nám netřeba. 21.)

Da soll doch Jupiter mit seinen Blitzen dreinschlagen.
nl] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll ein ander Mäuslein pfeifen.
nl] Daar zal een ander muisje piepen.

Da soll eine Bombe dreinschlagen.
ndt] Duo schlag scho a Bome drei! Ulm
ho] Daar slaat eene bom door.
ho] Daar zal eene bom springen.
ho] Daar slaat er eene bom in.

Da soll einer auf seine alten Tage noch sterben, sagte (klagte) Klaus.
nl] Lieve Huibert-oom, must gij op uwen ouden dag nog sterven.

Da soll ihn doch der - Adelung holen.
info] Unwille über grobe Sprachfehler.
ho] Hij zal de grammatica krijgen.

Da soll ma ja gleich n' Ofen einschlagn.
Oberösterreich

Da soll man wohl ins Schwitzen kommen, sagte das Mädchen, da bekam sie zwei Kinder aufeinmal.

Da soll mich der Kuckuck holen.
ndt] So schall mi de Kuckuck halen.
info] Kuckuck gehört zu den Wörtern, die wie Donner, Geier u.s.w. als Glimpfformen gebraucht werden, um einen Gegenstand zu bezeichnen, den man geradezu wie Gott, Jesus, Teufel u.s.w. nicht nennen will, wenn man sich in Ausrufen, Verwunderungen, Beteuerungen und Verwünschungen äußert. Unter Kuckuck wird der Teufel gemeint.
z] Sowol im alten Volksglauben, als auch im Volksliede spielt der Kuckuck, Gutzgauch, Gauch, namentlich als wahrsagender Vogel, Zeitvogel und Frühlingsbote eine bedeutende Rolle. Erst später wurde er ein teuflisches Thier, eine Teufelsmaske oder der Teufel selbst. So spukt er in den Redensarten: Das weiß der Kuckuck. Man möchte des Kuckucks werden. Den hat der Kuckuck hergebracht (geholt). Der Kuckuck und sein Küster. Grimm
info] Für die letztere Redensart hat man auch die gleichbedeutenden: Der Teufel und sein Anhang, der Teufel und seine Großmutter. Im Elsass kommen folgende Redeformen vor, in denen der Kuckuck verkleidend auftritt: Potz Güpel! Potz Güpels! Bîm Güpel! I wollt, de wärsch bîm Güpel! Zuem Güpel! Geh zum Güpel! Schick' ne zum Güpel! Hol di d'r Gupel! Zuen Gugger! Bîn Gugger! Zuem Gugguk! Bîm Guggick! Dass dich der Gugguck hol'.

Da soll mich doch der Popelmann holen!
info] Beteuerungsformel, wobei zu ergänzen: wann das geschieht.

Da soll mich gleich der Bulle löken (stoßen).

Da soll nun Stern zum Sterne deutend winken,
Ob dieses oder jenes wohlgetan,
Dem Irrtum leuchten zur verworrnen Bahn
Gestirne falsch, die noch so herrlich blinken.
Goethe (1749-1832), Festzug 18.12.1818 (Wallenstein)

Da sollen wir bald diese bald jene Unart ablegen, und doch sind die Unarten meist eben so viele Organe, die dem Menschen durch das Leben helfen.
Goethe (1749-1832), Briefe aus der Schweiz 1. Abt.

Da sollt ihr den Kuckuck kriegen.
nl] Dat moit je de koekoek.

Da sollte ja der Teufel in einen Tornister kriechen.

Da sollte man ja gleich in den Rauchfang steigen.
Oberösterreich
info] Ausruf, wenn irgendetwas Unerwartetes geschieht, ein seltener Besuch kommt.

Da sollten (o. müssten) mich doch die Gänse beißen!
dk] Den dag jeg giør det, da gid giæs bide mig, - gid min hat falde i rendesteenen.

Da sölt de Afkaaten nix vun hebben.
Holstein
info] Das wollen wir unter uns ohne Prozess und Streit abmachen.

Da speiet i, was ich in der faschen (Kinderbinde) 'gessen håb.
Wien
info] Um großen Ekel auszudrücken.

Da spielen die Teufel auf dem Dach.
z] Wo unflätige Reden geführt werden, da spielen die Teufel auf dem Tach.

Da sprach der biedre Auerhahn: na Leut', jetzt lasst mich auch mal 'ran.

Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.
1. Mose 2,23
info] Wird zitiert, wenn Eigentum an einer Sache festgestellt oder in Anspruch genommen werden soll.

Da sprang der Hase aus dem Halmbüschel.
altfries] Dear sproong de Haas ut de Halm tott.

Da stand ich nun zwischen Arschloch und Fotze.
Breslau
info] Im Gedränge, in Verlegenheit.

Da steck 'nen Plock hin, denn kannst't wedder finn'n.
Göttingen

Da steckest (stellst) nae deinem eigen Unglück.
la] Movere Camarinam.

Da steckt das Messer.
Franken
info] Hat den Sinn wie: Da liegt der Hund begraben.

Da steckt der Besen raus.

Da steckt der Bock in Dornen.

Da steckt der Karren im Dreck.
z] Nun leit der karn im Drecke alhie.
fr] Être bien avant dans le bourbier.

Da steckt der Kniff.
nl] Daar ligt de kneep.

Da steckt der Knoten (das Hindernis).
fr] C'est là, le hic.

Da steckt der Teufel.
info] Daran stößt es sich eben. Das ist der schwierige Punkt, da liegt eben der Hund begraben.
fr] Cest là le diable.

Da steckt ein Mann drin.
info] Von einem Knaben mit hervorragenden Anlagen.
ho] Daar steekt een man in.

Da steckt eine Falle dahinter.
la] Dolus subest.

Da steckt er, wie die Maus im Pech.

Da steckt etwas dahinter

Da steckt was im Rückhalt.

Da steckt's.
Luther
la] Sagitta perfecta iacta.

Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht (Faust) Vs 338

Da steh ich schon,
Des Chaos vielgeliebter Sohn!
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Am obern Peneios (Mephisto) Vs 8027

Da steh ich, ein entlaubter Stamm; doch immer
Im Marke lebt die schaffende Gewalt,
Die sprossend eine Welt aus sich geboren.
Schiller, Wallensteins Tod, III, 13 (Wallenstein)

Da stehen die Holzschuhe.

