<<< Weisheiten 0245 >>>

Da naht die Lust, doch füllt sie nicht die Stelle
Des Glücks, das immer man beweint.
Freiligrath, Oden: Schmerz

Da nämlich auf der Welt nichts ewig bestehen kann, sondern alles, was einmal groß gewesen, klein werden und abnehmen muss...
Goethe, Wanderjahre III,6

Dä nicks (nichts) es un maint sik nicks, dai es gar nicks.

Dä Nicksnotz schleit ûs dem Åt, hä schlääch singen Vâ un singer Mô nit.
Köln
hdt] Der Nichtsnutz schlägt aus der Art, er gleicht seinem Vater und seiner Mutter nicht.

Da nimm di'n Ôg'nspêgel an.
i] Das lass dir zu einem ermunternden oder abschreckenden Beispiel dienen.

Da nun aber alles Öffentliche auf dem Familienwesen ruht...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,13

Da nun aber selbst das größte Talent, welches in seiner Bildung einen Zwiespalt erfuhr, indem es sich zweimal, und zwar nach entgegengesetzten Seiten auszubilden Anlass und Antrieb fand, kaum vermögend ist, diesen Widerspruch ganz auszugleichen...
Goethe, Schriften zur Kunst - Cäsars Triumphzug von Mantegna

Da nun aber unser Individuum, es sei so entschieden als es wolle, doch von der Zeit abhängt, wohin es gesetzt, von dein Ort, wohin es gestellt, so haben diese Zufälligkeiten Einfluss auf das notwendig Gegebene.
Goethe, Verhältnis zur Wissenschaft, besonders zur Geologie

Da nun alles schon an mir vollbracht ist, was bleibt mir noch zu fürchten übrig?
Jean-Jacques Rousseau, Träumereien eines einsamen Spaziergängers

Da nun den Menschen eigentlich nichts interessiert als seine Meinung, so sieht jedermann, der eine Meinung vorträgt, sich rechts und links nach Hilfsmitteln um, damit er sich und andere bestärken möge.
Goethe, Maximen und Reflexionen 553

Da nun die Ehe ein Knoten ist, den erst der Tod, wieder löst, so sollen die Bänder, welche diesen Knoten bilden, einander ähnlich sein und aus gleichen Fäden bestehen.
Cervantes, Die Macht des Blutes

Da nun die Geschlechtsliebe ihrer Natur nach ausschließlich ist, so ist die auf Geschlechtsliebe begründete Ehe ihrer Natur nach Einzelehe. Engels, Der Ursprung der Familie

Da nun einerseits jedes vorhandene Ding rein objektiv... betrachtet werden kann; da ferner auch andererseits in jedem Dinge der Wille, auf irgendeiner Stufe seiner Objektivität, erscheint, und dasselbe sonach Ausdruck einer Idee ist; so ist auch jedes Ding schön.
Schopenhauer

Da nun ferner eine jede Religion das reine ruhige Verkehr der Menschen untereinander befördern soll, die christlich evangelische jedoch hiezu besonders geignet ist...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1805

Da nur thront
Glück, wo die Zufriedenheit auch wohnt. Narájana, Hitopadesa

Da nützen auch alle Zeugnisse nichts, wenn einer nicht glauben will.
Arabien

Da nützt kein Leugnen und kein Lügen.
bm] Bŭh mu smysly zmátl.
bm] Krev človĕka pomate.
bm] Ne prospĕje zločinci zapíráni.

Da offenbar eine ganz einfache und schlichte Kost hinreicht, den Leib des Menschen zu ernähren, ein einfaches Gewand, ihn zu bekleiden, ein einfaches und schlichtes Obdach, ihn zu schützen, so folgt daraus, dass nur ein kleiner und bescheidener Aufwand von Mühe hiezu nötig ist, wie es denn auch in alten Zeiten Sitte war. Comenius, Labyrinth der Welt

Da öss Geld wie önn e Hoff.

Dä pack immer de Mûl (Maul) ze voll.
Bedburg

Dä pass op, wat gespillt wird.
Brandenburg

Dä Pastor prâdig net zweimôl für ê Gääld.
i] Wenn man veranlasst wird, das zu wiederholen, was man eben gesagt hat.

