<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Da ist nichts zu gewinnen als Pulver und Blei.
nl] Daar is niet te halen dan krud en lood.

Da ist nichts zu kneifen und zu beien.
ndt] Dar is nicks to knpen edder to biten.
i] Da ist nicht das liebe Brot im Hause.

Da ist nichts zu schleifen.

Da ist niemand zu Haus.
nl] Daar is niemand t' huis.

Da ist nit mehr dann haut und beyn.
la] Viri senis astaphis calvaria.

Da ist noch Eiter drin.
nl] Dat uitgezworen is, zal niet tot etter zweren.

Da ist noch gar kein Ende abzusehen.
i] Um zu sagen, dass etwas gar kein Ende nehme, um bersttigung, berdruss daran auszudrcken, haben wir unter anderen die Redensarten: Potz Geck und kein Ende! Kritik und kein Ende! (Lessing.) - Shakspeare und kein Ende. (Goethe.) - Kerel un kein Enne. Rtensplt (Reissenspleiss) un kein Enne. (Schambach.) - Narren und kein Ende.

Da ist noch keine Not, wo ist drr Fleisch, saurer Wein und schimmlig Brot.

Da ist Ruh, wo kein Weib kommt zu.

Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt.
i] Ironie, soviel als: Der Bock ist zum Grtner gesetzt.

Da ist Sache.
i] In der Niederlausitz, um zu sagen: Da gibt es vollauf und gut zu leben. Da ist nicht Sache = da ist nicht viel zu haben, nicht viel los.

Da ist Salz und Schmalz verloren.

Da ist schlecht zehren, wo weder Brot noch Wasser ist.
mhd] Dr is qut teren, dr noch brt noch water is.
la] Estur ibi prave, nihil est ubi panis et undae.

Da ist schlechte Weide, sagte Jermis, als er eine Laus auf einem kahlen Kopfe laufen sah.
nl] Daar zit niet veel gras op de weide, zei Teeuwes de boer, en hij zag eene luis op een' kalen kop grazen.

Da ist schlechtes Wetter im Ehestandskalender.
Nrtingen

Da ist Schmalhans Kchenmeister
en] they are an short commons
fr] il n'y a pas grand'chose se mehre sous la dent - an serre la ceinture
it] qui si sta a stecchetto - qui si tira la cinghia

Da ist Spitz' und Knopf beinander gewesen.
Franken

Da ist trauern und Wehklagen die beste Freude.

Da ist Treu' und Ordnung hin, find't sich ein Beerleiterin.
i] Die des Abends abholt, was die Wirtin den Tag ber erbrigt und erstrichen.

Da ist unser Herrgott gerade nicht auf der Welt gewesen.
Troppau

Da ist unserem Herrgott ein Stck Vieh hingefallen, sagte der Bauer, als der Schultheiss im Walde strauchelte und fiel.

Da ist unsre Heimat, diese Dinge
Bleiben in den Tiefen unsrer Seele.
Carl Spitteler, Der verlorene Sohn

Da ist Verstand von nten wo man auf des Klugen Frage antwortet.
Finnland

Da ist viel Rauch, doch Braten gibt es nicht.

Da ist viel umgeflodert.
z] (Da sind) Mnch und Nonnen umbgeflodert, da alles voller Breut und Breutgam, Plumpf und Hochzeit, Geigen und Pfeifen, hu, hu.

Da ist Waschen und Bgeln beisammen.

Da ist weder Stumpf noch Stiel berblieben.

Da ist Wort und Zuspruch.
la] Sunt verba et voces.

Da ist zum Streuen und Vorlegen.
i] Es ist berfluss, mehr als ntig ist, vorhanden.
jdisch-deutsch] Mit an Ojdef. (Mit Zugabe)

Da ist's als gbe man einer Sau eine Muskatennuss.
Nrtingen
i] Sie tritt sie auch in den Kot.

Da ist's freilich gut Pferd sein, sagte der Bauer, als er seinen Gaul tot im Stalle fand, den ganzen Winter hat das Bst gefressen, und nun es im Frhjahr zur Arbeit geht, crepiert es.

Da ist's grad als schmiss' ich 's Geld in Bach hinein.
Nrtingen

Da ist's grad, als man schntze an den Block.
Rottenburg

Da ist's grad, man lang in einen Klemmerhaufen hinein.
Nrtingen
i] Klemmerhaufen = groe schwarze Waldameise.

Da ists gut, wo wir nicht sind.
Litauen

Da ist's immer gut, wo wir nicht sind, da kocht man Grtze in lauter Butter.
Finnland

Da ist's so kalt wie in einem Hundestall.

Da ist's weit hin; wenn die Kle da gekocht werden, knnen wir oft taufen.
i] Von sehr weit entlegenen Orten und Sachen.

Da Ja im Brauche ging, stand's mit der Welt nicht so gering.

Da Jagl (Jakob) (25.7.) tuet d' Oepfl salzen, da Lenzl tuet's schmalzen, da Bartl gibt ean n Gschmack und da Michel brockts a.
i] Damit bestimmt man in Obersterreich die allmhliche Zeitigung der pfel.

Da Jakob (25.7.) will an toten Mon hobn.
i] Nach einen in der Oberpfalz herrschenden Aberglauben muss um Jakobi jemand eines gewaltsamen Todes sterben.

D jt dem alles en de Kch (Kche).
Bedburg
i] Begnstigt ihn auf eine aufallende Weise.

Da jederman gehet, wchst kein Grass.

D ka mer op et Ht (Haupt) blosen.
Bedburg

Da kam der Knoten zur Hand.
ndt] Diar km a Knaat tu hun.
Amrum

Da km' ich schn zu Markt.
Meiningen
i] Da wrde ich bel ankommen.

Da kam Jap zur Tr und ertappte dich.
i] Empfiehlt Klugheit im Sprechen, damit einer sich nicht selbst verrt.
altfries] Dear kam Jap t Dr.

Da kam Jap zur Tr.
ndt] Diar kam Jap t Dr. Sylt
i] Er konnte nicht lnger schweigen.

Da kam man uns so hart auf das Leder.

Da kamt se mit vuller Musik.
i] In groem Jubel.

Da kann die Haushaltung nicht bestahn, wo die Henne nicht scharret wie der Hahn.

Da kann einem ja Angst und Bange werden.
en] to be scared stiff, to be scared to death, to be frightened out of one's mind, to be scared to bits, to be scared shitless, to brick it

Da kann em de Himmel vertreibe(n).
Ulm

Da kann er sich einen Pudel schnitzen.
i] Auf einen armen Handelsmann, der sich zwischen zwei reichen Konkurrenten niedergelassen hatte.

Da kann ik min Kinner kn Brod (Brot) fr kopen.
i] Sagen bedrftige Mtter, die Mhe und Arbeit ohne entsprechenden Lohn tun sollen. Davon kann ich nicht leben.

Da kann kein Teufel klug draus werde.
Ulm

Da kann keine Stecknadel mehr zu Boden fallen.
i] So dicht ist das Gedrnge.

Da kann man alt werden, oder gar sterben.
i] Nmlich bis dahin, dass u.s.w.

Da kann man die ganze Welt sehen und Andelfingen.

Da kann man eine Laus peitschen.
i] Wo es sehr kahl ist.
nl] Daar kan men wel eene luis op geeselen.

Da kann man frank und frhlich leben:
Niemanden wird recht gegeben,
Dafr gibt man wieder niemand recht,
Machts eben gut, machts eben schlecht,
Im ganzen aber, wie man sieht,
Im Weltlauf immer doch etwas geschieht.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien IV

Da kann man keinen ruhigen Furz lassen.
Rottenburg
i] Man ist da zu beschftigt oder zu geniert.

Da kann man nichts machen, wo nichts verrissen ist.
Nrtingen

Da kann man sehen, was die Gans fr Fett hat.
nl] Men zal zien, wat de gans voor vet inheeft.

Da kann man sich die Zhne dran ausbeien.

Da kann man vor Gottes Segen nicht dazu kommen.
Meiningen
i] Wo groer Zudrang herrscht.

Da kann man Wunder von erzhlen.
nl] Daar wilde ik wel vel wonders van vertellen.

D kann met enem g krschen un met em angre lchen.
Bedburg

D kann sen ege Leid net schweggen.
Bedburg
i] Plaudert seine eigenen Misshelligkeiten aus.
nl] Hij kan zijn eigen leed niet zwijgen.

Da kann sich der Teufel viel Paar Schuhe ablaufen.
i] Ehe er nmlich das oder jenes erreichen, den oder jenen fangen wird. Diese Redensart erinnert an ein Sprichwort, das die Insassen russischer Strafanstalten auf sich anzuwenden pflegen: 'Der Teufel hat drei Paar Bastschuhe abgetragen, ehe er uns alle in einen Haufen zusammenbrachte.'

Da kann's nicht zusammengehn, wenn eins sagt Wista, das andere Hott.
i] Von einer uneinigen Ehe.

Da kannst du dir eine Scheibe von abschneiden! (Tadel)

Da kannst du dran riechen.

Da kannst du warten, bis du schwarz (o. grau) bist
en] you can wait until you are blue in the face (o. until the cows come home)
fr] tu peux attendre jusqu' la saint-glinglin
it] campa cavallo che l'erba cresce - puoi aspettare il giorno del giudizio

Da kein Haar, ist bel kemmen.

Da kein Lehenmann, da ist auch kein Handlohn.

Da km ik up en stven Hund to rden.
Holstein
i] Stf = stumpf, kurz, abgestutzt. - Da kme ich schlimm weg.

Da kennt sich keine Sau aus.
i] Bei Sachen, bei denen man die Geduld verliert.

Da klebt Pech.

Da kommen die Musikanten heraus.
i] Das sind die Folgen davon.

Da kommen noch eine groe Menge Knpfe aus Kamelgarn dazu.
ndt] Dar kamen noch'n heele Blt Knopen un Kameelsgarn bi.
i] Die Zutaten machen die Sache teuer.

Da kommen sie herunter vom Drachenberge.
i] Die Feinde, Gegner. - Wenn pltzlich etwas anders kommt, als man erwartet. Im Kartenspiel glaubt z.B. jemand smtliche Stiche oder wenigstens mehrere zu machen; der Gegner aber spart die Mehrzahl der Trmpfe, sodass er nach dem Herausziehen der Trmpfe den letzten Trumpf behlt und nun eine Zeit lang Freiblatt spielen kann, wodurch er Gewinner des Spiels wird, wobei die obige Redensart angewandt zu werden pflegt.

Da kommet zwoi und bringent oin, hat 's Maidli gsait, und htt an Floh zwische zwoi Finger ghtt.

Da kommst du an den Rechten.
i] Nimm dich vor ihm in Acht; er ist durchtrieben, rnkevoll.
la] Cornutam bestiam petis.

Da kommst du blind.

Da kommt alles Unglck zusammen.
nl] Dat is de stopel van alle ongeluk.

Da kommt auch einer aus unserer Zunft, sagte der Khler zum Schornsteinfeger, als er einen Priester sah.
nl] Daar gaat onze confrater, zei de smid tegen den schoorsteenveger, op een' predikant wijzende, waut hij is ook in't zwart.

Da kommt Berg und Tal zusammen, sagte Klaus, als er einen Bucklichen gehen sah.

Da kommt das mit Sieben beladene Kamel.

Da kommt das Schicksal - roh und kalt
Fasst es des Freundes zrtliche Gestalt
Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde
- Das ist das Los des Schnen auf der Erde.
Schiller, Wallensteins Tod, IV, 12 (Thekla)

Da kommt die Braut, um die man tanzt (o. mit der wir tanzen sollen).
i] Im Kriege galt: das ist der Feind, der zu schlagen, die Festung, die zu erobern ist. Von Hochzeiten entlehnt, wobei man an vielen Orten um die Braut herumtanzt, um ihr, wenn sie nicht Witwe ist, unter mancherlei Neckereien den Kranz zu nehmen.
la] Haec Helena. (Lucian.)
la] Hic sunt gaudia.

Da kommt ein Galgenstrick zum anderen.

Da kommt eine Wespe ins Hornissennest.
z] Hat denn der Teufel meinen Herrn schon geholt, oder hat er sich in seine Liebste versteckt? Da kme eine arge Wespe in ein Hornissennest.

Da kommt Rustan mit dem Knig,
tut schon vornehm, blickt schon stolz.
Ei, umgldet's nur ein wenig,
dnkt sich Edelstein das Holz.
Grillparzer, Der Traum, ein Leben III
Zanga

Da kommt Stroh druf.
i] In Berlin fr: Das ist schon lngst vergessen.

Da knnen die Spinnen in den Brotsack bauen.
z] Wenn ihr bei der nchsten Wahl wieder fr den Fortschritt stimmt, werdet ihr bei den Uferbauten keine Arbeit finden, und dann knnen die Spinnen in den Brotsack bauen, sagte ein nassauischer Uferbaubeamter zu den Arbeitern.

Da knnt' der Ofen einfallen.

Da knnt' der Teufel 's Heu rakeien.
i] Wenn man unwillig ein unntzes Geschft verlsst.

Da knnte die Katz' ein Vieh werden.
Kamnitz

Da knnte ein jeder kommen.
Nimptsch in Schlesien

Da knnte eine Lammesgeduld reissen!

Da knnte ich nie drauf abfahren!

Da knnte man eine Gnsehaut bekommen.
Rottenburg
i] Bei schaurigen Erzhlungen.

Da knnte man nicht einmal einen Stein als Medizin bekommen.
i] Dies Sprichwort schildert die auerordentliche Seltenheit der Steine in verschiedenen Gegenden Ungarns, z.B. im Theisgebiet.

Da knnte man sich die Augen aus dem Kopfe herausgucken.

Da knnte man sich die Lungen herausschreien.

Da knnte sich mancher andre eine Scheibe (o. auch ein Stck) davon abschneiden.
i] Sich ein Beispiel nehmen. Anerkennend.

Da knnten keine sieben Katzen eine Maus in fangen.
Sauerland

Da krht kein Hahn danach.
i] Gleichgltigkeit bei gewissen Ereignissen. Der Hahn krht nach nichts; wenn also der Hahn nicht einmal nach etwas krht, so muss es sehr unbemerkt bleiben.
ndt] Dor krit gennen Hahn no. Kleve

Da kreit nig Hund noch Hn na.
i] Die Sache hat keine Folgen, sie bleibt verschwiegen.
d] Der gide ikke en hund deraf.

Da krepiere de Mes (Muse) n de Speckkammer (Speiskammer).

Da kribelt's und wibelt's von leuten.
z] Erde, Wasser, Luft, und alles was drinnen kriebelt und wiebelt.

Da kriegt einer Senge.
i] Hiebe, infolge deren der Durchgehauene warm wird. Seng = warmer Lufthauch, Windsto.

Da kriegt noch eher ein Haubenstock 's golden Vliess.
Wien

D Krog (Krug) geht as lang zo d'r Baage bs ' brech d'r Hals od'r d'r Kraag.
Euskirchen

D krmp sich wie' ne Wurm.

Da Kroug gt asou lang zei Bassa (in das Wasser) poss a necht en Hals brecht.
Ungar. Bergland

Da kummer mag a sich unter der Kniekehle zubinden.

Da kunn man glk de kle Pss kriege.

D ktt (kommt), wann et Boch mgedraht es.
Bedburg

Da lachen de Kg in'n Stall drowa.
Ukermark
i] Um Unwitziges, Ungereimtes zu besptteln.

D let alle Rme zo Bord.
Bedburg
i] Die Ruder der Schiffer werden auch Riemen genannt. Der obere Rand des Schiffes heit Bord. Wenn nun alle Riemen ttig zu Bord gelegt werden, hat der Schiffer alles aufgeboten, um seinen Zweck zu erreichen.

Da lat de Immeken vor sorgen!
Braunschweig
i] Ein alter Invalide, der vor Jahren in Braunschweig gelebt hat, erzhlte, als er ber den englisch-amerikanischen Krieg, den er als verkaufter Braunschweiger mitgemacht hat, sprach, wie in Amerika alles so viel grer sei, dass namentlich die Bienen so gro wie hierzulande die Hummeln seien. Ein Zuhrer fragte darauf, wie gro die Bienenkrbe gewesen: 'Ebenso gro wie hier', antwortete er. Als man weiter fragte: 'Wie kamen aber die Bienen hinein', antwortete er: 'Ach, da lat de Immeken vor sorgen.' Diesem Ursprung entsprechend, gebraucht man in Braunschweig und Umgegend das Wort, um zu bezeichnen, dass man sich um etwas gar nicht bekmmern wolle.

Da lebet Gott, da lachet Gott.
la] Nunc Dii beati.

Da Lehrus ist ofte klga os da Mesta.
Nordbhmen
i] In dem Manuscript aus Bhmen steht dies Wort mit der Erklrung: Lehrling. Es ist aus der Gegend von Kamnitz.

Da leit's (liegt's), sagte die Jungfer, als sie 's Kind verlor.
i] Wenn uns etwas begegnet ist, das wir nicht lnger verbergen knnen, so gern wir wollten. Von einem Mdchen entlehnt, die ihre Schwangerschaft verborgen oder bisher geleugnet hatte, als sie whrend eines Tanzes pltzlich entbunden ward.
ndt] Da liggt es, sagt ihene gute magt, do empfiel yhr das kind am tantze.
ndt] Dr ligt't, sd de Diern, un dat Kind fl r in'n Danz weg.
nl] Daar ligt het, zei de meid, en haar ontviel een kind, terwijl zij danste.
la] Dies in lucem profert occulta.
la] Ibi jacet, quod placet.

Da liebt der Mann in der Frau nur die Gattung, die Frau im Mann nur den Grad seiner natrlichen Qualitten und seiner brgerlichen Existenz und beide in den Kindern nur ihr Machwerk und ihr Eigentum.
Friedrich Schlegel, Lucinde

Da lief ich frisch hinzu, so wie ich war,
Und mit der Axt hab ich ihm 's Bad gesegnet.
Schiller, Tell

Da liegen die Schweine, nu knnen wir Wurst machen.
Schlesien

Da liegen sie auf einem freien Platz im Walde, zwei- bis dreihundert arme Kerls, das chzen und Schreien, der Blutgeruch mit dem frischen Duft der Nacht, des Grases, der Bume - dieses Schlachthaus!
Walt Whitman, Tagebuch (1863)

Da liegt (sitzt) der Hase im Pfeffer.

Da liegt de Dreck, sd de Pap, on lt dat Kind falle.
hdt] Da liegt der Dreck, sagte der Pape, und lsst das Kind fallen.

Da liegt de Dreck, wat kost't de Botter?
Ostpreuen

Da liegt der Butz.
la] Hinc illae lacrymae. Horaz

Da liegt der Dreck, sagte der Kster, als er in die Kirche geschissen.
nl] Daar ligt de stront, zei de Koster, en hij sch . in de kerk.

Da liegt der Dreck, was gilt (wie teuer ist) die Butter?
i] Wenn z.B. ein Topf zu Boden fllt und zerbricht. In Schlesien auch als Spott auf schlechte Ware.