Da stehen die Ochsen (o. Affen) am Berge.
info] Von denen, die sich durch ein Hindernis aufgehalten sehen, sich in irgendeiner Sache nicht zu helfen wissen. Nur Ochsen lassen sich bis zum Stehenbleiben verblüffen.
en] To put the cart before the horse.
fr] Voilà l'accroc, la difficulté, le noeud de l'affaire.
it] Mettere il carro innanzi a buoi.
la] Cantherium in fossa. Livius
la] Clivo sudamus in imo. Ovid
la] Hic haeret aqua. Cicero
la] In angustum oppido nunc meae coguntur copiae. Terenz
la] In trivio sum consilii.
la] In trivio sum.

Da stehen die Ochsen am Berge!

Da stehen wir allerdings vor etwas Göttlichem, das mich in ein freudiges Erstaunen setzt. Wäre es wirklich, dass dieses Füttern eines Fremden [der Grasmücke] als etwas allgemein Gesetzliches durch die Natur ginge, so wäre damit manches Rätsel gelöst, und man könnte mit Überzeugung sagen: dass Gott sich der verwaisten jungen Raben erbarme, die ihn anrufen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 8.10.1827

Da steht der Hunger Schildwacht und der Schmacht präsentirt das Gewehr.
Westfalen (Zur Bezeichung großer Armut)

Da steht der Knabe, der sich anmaßte, mit Jupiters Keule zu spielen, und Pygmäen niederwarf, da er Titanen zerschmettern sollte. Schiller, Die Räuber, II, 3 (Karl Moor)

Dä steht do wie 'nen hölze Herrgott.
Bedburg

Da steht ein Strohbüschel (auch: Strohwisch).
info] Warnungszeichen, einen verbotenen Weg zu betreten.

Da steht Lumperei Schildwacht.
Nürtingen

Da steht mir der Verstand still
en] it blows my mind
fr] les bras m'en tombent
it] rimango di stucco

Da steht nichts drüber auf.
Wien
info] Das ist nicht zu übertreffen, auch ironisch.

Dä Stein, dä mer nit heve kann, dä lies (lässt) mer lige.
Köln

Da stinkt der Hund.
Oberösterreich
info] Hier mangelt's, hier fehlt etwas, hier liegt's.

Da stinkt's bei unserm Karl.
info] In diesem Punkte, Wissensfach geht's nicht vorwärts mit ihm.

Da stinkt's wie in der Kleenmeisterei (Scharfrichterei).
Rottenburg
ho] Zij stinken naar de koppelary, als een waal naar look.

Da stoßt em Fass de Boden us.
Schaffhausen
info] Gibt den Ausschlag.

Da straf Gott den bösen Apotheker.
Schaumburg

Da sträuben sich einem die Haare - da stehen einem die Haare zu Berge
en] that makes your hair stand on end - it's enough to curl your hair
fr] c'est à faire dresser les cheveux sur la tête
it] ciò fa rizzare i capelli

Da streiten sich die Leut herum
Oft um den Wert des Glücks,
Der eine heißt den andern dumm,
Am End weiß keiner nix.
Ferd. Raimund, Der Verschwender, Valentins Hobellied

Da sucht der Teufel seine Jungen nicht.
info] Ein sehr verborgener, entlegener Ort.

Da süht us wie de Nuth Goddes.
Bedburg

Da süyst als einn begethenn almisse.
Westfalen
la] Rore pascitur.

Dä 't dhon kann, söä' Jan, dä göäw mi 'n sülwernen Pennik.

Da taugen Schale und Kern nichts.
info] Von einem Menschen, dessen innerer Kern sowohl als die Schale nichts taugt.
jüdisch-deutsch] Dus is a Klâppe n'tume. Warschau (Eine unreine Schale)

Da Teufel hod auf ihm Arbes troschen.
info] Er ist pockenartig.

Da tragen die Hunde ganze Köpfe davon.
info] Da, wo viel aufgeht.

Da treibt's ihn, den köstlichen Preis zu erwerben,
Und stürzt hinunter auf Leben und Sterben.
Schiller, Der Taucher

Da treten die Lippen nun vollends aus Reih und Glied, und das Auge glänzt vor Freude, dass ein Druck mehr ist als Vernunft, Licht, Gesang. Poesie und Philosophie, dass nur durch das Maul das Maulen auf die süßeste Art in sprachlose Freude übergehen kann.
Tieck, Der Hexensabbat

Da trieb die verwegene Armut
Verse zu machen mich an.
Horaz, Epistulae

Da trifft mich der Verschlag mit sammt der Bodenstiege.
Oberösterreich
info] Scherzend für: Da möchte einen der Schlag treffen.

Da tröget sick üm Kaisers Boart.
Iserlohn
info] Trögen, trüögen (sik) = sich zanken. Altsächsisch tregan oder thregian.

Da tua mulher e do amigo esperto, não creias senão o que souberes ao certo.

Da tus cuentas justas, porque la última, asusta.

Da über die Elbe eine Gans flog, kam eine Gans herwider.

Da überläuft die Kuh den Hasen.
la] Velocem tardus assequitat.

Da überzeugen wir uns denn von dem hohen Wert des Grundbesitzes und sind genötigt ihn als das Erste, das Beste anzusehen, was dem Menschen werden könne.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,9

Da Unheil ich erfahren, lerne ich, den Elenden zu Hilfe zu kommen.
Vergil, Aeneis (Dido)

Da uns keine Leidenschaft, sondern Neigung und Zutrauen zusammenführt, so wagen wir weniger als tausend andere.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,4

Da uns von Hubertsburg der Friede jetzt ward angesagt, hab' ich zu bauen angefangen dies Haus unverzagt.

Da unser größtes Vergnügen darin besteht, bewundert zu werden, die Bewunderer aber, selbst wo alle Ursache wäre, sich ungern dazu herbeilassen, so ist der Glücklichste der, welcher, gleichviel wie, es dahin gebracht hat, sich selbst aufrichtig zu bewundern. Nur müssen die andern ihn nicht irre machen.
Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit

Da unser Herr Gott dem Noah erlaubt, fleisch und fisch zu essen, beschert er jhm auch einen guten Dawtrunck dazu.