Da Patriotismus und Aufklärung die beiden Pole sind, um welche sich alle Sittenkultur der Menschheit bewegt, so werden auch Athen und Sparta immer die beiden großen Gedächtnisplätze bleiben, auf welchen sich die Staatskunst der Menschen über diese Zwecke zuerst Jugendlich froh geübt hat. Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Da Peterstag (22.2.) brent ön Ker'n d' Wurzn a.
Oberösterreich

Da pfeift der Hund hinein.

Da quillt mir der Bissen im Halse.

Da rast der See und will sein Opfer haben.
Schiller, Wilhelm Tell, I, 1 (Ruodi)

Da raucht's, als wie wenn der Kleinhäusler bacht.
Wien

Da red' (er redet) möt em Pferd französisch.
Tilsit
i] Wenn sich jemand vergeblich bemüht, einem etwas klar zu machen.

Da regiert der abnehmende Mond.
i] Von Dienern, Beamten u.s.w., welche die Güter ihrer Herrschaft schmälern.

Da reib' ich mich nimmer hin, sagte der Teufel, als er ein Crucifix am Wege sah.
z] Feret er durch die Dornhecken vom wege, vber stock und stauden, vber wurpus und rannen.

Da reisadi Kreutzer is bösser als da fliagadi Gulden.
Wienerwald

Da reiten sie hin! wer hemmt den Lauf?
Wer reitet denn? 'Stolz und Unwissenheit.'
Laß sie reiten! da ist gute Zeit,
Schimpf und Schade sitzen hinten auf.
Goethe, Zahme Xenien I

Da rennt ênem dat Wasser öm Mûl tosammen.
i] So verlockend duftet die Speise.

Da rük (riech) an, sä' Hans, da slaug hei Jürgen up de Näse. Hildesheim

Da rük an, sä' Hans, da slaug hei Jürgen up Näse.
Hildesheim

Da rüm kackert mi uk so.
Pommern
i] Prahlereien oder Drohungen gegenüber ganz wie das studentische: Darum stinkt's auch so!

Da Russland seiner inneren Wesensart nach der europäischen Welt fremd ist, da es zudem allzu stark und mächtig ist, um den Platz eines der Mitglieder der europäischen Familie einzunehmen, um eine von den europäischen Großmächten zu sein, vermag es nicht anders eine seiner und des Slawentums würdige Stellung in der Geschichte einzunehmen, als indem es zum Haupte eines besonderen, selbständigen politischen Staatssystems wird und Europa in seiner ganzen Gemeinschaft und Ganzheit zum Gegengewicht dient.
M. J. Danilewskij, Russland und Europa (1867)

Da 's blot so'n Mûl brüen.
i] Von ungenügender Kost. Der Mund wird angeführt, er meint, er bekäme was und es ist doch nichts Ordentliches. Brüen, auch brüden = aufziehen, necken, vexieren.

Da 's lange wachten, man quad fasten.

Da 's 'n Muskant, säd' de Jung, bloß up'n Sägenstütz (Sausteiss).
Hamburg

Da S. Rochus kam, ward S. Anthonies vergessen.

Dä saddelt fröh un reck spät.

Da sagt die Bohn [Tante der Schreiberin]: Ich begreife nicht, wie es kommt, dass die Menschen doch auch mit niemand zufrieden sind! Da steht er [Goethe] still und sagt: Ja, wisst ihr Kinderchen, woher das kommt? weil sie mit sich zu sehr zufrieden sind.
Goethe, Johanna Frommann, April/Mai 1817

Da sah der liebe Gott zum Fenster heraus und sprach: Ihr Herren, es wird nichts draus.
Schweiz (Mögen die Leute ratschlagen, die Oberherrschaft ist Gottes)

Da sall en Schelm de Wârheit vun seggen; nu snack du.
Holstein
i] Scherzrede. Ein Schelm soll die Wahrheit davon sagen, was meinst du?

Da san Luca el ton va in zuca.
i] Am Sanct-Lukas geht der Donner in die Kürbisse.
Venetien

Da saß die Katze im Nest.
i] Dort saß es, das war der Grund.

Da säßen wir; wenn wir was hätten, so äßen wir.

Da Saul sicher war, verlor er Spieß und Wasserbecher.

Da schaut der Fleischhacker dem Schneider zum Fenster heraus.
Stockerau
i] Der bloße Leib durch das zerrissene Kleid.
ndt] Fleschers (Fleischers) Dochter kickt ût Strumpweber sin Finster. Altmark
i] Irgendein Kleidungsstück ist derart schadhaft, dass man die bloße Haut sehen kann.