Da liegt der Fuchs begraben.

Da liegt der ganze Brast.

Da liegt der ganze Magistrat.
i] Beim Kartenspiel, wenn die hchsten Trmpfe in einem Spiel zusammenfallen.

Da liegt der Has im Pfeffer!

Da liegt der Hase im Pfeffer nicht.
i] Das ist nicht der Fehler, hierin liegt's nicht.
fr] Ce n'est pas l que le pot s'enfuit.

Da liegt der Hase im Pfeffer.
i] Da ist die Schwierigkeit, daran hngt es.
i] Unter Pfeffer ist nicht das bekannte Gewrz, sondern eine im Mittelalter bereitete Brhe gemeint, wobei der Pfeffer einen Bestandtheil bildete. Hasenpfeffer war eine Speise in brauner Pfefferbrhe. Das Berliner Fremdenblatt (1866) sagt ber die Redensart: 'In einigen Gegenden Norddeutschlands wird das Hasenklein mit vielem Gewrz und Pfeffer bereitet, es kommen dazu allerlei Zutaten, sodass das eigentliche Klein (sowie im Fricasse das Hhnerfleisch) mitunter schwer zu finden ist. Wir nehmen nun an, dass sich daraus die Redensart: Da liegt der Hase im Pfeffer, gebildet hat fr gewisse Knotenpunkte, die schwer aufzufinden oder zu lsen sind.' Im Westflischen: Doa ligt de Hase im Peaper. - Wann der Has in der Schreiber Pfeffer kmt. 'Man merkt ine gar wol al allzit, wo ihm der Has im Pfeffer lit.' 'Sie sah, eh er den Mund gespitzt, schon, wo der Has im Pfeffer sitzt.'

Da liegt der Hund auf dem Heu.

Da liegt der Hund begraben.
i] Das ist's, worauf es ankommt; hier ist das Hindernis. In einer frhern Periode, wo Nrnberg als Freie Reichsstadt blhte, wurde dort das noch stehende Rathaus nach einem groen und kostspieligen Plan und Anschlag erbaut. Dieser Bau whrte mehrere Jahre, und er war bis auf einen Flgel vollendet, als es der Stadtkasse an Mitteln gebrach, die Kosten nach dem gemachten Anschlage zu bestreiten. Der Bau unterblieb also, und der fehlende Teil wurde nun, statt massiv, nur aus Fachwerk erbaut. Der Baumeister fhrte in seinem Petschaft einen Hund; und ber die letzte massive gotische Tr, die nach diesem nur leicht und wohlfeil erbauten Flgel fhrt, hat er diesen Hund, in Stein gehauen, anbringen lassen, wodurch das obige Sprichwort entstanden sein und welches symbolisch andeuten soll: Man kann in einer angefangenen Sache nicht weiter gehen, weil unbersteigliche Hindernisse vorhanden (eingetreten) sind. Nach noch einer anderen Erzhlung: Der sterreichische Feldhauptmann Sigmund II. (1547-1610) hatte einen treuen Hund, der ihm auf einer seiner Fahrten in den Niederlanden das Leben gerettet hatte, diesem lie er an der Gartenmauer des Schloss-Brauhauses zu Sanct-Veit (Obersterreich) ein Denkmal mit einer Inschrift setzen: das noch bis zum Zusammenfall der Mauer (1821) gestanden hat.
z] Ich erinnere mich eines Streites der Maurergesellen weil einer derselben einen toten Hund so eingemauert hatte, dass der Schwanz herausgehangen, wodurch das ganze Mittel (Maurer- oder Bauhandwerkerzunft) sich beschimpft fhlte, ein gewaltiger Streit entstand und die Mauer abgetragen werden musste. Dies soll die Redensart veranlasst haben.
z] Im Schloss Seisenburg war einmal ein Graf, der einen Hund besass, welcher ihm ungemein lieb war. Als das Tier starb, lie es der Graf ausweiden, den leeren Balg mit Dukaten fllen und so begraben. Nach langer Zeit kam eines Tages der kleine Sohn des herrschaftlichen Jgers zum Grossvater gesprungen mit den Worten: >Grossvater, geschwind, geschwind, da drauen liegt ein wunderschner Hund, der glnzt wie Gold.< (Da liegt der Hund begraben.) Das Kind zog den Alten, der nicht wollte, mit sich; und in der Tat, er sah den Hund, glnzend in Gold, in einiger Entfernung vor sich liegen; als sie aber nahe kamen, war er verschwunden.
z] Nur eine Stunde vom Inselsberge herab, bei dem Dorfe Winterstein, ist ein Grab; der verwitterte Denkstein trgt die Inschrift:
Ano 1650 Jar der Marcinwar
ward ein Hund hieher begrawen,
das ihn nicht fressen die Rawen,
war sein Name Stuczel genannt,
Frsten und Hern wohl bekannt
geschah ub seiner groe Trauligkeit,
die er seine Hr. und Frawen beweist.
Im Volksmunde geht der Vers noch, wie folgt, weiter:
Schickt man ihn hin nach Friedenstein,
so lief er hurtig ganz allein,
und hat er seine Sach' ausgericht,
drum hat er diesen Stein gekriegt.
Im Dreiigjhrigen Kriege hatte der betreffende Hund den Briefwechsel zweier Liebenden zwischen Winterstein und Friedenstein sehr treu und pnktlich besorgt; wofr ihm ein ruhiges Alter zugesichert wurde. So lange er indes noch laufen konnte, leistete er Dienste: so lief er z.B. tglich von Winterstein nach dem 11/2 Stunde entfernten Waltershausen, Einkufe zu machen. Solche Treue wollte man nach dem Tode desselben noch ehren. Man begrub ihn unter groer Leichenbegleitung auf den Kirchhof, wo ihn aber die Geistlichkeit nicht duldete. Stuczel, so hiess er, musste wieder ausgegraben werden und eine andere Grabstelle erhalten; wo er nun schon ber zwei Jahrhundert liegt. Hund hat aber auch die Bedeutung eines Schatzes.
z] Da ligt der Hund (und klopfft mit der Hand auff sein Daschen).
ndt] Dar liggt de Hund begrawen.
en] there's the rub (o. the snag)
fr] C'est l le noeud de l'affaire.
fr] C'est l o gt le livre.
fr] C'est l que gt le livre.
fr] Voil le hic.
nl] Daar ligt de haas in het zout.
nl] Dr ligt de hond begraven.
it] qui casca (o. mi casc) l'asino
it] qui sta il busillis (o. il punto)
la] Hinc illae lacrymae.
la] In eo cardo rei vertitur.

Da liegt der Igel im Hag.

Da liegt der Kse, was gilt die Butter?

Da liegt der Quark, wie teuer ist die Butter?
z] Sprach Peter Fiebig und deutete triumphierend auf den halb umgeworfenen Lohnwagen.

Da liegt des Pudels Kern.
i] Diese Redensart ist aus Goethes Faust entlehnt. Als sich der Pudel in Mephistopheles verwandelt, sagt Faust: 'Das also war des Pudels Kern!'

Da liegt die ganze Prostemahlzeit.
Ostpreuen

Da liegt die Schlange im Grase.
nl] Daar is een otter in't bolwerk. - Daar schuilt eene slang onder het loof.
sd] Der ligger en snook i grset.

Da liegt ein groer Klotz begraben.

Da liegt ein Musikant (ein Spielmann) begraben.
i] Wenn man an einen Stein stt.

Da liegt ein Musikant begraben.
Ostpreuen
i] Wird gesagt, wenn jemand sich an einen Stein stsst oder auf dem Wege stolpert.

Da liegt ein Spielmann begraben.
i] Wird gesagt, wenn jemand stolpert oder fllt.

Da liegt eine im Kindbett.
i] Redensart beim Kartenspiel, wenn eine Karte unter den verdeckt liegenden auf dem Rcken erscheint.

Da liegt einer auf der faulen Haut, ist zu trge, eine ernsthafte Aufgabe zu bernehmen, aber den anderen drngt er, gerade als msste der andere gleich aus voller Kehle zu singen anheben vor Freude darber, dass sein Freund auf der faulen Haut liegt.
Nikolai Gogol, Vier an verschiedene Personen gerichtete Briefe, die 'Toten Seelen' betreffend

Da liegt er, sagte die Frau am Grabe des Mannes und schneuzte die Nase ins Grab.

Da liegt es, sagte das Mdchen, als ihr beim Tanzen ein Kind entfiel.
var] Da liegt es, sagte das Mdchen, und das Kind viel ihr beim Tanzen weg.
var] Da liegt's, sagte jene gute Magd, da entfiel ihr das Kind im Tanz. Agricola

Da liegt es, sagte das Mdchen, und das Kind viel ihr beim Tanzen weg.

Da liegt es, sagte jene gute Magd (Jungfer), da entfiel ihr das Kind beim Tanze.

Da liegt Musik drin.
i] Sagt der Berliner, um anzudeuten, dass ihm die Sache richtig oder vortrefflich erscheint.

Da liegt sie, sagte der Hundebernd, und warf sein Weib die Treppe hinab.
nl] Dat ligt, zei Maarten, en hij gooide zijn wijf van de trappen.

Da liegt's, davon man lange hat gesagt, sprach die Maid beim Tanze, der das Kind entfiel.

Da liegt's, sagte jene gute Magd, da entfiel ihr das Kind im Tanz.
Agricola

Da liegt's, sagte jene Magd, und schmiss den Brei in Dreck.

Da liegt's, sprach die Magd im Kranz, verzettet sie das Kind im Tanz.

Da liegt't, se(de) de Magd, as se den Br in'n Dreck smt (schmiss).

Da lie Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen.
1. Mose 2,21
i] Davon wohl: tief schlafen, Tiefschlaf = Stadium des traumlosen Schlafs.

Da liee sich ein Pakt,
Und sicher wohl,
Mit euch, ihr Herren, schlieen?
Goethe (1749-1832), Faust, I (Faust)

Da lobe ich mir das Studium der Natur, das eine solche Krankheit [Taschenspielerknste der Dialektik] nicht aufkommen lsst! Denn hier haben wir es mit dem unendlich und ewig Wahren zu tun, das jeden, der nicht durchaus rein und ehrlich bei Beobachtung und Behandlung seines Gegenstandes verfhrt, sogleich als unzulnglich verwirft. Auch bin ich gewiss, dass mancher dialektisch Krankeim Studium der Natur eine wohlttige Heilung finden knnte.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 18.10.1827

D lf met beeze Hnden en et Fer.
Bedburg

Da Losa on da Wond head sain oagni Schond.
Niedersterreich
i] Lose = Loser, Lauscher, Horcher.

D lot sich 's Gras nit ungere Fe wachse.
Emmenthal
nl] Hij laat geen gras onder de voeten groeijen.

D mt 'nen Bass'lemanes (= eine Verneigung, vom Spanischen 'beso las manos'), dat sich et Hemp en sibbe Felde lht (= legt).
Kln

Da mache sich einer einen Vers daraus.
i] Wenn etwas Unverstndliches, Ungemeines geschieht oder gesagt wird.

Da machen wir's noch einmal wie der buchner Pfarr'.
Thringen
i] Der buchner (ob Bucha bei Ziegenrck?) Pfarrer war ein sehr origineller Mann. Ein starker Gewitterguss hatte die ber den Bach fhrenden Stege hinweggeschwemmt, sodass der Pastor zur Verrichtung einer bevorstehenden Taufhandlung nicht hinber, aber auch die Paten nirgends herber konnten. Da lie der Pfarrer eine Handspritze holen und bedeutete die Paten, so nahe als mglich zu treten und den Kopf des Tuflings zu entblen. Mit der Spritze in der Hand verrichtete der Geistliche die erforderlichen Formalitten und sprach dann ber den Bach auf den Tufling spritzend: 'Ich taufe dich im Namen des Vaters (erster Spritzstrahl) und des heiligen Geistes (zweiter Spritzstrahl), Amen.' Da riefen die Paten: 'Herr Pfarrer, Sie haben den Sohn vergessen.' 'Na', erwiderte dieser, 'das schadet nichts; da machen wir's noch einmal.' Und die Zeremonie wurde wiederholt.

Da mcht ma doach azwgn (entzweigehen).
sterreich-Schlesien

Da macht wieder jemand einen dummen Streich.
i] Worte des Carlos in Goethe's Clavigo, 2. Act. Bei den vielen dummen Streichen, die gemacht werden, lsst sich nicht annehmen, dass die Redensart erst aus Goethe entlehnt und sprichwrtlich geworden ist, wahrscheinlich ist, dass sie es schon war, als der Dichter sie zur Anwendung brachte.

D mag der Schatten van im net sen.
Bedburg

Da mag der Teufel lachen.
nl] Daar zou de duivel om lagchen.

Da mag gute Zeit gewesen sein, da die Bauern Edelleute wurden.

Da Man (Slang).
en] Idiom

Da man aber in dem, was man tun will, meist einige Schritte zurckbleibt.
Goethe (1749-1832), An Wieland, 26.9.1793

Da man ass (isst) und tranck, da war ich gern mank, da man sol ewig sein, da kompt man noch fre gnug hin.

Da man den Wind nicht nach der Mhle drehen kann, so muss sich die Mhle nach dem Winde drehen.

Da man die Diebe hinge an's Holz, behielten die Bauern ihre Pferde, nun man sie hnget an Geld, stehlen sie ihm die ganze Herde.

Da man die Sau brhen und sengen kann, wer wird sie scheren.

Da man haltet gute hut, auch guter frid sich finden tut.
la] Pax ibi seruatur, custodia quo dominatur.

Da man immer Zeit genug hat, wenn man sie gut anwenden will, so gelang mir mitunter das Doppelte und Dreifache.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,10

Da man Macht haben muss, um das Gute durchzusetzen, setzt man zunchst das Schlechte durch, um Macht zu gewinnen.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte

Da man mich neid, ward mir der Arsch erst breit.

Da man noch aus hlzernen Bechern trank, stand es wohl in der Welt.

Da man schrieb dem Edel und Fest, da stund die Sach' am allerbest; da man schrieb dem Hochgeboren, da war Hopfen und Malz verloren.

Da man schrieb dem Ehrsamen und Frommen, da war noch was zu bekommen; da man schrieb dem Ehrenfesten, stund es schon nicht mehr zum Besten; da man schreibt dem Hoch- und Wohlgebor'n, da ist Hopfen und Malz (o. Ehre, Liebe, Treu) verlor'n.
z] Damals stand es noch gut, da man einen Wagen Wagen, eine Hur Hure, einen Schelm Schelm und ein Futterhemd Futterhemd hie; nachdem man aber einen Wagen Chaise, eine Hur Madam, einen Schelm Prokurator und ein Futterhemd Wespe (Veste) nennt, da ist es zu weit kommen.
d] Det gik ilde til siden staadere finge henge-rmer.

Da man schrieb der Edel und Fest, da stund die Sach am allerbest; da man schrieb Hochgeboren, da war Hopf und Malz verloren.

Da man schrieb der Edel und Fest,
Da stund die Sach am allerbest;
Da man schrieb Hochgeboren,
Da war Hopf und Malz verloren.

Da man sich denn immer einrichten muss, in einem unerforschlichen Meere zu schwimmen.
Goethe (1749-1832), An S. Boissere, 11.11.1827

Da man soll ewig sind, da kompt man noch fre gnug hin.

Da man bermag, dem baut man selten einen guten tag.

Da mein Sckel aufgeht, da raucht mein kuchen.
sd] Den som haar wrd, han fr fuller swrd.
sd] Har man det som klinger, man fr fuller den som springer.

Da mesma flor a abelha tira o mel, e a vespa, o fel.

Da mich der Himmel geboren hat, muss ich doch auch fr etwas von Nutzen sein.
China

Da mich im Innersten eigentlich nur das Individuelle in seiner schrfsten Bestimmung interessiert.
Goethe (1749-1832), An K F. v. Reinhard, 14.11.1812

Da Michel (29.9.) zndt's Liecht an und da Joseph lscht's aus.
Obersterreich

Da mir alle Tugenden fehlen, werde ich mich auf die Talente legen. Aus dem Kopf kann was werden.
Goethe (1749-1832), zu Caroline Flachsland, Dez. 1772

Da mir Hufeland die Bewegung als die beste Arzenei anrt.
Goethe (1749-1832), An Charlotte v. Stein, 14.4.1785

Da mir recht gut bewut war, dass alle meine Bildung nur praktisch sein knne.
Goethe (1749-1832), Kampagne in Frankreich - Mnster, November 1792

Da mcht' der Teufel Schultheiss sein.
Ulm

Da mcht i nt ang'malt sei.
i] In Beziehung auf einen widerwrtigen oder missgeachteten Ort.

Da mcht' ich lieber ann Igel zum Oarwisch nahm'n.
Hirschberg

Da mcht' 'n Kuh greina.

Da mchte (o. knnte) einem die Galle platzen.
Troppau

Da mchte das Geld zur Feueresse hereinfallen.

Da mchte der Grindscherer kommen.
Obersterreich
z] Zu schmuzigen Kindern sagt man: Geh wasch dich, sinst kimt da Grindschera b dich. Man nennt nmlich behaarte Raupen 'Grindschara'. Grind = Schmutz, der sozusagen in die Haut wchst und weggeschoren werden muss, weil das Waschen nicht ausreicht.

Da mchte doch die Katze Kaviar scheien.
nl] Mijne kat schiet vuur, zei besje, en ze had eene vonk aan haren staart.

Da mchte doch ein Schaf lammen.
nl] Daar zal eene ooi lammen.

Da mchte doch eine zweite Sintflut kommen.
z] Wisst ihr, wie in der Urzeit Land die Sintflut ob der Menschen bsen Hader nach einer Hypothese entstanden? Zehn Dichterlingen lie Apoll zur Ader.
z] Warum wird trotz der Weltvergehen die zweite Sintflut nicht verhngt? Jehova hat vorausgesehen, dass doch die erste nichts verfngt.

Da mchte eine Kuh lachen.
i] Diese Redensart wurde von einem Dillinger Jesuiten zum Titel einer Schrift gegen die Protestanten gewhlt.

Da mchte einen das Musel beien.
Niedersterreich
i] Es ist damit die Arm- oder Fumuskel gemeint.

Da mchte einer doch (o. das ist zum) trkisch werden.
nl] Liever Turksch dan Spaansch.

Da mchte einer l geben (o. seichen).
z] Dergestalt abprgeln, dass sie htten l geben mgen.

Da mchte ich lieber ein verrecktes Gnslein hten.
Nrtingen

Da mchte man aus dem Huschen fahren.
i] Es gibt Dinge, bei denen auch der geduldigste Mensch ungeduldig wird, der ruhigste die Fassung verliert.

Da mchte man aus der Kaldaune (o. aus den Eingeweiden) fahren.
Meiningen

Da mchte man die Motten kriegen.

Da mchte man doch das heilige Kreuz fr sich schlagen.

Da mchte man doch des Kuckucks werden.

Da mchte man doch des Teufels sein.
la] Genios iratos habeam.