Da unser Leben fragwürdig und zerbrechlich ist,
setz deine Hoffnung nicht auf den Tod eines anderen.
la] Cum dubia et fragilis nobis sit vita tributa,
in mortem alterius spem tu tibi ponere noli.

Da unten aber ist's fürchterlich,
Und der Mensch versuche die Götter nicht.
info] Aus Schiller's Gedicht: Der Taucher.

Da Unwissenheit bequem ist und keine Mühe kostet, gebricht es ihr nicht an Anhang..
La Bruyère, Vom Urteil

Da Veit'l (15.6.) schlacht'ts Ker'n (Korn) mit'n Scheit'l.
Oberösterreich

Da Verbrûta hütt sich füs Faüa.

Da vergehen mir die Begriffe, sagte Graf Bassewitz.
info] Als in der 23. Sitzung des norddeutschen Reichstages, am 28. März 1870, der Abgeordnete Lasker eine Schilderung des Polizeistaates gegeben hatte, nahm der mecklenburgische Abgeordnete Graf Bassewitz das Wort, um den Polizeistaat, den er eine staatliche Ordnung nannte, in Schutz zu nehmen. Er schloss mit der Versicherung: da (bei einer Anschauung wie sie Lasker entwickelt) vergehen mir die Begriffe.Breslauer Zeitung 1870

Da verklagt man den Teufel bei seiner (Groß-)Mutter.

Da verrosten keine Nägel nicht, wann man sie im Gürtlersack beutelt.

Da verzweifelt der Bettelstab an der Wand.
info] Es geht sehr armselig zu.

Da wächst der Wein, wos Fass ist,
Es regnet gern, wo's naß ist,
Zu Tauben fliegt die Taube,
Zur Mutter paßt die Schraube,
Der Stöpsel sucht die Flaschen,
Die Zehrung Reisetaschen,
Weil alles, was sich rühret,
Am Schluß doch harmonieret.
Goethe (1749-1832), Parabolisch - Hans Liederlich und der Kamerade

Da wächst mir kein Bart von.
info] Den Bart wachsen lassen, war bei den Alten ein Zeichen der Trauer.

Da war der Käse klar.
ndt] Do wêr de Kes klar.
Holstein
info] Damit war die Sache abgemacht.

Da war die Maus gefangen.

Da war ein Weib, das war im Ehebruch begriffen. Die Geschichte ihrer Liebe wird uns nicht berichtet, aber diese Liebe war ohne Zweifel sehr groß, denn Jesus sagte, ihre Sünden seien ihr vergeben, nicht weil sie bereue, sondern weil ihre Liebe so stark und wundervoll wäre.
Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

Da war kein Profaner, kein Eingeweihter zu sehen,
Was man lebendig empfand, ward nicht bei Toten gesucht.
Schiller, Der Genius.

Da war Lachen bei ihm teur.

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
1. Mos. 1, 5

Da ward dem Schatz der Boden aus.
info] So viel als dem Fass.

Da ward sön (= sein), segt de Aphteker on schött (= schüttet, scheißt) ön de Tûd.
var] Hier wird sein, sagt der Apotheker.

Da waren die Augen 'mal wieder größer als der Magen.

Da wart ok mit Wasser gekocht.
info] Es ist anderwärts nicht anders und besser als zu Hause.

Da wäscht dir keen Rejen ab (es hilft dir nichts; das bleibt an dir hängen).
Berlin

Dä wât m'em Monk drop.
Bedburg
hdt] Er wartet mit dem Munde darauf.
info] Ist arm, leidet großen Mangel.

Dä Weg hed der Tüfel g'messe und derbi den Schwanz nid vergesse.
Luzern
info] Von sehr starken Meilen oder Wegstunden.

Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen

Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen.

Da welld met den grusse Hongen (Hund) seken gan, kann avver et Bên net huch genog ophewwen.
Bedburg

Da wenig ist, da träufet wenig ab.

Da werd' ich es Ihnen sagen, sagt Elvenich.
info] Wird in Breslau, besonders, wenn nicht ausschließlich, in Studenten- und Gelehrtenkreisen in Fällen angewandt, wo jemand etwas, wonach er gefragt wird, nicht weiß. Der Prof. Elvenich soll die Gewohnheit gehabt haben, auch die Candidaten, die sich vorzugsweise den Realwissenschaften zugewandt haben, speciell in der Philosophie zu prüfen. So verlangte er einst von einem Candidaten der Naturwissenschaften, derselbe solle ihm den Inhalt des ersten Buchs von Kants Kritik der reinen Vernunft angeben. Dieser erklärte, dass er damit nicht bekannt sei, worauf Prof. Elvenich erwiderte: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.' Er fragte dann in derselben Weise nach dem Inhalt des zweiten Buchs, und da dieselbe Antwort erfolgte, bemerkte der Professor wieder: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.'

Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.
Prophet Jesaja

Da werden Sie Ohren machen! [ASpW]

Da werden Weiber zu Hyänen,
Und treiben mit Entsetzen Scherz.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Da werdet ihr Mütter finden, die recht ängstlich besorgt sind, wie sie für ein liebenswürdiges himmlisches Mädchen den allerabscheulichsten Menschen auffinden wollen, wenn er nur zugleich der reichste ist.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VII,8

Da wert de Plog den Stên wohl finden.
info] Wo Steine sind, da kann der Pflug nicht weiter. Man braucht daher die Redensart um zu sagen: die Sache wird dort ihre Grenze finden. So heißt es in den Stralsunder Aufwandsgesetzen von 1570 in Betreff der Armen: 'Da wert de Ploch den Stên wohl finden', d.i. da wird dem Aufwand schon von selbst seine Grenze werden. Das Sprichwort steht auch in den Spottliedern der stralsunder Priester auf die dortigen lutherischen Prediger vom Jahre 1524. 'Nu kann ick hen tho Wismar fort, dort synt de kerlss so sehr verdorth, in wysheit se verblinden; kumpt her stemmer jo darto, de ploch den Steen wohl vindeth. Jm vastel auende togenn iiii grawe monneke den ploch auer de Stadt jnn allen Stratenn.