Da schaut die Not überall heraus.

Da schaut etwas (oder nichts) heraus.
Steiermark
i] Dabei ist etwas (nichts) zu gewinnen.

Da scheisst der Hund drein.
Rottenburg
i] Die Sache misslingt.

Da scheisst der Hund mehr als die Nachtigall.
Nürtingen

Da scheisst der Hund Provenceröl.
Nürtingen
i] Wenn ein Plan vereitelt ist.

Da scheisst ja ein Pferd mehr als zehn Wachteln.
i] Ausdruck des Unwillens.

Da scheisst mir wieder der Hund in die Grütze, und die andern kriegen ihn mit Butter gemacht.
Breslau
i] Klage eines Pechvogels.

Da schied ein hoher Geist!
en] There's a great spirit gone!
Shakespeare, Antonius und Cleopatra I,2

Da schiss der Hund ins Feuerzeug.

Da schlag Glück zu, wie zu denen von Kappel Kuh.
i] Friedrich, der letzte Graf von Toggenburg, hatte einen Maler, der von einem kappeler Mönche im Scherz gefragt wurde, ob er auch eine Kuh malen könne. Um seine Kunst zu zeigen, malte er sie, jedoch mit Anspielungen, die ein Böswilliger, der dabei war, als eine von dem Convent absichtlich angestellte Verspottung der Schweizer verbreitete. Diese zogen nun, noch ganz besonders durch den Krieg um das toggenburgische Erbe dazu veranlasst, nach Kappel und verwüsteten das Kloster so, dass es jahrelang verödet dalag. Das Volk aber spottete desselben, indem es sang, denen von Kappel habe ihre Kuh viel Glück gebracht.

Da schlag Gott den Teufel tot.
i] Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung, des Unwillens.

Da schlag mal einen Knoten hinein, sagte die Braut, und furzte dem Teufel vor die Nase.

Da schlag mal einen Knoten rein, sagte die Braut und furzte dem Teufel vor die Nase.
ndt] Ta, ta slâ mal 'n Knutten in, säd' de Brût, un furzte dem Deuwel vör de Näse. Lüneburg

Da schlag Venus zu, so darff Vulkanus eines Knechts weniger.

