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Da schlag Venus zu, so darff Vulkanus eines Knechts weniger.

Da schlage dieser und jener zu.
v] Einen afschmären, bösten, bumhasen, bumpsen, dachtein, dolwen, dreschakeln, dreschen, fegen, fitjen, fitzen, füstjen, fuchteln, gallern, gießeln, garben, hallaschen, hamern, herumhalen, klappen, knüppeln, kloppen, knipsen, kîlen, köllern, kranzheistern, korranzen, knirfitjen, karwatschen, kurwachteln, klabastern, kaleschen, kasterviolen, knuffen, karnüflen, knüfeln, laschen, lusen, leddern, pauken, pîtschen, prügeln, pisacken, pulen, schlaen, schmieten, schmären, schrallen, schrammen, striegeln, tageln, tackeln, taudecken, taurichten, tulen, versohlen, verfuestkîlen, walken, wamsen, weifen, wicksen, wullen, wörteln. Einen abdecken, afdrögen (abtreugen), abtrecken, balgen, ab-, aus-, durch-, zerbalgen, banschen, bantschen, banggen (banken), basken, batten, battern (nicht vom französischen battre, sondern Wiederholungsform von batten), bauschen, (pauschen), begrüßlusen, begrüßvogeln, bekrampen, bekreuselen, bengeln, ab-, durch-, zerbengeln, blädern, (blätern), bläuen, ab-, aus-, durch-, zerbläuen, boken, bokeln, bokern, boksen (baksen), bokseln, bösten, breichen (bereichen), breien, bülsen (bilsen, pülschen), bumfasen, bunkfasen, bumbsen, buren, ab-, durchburen, bürsten, büßen, büstern, dâksen, ab-, aus-, durch-, zerdâksen, abdachteln, deffeln (daffeln, töffeln), ab-, ausdurchdäffeln, dätschen, ab-, verdätschen (Schweiz), deffen (töwwen), ab-, durchdeffen, dengeln, ab-, durchdengeln, dölfen (dölwen), dolsken, dreschen (dasken, döschen), ab-, aus-, zerdreschen, dre-, dra-, drischoken, ter-, tre-, trischoken, dre-, trischokeln, drillen (trillen, jener Köhler, der nachher den Namen Triller erhielt, sagte, er habe mit seinem Baum den Prinzenräuber Kunz von Kaufungen bass gedrillert), duffen (tuffen), ab-, durch-, zerduffen, dülpen (tülpen), ab-, u.s.w. dülpen, duseln, duschen, fausen, fauseln (fäuseln), fausteln, ab-, durchfausten, fäusteln, ab-, durchfäusteln, fauzen, fegen, ab-, durchfegen, fristern, fickeln, fisacken, fideln, fitjen, fitzen, ausfitzen, fitzeln, flerren, erflerren, fletzen, fledern, flegen, fuchteln, ab-, aus-, durch-, zerfuchteln, fummeln, funksen (funxen), gallern, begallern, gängeln, durchgängeln, geigen, geisseln (gnasseln), aus-, durch-, zergeisseln, gerben, ab-, aus-, durch-, zergerben, gielen, grubben, grubsen, grüsen (gröten), begrüsen, gürten (mit dem Gurte schlagen), ab-, aus-, durch-, zergürten, guseln, habern, durchhabern, hacken, zerhacken, hallaschen, hämmern, hauen, ab-, aus-, durch-, zerhauen, holstern, hutschen, kalaschen, ab-, aus-, durch-, zerkalaschen, kantschuen, ab-, aus-, durchkantschuen, kappen, abkappen, karbatschen, durch-, zerkarbatschen, karniffeln, karnuffeln, ab-, durch-, zerkarnuffeln, kasterviolen, keulen, ab-, aus-, durch-, zerkeulen, klabastern, ab-, u.s.w. klabastern, klappsen, klatschen, ausklatschen, klopfen, ab-, aus-, durch-, zerklopfen, knepen, knippen, knipsen, knirrsicken (knirrsitjen), knochen, knöcheln, knoffen, knuffen (knüffeln), knuffeln (knüffeln), knüppeln, knitteln, ab-, aus-, durch-, zerknüppeln, knuschen, kunûtschen, kranzeln, kranzheistern, kuffen, kuranzen (koranzen), ab-, durch-, zerkoranzen, kurwachteln, laschen, lausen, ledern, ab-, aus-, durch-, zerledern, mampsen, maulschellen, mosen, mopsen, mopseln, nähen, ab-, durchnähen, niffeln, nöcksen, ab-, durchnöcksen, noppen, nubben, nussen, nüßeln, abnüßeln, ohrfeigen, abohrfeigen, ohrbaksen, panzerfegen, patschen, aus-, durch-, zerpatschen, pauken, ab-, aus-, durch-, zerpauken, peitschen, ab-, aus-, durch-, zerpeitschen, pelzen, ab-, aus-, durch-, zerpelzen, peusen, pisacken, plätzen, plätzern, planzen, preschen, pritschen, prügeln, ab-, aus-, durch-, zerprügeln, puffen, püffen, püffeln, pussen (?), rangeln (rängeln, rengeln), ab-, aus-, durchrengeln, rebuffen, rögen, rolfinken, rüllen, rupfen, rütteln, schlagen, zerschlagen, schmeißen, schmieren, ab-, durch-, zerschmieren, schmitzen, schrallen, schwappen, stäupen, schütteln, stöbern, streicheln, stuppsen, tageln, (takeln) ab-, durchtageln, tampen, tamsen (tämsen), ab-, durchtamsen, tänzeln (?), tschöppen, tschiggen (tschiken), tuschen, übergehen (Ton auf geh), wachteln, ab-, durchwachteln, wackeln, ab-, aus-, durchwackeln, walken (walchen), ab-, aus-, durch-, zerwalken, wamsen, ab-, aus-, durch-, zerwammsen, watschen, abwatschen, weifen, wichsen (wixen), ab-, aus-, durch-, zerwichsen, wöllen (wullen), wurzeln (niederdeutsch wörteln), durchwurzeln, zerfleischen, zudecken, zwicken, zwiebeln. - Wie oben gezeigt, verbindet man diese Wörter sämmtlich mit dem Accusativ. Man gebraucht aber viele derselben auch noch in Verbindung mit vielen andern Wörtern, um eine Art und Weise, einen höhern Grad des Schlagens näher zu bezeichnen. (S.  Wams). Will man ein gegenseitiges Schlagen (Schlägerei) unter mehreren Personen ausdrücken, so gebraucht man die meisten der obigen Ausdrücke in rückbezüglicher Form, und sagt: Sich balgen, boxen, kampeln, prügeln u.s.w., wozu auch die Ausdrücke: Sich raufen, zausen, huschen, zupfen u.s.w. gehören. In weiterer Bedeutung kann man hierher auch die Wörter ziehen, welche man von denen gebraucht, die Schläge bekommen, als: etwas ab-, wegkriegen.
sinnverwandt] einem anbaüten (hochdeutsch einheizen), bocken, buaken (hochdeutsch pochen), bunken (von Bunge = Trommel), dâwern, deär'sken (dreschen), taudecken (zudecken), dölwen (hochdeutsch fäusteln), dubben, duldàiwen (einem durch Ohrfeigen, Schläge auf den Kopf u.s.w. die Besinnung rauben) vom holländischen dooven = täuben féägen (fegen), féämen oder fädemen, féusen (mit Faustschlägen behandeln), fikeln und fickeln (schlagen mit einer Ruthe oder mit sehr biegsamen Stecken), fillen (durch Schlagen mishandeln, vom Fell), fläbben (Maulschellen geben, von Fläbbe = Maul), flappen (= klappen), düärèin, fucken (schlagen, stoßen, s.  Fuchswild), gàisen (einen so mishandeln, dass er die Besinnung verliert, s.  Gänsehimmel), hänsen, (s.  hänseln) haugen (hochdeutsch hauen), hèämstern (eigentlich bearbeiten, hier mit Schlägen, von Hamster), kargitseln (mit einer Geissel oder Ruthe schlagen, von kara- gisil, Bussgeissel?), karwatschen (peitschen, vgl. I276, 22), sik kathaltern (kratzen, raufen, schlagen), kilen (keilen), klappen, klappen, kloppen (hochdeutsch klopfen), knällen (mit einem Stocke schlagen, von knallen), knuffen, knüffeln (mit Faustschlägen bearbeiten), knückeln (hochdeutsch knöcheln, Schläge mit den Faustknöcheln oder auf die Knöchel geben), kramantseln (prügeln), kwâsen (mit einem Reise schlagen), möppeln (eig. von Schlägen auf den Mund), nuffen (=knuffen), pälen (schwere, schallende Hiebe austheilen), poaläsen (pfahlarschen. Der zu spät aufgestandenen Magd wird, nachdem sie auf ein Bausch Stroh geworfen worden ist, die Handhabe eines Dreschflegels ans Gesäss gehalten und darauf mit andern Flegelstielen unter Hersagung eines alten Reims die Züchtigung vorgenommen), peitsken (peitschen), pisaken (prügeln), quälen, plagen, puffen, puckern, pülwen, ràistern (eigentlich auf dem Roste braten, hier mürbe schlagen), rängeln (Rängel = Prängel, dicker Stock, Prügel), durengeln oder düärrängeln (durchwalken, nicht von Düringen oder Thüringen), taurichten (zurichten), taurüstern (rüstern = reinigen, säubern), afsäuken (absuchen), sloan (schlagen), sméären (schmieren), smêiten (den Feind werfen), snacken (schallende Peitschenschläge), durgstriken (durchstreichen), strîegen (streichen mit der Ruthe), stripsen (Schläge mit der Rute geben), swâden (stark prügeln), wackeln (durchwackeln), walken, windwackeln (windelweich schlagen), wämsen (das Wams ausklopfen), wiksen. Grafschaft Mark
sinnverwandt] Baitsch'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen, aber auch für schlagen überhaupt), bälz'n (in der Richtung hinaufschlagen), boasch'n (mit der flachen Hand, meist auf den Hintern schlagen, dass es klatscht), begg'n (schnell einen kleinen Schlag geben), bfeffen (pfeffern, hauen), bfloassen (pflastern, abhauen), bîene (birnen, mit den Knöcheln der Faust auf den Kopf schlagen, als ob Birnen darauf fielen), biff'ln (büffeln, mit der Faust schlagen), blai'n (bläuen), bléd'n (plettern, so schlagen, dass es kein Geräusch macht, als wenn der Hahn oder die Gans mit den Flügeln schlägt), bleschen (so schlagen, dass es schallt), bôss'n (poßen, mit einem Stocke schlagen), bragge (bracken, mit der flachen Hand auf den Mund oder den Hintern schlagen), brig'ln (prügeln, eigentlich mit einem Prügel, dann schlagen überhaupt), buffe (buffen, mit der Faust stoßen), buksen (mit der Hand schlagen), bume (pumen, mit der Faust wiederholt auf den Rücken schlagen, dass es einen dumpfen Laut gibt), doacht'ln (dachteln, auf den Kopf, aufs Dach schlagen), dascheln (täscheln, sich zarte, freundliche Schläge auf die Wange geben), dêdschen, (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dibb'ln (auf den Kopf stoßen), dobb'ln, dólne' (mit der flachen Hand Schläge auf den Kopf geben), dresch'n (wiederholt und derb schlagen), drischäggen, faunzen (Schläge ins Gesicht, besonders auf den Mund geben), figge (ficken, ein wenig mit der Ruthe streichen), fisolen, flacheln (mit irgendetwas Breitem und Dünnem schlagen), floaschnen (mit der breiten Hand Schläge auf die Wange oder über die Ohren geben), fliggen (ein wenig, und zwar auf den Hintern schlagen), fotzne (fotzen, mit der Hand Schläge auf den Mund geben, der hier im verächtlichen Sinne Fotze genannt wird), gaeseln (geisseln, mit der Peitsche schlagen), glópfe (klopfen, namentlich auf die Finger schlagen), hauen, kanifeln (karnüffeln, hart behandeln, quälen), karwâtschen, kîen (kehren, auskehren), koramisiren (ad coram nehmen, einschließlich der Abstrafung), kueranzen (hart behandeln), maltratien (malträtiren = stoßen, schlagen, mishandeln), messen, müllen, nuss'n (stoßen, besonders mit der Faust), ohfaign ge (ohrfeigen, Schläge ins Gesicht und über die Ohren), salben, sâweln (mit einem Säbel schlagen), schmalzen, schmien (schmieren), schnoalz'n (eigentlich mit der Peitsche schlagen), sdraeffé (streifen, mit einem länglichen Instrumente schlagen), streichen, striegeln, stricksen (Schläge mit einem Stricke geben), sohlen, wacheln (schlagen, dass es Wind macht), watschen, waegge (weichen = durchweichen, durchprügeln), wässern, wichsen, wuschen (mit der Ruthe streichen) herabziehen, zudecken, zurichten, zwifeln (zwiebeln, schlagen mit dem Nebenbegriff des Quälens, Peinigens). Niederösterreich

Da schlêt de Ogen up as de Gös, wenn dat wäret (wittert).
i] Wer halb dumm und halb verlegen auf etwas blickt.

Da schmeckt's nit nach Kicheli.
Franken
i] Riecht es.

Dä schmirt im Brei öm de Mul.
v] Hä wel alles mem Hohnerklöche krige. Köln
var ]Mer môss dat esu mem Hônderklögche krigge. Köln

Dä schmückt de Brotis.
Luzern
i] Mundartlich für: riechen.

Da schoss der Blinde eine Krähe.
altfries] De ar skuat de Blinj en kraek.

Dä schrabb net om Boddem.
Bedburg
i] Bei dem hat's keine Not, er ist wohlhabend.

Da schreibet weder Lucas noch Syrach etwas (viel) davon.
i] Wortspiel mit Lugas und Lukas.
nl] Lukas schrijft daar nit van.

Dä schriew met dubbelde Kreck (Kreide).
Bedburg

Da schwankt der Schwanz ohne Kopf, wo das Weib sich die Herrschaft nimmt.

Da schwebt hervor Musik mit Engelschwingen,
Verflicht zu Millionen Tön' um Töne,
Des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,
Zu überfüllen ihn mit ewger Schöne:
Das Auge netzt sich, fühlt im höhern Sehnen
Den Götterwert der Töne wie der Tränen.
Goethe (1749-1832), Trilogie der Leidenschaften. Aussöhnung

Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.

Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Roßdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.

Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Roßdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.
var] Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
var] Nos poma natamus, sprach der Rossbolle und schwamm mit andern Äpfeln den Bach ab.
var] Wir Äpfel kommen von Strasburg, sagte der Rossdreck, als er auf dem Rhein dahergeschwommen kam.
nl] Wij appelen zwemmen, zei de paarden keutel.
la] Etiam corchorus inter olera.

Da schwimmen wir Appel, seggt dei Rossappel, un schwemmt mit 'n Gravensteiner dei Bäck lang.
Mecklenburg

Da schwimmen wir öpffel daher, sagt jhener rosstreck, schwamm er mit andern öpffeln den bach ab.

Da seh ich dich, du Krone aller Frauen, in weiblich reizender Geschäftigkeit,
In meinem Haus den Himmel mir erbauen
Und, wie der Frühling seine Blumen streut,
Mit schöner Anmut mir das Leben schmücken
Und alles rings beleben und beglücken.
Schiller, Wilhelm Tell, II, 2 (Rudenz)

Da sehen Sie, wie Menschen mit ihren Menschenbrüdern umgehen.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten

Da seht ihr doch, dass ein Ochs darin Platz hat, sagte der Schulz zu den Gemeinderäten welche behaupteten, die Viehtränke sei zu eng, und tauchte seinen Kopf hinein.

Da sei die Tür vor mit der hölzernen Klinke.
i] Das Tue nicht o. das Tue ich nicht.
ndt] Dar si de Dör vör un dat hêle Hûs.

Da sei Gott vor!
la] Ne di sirent. Plautus

Da setzt es was.
i] Da gibt es Schelte, Verweise, Schläge.

Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf weiß, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is.

Da sich das geschwisterliche Gefühl besonders von oben nach unten äußert, nämlich in der Fürsorge der Größeren für die Kleineren, bildet es ganz natürlich den Kern für eine spätere soziale Einstellung.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Da sich die Dinge des Herzens nicht erklären lassen, sind die empfindsamen Menschen in den philosophischen Diskussionen immer unterlegen.
Sully Prudhomme, Gedanken

Da sich gar manches unserer Erfahrungen nicht rund aussprechen und direkt mitteilen lässt, so habe ich seit langem das Mittel gewählt, durch einander gegenüber gestellte und sich gleichsam ineinander abspiegelnde Gebilde den geheimeren Sinn dem Aufmerkenden zu offenbaren.
Goethe (1749-1832), An K. J. Iken, 27.9.1827

Da sich Greise dem Kindesalter nähern, so ist ein Jüngling gegen ein solches Kind ein gesetzter Mann.
Jean Paul, Gedanken

Da sie [Madame de Staël] keinen Begriff hatte von dem, was Pflicht heißt, und zu welcher stillen gefaßten Lage sich derjenige, der sie übernimmt, entschließen muss, so sollte immerfort eingegriffen, augenblicklich gewirkt, sowie in der Gesellschaft immer gesprochen und verhandelt werden.
Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1804

Da sie die Meerkatze melken wollten, sperrte sie sich unbändig. Da sprachen sie: Die Milch bei solcher ist (gewiss) schlechter Art.
Ägypten

Da Sie es übrigens halten wie ich: den Tag zu sichern und zu schmücken wie möglich und dem Dulden sogleich eine Tätigkeit entgegenzusetzen.
Goethe (1749-1832), An Marianne v. Willemer, 10.2.1832

Da sie selber nicht einsahen, was ihnen frommte, so nahmen sie sich einen Blinden zum Führer. Cicero (103-43 v. Chr.), Tusculanae

Da sie spann, hatte sie an.