Dä wêss de Hök no'n Wedder ze hangen.
Bedburg
info] Für diese elastischen Naturen, die sich nach jedem Winde drehen, in jede Form schmiegen, jeder Ansicht beipflichten, jede Suppe gaumenrecht salzen, zu kriechen wissen, wenn das Gehen unvortheilhaft erscheint u.s.w. Verschiedenen Schreibungen (Hoike, Hök, Hock, Hoken, Höke, Höker, Häuken, Höcke, Heuke, Hoyke, Heike) Bedeutung: einen Mantel. Einen unzuverlässigen veränderlichen Menschen nannte man auch Wendehoiken. Nicht bloß Überwurf oder Mantel, sondern eigentlich Kappen mit hinten herabhängenden mantelartigen Kragen. Wendeheuke = Wetterhahn; ostfriesisch: Rägenklêd.

Dä wêss et mem Hohnderkläuche zu kreggen.
Bedburg
info] Er weiß seinen Zweck auf eine kluge Weise zu erreichen.

Da wett' ich doch einen Zentner Karpfen gegen einen faulen Hering.

Dä Wii ess zo schlääch, öm inn em Essel en et Ohr ze schödde.
Köln

Da will ich die Franzeln von meim beste Rock verliere.
Pennsylvanisch-deutsch
info] Beteuerungsformel und hinzuzufügen: wenn das nicht wahr, nicht so ist.

Da will ich doch Hans heissen!
info] Wenn das wahr ist oder geschieht.

Da will ich doch lieber mit nassem Holze verbrannt werden.
nl] Dan liever met nat hout verbrand worden.

Da will ich Hans Kaspar heißen.
info] Wenn das nicht so ist. Eine bei Bürger vorkommende Beteuerungsformel.

Da will ich lieber Pudel flöhen.

Da will ich Pumpan heißen.
info] Wenn das oder jenes so ist oder geschieht.
z] Wenn die sich vor mir einriegelt, da will ich Pumpan heißen.

Da will ik en Sticken bistêken.
Holstein
info] Das will ich mir merken, etwa wie: Ich will mir einen Knoten ins Taschentuch machen.

Da will kein Stein zischen.
z] Da hat Christus gewehklaget; aber seine Hülffe ist ferne gewest, da hat kein Stein zischen wollen.

Da will'ch glei (o. auf der Stelle) verblinden.
info] Als Beteuerung mit der hinzugedachten Ergänzung: wenn das, was ich gesagt, nicht wahr oder wenn ich das, was man mir schuld gibt, getan habe. Man sagt auch wohl: Do will ich of der Stell verdrinken. In Prag: Da soll euch der Blitz treffen, o. Da soll mich der Teufel in Stücke zerreißen.

Dä Wing (Wein) ess zu schlääg, öm im em Essel an et Ohr ze schödde.

Da wir den vollkommensten Zustand der Gesundheit nur dadurch gewahr werden, dass wir die Teile unseres Ganzen nicht, sondern nur das Ganze empfinden.
Goethe (1749-1832), Zur Zoologie - Betrachtung über Morphologie

Da wir denn aber, wie ich nun immer deutlicher von Polygnot und Homer lerne, die Hölle eigentlich hier oben vorzustellen haben, so mag denn das auch für ein Leben gelten.
Goethe (1749-1832), An Schiller, 13.12.1803

Da wir die Bedingungen der Freiheit so wenig wie die Freiheit selbst mehr erkannten, brachten wir ihr überall dort, wo sie verkündet wurde, unbegrenzte Hoffnung entgegen, und immer erwuchs für uns daraus irgendeine neue Form der Knechtschaft.
Claude-Henri de Saint-Simon, Die Industrie ..

Da wir ein matteres Gedächtnis für Größe und Zahl der Leiden haben als für Freuden, so vergessen wir mit ihnen leicht auch, welche Früchte uns ihre Stechpalmen getragen.
Jean Paul, Aphorismen, Leiden und Freuden

Da wir ja keine geistige Wirkung ohne körperliche Unterlage gewahr werden.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Irrtümer und Wahrheiten

Da wir konden geben, waren wir die besten im Leben, da wir nicht mehr brochten, warn wir, die nichts mehr tochten.

Da wir nicht tun, was wir sollen, tut Gott nicht, was wir wollen.

Da wir nun im Deutschen ein sehr geduldiges Publikum haben, das nichts liest, als was zuvor rezensiert ist..
Goethe (1749-1832), J. D. Falk, 17.4.1808

Da wir tranken unsern Trank, da wir sangen unsern Gesang, da wir trugen unser Gewand, da stand es wohl im deutschen Land.

Da wir tranken unsern Trank,
Da wir sangen unsern Sang,
Da wir trugen unser Gewand,
Da stund es wohl in unserm Land.

Da wir überzeugt sind, dass derjenige, der die intellektuelle Welt beschaut und des wahrhaften Intellekts Schönheit gewahr wird, auch wohl ihren Vater, der über allen Sinn erhaben ist, bemerken könne, so versuchen wir denn, nach Kräften einzusehen und für uns selbst auszudrücken - insofern sich dergleichen deutlich machen lässt -, auf welche Weise wir die Schönheit des Geistes und der Welt anzuschauen vermögen.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 633

Da wir unser ganzes Leben brauchen, um den Sinn des wenigen Wahren und den Irrtum in dem vielen Falschen herauszufinden, so ist es nicht über raschend, dass die am wenigsten Erzogenen am meisten wissen.
Shaw (1856-1950), Wegweiser für die intelligente Frau

Da wir von allem nichts verstehen, reden wir überall mit.

Da wir zusammengekommen, lasst uns trinken, und wenn wir angetrunken, lasst uns tanzen.

Da wird (gut) aufgehauen.
info] Aufwand machen, lustig, übermütig sein, tanzen, springen.

Da wird der Battel-Toantz (Betteltanz) ongiehn.

Da wird der Lenz schön brummen.
info] In Bezug auf große Hitze.

Da wird der liebe Gott seinen Spass mit haben, sagte der Bauer, als er hörte, dass der Hanswurst gestorben sei.

Da wird der Ochs im Backofen kalben.
info] Man wird sehr ins Gedränge kommen.
z] Obgleich es mir so schwer ankommt, wie dem Bock das Lammen; so denke ich eben: wenn es gedrang zugeht, kalbt der Ochse im Backofen.