Da schlage dieser und jener zu.
v] Einen afschmären, bösten, bumhasen, bumpsen, dachtein, dolwen, dreschakeln, dreschen, fegen, fitjen, fitzen, füstjen, fuchteln, gallern, gießeln, garben, hallaschen, hamern, herumhalen, klappen, knüppeln, kloppen, knipsen, kîlen, köllern, kranzheistern, korranzen, knirfitjen, karwatschen, kurwachteln, klabastern, kaleschen, kasterviolen, knuffen, karnüflen, knüfeln, laschen, lusen, leddern, pauken, pîtschen, prügeln, pisacken, pulen, schlaen, schmieten, schmären, schrallen, schrammen, striegeln, tageln, tackeln, taudecken, taurichten, tulen, versohlen, verfuestkîlen, walken, wamsen, weifen, wicksen, wullen, wörteln. Einen abdecken, afdrögen (abtreugen), abtrecken, balgen, ab-, aus-, durch-, zerbalgen, banschen, bantschen, banggen (banken), basken, batten, battern (nicht vom französischen battre, sondern Wiederholungsform von batten), bauschen, (pauschen), begrüßlusen, begrüßvogeln, bekrampen, bekreuselen, bengeln, ab-, durch-, zerbengeln, blädern, (blätern), bläuen, ab-, aus-, durch-, zerbläuen, boken, bokeln, bokern, boksen (baksen), bokseln, bösten, breichen (bereichen), breien, bülsen (bilsen, pülschen), bumfasen, bunkfasen, bumbsen, buren, ab-, durchburen, bürsten, büßen, büstern, dâksen, ab-, aus-, durch-, zerdâksen, abdachteln, deffeln (daffeln, töffeln), ab-, ausdurchdäffeln, dätschen, ab-, verdätschen (Schweiz), deffen (töwwen), ab-, durchdeffen, dengeln, ab-, durchdengeln, dölfen (dölwen), dolsken, dreschen (dasken, döschen), ab-, aus-, zerdreschen, dre-, dra-, drischoken, ter-, tre-, trischoken, dre-, trischokeln, drillen (trillen, jener Köhler, der nachher den Namen Triller erhielt, sagte, er habe mit seinem Baum den Prinzenräuber Kunz von Kaufungen bass gedrillert), duffen (tuffen), ab-, durch-, zerduffen, dülpen (tülpen), ab-, u.s.w. dülpen, duseln, duschen, fausen, fauseln (fäuseln), fausteln, ab-, durchfausten, fäusteln, ab-, durchfäusteln, fauzen, fegen, ab-, durchfegen, fristern, fickeln, fisacken, fideln, fitjen, fitzen, ausfitzen, fitzeln, flerren, erflerren, fletzen, fledern, flegen, fuchteln, ab-, aus-, durch-, zerfuchteln, fummeln, funksen (funxen), gallern, begallern, gängeln, durchgängeln, geigen, geisseln (gnasseln), aus-, durch-, zergeisseln, gerben, ab-, aus-, durch-, zergerben, gielen, grubben, grubsen, grüsen (gröten), begrüsen, gürten (mit dem Gurte schlagen), ab-, aus-, durch-, zergürten, guseln, habern, durchhabern, hacken, zerhacken, hallaschen, hämmern, hauen, ab-, aus-, durch-, zerhauen, holstern, hutschen, kalaschen, ab-, aus-, durch-, zerkalaschen, kantschuen, ab-, aus-, durchkantschuen, kappen, abkappen, karbatschen, durch-, zerkarbatschen, karniffeln, karnuffeln, ab-, durch-, zerkarnuffeln, kasterviolen, keulen, ab-, aus-, durch-, zerkeulen, klabastern, ab-, u.s.w. klabastern, klappsen, klatschen, ausklatschen, klopfen, ab-, aus-, durch-, zerklopfen, knepen, knippen, knipsen, knirrsicken (knirrsitjen), knochen, knöcheln, knoffen, knuffen (knüffeln), knuffeln (knüffeln), knüppeln, knitteln, ab-, aus-, durch-, zerknüppeln, knuschen, kunûtschen, kranzeln, kranzheistern, kuffen, kuranzen (koranzen), ab-, durch-, zerkoranzen, kurwachteln, laschen, lausen, ledern, ab-, aus-, durch-, zerledern, mampsen, maulschellen, mosen, mopsen, mopseln, nähen, ab-, durchnähen, niffeln, nöcksen, ab-, durchnöcksen, noppen, nubben, nussen, nüßeln, abnüßeln, ohrfeigen, abohrfeigen, ohrbaksen, panzerfegen, patschen, aus-, durch-, zerpatschen, pauken, ab-, aus-, durch-, zerpauken, peitschen, ab-, aus-, durch-, zerpeitschen, pelzen, ab-, aus-, durch-, zerpelzen, peusen, pisacken, plätzen, plätzern, planzen, preschen, pritschen, prügeln, ab-, aus-, durch-, zerprügeln, puffen, püffen, püffeln, pussen (?), rangeln (rängeln, rengeln), ab-, aus-, durchrengeln, rebuffen, rögen, rolfinken, rüllen, rupfen, rütteln, schlagen, zerschlagen, schmeißen, schmieren, ab-, durch-, zerschmieren, schmitzen, schrallen, schwappen, stäupen, schütteln, stöbern, streicheln, stuppsen, tageln, (takeln) ab-, durchtageln, tampen, tamsen (tämsen), ab-, durchtamsen, tänzeln (?), tschöppen, tschiggen (tschiken), tuschen, übergehen (Ton auf geh), wachteln, ab-, durchwachteln, wackeln, ab-, aus-, durchwackeln, walken (walchen), ab-, aus-, durch-, zerwalken, wamsen, ab-, aus-, durch-, zerwammsen, watschen, abwatschen, weifen, wichsen (wixen), ab-, aus-, durch-, zerwichsen, wöllen (wullen), wurzeln (niederdeutsch wörteln), durchwurzeln, zerfleischen, zudecken, zwicken, zwiebeln. - Wie oben gezeigt, verbindet man diese Wörter sämmtlich mit dem Accusativ. Man gebraucht aber viele derselben auch noch in Verbindung mit vielen andern Wörtern, um eine Art und Weise, einen höhern Grad des Schlagens näher zu bezeichnen. (S.  Wams). Will man ein gegenseitiges Schlagen (Schlägerei) unter mehreren Personen ausdrücken, so gebraucht man die meisten der obigen Ausdrücke in rückbezüglicher Form, und sagt: Sich balgen, boxen, kampeln, prügeln u.s.w., wozu auch die Ausdrücke: Sich raufen, zausen, huschen, zupfen u.s.w. gehören. In weiterer Bedeutung kann man hierher auch die Wörter ziehen, welche man von denen gebraucht, die Schläge bekommen, als: etwas ab-, wegkriegen.