Da mchte man doch Tinte saufen!
i] Wenn man ber etwas entrstet ist oder sich verwundert.

Da mchte man finzig werden.
Rottenburg
i] Nmlich vor Unmut.

Da mchte man Gichter bekommen.
Rottenburg
i] Vor rger. Eine selten vorkommende Mehrzahl von Gicht zur Bezeichnung von Zuckungen oder eines gliederlhmenden Schlagflusses. Man sagt statt Gichter auch Bocksgichter.

Da mchte man Gift und Galle speien.

Da mchte man gleich de Krnkte kriegen.
Schlesien
i] Epileptische Krmpfe, Fallsucht.

Da mchte man hintenausscharren wie die Hhner.
Nrtingen

Da mchte man in die Halbmetze fallen.
Meiningen
i] Drckt Erstaunen, berraschung u.s.w. aus.

Da mchte man ja gleich an der Wand in die Hhe gehen. Thringen
jdisch-deutsch] Reiss' dich auf die gleiche (gerade) Wnd.
i] Wenn man jemand seinem Schicksal berlsst. Klettere meinetwegen an den Wnden hinauf. Sich reien bedeutet hier: mhsam hinaufklettern.

Da mchte man ja gleich ein Kind kriegen von Werchpuzen und Sgespnen.

Da mchte man Junge bekommen.
i] Vor rger.

Da mchte man nicht gescheit werden.
i] Aus Unmut wahnsinnig.

Da mchte sich doch die Gans einen Kropf lachen.
mhd] Des mucht ein gans wol lachen.

Da mchten die Toten ber die Lebenden weinen.
dk] Ofte grder den dde over den levende.

Da mchten doch die Steine weinen.
z] Das die steine weinen mchten.

Da mt'n dei Hunn' (Hund) ut't verkihrt End bleken.
z] Wat in Kuttelputt in dei holl Eik los is un worm tau Perdhl dei Hunn' ut't verkihrt End' bleken, mag de leiw Himmel weiten.

Da mest an alte Kuh lacha.
Obersterreich
nl] Het is geen wonder, dat eene koo lagchen kan, zij heeft zulke verbruide lippen.

Da muss alles aufs Virgele hinaus.
Nrtingen
i] Aufs Komma.

Da muss die Physik lgen.

Da muss die Schrift lgen.
i] Zu ergnzen: wenn das nicht so ist. Beteurungsformel, besonders kirchlicher Reden.

Da muss doch die Hlle einen Riss kriegen, sagte der Fuhrmann, als er umwarf.
Oberlausitz
i] Ausruf bei rgerlichen Vorgngen.

Da muss ich auch dabei sein.
i] Ich werde Angriffe zurckzuweisen wissen.

Da muss ich gleich den Hals strecken.
i] Es widersteht mir, macht mich zum Brechen.

Da muss ja eine Bulle platzen.

Da muss ja gleich eine alte Wand wackeln.
i] Ausruf des Staunens und der Verwunderung.

Da muss man die Luse aus dem Pelze suchen.
i] Von einer unangenehmen widerwrtigen Arbeit.

Da muss man Maul und Augen aufsperren.

Da muss man sich eine Katze besorgen zum Lausen.
i] Bei einer langweiligen Arbeit.

Da muss man von guten Eltern sein.
i] Viel Kraft, Geschick und Glck haben.

Da muss man warten, bis Schellen Trumpf wird.

Da muss man zeitig wehren, wo man nicht soll (das Land) verheeren.
la] Vir qui zelatur nec seuit tutor agatur.
sd] Thaen skal waeria som ey will haeria.

D muss mit de Mse (Muse) pueste.
Luzern
i] Die Krankheit wird ihn ins Grab reien.

D muss noch gewannt un gekrnzelt wrde.
Bedburg
i] Von einem unerfahrenen, unwissenden oder unhflichen Menschen.

Da muss noch manch Wsserle de Bach abe laufe.
i] Bis das oder jenes geschieht.

Da muss sich manches Rtsel lsen,
Doch manches Rtsel knpft sich auch.
Goethe (1749-1832), Faust

Da musst du den Beichtiger fragen, sagte die Mutter zum Knaben, als er wissen wollte, warum er zu seiner Tante im Kloster nicht mehr Jungfer sagen solle.

Da musst du frher aufstehen.
i] Wenn du das durchsetzen, wenn du mich anfhren, wenn du mit dem fortkommen willst, du berschtzest deine Kraft.

Da musst du vorher noch mehr Knpflen essen.
Nrtingen

Da msst' ich von einer tauben Kuh gefressen haben.
i] Wenn ich das oder jenes tte.

Da msst' ich's gestohlen haben.
i] Wenn ich es fr diesen Preis weggeben sollte.

Da musst sterben und wenn du tausend Seelen httest.
Ungarisches Volksmrchen

Da musste auch das Bckel grade rschlich springen.
i] Wenn etwas fehl geht, von dem man glaubte, es msse gelingen, weil man alles klug vorbereitet zu haben meinte.

Da msste der Br zum Lamme werden.

Da msste der Teufel Stelzen gehen.
nl] Al zou de duivel op stelten rijden.

Da msste die Kchin Hungers sterben.
nl] De koks vochten daar.

Da msste eher kaltes Eisen biegen.
i] Um Zuverlssigkeit, Festigkeit eines Charakters zu bezeichnen.

Da msste ich doch Tinte getrunken (gesoffen) haben.
i] Wird gebraucht, um die Mglichkeit, etwas Ungeeignetes getan zu haben, abzulehnen.

Da msste ich ein rechter Narr sein.

Da msste man das Geld gestohlen haben.

Da msste man das Geld im Simri dastehen haben.
Rottenburg

Da msste man das Geld zum Hinausschmeien haben.
Nrtingen

Da msste man einen eigenen Geldscheier haben.
Nrtingen

Da msste mein Herz ein Bauer sein.
Schlesien

Da mssten (wrden) die Steine schreien.
i] Wenn nmlich hier die Menschen schweigen. Nach Luc. 19, 40.
nl] Dan zouden de steenen spreken.

Da mssten ja einem wilden Schweine die Borsten zu Berge stehen.
i] So abscheulich, so grauenhaft ist es.
nl] Dat is zoo afgrijselijk dat het een wild zwijn de borstels zou doen te berge rijzen.

Da mssten wir nicht Preuen sein! Jul. Sturm, Wie schn leuchtet der Morgenstern

Da mssten Zeichen und Wunder geschehen.

Da mste einer ein steinern Herz und gleserne augen haben.
i] Wenn er hier kein Mitleid haben sollte.

Da mut de hochwse Rat n Iesn in dn.
Hamburg
i] Das muss anders, besser, dem muss gesteuert werden.

Da mut he den Mund vr wischen.
Holstein
i] Es geht ihm vorber, ist ihm zu hoch, zu teuer.

Da Mythos erfunden wird, werden die Bilder durch die Sachen gro, wenns Mythologie wird, werden die Sachen durch die Bilder gro.
Goethe (1749-1832), Tagebuch, 5.4.1777

Da naht die Lust, doch fllt sie nicht die Stelle
Des Glcks, das immer man beweint.
Freiligrath, Oden: Schmerz

Da nmlich auf der Welt nichts ewig bestehen kann, sondern alles, was einmal gro gewesen, klein werden und abnehmen muss.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,6

D nicks (nichts) es un maint sik nicks, dai es gar nicks.

D Nicksnotz schleit s dem t, h schlch singen V un singer M nit.
Kln
hdt] Der Nichtsnutz schlgt aus der Art, er gleicht seinem Vater und seiner Mutter nicht.

Da nimm di'n g'nspgel an.
i] Das lass dir zu einem ermunternden oder abschreckenden Beispiel dienen.

Da nun aber alles ffentliche auf dem Familienwesen ruht.
Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,13

Da nun aber selbst das grte Talent, welches in seiner Bildung einen Zwiespalt erfuhr, indem es sich zweimal, und zwar nach entgegengesetzten Seiten auszubilden Anlass und Antrieb fand, kaum vermgend ist, diesen Widerspruch ganz auszugleichen.
Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Csars Triumphzug von Mantegna

Da nun aber unser Individuum, es sei so entschieden als es wolle, doch von der Zeit abhngt, wohin es gesetzt, von dein Ort, wohin es gestellt, so haben diese Zuflligkeiten Einfluss auf das notwendig Gegebene.
Goethe (1749-1832), Verhltnis zur Wissenschaft, besonders zur Geologie

Da nun alles schon an mir vollbracht ist, was bleibt mir noch zu frchten brig?
Jean-Jacques Rousseau, Trumereien eines einsamen Spaziergngers

Da nun den Menschen eigentlich nichts interessiert als seine Meinung, so sieht jedermann, der eine Meinung vortrgt, sich rechts und links nach Hilfsmitteln um, damit er sich und andere bestrken mge.
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 553

Da nun die Ehe ein Knoten ist, den erst der Tod, wieder lst, so sollen die Bnder, welche diesen Knoten bilden, einander hnlich sein und aus gleichen Fden bestehen.
Cervantes, Die Macht des Blutes

Da nun die Geschlechtsliebe ihrer Natur nach ausschlielich ist, so ist die auf Geschlechtsliebe begrndete Ehe ihrer Natur nach Einzelehe. Engels, Der Ursprung der Familie

Da nun einerseits jedes vorhandene Ding rein objektiv. betrachtet werden kann; da ferner auch andererseits in jedem Dinge der Wille, auf irgendeiner Stufe seiner Objektivitt, erscheint, und dasselbe sonach Ausdruck einer Idee ist; so ist auch jedes Ding schn.
Schopenhauer

Da nun ferner eine jede Religion das reine ruhige Verkehr der Menschen untereinander befrdern soll, die christlich evangelische jedoch hiezu besonders geignet ist.
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1805

Da nur thront
Glck, wo die Zufriedenheit auch wohnt. Narjana, Hitopadesa

Da ntzen auch alle Zeugnisse nichts, wenn einer nicht glauben will.
Arabien

Da ntzt kein Leugnen und kein Lgen.
bm] Bŭh mu smysly zmtl.
bm] Krev človĕka pomate.
bm] Ne prospĕje zločinci zaprni.

Da offenbar eine ganz einfache und schlichte Kost hinreicht, den Leib des Menschen zu ernhren, ein einfaches Gewand, ihn zu bekleiden, ein einfaches und schlichtes Obdach, ihn zu schtzen, so folgt daraus, dass nur ein kleiner und bescheidener Aufwand von Mhe hiezu ntig ist, wie es denn auch in alten Zeiten Sitte war. Comenius, Labyrinth der Welt

Da ss Geld wie nn e Hoff.

D pack immer de Ml (Maul) ze voll.
Bedburg

D pass op, wat gespillt wird.
Brandenburg

D Pastor prdig net zweiml fr Gld.
i] Wenn man veranlasst wird, das zu wiederholen, was man eben gesagt hat.

Da Patriotismus und Aufklrung die beiden Pole sind, um welche sich alle Sittenkultur der Menschheit bewegt, so werden auch Athen und Sparta immer die beiden groen Gedchtnispltze bleiben, auf welchen sich die Staatskunst der Menschen ber diese Zwecke zuerst Jugendlich froh gebt hat. Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Da Peterstag (22.2.) brent n Ker'n d' Wurzn a.
Obersterreich

Da pfeift der Hund hinein.

Da pries ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr als die Lebendigen, die noch das Leben haben.
Prediger Salomo/Kohelet 4, 2

Da quillt mir der Bissen im Halse.

Da rast der See und will sein Opfer haben.
Schiller, Wilhelm Tell, I, 1 (Ruodi)

Da raucht's, als wie wenn der Kleinhusler bacht.
Wien

Da red' (er redet) mt em Pferd franzsisch.
Tilsit
i] Wenn sich jemand vergeblich bemht, einem etwas klar zu machen.

Da regiert der abnehmende Mond.
i] Von Dienern, Beamten u.s.w., welche die Gter ihrer Herrschaft schmlern.

Da reib' ich mich nimmer hin, sagte der Teufel, als er ein Crucifix am Wege sah.
z] Feret er durch die Dornhecken vom wege, vber stock und stauden, vber wurpus und rannen.

Da reisadi Kreutzer is bsser als da fliagadi Gulden.
Wienerwald

Da reiten sie hin! wer hemmt den Lauf?
Wer reitet denn? 'Stolz und Unwissenheit.'
La sie reiten! da ist gute Zeit,
Schimpf und Schade sitzen hinten auf.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien I

Da rennt nem dat Wasser m Ml tosammen.
i] So verlockend duftet die Speise.

Da rk (riech) an, s' Hans, da slaug hei Jrgen up de Nse. Hildesheim

Da rk an, s' Hans, da slaug hei Jrgen up Nse.
Hildesheim

Da rm kackert mi uk so.
Pommern
i] Prahlereien oder Drohungen gegenber ganz wie das studentische: Darum stinkt's auch so!

Da Russland seiner inneren Wesensart nach der europischen Welt fremd ist, da es zudem allzu stark und mchtig ist, um den Platz eines der Mitglieder der europischen Familie einzunehmen, um eine von den europischen Gromchten zu sein, vermag es nicht anders eine seiner und des Slawentums wrdige Stellung in der Geschichte einzunehmen, als indem es zum Haupte eines besonderen, selbstndigen politischen Staatssystems wird und Europa in seiner ganzen Gemeinschaft und Ganzheit zum Gegengewicht dient.
M. J. Danilewskij, Russland und Europa (1867)

Da 's blot so'n Ml bren.
i] Von ungengender Kost. Der Mund wird angefhrt, er meint, er bekme was und es ist doch nichts Ordentliches. Bren, auch brden = aufziehen, necken, vexieren.

Da 's lange wachten, man quad fasten.

Da 's 'n Muskant, sd' de Jung, blo up'n Sgensttz (Sausteiss).
Hamburg

Da S. Rochus kam, ward S. Anthonies vergessen.

D saddelt frh un reck spt.

Da sage ich nicht nein.

Da sagt die Bohn [Tante der Schreiberin]: Ich begreife nicht, wie es kommt, dass die Menschen doch auch mit niemand zufrieden sind! Da steht er [Goethe] still und sagt: Ja, wisst ihr Kinderchen, woher das kommt? weil sie mit sich zu sehr zufrieden sind.
Goethe (1749-1832), Johanna Frommann, April/Mai 1817

Da sah der liebe Gott zum Fenster heraus und sprach: Ihr Herren, es wird nichts draus.
Schweiz (Mgen die Leute ratschlagen, die Oberherrschaft ist Gottes)

Da sall en Schelm de Wrheit vun seggen; nu snack du.
Holstein
i] Scherzrede. Ein Schelm soll die Wahrheit davon sagen, was meinst du?

Da san Luca el ton va in zuca.
i] Am Sanct-Lukas geht der Donner in die Krbisse.
Venetien

Da sa die Katze im Nest.
i] Dort sa es, das war der Grund.

Da sen wir; wenn wir was htten, so en wir.

Da Saul sicher war, verlor er Spie und Wasserbecher.

Da schaut der Fleischhacker dem Schneider zum Fenster heraus.
Stockerau
i] Der bloe Leib durch das zerrissene Kleid.
ndt] Fleschers (Fleischers) Dochter kickt t Strumpweber sin Finster. Altmark
i] Irgendein Kleidungsstck ist derart schadhaft, dass man die bloe Haut sehen kann.

Da schaut die Not berall heraus.

Da schaut etwas (oder nichts) heraus.
Steiermark
i] Dabei ist etwas (nichts) zu gewinnen.

Da scheit der Hund drein.
Rottenburg
i] Die Sache misslingt.

Da scheit der Hund mehr als die Nachtigall.
Nrtingen

Da scheit der Hund Provencerl.
Nrtingen
i] Wenn ein Plan vereitelt ist.

Da scheit ja ein Pferd mehr als zehn Wachteln.
i] Ausdruck des Unwillens.

Da scheit mir wieder der Hund in die Grtze, und die andern kriegen ihn mit Butter gemacht.
Breslau
i] Klage eines Pechvogels.

Da schied ein hoher Geist!
en] There's a great spirit gone!
Shakespeare (1564-1616), Antonius und Cleopatra I,2

Da schimpfte der Esel den Hahn einen Dickkopf.
Griechenland

Da schiss der Hund ins Feuerzeug.

Da schlag Glck zu, wie zu denen von Kappel Kuh.
i] Friedrich, der letzte Graf von Toggenburg, hatte einen Maler, der von einem kappeler Mnche im Scherz gefragt wurde, ob er auch eine Kuh malen knne. Um seine Kunst zu zeigen, malte er sie, jedoch mit Anspielungen, die ein Bswilliger, der dabei war, als eine von dem Convent absichtlich angestellte Verspottung der Schweizer verbreitete. Diese zogen nun, noch ganz besonders durch den Krieg um das toggenburgische Erbe dazu veranlasst, nach Kappel und verwsteten das Kloster so, dass es jahrelang verdet dalag. Das Volk aber spottete desselben, indem es sang, denen von Kappel habe ihre Kuh viel Glck gebracht.

Da schlag Gott den Teufel tot.
i] Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung, des Unwillens.

Da schlag mal einen Knoten hinein, sagte die Braut, und furzte dem Teufel vor die Nase.

Da schlag mal einen Knoten rein, sagte die Braut und furzte dem Teufel vor die Nase.
ndt] Ta, ta sl mal 'n Knutten in, sd' de Brt, un furzte dem Deuwel vr de Nse. Lneburg

Da schlag Venus zu, so darff Vulkanus eines Knechts weniger.