Da wird der Stadtgraben wachsen.
Breslau
info] Scherz oder Spott, wenn jemand weint; besonders bei Abschiedszenen.

Da wird die Katze bald das beste Vieh sein.
info] Das Hauswesen wird so zurückkommen, dass Mäuse dort hausen werden.
z] Dann soll ich ihm (meinem Mann) nicht reden ein, die katz wär bald das beste Vieh sein.

Da wird dir wohl ein Kummerhorn wachsen.

Dä wird doch am Eng (Ende) et Bad köhle müsse.
Bedburg

Da wird eine Teufelsmesse gelesen.
dk] De læste som i fandens kloster.
dä] Man hørde et fandens bad.

Da wird einem grün und blau vor den Augen.

Da wird er kleine Dreckle scheissen.
Rottenburg
info] Darben, Not leiden.

Da wird es Abend oder gar Nacht.
Nürtingen
info] Nämlich bevor das geschieht, um zu sagen, dass es nicht geschehen werde.

Da wird gar mancher kauf ein wicht, wo der pfennig beiwohnet nicht.
la] Impedit omne forum, defectus denariorum.

Dä wird he net lang mieh Junge hecke.
Bedburg
info] Wird sich an diesem Orte, in dieser Stellung nicht lange halten.

Da wird kein Ei im Nest bleiben.
nl] Daar blijft geen ei in 't nest.

Da wird kein guter Pelz daraus; Haut und Haar taugen nicht.

Da wird kein Heu dürr.
Schwaben
info] Dort, oder unter solchen Umständen gelingt es nicht. Man gibt sich da vergebliche Mühe.

Da wird keine Kuh Blesse geheissen, oder sie hat was Weißes vorm Kopf.

Da wird mein hinterer Zahn nicht nass.
Rottenburg
info] Wenn zu wenig zu trinken ist.

Da wird Narrosis wohl Gevatter werden.
z] Wenn man von der Schrifft will abtreten; so muss Frau Alteosis oder Heterosis, oder die gemeine Figur Narrosis Gevatter werden. Luther

Da wird noch manches Vöglein pfeifen, das jetzt noch kein Ei ist.
info] Zu ergänzen: ehe das geschieht.

Da wird scharf gefastet, wo die Mönche für die Bäuche müssen den Tisch ausschneiden lassen.

Da wird schöne Zeit sein, wenn er mich sehen wird.
info] Ich werd' ihm nie über die Schwelle kommen, er wird mich in seinem Leben nicht wieder sehen.

Da wird sein Heulen und Zähneklappern (o. Zähneknirschen).
Matth., 8, 12
la] Illic erit fletus et stridor dentium.

Da wird sein, sagt der Apotheker.
info] Wenn man etwas Gesuchtes findet oder jemand etwas Verlangtes verabreicht.

Da wird übel regiert, wo Zorn und Neidthardt Richter sind.

Da wird wohl ein gemästet Kalb geschlachtet werden.
info] Große Freude sein.
ho] Dan wordt het gemeste kalf geslagt.

Da wird
Ein weis'rer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich und sprechen.
Lessing, Nathan der Weise, III, 7 (Nathan)

Da wird's gîn (gehen), Mutter hald a Hund, luss de Katze lôfen.
Schlesien

Da wird's Katzenflecke setzen.
info] Wie sie als Spuren von Katzbalgereien, von Kratzen, Beißen u.s.w. zurückbleiben.

Da wird's zum Hölzlziegn.
Oberösterreich
info] Losziehen, wozu zwei Hölzlein dienen.

Da wo alles leer und kahl,
Ist das Suchen eine Qual.
sp] Adono hay, no cumple buscar.

Da wo der Anfang der Welt oder doch der Anfang der Menschen ist, da ist auch der eigentliche Mittelpunkt der Originalität, und kein Weiser hat die Weiblichkeit ergründet.
F. Schlegel, Lucinde

Da wo die Kühe Flügel haben.

Da wo du bist, da wo du bleibst, wirke was du kannst, sei tätig und gefällig, und laß dir die Gegenwart heiter sein.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VII,8

Da wo man mit Worten sparsam umgeht, da sei freigebig damit, wo man aber verschwenderisch damit umgeht, da sei sparsam!
Talmud

Da wo zwei Köche an einem Herd,
Da bin ich nicht gern eingekehrt.
Jüdische Spruchweisheit

Da wolle Gott bei sein.

Da wollt er mich mit leeren Worten abspeisen.
Goethe (1749-1832)

Da wollt' ich Kätzchen sein und hören!

Da wollt' ich mir doch Feuer in den Arsch machen lassen.
info] Wenn das nicht so wäre. Ich wollte darauf wetten, gut dafür sein.
fr] J'en mettrais mon doigt au feu.
fr] J'en mettrois la main au feu.

Da wölt i net d' Hand umkehren.
Rottenburg
info] Es ist kein Unterschied dazwischen.

Da wött i net so machen.
Rottenburg
info] Nicht die Hand darum oder deshalb umkehren, mit der Gebärde des Handumdrehens.

Da Wueste will Herd.
Luzern
info] Hektischer Husten. Dieser Husten will Erde, deutet auf nahen Tod. Der Wusten = Husten, wustig = mit dem Husten behaftet.

Da würde ein blindes Pferd nichts verderben.
nl] Een blind paard zou daar geene schade doen.

Da wurde Kampf in der Welt zuerst,
Da sie mit Geren Gullveig stießen
Und sie in der Halle des Hohen verbrannten,
Dreimal verbrannten die dreimal Geborene,
Oft, unselten - und doch lebt sie.
Edda, Der Seherin Weissagung

Da zu gehört mehr als pfeifen.

Da zu meinen liebsten Gefühlen die Dankbarkeit gehört, [..] so kommt mir oft genug vor die Seele, was wir Ihrem Herrn Vater [J. H. Voß d. Ä.] und Ihnen schuldig sind.
Goethe (1749-1832), An H.Voß, 22.7.1821

Da zuletzt doch alles auf den Glauben hinausläuft, müssen wir jedem Menschen das Recht zugestehen, lieber das zu glauben, was er sich selbst, als was andre ihm weisgemacht.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Da, auf dem Punkte der Wirkung meines Wesens, fühl'ich die Gesundheit meiner Natur und ihre Ausbreitung, meine Füße werden nur krank in engen Schuhen, und ich sehe nichts, wenn man mich vor eine Mauer stellt.
Goethe (1749-1832), Italienische Reise III, 25.12.1787

Da, es mich jückt, da darff ichs nit krawen.