sinnverwandt] einem anbaüten (hochdeutsch einheizen), bocken, buaken (hochdeutsch pochen), bunken (von Bunge = Trommel), dâwern, deär'sken (dreschen), taudecken (zudecken), dölwen (hochdeutsch fäusteln), dubben, duldàiwen (einem durch Ohrfeigen, Schläge auf den Kopf u.s.w. die Besinnung rauben) vom holländischen dooven = täuben féägen (fegen), féämen oder fädemen, féusen (mit Faustschlägen behandeln), fikeln und fickeln (schlagen mit einer Ruthe oder mit sehr biegsamen Stecken), fillen (durch Schlagen mishandeln, vom Fell), fläbben (Maulschellen geben, von Fläbbe = Maul), flappen (= klappen), düärèin, fucken (schlagen, stoßen, s.  Fuchswild), gàisen (einen so mishandeln, dass er die Besinnung verliert, s.  Gänsehimmel), hänsen, (s.  hänseln) haugen (hochdeutsch hauen), hèämstern (eigentlich bearbeiten, hier mit Schlägen, von Hamster), kargitseln (mit einer Geissel oder Ruthe schlagen, von kara- gisil, Bussgeissel?), karwatschen (peitschen, vgl. I276, 22), sik kathaltern (kratzen, raufen, schlagen), kilen (keilen), klappen, klappen, kloppen (hochdeutsch klopfen), knällen (mit einem Stocke schlagen, von knallen), knuffen, knüffeln (mit Faustschlägen bearbeiten), knückeln (hochdeutsch knöcheln, Schläge mit den Faustknöcheln oder auf die Knöchel geben), kramantseln (prügeln), kwâsen (mit einem Reise schlagen), möppeln (eig. von Schlägen auf den Mund), nuffen (=knuffen), pälen (schwere, schallende Hiebe austheilen), poaläsen (pfahlarschen. Der zu spät aufgestandenen Magd wird, nachdem sie auf ein Bausch Stroh geworfen worden ist, die Handhabe eines Dreschflegels ans Gesäss gehalten und darauf mit andern Flegelstielen unter Hersagung eines alten Reims die Züchtigung vorgenommen), peitsken (peitschen), pisaken (prügeln), quälen, plagen, puffen, puckern, pülwen, ràistern (eigentlich auf dem Roste braten, hier mürbe schlagen), rängeln (Rängel = Prängel, dicker Stock, Prügel), durengeln oder düärrängeln (durchwalken, nicht von Düringen oder Thüringen), taurichten (zurichten), taurüstern (rüstern = reinigen, säubern), afsäuken (absuchen), sloan (schlagen), sméären (schmieren), smêiten (den Feind werfen), snacken (schallende Peitschenschläge), durgstriken (durchstreichen), strîegen (streichen mit der Ruthe), stripsen (Schläge mit der Rute geben), swâden (stark prügeln), wackeln (durchwackeln), walken, windwackeln (windelweich schlagen), wämsen (das Wams ausklopfen), wiksen. Grafschaft Mark
sinnverwandt] Baitsch'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen, aber auch für schlagen überhaupt), bälz'n (in der Richtung hinaufschlagen), boasch'n (mit der flachen Hand, meist auf den Hintern schlagen, dass es klatscht), begg'n (schnell einen kleinen Schlag geben), bfeffen (pfeffern, hauen), bfloassen (pflastern, abhauen), bîene (birnen, mit den Knöcheln der Faust auf den Kopf schlagen, als ob Birnen darauf fielen), biff'ln (büffeln, mit der Faust schlagen), blai'n (bläuen), bléd'n (plettern, so schlagen, dass es kein Geräusch macht, als wenn der Hahn oder die Gans mit den Flügeln schlägt), bleschen (so schlagen, dass es schallt), bôss'n (poßen, mit einem Stocke schlagen), bragge (bracken, mit der flachen Hand auf den Mund oder den Hintern schlagen), brig'ln (prügeln, eigentlich mit einem Prügel, dann schlagen überhaupt), buffe (buffen, mit der Faust stoßen), buksen (mit der Hand schlagen), bume (pumen, mit der Faust wiederholt auf den Rücken schlagen, dass es einen dumpfen Laut gibt), doacht'ln (dachteln, auf den Kopf, aufs Dach schlagen), dascheln (täscheln, sich zarte, freundliche Schläge auf die Wange geben), dêdschen, (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dibb'ln (auf den Kopf stoßen), dobb'ln, dólne' (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dresch'n (wiederholt und derb schlagen), drischäggen, faunzen (Schläge ins Gesicht, besonders auf den Mund geben), figge (ficken, ein wenig mit der Ruthe streichen), fisolen, flacheln (mit irgendetwas Breitem und Dünnem schlagen), floaschnen (mit der breiten Hand Schläge auf die Wange oder über die Ohren geben), fliggen (ein wenig, und zwar auf den Hintern schlagen), fotzne (fotzen, mit der Hand Schläge auf den Mund geben, der hier im verächtlichen Sinne Fotze genannt wird), gaeseln (geisseln, mit der Peitsche schlagen), glópfe (klopfen, namentlich auf die Finger schlagen), hauen, kanifeln (karnüffeln, hart behandeln, quälen), karwâtschen, kîen (kehren, auskehren), koramisiren (ad coram nehmen, einschließlich der Abstrafung), kueranzen (hart behandeln), maltratien (malträtiren = stoßen, schlagen, mishandeln), messen, müllen, nuss'n (stoßen, besonders mit der Faust), ohfaign ge (ohrfeigen, Schläge ins Gesicht und über die Ohren), salben, sâweln (mit einem Säbel schlagen), schmalzen, schmien (schmieren), schnoalz'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen), sdraeffé (streifen, mit einem länglichen Instrumente schlagen), streichen, striegeln, stricksen (Schläge mit einem Stricke geben), sohlen, wacheln (schlagen, dass es Wind macht), watschen, waegge (weichen = durchweichen, durchprügeln), wässern, wichsen, wuschen (mit der Ruthe streichen) herabziehen, zudecken, zurichten, zwifeln (zwiebeln, schlagen mit dem Nebenbegriff des Quälens, Peinigens). Niederösterreich