Da Sie übrigens meinen Divan so gut kennen, so wissen Sie, dass ich selber gesagt habe: 'Wenn man Wein getrunken hat, weiß man das Rechte', und dass ich Ihnen also vollkommen beistimme. Es liegen im Wein allerdings produktiv machende Kräfte sehr bedeutender Art, aber es kommt dabei alles auf Zustände und Zeit und Stunde an, und was dem einen nützet, schadet dem anderen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 11.3.1828

Da sieh mir nur die schönen Knaben!
Es ist wahrhaftig eine Schmach:
Gesellschaft könnten als die allerbeste haben,
Und laufen diesen Mägden nach.
Goethe (1749-1832), Faust, I, 2 (Bürgermädchen)

Da siehst du nun, wie's eineng geht,
Weil sich der Beste von selbst versteht.
Goethe (1749-1832), Sprichwörtlich

Da sieht der Kommunismus viel weiter, der richtig lehrt, dass noch niemals eine herrschende Klasse ihre Privilegien freiwillig abgegeben habe - nicht einmal die Kirche hat das getan. Tucholsky, Brief an eine Katholikin

Da sieht man die Katzenpfote.
i] Glatte Falschheit.

Da sieht man wieder, dass niemals Frauen über eine Frau urteilen können, das ist uns nun einmal vorbehalten.
Goethe (1749-1832), Lili Parthey, 23.7.1823

Da sieht man, wie die Menschen sind:
Nur Leidenschaft und kein Gewissen!
Goethe (1749-1832), Inschriften, Denk- und Sendeblätter 24 - An Gräfin Jaraczewska

Da sieht man, wie klein diese Welt doch ist.

Da sieht's aus wie bei der Zerstörung Jerusalems.

Da sieht's aus wie bei's Bettelmanns Umkehr.
Rottenburg
i] Bei seinem Umzuge, Wohnungswechsel, viel wertloses Zeug durcheinander.

Da sieht's aus wie in einem Hundestalle.
Nürnberg

Da sieht's aus wie nach der Zerstörung von Magdeburg.
i] Die Böhmen sagen: wie bei Jankov, wo die Österreicher unter Götz am 6. März 1645 von den Schweden geschlagen wurden.
bm] Porídís tam, vyberes tomu, co Kec u Jankova.
bm] Vyhlízí tam jako u Jankova (pusto).

Da siehts kahl und schal aus.

Da sieht's spanisch aus.

Dä sin Pääd (Pferd) verkaufe welt, dä hänk im en Deck öm.

Da sind die Schafe rüber gegangen.
i] Wird gesagt, wenn der dicke Reis, der beim Kindtaufs- und Hochzeitsschmause aufgetragen wird, mit Rosinen und Korinthen bestreut ist.

Da sind finniger Speck und stinkende Butter zusammenkommen.
i] Eins so schlecht wie das andere.

Da sind keine Beeren mehr zu lesen.
fr] Il n'y a plus rien à grapiller.

Da sind keine Feigen zu lesen.

Da sind Mühe und Kosten verloren.
nl] Het is onkosten en moeite verloren.
la] Operam et sumtum perdere. Plautus

Da sind neun Mücken so gut als ein Feldhuhn.
z] Das klein geflügel wird um S. Veitstag so heunisch werden, dass es frey mit dem gröbsten Bawren die Milch wird aus der schüßel essen; alsdann werden neun Mucken so gut als ein Feldhun sein.

Da sind nur vier Winkel und der fünfte ist der Ofen.
pl] Tam są tylko cztloy kąty i piec piąty.

Da sind Rüben und Sack verloren.
mhd] Da sint rüeben und sac verlorn.
mhd] Swâ wesent tumbe liute, dâ sînt rüeben und sac verlorn.

Da sind wir Hofleute, sagte der Teufel, da ritt er auf einer Sau.

Da singt fart (immer) es alde Lie.
Ungarn

Da sitt en Hâfk upt Hek.
hdt] Da sitzt ein Habicht auf dem Tor. (Man nehme sich in Acht, da ist ein Aufpasser)

Da sitt he vör fîf Mark vêr Schilling.
Holstein
i] Da sitzt er wie auf dem Staupbesen, wie ein armer Sünder. Von einem, der sehr niedergeschlagen und betäubt ist. Ein Stubessen (Staupbesen) nennt man in Hamburg den Betrag von 5 Mark 4 Schillinge, welche der Stäuper für eine Auspeitschung erhielt.

Dä sitz om Päed un sök et Päed.
Bedburg
fr] Prendre quelqu'un sur le fait. Trouver quelqu'un en défaut.
pl] Na klaczy jedzie, a szuka klaczy.

Dä sitz, wie en Lûs zwesche zwei Stäbe.
Bedburg

Da sitzt auch einer, der in der Fremde gewesen ist. Niederlausitz

Da sitzt der Hase im Kraut.
z] Ich wollte wohl wissen, wo der Has im Kraut sitzet, wenn ich reden dürfte.

Da sitzt der Kauz.
z] Da sitzt der Kautz zu Rom mit seinem Gaukelsack und locket alle Welt zu sich. Luther

Da sitzt der Knoten.

Da sitzt die schwarze Katze drauf.
Schwechat bei Wien
i] Um zu sagen, in diesem Fasse, Gefäße u.s.w. ist das beste Getränk. So ruft man der Kellnerin nach, um ihr das Fass mit dem guten Bier anzudeuten. Um den besten Wein zu bezeichnen, sagt man in Schwaben: Do isch d' Katz druff g'sesse.

Da sitzt ein Habicht auf der Hecke.
i] Nehmt euch in Acht, es ist ein Aufpasser u.s.w. da.

Da sitzt sie auf dem Mist, nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt sie auf dem Mist: Nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt sie auf dem Mist:
Nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt St. Peter auf dem Tach und wirft Birnen herab und St. Klaus faul Äpfel wieder hinauf.
i] Um einen glücklichen Zustand zu bezeichnen.

Da sitzt's und hat ein Hütle auf.
Meiningen
i] Man hat das Geld nicht immer so da, um zu kaufen und zu geben; es fällt nicht aus dem Ärmel.

Da sleit em kên Ader na.
i] Dazu ist er nicht geneigt.

Da smitt sikk en Aal up.
Holstein
i] Sagt man von vorlauten Personen, die sich in Gesellschaften durch Reden und Handlungen auszeichnen wollen.

Da so wenig Menschen da waren, schlossen wir Brüderschaft mit den Affen.

Da soll auch der Karren die Ochsen ziehen.
la] Currus bovem ducit (trahit).

Da soll der Adelung drein schlagen.

Da soll der Dieb rechten, wo er stahl.
i] Wo die Tat geschehen, da soll sie gerichtet werden.
dä] Thur sial hoern thi of daema sem stal.

Da soll der Donner in den Bettelsack schlagen.

Da soll der Knüppel Trumpf sein.
nl] De knuppel zal troef zijn.

Da soll der Palmesel nicht hülzen sein, wenn es nicht wahr ist.

Da soll dich doch gleich das Moridel erbeißen!
i] Scherzhafte Drohung.

Da soll doch den Heidelberger Bürgermeister ein Odenwälder Fuchs beißen!
i] Entrüstung, Staunen.
en] The mayor of Altringham, and the mayor of Over, the one is a thatcher, the other a dauber.
en] The mayor of Altringham lies in bed while his breeches are mending.

Da soll doch der Hagel 'nein schlagen!
nl] Daar slaat de hagel door.
nl] Daar zal nog hagel op volgen.

Da soll doch der Teufel den Teufel holen.
nl] Nu sal die duvel den duvel schenden.
la] Neptuno Sathanas nunc vult imponere culpas.

Da soll doch ein Blitz 'nein schlagen.
nl] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll doch ein Teufel den andern holen.
bm] Vezmi čert d'abla, obou nám netřeba. 21.)

Da soll doch Jupiter mit seinen Blitzen dreinschlagen.
nl] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll ein ander Mäuslein pfeifen.
nl] Daar zal een ander muisje piepen.

Da soll eine Bombe dreinschlagen.
ndt] Duo schlag scho a Bome drei! Ulm
nl] Daar slaat eene bom door.
nl] Daar zal eene bom springen.
nl] Daar slaat er eene bom in.

Da soll einer auf seine alten Tage noch sterben, sagte (klagte) Klaus.
nl] Lieve Huibert-oom, must gij op uwen ouden dag nog sterven.

Da soll ihn doch der - Adelung holen.
i] Unwille über grobe Sprachfehler.
nl] Hij zal de grammatica krijgen.

Da soll ma ja gleich n' Ofen einschlagn.
Oberösterreich

Da soll man wohl ins Schwitzen kommen, sagte das Mädchen, da bekam sie zwei Kinder aufeinmal.

Da soll mich der Kuckuck holen.
ndt] So schall mi de Kuckuck halen.
i] Kuckuck gehört zu den Wörtern, die wie Donner, Geier u.s.w. als Glimpfformen gebraucht werden, um einen Gegenstand zu bezeichnen, den man geradezu wie Gott, Jesus, Teufel u.s.w. nicht nennen will, wenn man sich in Ausrufen, Verwunderungen, Beteuerungen und Verwünschungen äußert. Unter Kuckuck wird der Teufel gemeint.
z] Sowol im alten Volksglauben, als auch im Volksliede spielt der Kuckuck, Gutzgauch, Gauch, namentlich als wahrsagender Vogel, Zeitvogel und Frühlingsbote eine bedeutende Rolle. Erst später wurde er ein teuflisches Thier, eine Teufelsmaske oder der Teufel selbst. So spukt er in den Redensarten: Das weiß der Kuckuck. Man möchte des Kuckucks werden. Den hat der Kuckuck hergebracht (geholt). Der Kuckuck und sein Küster. Grimm
i] Für die letztere Redensart hat man auch die gleichbedeutenden: Der Teufel und sein Anhang, der Teufel und seine Großmutter. Im Elsass kommen folgende Redeformen vor, in denen der Kuckuck verkleidend auftritt: Potz Güpel! Potz Güpels! Bîm Güpel! I wollt, de wärsch bîm Güpel! Zuem Güpel! Geh zum Güpel! Schick' ne zum Güpel! Hol di d'r Gupel! Zuen Gugger! Bîn Gugger! Zuem Gugguk! Bîm Guggick! Dass dich der Gugguck hol'.

Da soll mich doch der Popelmann holen!
i] Beteuerungsformel, wobei zu ergänzen: wann das geschieht.

Da soll mich gleich der Bulle löken (stoßen).

Da soll nun Stern zum Sterne deutend winken,
Ob dieses oder jenes wohlgetan,
Dem Irrtum leuchten zur verworrnen Bahn
Gestirne falsch, die noch so herrlich blinken.
Goethe (1749-1832), Festzug 18.12.1818 (Wallenstein)

Da sollen wir bald diese bald jene Unart ablegen, und doch sind die Unarten meist eben so viele Organe, die dem Menschen durch das Leben helfen.
Goethe (1749-1832), Briefe aus der Schweiz 1. Abt.

Da sollt ihr den Kuckuck kriegen.
nl] Dat moit je de koekoek.

Da sollte ja der Teufel in einen Tornister kriechen.

Da sollte man ja gleich in den Rauchfang steigen.
Oberösterreich
i] Ausruf, wenn irgendetwas Unerwartetes geschieht, ein seltener Besuch kommt.

Da sollten (o. müssten) mich doch die Gänse beißen!
dk] Den dag jeg giør det, da gid giæs bide mig, - gid min hat falde i rendesteenen.

Da sölt de Afkaaten nix vun hebben.
Holstein
i] Das wollen wir unter uns ohne Prozess und Streit abmachen.

Da speiet i, was ich in der faschen (Kinderbinde) 'gessen håb.
Wien
i] Um großen Ekel auszudrücken.

Da spielen die Teufel auf dem Dach.
z] Wo unflätige Reden geführt werden, da spielen die Teufel auf dem Tach.

Da sprach der biedre Auerhahn: na Leut', jetzt lasst mich auch mal 'ran.

Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.
1. Mose 2,23
i] Wird zitiert, wenn Eigentum an einer Sache festgestellt oder in Anspruch genommen werden soll.

Da sprang der Hase aus dem Halmbüschel.
altfries] Dear sproong de Haas ut de Halm tott.

Da stand ich nun zwischen Arschloch und Fotze.
Breslau
i] Im Gedränge, in Verlegenheit.

Da steck 'nen Plock hin, denn kannst't wedder finn'n.
Göttingen

Da steckest (stellst) nae deinem eigen Unglück.
la] Movere Camarinam.

Da steckt das Messer.
Franken
i] Hat den Sinn wie: Da liegt der Hund begraben.

Da steckt der Besen raus.

Da steckt der Bock in Dornen.

Da steckt der Karren im Dreck.
z] Nun leit der karn im Drecke alhie.
fr] Être bien avant dans le bourbier.

Da steckt der Kniff.
nl] Daar ligt de kneep.

Da steckt der Knoten (das Hindernis).
fr] C'est là, le hic.

Da steckt der Teufel.
i] Daran stößt es sich eben. Das ist der schwierige Punkt, da liegt eben der Hund begraben.
fr] Cest là le diable.

Da steckt ein Mann drin.
i] Von einem Knaben mit hervorragenden Anlagen.
nl] Daar steekt een man in.

Da steckt eine Falle dahinter.
la] Dolus subest.

Da steckt er, wie die Maus im Pech.

Da steckt etwas dahinter

Da steckt was im Rückhalt.

Da steckt's.
Luther
la] Sagitta perfecta iacta.

Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht (Faust) Vs 338

Da steh ich schon,
Des Chaos vielgeliebter Sohn!
Goethe (1749-1832), Faust II A II, Am obern Peneios (Mephisto) Vs 8027

Da steh ich, ein entlaubter Stamm; doch immer
Im Marke lebt die schaffende Gewalt,
Die sprossend eine Welt aus sich geboren.
Schiller, Wallensteins Tod, III, 13 (Wallenstein)

Da stehen die Holzschuhe.

Da stehen die Ochsen (o. Affen) am Berge.
i] Von denen, die sich durch ein Hindernis aufgehalten sehen, sich in irgendeiner Sache nicht zu helfen wissen. Nur Ochsen lassen sich bis zum Stehenbleiben verblüffen.
en] To put the cart before the horse.
fr] Voilà l'accroc, la difficulté, le noeud de l'affaire.
it] Mettere il carro innanzi a buoi.
la] Cantherium in fossa. Livius
la] Clivo sudamus in imo. Ovid
la] Hic haeret aqua. Cicero
la] In angustum oppido nunc meae coguntur copiae. Terenz
la] In trivio sum consilii.
la] In trivio sum.

Da stehen die Ochsen am Berge!

Da stehen wir allerdings vor etwas Göttlichem, das mich in ein freudiges Erstaunen setzt. Wäre es wirklich, dass dieses Füttern eines Fremden [der Grasmücke] als etwas allgemein Gesetzliches durch die Natur ginge, so wäre damit manches Rätsel gelöst, und man könnte mit Überzeugung sagen: dass Gott sich der verwaisten jungen Raben erbarme, die ihn anrufen.
Goethe (1749-1832), Eckermann, 8.10.1827

Da steht der Hunger Schildwacht und der Schmacht präsentirt das Gewehr.
Westfalen (Zur Bezeichung großer Armut)

Da steht der Knabe, der sich anmaßte, mit Jupiters Keule zu spielen, und Pygmäen niederwarf, da er Titanen zerschmettern sollte. Schiller, Die Räuber, II, 3 (Karl Moor)

Dä steht do wie 'nen hölze Herrgott.
Bedburg

Da steht ein Strohbüschel (auch: Strohwisch).
i] Warnungszeichen, einen verbotenen Weg zu betreten.

Da steht Lumperei Schildwacht.
Nürtingen

Da steht mir der Verstand still
en] it blows my mind
fr] les bras m'en tombent
it] rimango di stucco

Da steht nichts drüber auf.
Wien
i] Das ist nicht zu übertreffen, auch ironisch.

Dä Stein, dä mer nit heve kann, dä lies (lässt) mer lige.
Köln

Da stinkt der Hund.
Oberösterreich
i] Hier mangelt's, hier fehlt etwas, hier liegt's.

Da stinkt's bei unserm Karl.
i] In diesem Punkte, Wissensfach geht's nicht vorwärts mit ihm.

Da stinkt's wie in der Kleenmeisterei (Scharfrichterei).
Rottenburg
nl] Zij stinken naar de koppelary, als een waal naar look.