Da, Gevatter, habt ihr das Fronleichnamsfest.

Da, Katz', hast auch 'neu Braten.
info] Als Begleitwort zu einer Gegengabe im freundlichen wie feindlichen Sinne, Gegengeschenk, Gegenhieb, Gegentrumpf, Gegenpille im Wortwechsel. Fritz Reuter gebraucht die Redensart in einem Briefe, datiert Nigenbramborg den 17. Juni 1863, an R. Reusch in Königsberg bei der Auswechselung ihrer Photographien.

Da, Katze, hast du auch einen Fisch.
ndt] Da, Katt, hest ok en Fisch.

Da, nimm die Schlüssel zu den dreizehn Türen des Himmelreichs in Verwahrung: zwölf davon darfst du aufschließen und die Herrlichkeiten darin betrachten, aber die dreizehnte, wozu dieser kleine Schlüssel gehört, die ist dir verboten: Hüte dich, dass du sie nicht aufschließest, sonst wirst du unglücklich.
Jacob und Wilhelm Grimm, Marienkind

Da, wo das Feuer brennt, dorthin soll man keine Birkenrinde stecken.
Estland

Da, wo das rechte Werk kam an den rechten Mann,
Kommt einer weit, soweit ein Mensch nur kommen kann.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Da, wo das Wasser sich entzweit,
Wird zuerst Lebendigs befreit.
Goethe (1749-1832), Gott, Gemüt und Welt

Dä, wo der Sack ufhet, und dä, wo dri duet, isch der glych Schelm.
Solothurn

Da, wo die bloße Animalität den Ausschlag gibt, herrscht der Krieg. Solange der Mensch nicht zu sich selbst gelangt, hat er Krieg.
Hermann Kutter, Reden an die deutsche Nation

Da, wo die Eulen hecken.
info] Von finstern, entlegenen, unzugänglichen Örtern.

Da, wo die Füchse (o. wo Fuchs und Hase) einander gute Nacht sagen.
info] Ergänze: geschieht, ist etwas, wohnt jemand. - Sehr entfernt, entlegen.

Da, wo die Mäuse auf den Katzen reiten.
info] Um zu sagen, dass das Gefragte, Betreffende nirgends ist oder geschieht.

Da, wo die Motte im Tuch, der Wolf unter den Ziegen, der Fisch ohne Wasser, der Student unter Mädchen, der Ziegenbock im Garten und der Deutsche im Rate der Tschechen ist, geht es nimmer gut.
pl] Cztery Niemcy na wiertel chmiel jeszeze powiadaja.

Da, wo die Schellen klingen.

Da, wo die Spekulation aufhört, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Betätigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Menschen.
Marx/Engels Deutsche Ideologie

Da, wo du Page warst, wirst du nie Ritter sein.
Portugal

Da, wo ein Armer stirbt, wird keine Kirche gebaut.
Estland

Da, wo ein Lied gesungen wird, wollen wir uns hinsetzen, böse Menschen wollen ja kein Lied.
Estland

Da, wo kein Mann mehr ist im Haus, geht auch die Hafergrütze aus.

Da, wo man geboren ist, macht einem jeder Grashalm Freude.
Italien

Da, wo man nichts verliert, gewinnt man stets etwas.
Spanien

Da, wo wir lieben,
Ist Vaterland,
Wo wir genießen,
Ist Hof und Haus.
Goethe (1749-1832), An Personen - Felsweihe-Gesang an Psyche

Daar ist z' faul zum Rüba ropfa.
Ulm

Daar t' Hecken op is, loopen de Verken in.
Niederlande

Daavan is fäh to vatellen, öäwa wenig to behoalten.
Ukermark
hdt] Davon ist viel zu erzählen, aber wenig zu behalten. (Es ist nicht des Behaltens wert)

Dabei aber gesteht er [ein auf sich selbst merkender Charakter], dass dem allen ungeachtet im Laufe des Lebens sowohl Äußeres als Inneres unablässig im Konflikt befangen bleibe und wie man sich deshalb rüsten müsse, täglich solchen Kampf wiederholt zu bestehen.
Goethe (1749-1832), Gutachten für Thomas Carlyle, 14.3.1828

Dabei bleibt er [der Forscher] ebenso beruhigt, wenn ihm die Majorität beistimmt, als wenn er sich in der Minorität befindet, denn er hat das Seinige getan..
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 702

Dabei bleibt's, sagt Spelter Hans.

Dabei erinnere ich mich eines merkwürdigen Wortes, das er [Merck] mir später wiederholte, das ich mir selbst wiederholte und oft im Leben bedeutend fand. 'Dein Bestreben', sagte er, 'deine unablenkbare Richtung ist, dem Wirklichen eine poetische Gestalt zu geben, die anderen suchen das sogenannte Poetische, das Imaginative zu verwirklichen, und das gibt nichts wie dummes Zeug. Fasst man die ungeheure Differenz dieser beiden Handlungsweisen, hält man sie fest und wendet sie an, so erlangt man viel Aufschluß über tausend andere Dinge.'
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV, 18

Dabei freue ich mich täglich, dass ich früher nichts versäumte, mich fest zu gründen und immer den Tag aufgab, um Jahre zu gewinnen.
Goethe (1749-1832), An S. Boisserée, 12.12.1823

Dabei geht einem der Pûst (die Puste) aus.
info] Das ist zu viel, das übersteigt die Kräfte.
ndt] De Pust geit mi ût. Altmark

Dabei habe ich auch eine Stimme.
info] Ich kann hier auch ein Wörtchen mit reden.
jüdisch-deutsch] I hob a Zadd (Seite, hier für Stimme) in der Schüssel.
jüdisch-deutsch] I hob auch a Deije (Meinung, Stimme) in der Schüssel.
info] Bei Hochzeiten werden die Hochzeitsgeschenke bei den Juden in einer Schüssel gesammelt, wobei ausgerufen wird, von welcher Seite (Zadd) das Geschenk kommt, d.i. ob von seiten des Bräutigams oder der Braut.