Da schlage dieser und jener zu.
v] Einen afschmren, bsten, bumhasen, bumpsen, dachtein, dolwen, dreschakeln, dreschen, fegen, fitjen, fitzen, fstjen, fuchteln, gallern, gieeln, garben, hallaschen, hamern, herumhalen, klappen, knppeln, kloppen, knipsen, klen, kllern, kranzheistern, korranzen, knirfitjen, karwatschen, kurwachteln, klabastern, kaleschen, kasterviolen, knuffen, karnflen, knfeln, laschen, lusen, leddern, pauken, ptschen, prgeln, pisacken, pulen, schlaen, schmieten, schmren, schrallen, schrammen, striegeln, tageln, tackeln, taudecken, taurichten, tulen, versohlen, verfuestklen, walken, wamsen, weifen, wicksen, wullen, wrteln. Einen abdecken, afdrgen (abtreugen), abtrecken, balgen, ab-, aus-, durch-, zerbalgen, banschen, bantschen, banggen (banken), basken, batten, battern (nicht vom franzsischen battre, sondern Wiederholungsform von batten), bauschen, (pauschen), begrlusen, begrvogeln, bekrampen, bekreuselen, bengeln, ab-, durch-, zerbengeln, bldern, (bltern), bluen, ab-, aus-, durch-, zerbluen, boken, bokeln, bokern, boksen (baksen), bokseln, bsten, breichen (bereichen), breien, blsen (bilsen, plschen), bumfasen, bunkfasen, bumbsen, buren, ab-, durchburen, brsten, ben, bstern, dksen, ab-, aus-, durch-, zerdksen, abdachteln, deffeln (daffeln, tffeln), ab-, ausdurchdffeln, dtschen, ab-, verdtschen (Schweiz), deffen (twwen), ab-, durchdeffen, dengeln, ab-, durchdengeln, dlfen (dlwen), dolsken, dreschen (dasken, dschen), ab-, aus-, zerdreschen, dre-, dra-, drischoken, ter-, tre-, trischoken, dre-, trischokeln, drillen (trillen, jener Khler, der nachher den Namen Triller erhielt, sagte, er habe mit seinem Baum den Prinzenruber Kunz von Kaufungen bass gedrillert), duffen (tuffen), ab-, durch-, zerduffen, dlpen (tlpen), ab-, u.s.w. dlpen, duseln, duschen, fausen, fauseln (fuseln), fausteln, ab-, durchfausten, fusteln, ab-, durchfusteln, fauzen, fegen, ab-, durchfegen, fristern, fickeln, fisacken, fideln, fitjen, fitzen, ausfitzen, fitzeln, flerren, erflerren, fletzen, fledern, flegen, fuchteln, ab-, aus-, durch-, zerfuchteln, fummeln, funksen (funxen), gallern, begallern, gngeln, durchgngeln, geigen, geisseln (gnasseln), aus-, durch-, zergeisseln, gerben, ab-, aus-, durch-, zergerben, gielen, grubben, grubsen, grsen (grten), begrsen, grten (mit dem Gurte schlagen), ab-, aus-, durch-, zergrten, guseln, habern, durchhabern, hacken, zerhacken, hallaschen, hmmern, hauen, ab-, aus-, durch-, zerhauen, holstern, hutschen, kalaschen, ab-, aus-, durch-, zerkalaschen, kantschuen, ab-, aus-, durchkantschuen, kappen, abkappen, karbatschen, durch-, zerkarbatschen, karniffeln, karnuffeln, ab-, durch-, zerkarnuffeln, kasterviolen, keulen, ab-, aus-, durch-, zerkeulen, klabastern, ab-, u.s.w. klabastern, klappsen, klatschen, ausklatschen, klopfen, ab-, aus-, durch-, zerklopfen, knepen, knippen, knipsen, knirrsicken (knirrsitjen), knochen, kncheln, knoffen, knuffen (knffeln), knuffeln (knffeln), knppeln, knitteln, ab-, aus-, durch-, zerknppeln, knuschen, kuntschen, kranzeln, kranzheistern, kuffen, kuranzen (koranzen), ab-, durch-, zerkoranzen, kurwachteln, laschen, lausen, ledern, ab-, aus-, durch-, zerledern, mampsen, maulschellen, mosen, mopsen, mopseln, nhen, ab-, durchnhen, niffeln, ncksen, ab-, durchncksen, noppen, nubben, nussen, neln, abneln, ohrfeigen, abohrfeigen, ohrbaksen, panzerfegen, patschen, aus-, durch-, zerpatschen, pauken, ab-, aus-, durch-, zerpauken, peitschen, ab-, aus-, durch-, zerpeitschen, pelzen, ab-, aus-, durch-, zerpelzen, peusen, pisacken, pltzen, pltzern, planzen, preschen, pritschen, prgeln, ab-, aus-, durch-, zerprgeln, puffen, pffen, pffeln, pussen (?), rangeln (rngeln, rengeln), ab-, aus-, durchrengeln, rebuffen, rgen, rolfinken, rllen, rupfen, rtteln, schlagen, zerschlagen, schmeien, schmieren, ab-, durch-, zerschmieren, schmitzen, schrallen, schwappen, stupen, schtteln, stbern, streicheln, stuppsen, tageln, (takeln) ab-, durchtageln, tampen, tamsen (tmsen), ab-, durchtamsen, tnzeln (?), tschppen, tschiggen (tschiken), tuschen, bergehen (Ton auf geh), wachteln, ab-, durchwachteln, wackeln, ab-, aus-, durchwackeln, walken (walchen), ab-, aus-, durch-, zerwalken, wamsen, ab-, aus-, durch-, zerwammsen, watschen, abwatschen, weifen, wichsen (wixen), ab-, aus-, durch-, zerwichsen, wllen (wullen), wurzeln (niederdeutsch wrteln), durchwurzeln, zerfleischen, zudecken, zwicken, zwiebeln. - Wie oben gezeigt, verbindet man diese Wrter smmtlich mit dem Accusativ. Man gebraucht aber viele derselben auch noch in Verbindung mit vielen andern Wrtern, um eine Art und Weise, einen hhern Grad des Schlagens nher zu bezeichnen. (S.  Wams). Will man ein gegenseitiges Schlagen (Schlgerei) unter mehreren Personen ausdrcken, so gebraucht man die meisten der obigen Ausdrcke in rckbezglicher Form, und sagt: Sich balgen, boxen, kampeln, prgeln u.s.w., wozu auch die Ausdrcke: Sich raufen, zausen, huschen, zupfen u.s.w. gehren. In weiterer Bedeutung kann man hierher auch die Wrter ziehen, welche man von denen gebraucht, die Schlge bekommen, als: etwas ab-, wegkriegen.
sinnverwandt] einem anbaten (hochdeutsch einheizen), bocken, buaken (hochdeutsch pochen), bunken (von Bunge = Trommel), dwern, der'sken (dreschen), taudecken (zudecken), dlwen (hochdeutsch fusteln), dubben, duldiwen (einem durch Ohrfeigen, Schlge auf den Kopf u.s.w. die Besinnung rauben) vom hollndischen dooven = tuben fgen (fegen), fmen oder fdemen, fusen (mit Faustschlgen behandeln), fikeln und fickeln (schlagen mit einer Ruthe oder mit sehr biegsamen Stecken), fillen (durch Schlagen mishandeln, vom Fell), flbben (Maulschellen geben, von Flbbe = Maul), flappen (= klappen), drin, fucken (schlagen, stoen, s.  Fuchswild), gisen (einen so mishandeln, dass er die Besinnung verliert, s.  Gnsehimmel), hnsen, (s.  hnseln) haugen (hochdeutsch hauen), hmstern (eigentlich bearbeiten, hier mit Schlgen, von Hamster), kargitseln (mit einer Geissel oder Ruthe schlagen, von kara- gisil, Bussgeissel?), karwatschen (peitschen, vgl. I276, 22), sik kathaltern (kratzen, raufen, schlagen), kilen (keilen), klappen, klappen, kloppen (hochdeutsch klopfen), knllen (mit einem Stocke schlagen, von knallen), knuffen, knffeln (mit Faustschlgen bearbeiten), knckeln (hochdeutsch kncheln, Schlge mit den Faustkncheln oder auf die Knchel geben), kramantseln (prgeln), kwsen (mit einem Reise schlagen), mppeln (eig. von Schlgen auf den Mund), nuffen (=knuffen), plen (schwere, schallende Hiebe austheilen), poalsen (pfahlarschen. Der zu spt aufgestandenen Magd wird, nachdem sie auf ein Bausch Stroh geworfen worden ist, die Handhabe eines Dreschflegels ans Gesss gehalten und darauf mit andern Flegelstielen unter Hersagung eines alten Reims die Zchtigung vorgenommen), peitsken (peitschen), pisaken (prgeln), qulen, plagen, puffen, puckern, plwen, ristern (eigentlich auf dem Roste braten, hier mrbe schlagen), rngeln (Rngel = Prngel, dicker Stock, Prgel), durengeln oder drrngeln (durchwalken, nicht von Dringen oder Thringen), taurichten (zurichten), taurstern (rstern = reinigen, subern), afsuken (absuchen), sloan (schlagen), smren (schmieren), smiten (den Feind werfen), snacken (schallende Peitschenschlge), durgstriken (durchstreichen), stregen (streichen mit der Ruthe), stripsen (Schlge mit der Rute geben), swden (stark prgeln), wackeln (durchwackeln), walken, windwackeln (windelweich schlagen), wmsen (das Wams ausklopfen), wiksen. Grafschaft Mark
sinnverwandt] Baitsch'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen, aber auch fr schlagen berhaupt), blz'n (in der Richtung hinaufschlagen), boasch'n (mit der flachen Hand, meist auf den Hintern schlagen, dass es klatscht), begg'n (schnell einen kleinen Schlag geben), bfeffen (pfeffern, hauen), bfloassen (pflastern, abhauen), bene (birnen, mit den Kncheln der Faust auf den Kopf schlagen, als ob Birnen darauf fielen), biff'ln (bffeln, mit der Faust schlagen), blai'n (bluen), bld'n (plettern, so schlagen, dass es kein Gerusch macht, als wenn der Hahn oder die Gans mit den Flgeln schlgt), bleschen (so schlagen, dass es schallt), bss'n (poen, mit einem Stocke schlagen), bragge (bracken, mit der flachen Hand auf den Mund oder den Hintern schlagen), brig'ln (prgeln, eigentlich mit einem Prgel, dann schlagen berhaupt), buffe (buffen, mit der Faust stoen), buksen (mit der Hand schlagen), bume (pumen, mit der Faust wiederholt auf den Rcken schlagen, dass es einen dumpfen Laut gibt), doacht'ln (dachteln, auf den Kopf, aufs Dach schlagen), dascheln (tscheln, sich zarte, freundliche Schlge auf die Wange geben), ddschen, (mit der flachen Hand Schlge auf den Kopf geben), dibb'ln (auf den Kopf stoen), dobb'ln, dlne' (mit der flachen Hand Schlge auf den Kopf geben), dresch'n (wiederholt und derb schlagen), drischggen, faunzen (Schlge ins Gesicht, besonders auf den Mund geben), figge (ficken, ein wenig mit der Ruthe streichen), fisolen, flacheln (mit irgendetwas Breitem und Dnnem schlagen), floaschnen (mit der breiten Hand Schlge auf die Wange oder ber die Ohren geben), fliggen (ein wenig, und zwar auf den Hintern schlagen), fotzne (fotzen, mit der Hand Schlge auf den Mund geben, der hier im verchtlichen Sinne Fotze genannt wird), gaeseln (geisseln, mit der Peitsche schlagen), glpfe (klopfen, namentlich auf die Finger schlagen), hauen, kanifeln (karnffeln, hart behandeln, qulen), karwtschen, ken (kehren, auskehren), koramisiren (ad coram nehmen, einschlielich der Abstrafung), kueranzen (hart behandeln), maltratien (maltrtiren = stoen, schlagen, mishandeln), messen, mllen, nuss'n (stoen, besonders mit der Faust), ohfaign ge (ohrfeigen, Schlge ins Gesicht und ber die Ohren), salben, sweln (mit einem Sbel schlagen), schmalzen, schmien (schmieren), schnoalz'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen), sdraeff (streifen, mit einem lnglichen Instrumente schlagen), streichen, striegeln, stricksen (Schlge mit einem Stricke geben), sohlen, wacheln (schlagen, dass es Wind macht), watschen, waegge (weichen = durchweichen, durchprgeln), wssern, wichsen, wuschen (mit der Ruthe streichen) herabziehen, zudecken, zurichten, zwifeln (zwiebeln, schlagen mit dem Nebenbegriff des Qulens, Peinigens). Niedersterreich

Da schlt de Ogen up as de Gs, wenn dat wret (wittert).
i] Wer halb dumm und halb verlegen auf etwas blickt.

Da schmeckt's nit nach Kicheli.
Franken
i] Riecht es.

D schmirt im Brei m de Mul.
v] H wel alles mem Hohnerklche krige. Kln
var ]Mer mss dat esu mem Hnderklgche krigge. Kln

D schmckt de Brotis.
Luzern
i] Mundartlich fr: riechen.

Da schoss der Blinde eine Krhe.
altfries] De ar skuat de Blinj en kraek.

D schrabb net om Boddem.
Bedburg
i] Bei dem hat's keine Not, er ist wohlhabend.

Da schreibet weder Lucas noch Syrach etwas (viel) davon.
i] Wortspiel mit Lugas und Lukas.
nl] Lukas schrijft daar nit van.

D schriew met dubbelde Kreck (Kreide).
Bedburg

Da schwankt der Schwanz ohne Kopf, wo das Weib sich die Herrschaft nimmt.

Da schwebt hervor Musik mit Engelschwingen,
Verflicht zu Millionen Tn' um Tne,
Des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,
Zu berfllen ihn mit ewger Schne:
Das Auge netzt sich, fhlt im hhern Sehnen
Den Gtterwert der Tne wie der Trnen.
Goethe (1749-1832), Trilogie der Leidenschaften. Ausshnung

Da schwimmen wir pfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.

Da schwimmen wir pfel, sprach der Rodreck und schwamm unter pfeln den Bach hinab.

Da schwimmen wir pfel, sprach der Rodreck und schwamm unter pfeln den Bach hinab.
var] Da schwimmen wir pfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
var] Nos poma natamus, sprach der Rossbolle und schwamm mit andern pfeln den Bach ab.
var] Wir pfel kommen von Strasburg, sagte der Rossdreck, als er auf dem Rhein dahergeschwommen kam.
nl] Wij appelen zwemmen, zei de paarden keutel.
la] Etiam corchorus inter olera.

Da schwimmen wir Appel, seggt dei Rossappel, un schwemmt mit 'n Gravensteiner dei Bck lang.
Mecklenburg

Da schwimmen wir pffel daher, sagt jhener rosstreck, schwamm er mit andern pffeln den bach ab.

Da seh ich dich, du Krone aller Frauen, in weiblich reizender Geschftigkeit,
In meinem Haus den Himmel mir erbauen
Und, wie der Frhling seine Blumen streut,
Mit schner Anmut mir das Leben schmcken
Und alles rings beleben und beglcken.
Schiller, Wilhelm Tell, II, 2 (Rudenz)

Da sehen Sie, wie Menschen mit ihren Menschenbrdern umgehen.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten

Da seht ihr doch, dass ein Ochs darin Platz hat, sagte der Schulz zu den Gemeinderten welche behaupteten, die Viehtrnke sei zu eng, und tauchte seinen Kopf hinein.

Da sei die Tr vor mit der hlzernen Klinke.
i] Das Tue nicht o. das Tue ich nicht.
ndt] Dar si de Dr vr un dat hle Hs.

Da sei Gott vor!
la] Ne di sirent. Plautus

Da setzt es was.
i] Da gibt es Schelte, Verweise, Schlge.

Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf wei, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is.

Da sich das geschwisterliche Gefhl besonders von oben nach unten uert, nmlich in der Frsorge der Greren fr die Kleineren, bildet es ganz natrlich den Kern fr eine sptere soziale Einstellung.
Martin Andersen Nex (1869-1954), Erinnerungen

Da sich die Dinge des Herzens nicht erklren lassen, sind die empfindsamen Menschen in den philosophischen Diskussionen immer unterlegen.
Sully Prudhomme, Gedanken

Da sich gar manches unserer Erfahrungen nicht rund aussprechen und direkt mitteilen lsst, so habe ich seit langem das Mittel gewhlt, durch einander gegenber gestellte und sich gleichsam ineinander abspiegelnde Gebilde den geheimeren Sinn dem Aufmerkenden zu offenbaren.
Goethe (1749-1832), An K. J. Iken, 27.9.1827

Da sich Greise dem Kindesalter nhern, so ist ein Jngling gegen ein solches Kind ein gesetzter Mann.
Jean Paul, Gedanken

Da sie [Madame de Stal] keinen Begriff hatte von dem, was Pflicht heit, und zu welcher stillen gefaten Lage sich derjenige, der sie bernimmt, entschlieen muss, so sollte immerfort eingegriffen, augenblicklich gewirkt, sowie in der Gesellschaft immer gesprochen und verhandelt werden.
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1804

Da sie die Meerkatze melken wollten, sperrte sie sich unbndig. Da sprachen sie: Die Milch bei solcher ist (gewiss) schlechter Art.
gypten

Da Sie es brigens halten wie ich: den Tag zu sichern und zu schmcken wie mglich und dem Dulden sogleich eine Ttigkeit entgegenzusetzen.
Goethe (1749-1832), An Marianne v. Willemer, 10.2.1832

Da sie selber nicht einsahen, was ihnen frommte, so nahmen sie sich einen Blinden zum Fhrer. Cicero (103-43 v. Chr.), Tusculanae

Da sie spann, hatte sie an.

Da Sie brigens meinen Divan so gut kennen, so wissen Sie, dass ich selber gesagt habe: 'Wenn man Wein getrunken hat, wei man das Rechte', und dass ich Ihnen also vollkommen beistimme. Es liegen im Wein allerdings produktiv machende Krfte sehr bedeutender Art, aber es kommt dabei alles auf Zustnde und Zeit und Stunde an, und was dem einen ntzet, schadet dem anderen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 11.3.1828

Da sieh mir nur die schnen Knaben!
Es ist wahrhaftig eine Schmach:
Gesellschaft knnten als die allerbeste haben,
Und laufen diesen Mgden nach.
Goethe (1749-1832), Faust, I, 2 (Brgermdchen)

Da siehst du nun, wie's eineng geht,
Weil sich der Beste von selbst versteht.
Goethe (1749-1832), Sprichwrtlich

Da sieht der Kommunismus viel weiter, der richtig lehrt, dass noch niemals eine herrschende Klasse ihre Privilegien freiwillig abgegeben habe - nicht einmal die Kirche hat das getan. Tucholsky, Brief an eine Katholikin

Da sieht man die Katzenpfote.
i] Glatte Falschheit.

Da sieht man wieder, dass niemals Frauen ber eine Frau urteilen knnen, das ist uns nun einmal vorbehalten.
Goethe (1749-1832), Lili Parthey, 23.7.1823

Da sieht man, wie die Menschen sind:
Nur Leidenschaft und kein Gewissen!
Goethe (1749-1832), Inschriften, Denk- und Sendebltter 24 - An Grfin Jaraczewska

Da sieht man, wie klein diese Welt doch ist.

Da sieht's aus wie bei der Zerstrung Jerusalems.

Da sieht's aus wie bei's Bettelmanns Umkehr.
Rottenburg
i] Bei seinem Umzuge, Wohnungswechsel, viel wertloses Zeug durcheinander.

Da sieht's aus wie in einem Hundestalle.
Nrnberg

Da sieht's aus wie nach der Zerstrung von Magdeburg.
i] Die Bhmen sagen: wie bei Jankov, wo die sterreicher unter Gtz am 6. Mrz 1645 von den Schweden geschlagen wurden.
bm] Pords tam, vyberes tomu, co Kec u Jankova.
bm] Vyhlz tam jako u Jankova (pusto).

Da siehts kahl und schal aus.

Da sieht's spanisch aus.

D sin Pd (Pferd) verkaufe welt, d hnk im en Deck m.

Da sind die Schafe rber gegangen.
i] Wird gesagt, wenn der dicke Reis, der beim Kindtaufs- und Hochzeitsschmause aufgetragen wird, mit Rosinen und Korinthen bestreut ist.

Da sind finniger Speck und stinkende Butter zusammenkommen.
i] Eins so schlecht wie das andere.