Da schlêt de Ogen up as de Gös, wenn dat wäret (wittert).
i] Wer halb dumm und halb verlegen auf etwas blickt.

Da schmeckt's nit nach Kicheli.
Franken
i] Riecht es.

Dä schmirt im Brei öm de Mul.
v] Hä wel alles mem Hohnerklöche krige. Köln
var ]Mer môss dat esu mem Hônderklögche krigge. Köln

Dä schmückt de Brotis.
Luzern
i] Mundartlich für: riechen.

Da schoss der Blinde eine Krähe.
altfries] De ar skuat de Blinj en kraek.

Dä schrabb net om Boddem.
Bedburg
i] Bei dem hat's keine Not, er ist wohlhabend.

Da schreibet weder Lucas noch Syrach etwas (viel) davon.
i] Wortspiel mit Lugas und Lukas.
ho] Lukas schrijft daar nit van.

Dä schriew met dubbelde Kreck (Kreide).
Bedburg

Da schwankt der Schwanz ohne Kopf, wo das Weib sich die Herrschaft nimmt.

Da schwebt hervor Musik mit Engelschwingen,
Verflicht zu Millionen Tön' um Töne,
Des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,
Zu überfüllen ihn mit ewger Schöne:
Das Auge netzt sich, fühlt im höhern Sehnen
Den Götterwert der Töne wie der Tränen.
Goethe, Trilogie der Leidenschaften. Aussöhnung

Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.

Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Roßdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.
var] Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
var] Nos poma natamus, sprach der Rossbolle und schwamm mit andern Äpfeln den Bach ab.
var] Wir Äpfel kommen von Strasburg, sagte der Rossdreck, als er auf dem Rhein dahergeschwommen kam.
ho] Wij appelen zwemmen, zei de paarden keutel.
la] Etiam corchorus inter olera.