Dabei haben sich Künstler und Kunstfreunde das Wort Ernst angewöhnt, sie sagen, es sei diesen Künstlern Ernst, das heißt aber hier weiter nichts als ein starrsinniges Beharren auf falschem Wege.
Goethe (1749-1832), Tagebuch, 3.2.1830

Dabei hat Gott nichts getan, wie bei der Papstwahl.
info] Hadrian, der durch den Kaiser Karl V. Papst geworden war, ließ Utrecht (seine Vaterstadt), Löwen (wo er Magister geworden) und das Bild des Kaisers auf einer Tafel anbringen mit den drei bezüglichen Inschriften: 'Ich pflanzte. Ich begoss. Ich gab das Gedeihen.' Darunter schrieb jemand die Worte: 'Hier hat also Gott nichts getan!', woraus obiges Sprichwort entstanden ist, dem man aber einen viel allgemeinern Sinn beigelegt hat.

Dabei hüte der Hofmann sich jedoch vor der abstoßenden Hoffart und Unbilligkeit jener Leute, die nur deshalb der Tat andrer keine Anerkennung spenden, weil sie sich einbilden, sie selbst hätten sie weit besser durchgeführt, und sie mit Stillschweigen übergehen, als ob sie jeder Erwähnung unwert wäre, ein Benehmen, wodurch sie zu verstehen geben wollen, dass Ihnen niemand das Wasser reichen, geschweige denn die Tiefe ihres Wesens auch nur ahnen könne.
Baldassarre Castiglione, Der Hofmann, 2,38

Dabei ist die Weisheit doch ein Fuchs, der nach langer Jagd noch mühsam ausgegraben werden will.
Swift, Ein Tonnenmärchen

Dabei ist ein neuer Rock zu verdienen.

Dabei ist es mit den heftigen Freuden ebenso wie mit dem tiefen Schmerz: sie sind stumm.
Denis Diderot, Das Paradox über den Schauspieler

Dabei ist im Menschen eine gewisse Neigung, in seinem Zustand zu verharren, zugleich aber auch sich stoßen und führen zu lassen und eine gewisse Unentschlossenheit, selbst zu handeln. Diese vermehrt sich bei misslingen der verständigsten Pläne sowie durch zufälliges Gelingen günstig zusammentreffender unvorhergesehener Umstände.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV,16

Dabei ist kein trocken Brot zu verdienen.
z] Gy sint helde to der not, twar gy vardenet alle nycht en hellinkbrot.
ho] Daar is geen droog brood aan te verdienen.

Dabei ist kein Zuckerleckens.
z] Nun fallen mir erst wieder die Worte ein, die gute Freunde vor seiner Abreise vorbrachten, dass es kein Zuckerlecken sei, unter steinfremden Leuten von den Seinigen entfernt zu leben.

Dabei ist nicht das Salz zu verdienen.

Dabei ist nichts zu gewinnen.
fr] Cela ne vaut rien pour les parieurs.

Dabei ist wenig Amen und Bestand.

Dabei kam mir zu statten, dass ich von jeher, beim Anschauen der Gegenstände [der Natur] auf dem genetischen Weg mich am besten befand, so dass es mir nicht schwer werden konnte, mich zu der dynamischen Vorstellungsart, welche uns bei der Betrachtung der Natur so herrlich fördert, zu erheben.
Goethe (1749-1832), An F.H.Jacobi, 2.1.1800

Dabei kann kein Kupfer gemacht werden.
info] Es kommt nichts dabei heraus.
z] Sälly sagt, es wär all für Katz enanner lang sehne zu gehen (lange Heiratsbesuche zu machen), wenn mer wirklich en Noschen (notion) hätte zu heiern; se wär gesätisfeit (satisfy), dass bei oll dem Cumpaniehalte keh Kupper gemacht werden könnt.

Dabei kommt's Wasser nicht heraus.

Dabei lern ich denn auch, alles wohl berechnet, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei, und sehne mich recht herzlich zu den Meinigen.
Goethe (1749-1832), an Herder, 14. Okt. 1786

Dabei muss man denn auch, deucht mich, der großen Masse zu Ehren reden, auf die man oft schilt, die aber denn doch die bildsamen Organe hergibt und auch Mittel verleiht, das Geleistete fortzupflanzen.
Goethe (1749-1832), An Zelter, 28.3.1804

Dabei müssen wir nichts sein, sondern alles werden wollen, und besonders nicht öfters stille stehen und ruhen, als die Notdurft eines müden Geistes und Körpers erfordert.
Goethe (1749-1832), An Hetzler d. J. (Konzept), 24.8.1770

Dabei paßt Feigheit gerade zu den Alten schlecht. Die jungen Leute haben noch die Hoffnung auf ein späteres Glück. Was haben aber wir Alten schon zu verlieren.
Tibor Déry, Spiele der Unterwelt

Dabei verdiene ich nicht das Blut für den Hund.
info] Angewandt von einem Fleischer, um zu sagen, er könne mehr als er geboten, für das betreffende Schlachttier nicht geben, da er schon dabei wenig Gewinn habe.

Dabei verdient man das Wasser nicht.

Dabei verdient man nicht das Licht.
fr] Le jeu ne vaut pas la chandelle.

Dabei waren wir doch nichts anderes als zwei Sträflinge, die einander hassten, die an einer einzigen Kette ächzten, sich das Leben gegenseitig zu vergiften trachteten und bestrebt waren, nichts von alledem zu sehen. Ich wusste damals noch nicht, dass neunundneunzig Prozent aller Ehepaare in derselben Hölle leben wie wir, und dass dies nicht anders sein kann.
Leo N. Tostoi, Die Kreutzersonate

Dabei wird ma steinalt und klan(klein)buderwinzig.
Niederösterreich
info] Klage, wenn etwas ungebührlich lange dauert.

Dabeisein ist 80 Prozent des Erfolges.

Dach und Dach bedecken viel Schalke.

Dacht' (wusst') ich doch nicht, was mich bisse.
Breslau
info] Ausdruck der Überraschung, Verwunderung.