Da sind keine Beeren mehr zu lesen.
fr] Il n'y a plus rien grapiller.

Da sind keine Feigen zu lesen.

Da sind Mhe und Kosten verloren.
nl] Het is onkosten en moeite verloren.
la] Operam et sumtum perdere. Plautus

Da sind neun Mcken so gut als ein Feldhuhn.
z] Das klein geflgel wird um S. Veitstag so heunisch werden, dass es frey mit dem grbsten Bawren die Milch wird aus der schel essen; alsdann werden neun Mucken so gut als ein Feldhun sein.

Da sind nur vier Winkel und der fnfte ist der Ofen.
pl] Tam są tylko cztloy kąty i piec piąty.

Da sind Rben und Sack verloren.
mhd] Da sint reben und sac verlorn.
mhd] Sw wesent tumbe liute, d snt reben und sac verlorn.

Da sind wir Hofleute, sagte der Teufel, da ritt er auf einer Sau.

Da singt fart (immer) es alde Lie.
Ungarn

Da sitt en Hfk upt Hek.
hdt] Da sitzt ein Habicht auf dem Tor. (Man nehme sich in Acht, da ist ein Aufpasser)

Da sitt he vr ff Mark vr Schilling.
Holstein
i] Da sitzt er wie auf dem Staupbesen, wie ein armer Snder. Von einem, der sehr niedergeschlagen und betubt ist. Ein Stubessen (Staupbesen) nennt man in Hamburg den Betrag von 5 Mark 4 Schillinge, welche der Stuper fr eine Auspeitschung erhielt.

D sitz om Ped un sk et Ped.
Bedburg
fr] Prendre quelqu'un sur le fait. Trouver quelqu'un en dfaut.
pl] Na klaczy jedzie, a szuka klaczy.

D sitz, wie en Ls zwesche zwei Stbe.
Bedburg

Da sitzt auch einer, der in der Fremde gewesen ist. Niederlausitz

Da sitzt der Hase im Kraut.
z] Ich wollte wohl wissen, wo der Has im Kraut sitzet, wenn ich reden drfte.

Da sitzt der Kauz.
z] Da sitzt der Kautz zu Rom mit seinem Gaukelsack und locket alle Welt zu sich. Luther

Da sitzt der Knoten.

Da sitzt die schwarze Katze drauf.
Schwechat bei Wien
i] Um zu sagen, in diesem Fasse, Gefe u.s.w. ist das beste Getrnk. So ruft man der Kellnerin nach, um ihr das Fass mit dem guten Bier anzudeuten. Um den besten Wein zu bezeichnen, sagt man in Schwaben: Do isch d' Katz druff g'sesse.

Da sitzt ein Habicht auf der Hecke.
i] Nehmt euch in Acht, es ist ein Aufpasser u.s.w. da.

Da sitzt sie auf dem Mist, nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt sie auf dem Mist: Nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt sie auf dem Mist:
Nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt St. Peter auf dem Tach und wirft Birnen herab und St. Klaus faul pfel wieder hinauf.
i] Um einen glcklichen Zustand zu bezeichnen.

Da sitzt's und hat ein Htle auf.
Meiningen
i] Man hat das Geld nicht immer so da, um zu kaufen und zu geben; es fllt nicht aus dem rmel.

Da sleit em kn Ader na.
i] Dazu ist er nicht geneigt.

Da smitt sikk en Aal up.
Holstein
i] Sagt man von vorlauten Personen, die sich in Gesellschaften durch Reden und Handlungen auszeichnen wollen.

Da so wenig Menschen da waren, schlossen wir Brderschaft mit den Affen.

Da soll auch der Karren die Ochsen ziehen.
la] Currus bovem ducit (trahit).

Da soll der Adelung drein schlagen.

Da soll der Dieb rechten, wo er stahl.
i] Wo die Tat geschehen, da soll sie gerichtet werden.
d] Thur sial hoern thi of daema sem stal.

Da soll der Donner in den Bettelsack schlagen.

Da soll der Knppel Trumpf sein.
nl] De knuppel zal troef zijn.

Da soll der Palmesel nicht hlzen sein, wenn es nicht wahr ist.

Da soll dich doch gleich das Moridel erbeien!
i] Scherzhafte Drohung.

Da soll doch den Heidelberger Brgermeister ein Odenwlder Fuchs beien!
i] Entrstung, Staunen.
en] The mayor of Altringham, and the mayor of Over, the one is a thatcher, the other a dauber.
en] The mayor of Altringham lies in bed while his breeches are mending.

Da soll doch der Hagel 'nein schlagen!
nl] Daar slaat de hagel door.
nl] Daar zal nog hagel op volgen.

Da soll doch der Teufel den Teufel holen.
nl] Nu sal die duvel den duvel schenden.
la] Neptuno Sathanas nunc vult imponere culpas.

Da soll doch ein Blitz 'nein schlagen.
nl] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll doch ein Teufel den andern holen.
bm] Vezmi čert d'abla, obou nm netřeba. 21.)

Da soll doch Jupiter mit seinen Blitzen dreinschlagen.
nl] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll ein ander Muslein pfeifen.
nl] Daar zal een ander muisje piepen.

Da soll eine Bombe dreinschlagen.
ndt] Duo schlag scho a Bome drei! Ulm
nl] Daar slaat eene bom door.
nl] Daar zal eene bom springen.
nl] Daar slaat er eene bom in.

Da soll einer auf seine alten Tage noch sterben, sagte (klagte) Klaus.
nl] Lieve Huibert-oom, must gij op uwen ouden dag nog sterven.

Da soll ihn doch der - Adelung holen.
i] Unwille ber grobe Sprachfehler.
nl] Hij zal de grammatica krijgen.

Da soll ma ja gleich n' Ofen einschlagn.
Obersterreich

Da soll man wohl ins Schwitzen kommen, sagte das Mdchen, da bekam sie zwei Kinder aufeinmal.

Da soll mich der Kuckuck holen.
ndt] So schall mi de Kuckuck halen.
i] Kuckuck gehrt zu den Wrtern, die wie Donner, Geier u.s.w. als Glimpfformen gebraucht werden, um einen Gegenstand zu bezeichnen, den man geradezu wie Gott, Jesus, Teufel u.s.w. nicht nennen will, wenn man sich in Ausrufen, Verwunderungen, Beteuerungen und Verwnschungen uert. Unter Kuckuck wird der Teufel gemeint.
z] Sowol im alten Volksglauben, als auch im Volksliede spielt der Kuckuck, Gutzgauch, Gauch, namentlich als wahrsagender Vogel, Zeitvogel und Frhlingsbote eine bedeutende Rolle. Erst spter wurde er ein teuflisches Thier, eine Teufelsmaske oder der Teufel selbst. So spukt er in den Redensarten: Das wei der Kuckuck. Man mchte des Kuckucks werden. Den hat der Kuckuck hergebracht (geholt). Der Kuckuck und sein Kster. Grimm
i] Fr die letztere Redensart hat man auch die gleichbedeutenden: Der Teufel und sein Anhang, der Teufel und seine Gromutter. Im Elsass kommen folgende Redeformen vor, in denen der Kuckuck verkleidend auftritt: Potz Gpel! Potz Gpels! Bm Gpel! I wollt, de wrsch bm Gpel! Zuem Gpel! Geh zum Gpel! Schick' ne zum Gpel! Hol di d'r Gupel! Zuen Gugger! Bn Gugger! Zuem Gugguk! Bm Guggick! Dass dich der Gugguck hol'.

Da soll mich doch der Popelmann holen!
i] Beteuerungsformel, wobei zu ergnzen: wann das geschieht.

Da soll mich gleich der Bulle lken (stoen).

Da soll nun Stern zum Sterne deutend winken,
Ob dieses oder jenes wohlgetan,
Dem Irrtum leuchten zur verworrnen Bahn
Gestirne falsch, die noch so herrlich blinken.
Goethe (1749-1832), Festzug 18.12.1818 (Wallenstein)

Da sollen wir bald diese bald jene Unart ablegen, und doch sind die Unarten meist eben so viele Organe, die dem Menschen durch das Leben helfen.
Goethe (1749-1832), Briefe aus der Schweiz 1. Abt.

Da sollt ihr den Kuckuck kriegen.
nl] Dat moit je de koekoek.

Da sollte ja der Teufel in einen Tornister kriechen.

Da sollte man ja gleich in den Rauchfang steigen.
Obersterreich
i] Ausruf, wenn irgendetwas Unerwartetes geschieht, ein seltener Besuch kommt.

Da sollten (o. mssten) mich doch die Gnse beien!
dk] Den dag jeg gir det, da gid gis bide mig, - gid min hat falde i rendesteenen.

Da slt de Afkaaten nix vun hebben.
Holstein
i] Das wollen wir unter uns ohne Prozess und Streit abmachen.

Da speiet i, was ich in der faschen (Kinderbinde) 'gessen hb.
Wien
i] Um groen Ekel auszudrcken.

Da spielen die Teufel auf dem Dach.
z] Wo unfltige Reden gefhrt werden, da spielen die Teufel auf dem Tach.

Da sprach der biedre Auerhahn: na Leut', jetzt lasst mich auch mal 'ran.

Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.
1. Mose 2,23
i] Wird zitiert, wenn Eigentum an einer Sache festgestellt oder in Anspruch genommen werden soll.

Da sprang der Hase aus dem Halmbschel.
altfries] Dear sproong de Haas ut de Halm tott.

Da stand ich nun zwischen Arschloch und Fotze.
Breslau
i] Im Gedrnge, in Verlegenheit.

Da steck 'nen Plock hin, denn kannst't wedder finn'n.
Gttingen

Da steckest (stellst) nae deinem eigen Unglck.
la] Movere Camarinam.

Da steckt das Messer.
Franken
i] Hat den Sinn wie: Da liegt der Hund begraben.

Da steckt der Besen raus.

Da steckt der Bock in Dornen.

Da steckt der Karren im Dreck.
z] Nun leit der karn im Drecke alhie.
fr] tre bien avant dans le bourbier.

Da steckt der Kniff.
nl] Daar ligt de kneep.

Da steckt der Knoten (das Hindernis).
fr] C'est l, le hic.

Da steckt der Teufel.
i] Daran stt es sich eben. Das ist der schwierige Punkt, da liegt eben der Hund begraben.
fr] Cest l le diable.

Da steckt ein Mann drin.
i] Von einem Knaben mit hervorragenden Anlagen.
nl] Daar steekt een man in.

Da steckt eine Falle dahinter.
la] Dolus subest.

Da steckt er, wie die Maus im Pech.

Da steckt etwas dahinter

Da steckt was im Rckhalt.

Da steckt's.
Luther
la] Sagitta perfecta iacta.

Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht (Faust) Vs 338

Da steh ich schon,
Des Chaos vielgeliebter Sohn!
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Am obern Peneios (Mephisto) Vs 8027

Da steh ich, ein entlaubter Stamm; doch immer
Im Marke lebt die schaffende Gewalt,
Die sprossend eine Welt aus sich geboren.
Schiller, Wallensteins Tod, III, 13 (Wallenstein)

Da stehen die Holzschuhe.

Da stehen die Ochsen (o. Affen) am Berge.
i] Von denen, die sich durch ein Hindernis aufgehalten sehen, sich in irgendeiner Sache nicht zu helfen wissen. Nur Ochsen lassen sich bis zum Stehenbleiben verblffen.
en] To put the cart before the horse.
fr] Voil l'accroc, la difficult, le noeud de l'affaire.
it] Mettere il carro innanzi a buoi.
la] Cantherium in fossa. Livius
la] Clivo sudamus in imo. Ovid
la] Hic haeret aqua. Cicero
la] In angustum oppido nunc meae coguntur copiae. Terenz
la] In trivio sum consilii.
la] In trivio sum.

Da stehen die Ochsen am Berge!

Da stehen wir allerdings vor etwas Gttlichem, das mich in ein freudiges Erstaunen setzt. Wre es wirklich, dass dieses Fttern eines Fremden [der Grasmcke] als etwas allgemein Gesetzliches durch die Natur ginge, so wre damit manches Rtsel gelst, und man knnte mit berzeugung sagen: dass Gott sich der verwaisten jungen Raben erbarme, die ihn anrufen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 8.10.1827

Da steht der Hunger Schildwacht und der Schmacht prsentirt das Gewehr.
Westfalen (Zur Bezeichung groer Armut)

Da steht der Knabe, der sich anmate, mit Jupiters Keule zu spielen, und Pygmen niederwarf, da er Titanen zerschmettern sollte. Schiller, Die Ruber, II, 3 (Karl Moor)

D steht do wie 'nen hlze Herrgott.
Bedburg

Da steht ein Strohbschel (auch: Strohwisch).
i] Warnungszeichen, einen verbotenen Weg zu betreten.

Da steht Lumperei Schildwacht.
Nrtingen

Da steht mir der Verstand still
en] it blows my mind
fr] les bras m'en tombent
it] rimango di stucco

Da steht nichts drber auf.
Wien
i] Das ist nicht zu bertreffen, auch ironisch.

D Stein, d mer nit heve kann, d lies (lsst) mer lige.
Kln

Da stinkt der Hund.
Obersterreich
i] Hier mangelt's, hier fehlt etwas, hier liegt's.

Da stinkt's bei unserm Karl.
i] In diesem Punkte, Wissensfach geht's nicht vorwrts mit ihm.

Da stinkt's wie in der Kleenmeisterei (Scharfrichterei).
Rottenburg
nl] Zij stinken naar de koppelary, als een waal naar look.

Da stot em Fass de Boden us.
Schaffhausen
i] Gibt den Ausschlag.

Da straf Gott den bsen Apotheker.
Schaumburg

Da struben sich einem die Haare - da stehen einem die Haare zu Berge
en] that makes your hair stand on end - it's enough to curl your hair
fr] c'est faire dresser les cheveux sur la tte
it] ci fa rizzare i capelli

Da streiten sich die Leut herum
Oft um den Wert des Glcks,
Der eine heit den andern dumm,
Am End wei keiner nix.
Ferd. Raimund, Der Verschwender, Valentins Hobellied

Da sucht der Teufel seine Jungen nicht.
i] Ein sehr verborgener, entlegener Ort.

Da sht us wie de Nuth Goddes.
Bedburg

Da syst als einn begethenn almisse.
Westfalen
la] Rore pascitur.

D 't dhon kann, s' Jan, d gw mi 'n slwernen Pennik.

Da taugen Schale und Kern nichts.
i] Von einem Menschen, dessen innerer Kern sowohl als die Schale nichts taugt.
jdisch-deutsch] Dus is a Klppe n'tume. Warschau (Eine unreine Schale)

Da Teufel hod auf ihm Arbes troschen.
i] Er ist pockenartig.

Da traf der Verrckte auf den Besoffenen und bekam es mit der Angst zu tun.
Griechenland

Da traf die Sense auf den Stein.
Polen

Da tragen die Hunde ganze Kpfe davon.
i] Da, wo viel aufgeht.

Da treibt's ihn, den kstlichen Preis zu erwerben,
Und strzt hinunter auf Leben und Sterben.
Schiller, Der Taucher

Da treten die Lippen nun vollends aus Reih und Glied, und das Auge glnzt vor Freude, dass ein Druck mehr ist als Vernunft, Licht, Gesang. Poesie und Philosophie, dass nur durch das Maul das Maulen auf die seste Art in sprachlose Freude bergehen kann.
Tieck, Der Hexensabbat

Da trieb die verwegene Armut
Verse zu machen mich an.
Horaz, Epistulae

Da trifft mich der Verschlag mit sammt der Bodenstiege.
Obersterreich
i] Scherzend fr: Da mchte einen der Schlag treffen.

Da trget sick m Kaisers Boart.
Iserlohn
i] Trgen, trgen (sik) = sich zanken. Altschsisch tregan oder thregian.

Da tua mulher e do amigo esperto, no creias seno o que souberes ao certo.

Da tus cuentas justas, porque la ltima, asusta.

Da ber die Elbe eine Gans flog, kam eine Gans herwider.

Da berluft die Kuh den Hasen.
la] Velocem tardus assequitat.

Da berzeugen wir uns denn von dem hohen Wert des Grundbesitzes und sind gentigt ihn als das Erste, das Beste anzusehen, was dem Menschen werden knne.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,9

Da Unheil ich erfahren, lerne ich, den Elenden zu Hilfe zu kommen.
Vergil, Aeneis (Dido)

Da uns keine Leidenschaft, sondern Neigung und Zutrauen zusammenfhrt, so wagen wir weniger als tausend andere.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,4

Da uns von Hubertsburg der Friede jetzt ward angesagt, hab' ich zu bauen angefangen dies Haus unverzagt.

Da unser grtes Vergngen darin besteht, bewundert zu werden, die Bewunderer aber, selbst wo alle Ursache wre, sich ungern dazu herbeilassen, so ist der Glcklichste der, welcher, gleichviel wie, es dahin gebracht hat, sich selbst aufrichtig zu bewundern. Nur mssen die andern ihn nicht irre machen.
Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit

Da unser Herr Gott dem Noah erlaubt, fleisch und fisch zu essen, beschert er jhm auch einen guten Dawtrunck dazu.

Da unser Leben fragwrdig und zerbrechlich ist,
setz deine Hoffnung nicht auf den Tod eines anderen.
la] Cum dubia et fragilis nobis sit vita tributa,
in mortem alterius spem tu tibi ponere noli.

Da unten aber ist's frchterlich,
Und der Mensch versuche die Gtter nicht.
i] Aus Schiller's Gedicht: Der Taucher.

Da Unwissenheit bequem ist und keine Mhe kostet, gebricht es ihr nicht an Anhang.
La Bruyre, Vom Urteil

Da Veit'l (15.6.) schlacht'ts Ker'n (Korn) mit'n Scheit'l.
Obersterreich

Da Verbrta htt sich fs Faa.

Da vergehen mir die Begriffe, sagte Graf Bassewitz.
i] Als in der 23. Sitzung des norddeutschen Reichstages, am 28. Mrz 1870, der Abgeordnete Lasker eine Schilderung des Polizeistaates gegeben hatte, nahm der mecklenburgische Abgeordnete Graf Bassewitz das Wort, um den Polizeistaat, den er eine staatliche Ordnung nannte, in Schutz zu nehmen. Er schloss mit der Versicherung: da (bei einer Anschauung wie sie Lasker entwickelt) vergehen mir die Begriffe.Breslauer Zeitung 1870

Da verklagt man den Teufel bei seiner (Gro-)Mutter.

Da verrosten keine Ngel nicht, wann man sie im Grtlersack beutelt.

Da verzweifelt der Bettelstab an der Wand.
i] Es geht sehr armselig zu.

Da wchst der Wein, wos Fass ist,
Es regnet gern, wo's na ist,
Zu Tauben fliegt die Taube,
Zur Mutter pat die Schraube,
Der Stpsel sucht die Flaschen,
Die Zehrung Reisetaschen,
Weil alles, was sich rhret,
Am Schlu doch harmonieret.
Goethe (1749-1832), Parabolisch - Hans Liederlich und der Kamerade

Da wchst mir kein Bart von.
i] Den Bart wachsen lassen, war bei den Alten ein Zeichen der Trauer.