Da stoßt em Fass de Boden us.
Schaffhausen
i] Gibt den Ausschlag.

Da straf Gott den bösen Apotheker.
Schaumburg

Da sträuben sich einem die Haare - da stehen einem die Haare zu Berge
en] that makes your hair stand on end - it's enough to curl your hair
fr] c'est à faire dresser les cheveux sur la tête
it] ciò fa rizzare i capelli

Da streiten sich die Leut herum
Oft um den Wert des Glücks,
Der eine heißt den andern dumm,
Am End weiß keiner nix.
Ferd. Raimund, Der Verschwender, Valentins Hobellied

Da sucht der Teufel seine Jungen nicht.
i] Ein sehr verborgener, entlegener Ort.

Da süht us wie de Nuth Goddes.
Bedburg

Da süyst als einn begethenn almisse.
Westfalen
la] Rore pascitur.

Dä 't dhon kann, söä' Jan, dä göäw mi 'n sülwernen Pennik.

Da taugen Schale und Kern nichts.
i] Von einem Menschen, dessen innerer Kern sowohl als die Schale nichts taugt.
jüdisch-deutsch] Dus is a Klâppe n'tume. Warschau (Eine unreine Schale)

Da Teufel hod auf ihm Arbes troschen.
i] Er ist pockenartig.

Da traf der Verrückte auf den Besoffenen und bekam es mit der Angst zu tun.
Griechenland

Da traf die Sense auf den Stein.
Polen

Da tragen die Hunde ganze Köpfe davon.
i] Da, wo viel aufgeht.

Da treibt's ihn, den köstlichen Preis zu erwerben,
Und stürzt hinunter auf Leben und Sterben.
Schiller, Der Taucher

Da treten die Lippen nun vollends aus Reih und Glied, und das Auge glänzt vor Freude, dass ein Druck mehr ist als Vernunft, Licht, Gesang. Poesie und Philosophie, dass nur durch das Maul das Maulen auf die süßeste Art in sprachlose Freude übergehen kann.
Tieck, Der Hexensabbat

Da trieb die verwegene Armut
Verse zu machen mich an.
Horaz, Epistulae

Da trifft mich der Verschlag mit sammt der Bodenstiege.
Oberösterreich
i] Scherzend für: Da möchte einen der Schlag treffen.

Da tröget sick üm Kaisers Boart.
Iserlohn
i] Trögen, trüögen (sik) = sich zanken. Altsächsisch tregan oder thregian.

Da tua mulher e do amigo esperto, não creias senão o que souberes ao certo.

Da tus cuentas justas, porque la última, asusta.

Da über die Elbe eine Gans flog, kam eine Gans herwider.

Da überläuft die Kuh den Hasen.
la] Velocem tardus assequitat.

Da überzeugen wir uns denn von dem hohen Wert des Grundbesitzes und sind genötigt ihn als das Erste, das Beste anzusehen, was dem Menschen werden könne.
Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,9

Da Unheil ich erfahren, lerne ich, den Elenden zu Hilfe zu kommen.
Vergil, Aeneis (Dido)

Da uns keine Leidenschaft, sondern Neigung und Zutrauen zusammenführt, so wagen wir weniger als tausend andere.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,4

Da uns von Hubertsburg der Friede jetzt ward angesagt, hab' ich zu bauen angefangen dies Haus unverzagt.

Da unser größtes Vergnügen darin besteht, bewundert zu werden, die Bewunderer aber, selbst wo alle Ursache wäre, sich ungern dazu herbeilassen, so ist der Glücklichste der, welcher, gleichviel wie, es dahin gebracht hat, sich selbst aufrichtig zu bewundern. Nur müssen die andern ihn nicht irre machen.
Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit

Da unser Herr Gott dem Noah erlaubt, fleisch und fisch zu essen, beschert er jhm auch einen guten Dawtrunck dazu.

Da unser Leben fragwürdig und zerbrechlich ist,
setz deine Hoffnung nicht auf den Tod eines anderen.
la] Cum dubia et fragilis nobis sit vita tributa,
in mortem alterius spem tu tibi ponere noli.

Da unten aber ist's fürchterlich,
Und der Mensch versuche die Götter nicht.
i] Aus Schiller's Gedicht: Der Taucher.

Da Unwissenheit bequem ist und keine Mühe kostet, gebricht es ihr nicht an Anhang.
La Bruyère, Vom Urteil

Da Veit'l (15.6.) schlacht'ts Ker'n (Korn) mit'n Scheit'l.
Oberösterreich

Da Verbrûta hütt sich füs Faüa.

Da vergehen mir die Begriffe, sagte Graf Bassewitz.
i] Als in der 23. Sitzung des norddeutschen Reichstages, am 28. März 1870, der Abgeordnete Lasker eine Schilderung des Polizeistaates gegeben hatte, nahm der mecklenburgische Abgeordnete Graf Bassewitz das Wort, um den Polizeistaat, den er eine staatliche Ordnung nannte, in Schutz zu nehmen. Er schloss mit der Versicherung: da (bei einer Anschauung wie sie Lasker entwickelt) vergehen mir die Begriffe.Breslauer Zeitung 1870

Da verklagt man den Teufel bei seiner (Groß-)Mutter.

Da verrosten keine Nägel nicht, wann man sie im Gürtlersack beutelt.

Da verzweifelt der Bettelstab an der Wand.
i] Es geht sehr armselig zu.

Da wächst der Wein, wos Fass ist,
Es regnet gern, wo's naß ist,
Zu Tauben fliegt die Taube,
Zur Mutter paßt die Schraube,
Der Stöpsel sucht die Flaschen,
Die Zehrung Reisetaschen,
Weil alles, was sich rühret,
Am Schluß doch harmonieret.
Goethe (1749-1832), Parabolisch - Hans Liederlich und der Kamerade

Da wächst mir kein Bart von.
i] Den Bart wachsen lassen, war bei den Alten ein Zeichen der Trauer.

Da wankt der Schwanz ohne Kopf, wo das Weib sich die Herrschaft nimmt.
Irland

Da war der Käse klar.
ndt] Do wêr de Kes klar.
Holstein
i] Damit war die Sache abgemacht.

Da war die Maus gefangen.

Da war ein Weib, das war im Ehebruch begriffen. Die Geschichte ihrer Liebe wird uns nicht berichtet, aber diese Liebe war ohne Zweifel sehr groß, denn Jesus sagte, ihre Sünden seien ihr vergeben, nicht weil sie bereue, sondern weil ihre Liebe so stark und wundervoll wäre.
Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

Da war kein Profaner, kein Eingeweihter zu sehen,
Was man lebendig empfand, ward nicht bei Toten gesucht.
Schiller, Der Genius.

Da war Lachen bei ihm teur.

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
1. Mos. 1, 5

Da ward dem Schatz der Boden aus.
i] So viel als dem Fass.

Da ward sön (= sein), segt de Aphteker on schött (= schüttet, scheißt) ön de Tûd.
var] Hier wird sein, sagt der Apotheker.

Da waren die Augen 'mal wieder größer als der Magen.

Da wart ok mit Wasser gekocht.
i] Es ist anderwärts nicht anders und besser als zu Hause.

Da wäscht dir keen Rejen ab (es hilft dir nichts; das bleibt an dir hängen).
Berlin

Dä wât m'em Monk drop.
Bedburg
hdt] Er wartet mit dem Munde darauf.
i] Ist arm, leidet großen Mangel.

Dä Weg hed der Tüfel g'messe und derbi den Schwanz nid vergesse.
Luzern
i] Von sehr starken Meilen oder Wegstunden.

Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen

Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen.

Da welld met den grusse Hongen (Hund) seken gan, kann avver et Bên net huch genog ophewwen.
Bedburg

Da wenig ist, da träufet wenig ab.

Da werd' ich es Ihnen sagen, sagt Elvenich.
i] Wird in Breslau, besonders, wenn nicht ausschließlich, in Studenten- und Gelehrtenkreisen in Fällen angewandt, wo jemand etwas, wonach er gefragt wird, nicht weiß. Der Prof. Elvenich soll die Gewohnheit gehabt haben, auch die Candidaten, die sich vorzugsweise den Realwissenschaften zugewandt haben, speciell in der Philosophie zu prüfen. So verlangte er einst von einem Candidaten der Naturwissenschaften, derselbe solle ihm den Inhalt des ersten Buchs von Kants Kritik der reinen Vernunft angeben. Dieser erklärte, dass er damit nicht bekannt sei, worauf Prof. Elvenich erwiderte: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.' Er fragte dann in derselben Weise nach dem Inhalt des zweiten Buchs, und da dieselbe Antwort erfolgte, bemerkte der Professor wieder: 'Nun, da werd' ich es Ihnen sagen.'

Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.
Prophet Jesaja

Da werden Sie Ohren machen! [ASpW]

Da werden Weiber zu Hyänen,
Und treiben mit Entsetzen Scherz.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Da werdet ihr Mütter finden, die recht ängstlich besorgt sind, wie sie für ein liebenswürdiges himmlisches Mädchen den allerabscheulichsten Menschen auffinden wollen, wenn er nur zugleich der reichste ist.
Goethe (1749-1832), Lehrjahre VII,8

Da wert de Plog den Stên wohl finden.
i] Wo Steine sind, da kann der Pflug nicht weiter. Man braucht daher die Redensart um zu sagen: die Sache wird dort ihre Grenze finden. So heißt es in den Stralsunder Aufwandsgesetzen von 1570 in Betreff der Armen: 'Da wert de Ploch den Stên wohl finden', d.i. da wird dem Aufwand schon von selbst seine Grenze werden. Das Sprichwort steht auch in den Spottliedern der stralsunder Priester auf die dortigen lutherischen Prediger vom Jahre 1524. 'Nu kann ick hen tho Wismar fort, dort synt de kerlss so sehr verdorth, in wysheit se verblinden; kumpt her stemmer jo darto, de ploch den Steen wohl vindeth. Jm vastel auende togenn iiii grawe monneke den ploch auer de Stadt jnn allen Stratenn.

Da will ich die Franzeln von meim beste Rock verliere.
Pennsylvanisch-deutsch
i] Beteuerungsformel und hinzuzufügen: wenn das nicht wahr, nicht so ist.

Da will ich doch Hans heissen!
i] Wenn das wahr ist oder geschieht.

Da will ich doch lieber mit nassem Holze verbrannt werden.
nl] Dan liever met nat hout verbrand worden.

Da will ich Hans Kaspar heißen.
i] Wenn das nicht so ist. Eine bei Bürger vorkommende Beteuerungsformel.

Da will ich lieber Pudel flöhen.

Da will ich Pumpan heißen.
i] Wenn das oder jenes so ist oder geschieht.
z] Wenn die sich vor mir einriegelt, da will ich Pumpan heißen.

Da will kein Stein zischen.
z] Da hat Christus gewehklaget; aber seine Hülffe ist ferne gewest, da hat kein Stein zischen wollen.

Da wir konden geben, waren wir die besten im Leben, da wir nicht mehr brochten, warn wir, die nichts mehr tochten.

Da wir nicht sagten, dachte er, er könne tun, was er wollte.
Algerien

Da wir nicht tun, was wir sollen, tut Gott nicht, was wir wollen.

Da wir tranken unsern Trank,
Da wir sangen unsern Sang,
Da wir trugen unser Gewand,
Da stund es wohl in unserm Land.

Da wir unser ganzes Leben brauchen, um den Sinn des wenigen Wahren und den Irrtum in dem vielen Falschen herauszufinden, so ist es nicht über raschend, dass die am wenigsten Erzogenen am meisten wissen.
Shaw (1856-1950), Wegweiser für die intelligente Frau

Da wir von allem nichts verstehen, reden wir überall mit.

Da wir zusammengekommen, lasst uns trinken, und wenn wir uns angetrunken, lasst uns tanzen.
Litauen

Da wird (gut) aufgehauen.
i] Aufwand machen, lustig, übermütig sein, tanzen, springen.

Da wird der Lenz schön brummen.
i] In Bezug auf große Hitze.

Da wird der liebe Gott seinen Spass mit haben, sagte der Bauer, als er hörte, dass der Hanswurst gestorben sei.

Da wird der Ochs im Backofen kalben.
i] Man wird sehr ins Gedränge kommen.
z] Obgleich es mir so schwer ankommt, wie dem Bock das Lammen; so denke ich eben: wenn es gedrang zugeht, kalbt der Ochse im Backofen.

Da wird der Stadtgraben wachsen.
Breslau
i] Scherz oder Spott, wenn jemand weint; besonders bei Abschiedszenen.

Da wird die Katze bald das beste Vieh sein.
i] Das Hauswesen wird so zurückkommen, dass Mäuse dort hausen werden.
z] Dann soll ich ihm (meinem Mann) nicht reden ein, die katz wär bald das beste Vieh sein.

Da wird dir wohl ein Kummerhorn wachsen.

Da wird eine Teufelsmesse gelesen.
dk] De læste som i fandens kloster.
dä] Man hørde et fandens bad.

Da wird einem grün und blau vor den Augen.

Da wird er kleine Dreckle scheissen.
Rottenburg
i] Darben, Not leiden.

Da wird es Abend oder gar Nacht.
Nürtingen
i] Nämlich bevor das geschieht, um zu sagen, dass es nicht geschehen werde.

Da wird gar mancher kauf ein wicht, wo der pfennig beiwohnet nicht.
la] Impedit omne forum, defectus denariorum.

Da wird kein Ei im Nest bleiben.
nl] Daar blijft geen ei in 't nest.

Da wird kein guter Pelz daraus; Haut und Haar taugen nicht.

Da wird kein Heu dürr.
Schwaben
i] Dort, oder unter solchen Umständen gelingt es nicht. Man gibt sich da vergebliche Mühe.

Da wird keine Kuh Blesse geheissen, oder sie hat was Weißes vorm Kopf.

Da wird mein hinterer Zahn nicht nass.
Rottenburg
i] Wenn zu wenig zu trinken ist.

Da wird Narrosis wohl Gevatter werden.
z] Wenn man von der Schrifft will abtreten; so muss Frau Alteosis oder Heterosis, oder die gemeine Figur Narrosis Gevatter werden. Luther

Da wird noch manches Vöglein pfeifen, das jetzt noch kein Ei ist.
i] Zu ergänzen: ehe das geschieht.

Da wird scharf gefastet, wo die Mönche für die Bäuche müssen den Tisch ausschneiden lassen.

Da wird schöne Zeit sein, wenn er mich sehen wird.
i] Ich werd' ihm nie über die Schwelle kommen, er wird mich in seinem Leben nicht wieder sehen.

Da wird sein, sagt der Apotheker.
i] Wenn man etwas Gesuchtes findet oder jemand etwas Verlangtes verabreicht.

Da wird übel regiert, wo Zorn und Neidthardt Richter sind.

Da wird wohl ein gemästet Kalb geschlachtet werden.
i] Große Freude sein.
nl] Dan wordt het gemeste kalf geslagt.

Da wird's Katzenflecke setzen.
i] Wie sie als Spuren von Katzbalgereien, von Kratzen, Beißen u.s.w. zurückbleiben.

Da wird's zum Hölzlziegn.
Oberösterreich
i] Losziehen, wozu zwei Hölzlein dienen.

Da wo alles leer und kahl,
Ist das Suchen eine Qual.
sp] Adono hay, no cumple buscar.

Da wo dein Gott gestorben ist, wirst auch du sterben.
Namibia

Da wo die Kühe Flügel haben.

Da wo Feuer war, kann man es auch wieder entfachen.

Da wo Furcht ist, da ist auch die Ehre.
Litauen

Da wo zwei Köche an einem Herd,
Da bin ich nicht gern eingekehrt.
Jüdische Spruchweisheit

Da wolle Gott bei sein.

Da wollt' ich Kätzchen sein und hören!

Da wollt' ich mir doch Feuer in den Arsch machen lassen.
i] Wenn das nicht so wäre. Ich wollte darauf wetten, gut dafür sein.
fr] J'en mettrais mon doigt au feu.
fr] J'en mettrois la main au feu.

Da würde ein blindes Pferd nichts verderben.
nl] Een blind paard zou daar geene schade doen.

Da würde ich gern Mäuschen spielen.

Da zu gehört mehr als pfeifen.

Da, Faulpelz, hast du ein Ei! - Ist's aber auch geschält?.
Litauen

Da, Gevatter, hast du das Fronleichnamsfest!.
Litauen

Da, Katz', hast auch 'neu Braten.
i] Als Begleitwort zu einer Gegengabe im freundlichen wie feindlichen Sinne, Gegengeschenk, Gegenhieb, Gegentrumpf, Gegenpille im Wortwechsel. Fritz Reuter gebraucht die Redensart in einem Briefe, datiert Nigenbramborg den 17. Juni 1863, an R. Reusch in Königsberg bei der Auswechselung ihrer Photographien.

Da, Katze, hast du auch einen Fisch.
ndt] Da, Katt, hest ok en Fisch.

Da, wo das Feuer brennt, dorthin soll man keine Birkenrinde stecken.
Estland

Da, wo die Eulen hecken.
i] Von finstern, entlegenen, unzugänglichen Örtern.