Dacht ich doch Wunder!
info] Ausruf getäuschter, unbefriedigter Erwartung.
z] Wenn's weiter nichts ist, sagte er, dacht' ich doch Wunder!

Dacht' ich's doch! Wissen sie nichts Vernünftiges mehr zu erwidern,
Schieben sie's einem geschwind in das Gewissen hinein.
Goethe (1749-1832), Xenien

Dächt jeder an sein eigen quad, er vergess eins andern Missetat.

Dachte sind keine Lichte.
info] Ein Wortspiel zwischen Dachte für Dochte (s.d.), als Erwiderung, wenn jemand sein verkehrtes Tun mit den Worten: 'ich dachte', zu entschuldigen sucht.

Dachte sind keine Lichter und Arschlöcher keine Gesichter. (Wortspiel mit 'Dochte' und dem entschuldigenden 'Ich dachte')

Dachten sind keine Lichter.

Dachtet ihr, der Löwe schliefe, weil er nicht brüllte?
Schiller, Fiesko, II, 18 (Fiesko)

Dadropp kann Êner nau Zinte rîde.
info] Nämlich auf einem stumpfen Messer.

Dadrum keene Feindschaft nich.
Angely, Fest der Handwerker II, 11

Dadurch fällt keine Perle aus seiner (ihrer) Krone.
Franken
info] Dadurch vergibt er (sie) sich nichts.

Dadurch gibt Neigung sich ja kund, dass sie bewilligt
Aus freier Gunst, was sie auch nicht gebilligt.
Friedrich Schiller, Maria Stuart II, 9 (Elisabeth)

Dadurch kommt sein Weizen nicht in Schuss.
info] Oder: zum Schossen. Wenn sich jemand in der Erwartung und Berechnung günstiger Folgen und Vorteile täuscht.

Dadurch unterscheidet sich der vorausdenkende Staatsmann von dem schwatzenden Pöbel oder der Leidenschaft der Partei, dass er die Elemente der Gefahr von ferne erkennt und ihnen vorzubeugen versucht.
L. v. Ranke, Über die Zeiten Ferdinands I. und Maximilians II.

Dadurch, dass das Christentum alle Pflichten so hoch spannt, macht es sie selbst unausführbar und nutzlos.
Rousseau, Emile

Dadurch, dass der blinde Großfürst zum Zaren wird, lernt er nicht sehen.
Russland

Dadurch, dass der natürliche Maßstab für die Fähigkeiten des Kindes fehlt, verdirbt man alles, sagt Montaigne, und warum dem Lehrer in der Regel dieser Maßstab fehlt, das gibt er mit den Worten an: 'Nur ein sehr hoher und großer Geist kann in die Kindesnatur blicken.. '
Ellen Key, Das Jahrhundert des Kindes, III: Erziehung

Dadurch, dass einer den Stichling gering bezeichnete, hat sich mancher beim Fischen die Hände zerschnitten, viele haben dadurch ihr warmes Leben verloren, dass sie den fremden Feind geringschätzten.

Dadurch, dass ich oft bedacht,
Sie müss' einst sterben, hab ich nie Geduld,
Es jetzt zu tragen.
Shakespeare (1564-1616), Cäsar, IV, 3 (Brutus)

Daer isch z'faul, dass 'r stinkt.
Schwaben

Dafern mein Will ist tot, so muß Gott, was ich will:
Ich schreib ihm selber vor das Muster und das Ziel.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Daft as a brush.
en] Phrase

Dafür [Humor] hat der Deutsche so selten Sinn, weil ihn seine Philisterhaftigkeit jede albernheit nur ästimieren lässt, die einen Schein von Empfindung oder Menschenverstand vor sich trägt.
Goethe (1749-1832), An Schiller, 31.1.1798

Dafür bist du jhm einen Doktorgroschen schuldig.

Dafür bringt man dir's noch ins Haus!
info] Spottweise Entgegnung, wenn der Preis eines Dinges zu niedrig geschätzt wird.

Dafür gab ich dir die Tochter, sprach der Schwieger zum Eidam, als dieser ihn nachts umfassen wollte.

Dafür gäbe ich keine Faser.
la] Floccum non interduim.

Dafür geb' ich keine faule Birne.
nl] Hij is geene rotte peer waard.

Dafür geb' ich keinen Deut.

Dafür geb' ich keinen Kirschkern.
nl] Dat is geen kersensteen waard.

Dafür geb' ich keinen Pfennig.
la] Nauci facio.

Dafür geb' ich keinen Strohhalm.
fr] Cela ne vaut pas un fêtu.
fr] Je n'en donnerai pas un fêtu.

Dafür gebe ich keine alte Schuhschnalle.
en] Not worth shoe-buckles.

Dafür gibt es ein gutes Hausmittel.
nl] Daar heeft men een huismiddeltje voor.

Dafür gibt man keine Pfeife Tabak.

Dafür hat der Schmied die Zange, dass er sich die Finger nicht verbrennt.
z] Auch die Bischöfe sprechen so von ihren Vicaren, die sie ihnen gegenüber als Zangen betrachten; allein Johannes Huss sagte: Der Teufel ließ aber die Zange liegen und nahm den Schmied.
mhd] ein smid der sol die zange wohl erkennen.
dä] Smeden haffner faardi tenger at hand ikke vil brende sine hender.
pl] Na to ma kowal klészcze, żeby go nie parzało.
sd] Smeden har derföre tänger, at han icke skal bränna sine händer.

Dafür hat man in jeder Sache die Direktion, dass man nach seiner Überzeugung handelt, um das Beste hervor zu bringen, und nicht dass man den Leuten zu Willen lebe, wovon man doch zuletzt noch Undank und durch Hintansetzung des Hauptgeschäftes Schande erlebt.
Goethe (1749-1832), An F. Klans, 24.2.1798

Dafür hilft kein Titel noch Namen.

Dafür hilft weder Witzling noch spitzling.

Dafür hüte sich Ross und Mann.

Dafür ist der Hecht da, dass die Karausche nicht schlummert.
Russland

Dafür ist der kürzeste Tag lang genug.
nl] De kortste dag is daar lang genoeg voor.

Dafür ist hier nicht der rechte Ort.
la] Non est hic locus.

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