Da wankt der Schwanz ohne Kopf, wo das Weib sich die Herrschaft nimmt.
Irland

Da war der Kse klar.
ndt] Do wr de Kes klar.
Holstein
i] Damit war die Sache abgemacht.

Da war die Maus gefangen.

Da war ein Weib, das war im Ehebruch begriffen. Die Geschichte ihrer Liebe wird uns nicht berichtet, aber diese Liebe war ohne Zweifel sehr gro, denn Jesus sagte, ihre Snden seien ihr vergeben, nicht weil sie bereue, sondern weil ihre Liebe so stark und wundervoll wre.
Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

Da war kein Profaner, kein Eingeweihter zu sehen,
Was man lebendig empfand, ward nicht bei Toten gesucht.
Schiller, Der Genius.

Da war Lachen bei ihm teur.

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
1. Mos. 1, 5

Da ward dem Schatz der Boden aus.
i] So viel als dem Fass.

Da ward sn (= sein), segt de Aphteker on schtt (= schttet, scheit) n de Td.
var] Hier wird sein, sagt der Apotheker.

Da waren die Augen 'mal wieder grer als der Magen.

Da wart ok mit Wasser gekocht.
i] Es ist anderwrts nicht anders und besser als zu Hause.

Da wscht dir keen Rejen ab (es hilft dir nichts; das bleibt an dir hngen).
Berlin

D wt m'em Monk drop.
Bedburg
hdt] Er wartet mit dem Munde darauf.
i] Ist arm, leidet groen Mangel.

D Weg hed der Tfel g'messe und derbi den Schwanz nid vergesse.
Luzern
i] Von sehr starken Meilen oder Wegstunden.

Da wei ich keinen rmel anzusetzen

Da wei ich keinen rmel anzusetzen.

Da welld met den grusse Hongen (Hund) seken gan, kann avver et Bn net huch genog ophewwen.
Bedburg

Da wenig ist, da trufet wenig ab.

Da werd' ich es Ihnen sagen, sagt Elvenich.
i] Wird in Breslau, besonders, wenn nicht ausschlielich, in Studenten- und Gelehrtenkreisen in Fllen angewandt, wo jemand etwas, wonach er gefragt wird, nicht wei. Der Prof. Elvenich soll die Gewohnheit gehabt haben, auch die Candidaten, die sich vorzugsweise den Realwissenschaften zugewandt haben, speciell in der Philosophie zu prfen. So verlangte er einst von einem Candidaten der Naturwissenschaften, derselbe solle ihm den Inhalt des ersten Buchs von Kants Kritik der reinen Vernunft angeben. Dieser erklrte, dass er damit nicht bekannt sei, worauf Prof. Elvenich erwiderte: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.' Er fragte dann in derselben Weise nach dem Inhalt des zweiten Buchs, und da dieselbe Antwort erfolgte, bemerkte der Professor wieder: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.'

Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spiee zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.
Prophet Jesaja

Da werden Sie Ohren machen! [ASpW]

Da werden Weiber zu Hynen,
Und treiben mit Entsetzen Scherz.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Da werdet ihr Mtter finden, die recht ngstlich besorgt sind, wie sie fr ein liebenswrdiges himmlisches Mdchen den allerabscheulichsten Menschen auffinden wollen, wenn er nur zugleich der reichste ist.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VII,8

Da wert de Plog den Stn wohl finden.
i] Wo Steine sind, da kann der Pflug nicht weiter. Man braucht daher die Redensart um zu sagen: die Sache wird dort ihre Grenze finden. So heit es in den Stralsunder Aufwandsgesetzen von 1570 in Betreff der Armen: 'Da wert de Ploch den Stn wohl finden', d.i. da wird dem Aufwand schon von selbst seine Grenze werden. Das Sprichwort steht auch in den Spottliedern der stralsunder Priester auf die dortigen lutherischen Prediger vom Jahre 1524. 'Nu kann ick hen tho Wismar fort, dort synt de kerlss so sehr verdorth, in wysheit se verblinden; kumpt her stemmer jo darto, de ploch den Steen wohl vindeth. Jm vastel auende togenn iiii grawe monneke den ploch auer de Stadt jnn allen Stratenn.

D wss de Hk no'n Wedder ze hangen.
Bedburg
i] Fr diese elastischen Naturen, die sich nach jedem Winde drehen, in jede Form schmiegen, jeder Ansicht beipflichten, jede Suppe gaumenrecht salzen, zu kriechen wissen, wenn das Gehen unvortheilhaft erscheint u.s.w. Verschiedenen Schreibungen (Hoike, Hk, Hock, Hoken, Hke, Hker, Huken, Hcke, Heuke, Hoyke, Heike) Bedeutung: einen Mantel. Einen unzuverlssigen vernderlichen Menschen nannte man auch Wendehoiken. Nicht blo berwurf oder Mantel, sondern eigentlich Kappen mit hinten herabhngenden mantelartigen Kragen. Wendeheuke = Wetterhahn; ostfriesisch: Rgenkld.

D wss et mem Hohnderkluche zu kreggen.
Bedburg
i] Er wei seinen Zweck auf eine kluge Weise zu erreichen.

Da wett' ich doch einen Zentner Karpfen gegen einen faulen Hering.

D Wii ess zo schlch, m inn em Essel en et Ohr ze schdde.
Kln

Da will ich die Franzeln von meim beste Rock verliere.
Pennsylvanisch-deutsch
i] Beteuerungsformel und hinzuzufgen: wenn das nicht wahr, nicht so ist.

Da will ich doch Hans heissen!
i] Wenn das wahr ist oder geschieht.

Da will ich doch lieber mit nassem Holze verbrannt werden.
nl] Dan liever met nat hout verbrand worden.

Da will ich Hans Kaspar heien.
i] Wenn das nicht so ist. Eine bei Brger vorkommende Beteuerungsformel.

Da will ich lieber Pudel flhen.

Da will ich Pumpan heien.
i] Wenn das oder jenes so ist oder geschieht.
z] Wenn die sich vor mir einriegelt, da will ich Pumpan heien.

Da will ik en Sticken bistken.
Holstein
i] Das will ich mir merken, etwa wie: Ich will mir einen Knoten ins Taschentuch machen.

Da will kein Stein zischen.
z] Da hat Christus gewehklaget; aber seine Hlffe ist ferne gewest, da hat kein Stein zischen wollen.

Da will'ch glei (o. auf der Stelle) verblinden.
i] Als Beteuerung mit der hinzugedachten Ergnzung: wenn das, was ich gesagt, nicht wahr oder wenn ich das, was man mir schuld gibt, getan habe. Man sagt auch wohl: Do will ich of der Stell verdrinken. In Prag: Da soll euch der Blitz treffen, o. Da soll mich der Teufel in Stcke zerreien.

D Wing (Wein) ess zu schlg, m im em Essel an et Ohr ze schdde.

Da wir konden geben, waren wir die besten im Leben, da wir nicht mehr brochten, warn wir, die nichts mehr tochten.

Da wir nicht sagten, dachte er, er knne tun, was er wollte.
Algerien

Da wir nicht tun, was wir sollen, tut Gott nicht, was wir wollen.

Da wir tranken unsern Trank,
Da wir sangen unsern Sang,
Da wir trugen unser Gewand,
Da stund es wohl in unserm Land.

Da wir unser ganzes Leben brauchen, um den Sinn des wenigen Wahren und den Irrtum in dem vielen Falschen herauszufinden, so ist es nicht ber raschend, dass die am wenigsten Erzogenen am meisten wissen.
Shaw (1856-1950), Wegweiser fr die intelligente Frau

Da wir von allem nichts verstehen, reden wir berall mit.

Da wir zusammengekommen, lasst uns trinken, und wenn wir uns angetrunken, lasst uns tanzen.
Litauen

Da wird (gut) aufgehauen.
i] Aufwand machen, lustig, bermtig sein, tanzen, springen.

Da wird der Battel-Toantz (Betteltanz) ongiehn.

Da wird der Lenz schn brummen.
i] In Bezug auf groe Hitze.

Da wird der liebe Gott seinen Spass mit haben, sagte der Bauer, als er hrte, dass der Hanswurst gestorben sei.

Da wird der Ochs im Backofen kalben.
i] Man wird sehr ins Gedrnge kommen.
z] Obgleich es mir so schwer ankommt, wie dem Bock das Lammen; so denke ich eben: wenn es gedrang zugeht, kalbt der Ochse im Backofen.

Da wird der Stadtgraben wachsen.
Breslau
i] Scherz oder Spott, wenn jemand weint; besonders bei Abschiedszenen.

Da wird die Katze bald das beste Vieh sein.
i] Das Hauswesen wird so zurckkommen, dass Muse dort hausen werden.
z] Dann soll ich ihm (meinem Mann) nicht reden ein, die katz wr bald das beste Vieh sein.

Da wird dir wohl ein Kummerhorn wachsen.

D wird doch am Eng (Ende) et Bad khle msse.
Bedburg

Da wird eine Teufelsmesse gelesen.
dk] De lste som i fandens kloster.
d] Man hrde et fandens bad.

Da wird einem grn und blau vor den Augen.

Da wird er kleine Dreckle scheissen.
Rottenburg
i] Darben, Not leiden.

Da wird es Abend oder gar Nacht.
Nrtingen
i] Nmlich bevor das geschieht, um zu sagen, dass es nicht geschehen werde.

Da wird gar mancher kauf ein wicht, wo der pfennig beiwohnet nicht.
la] Impedit omne forum, defectus denariorum.

D wird he net lang mieh Junge hecke.
Bedburg
i] Wird sich an diesem Orte, in dieser Stellung nicht lange halten.

Da wird kein Ei im Nest bleiben.
nl] Daar blijft geen ei in 't nest.

Da wird kein guter Pelz daraus; Haut und Haar taugen nicht.

Da wird kein Heu drr.
Schwaben
i] Dort, oder unter solchen Umstnden gelingt es nicht. Man gibt sich da vergebliche Mhe.

Da wird keine Kuh Blesse geheissen, oder sie hat was Weies vorm Kopf.

Da wird mein hinterer Zahn nicht nass.
Rottenburg
i] Wenn zu wenig zu trinken ist.

Da wird Narrosis wohl Gevatter werden.
z] Wenn man von der Schrifft will abtreten; so muss Frau Alteosis oder Heterosis, oder die gemeine Figur Narrosis Gevatter werden. Luther

Da wird noch manches Vglein pfeifen, das jetzt noch kein Ei ist.
i] Zu ergnzen: ehe das geschieht.

Da wird scharf gefastet, wo die Mnche fr die Buche mssen den Tisch ausschneiden lassen.

Da wird schne Zeit sein, wenn er mich sehen wird.
i] Ich werd' ihm nie ber die Schwelle kommen, er wird mich in seinem Leben nicht wieder sehen.

Da wird sein, sagt der Apotheker.
i] Wenn man etwas Gesuchtes findet oder jemand etwas Verlangtes verabreicht.

Da wird bel regiert, wo Zorn und Neidthardt Richter sind.

Da wird wohl ein gemstet Kalb geschlachtet werden.
i] Groe Freude sein.
nl] Dan wordt het gemeste kalf geslagt.

Da wird's gn (gehen), Mutter hald a Hund, luss de Katze lfen.
Schlesien

Da wird's Katzenflecke setzen.
i] Wie sie als Spuren von Katzbalgereien, von Kratzen, Beien u.s.w. zurckbleiben.

Da wird's zum Hlzlziegn.
Obersterreich
i] Losziehen, wozu zwei Hlzlein dienen.

Da wo alles leer und kahl,
Ist das Suchen eine Qual.
sp] Adono hay, no cumple buscar.

Da wo dein Gott gestorben ist, wirst auch du sterben.
Namibia

Da wo die Khe Flgel haben.

Da wo Feuer war, kann man es auch wieder entfachen.

Da wo Furcht ist, da ist auch die Ehre.
Litauen

Da wo zwei Kche an einem Herd,
Da bin ich nicht gern eingekehrt.
Jdische Spruchweisheit

Da wolle Gott bei sein.

Da wollt' ich Ktzchen sein und hren!

Da wollt' ich mir doch Feuer in den Arsch machen lassen.
i] Wenn das nicht so wre. Ich wollte darauf wetten, gut dafr sein.
fr] J'en mettrais mon doigt au feu.
fr] J'en mettrois la main au feu.

Da wlt i net d' Hand umkehren.
Rottenburg
i] Es ist kein Unterschied dazwischen.

Da wtt i net so machen.
Rottenburg
i] Nicht die Hand darum oder deshalb umkehren, mit der Gebrde des Handumdrehens.

Da Wueste will Herd.
Luzern
i] Hektischer Husten. Dieser Husten will Erde, deutet auf nahen Tod. Der Wusten = Husten, wustig = mit dem Husten behaftet.

Da wrde ein blindes Pferd nichts verderben.
nl] Een blind paard zou daar geene schade doen.

Da wrde ich gern Muschen spielen.

Da zu gehrt mehr als pfeifen.

Da, es mich jckt, da darff ichs nit krawen.

Da, Faulpelz, hast du ein Ei! - Ist's aber auch geschlt?.
Litauen

Da, Gevatter, hast du das Fronleichnamsfest!.
Litauen

Da, Katz', hast auch 'neu Braten.
i] Als Begleitwort zu einer Gegengabe im freundlichen wie feindlichen Sinne, Gegengeschenk, Gegenhieb, Gegentrumpf, Gegenpille im Wortwechsel. Fritz Reuter gebraucht die Redensart in einem Briefe, datiert Nigenbramborg den 17. Juni 1863, an R. Reusch in Knigsberg bei der Auswechselung ihrer Photographien.

Da, Katze, hast du auch einen Fisch.
ndt] Da, Katt, hest ok en Fisch.

Da, wo das Feuer brennt, dorthin soll man keine Birkenrinde stecken.
Estland

D, wo der Sack ufhet, und d, wo dri duet, isch der glych Schelm.
Solothurn

Da, wo die Eulen hecken.
i] Von finstern, entlegenen, unzugnglichen rtern.

Da, wo die Fchse (o. wo Fuchs und Hase) einander gute Nacht sagen.
i] Ergnze: geschieht, ist etwas, wohnt jemand. - Sehr entfernt, entlegen.

Da, wo die Muse auf den Katzen reiten.
i] Um zu sagen, dass das Gefragte, Betreffende nirgends ist oder geschieht.

Da, wo die Motte im Tuch, der Wolf unter den Ziegen, der Fisch ohne Wasser, der Student unter Mdchen, der Ziegenbock im Garten und der Deutsche im Rate der Tschechen ist, geht es nimmer gut.
pl] Cztery Niemcy na wiertel chmiel jeszeze powiadaja.

Da, wo die Schellen klingen.

Da, wo die Spekulation aufhrt, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Bettigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Menschen.
Marx/Engels Deutsche Ideologie

Da, wo du nicht bist, ist das Glck.
Polen

Da, wo du Page warst, wirst du nie Ritter sein.
Portugal

Da, wo ein Armer stirbt, wird keine Kirche gebaut.
Estland

Da, wo ein Lied gesungen wird, wollen wir uns hinsetzen, bse Menschen wollen ja kein Lied.
Estland

Da, wo kein Mann mehr ist im Haus, geht auch die Hafergrtze aus.

Da, wo man geboren ist, macht einem jeder Grashalm Freude.
Italien

Da, wo man nichts verliert, gewinnt man stets etwas.
Spanien

Da, wo wir lieben,
Ist Vaterland,
Wo wir genieen,
Ist Hof und Haus.
Goethe (1749-1832), An Personen - Felsweihe-Gesang an Psyche

Daar ist z' faul zum Rba ropfa.
Ulm

Daar t' Hecken op is, loopen de Verken in.
Niederlande

Daavan is fh to vatellen, wa wenig to behoalten.
Ukermark
hdt] Davon ist viel zu erzhlen, aber wenig zu behalten. (Es ist nicht des Behaltens wert)

Dabei bleibt's, sagt Spelter Hans.

Dabei geht einem der Pst (die Puste) aus.
i] Das ist zu viel, das bersteigt die Krfte.
ndt] De Pust geit mi t. Altmark

Dabei habe ich auch eine Stimme.
i] Ich kann hier auch ein Wrtchen mit reden.
jdisch-deutsch] I hob a Zadd (Seite, hier fr Stimme) in der Schssel.
jdisch-deutsch] I hob auch a Deije (Meinung, Stimme) in der Schssel.
i] Bei Hochzeiten werden die Hochzeitsgeschenke bei den Juden in einer Schssel gesammelt, wobei ausgerufen wird, von welcher Seite (Zadd) das Geschenk kommt, d.i. ob von seiten des Brutigams oder der Braut.

Dabei hat Gott nichts getan, wie bei der Papstwahl.
i] Hadrian, der durch den Kaiser Karl V. Papst geworden war, lie Utrecht (seine Vaterstadt), Lwen (wo er Magister geworden) und das Bild des Kaisers auf einer Tafel anbringen mit den drei bezglichen Inschriften: 'Ich pflanzte. Ich begoss. Ich gab das Gedeihen.' Darunter schrieb jemand die Worte: 'Hier hat also Gott nichts getan!', woraus obiges Sprichwort entstanden ist, dem man aber einen viel allgemeinern Sinn beigelegt hat.

Dabei ist ein neuer Rock zu verdienen.

Dabei ist kein trocken Brot zu verdienen.
z] Gy sint helde to der not, twar gy vardenet alle nycht en hellinkbrot.
nl] Daar is geen droog brood aan te verdienen.

Dabei ist kein Zuckerleckens.
z] Nun fallen mir erst wieder die Worte ein, die gute Freunde vor seiner Abreise vorbrachten, dass es kein Zuckerlecken sei, unter steinfremden Leuten von den Seinigen entfernt zu leben.

Dabei ist nicht das Salz zu verdienen.

Dabei ist nichts zu gewinnen.
fr] Cela ne vaut rien pour les parieurs.

Dabei ist wenig Amen und Bestand.

Dabei kann kein Kupfer gemacht werden.
i] Es kommt nichts dabei heraus.
z] Slly sagt, es wr all fr Katz enanner lang sehne zu gehen (lange Heiratsbesuche zu machen), wenn mer wirklich en Noschen (notion) htte zu heiern; se wr gestisfeit (satisfy), dass bei oll dem Cumpaniehalte keh Kupper gemacht werden knnt.

Dabei kommt's Wasser nicht heraus.

Dabei verdiene ich nicht das Blut fr den Hund.
i] Angewandt von einem Fleischer, um zu sagen, er knne mehr als er geboten, fr das betreffende Schlachttier nicht geben, da er schon dabei wenig Gewinn habe.

Dabei verdient man das Wasser nicht.

Dabei verdient man nicht das Licht.
fr] Le jeu ne vaut pas la chandelle.

Dabei wird ma steinalt und klan(klein)buderwinzig.
Niedersterreich
i] Klage, wenn etwas ungebhrlich lange dauert.