Da, wo die Füchse (o. wo Fuchs und Hase) einander gute Nacht sagen.
i] Ergänze: geschieht, ist etwas, wohnt jemand. - Sehr entfernt, entlegen.

Da, wo die Mäuse auf den Katzen reiten.
i] Um zu sagen, dass das Gefragte, Betreffende nirgends ist oder geschieht.

Da, wo die Motte im Tuch, der Wolf unter den Ziegen, der Fisch ohne Wasser, der Student unter Mädchen, der Ziegenbock im Garten und der Deutsche im Rate der Tschechen ist, geht es nimmer gut.
pl] Cztery Niemcy na wiertel chmiel jeszeze powiadaja.

Da, wo die Schellen klingen.

Da, wo die Spekulation aufhört, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Betätigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Menschen.
Marx/Engels Deutsche Ideologie

Da, wo du nicht bist, ist das Glück.
Polen

Da, wo du Page warst, wirst du nie Ritter sein.
Portugal

Da, wo ein Armer stirbt, wird keine Kirche gebaut.
Estland

Da, wo ein Lied gesungen wird, wollen wir uns hinsetzen, böse Menschen wollen ja kein Lied.
Estland

Da, wo kein Mann mehr ist im Haus, geht auch die Hafergrütze aus.

Da, wo man geboren ist, macht einem jeder Grashalm Freude.
Italien

Da, wo man nichts verliert, gewinnt man stets etwas.
Spanien

Da, wo wir lieben,
Ist Vaterland,
Wo wir genießen,
Ist Hof und Haus.
Goethe (1749-1832), An Personen - Felsweihe-Gesang an Psyche

Dabei bleibt's, sagt Spelter Hans.

Dabei geht einem der Pûst (die Puste) aus.
i] Das ist zu viel, das übersteigt die Kräfte.
ndt] De Pust geit mi ût. Altmark

Dabei habe ich auch eine Stimme.
i] Ich kann hier auch ein Wörtchen mit reden.
jüdisch-deutsch] I hob a Zadd (Seite, hier für Stimme) in der Schüssel.
jüdisch-deutsch] I hob auch a Deije (Meinung, Stimme) in der Schüssel.
i] Bei Hochzeiten werden die Hochzeitsgeschenke bei den Juden in einer Schüssel gesammelt, wobei ausgerufen wird, von welcher Seite (Zadd) das Geschenk kommt, d.i. ob von seiten des Bräutigams oder der Braut.

Dabei hat Gott nichts getan, wie bei der Papstwahl.
i] Hadrian, der durch den Kaiser Karl V. Papst geworden war, ließ Utrecht (seine Vaterstadt), Löwen (wo er Magister geworden) und das Bild des Kaisers auf einer Tafel anbringen mit den drei bezüglichen Inschriften: 'Ich pflanzte. Ich begoss. Ich gab das Gedeihen.' Darunter schrieb jemand die Worte: 'Hier hat also Gott nichts getan!', woraus obiges Sprichwort entstanden ist, dem man aber einen viel allgemeinern Sinn beigelegt hat.

Dabei ist ein neuer Rock zu verdienen.

Dabei ist kein trocken Brot zu verdienen.
z] Gy sint helde to der not, twar gy vardenet alle nycht en hellinkbrot.
nl] Daar is geen droog brood aan te verdienen.

Dabei ist kein Zuckerleckens.
z] Nun fallen mir erst wieder die Worte ein, die gute Freunde vor seiner Abreise vorbrachten, dass es kein Zuckerlecken sei, unter steinfremden Leuten von den Seinigen entfernt zu leben.

Dabei ist nicht das Salz zu verdienen.

Dabei ist nichts zu gewinnen.
fr] Cela ne vaut rien pour les parieurs.

Dabei ist wenig Amen und Bestand.

Dabei kann kein Kupfer gemacht werden.
i] Es kommt nichts dabei heraus.
z] Sälly sagt, es wär all für Katz enanner lang sehne zu gehen (lange Heiratsbesuche zu machen), wenn mer wirklich en Noschen (notion) hätte zu heiern; se wär gesätisfeit (satisfy), dass bei oll dem Cumpaniehalte keh Kupper gemacht werden könnt.

Dabei kommt's Wasser nicht heraus.

Dabei verdiene ich nicht das Blut für den Hund.
i] Angewandt von einem Fleischer, um zu sagen, er könne mehr als er geboten, für das betreffende Schlachttier nicht geben, da er schon dabei wenig Gewinn habe.

Dabei verdient man das Wasser nicht.

Dabei verdient man nicht das Licht.
fr] Le jeu ne vaut pas la chandelle.

Dabeisein ist 80 Prozent des Erfolges.

Dach und Dach bedecken viel Schalke.

Dacht ich doch Wunder!
i] Ausruf getäuschter, unbefriedigter Erwartung.
z] Wenn's weiter nichts ist, sagte er, dacht' ich doch Wunder!

Dachte sind keine Lichte.
i] Ein Wortspiel zwischen Dachte für Dochte (s.d.), als Erwiderung, wenn jemand sein verkehrtes Tun mit den Worten: 'ich dachte', zu entschuldigen sucht.

Dachte sind keine Lichter und Arschlöcher keine Gesichter. (Wortspiel mit 'Dochte' und dem entschuldigenden 'Ich dachte')

Dadropp kann Êner nau Zinte rîde.
i] Nämlich auf einem stumpfen Messer.

Dadurch fällt keine Perle aus seiner (ihrer) Krone.
Franken
i] Dadurch vergibt er (sie) sich nichts.

Dadurch kommt sein Weizen nicht in Schuss.
i] Oder: zum Schossen. Wenn sich jemand in der Erwartung und Berechnung günstiger Folgen und Vorteile täuscht.

Dadurch, dass der blinde Großfürst zum Zaren wird, lernt er nicht sehen.
Russland

Dafür bist du jhm einen Doktorgroschen schuldig.

Dafür bringt man dir's noch ins Haus!
i] Spottweise Entgegnung, wenn der Preis eines Dinges zu niedrig geschätzt wird.

Dafür gab ich dir die Tochter, sprach der Schwieger zum Eidam, als dieser ihn nachts umfassen wollte.

Dafür gäbe ich keine Faser.
la] Floccum non interduim.

Dafür geb' ich keine faule Birne.
nl] Hij is geene rotte peer waard.

Dafür geb' ich keinen Deut.

Dafür geb' ich keinen Kirschkern.
nl] Dat is geen kersensteen waard.

Dafür geb' ich keinen Pfennig.
la] Nauci facio.

Dafür geb' ich keinen Strohhalm.
fr] Cela ne vaut pas un fêtu.
fr] Je n'en donnerai pas un fêtu.

Dafür gebe ich keine alte Schuhschnalle.
en] Not worth shoe-buckles.

Dafür gibt es ein gutes Hausmittel.
nl] Daar heeft men een huismiddeltje voor.

Dafür gibt man keine Pfeife Tabak.

Dafür hat der Schmied die Zange, dass er sich die Finger nicht verbrennt.
z] Auch die Bischöfe sprechen so von ihren Vicaren, die sie ihnen gegenüber als Zangen betrachten; allein Johannes Huss sagte: Der Teufel ließ aber die Zange liegen und nahm den Schmied.
mhd] ein smid der sol die zange wohl erkennen.
dä] Smeden haffner faardi tenger at hand ikke vil brende sine hender.
pl] Na to ma kowal klészcze, żeby go nie parzało.
sd] Smeden har derföre tänger, at han icke skal bränna sine händer.

Dafür hilft kein Titel noch Namen.

Dafür hilft weder Witzling noch spitzling.

Dafür hüte sich Ross und Mann.

Dafür ist der Hecht da, dass die Karausche nicht schlummert.
Russland

Dafür ist der kürzeste Tag lang genug.
nl] De kortste dag is daar lang genoeg voor.

Dafür ist hier nicht der rechte Ort.
la] Non est hic locus.

Dafür kann ich meinen Kindern kein Brot kaufen.
ndt] Da kann ik min Kinner kên Brod för kopen.
i] Hört man bedürftige Mütter sagen, die Mühe und Arbeit umsonst tun sollen.

Dafür kann ich mir die Sieben Kurfürsten nicht kaufen.
Breslau
i] So erwidert der Verkäufer, wenn jemand beim Kauf eine Ware behandelt und zu niedrigen Preis setzt.

Dafür kann man keinen Arschwisch kaufen.

Dafür lege ich meine Hand ins Feuer
v] ich wette zehn gegen eins - ich lasse mir den Kopf abhauen (o. abreissen)
en] I put my hand into the fire (for it)
fr] j'en mettrai ma main au feu - je mettrai ma main à couper (o. sur le billot)
it] ne metterò la mano sul fuoco

Dafür muss eine alte Frau lange spinnen (o. stricken).
i] Nämlich für ein bestimmtes Geld.

Dafür muss er eine Prämie bekommen.
i] Meist ironisch, wenn jemand eine Dummheit begangen, einen törichten Streich gemacht hat.
nl] Dat is eene premie.

Dafür nehm' ich nicht eine rote Kuh.

Dafür soll er mir blechen.
i] Büßen, Genugtuung, Schadenersatz geben.
fr] Il me la payera plus cher qu'au marché.

Dafür steht eine weite Tür offen (o. öffnet sich eine weite Tür).
nl] Daar staat eene wijde deur voor open.

Dafür steht ja aber der Mensch so hoch, dass sich das sonst Undarstellbare in ihm darstellt. Was ist denn eine Saite und alle mechanische Teilung derselben gegen das Ohr des Musikers?
Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 708

Dafür will ich nicht Bürge sein.
nl] Daar wil ik geen' borg voor staan.

Dafür wolt ich nicht drey Heller geben.

Dafür, dass ich so ein Kerl wäre, wollte ich lieber, dass mich die Katze aus der Wiege gefressen hätte.
ndt] Doavöer, dat ik sau e Kerel wör, woll ik léiwer, dat mi de Katte ut der Wéige freaten hädde.
Büren

Dafür, was das Pferd getan, kann man doch den Stall nicht schla'n.
nl] Dat het paard doet, kan de zaâl niet boeten.

Dagegen hab' ich nichts, sagte der Bauer, als er sich loben hörte.
nl] Daar hel ik niet tegen, zei de man, en hij hoorde zich zelven prijzem.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen
en] there's no remedy for it
fr] il n'y a pas de remède à cela
it] a ciò non c'é rimedio

Dagegen muss man alle Hunde, die bellen können, loslassen.

Dagewesen war dagewesen, ehe dagewesen kam.
Surinam
i] Es ist einmal nicht anders, es ist immer so gewesen.

Daheim - geheim.

Daheim baue auf deine Eltern; überschreitest du aber die Schwelle des Hauses, so baue auf die Freunde.

Daheim bin ich König.
en] An Englishman's home is his castle.
fr] Charbonnier est maître chez soi.
la] Quilibet domi suae rex.

Daheim erzogen Kind ist in der Fremde wie ein Rind.

Daheim gilt ein Kreuzer einen Batzen.

Daheim gilt unser Kreuzer einen Batzen.
i] Besonders von den Orten, welche schlechte Münzen haben, die zwar dort in zugeschriebener Geltung umlaufen, außerhalb ihrer Grenzen dagegen gar nicht oder nur unter ihrem Nennwerthe angenommen werden.

Daheim gütig und im Streit mütig.

Daheim hält er sich wohlgerüst, gleichwie der Hahn auf seinem Mist.

Daheim hast du nicht einmal eine Sardine, und bei Fremden verlangst du ein Huhn.
es] En tu casa no tienes sardina, y en la ajena pides gallina.

Daheim hat man hundert Augen und in der Fremde ist man blind.
it] In casa Argo, di fuori talpa.

Daheim heilig, im kriege mannlich, in beiden fürsichtig.

Daheim im Nest ist's Mädchen am best.

Daheim ist daheim(, nie ist's hässlich es zu sein).
it] Casa mia, casa mia, per piccina che tu sia, tu mi sembri una badia.

Daheim ist der Himmel blauer (und grüner sind die Bäume).
en] Home is home, though it be never so homely.

Daheim ist doch daheim.

Daheim ist ein Mann zwei.

Daheim ist einer ein Herr und König, draussen ein Diener.

Daheim ist einer viele Mannen wert.

Daheim ist er ein Mann.

Daheim ist gut, gelehrt zu sein.

Daheim ist jeder ein Herr.
ndt] Hair er heima Hverr.

Daheim ist man am klügsten.

Daheim ist man König.

Daheim ist mancher am klügsten.
la] Atticus in portu.

Daheim ist mancher ein Mann.

Daheim ist tausend Tage alles gut, in der Fremde ist immerfort alles schwer.
China

Daheim ist's am besten.
i] Man kann nirgends so bequem, so nach Gefallen und wohlfeil leben als zu Hause. Nach der Ansicht unserer Vorfahren sind die sehr unglücklich, die stets herumziehen müssen. Homer sagt: 'Es gibt nichts Elenderes als an lauter unbestimmten Wohnsitzen herumzuschweifen.' Unsere Altvordern nannten daher auch die Gasthäuser - Elendhäuser.
fr] Bon lièvre vient mourir au gîte.

Daheim kann einer ein Liedlein singen.

Daheim muss man (wohl) bewandert sein.
la] Aedibus in nostris quae prava aut recta gerantur.
la] Nulli mihi satis eruditi videntur, quibus nostra ignota sunt.

Daheim muß man bewandert sein.

Daheim oder im Gefängnis.
i] Nur nicht verbannt. Vaterlandsliebe der Türken.

Daheim sterben (wie) d' Leut.
Niederösterreich

Daheim tu, was du willst, unter Leuten benimm dich wie ein Mensch.
Jüdisch

Daheim und draußen
i] Außenpolitik; Innenpolitik
la] domi forisque

Daheim werden verständige Männer am wenigsten geschätzt.
Island

Daheim, geheim.

Daheimleben kann nie Rang und Orden geben.

Daher der Zorn und die Tränen.
la] Inde ira et lacrimae.

Daher die Tränen
i] das ist der eigentliche Grund
la] Hinc illae lacrumae!

Daherfliegen wie der Pfaff aus dem Federfass.

Dahergehen noch mehr.
Nürtingen
i] Spott auf einen fehlgegangenen Streich.

Daherkommen wie ein Pfitzigpfeil.
Oberösterreich
i] Recht schnell.

Dahin fließen die Tage, und unwiderruflich läuft das Leben ab.
la] Fluunt dies et inreparabilis vita decurrit. Seneca

Dahin fließt das Wasser ab, wo die niedrigste Stelle ist.
Estland

Dahin gehen noch mehr.
Rottenburg
i] Spott auf einen danebengegangenen Streich.

Dahin musste es kommen, sagte der Bauer und spannte seine Frau vor die Egge.

Dahinfahren wie ein Strom (o. Wasser).

Dahingehen, wohin der größte Potentat keinen Gesandten schicken kann.

Dahinter steckt ein Aal.
i] Ein Betrug.
fr] Il y a anguille.
fr] Il y a quelque anguille sous roche.

Dahinter steckt etwas.
la] Causa aliqua subest.

Dahocken wie ein Pfund Schnitz.

Dahocken wie ein Wurzelmännlein.

Daliegen wie die Kindbetterin.
i] Die Berner nach der Schlacht bei Laupen.

Daliegen wie ein fauler Schäfer auff der Schippe.

Dälsche Leute haben das meiste Glück.
nl] Malle menschen hebben het geluk.

Damals als die Pegnitz brannte.
i] In Nürnberg, um zu sagen, dass etwas nie geschehen oder, dass man nicht wisse, wann es geschehen sei, oder, dass es sich vor undenklicher Zeit zugetragen habe.
z] Ursprünglich hat man wohl mit der Redensart in hyperbolischer Weise einen recht heißen Sommer bezeichnet, wo der Fluss fast ganz trocknete, wo die Hitze so groß war, dass man meinte, das Wasser hätte brennen können. Dann mag sie von Dingen gebraucht worden sein, die recht sehr selten sind und lange nicht mehr vorkamen.

Damals warst du noch in Abrahams Wurstkessel.
i] Noch nicht geboren.

Damit basta.
i] Ich habe nun mein letztes Wort gesagt, dabei bleibts.
nl] Dat is basta.

Damit bleib' mir aus dem Tornister.

Damit die Augen sehen, müssen die Beine sich bewegen.
Botswana

Damit die Feldfrucht gedeihe, muss der Bauer Stroh zum Winteraustreiben geben.

Damit du nicht schief werdest.
Ostpreußen
i] Bei scherzweisen Backenstreichen rechts und links.

Damit einer sündiget, damit wird er gestraft.

Damit Gott uns die Sünden vergeben kann, müssen wir erst einmal sündigen.

Damit hapert es.
nl] Daar is klei aan den kloet.

Damit hat's noch lange Beine.
i] Hat es noch Zeit.
z] Mit dem Regen und Donnerwetter hat es noch lange Beine. Breslauer Zeitung, 1863

Damit ihn die Hunde nicht beißen können, hat der Igel Stacheln.

