<<< Weisheiten 0247 >>>

Da stinkt's wie in der Kleenmeisterei (Scharfrichterei).
Rottenburg
ho] Zij stinken naar de koppelary, als een waal naar look.

Da stot em Fass de Boden us.
Schaffhausen
i] Gibt den Ausschlag.

Da straf Gott den bsen Apotheker.
Schaumburg

Da struben sich einem die Haare - da stehen einem die Haare zu Berge
en] that makes your hair stand on end - it's enough to curl your hair
fr] c'est faire dresser les cheveux sur la tte
it] ci fa rizzare i capelli

Da streiten sich die Leut herum
Oft um den Wert des Glcks,
Der eine heisst den andern dumm,
Am End wei keiner nix.
Ferd. Raimund, Der Verschwender, Valentins Hobellied

Da sucht der Teufel seine Jungen nicht.
i] Ein sehr verborgener, entlegener Ort.

Da sht us wie de Nuth Goddes.
Bedburg

Da syst als einn begethenn almisse.
Westfalen
la] Rore pascitur.

D 't dhon kann, s' Jan, d gw mi 'n slwernen Pennik.

Da taugen Schale und Kern nichts.
i] Von einem Menschen, dessen innerer Kern sowohl als die Schale nichts taugt.
jdisch-deutsch] Dus is a Klppe n'tume. Warschau (Eine unreine Schale)

Da Teufel hod auf ihm Arbes troschen.
i] Er ist pockenartig.

Da tragen die Hunde ganze Kpfe davon.
i] Da, wo viel aufgeht.

Da treibt's ihn, den kstlichen Preis zu erwerben,
Und strzt hinunter auf Leben und Sterben.
Schiller, Der Taucher

Da treten die Lippen nun vollends aus Reih und Glied, und das Auge glnzt vor Freude, dass ein Druck mehr ist als Vernunft, Licht, Gesang. Poesie und Philosophie, dass nur durch das Maul das Maulen auf die seste Art in sprachlose Freude bergehen kann.
Tieck, Der Hexensabbat

Da trieb die verwegene Armut
Verse zu machen mich an.
Horaz, Epistulae

Da trifft mich der Verschlag mit sammt der Bodenstiege.
Obersterreich
i] Scherzend fr: Da mchte einen der Schlag treffen.

Da trget sick m Kaisers Boart.
Iserlohn
i] Trgen, trgen (sik) = sich zanken. Altschsisch tregan oder thregian.

Da tua mulher e do amigo esperto, no creias seno o que souberes ao certo.

Da tus cuentas justas, porque la ltima, asusta.

Da ber die Elbe eine Gans flog, kam eine Gans herwider.

Da berluft die Kuh den Hasen.
la] Velocem tardus assequitat.

Da berzeugen wir uns denn von dem hohen Wert des Grundbesitzes und sind gentigt ihn als das Erste, das Beste anzusehen, was dem Menschen werden knne.
Goethe, Wanderjahre III,9

Da Unheil ich erfahren, lerne ich, den Elenden zu Hilfe zu kommen.
Vergil, Aeneis (Dido)

Da uns keine Leidenschaft, sondern Neigung und Zutrauen zusammenfhrt, so wagen wir weniger als tausend andere.
Goethe, Lehrjahre VIII,4

Da uns von Hubertsburg der Friede jetzt ward angesagt, hab' ich zu bauen angefangen dies Haus unverzagt.

Da unser grtes Vergngen darin besteht, bewundert zu werden, die Bewunderer aber, selbst wo alle Ursache wre, sich ungern dazu herbeilassen, so ist der Glcklichste der, welcher, gleichviel wie, es dahin gebracht hat, sich selbst aufrichtig zu bewundern. Nur mssen die andern ihn nicht irre machen.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Da unser Herr Gott dem Noah erlaubt, fleisch und fisch zu essen, beschert er jhm auch einen guten Dawtrunck dazu.

Da unser Leben fragwrdig und zerbrechlich ist,
setz deine Hoffnung nicht auf den Tod eines anderen.
la] Cum dubia et fragilis nobis sit vita tributa,
in mortem alterius spem tu tibi ponere noli.

Da unten aber ist's frchterlich,
Und der Mensch versuche die Gtter nicht.
i] Aus Schiller's Gedicht: Der Taucher.