Dabeisein ist 80 Prozent des Erfolges.

Dach und Dach bedecken viel Schalke.

Dacht' (wusst') ich doch nicht, was mich bisse.
Breslau
i] Ausdruck der berraschung, Verwunderung.

Dacht ich doch Wunder!
i] Ausruf getuschter, unbefriedigter Erwartung.
z] Wenn's weiter nichts ist, sagte er, dacht' ich doch Wunder!

Dcht jeder an sein eigen quad, er vergess eins andern Missetat.

Dachte sind keine Lichte.
i] Ein Wortspiel zwischen Dachte fr Dochte (s.d.), als Erwiderung, wenn jemand sein verkehrtes Tun mit den Worten: 'ich dachte', zu entschuldigen sucht.

Dachte sind keine Lichter und Arschlcher keine Gesichter. (Wortspiel mit 'Dochte' und dem entschuldigenden 'Ich dachte')

Dadropp kann ner nau Zinte rde.
i] Nmlich auf einem stumpfen Messer.

Dadrum keene Feindschaft nich.
Angely, Fest der Handwerker II, 11

Dadurch fllt keine Perle aus seiner (ihrer) Krone.
Franken
i] Dadurch vergibt er (sie) sich nichts.

Dadurch kommt sein Weizen nicht in Schuss.
i] Oder: zum Schossen. Wenn sich jemand in der Erwartung und Berechnung gnstiger Folgen und Vorteile tuscht.

Dadurch, dass der blinde Grofrst zum Zaren wird, lernt er nicht sehen.
Russland

Daer isch z'faul, dass 'r stinkt.
Schwaben

Dafr bist du jhm einen Doktorgroschen schuldig.

Dafr bringt man dir's noch ins Haus!
i] Spottweise Entgegnung, wenn der Preis eines Dinges zu niedrig geschtzt wird.

Dafr gab ich dir die Tochter, sprach der Schwieger zum Eidam, als dieser ihn nachts umfassen wollte.

Dafr gbe ich keine Faser.
la] Floccum non interduim.

Dafr geb' ich keine faule Birne.
nl] Hij is geene rotte peer waard.

Dafr geb' ich keinen Deut.

Dafr geb' ich keinen Kirschkern.
nl] Dat is geen kersensteen waard.

Dafr geb' ich keinen Pfennig.
la] Nauci facio.

Dafr geb' ich keinen Strohhalm.
fr] Cela ne vaut pas un ftu.
fr] Je n'en donnerai pas un ftu.

Dafr gebe ich keine alte Schuhschnalle.
en] Not worth shoe-buckles.

Dafr gibt es ein gutes Hausmittel.
nl] Daar heeft men een huismiddeltje voor.

Dafr gibt man keine Pfeife Tabak.

Dafr hat der Schmied die Zange, dass er sich die Finger nicht verbrennt.
z] Auch die Bischfe sprechen so von ihren Vicaren, die sie ihnen gegenber als Zangen betrachten; allein Johannes Huss sagte: Der Teufel lie aber die Zange liegen und nahm den Schmied.
mhd] ein smid der sol die zange wohl erkennen.
d] Smeden haffner faardi tenger at hand ikke vil brende sine hender.
pl] Na to ma kowal klszcze, żeby go nie parzało.
sd] Smeden har derfre tnger, at han icke skal brnna sine hnder.

Dafr hilft kein Titel noch Namen.

Dafr hilft weder Witzling noch spitzling.

Dafr hte sich Ross und Mann.

Dafr ist der Hecht da, dass die Karausche nicht schlummert.
Russland

Dafr ist der krzeste Tag lang genug.
nl] De kortste dag is daar lang genoeg voor.

Dafr ist hier nicht der rechte Ort.
la] Non est hic locus.

Dafr kann ich meinen Kindern kein Brot kaufen.
ndt] Da kann ik min Kinner kn Brod fr kopen.
i] Hrt man bedrftige Mtter sagen, die Mhe und Arbeit umsonst tun sollen.

Dafr kann ich mir die Sieben Kurfrsten nicht kaufen.
Breslau
i] So erwidert der Verkufer, wenn jemand beim Kauf eine Ware behandelt und zu niedrigen Preis setzt.

Dafr kann man keinen Arschwisch kaufen.

Dafr lass' i' was springen.
i] Ich bringe gern ein Opfer, wenn ich diesen Zweck erreiche, diese Stellung erhalte.

Dafr lege ich meine Hand ins Feuer
v] ich wette zehn gegen eins - ich lasse mir den Kopf abhauen (o. abreissen)
en] I put my hand into the fire (for it)
fr] j'en mettrai ma main au feu - je mettrai ma main couper (o. sur le billot)
it] ne metter la mano sul fuoco

Dafr muss eine alte Frau lange spinnen (o. stricken).
i] Nmlich fr ein bestimmtes Geld.

Dafr muss er eine Prmie bekommen.
i] Meist ironisch, wenn jemand eine Dummheit begangen, einen trichten Streich gemacht hat.
nl] Dat is eene premie.

Dafr nehm' ich nicht eine rote Kuh.

Dafr soll er mir blechen.
i] Ben, Genugtuung, Schadenersatz geben.
fr] Il me la payera plus cher qu'au march.

Dafr soll he sick hwwen in de Bxen (Hose) kackt.
Lippe

Dafr steht eine weite Tr offen (o. ffnet sich eine weite Tr).
nl] Daar staat eene wijde deur voor open.

Dafr steht ja aber der Mensch so hoch, dass sich das sonst Undarstellbare in ihm darstellt. Was ist denn eine Saite und alle mechanische Teilung derselben gegen das Ohr des Musikers?
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 708

Dafr will ich nicht Brge sein.
nl] Daar wil ik geen' borg voor staan.

Dafr wolt ich nicht drey Heller geben.

Dafr, dass ich so ein Kerl wre, wollte ich lieber, dass mich die Katze aus der Wiege gefressen htte.
ndt] Doaver, dat ik sau e Kerel wr, woll ik liwer, dat mi de Katte ut der Wige freaten hdde.
Bren

Dafr, was das Pferd getan, kann man doch den Stall nicht schla'n.
nl] Dat het paard doet, kan de zal niet boeten.

Dagegen hab' ich nichts, sagte der Bauer, als er sich loben hrte.
nl] Daar hel ik niet tegen, zei de man, en hij hoorde zich zelven prijzem.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen
en] there's no remedy for it
fr] il n'y a pas de remde cela
it] a ci non c' rimedio

Dagegen muss man alle Hunde, die bellen knnen, loslassen.

Dagewesen war dagewesen, ehe dagewesen kam.
Surinam
i] Es ist einmal nicht anders, es ist immer so gewesen.

Dahr g'hrt nit Christus, sundern Mistus.
Franken
i] Von einem Acker, der des Dngers mehr als des priesterlichen Segens bentigt ist.

Dahe'gehn wiera rauchfuessata Dauba.
Obersterreich

Daheim - geheim.

Daheim baue auf deine Eltern; berschreitest du aber die Schwelle des Hauses, so baue auf die Freunde.

Daheim bin ich Knig.
en] An Englishman's home is his castle.
fr] Charbonnier est matre chez soi.
la] Quilibet domi suae rex.

Daheim erzogen Kind ist in der Fremde wie ein Rind.

Daheim gilt ein Kreuzer einen Batzen.

Daheim gilt unser Kreuzer einen Batzen.
i] Besonders von den Orten, welche schlechte Mnzen haben, die zwar dort in zugeschriebener Geltung umlaufen, auerhalb ihrer Grenzen dagegen gar nicht oder nur unter ihrem Nennwerthe angenommen werden.

Daheim gtig und im Streit mtig.

Daheim hlt er sich wohlgerst, gleichwie der Hahn auf seinem Mist.

Daheim hast du nicht einmal eine Sardine, und bei Fremden verlangst du ein Huhn.
es] En tu casa no tienes sardina, y en la ajena pides gallina.

Daheim hat man hundert Augen und in der Fremde ist man blind.
it] In casa Argo, di fuori talpa.

Daheim heilig, im kriege mannlich, in beiden frsichtig.

Daheim im Nest ist's Mdchen am best.

Daheim ist daheim(, nie ist's hsslich es zu sein).
it] Casa mia, casa mia, per piccina che tu sia, tu mi sembri una badia.

Daheim ist der Himmel blauer (und grner sind die Bume).
en] Home is home, though it be never so homely.

Daheim ist doch daheim.

Daheim ist ein Mann zwei.

Daheim ist einer ein Herr und Knig, draussen ein Diener.

Daheim ist einer viele Mannen wert.

Daheim ist er ein Mann.

Daheim ist gut, gelehrt zu sein.

Daheim ist jeder ein Herr.
ndt] Hair er heima Hverr.

Daheim ist man am klgsten.

Daheim ist man Knig.

Daheim ist mancher am klgsten.
la] Atticus in portu.

Daheim ist mancher ein Mann.

Daheim ist tausend Tage alles gut, in der Fremde ist immerfort alles schwer.
China

Daheim ist's am besten.
i] Man kann nirgends so bequem, so nach Gefallen und wohlfeil leben als zu Hause. Nach der Ansicht unserer Vorfahren sind die sehr unglcklich, die stets herumziehen mssen. Homer sagt: 'Es gibt nichts Elenderes als an lauter unbestimmten Wohnsitzen herumzuschweifen.' Unsere Altvordern nannten daher auch die Gasthuser - Elendhuser.
fr] Bon livre vient mourir au gte.

Daheim kann einer ein Liedlein singen.

Daheim muss man (wohl) bewandert sein.
la] Aedibus in nostris quae prava aut recta gerantur.
la] Nulli mihi satis eruditi videntur, quibus nostra ignota sunt.

Daheim mu man bewandert sein.

Daheim oder im Gefngnis.
i] Nur nicht verbannt. Vaterlandsliebe der Trken.

Daheim sterben (wie) d' Leut.
Niedersterreich

Daheim tu, was du willst, unter Leuten benimm dich wie ein Mensch.
Jdisch

Daheim und drauen
i] Auenpolitik; Innenpolitik
la] domi forisque

Daheim werden verstndige Mnner am wenigsten geschtzt.
Island

Daheim, geheim.

Daheimleben kann nie Rang und Orden geben.

Daher der Zorn und die Trnen.
la] Inde ira et lacrimae.

Daher die Trnen
i] das ist der eigentliche Grund
la] Hinc illae lacrumae!

Daher geiht he un denkt wi Goldsmidts Junge, de dachte k Mester tau wren.
Braunschweig

Daher jene Trnen!
la] Hinc illae lacrimae!
Terenz, Andria

Daherfliegen wie der Pfaff aus dem Federfass.

Dahergehen noch mehr.
Nrtingen
i] Spott auf einen fehlgegangenen Streich.

Dahergehen, wie d' Katz in Flklschueh.
Obersterreich

Daherkommen wie ein Pfitzigpfeil.
Obersterreich
i] Recht schnell.

Dahersteigen wie da Hahn on Gerstenhalmen.
Obersterreich

Daheym ist ein man zwen.

Daheym ist er (mancher) ein man.
i] Vom Schwachen, Furchtsamen, nichts Vermgenden.
la] Extra periculum audax (ferox).
la] Gallus in suo sterquilinio plurimum potest.

Daheym ist gut gelert sein.
z] Es thut eim niemand widersprechen, aber draussen brauchts schnauffens.

Daheym nur ists geheym.
z] Die Worte vor der Pforte, die fliegen von Orte zu Orte, es hlt sie nicht Nagel, nicht Leim.
it] Chi vuol star bene non bisogna partirsi da casa sua.
la] Domi manere oportet belli fortunatum.
la] Nil miserabilius, quam incerta sede vagari.
la] Nullus est locus domestica sede jucundior.

Dahin flieen die Tage, und unwiderruflich luft das Leben ab.
la] Fluunt dies et inreparabilis vita decurrit. Seneca

Dahin fliet das Wasser ab, wo die niedrigste Stelle ist.
Estland

Dahin gehen noch mehr.
Rottenburg
i] Spott auf einen danebengegangenen Streich.

Dahin musste es kommen, sagte der Bauer und spannte seine Frau vor die Egge.

Dahinfahren wie ein Strom (o. Wasser).

Dahingehen, wohin der grte Potentat keinen Gesandten schicken kann.

Dahingehts hat der Spaz gsagt, hat 'n die Kaz im Maul gehabt.
Rott.-Tal

Dahinter steckt ein Aal.
i] Ein Betrug.
fr] Il y a anguille.
fr] Il y a quelque anguille sous roche.

Dahinter steckt etwas.
la] Causa aliqua subest.

Dahoam, dahoam is doch dahoam! Wannst net furt muat, bleib, d' Hoamat is da zweite Muatterleib!

Dahocken wie ein Pfund Schnitz.

Dahocken wie ein Wurzelmnnlein.

Dahr Bohk (Bock) wird o ne (auch nicht) de mehste Milch gan.
Oberlausitz
i] Bei dieser Sache, diesem Geschft ist wenig zu gewinnen. Der Ton liegt auf: der.

Dai den Koalenner (Kalender) maket, d itet ok Brot.
Iserlohn

Dai druaned (drhnen) as ne Kau (Kuh), die melk wer'en wel.
Grafschaft Mark
i] Vom dumpfen Gebrll des Rindviehes.

Dai es chten (= hinten) nitt as vren, sss (= sonst) knn he met der Fuet (= dem Hintern) Nete (= Nsse) knappen. Iserlohn

Dai es chten (hinten) nitt as vren, sss (sonst) knn he met der Fuet (dem Hintern) Nete (Nsse) knappen.
Iserlohn

Dai es nkuemen (angelaufen) as de Suege im Judenhuse.
Iserlohn - De kummt an as de' Mutt (Sau) in't Judenhs. Rastede

Dai es so besuopen (besoffen), h sht den hiemmel fr 'n dudelsack un de hillgen drai kenige fr spitsbauwen an.

Dai es so geschickt, as en Isel omme Prumenbome (auf dem Pflaumenbaume).
Iserlohn

Dai es te Plasse kuemen as de R'e te Kalle.
Iserlohn
i] Er ist sehr bel angekommen. Dem fremden Hunde, der in Kalle bei Iserlohn einen Besuch machte, ging, als er, verfolgt, durch eine Hecke brach, von dem verloren, was der Pape zu beklagen hatte, der Hinz, den Kater, fillen wollte.

Dai et in der Hlle gewuent es, dim es et niene Pinn.
Grafschaft Mark

Dai gid (geht) der dr as de Kau dr den Niewel.
Grafschaft Mark

Dai God (Gott) taiket (gezeichnet) hett, sind de slimesten.
Driburg

Dai hld n as en Krepel (Krppel) am Wge.
Iserlohn

Dai had en Geweten (Gewissen) as en Mallersack.
Grafschaft Mark

Dai hd en Magen as en Saldoatentornister.
Grafschaft Mark
nl] Dat ligt mij te hard in de maag.
nl] Dat zit hem dwars in de maag.

Dai hd 'et Maul upen, as wen et Bri rgende.
Iserlohn

Dai had mr Schlge kregen as en Iesel in Unna.
Grafschaft Mark
i] Unna am Hellwege ist wegen seiner Esel sprichwrtlich.

Dai hit sik en Lack maket, dat kliwet in titliwens an.
Iserlohn
i] Lack = Flecken, Schimpf, altschsisch lahan = tadeln.

Dai kiket met enem Oge nam Hiemel, un met dem annern in de Westentaske.
Iserlohn (Zur Bezeichnung eines Scheinheiligen)

Dai knn sick wuol im Fingerhaue kuoken un met der Nainoal opscheppen.
Grafschaft Mark

Dai liped (luft) dermme as de Katte m den hiten Bri.
Grafschaft Mark

Dai ltt ok grne Guodes Water wer Guodes Lant goan.
Iserlohn
hdt] Er lsst auch gerne Gottes Wasser ber Gottes Land gehen.

Dai lpet (luft) ok met as et Hiemt im Aese.
Iserlohn
i] Von einem verachteten Gesellschafter.

Dai L (Leute) hett kain guet Holt am Truoge.

Dai miped as 'ne Brud.
Grafschaft Mark
i] Nicht recht einbeien wollen, geziert essen, maulen, von Mappe = Mund. Er isst so geziert wie eine Braut.

Dai maut enem de Blten (Pilze) vom Hirten schuwen.
Iserlohn
i] Der groe Dieb hilft den kleinen einfangen und lenkt dadurch den Verdacht von sich ab.

Dai maut noch dr de Bockmuele trocken wren.
Grafschaft Mark

Dai mch viel Heu hewwen, d jedem 't Mul woll stoppen.

Dai molked (melkt) m med inem S'trieke, had de Man saght, doa hadde den Oen mained.
Hagen
i] Striek = Strich, Zitze am Euter.

Dai 'ne Hor (Hure) sik niemt te Aeren, es en Schelm oadder well enen wren.
Grafschaft Mark

Dai sall noch wohl kuemen (kommen), de Katte hett ne nitt frten.
i] So sagt man in der Grafschaft Mark, wenn der Schnee lnger als gewhnlich ausbleibt.

Dai schickt sik so prchtich dertau as de Iesel taum Figgelinen striken (Violine streichen).
Grafschaft Mark

Dai sgend as en Ketellpper.
Grafschaft Mark
i] Sgennen, sgenden = schimpfen, schelten, Kesselflicker, Lpper zu Lappen.

Dai sgend as en Wannenflicker.
i] Wanne oder Schwinge zum Reinigen des Getreides.

Dai sittet dertsken (dazwischen) as de Ule tsken den Kraigen (Krhen).

Dai sittet sik im Lechte (Lichte) as en Holskenmker (Holzschuhmacher).
Grafschaft Mark

Dai sld derna (er schlgt danach) as de Blinne nam (nach dem) Duppen.

Dai Spa mutt Schapthn hebben, kein Hunn'nthn.
Mecklenburg
hdt] Der Spa muss Schafs-, er darf keine Hundszhne haben.

Dai shd in de Locht (Luft) as en Vuegelfnger.
Grafschaft Mark

Dai van Not to Brot koemt, dat sint de slimmsten.

Dai wet nitt van Ttten oader Bloasen.
Iserlohn

Dai wet van Guot kain Let.
Iserlohn
hdt] Er wei von Gott kein Lied.

Daiwesgued (Diebesgut) dat nmmer gued.
Westfalen

Djlich Brt (Brot) schtlt de Nit.

Dkdn (dicktun) s nichen.
Kronstadt

Dal mt dem Gedn, heft Ms geschlackert.
i] In Samland, wenn jemand gleich nach dem Essen sich zur Ruhe legt, oder wenn man Kinder zur Ruhe bringt. Gedun ist ein altpreussischer Name, der hier wohl nur als Wortspiel mit dn = dick (vollgegessen) gebraucht ist.

Dal mt dem Gerwine, heft Speck gestle.
Alt-Pillau
i] Gerwin ist Personenname.