Damit ist es Essig
v] das ist im Eimer
en] it's all off now
fr] c'est tombé à l'eau
it] non se ne fa nulla

Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen.
z] Dass man keinen Hund mit mir auss dem Ofen hätte locken können.
ndt] Daomit kou mer ken Hund von Ouf'n locken. Franken
ndt] Damit lockt man koan Hund van Ofn für. Oberösterreich
z] Die spinnwebige Dialektik kann keinen Hund aus dem Ofen locken, sie kann keine Katze töten.H. Heine
i] Es ist hier nicht das Innere des Ofens, der Feuerraum, sondern der leere Raum unter ihm, oder auch der Hinterofen gemeint, wo die Hunde gern in der Wärme liegen. Obgleich der Hund die Wärme liebt, so bedarf es doch nicht viel, ihn von dort hervorzulocken.
en] That won't tempt anybody.
fr] Ça ne prend pas.
fr] Ce n'est pas ainsi que vous lui tirerez les vers du nez.
fr] Cela n'intéresse (o. n'attire) personne.
it] Con ciò non si cava un ragno da un buco.

Damit ist kein Staat zu machen.
nl] Daar kan je Staat opmaken.

Damit kann er keine großen Sprünge machen.

Damit kann man (nur) Kinder fürchten machen.

Damit kann man alle Schuhe schmieren.

Damit kann man ihn bis an der Welt Ende treiben.

Damit kann man kein Kind schrecken.
la] Leonem larva terres.

Damit kann man keinen Hasen mehr fangen.
nl] Men kan daar geene hazen meer mede vangen.

Damit kann man keinen Hund vom Ofen locken.

Damit könnte man die Geduld eines Kapuziners versuchen.
fr] Il y aurait de quoi lasser la patience d'un capucin.

Damit lockt man keinen Hund hinter dem Ofen hervor

Damit lockt man keinen Hund vom (o. aus dem) Ofen.

Damit löscht man (kein) griechisch Feuer.

Damit mag er sich begraben lassen.
i] Er mag seine Ansprüche, Forderungen, Pläne u.s.w. dahin mitnehmen, wo man nicht mehr an die Ausführung denkt.

Damit man ein Problem klug lösen kann, muss es einem Sorgen bereiten.

Damit sie eins seien
i] Enzyklika
la] Ut unum sint

Damit sie ja den Narren wohl kiken lassen.

Damit straf Gott keinen Judejung'!
it] Chi castiga i mal fattori, à che gl' altri sian migliori.

Damit will ich bald zu Ende kommen, sagte der Bettelmann, und biss in ein Stück Wurst.
nl] Het zal een kort einde nemen, zei de paap, en hij beet van een stuk metworst.

Damit wird er keine Gäste locken.
dk] Han skal ingen glade gester giøre der med.

Damit wird er nicht viel Ehre aufheben (gewinnen).

Damit wird er seinen Magen nicht überladen (verderben).

Damit wirst du kein Glück haben.
Berlin
i] Die Redensart wird in Berlin sehr häufig als Verneinung, als Ablehnung einer Bitte gebraucht.

Damit wirst ned weit springen.
i] Mit den paar Talern ist nicht viel auszurichten.

Damit würde man sich selbst der besten Einnahmequelle berauben.

Damit wurde seinen Ansprüchen ein Riegel vorgeschoben
en] that put a stop (o. an end) to his claims
fr] cela a freiné ses prétensions - cela a mis un barrage (o. le holà) à ses prétensions
it] ciò ha messo un argine (o. un freno) alle sue pretese

Dämmerung schickt uns zurück nach Hause.
Afrika

Dämonen sind so zu überlisten wie das Emu, das der Wilde fängt, nachdem er in sein Wasserloch einen Rauschtrank gemischt hat.

Dampf ablassen
v] seinem Ärger Luft machen
en] to let (o. blow off) steam
fr] décharger sa bile
it] sfogare la propria rabbia

Dampf tut den Knochen nicht weh.
Russland

Dampfschiffe zurück.
Schlesien
i] Vom Militär. Unter Dampfschiffen sind große Stiefel zu verstehen.

Dampft das Strohdach nach Gewitterregen, kehrt's Gewitter wieder auf anderen Wegen.

Dampft die Hammelkeule auf dem Tisch, gelüstet's keinen Mullah nach dem Koran.
Russland

Dan bey eim Schwager
Ist lieb und dienst mager.
Alter Spruch

Dan bittet oft um Brot, wenn man's bekäme, es wäre der Tod.
dk] Ofte bedes det igien som bort kastes.

Danach das Amt ist, danach wird einer gehalten.

Danach das Geld, danach der Zauber, sagte der Zigeuner.

Danach das spiel ist, macht man ein Strowisch zum König.

Danach das Spiel ist, muss man Herz wehlen, nicht Schellen.

Danach das Spiel ist, sticht der Bub' die Dame.

Danach das Spiel ist, sticht die Sau den König.

Danach das Stroh ist, macht man die Bänder (o. Strohseile).

Danach das verbrechen, so ist auch die Strafe.

Danach der Arm, danach ist seine Kraft.

Danach der Ast ist, danach ist auch die Axt (o. soll die Axt sein).

Danach der Mann geboren, danach nimmt er teil.
[RSpW]
i] Die Nachkommen erben nicht immer gleich, sondern haben nur am Erbe nach dem Grade der Verwandtschaftsnähe teil.
mhd] Darnach der man gheboren is, danach sal er teil nemen.

Danach der Mann geraten, wird ihm die Wurst gebraten.
ndt] Darnoach d'r Mou, darnoach brät't mer 'n die Worscht. Franken
en] Every man is remarked according as he deserves.
un] Minő a' vendég, olyan a vendégség.

Danach der Mönch ist, schneidet man die Kappe.

Danach der Seiler, danach die Reeperbahn.

Danach der Wirt ist, danach befinden sich (beschert ihm Gott) die Gäste.
la] Si bonus est hospes, malus, aut similis venit hospes.

Danach des Heiligen Ansehen ist, danach zollt man ihm die Spenden.
Russland
fr] A tel saint, telle offrande.
fr] Selon le saint l'encens.

Danach die Gäste sind, brät man die Bücklinge.

Danach einer kegelt, danach muss er aufsetzen.

Danach einer Korn in die Mühle trägt, danach bringt er Mehl heim.

Danach es mich ansieht, danach tu ich.
mhd] Darnach es mich ansihet, darnach thu ich.

Danach geht's nicht, wenns Herz man gut ist.
i] In Berlin gebräuchlich, um zu sagen: Darauf kommt's nicht an.

Danach Geld, danach Ware.
i] Ware und Geld stehen miteinander im Verhältnis, je mehr oder je besser die Ware, desto mehr Geld.
la] Nullus emtor difficilis bonum emit obsonium.

Danach Gut, danach Mut.

Danach hat's acht Uhr geschlagen und die Kinder sind in die Schule gegangen.
i] So sagt man in der Schweiz nach Erzählungen, an deren Glaubwürdigkeit man zweifelt.

Danach ist jeder klug.
Norwegen

Danach kräht weder Hund noch Hahn.

Danach Lohn, danach Arbeit.
z] Weisst du nach Brot, nach Futter nur zu streben, schau, wie gemüthlich liegt der Ochse dort im Gras und kaut! Geh, lege dich daneben! Fr. von Sallet, Laienevangelium, Leipzig 1842
dä] Lidet arbeyde, liden løn.
dä] Løn som arbeyde.

Danach man den Acker baut, danach trägt er Frucht
la] Sicut ager colitur, sic fructibus, hic redemitur.
nl] Nae dat men den acker bouwt, draecht hi sijn vrucht.

Danach Mann, danach Gunst.
fr] Selon les gens l'encens.
la] Qualis vir, talis honos.

Danach Mann, danach Quast; danach Wirt, danach Gast.
ndt] Darna Man, darna Quast.
i] Quast hieß ehemals velamen pudendorum.
fr] A gens de village trompette de bois.
la] Si bonus (malus) est hospes, bonus (malus) aut similis venit hospes.

Danach sich einer schickt, danach es ihm glückt.

Danach stinken und hinken.

Danach ward's Tag.

Danach Ware, danach Geld.

Danach Wirt, danach Gast.

Danach, folglich dadurch
la] Post hoc, ergo propter hoc.

Daneben schießen.
i] Den Zweck nicht erreichen; das Ziel verfehlen.

Dänemark bildet das Gleichgewicht in Europa. Man kann sich keine glücklichere Existenz denken.
Søren Kierkegaard, Entweder - Oder

Daniel (10.4.) zum Erbsensäen wähl'.
Brandenburg

Dänisch mit jemand reden.
Dänemark
fr] A présent vous parlez français.

Dänische Ehrlichkeit ist im Zentner sehr wohlfeil.

Dank altert schnell.
nl] Heden deugd gedaan, morgen is de dank vergaan.

Dank' dem Pfennig, dass du nicht bist Pfennig.

Dank dem Schaffenden, Tadel dem Faulen.
Estland

Dank den Bohnen wird der Kiesel gut geölt.
Botswana

Dank dir, dass da mich nicht gefressen hast.
Rottenburg
i] Zu einem stark Gähnenden.

Dank dirs ein spitzigs Hölzlein.

Dank erscheint
Dem edlen Mann als ehrenwerter Lohn.
en] Thanks to men
Of noble minds is honourable meed.
Shakespeare (1564-1616), TitusAndronicus I,1

Dank füllt nicht den Magen.
Estland

Dank gebiert Dank.

Dank Gott, dass du das habst.

Dank hab die rut, sie macht die kinder gut.

Dank hab' die Ruth', sie macht die Kinder gut.

Dank ist der beste Klang.

Dank nach Gebühr - ein seltnes Tier.

Dank und Not sind oft zugleich tot.
i] Von Undankbaren, die, sobald sie nur ihres Übels ledig sind, auch die Wohltat und den, der sie erwies, vergessen.

Dank veraltet bald.

Dank verdient Dank.

Dank vom Hause Österreich.
i] Das Wort Buttlers in Schillers Wallenstein, II, 6. In den Volksmund ist es wohl aber erst durch den Abgeordneten von Vincke gekommen, der es mit Beifall in der zweiten preussischen Kammer am 3. Dezember 1850 anwandte.

Dankbar sein bricht kein Bein.

Dankbar wie die Achäer gegen Agamemnon.
i] Von sehr Undankbaren, welche die größten Wohltaten mit Übeltaten vergelten. Denn als Agamemnon bei der Eroberung von Troja alles für Griechenlands Würde aufgeopfert hatte, wurde er, kaum auf heimischem Boden angelangt, schändlich ermordet.

Dankbaren Leuten Gutes tun macht Freude.
nl] Dankbaren lieden is het goed deugd doen.

Dankbarer Sinn ist der Welt Lohn.
Estland

Dankbarkeit äußert sich dreifach:durch Gefühl im Herzen, durch Worte und durch eine Gegengabe.
Arabien

Dankbarkeit fehlt weit und breit.

Dankbarkeit gefällt, Undank hasst die ganze Welt.

Dankbarkeit gehört zu den Schulden, die jeder Mensch hat, aber nur die wenigsten tragen sie ab.

Dankbarkeit gibt es so wenig wie grüne Ochsen.
Arabien

Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens.
Schweden

Dankbarkeit ist die geringste der Tugenden, Undank das schlimmste der Laster.
England

Dankbarkeit ist dünn gesäet.
z] Die teure Tugend wird bald alt in ihrer Jugend, drumb macht ihre kurze Frist, dass sie nun so seltsam ist.
nl] Dankbaarheid is dun gezaaid.

Dankbarkeit ist eine der wenigen Tugenden, und der Mangel an Dankbarkeit ist das schlimmste Laster.
Paraguay

Dankbarkeit ist eine Lotosblume, deren Blätter bald welken.
Äthiopien

Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, ziert das Alter wie die Jugend.

Dankbarkeit ist eine schwere Last.
Schottland

Dankbarkeit ist in den Himmel gestiegen und hat die Leiter mitgenommen.
Polen

Dankbarkeit ist lang totgeschlagen,
Niemand will von Wohlverdienst wissen.
Rollenhagen, Froschmeuseler

Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen.
Cicero (106-43 v. Chr.)

Dankbarkeit kostet nichts und tut Gott und Menschen wohl.

Dankbarkeit trägt ihren Lohn in sich selbst.

Dankbarkeit und Weizen gedeihen nur auf gutem Boden.

Dankbarkeit ziert allezeit.

Dankbarkeit, die bald verraucht, hat nie was getaugt.

Danke - für warmes Brot geht in den Himmel.
Estland

Danke Gott für das Stroh, wenn das Korn missraten ist.
Russland

Danke Gott für die Quelle und sorge für einen Schöpfbecher.
Russland

Danke Gott, mein Kind, dass du nicht vor das Riber Gericht kamst, sagte die alte Frau, da sah sie ihren Sohn am Galgen zu Warde hängen.
Jütland
dä] Gud bevare os fra Riber ret.

Danke kann man nicht in die Tasche stecken.

Danke nicht ehe, bis du es bekommen hast.

Danke sagt man für weiches Brot.

Danke! kann man nicht in die Tasche stecken.
Jiddisch

Danken bricht keinem das Maul.

Danken fällt Politikern schwer, besonders das Abdanken.

Danken kannst, wenn dich wird haben 's Weib geschlagen.
i] Wird häufig in Leitmeritz gesagt, wenn sich einer bedankt.

Danken kostet nichts und gefällt Gott und den Menschen (wohl).

Dankeschön stellt den Topf nicht aufs Feuer.
Bantu

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
la] Confitemini Domino, quoniam bonus, quoniam in saeculum misericordia eius.

Danket Sankt Urban (25.5.) dem Herrn, er bringt dem Getreide den Kern.

Dankhab füllt den Beutel nicht.

Dank's dem Pfennig, dass du nicht bist (p)finnig.

Dankt treuen Dienern die Welt nicht, so dankt ihnen Gott.

Dann beginnt man den Eimer zu machen, wenn das Feuer auf dem Dach (ist).
Estland

Dann beginnt unsere Freude, wenn wir den anderen lächeln machen.
Indien

Dann bist du klug, wenn der Kopf berauscht.
Estland
i] Der Betrunkene hält sich für klug.

Dann geht man wohl fort, wenn man gute Vor- und Nachgänger hat.

Dann hat es das Rad eilig, wenn eine alte Frau auf dem Wagen ist.
Estland

Dann ist alles zu Ende, wenn beide Hände auf der Brust sind.
Estland

Dann ist der Mensch wirklich verschwiegen, wenn er sich mitschuldig an einer Sache fühlt.

Dann ist die Plötze im Schilf, wenn die Frösche quaken.
Estland

Dann ist die Vernunft entfernt, wenn sie in eines andern Mannes Kopfe ist.
Finnland

Dann ist es ein anständiger Winter, wenn es im Frühling vor dem Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) neun Nächte und Tage Kälte gibt und nach (dem Marientag) neun Nächte und Tage Kälte.
Estland

Dann ist es gut zu sein, wenn zwei Hände schon gekreuzt auf der Brust sind.

Dann ist gut schweigen, wenn das Reden Schaden bringt.
i] Und reden ist gut, wenn's nützt.

Dann kann man sich ja ausruhen, wenn man zwischen sechs Brettern liegt.
Estland

Dann kann wohl das Wasser teuer werden, wenn die Brunnen austrocknen.
Litauen

Dann lohnt es sich noch, Heu zu machen, wenn man mit einem Sensenhieb ein Schafsmaulvoll Heu schneiden kann.

Dann muss ich auf Ihren nächsten Diebstahl Beschlag legen, sagte der Spitalverwalter zum Vagabunden, als dieser erklärte, er habe nichts zu bezahlen.

Dann reitet der Teufel auf einem Esel durch's Land.
nl] Dan rijd de drommel op een' ezel door het land.

Dann soll er mich auf dem Halse haben.
nl] Dan zult ge mij aan den hals krijgen.

Dann soll es die richtige Zeit sein, das Land zu pflügen, wenn die Spuren des Pflugeisens auf der umgekehrten Erde nicht mehr zu sehen sind.
Estland

Dann soll man nicht den Mund gebrauchen, wenn man die Sache nicht begreift.
Estland

Dann taugen euere Ratten nichts, sagte der Apotheker zum Bauer, als dieser klagte, dass das Pulver, was er geholt, nichts geholfen habe.

Dann tut mir kein Zahn mehr weh.

Dann und wann muss es Kurzweil geben, sagte der Mann, da kitzelte er seine Frau mit der Mistgabel.

Dann und wann
v] hie und da, bisweilen, mitunter, hin und wieder, manchmal, gelegentlich, zeitweise, zeitweilig, von Zeit zu Zeit ,
en] sometimes, (every) now and then, at times, occasionally, from time to time, once in a while
fr] parfois, quelquefois, par moments, parci par-là, de loin en loin, par intervalles, de temps en tems, de temps à autre
it] ogni tanto, di quando in quando, talvolta, a volte, talora

Dann verlier ich meine Ehre, wenn ich übel rede und Schlimmes höre.
es] Entonces perdí mi honor, cuando dije mal oí peor.

Dann wird uns (allen) kein Zahn mehr wehe tun.
Für Franken
i] Wir sind dann längst tot.