Da Unwissenheit bequem ist und keine Mhe kostet, gebricht es ihr nicht an Anhang...
La Bruyre, Vom Urteil

Da Veit'l (15.6.) schlacht'ts Ker'n (Korn) mit'n Scheit'l.
Obersterreich

Da Verbrta htt sich fs Faa.

Da vergehen mir die Begriffe, sagte Graf Bassewitz.
i] Als in der 23. Sitzung des norddeutschen Reichstages, am 28. Mrz 1870, der Abgeordnete Lasker eine Schilderung des Polizeistaates gegeben hatte, nahm der mecklenburgische Abgeordnete Graf Bassewitz das Wort, um den Polizeistaat, den er eine staatliche Ordnung nannte, in Schutz zu nehmen. Er schloss mit der Versicherung: da (bei einer Anschauung wie sie Lasker entwickelt) vergehen mir die Begriffe.Breslauer Zeitung 1870

Da verklagt man den Teufel bei seiner (Gro-)Mutter.

Da verrosten keine Ngel nicht, wann man sie im Grtlersack beutelt.

Da verzweifelt der Bettelstab an der Wand.
i] Es geht sehr armselig zu.

Da wchst der Wein, wos Fass ist,
Es regnet gern, wo's na ist,
Zu Tauben fliegt die Taube,
Zur Mutter pat die Schraube,
Der Stpsel sucht die Flaschen,
Die Zehrung Reisetaschen,
Weil alles, was sich rhret,
Am Schlu doch harmonieret.
Goethe, Parabolisch - Hans Liederlich und der Kamerade

Da wchst mir kein Bart von.
i] Den Bart wachsen lassen, war bei den Alten ein Zeichen der Trauer.

Da war der Kse klar.
ndt] Do wr de Kes klar.
Holstein
i] Damit war die Sache abgemacht.

Da war die Maus gefangen.

Da war ein Weib, das war im Ehebruch begriffen. Die Geschichte ihrer Liebe wird uns nicht berichtet, aber diese Liebe war ohne Zweifel sehr gro, denn Jesus sagte, ihre Snden seien ihr vergeben, nicht weil sie bereue, sondern weil ihre Liebe so stark und wundervoll wre.
Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

Da war kein Profaner, kein Eingeweihter zu sehen,
Was man lebendig empfand, ward nicht bei Toten gesucht.
Schiller, Der Genius.

Da war Lachen bei ihm teur.

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
1. Mos. 1, 5

Da ward dem Schatz der Boden aus.
i] So viel als dem Fass.

Da ward sn (= sein), segt de Aphteker on schtt (= schttet, scheit) n de Td.
var] Hier wird sein, sagt der Apotheker.

Da waren die Augen 'mal wieder grer als der Magen.

Da wart ok mit Wasser gekocht.
i] Es ist anderwrts nicht anders und besser als zu Hause.

Da wscht dir keen Rejen ab (es hilft dir nichts; das bleibt an dir hngen).
Berlin

D wt m'em Monk drop.
Bedburg
hdt] Er wartet mit dem Munde darauf.
i] Ist arm, leidet groen Mangel.

D Weg hed der Tfel g'messe und derbi den Schwanz nid vergesse.
Luzern
i] Von sehr starken Meilen oder Wegstunden.

Da wei ich keinen rmel anzusetzen

Da welld met den grusse Hongen (Hund) seken gan, kann avver et Bn net huch genog ophewwen.
Bedburg

Da wenig ist, da trufet wenig ab.

Da werd' ich es Ihnen sagen, sagt Elvenich.
i] Wird in Breslau, besonders, wenn nicht ausschlielich, in Studenten- und Gelehrtenkreisen in Fllen angewandt, wo jemand etwas, wonach er gefragt wird, nicht wei. Der Prof. Elvenich soll die Gewohnheit gehabt haben, auch die Candidaten, die sich vorzugsweise den Realwissenschaften zugewandt haben, speciell in der Philosophie zu prfen. So verlangte er einst von einem Candidaten der Naturwissenschaften, derselbe solle ihm den Inhalt des ersten Buchs von Kants Kritik der reinen Vernunft angeben. Dieser erklrte, dass er damit nicht bekannt sei, worauf Prof. Elvenich erwiderte: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.' Er fragte dann in derselben Weise nach dem Inhalt des zweiten Buchs, und da dieselbe Antwort erfolgte, bemerkte der Professor wieder: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.'

Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spiee zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.
Prophet Jesaja

Da werden Sie Ohren machen! [ASpW]

Da werden Weiber zu Hynen,
Und treiben mit Entsetzen Scherz.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Da werdet ihr Mtter finden, die recht ngstlich besorgt sind, wie sie fr ein liebenswrdiges himmlisches Mdchen den allerabscheulichsten Menschen auffinden wollen, wenn er nur zugleich der reichste ist.
Goethe, Lehrjahre VII,8

Da wert de Plog den Stn wohl finden.
i] Wo Steine sind, da kann der Pflug nicht weiter. Man braucht daher die Redensart um zu sagen: die Sache wird dort ihre Grenze finden. So heisst es in den Stralsunder Aufwandsgesetzen von 1570 in Betreff der Armen: 'Da wert de Ploch den Stn wohl finden', d.i. da wird dem Aufwand schon von selbst seine Grenze werden. Das Sprichwort steht auch in den Spottliedern der stralsunder Priester auf die dortigen lutherischen Prediger vom Jahre 1524. 'Nu kann ick hen tho Wismar fort, dort synt de kerlss so sehr verdorth, in wysheit se verblinden; kumpt her stemmer jo darto, de ploch den Steen wohl vindeth. Jm vastel auende togenn iiii grawe monneke den ploch auer de Stadt jnn allen Stratenn.

D wss de Hk no'n Wedder ze hangen.
Bedburg
i] Fr diese elastischen Naturen, die sich nach jedem Winde drehen, in jede Form schmiegen, jeder Ansicht beipflichten, jede Suppe gaumenrecht salzen, zu kriechen wissen, wenn das Gehen unvortheilhaft erscheint u.s.w. Verschiedenen Schreibungen (Hoike, Hk, Hock, Hoken, Hke, Hker, Huken, Hcke, Heuke, Hoyke, Heike) Bedeutung: einen Mantel. Einen unzuverlssigen vernderlichen Menschen nannte man auch Wendehoiken. Nicht blo berwurf oder Mantel, sondern eigentlich Kappen mit hinten herabhngenden mantelartigen Kragen. Wendeheuke = Wetterhahn; ostfriesisch: Rgenkld.

D wss et mem Hohnderkluche zu kreggen.
Bedburg
i] Er wei seinen Zweck auf eine kluge Weise zu erreichen.

Da wett' ich doch einen Zentner Karpfen gegen einen faulen Hering.

D Wii ess zo schlch, m inn em Essel en et Ohr ze schdde.
Kln

Da will ich die Franzeln von meim beste Rock verliere.
Pennsylvanisch-deutsch
i] Beteuerungsformel und hinzuzufgen: wenn das nicht wahr, nicht so ist.

Da will ich doch Hans heissen!
i] Wenn das wahr ist oder geschieht.

Da will ich doch lieber mit nassem Holze verbrannt werden.
ho] Dan liever met nat hout verbrand worden.

Da will ich Hans Kaspar heien.
i] Wenn das nicht so ist. Eine bei Brger vorkommende Beteuerungsformel.

Da will ich lieber Pudel flhen.

Da will ich Pumpan heien.
i] Wenn das oder jenes so ist oder geschieht.
z] Wenn die sich vor mir einriegelt, da will ich Pumpan heien.

Da will ik en Sticken bistken.
Holstein
i] Das will ich mir merken, etwa wie: Ich will mir einen Knoten ins Taschentuch machen.

Da will kein Stein zischen.
z] Da hat Christus gewehklaget; aber seine Hlffe ist ferne gewest, da hat kein Stein zischen wollen.

Da will'ch glei (o. auf der Stelle) verblinden.
i] Als Beteuerung mit der hinzugedachten Ergnzung: wenn das, was ich gesagt, nicht wahr oder wenn ich das, was man mir schuld gibt, getan habe. Man sagt auch wohl: Do will ich of der Stell verdrinken. In Prag: Da soll euch der Blitz treffen, o. Da soll mich der Teufel in Stcke zerreien.

D Wing (Wein) ess zu schlg, m im em Essel an et Ohr ze schdde.