Dalang wat idj m a Gratten, maren wat skitj m a Letjen.
Fhr
hdt] Heute was essen mit den Groen, morgen was scheien mit den Kleinen. (Wer sich heute erhht, wird morgen erniedrigt)

Daliegen wie die Kindbetterin.
i] Die Berner nach der Schlacht bei Laupen.

Daliegen wie ein fauler Schfer auff der Schippe.

Dlsche Leute haben das meiste Glck.
nl] Malle menschen hebben het geluk.

Dam (diesem) ss der Zp g'schlissen.
i] Er ist durch Vorhaltungen, Vorwrfe, Zurechtweisungen u.s.w. gedemtigt, auch vom Geschick hart mitgenommen worden, er hat sein Vermgen u.s.w. verloren. Zp, Zpf am Erzgebirge Zps, eine Krankheit der Hhner, die sonst Pips genannt wird.

Dam Biere worn rechte Hefen gegan.

Dm ne gefllt de Mder on dm Andre de Doeter.
Dren
hdt] Dem einen gefllt die Mutter, dem anderen die Tochter.

Dam is Hllenwoarm.
Hirschberg

Dam Kende (Kinde) lott oach d' Tomb-d'r schln.
sterreich-Schlesien
i] Tomb-d'r = die Ader, aus der sein dummes Zeug, seine bermtigen Streiche kommen. - Man vertreibe oder bndige seinen kindischen bermut.

Dam machen se de letze Musicke.
hdt] Dem machen sie die letzte Musik, sie luten ihn aus.
fr] Musique de sainte innocent fait piti qui l'entend.

Dam sei Voatter is off en Nssbm dersoff'n.
Henneberg
i] Von einem unehelichen Kinde, besonders wenn der Vater nicht zu ermitteln ist, sagt man: Sein Vater ist auf einem Nussbaum ersoffen. In der Eifel setzt man dafr Kirschbaum.

Dam sen de Schwongfdern ausg'rssen.
Bhmisch-Friedland
i] Er ist um Hab und Gut gekommen, der Mittel zu seinem Bestehen und Wirken beraubt, Kraft und Mut sind ihm entzogen.

Damals als die Pegnitz brannte.
i] In Nrnberg, um zu sagen, dass etwas nie geschehen oder, dass man nicht wisse, wann es geschehen sei, oder, dass es sich vor undenklicher Zeit zugetragen habe.
z] Ursprnglich hat man wohl mit der Redensart in hyperbolischer Weise einen recht heien Sommer bezeichnet, wo der Fluss fast ganz trocknete, wo die Hitze so gro war, dass man meinte, das Wasser htte brennen knnen. Dann mag sie von Dingen gebraucht worden sein, die recht sehr selten sind und lange nicht mehr vorkamen.

Damals warst du noch in Abrahams Wurstkessel.
i] Noch nicht geboren.

Damit basta.
i] Ich habe nun mein letztes Wort gesagt, dabei bleibts.
nl] Dat is basta.

Damit bleib' mir aus dem Tornister.

Damit die Augen sehen, mssen die Beine sich bewegen.
Botswana

Damit die Feldfrucht gedeihe, muss der Bauer Stroh zum Winteraustreiben geben.

Damit du nicht schief werdest.
Ostpreuen
i] Bei scherzweisen Backenstreichen rechts und links.

Damit einer sndiget, damit wird er gestraft.

Damit Gott uns die Snden vergeben kann, mssen wir erst einmal sndigen.

Damit hapert es.
nl] Daar is klei aan den kloet.

Damit hat's noch lange Beine.
i] Hat es noch Zeit.
z] Mit dem Regen und Donnerwetter hat es noch lange Beine. Breslauer Zeitung, 1863

Damit ihn die Hunde nicht beien knnen, hat der Igel Stacheln.

Damit ist es Essig
v] das ist im Eimer
en] it's all off now
fr] c'est tomb l'eau
it] non se ne fa nulla

Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen.
z] Dass man keinen Hund mit mir auss dem Ofen htte locken knnen.
ndt] Daomit kou mer ken Hund von Ouf'n locken. Franken
ndt] Damit lockt man koan Hund van Ofn fr. Obersterreich
z] Die spinnwebige Dialektik kann keinen Hund aus dem Ofen locken, sie kann keine Katze tten.H. Heine
i] Es ist hier nicht das Innere des Ofens, der Feuerraum, sondern der leere Raum unter ihm, oder auch der Hinterofen gemeint, wo die Hunde gern in der Wrme liegen. Obgleich der Hund die Wrme liebt, so bedarf es doch nicht viel, ihn von dort hervorzulocken.
en] That won't tempt anybody.
fr] a ne prend pas.
fr] Ce n'est pas ainsi que vous lui tirerez les vers du nez.
fr] Cela n'intresse (o. n'attire) personne.
it] Con ci non si cava un ragno da un buco.

Damit ist kein Staat zu machen.
nl] Daar kan je Staat opmaken.

Damit kann er keine groen Sprnge machen.

Damit kann man (nur) Kinder frchten machen.

Damit kann man alle Schuhe schmieren.

Damit kann man ihn bis an der Welt Ende treiben.

Damit kann man kein Kind schrecken.
la] Leonem larva terres.

Damit kann man keinen Hasen mehr fangen.
nl] Men kan daar geene hazen meer mede vangen.

Damit kann man keinen Hund vom Ofen locken.

Damit knnte man die Geduld eines Kapuziners versuchen.
fr] Il y aurait de quoi lasser la patience d'un capucin.

Damit lockt man keinen Hund hinter dem Ofen hervor

Damit lockt man keinen Hund vom (o. aus dem) Ofen.

Damit lscht man (kein) griechisch Feuer.

Damit mag er sich begraben lassen.
i] Er mag seine Ansprche, Forderungen, Plne u.s.w. dahin mitnehmen, wo man nicht mehr an die Ausfhrung denkt.

Damit man ein Problem klug lsen kann, muss es einem Sorgen bereiten.

Damit sie eins seien
i] Enzyklika
la] Ut unum sint

Damit sie ja den Narren wohl kiken lassen.

Damit straf Gott keinen Judejung'!
it] Chi castiga i mal fattori, che gl' altri sian migliori.

Damit will ich bald zu Ende kommen, sagte der Bettelmann, und biss in ein Stck Wurst.
nl] Het zal een kort einde nemen, zei de paap, en hij beet van een stuk metworst.

Damit wird er keine Gste locken.
dk] Han skal ingen glade gester gire der med.

Damit wird er nicht viel Ehre aufheben (gewinnen).

Damit wird er seinen Magen nicht berladen (verderben).

Damit wirst du kein Glck haben.
Berlin
i] Die Redensart wird in Berlin sehr hufig als Verneinung, als Ablehnung einer Bitte gebraucht.

Damit wirst ned weit springen.
i] Mit den paar Talern ist nicht viel auszurichten.

Damit wrde man sich selbst der besten Einnahmequelle berauben.

Damit wurde seinen Ansprchen ein Riegel vorgeschoben
en] that put a stop (o. an end) to his claims
fr] cela a frein ses prtensions - cela a mis un barrage (o. le hol) ses prtensions
it] ci ha messo un argine (o. un freno) alle sue pretese

Dmmerung schickt uns zurck nach Hause.
Afrika

Dmonen sind so zu berlisten wie das Emu, das der Wilde fngt, nachdem er in sein Wasserloch einen Rauschtrank gemischt hat.

Dampf ablassen
v] seinem rger Luft machen
en] to let (o. blow off) steam
fr] dcharger sa bile
it] sfogare la propria rabbia

Dampf tut den Knochen nicht weh.
Russland

Dampfschiffe zurck.
Schlesien
i] Vom Militr. Unter Dampfschiffen sind groe Stiefel zu verstehen.

Dampft das Strohdach nach Gewitterregen, kehrt's Gewitter wieder auf anderen Wegen.

Dampft die Hammelkeule auf dem Tisch, gelstet's keinen Mullah nach dem Koran.
Russland

Dan bey eim Schwager
Ist lieb und dienst mager.
Alter Spruch

Dan bittet oft um Brot, wenn man's bekme, es wre der Tod.
dk] Ofte bedes det igien som bort kastes.

Dan Ding' is gd raug'n, sd Ulenspegel, un wischt'n Nrs, r he schten hrr.

Dan Ding'n is gd raug'n, sd de oll Fr, un ls den Morg'nseg'n un Abendseg'n to'lk.
hdt] Nach getanen Dingen ist gut ruhen, sagte die alte Frau, und las den Morgen- und Abendsegen zugleich.

Dan genblick bin ich wder d.
Schlesien

Dana (danach) de Gast, dana de Quast.
Holstein
i] Wie der Gast ist, so tafelt man ihm auf. Vom Aufrumen, von geschmackvoller Auszierung der Zimmer zum Empfange der Gste, wozu man ehemals Quste mancherlei brauchte. Vielleicht sind zierlichere, reichere Gardinenquasten, die man vor den Fenstern wedeln lie, wenn ein vornehmer Besuch kam, gemeint.

Dana de Gst snd, bradet man de Bckling.
i] Jedem wird, was er verdient.
nl] Naardat de gast is, wordt er opgedischt.

Danach das Amt ist, danach wird einer gehalten.

Danach das Geld, danach der Zauber, sagte der Zigeuner.

Danach das spiel ist, macht man ein Strowisch zum Knig.

Danach das Spiel ist, muss man Herz wehlen, nicht Schellen.

Danach das Spiel ist, sticht der Bub' die Dame.

Danach das Spiel ist, sticht die Sau den Knig.

Danach das Stroh ist, macht man die Bnder (o. Strohseile).

Danach das verbrechen, so ist auch die Strafe.

Danach der Arm, danach ist seine Kraft.

Danach der Ast ist, danach ist auch die Axt (o. soll die Axt sein).

Danach der Mann geboren, danach nimmt er teil.
[RSpW]
i] Die Nachkommen erben nicht immer gleich, sondern haben nur am Erbe nach dem Grade der Verwandtschaftsnhe teil.
mhd] Darnach der man gheboren is, danach sal er teil nemen.

Danach der Mann geraten, wird ihm die Wurst gebraten.
ndt] Darnoach d'r Mou, darnoach brt't mer 'n die Worscht. Franken
en] Every man is remarked according as he deserves.
un] Minő a' vendg, olyan a vendgsg.

Danach der Mnch ist, schneidet man die Kappe.

Danach der Seiler, danach die Reeperbahn.

Danach der Wirt ist, danach befinden sich (beschert ihm Gott) die Gste.
la] Si bonus est hospes, malus, aut similis venit hospes.

Danach des Heiligen Ansehen ist, danach zollt man ihm die Spenden.
Russland
fr] A tel saint, telle offrande.
fr] Selon le saint l'encens.

Danach die Gste sind, brt man die Bcklinge.

Danach einer kegelt, danach muss er aufsetzen.

Danach einer Korn in die Mhle trgt, danach bringt er Mehl heim.

Danach es mich ansieht, danach tu ich.
mhd] Darnach es mich ansihet, darnach thu ich.

Danach geht's nicht, wenns Herz man gut ist.
i] In Berlin gebruchlich, um zu sagen: Darauf kommt's nicht an.

Danach Geld, danach Ware.
i] Ware und Geld stehen miteinander im Verhltnis, je mehr oder je besser die Ware, desto mehr Geld.
la] Nullus emtor difficilis bonum emit obsonium.

Danach Gut, danach Mut.

Danach hat's acht Uhr geschlagen und die Kinder sind in die Schule gegangen.
i] So sagt man in der Schweiz nach Erzhlungen, an deren Glaubwrdigkeit man zweifelt.

Danach ist jeder klug.
Norwegen

Danach krht weder Hund noch Hahn.

Danach Lohn, danach Arbeit.
z] Weisst du nach Brot, nach Futter nur zu streben, schau, wie gemthlich liegt der Ochse dort im Gras und kaut! Geh, lege dich daneben! Fr. von Sallet, Laienevangelium, Leipzig 1842
d] Lidet arbeyde, liden ln.
d] Ln som arbeyde.

Danach man den Acker baut, danach trgt er Frucht
la] Sicut ager colitur, sic fructibus, hic redemitur.
nl] Nae dat men den acker bouwt, draecht hi sijn vrucht.

Danach Mann, danach Gunst.
fr] Selon les gens l'encens.
la] Qualis vir, talis honos.

Danach Mann, danach Quast; danach Wirt, danach Gast.
ndt] Darna Man, darna Quast.
i] Quast hie ehemals velamen pudendorum.
fr] A gens de village trompette de bois.
la] Si bonus (malus) est hospes, bonus (malus) aut similis venit hospes.

Danach sich einer schickt, danach es ihm glckt.

Danach stinken und hinken.

Danach ward's Tag.

Danach Ware, danach Geld.

Danach Wirt, danach Gast.

Danach, folglich dadurch
la] Post hoc, ergo propter hoc.

Danck dem pfennig, das du nit bist pfinnig.
i] Wer Geld hat, dem fehlt's nicht an Lob und Schmuck, Verherrlichungsmitteln.

Danck hebbe, rhde, dat thu berue kinder macken kannst.

Danck nicht ehe fr das Schwein, du habest's dann im sacke.
dk] Tak ei fortilig, frend du faaer.

Dancken kost nichts und gefelt Gott und Menschen wol.

Dancksagung fr wohlthaten in gemein vil leuchter dann pflaumenfedern sein.

Danckt trewen Dienern die Welt nicht, so danckt jhnen Gott, kommpt beides, so ist's desto besser.

Daneben schieen.
i] Den Zweck nicht erreichen; das Ziel verfehlen.

Dnemark bildet das Gleichgewicht in Europa. Man kann sich keine glcklichere Existenz denken.
Sren Kierkegaard, Entweder - Oder

Daniel (10.4.) zum Erbsensen whl'.
Brandenburg

Dnisch mit jemand reden.
Dnemark
fr] A prsent vous parlez franais.

Dnische Ehrlichkeit ist im Zentner sehr wohlfeil.

Dank altert schnell.
nl] Heden deugd gedaan, morgen is de dank vergaan.

Dank' dem Pfennig, dass du nicht bist Pfennig.

Dank dem Schaffenden, Tadel dem Faulen.
Estland

Dank den Bohnen wird der Kiesel gut gelt.
Botswana

Dank dir, dass da mich nicht gefressen hast.
Rottenburg
i] Zu einem stark Ghnenden.

Dank dirs ein spitzigs Hlzlein.

Dank erscheint
Dem edlen Mann als ehrenwerter Lohn.
en] Thanks to men
Of noble minds is honourable meed.
Shakespeare (1564-1616), TitusAndronicus I,1

Dank fllt nicht den Magen.
Estland

Dank gebiert Dank.

Dank Gott, dass du das habst.

Dank hab die rut, sie macht die kinder gut.

Dank hab' die Ruth', sie macht die Kinder gut.

Dank ist der beste Klang.

Dank nach Gebhr - ein seltnes Tier.

Dank und Not sind oft zugleich tot.
i] Von Undankbaren, die, sobald sie nur ihres bels ledig sind, auch die Wohltat und den, der sie erwies, vergessen.

Dank veraltet bald.

Dank verdient Dank.

Dank vom Hause sterreich.
i] Das Wort Buttlers in Schillers Wallenstein, II, 6. In den Volksmund ist es wohl aber erst durch den Abgeordneten von Vincke gekommen, der es mit Beifall in der zweiten preussischen Kammer am 3. Dezember 1850 anwandte.

Dankbar sein bricht kein Bein.

Dankbar sin, kommt uns allen bi.
Rendsburg

Dankbar wie die Acher gegen Agamemnon.
i] Von sehr Undankbaren, welche die grten Wohltaten mit beltaten vergelten. Denn als Agamemnon bei der Eroberung von Troja alles fr Griechenlands Wrde aufgeopfert hatte, wurde er, kaum auf heimischem Boden angelangt, schndlich ermordet.

Dankbaren Leuten Gutes tun macht Freude.
nl] Dankbaren lieden is het goed deugd doen.

Dankbarer Sinn ist der Welt Lohn.
Estland

Dankbarkeit uert sich dreifach:durch Gefhl im Herzen, durch Worte und durch eine Gegengabe.
Arabien

Dankbarkeit fehlt weit und breit.

Dankbarkeit gefllt, Undank hasst die ganze Welt.

Dankbarkeit gehrt zu den Schulden, die jeder Mensch hat, aber nur die wenigsten tragen sie ab.

Dankbarkeit gibt es so wenig wie grne Ochsen.
Arabien

Dankbarkeit ist das Gedchtnis des Herzens.
Schweden

Dankbarkeit ist die geringste der Tugenden, Undank das schlimmste der Laster.
England

Dankbarkeit ist dnn geset.
z] Die teure Tugend wird bald alt in ihrer Jugend, drumb macht ihre kurze Frist, dass sie nun so seltsam ist.
nl] Dankbaarheid is dun gezaaid.

Dankbarkeit ist eine der wenigen Tugenden, und der Mangel an Dankbarkeit ist das schlimmste Laster.
Paraguay

Dankbarkeit ist eine Lotosblume, deren Bltter bald welken.
thiopien

Dankbarkeit ist eine schne Tugend, ziert das Alter wie die Jugend.

Dankbarkeit ist eine schwere Last.
Schottland

Dankbarkeit ist in den Himmel gestiegen und hat die Leiter mitgenommen.
Polen

Dankbarkeit ist lang totgeschlagen,
Niemand will von Wohlverdienst wissen.
Rollenhagen, Froschmeuseler

Dankbarkeit ist nicht nur die grte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen.
Cicero (106-43 v. Chr.)

Dankbarkeit kostet nichts und tut Gott und Menschen wohl.

Dankbarkeit trgt ihren Lohn in sich selbst.

Dankbarkeit und Weizen gedeihen nur auf gutem Boden.

Dankbarkeit ziert allezeit.

Dankbarkeit, die bald verraucht, hat nie was getaugt.

Danke - fr warmes Brot geht in den Himmel.
Estland

Danke Gott fr das Stroh, wenn das Korn missraten ist.
Russland

Danke Gott fr die Quelle und sorge fr einen Schpfbecher.
Russland

Danke Gott, mein Kind, dass du nicht vor das Riber Gericht kamst, sagte die alte Frau, da sah sie ihren Sohn am Galgen zu Warde hngen.
Jtland
d] Gud bevare os fra Riber ret.

Danke kann man nicht in die Tasche stecken.

Danke nicht ehe, bis du es bekommen hast.

Danke sagt man fr weiches Brot.

Danke! kann man nicht in die Tasche stecken.
Jiddisch

Danken bricht keinem das Maul.

Danken fllt Politikern schwer, besonders das Abdanken.

Danken kannst, wenn dich wird haben 's Weib geschlagen.
i] Wird hufig in Leitmeritz gesagt, wenn sich einer bedankt.

Danken kostet nichts und gefllt Gott und den Menschen (wohl).

Dankeschn stellt den Topf nicht aufs Feuer.
Bantu

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Gte whret ewiglich.
la] Confitemini Domino, quoniam bonus, quoniam in saeculum misericordia eius.

Deutsche Sprichwörter
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