Dann wo Geld ist, da ist auch Sorg. Das ursacht die Mörder; Brot, Fleisch etc. tuts nit.
Paracelsus, De ordine doni

Dann wollen wir, sagt der Bauer, wenn er muss.

Dann, ja dann müsste alles aus dem Gleichgewichte kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.
Susette Gontard, an Friedrich Hölderlin (1770-1843), Dezember 1798

Dantes hat scharf Dentes.

Danziger Bier ist stärker als der Ochsen vier.
i] Es soll früher alle Biere an Stärke übertroffen haben.
en] Dunmow bacon, and Doncaster doggers, Monmouth caps, and Leinster wool, Derby ale and London beer.

Daran denkt Europa nicht.
i] Ein Sprichwort, das in den dreißiger Jahren in Bunzlau sehr oft gehört wurde, um zu sagen, dass man an irgendetwas nicht denke, dass man ganz anderer Meinung als der Redende sei. Ich habe es bei mannichfachen Gelegenheiten anwenden hören. Wenn irgendeine Behauptung u. dgl. ausgesprochen wurde, so erfolgte von der Gegenseite die Antwort: Daran denkt Europa nicht.

Daran einer am meisten gedenkt und davon einer oft red, das hat er lieb.

Daran erkenn ich den gelehrten Herrn!
Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern,
Was ihr nicht faßt, das fehlt euch ganz und gar,
Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht Wahr,
Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht,
Was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht!
Goethe (1749-1832), Faust II A I, Saal des Thrones
Mephisto Vs 4917f.

Daran erkennt man der Frauen Sinnen - sich oft im Spiegel betrachten und selten spinnen.

Daran hanget der Bettelstab.

Daran hangt sein Herz.
nl] Daar hangt zijn hart aan.

Daran hat er sich seine Finger verbrannt.
nl] Hij heeft er zich den vinger aangebrand.

Daran hat sich der Teufel schon seine Hosen beschissen.
nl] Daar heeft de duivel zijne broek van bedreten.

Daran kann man weder Kopf noch Schwanz finden.
nl] Daar is geen kop of staart aan te vinden.

Daran kann sich ein Ochse satt fressen.
i] An dem überladenen, geschmacklosen Kopfputz einer Dame.

Daran war eine Angel.

Daran will ich mir die Zähne nicht ausbeißen.

Daran zweifelt niemand als die ganze Welt.

Darauf gibt (leiht) kein Jude was.
z] Es ist kein Jud im ganzen Elsass, der ein Batzen darauff lyhe.
nl] Er is zooveel, daar de lombard geen geld op geeft.
un] A' Zsidó se ád valamit a' voltra.

Darauf ist gut warten, aber übel fasten (o. nicht gut hungern).
i] Sagt man in Hamburg, wenn Versprechungen gegeben und Hoffnungen gemacht werden, deren Erfüllung nicht wahrscheinlich ist.

Darauf kann ich mir keinen Reim machen
en] I can't make head or tail of it
fr] je n'y comprends goutte
it] non mi torna

Darauf kannst du Gift nehmen
en] you can bet your life on it - you can bet your shoes on that (sl.)
fr] tu peux en mettre la main au feu
it] puoi starne certo (o. sicuro)

Darauf kannst du zählen zu jeder Zeit, dass es am 30. Februar nicht schneit.
Bauernregel

Darauf kommt's an.
la] In eo cardo rei vertitur.
la] In hoc cardo negotii vertitur.

Darauf leihet kein Jud einen Heller.

Darauf los, es ist ein Hesse.
i] Ob diese Redensart sich auf das Volk oder auf ein Pferd, das im alten Deutschland Hess hiess, beziehe, muss hier unerörtert bleiben.

Darauf mache einer einen Vers.
i] Wenn etwas voll Widersprüche oder schwer zu erklären ist.

Darauf verstehen wir uns alle, den berühmten Mann, solange erlebt, mit Neid zu verfolgen, sobald er aber tot ist, ihn zu preisen.

Darauf will ich meinen Stempel nicht drucken.
nl] Ik druk mijnen stempel daar niet op.

Darauff het ich mich lassen brennen.

Daraus hätte der Schneider zwei gemacht.
Danzig
i] Wenn beim Kartenspiel zwei Honneurs zusammenfallen.

Daraus kann der Teufel nicht klug werden.
nl] Daar mag de drommel uit wijs worden.

Daraus kann kein Jude gescheit (klug) werden.
nl] Geen Jood kann eruit wijs worden.

Daraus kann kein Schwein klug werden.

Daraus lässt sich kein gut Bier brauen.
nl] Brouw daar nu eens goed bier uit.

Daraus lässt sich kein gut Garn spinnen.
nl] Ik weet er geen goed garen van te spinnen.

Daraus lässt sich keine Pastete machen.

Daraus macht Schnepp zwei (o. hätte Schnepp zwei gemacht).
i] Schnepp, Schneidermeister in Königsberg, war dort der erste seines Gewerbes, welcher sich dadurch auszeichnete, dass er zu Kleidungsstücken verhältnismäßig nur sehr wenig Tuch gebrauchte.

Daraus mag der Teufel klug werden!
Steiermark

Daraus wird eine lange Metten.

Daraus wird nichts(, wenn die Kuh den Ochsen leckt).
Estland

Daraus, dass man die Menschen mit Gewalt der Gerechtigkeit unterwerfen kann, folgt durchaus nicht, dass es gerecht sei, die Menschen der Gewalt zu unterwerfen.
Pascal

Darbey erkennt man einen Narren, wenn er will klug seyn.

Darbmann gibt keine fetten Almosen.
dk] Taro giör ikke feed almisse.

Darein wird er seine Nase nicht stecken.
nl] Hij zal er zijn neus wel buiten houden.

Darf doch die Katze den Kaiser ansehen.

Darff einer ein Ding tun, so dürffens andere sagen.

Darf's der eine tun, so darf's der andere sagen.

Darfs einer tun, so darfs der andere sagen.

Darfst dich nicht blähen wie ein Pfauen, musst fein auf die Füße schauen.
z] Der Pfau hebt sein Haupt empor, machet einen langen Hals und hebt die schönen langen Federn empor, dass sie umb ihn herstehen, wie ein Circus oder Rad, sobald er aber seiner grewlicheu Füsse inne wird, entfällt ihm der Muth und alle Hoffart wieder, und läst die Federn seines Schwanzes wiederumb niedersinken.

Darfst nur sagen: Tischlein, deck' dich!
i] Ironisch für: so leicht geht's nicht, daraus wird nichts. Die Redensart: Tisch'l, decke dich, findet sich schon in dem griechischen Lustspieldichter Krates in einem uns von Athenäus Deipnosophisten erhaltenen Fragmenten angedeutet.

Darin besteht die rechte Vogelschau, dass man für das Vaterland kämpft.
Altgriechisch

Darin bin ich komisch.
i] Aus der Posse Der gebildete Hausknecht von David Kalisch in den Volksmund übergegangen.

Darin ist der Wurm.
nl] Als keizer karel erin is, dan is het mis.

Darin ist er zu Hause.

Darin ist weder Salz noch Schmalz.

Darin sind die Lehrjungen Meister.
i] Wo es gilt, etwas zu verderben oder einen dummen Streich zu machen.

Darin und daneben hat viel Platz.

Darnach das Glück tut deiner walten, also die freund sich zu dir halten.

Darnach das Spiel ist, macht man einen Strohwisch zum König.

Darnach das Spiel ist, muß man Herz wählen und nicht Schellen.

Darnach das Spiel ist, sticht der Bub die Dame.

Darnach das Spiel ist, sticht die Sau den König.

Darnach das Wasser ist, danach sind die Fisch.

Darnach der Esel ist, also gibt man ihm Futter.

Darnach der Gast, darnach der Quast.

Darnach der Kopf ist, darnach macht man die Lauge.

Darnach der Mann geboren, darnach nimmt er Teil.

Darnach der Mann Geld gibt, pfeifft der Spielmann.

Darnach der Mann geraten, wird ihm die Wurst gebraten.

Darnach der Mann ist, brät man ihm den Hering.

Darnach der Mann ist, danach ist auch sein Glück.

Darnach der Mann wert, so wird er geehrt.
mhd] Aber sew wellen merken nicht, daz man gern haltet den man nâch dem, und er sich halten chan.

Darnach der Mann, darnach der Quast.

Darnach der Mann, so brät man ihm ein Hering.

Darnach die Arbeit, darnach der Lohn.

Darnach die Gäste sind, brät man die Bücklinge.

Darnach die Herren Leute vmb sich haben, also sein sie auch.

Darnach die Zeit ist, so macht der Wirt die Zeche.

Darnach du hast, darnach gib.

Darnach einer ein licht im Hirn hat, also sihet und versteht er ein ding.

Darnach einer wirbt, danach er stirbt.
mhd] Vil manic man erstirbet dar nâch als er wirbet, der niemer übeler erstirbe ob er rehte würbe.
mhd] Swie ie die liute wurben si sergeten unz si sturben.

Darnach es fallt.
i] Z.B. im Kriege, Spiel u.s.w. soll das oder jenes geschehen. Nach der Anekdote vom Tröpflein unter der Nase, welches bestimmte, ob der Gast mitesse oder nicht.

Darnach es kommt.
i] Von der Ungewissheit der uns treffenden Schicksale. Sagt man, dass jemand sich 'frewen werde, wenn dies oder ihenes geschicht, so antwortt man: Darnach es kommt, danach es gerett und fellt.' Es kann auch nicht geschehen oder so, dass man sich nicht freuen kann.

Darnach es mich ansieht, darnach tu ich.

Darnach gesoffen, danach geschlaffen.

Darnach hanget sein Ohr.
i] Steht sein Wille.

Darnach hat man Gelüst, was des anderen ist.
la] Aliena nobis, nostra plus aliis placent.

Darnach Kirchweih, danach Ablass.

Darnach kräht kein Hahn.

Darnach man das Feld baut, darnach trägt es Früchte.

Darnach man ringt, das gelingt.

Darnach Mann, darnach Gunst.

Darnach rennt einem die Zunge weg.
i] Wenn etwas sehr gut schmeckt.

Darnach sich einer helt, darnach wird er wider gehalten.

Darnach sich einer schickt, darnach es ihm glückt.

Darnach steht der gaul, wie er sein tag gangen.

Darnach ward es tag.
i] Um das Aufwachen aus Träumen, in die man eingewiegt war, zu bezeichnen.
fr] Cela est clair.
fr] Être à de couvert.
nl] Daarna worde het dag.
la] Deinde expergiscebar.
la] Ex templo evigilo, fugit et mea lumina somnus, ortaque de coelo canduit alma dies.

Darnach ward's Tag.

Darnach Ware, darnach Geld.

Darüber fing er Feuer.
fr] Cela le mit en feu.

Darüber geht nichts als der Luftballon.
Breslau
i] Die Redensart ist offenbar erst seit der Belagerung von Paris im Winter 1870-71 entstanden.

Darüber hätten einem die Augen bluten mögen.
i] Ein älterer Chronist über die Not des Jahres 1639 in der Stadt Croßen.

Darüber hinaus.
i] Wahlspruch Kaiser Karls V.
la] Plus ultra!

Darüber ist schon Gras gewachsen.
i] Ist längst vergessen.
ndt] Dar wasset wohl Gras öwer.
i] Erinnert auch an die bekannte Verjährungsfrist 'Jahr und Tag', wenn angedeutet werden soll, dass die Dauer eines Zustandes diesem gewissermassen eine rechtliche Eigenschaft verliehen habe.
en] this matter has been long forgotten
fr] Cette chose est au rang des péchés oubliés.
fr] il y a belle lurette qu'on n 'y pense plus
nl] Dat is reeds lang met gras begroeid.
nl] Het gras is erover gewassen.
it] è acqua passata

Darüber kann man mit Parêsken (Bastschuhen) gehen.
i] Scherzhaft von einem Brei, der sehr dick ist.

Darüber lass dir keine Hörner wachsen.

Darüber lasse ich mir keine grauen Haare wachsen
en] I won't lose any sleep over it
fr] c'est là le moindre de mes soucis -je ne vais pas me faire du mauvais sang - je ne me fais pas de cheveux pour ça (ellipse de 'se faire des cheveux blancs ou gris') - je ne me ferai pas de bile (o. un sang d'encre o. du mouron)
it] non me ne do pensiero - non mi guasto il sangue per questo

Darüber lässt sich reden
en] that sounds reasonable
fr] on peut en discuter (o. s'entendre là-dessus)
it] se ne può discutere

Darüber muss man einen Schleier werfen.
nl] Laat ons daar maar een' sluijer overwerpen.

Darüber schweigt die Weltgeschichte.

Darüber sind die Gelehrten noch nicht einig.
i] Wird aus dem Lateinischen des Horaz abgeleitet: grammatici certant et adhuc sub judice lis est. (Da sind die Forscher nicht eins und bis jetzt liegt der Streit noch vor dem Richter.)
nl] De geleerdsten zijn het niet eens.

Darüber sind mir schier nahe graue haar gewachsen.

Darüber zanken, wo der vergangene Schnee hingekommen ist.
z] Der Prälat gab vor, dass es nicht hujus loci were, zu Zanken, wo der vergangene Schnee hinkommen sei.

Darum bekommt die Katze keinen Klaps.
i] Die Sache ist unbedeutend, nicht der Rede wert.

Darum bleibe ich doch immer der Pastor Bödeker.
i] Der bekannte Pastor in Hannover setzte sich so sehr über gewisse gesellschaftliche Formen (Etikette) weg, dass er abends auch einem angetrunkenen Bürger den Arm reichte, um ihn wegen 'plötzlichen Schwindels' gütig nach Hause zu führen. Es wurde endlich zum scherzhaften Sprichwort, sich selbst mit diesen Worten wegen eines kleinen Rausches zu entschuldigen.

Darum dürft' ich ein glühiges Eisen tragen.
i] Feuerprobe zur Bestätigung der Wahrheit.

Darum gäb ich keinen Rübenschnitz.
z] So schwer ich das ein hohen eyd, das ich nit ein rubschnitz geb um die wohl, so lang ich leb.
i] Um die Wertlosigkeit einer Sache zu bezeichnen.

Darum geb' ich kein Haar.
nl] Ik geef daarvoor geen haar van mijn hoofd.

Darum geb' ich nicht einen Birnenstiel.
mhd] Umb alle schaut gaeb er niht ein birnstil.

Darum gebe ich keinen Schnitz.

Darum geht noch kein Land verloren.

Darum heißt die Hure noch nicht Künstlerin, weil sie das Handwerk des Reibens versteht.
Russland

Darum ist einer nicht tüchtig, dass er sich selbst lobt, sondern, dass ihn der Herr lobt.

Darum keine Feindschaft.
i] Nichts für ungut.

Darum mach' ich keinen Finger nass.
nl] Hij heeft er geen vinger om nat gemaakt.

Darum sagen wir doch auch, dass man Vater und Mutter, die für uns die Ursache geworden sind, dass wir die Sonne und das Licht schauen, und damit Ursache der größten Güter, über die Maßen achten und verehren müssen, denn sie sind, wie es scheint, schuld daran, dass wir vernünftig denken und sehen.
Aristoteles, Protreptikos

Darum schlagen sich die Mönche.
dk] Det er det munkene slaaes om.

Darum stinkt's auch so.
i] Studentische Redensart zur Abweisung oder Verspottung von Prahlereien und Drohungen.

Darum wird dem Mund Essen gegeben, damit er spricht.
Estland

Darum, weil es keine Bananen gibt, werd' ich die Taja (eine Erdfrucht) nicht Vater nennen.
i] Die Not macht mich nicht zum Schmeichler.

Darumb nagt der Hund ein Bein, weil ers nit gantz verschlucken kann.
fr] Le chien ronge l'os pour ce qui ne le peult engloutir.
nl] De hond knaagt aan het been, omdat hij het niet door kann zwelgen.
it] Il cane rode l'osso perchè non lo puo inghiottire.

Das (bös) Gerücht tötet den Mann.

Das (Es) geht über das Bohnenlied.

Das (höchste) Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.

Das (Mehrheitsprinzip) ist kein Beweis für die Wahrheit.
Seneca

Das (pure) Feingold muss nicht poliert werden.
Nepal

Das A ist nicht so schwer wie das Z
z] Die Geschichte ist von A bis Z erfunden
en] from A to Z
fr] De A à Z

Das A und O von etwas sein
i] Wichtig, eine Lebensbedingung, die Grundvoraussetzung. Im griechischen Alphabet ist A der erste und O der letzte Buchstabe = Anfang und Ende. Offb 1,8, 21,6 und 22,13. Allmacht Gottes.
en] the be-all and end-all, the essence

Das Aas an die Angel stecken.
i] Einen mit List reizen, fangen.
la] Escam hamo circumponere.

Das Aas lässt wissen, wo es sich befindet.
Walisisch

Das Aas lockt die Würmer herbei.
se] Aas lockar örnen ut.

Das Aas stinkt über sein Lager hinaus.
dk] Aadslet stinker laenger bort, end den sted der ligger.