Da schwimmen wir Appel, seggt dei Rossappel, un schwemmt mit 'n Gravensteiner dei Bäck lang.
Mecklenburg

Da schwimmen wir öpffel daher, sagt jhener rosstreck, schwamm er mit andern öpffeln den bach ab.

Da seh ich dich, du Krone aller Frauen, in weiblich reizender Geschäftigkeit,
In meinem Haus den Himmel mir erbauen
Und, wie der Frühling seine Blumen streut,
Mit schöner Anmut mir das Leben schmücken
Und alles rings beleben und beglücken.
Schiller, Wilhelm Tell, II, 2 (Rudenz)

Da sehen Sie, wie Menschen mit ihren Menschenbrüdern umgehen.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten

Da seht ihr doch, dass ein Ochs darin Platz hat, sagte der Schulz zu den Gemeinderäten welche behaupteten, die Viehtränke sei zu eng, und tauchte seinen Kopf hinein.

Da sei die Tür vor mit der hölzernen Klinke.
i] Das Tue nicht o. das Tue ich nicht.
ndt] Dar si de Dör vör un dat hêle Hûs.

Da sei Gott vor!
la] Ne di sirent. Plautus

Da setzt es was.
i] Da gibt es Schelte, Verweise, Schläge.

Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf weiß, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is.

Da sich das geschwisterliche Gefühl besonders von oben nach unten äußert, nämlich in der Fürsorge der Größeren für die Kleineren, bildet es ganz natürlich den Kern für eine spätere soziale Einstellung.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Da sich die Dinge des Herzens nicht erklären lassen, sind die empfindsamen Menschen in den philosophischen Diskussionen immer unterlegen.
Sully Prudhomme, Gedanken

Da sich gar manches unserer Erfahrungen nicht rund aussprechen und direkt mitteilen lässt, so habe ich seit langem das Mittel gewählt, durch einander gegenüber gestellte und sich gleichsam ineinander abspiegelnde Gebilde den geheimeren Sinn dem Aufmerkenden zu offenbaren.
Goethe, An K. J. Iken, 27.9.1827

Da sich Greise dem Kindesalter nähern, so ist ein Jüngling gegen ein solches Kind ein gesetzter Mann.
Jean Paul, Gedanken

Da sie [Madame de Staël] keinen Begriff hatte von dem, was Pflicht heisst, und zu welcher stillen gefaßten Lage sich derjenige, der sie übernimmt, entschließen muss, so sollte immerfort eingegriffen, augenblicklich gewirkt, sowie in der Gesellschaft immer gesprochen und verhandelt werden.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1804

Da sie die Meerkatze melken wollten, sperrte sie sich unbändig. Da sprachen sie: Die Milch bei solcher ist (gewiss) schlechter Art.
Ägypten

Da Sie es übrigens halten wie ich: den Tag zu sichern und zu schmücken wie möglich und dem Dulden sogleich eine Tätigkeit entgegenzusetzen...
Goethe, An Marianne v. Willemer, 10.2.1832

Da sie selber nicht einsahen, was ihnen frommte, so nahmen sie sich einen Blinden zum Führer. Cicero, Tusculanae

Da sie spann, hatte sie an.

Da Sie übrigens meinen Divan so gut kennen, so wissen Sie, dass ich selber gesagt habe: 'Wenn man Wein getrunken hat, weiß man das Rechte', und dass ich Ihnen also vollkommen beistimme. Es liegen im Wein allerdings produktiv machende Kräfte sehr bedeutender Art, aber es kommt dabei alles auf Zustände und Zeit und Stunde an, und was dem einen nützet, schadet dem anderen.
Goethe, Eckermann, 11.3.1828

Da sieh mir nur die schönen Knaben!
Es ist wahrhaftig eine Schmach:
Gesellschaft könnten als die allerbeste haben,
Und laufen diesen Mägden nach.
Goethe, Faust, I, 2 (Bürgermädchen)

Da siehst du nun, wie's eineng geht,
Weil sich der Beste von selbst versteht.
Goethe, Sprichwörtlich

Da sieht der Kommunismus viel weiter, der richtig lehrt, dass noch niemals eine herrschende Klasse ihre Privilegien freiwillig abgegeben habe - nicht einmal die Kirche hat das getan. Tucholsky, Brief an eine Katholikin

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