Da wir den vollkommensten Zustand der Gesundheit nur dadurch gewahr werden, dass wir die Teile unseres Ganzen nicht, sondern nur das Ganze empfinden.
Goethe, Zur Zoologie - Betrachtung ber Morphologie

Da wir denn aber, wie ich nun immer deutlicher von Polygnot und Homer lerne, die Hlle eigentlich hier oben vorzustellen haben, so mag denn das auch fr ein Leben gelten.
Goethe, An Schiller, 13.12.1803

Da wir die Bedingungen der Freiheit so wenig wie die Freiheit selbst mehr erkannten, brachten wir ihr berall dort, wo sie verkndet wurde, unbegrenzte Hoffnung entgegen, und immer erwuchs fr uns daraus irgendeine neue Form der Knechtschaft.
Claude-Henri de Saint-Simon, Die Industrie ...

Da wir ein matteres Gedchtnis fr Gre und Zahl der Leiden haben als fr Freuden, so vergessen wir mit ihnen leicht auch, welche Frchte uns ihre Stechpalmen getragen.
Jean Paul, Aphorismen, Leiden und Freuden

Da wir ja keine geistige Wirkung ohne krperliche Unterlage gewahr werden.
Goethe, Schriften zur Literatur - Irrtmer und Wahrheiten

Da wir konden geben, waren wir die besten im Leben, da wir nicht mehr brochten, warn wir, die nichts mehr tochten.

Da wir nicht tun, was wir sollen, tut Gott nicht, was wir wollen.

Da wir nun im Deutschen ein sehr geduldiges Publikum haben, das nichts liest, als was zuvor rezensiert ist...
Goethe, J. D. Falk, 17.4.1808

Da wir tranken unsern Trank, da wir sangen unsern Gesang, da wir trugen unser Gewand, da stand es wohl im deutschen Land.

Da wir berzeugt sind, dass derjenige, der die intellektuelle Welt beschaut und des wahrhaften Intellekts Schnheit gewahr wird, auch wohl ihren Vater, der ber allen Sinn erhaben ist, bemerken knne, so versuchen wir denn, nach Krften einzusehen und fr uns selbst auszudrcken - insofern sich dergleichen deutlich machen lsst -, auf welche Weise wir die Schnheit des Geistes und der Welt anzuschauen vermgen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 633

Da wir unser ganzes Leben brauchen, um den Sinn des wenigen Wahren und den Irrtum in dem vielen Falschen herauszufinden, so ist es nicht ber raschend, dass die am wenigsten Erzogenen am meisten wissen.
Shaw, Wegweiser fr die intelligente Frau

Da wir von allem nichts verstehen, reden wir berall mit.

Da wir zusammengekommen, lasst uns trinken, und wenn wir angetrunken, lasst uns tanzen.

Da wird (gut) aufgehauen.
i] Aufwand machen, lustig, bermtig sein, tanzen, springen.

Da wird der Battel-Toantz (Betteltanz) ongiehn.

Da wird der Lenz schn brummen.
i] In Bezug auf groe Hitze.

Da wird der liebe Gott seinen Spass mit haben, sagte der Bauer, als er hrte, dass der Hanswurst gestorben sei.

Da wird der Ochs im Backofen kalben.
i] Man wird sehr ins Gedrnge kommen.
z] Obgleich es mir so schwer ankommt, wie dem Bock das Lammen; so denke ich eben: wenn es gedrang zugeht, kalbt der Ochse im Backofen.

Da wird der Stadtgraben wachsen.
Breslau
i] Scherz oder Spott, wenn jemand weint; besonders bei Abschiedszenen.

Da wird die Katze bald das beste Vieh sein.
i] Das Hauswesen wird so zurckkommen, dass Muse dort hausen werden.
z] Dann soll ich ihm (meinem Mann) nicht reden ein, die katz wr bald das beste Vieh sein.

Da wird dir wohl ein Kummerhorn wachsen.

D wird doch am Eng (Ende) et Bad khle msse.
Bedburg

Da wird eine Teufelsmesse gelesen.
d] De lste som i fandens kloster.
d] Man hrde et fandens bad.

Da wird einem grn und blau vor den Augen.

Da wird er kleine Dreckle scheissen.
Rottenburg
i] Darben, Not leiden.

Da wird es Abend oder gar Nacht.
Nrtingen
i] Nmlich bevor das geschieht, um zu sagen, dass es nicht geschehen werde.

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