Das Abbacken Kranker, vor allem skrophulöser, tuberkulöser Kinder und Rheumatiker, ist eine uralte volksmedizinische Heilart
i] Bußordnungen des 11. Jahrhunderts verbieten den Müttern bei strenger Strafe, fieberkranke Kinder in den Ofen zu legen.
z] Sie binden die Arme dem ohnedem schmachtenden Kinde auf eine Kuchen-Scheibe und schieben solche nach ausgenommenem Brote etliche Male in einen Back-Ofen, dass es nicht Wunder wäre, das Kind erstickte in der Hitze. Bei solch alt aussehenden Kindern, die das 'Älterlein' haben, sagte man den Spruch: 'Alt hinein und jung heraus'.
z] Ein rheumatischer Bauer versuchte im November 1906 seine Schmerzen abzubacken. Er rieb sich mit Petroleum ein und legte sich dann in den noch warmen Backofen. Nach einigen Stunden fand man ihn als Leiche, da er offenbar durch die im Ofen sich entwickelnden Gase erstickt war.
z] Drei Donnerstage hintereinander und zwar bei abnehmendem Mond nach Sonnenuntergang knetet man einen Teig, formt daraus 3 Brote und bäckt sie im Backofen. Währenddessen geht ein anderer ums Haus und fragt beim Küchenfenster: 'Was backst?' Antwort: 'Ich backe dem (der) N.N. die Darre (= Abzehrung)ab.' Jener: 'Back, Back!' Das geschieht dreimal und so noch an zwei folgenden Donnerstagen. Jedesmal werden die gebackenen Brote in ein fließendes Wasser geworfen.
Aberglaube

Das Abc einer Sache o. Wissenschaft) lernen.

Das Abc hat nur ein W, unser Leben hat hundert und meh.

Das Abc macht das meiste Weh.

Das Abc macht dem Pfarrer das meiste Weh.

Das Abendessen hat mehr getötet, als Avizena geheilt hat.
Spanien

Das Abendessen mit Saufen und die Frühmette mit Husten anfangen.
fr] Qui va se coucher sans souper, toute la nuit ne fait remuer.

Das Abendessen nach dem Tage, Schlafen bis zum Tage.
Masuren
pl] Wiecaerza dnia spal do dnia.

Das Abendlied gen Himmel zieht.
i] Der dankbare Aufblick nach vollbrachtem Tagewerke ist Gott besonders angenehm.

Das Abendlied ist leichter als das Morgenlied.
Walisisch

Das Abendlied
Gen Himmel zieht.

Das Abendmahl auf etwas nehmen können.
Sprichwörtliche Beteuerung (aus den Gottesurteilen des Mittelalters)

Das Abendrot schimmert rot - gutes Wetter, das Morgenrot schimmert rot - böses Wetter.

Das Aber ist ein Zaun, über den sich wenige traun.

Das Aber kostet Überlegung,
Es bringt den Geist erst in Bewegung.
Frei nach Lessing

Das Ächzen hilft niemandem etwas.
Kamerun

Das Ächzen is die halbe Arbeit!

Das Affektieren irgendeiner Eigenschaft, das Sichbrüsten damit ist ein Selbstgeständnis, dass man sie nicht hat.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), Parerga und Paralipomena

Das Affenvolk hört keinen Rat.

Das Albernste, was man find't, ist eine Mutter mit ihrem ersten Kind.
Holland
i] Besonders voll des Lobes soll eine Mutter bei ihrem ersten Kinde sein.

Das alle nicht können tragen, das kann auch einer allein nicht tragen.

Das allerbeste Brot wird mit Schweiß verdient.
Frankreich

Das Allerheiligste.
Sprichwörtlich, oft in übertragenem Sinne nach 2. Mos. 26, 33, 34 und Ebr. 9, 3

Das alles macht der Wein, wenn der Dumme will witzig sein.
la] Fecundi calices quem non fecere disertum. Horaz

Das alles soll Gottes Stimme sein ? ? ? Die hört man nur, wenn man all das ausblendet, in der Stille und Ruhe des eigenen Verstandes und Gewissens, ohne das Geschrei des Volkes!)

Das allgemeine Beste steht obenan (geht vor).
dk] Det gemeene beste er högeste lov.
la] Salus civium suprema, lex esto.

Das Allmosen wie der Geber.

Das Alltägliche verliert an Wert.
la] Quotidiana vilescunt.

Das Almosen ist wie der Geber.

Das Aloëholz (o. Aloë) ist gemeines Holz, wo es wächst.
i] Wo eine Sache im Überfluss vorhanden ist, sinkt sie im Werte.

Das Altarfeuer wird von einem geriebenen Stock geboren.
Indien

Das Alte behalte!
ndt] Dat Ôle öss got to behole.
Ostpreußen
it] Tutti a suo modo, e gli asini all' antica.
la] Contenti simus hoc Catone.

Das Alte behalte, an den Gebrauch dich halte.
i] Das Alte hat Ansehen, es wird leicht Gesetz.
dä] De gamle har myndighed, er snart som en lov.
it] Patti vecchi, e modi usati.

Das Alte bloß lieben, weil's alt, und das Neue verachten, weil's neu, ist Narrenweisheit.
dk] Daarligt at elske de gamle, allene for det er gammelt, og forskyde det nye, for det er nyt.

Das Alte ekelt, das Neue gefällt.
la] Non bene olet, qui semper bene olet.
un] Uj szita füg, az ó a földön hever.

Das Alte flicken, das Neue halten; in die Welt sich schicken und Gott lassen walten.

Das alte Gebot geht vor.
i] Die früher erworbenen Rechte, es sei in Käufen, Mieten, Darlehen u.s.w. haben stets den Vorzug.
mhd] Daz alte bot get vor. Zöpfl, Das alte Bamberger Recht als Quelle der Carolina, Heidelberg 1839

Das Alte hat man gesehen (d. i. ist bekannt), das Neue hat man nicht gesehen (d.i. ist unbekannt).
Estland

Das alte Huhn gibt die beste Suppe.
Griechenland

Das Alte ist bekannt, das Neue unbekannt.
Estland

Das Alte ist bequem, das Neue angenehm.
la] Est quoque cunctarum novitas gratissima rerum.

Das Alte ist neu gewesen, das Neue kann alt werden.
dk] Det gamle har vaeret nyt, og det nye kand blive gammelt.

Das Alte ist nicht immer gut, das Neue nicht immer schlecht.

Das alte Kaninchen frisst sein Kind.
Tansania

Das alte Kloster hatte ein hölzernes Ikonostas und einen goldenen Igumen (Abt); das neue Kloster hat einen hölzern Igumen und ein goldenes Ikonostas.
Russland

Das alte Lied, das alte Leid.

Das alte Lied, das beste Lied.
nl] De oude liedjes zijn nog de beste.

Das Alte muss dem Neuen weichen.

Das alte Pferd den Hunden und Raben (o. Krähen).
Estland

Das alte Schwein grunzt auf, die weißen Ferkel schreien auf.
Estland

Das Alte Testament für das Neue feil bieten.

Das alte Vertrauen hat das neue des Reichs verwiesen.

Das Alte walte.
z] Aus Gemeinem ist der Mensch gemacht und die Gewohnheit nennt er seine Amme. Weh' dem, der an dem würdig alten Hausrat ihm rührt, das teure Erbstück seiner Ahnen. Was grau vor Alter ist, das ist ihm göttlich.

Das alte Weib hätte nie im Ofen nach ihrer Tochter gesehen, wäre es nicht selbst darin gewesen.
England

Das alte Weib tanzt.

Das alte Wort kann nicht lügen: was nicht dein ist, das lass liegen.

Das Alte
Behalte.

Das Alter acht die fröhliche Venus nicht.

Das Alter altert, aber der Junge verjüngt sich nicht.

Das alter bedarf gelt und zuthat.

Das Alter bedeutender Männer sollte unverletzlich und sicher sein.
la] Clarorum virorum senectus inviolata et tuta sit.

Das Alter beginnt in dem Augenblick, wo man nicht mehr ohne die Vergangenheit leben kann.

Das Alter beneidet die Jugend zuletzt noch um ihr Zahnweh.

Das Alter bessert sich nicht.
dk] Alderdom har ingen bedring i vente.

Das Alter braucht Ruhe, sagte der Sohn, als er den alten Vater aus dem Hause in den Stall warf.

Das Alter bringt beydes: gute Tag und Vngemach.

Das Alter bringt Erfahrung.
dk] Höjet i alder böjet i dom.
fr] Avec l'âge on devient sage.
fr] Qui a le plus d'âge doit être le plus sage.

Das Alter bringt ja keinen Haufen (d. i. Vermögen).
Estland

Das Alter bringt traurige Gefährten mit.
dk] Aelde kommer med megen usmilde.
nl] De ouderdom komt met gebreken.
it] Cogli anni vengon gli affanni.
it] Chi ha degli anni, ha dei malanni.
la] Metue senectam, non enim sola venit.
la] Juncta petunt tecta pestis dolor atque senecta.
la] Senectus ipsa morbus est. (Terenz)
sd] Siwkdom ok aller kraka til by, gesta sorgh at qwælle ok aeru sysskene.

Das Alter der alten Jungfer ist immer zweiundzwanzig.
Estland

Das Alter der Frau beginnt dort, wo ihre Liebe aufhört.

Das Alter des Mundes (d.h. Weisheit) ist besser als das an Jahren.
Kikuju (Kenia)

Das Alter eine Krankheit ist, darinnen keine Kur ersprießt.
la] Senectus imanabilis morbus est.

Das Alter erfährt alle Tage eine neue Zeitung.
dk] Alderen har hver dag nye tidemder.

Das Alter ermangelt der Güte, wie das trockene Wetter des Taus.
China

Das Alter fließt ruhig dahin.
Russland

Das Alter furcht das Gesicht auch ohne Pflugschar.
Litauen

Das Alter gehört in den Rat.
dk] De gamle til raad, de unge til daad.

Das Alter geht vor, sagte Eulenspiegel, da stieß er seine Mutter die Treppe hinunter.
i] Als Rechtsspruch will es sagen, dass bei gleichberechtigter Pfandschaft die ältern Schuldbriefe vorgehen.
ndt] Det Oeller geit vär, säd de Diewel, on schmeet sin Grossmutter de Trepp runder.

Das Alter geht vor.
la] Senibus debetur veneratio.
un] Jobb a vénnek árnyéka mintsem az ifjunak kardja.

Das Alter geht voran, sagte der Junge, als sein Vater auf dem Dachboden durch die Luke stürzte.

Das Alter gibt Gott die Beine, aus dem der Teufel das Mark gesogen hat.

Das Alter gibt guten Rat, wenn es kein schlechtes Beispiel mehr geben kann.
USA

Das Alter greiset und weiset.
la] Aetate reddimur prudentiores.

Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: Zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte.
André Gide

Das Alter hat das Ansehen.

Das Alter hat den Kalender im (am) Leibe.
i] Alte fühlen den Witterungswechsel in den Gliedern.
it] L'uomo vecchio ha il calendario nella sua vita.
la] Tempora labuntur tacitisque senescimus annis. Ovid

Das Alter hat nichts zu sagen, wenn man wohl ist.

Das Alter hat Witz, Jugend ist der Torheit Sitz.

Das Alter hilft für Torheit nicht, Jugend hat den Verstand nicht.

Das Alter in den Rat, die Frau ins Bad.

Das Alter ist an sich selbst eine Krankheit.

Das Alter ist auch eine Krankheit.
Schweiz

Das Alter ist das Abendrot des Himmels.
Indonesien

Das Alter ist der Hafen aller Übel.
bm] Co staré, to nemilé.
bm] K starosti i chromá přikleče.
bm] Na starého lejna lezou.
bm] Na starost dva hrby.
bm] O bídna starosti, coz pod tebou bolí kosti.
bm] Přibývání věku, ubý vání zivota.
bm] Přijde starost - nastane slabost.
bm] Staroba - choroba.
bm] Starost není radost, krasnédni ty tam.
bm] Starost-zalost, po zadu hrc pre.
bm] Stary nevrlý.
kroat] Starost - zalost.
pl] Biedna starości nosząc cię bola kości.
pl] Na starego łajna lazą.
pl] Na starść dwa garby.
pl] Sama starość stoji za chorobe.

Das Alter ist des Lebens Nummer, drin all Verhalt zusammenkommen.

Das Alter ist des Lebens Winter.
la] Senectus vitae hyems est.

Das Alter ist des Todes Vorbote.
en] Gray hairs are death's blossoms.

Das Alter ist die beste Medizin für alle Krankheiten.

Das Alter ist die gefährlichste Krankheit.
la] Ipsa senectus morbus est. Terenz

Das Alter ist die zweite Kindheit.

Das Alter ist ehrenwert.
la] Semper veneranda vetustas.

Das Alter ist ein Aussichtsturm.

Das Alter ist ein Hospital oder Herberg allerley Krankheiten.

Das Alter ist ein schlechter Reisegefährte.
dk] Alder er ond keisebroder.
dä] Alderdom er ond keisebroder.

Das Alter ist ein Spital, das alle Krankheiten aufnimmt.
fr] La vieillesse est un hôpit où toutes les maladies sont reçues.
fr] Les infirmités sont l'apanage de la vieillesse.
fr] Pauvreté et maladie en vieillesse c'est un magasin de tristesse.
sp] Hombre viejo cada dia un malo nuevo.

Das Alter ist ein Tyrann, der alle Freuden der Jugend bei Todesstrafe verbietet.
fr] La vieillesse est un tyran qui défend, sur peine de la vie, tous les plaisirs de la jeunesse.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen (1665)

Das Alter ist ein Tyrann.
la] Senectus insanabilis mortuus est. Seneca

Das Alter ist eine große Plag.

Das Alter ist eine Krankheit, daran man (an der jeder) sterben muss.
fr] La vieillesse est une maladie dont on meurt.
it] La vecchiaia è in se stessa una malattia.

Das Alter ist eine Krankheit, von der man sich nicht erholt.
Russland

Das Alter ist eine schöne Krone.

Das Alter ist eine schwere Last.
fr] La vieillesse est un plaisant fardeau.
it] La vecchiaia è una pesante soma.
it] La vecciezza è una grave soma.
it] La vecchiezza ne viene con ogni lam mendo.
la] Ipsa senectus morbus est. Terenz
la] Multa senem circumveniunt incommoda.
la] Senectus onus Aetna gravius. Marcus Tullius Cicero

Das Alter ist eine tötliche Krankheit.
la] Senectus ipsa morbus.

Das Alter ist eine Winde, die auch der Zarin Brüste herabzieht.
Russland
z] Mancherley und viel kranckheyt dem alter ist bereyt, es gwint es nicht an sach selber für eyn kranckheyt gmacht.
dä] Alder er syge stor nog.
fr] La vieillesse est une maladie dont on meurt.
it] La vecchiaia è in se stessa una malattia.

Das Alter ist eine Wunde, in die die Jugend ihr Salz streut.

Das Alter ist für mich kein Gefängnis, in das man eingesperrt ist, sondern ein Balkon, von dem man weiter sieht.

Das Alter ist geschwätzig.

Das Alter ist gut zu behalten.

Das Alter ist kein Feind, den man bekämpfen oder gar beschämen könnt. Es ist ein rutschender Berg, der uns zudeckt, ein langsam kriechendes Gas, das uns erstickt.

Das Alter ist kein werter (ein unwerter) Gast.
la] Metue senectam, non enim sola venit.
la] Senectutem ut adipiscantur, omnes optant, eam accusant adeptam. Marcus Tullius Cicero
un] Kelletlen vendég a vénség.
un] Sok kelletlen társokkal szokott a vénség járni.

Das Alter ist nur für die Pferde gemacht.

Das Alter ist schwach und krank und müßig sitzend auf der Bank.
la] Senectus ipsa morbus est. Terenz

Das Alter ist seltsam und wunderlich.

Das Alter ist ungelehrig.

Das Alter ist unheilbar.

Das Alter ist unwichtig - es sei denn, du bist ein Käse.

Das Alter ist weiser als die Jugend, aber der Morgen ist klüger als der Abend.

Das Alter ist wie die Woge im Meer. Wer sich von ihr tragen lässt, treibt obenauf. Wer sich dagegen aufbäumt, geht unter.

Das Alter ist zwar keine Freude, aber sterben will man trotzdem nicht.
Russland

Das Alter jagt ihn in ein anderes Land, wie der Winter die Vögel.

Das Alter kann das Gesicht falten, aber Mangel an Begeisterung runzelt (zerknittert) die Seele.
Dänemark

Das Alter kommt in verschiedenen Gestalten.

Das Alter kommt mit viel Unlust.

Das Alter kommt nicht allein.
i] Es bringt eine Menge unangenehme Gefährten mit.
dä] Alderdom kommer sjelden eene.
it] La vecchiaia non vien mai sola.
la] Senectus non sola venit.

Das Alter kommt nicht an einem Tag.

Das Alter kommt nicht ohne Gefährten.

Das Alter kommt nie allein, es bringt einen Haufen Gebrechen mit.

Das Alter kommt ungerufen.

Das Alter kommt unter allerlei Gestalten.
ndt] 's Alter chund unter allerlei G'stalte. Luzern

Das Alter kommt unvermerkt.
dk] Alder kommer a for merkt.
la] Obrepit non intellecta senectus. Juvenal
la] Tempora labuntur tacitisque senescimus annis, et fugiunt freno non remorante dies. Ovid

Das Alter kommt von selbst.
Estland

Das Alter lässt sich leichter ertragen, wenn man den Faltenwurf im Gesicht als künstlerische Drapierung betrachtet.

Das Alter lässt sich nicht verbergen.

Das Alter lehrt die Kostbarkeit des Lebens.

Das Alter mach Wachs aus Blumen.

Das Alter macht aus Blumen Wachs.

Das Alter macht nicht freundlicher, nur geneigter.

Das Alter macht nötlich und beißig.
la] Amariores omnes Senectas facit.

Das Alter macht uns sogar arm an Feinden.

Das Alter muss man ehren, sagte der Mönch, und griff nach dem ältesten Weine.

Das Alter muss man ehren.
la] Antiquis debetur veneratio.

Das Alter muss man hören.

Das Alter naht sich verstohlen.
England

Das Alter naht verstohlen.
en] Old age comes stealing along.

Das Alter schändet niemand, wenn der Mensch das Alter nicht schändet.
Estland

Das Alter schleicht herein, eh' man's gewahr wird.

Das Alter schleicht uns auf dem Fuße nach.
la] Obrepit non intellecta senectus. Juvenal

Das Alter schmeckt nach der Jugend.
dk] Alderdommen smager af ungdommen som äblet af träet.

Das Alter schreibt in Sand, die Jugend gräbt in Stein.
i] Was man in der Jugend lernt, vergisst man nicht bald, während das Alter sehr vergesslich ist

Das Alter schwächt auch den Stärksten.
fr] Il n'est si bon cheval qui ne devienne rosse.

Das Alter selbst ist eine Krankheit, ist die gefährlichste, eine unheilbare, eine von Tag zu Tag sich verschlimmernde Krankheit.

Das Alter soll der Jugend Vorbild, die Jugend des Alters Stütze sein.

Das Alter soll man ehren, der Jugend soll man wehren.
dk] Den gamle skal man aere, den unge skal man lære.

Das Alter soll man ehren, sagte ein alter Bettler zu dem Hunde, der ihn anbettelte.

Das Alter soll man ehren, sagte ein Kapuziner, als man ihm alten und neuen Wein anbot.
Luzern

Das Alter soll man ehren,
Der Jugend soll man wehren.

Das Alter soll man ehren.
3. Mose 19, 32

Das alter soll man in ehren haben.
ndt] Dat Aller sall me ehren. Waldeck
ndt] Det Alder sâl em êren. Siebenbürgen

Das Alter stiehlt sich heran.
England

Das Alter stiehlt wie ein Rabe; es nimmt dem Vogel den Flug, dem Ochsen seine Kraft, den Frauen ihre Schönheit, den Männern ihre Stärke, den Füßen ihre Sprünge, dem Läufer seinen Gang, das ist des Alters Nachgesang.

Das Alter trägt den Kalender am eigenen Leib.
Estland

Das Alter treibt den Ochsen ins Joch.

Das Alter umgibt einen wie ein Panzerschrank.

Das Alter verschleicht einem, ehe mans gewahr wird.

Das Alter von Nestor
la] Nestoris aetas

Das Alter weiß, die Jugend nimmt an.
Wales

Das Älter werden hält hochinteressante Dinge wie das Knacken von Gelenken bereit.

Das Alter wird durch Erfahrung weitsichtig.

Das Alter wird von allen verlangt, und, wenn es da ist, verachtet.
bm] Bídná starosti, vsickni te zádáme, a kdyz k nám přijdes předce naříkáme.
pl] Biednastarości, wszyscy cię ządamy, a kiedy przyjdziesz, to zuś narzekamy.

Das Alter wirft auch den nicht Betrunkenen um.
Litauen

Das Alter wirft auch Nichtbetrunkene um.
Litauen

Das Alter wünscht jedermann, und so es kommt, so hasset man's.
mhd] Das alter wünscht ein jedermann;
Wenn's kommpt, so wil es niemand han.
mhd] Wir wünschen alters alle tage, swanne ez kumt, so ists ein klage.

Das Alter zieht noch mehr Runzeln in unseren Verstand als in unser Antlitz.
Michel de Montaigne

Das älteste Kind berät das jüngste.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf die den Geschwistern gebührende Abfindung. Da, wo die Bauernhöfe, um der Zerstückelung der Grundstücke entgegenzuwirken, einem Sohne übergeben wurden, konnten die andern Geschwister eine Abfindung (Aussteuer) beanspruchen, um sich eigenen Herd zu gründen, wenn sie es nicht vorzogen, in einem abhängigen Verhältnisse am heimatlichen Herde zu bleiben. Unter dem 'Ältesten' ist hier der Sohn zu verstehen, welcher das Gut erhielt, auch wenn er den Jahren nach nicht der Älteste war. Das 'beraten' weist darauf hin, dass der Sohn, dem der väterliche Hof geblieben, seinen Geschwistern in Notfällen Hilfe bieten sollte.
z] Das älteste Kint das Jüngste beräth.

Das Altwerden wäre nicht so schlimm, wenn man nicht all die Jahre mitschleppen müsste.
Jüdisch

Das am meisten eilet, soll man zuerst tun.

Das am meisten gelobte Weib ist das, von dem man nicht spricht.
China

Das am Ostertag in den Acker gesteckte Palmkreuz wird mit Johanniswein begossen wird.

Das Amen war zu früh gesprochen.

Das ampt bleibt gut, obschon die Person bös ist.
adt] adil komit von naturen, unde nicht von ammecht.
mhd] Darumme ne edelt nemere en ambacht.

Das Amt der Schlüssel ist eine sonderbare Kirchengewalt.
i] Wenn ein evangelischer Geistlicher Kirchenzucht übt, Kirchenstrafen vollstreckt.

Das Amt ehrt den Mann, der Mann soll das Amt ehren.

Das Amt erlaubt manches, was sonst im Recht verboten ist.
i] Bezug auf den Verteidiger in Prozessen, welchem in dem, was Recht ist, ein großer Spielraum gestattet wird.
mhd] Das ammecht is loubis maniches, das zust in dem rechten verboten ist.

Das Amt ernährt immer den Mann.

Das Amt fragt ja nicht nach Geld.

Das Amt fragt nicht nach Brot.

Das Amt gibt Brot und hilft dem Unbemittelten auf den Hügel.

Das Amt gibt, die Faulheit nimmt.

Das Amt hat goldenen Boden.

Das Amt ist des Mannes Ehre.

Das Amt ist des Mannes Lehrmeister.
la] Res publica virum docet.

Das Amt ist des Menschen Ernährer.

Das Amt ist Gottes, der Amtmann des Teufels.

Das Amt ist nicht auf dem Rücken zu tragen.

Das Amt lehrt (o. weiset) den Mann.
i] Durch die Art und Weise, wie er sein Amt verwaltet, zeigt der Mann seine Fähigkeit oder Unfähigkeit.

Das Amt lehrt regieren.

Das Amt macht den Mann, und nicht der Mann das Amt.
z] Der Edelmann sagte: bekomm ich ein Ampt, so muss ich wol weis sind, ich sey es, oder sey es nicht. Der Fürst sagte: Du sagest recht, Honores mutant mores, der die Ehre hat, muss weiss und klug sind, er sey es oder nit, das Ampt macht heutiges Tages den Mann, und nicht der Mann das Ampt.

Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
i] Macht ihn klüger, verständiger, einsichtsvoller.
ndt] De stât wyset den man.
la] Ipse magistratus animum demonstrat et iram.

Das Amt schändet nicht den Mann, wenn der Mann das Amt nicht schändet.

Das Amt zeigt an, was der Mann kann.
nl] Wat de man kann, wijst het ambt an.
la] Magistratus virum indicat. Pittac.

Das Amt zeigt den Mann.
i] Aristoteles, Nikomachische Ethik
z] Man erfährt nicht eher was in einem Manne steckt, er komme denn ins Regiment. Luther
ndt] Dat Ampt töget den Man an.
dä] Embedet viser hvad een kood.
nl] Het ambt toont den man.
nl] Wat de man kann, wijst het ambt an.
la] Magistratus virum indicat. Pittac.

Das Amt zeigt nicht immer an, was der Mann kann.

Das Amt zeugt vom Mann.

Das Amtskleid ist der Deckschalk.

Das Anbeginn und das Ende hant dik Missewende.

Das Andenken eines gütigen Menschen währet lange; der Mann schlechten Rufes ist bald vergessen.

Das Anfangen ist leicht. Die ganze Kunst liegt im Beharren.

Das Angenehme mit dem Nutzlichen verbinden
en] to combine business with pleasure

Das Angesicht entdeckt das innere Licht.
dk] Tankerne kunne ej sees, men dømmes af ansigtet.
fr] On ne peut pas voir les pensées, mais on en juge par le visage.
la] Frons animi janua.

Das Angesicht ist der größte Verräter.
fr] De la face le teint, descouvre la crainte.
la] Animi imago vultus est, indices oculi.

Das Angesicht macht die Rechnung(, die Gestalt zeuget).

Das Angesicht verrät den Mann (o. die Tat).
fr] Face d'homme porte vertu.
fr] Le visage est le tableau de l'áme.
la] Efficiunt tetrum teterrima crimina vultum.
la] Frons domini plus prodest, quam occipitium.
la] Te prodet facies, turpia cum facies.
la] Ratio in facie.

Das Angesicht verrät die Stimmung des Herzens.
Dante

Das Angesicht weiset's aus.
la] Ex fronte perspicere.
la] Vultus hominum fingit scelus. Terenz

Das Angesicht, ein falscher Wicht.

Das Angewöhnte ist ärger als das Angeborene.
masur] Gorszy nalog niz przyrodzenie.

Das Anhören der Musik ist ein stechender Schmerz.
i] Spott auf Geizhälse, denen man Verachtung der Musik und des Gesanges damit vorrückt.

Das Ankertau durchhauen.
i] Eine Verbindung abbrechen.

Das Ansehen der Person im Gerichte ist nicht gut.

Das Ansehen eines Menschen wird gewöhnlich nach Hektarn bemessen.
England

Das Ansehen hat man umsonst.
dk] Man maa see paa krammen for ingen penge.

Das Ansehen ist alles.

Das Ansehen ist der größte Vorteil bei Geschäften.
ndt] Das ansehen ist der gröst Vortel bey G'schäfften.

Das Ansehen ist ein Heiligtum, das man fasten und feiern muss.

Das Ansehen ist in den Federn (o. Kleidern).

Das Ansehen richtet sich nach dem Glück und der Verstand nach der Börse.
Polen

Das Ansehen schlägt die Leute.

Das Ansehen tut nicht Unrecht.

Das ansehen und authoritet thut mehr dann die macht.

Das Ansehen von tausend Jahren kann durch das Verhalten während einer Stunde bestimmt werden.
Japan

Das Anstreichen der Pumpe wird nicht den Brunnen säubern.
England

Das Antike ist plastisch, wahr und reell, das Romantische täuschend wie die Bilder einer Zauberlaterne, wie ein prismatisches Farbenbild, wie die atmosphärischen Farben. Nämlich eine ganz gemeine Unterlage erhält durch die romantische Behandlung einen seltsamen wunderbaren Anstrich, wo der Anstrich eben alles ist und die Unterlage nichts.
Goethe (1749-1832), zu Riemer, 28. Aug. 1808

Das Antlitz bringt das Mädchen an den Mann.
Serbien

Das Antlitz der Magd glättet der Güter Menge.
Arabien

Das Antlitz des Schuldigen erbleicht.
Osmanien
nl] Die schurftig is, scheukt.

Das Antlitz einer Geliebten bedarf keiner Kammerfrau.
Persien

Das Antlitz siehst du bei den Menschen, aber nicht, was sie im Magen haben.
Apulien

Das arbeitselig Niederland und Weinloss Gräcia, das hungerig Schwabenland und nüchtern Italia gibt mehr Künstler, denn alle volle Land und Leut.

Das argeste ist gemeiniglich war.

Das Ärgste ist gelitten, sagte der Dieb, da sollte er noch hangen.
i] In Bezug auf das barbarische Untersuchungsverfahren der früheren Zeit.
ndt] At Eargst as lethan, sad thi Thief, so skul hi noch hingi.
Nordfriesland

Das Ärgste ist gewöhnlich wahr.

Das ärgste Übel ist ein lügnerisch (ränkesüchtig) Weib.

Das arme Tier hat geheckt und vierzehn Junge geworfen.
Altenburg
i] Eine starke Familie und wenig Einkommen; viel Esser und kein Brot.

Das arme Würmchen.
z] Kleine Kinder nennt man mit liebreichem Hinblick auf ihre Schwäche und Hülflosigkeit: du Würmchen
i] Von lieben Bekannten lassen sich auch wohl erwachsene Mädchen, wie sie sich selbst arme Würmer nennen, den Ausdruck gefallen.

Das Ärmste
Führt zu dem reichsten Ziel.
en] Most poor matters
Point to rich end.
Shakespeare (1564-1616), Der Sturm III,1

Das Armut begleitet Verachtung, das Reichtum begründet das Glück.

Das Armut hat keine Freundschaft.

Das Arnstadt ist im Schwang, das ist ein Forellenfang und schöner Vogelsang, dabei auch der Weintrank und steter Flegelklang.

Das Aufeinanderprallen von Meinungen erzeugt Funken von Licht.
Frankreich

Das Auffahren ist die Tür zur Reue.

Das Aufschieben hat der Teufel erfunden.

Das Aufsetzen gewinnen.
i] Beim Kegeln.

Das Aufsetzen ist im Spiel die beste Schanz'.

Das Aufstellen eines Bienenkorbs ist geduldig sein, Bienen betreten den Bienenstock nicht nachts.
Afrika

Das Aug des Ehebrechers hat acht auf das Dunkel.

Das aug ist des herzens zeng, das angesicht weist es auss.
nl] De ooghe klaet betugght waer naer het herte buijgt.

Das aug will auch.

Das Auge beneidet, nicht das Ohr.
Aschanti

Das Auge der Frau hält das Haus (o. die Stube) rein.

Das Auge der Frau hält die Kammer nett.
nl] Het oog van het vrouwtje maakt de kamers net.

Das Auge der Frau macht das Zimmer (o. die Wäsche) rein.
nl] Het oog van het vrouwtje maakt de kamers net.

Das Auge der Gerechtigkeit

Das Auge der Herrn macht die Kühe (o. Pferde) fett.

Das Auge der Sonne lässt sich nicht verhüllen.
i] Große Vorzüge und Verdienste machen sich bemerklich, trotz aller Anstrengungen, sie zu verdunkeln.

Das Auge des Bauern mästet das Vieh.
Ungarn

Das Auge des Fremden ist die Hexe im Haus.
Estland

Das Auge des Freundes ist so empfindlich, dass der geringste Anlass es verletzt.
Äthiopien

Das Auge des Gesetzes wacht.
i] Man hat diesen Satz aus Schiller's Glocke häufig auf die Behörden, namentlich auf Polizeibeamte, Gensdarmen etc. angewandt, welche die Beobachtung der Gesetze überwachen.
la] iustitiae oculus

Das Auge des Herren macht die Kühe fett.

Das Auge des Herrn düngt den Acker (wohl).
fr] L'oeil du fermier vaut fumier.
fr] L'oeil du maître engraisse la campagne (les champs)
fr] L'oeil du maître porte l'abondance partout.
la] Oculus domini in agro fertilissimus est.

Das Auge des Herrn fördert mehr als seine beiden Hânde.
fr] L'oeil du maître fait plus que ses deux mains.
nl] Het oog van den meester wint meer dan zijne beiden handen.

Das Auge des Herrn ist der beste Mist auf dem Acker.

Das Auge des Herrn ist der Striegel des Pferdes.
Türkei

Das Auge des Herrn lässt das Pferd gedeihen.
Italien

Das Auge des Herrn leistet mehr Arbeit als seine beiden Hände.

Das Auge des Herrn macht das Pferd (o. die Kühe) fett.
i] Wessen Hauswesen, Geschäft, Wirtschaft gedeihen soll, der muss selbst Aufsicht führen.
bm] Oko páně nejlépe vyobračí koně.
dä] Hosbondens øie føder hesten.
en] The master's eye is worth both his hands.
en] The master's eye makes the cattle thrive.
en] The master's eye makes the horse fat.
en] The master's foot makes the ground fat.
fr] Il n'est pour voir que l'oeil du maître.
fr] L'oil du fermier vaut fumier.
fr] L'oil du maître engraisse le cheval.
nl] Heeren-oogen maken schoone paarden.
nl] Het oog an van den meester is de beste haver voor de paarden.
nl] Het oog von den meester maakt het paard vet.
il] L'occhio del padrone ingrassa il cavallo(, e il piè il campo).
la] Oculi et vestigia domini res agro saluberrimae.
la] Oculus Domini saginat equum.
sp] El ojo amo engorda al caballo, hace más que un criado.
sp] El ojo delame engorda el caballo.
un] Az urnak szemei hizlaliják a lovat.

Das Auge des Herrn macht das Pferd fett (das Vieh feist).

Deutsche Sprichwörter
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