Spruchlexikon

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AugiasstallDas ist ein wahrer Augiasstall.
AugiasstallEinen Augiasstall kann man mit keinem Federkiel säubern.
AugiasstallEinen Augiasstall misten.
Eine ungeheure, äußerst schwierige, durch Nachlässigkeit herbeigeführte Arbeit unternehmen.
nl] Den stal van Augias zuiveren.
la] Augiae stabulam purgare. (Lucian.)
ÄugleinÄuglein gesenkt, zerknirschen Sinn, man geb' einen Mann der Frömmlerin.
Wenn die Mädchen anfangen, fleißig in die Kirche zu gehen und zu beten, ist es hohe Zeit, sie zu verheiraten.
it] Occhi bassi e cuor contrito, la bizzoca vuol marito.
ÄugleinHe hett ên Ogken up êr.
Er hat ein Äuglein auf ihr.
ÄugleinWiderrufften nicht eugle.
AugsburgAn Augsburg schreiben.
Sich erbrechen.
AugstupönenAus Augstupönen, wo die Hunde mit dem Arsche bellen.
Auf die Frage, woher. Man vernimmt auch dafür: Crispellen (Zusammenziehung von Craxtepellen) und Stanepelken.
AugstupönenEr ist ein Augstupöner.
Memel. Ein grober Mensch. Augstupönen ist ein Dorf im Gumbinner Kreise, aus dem früher viele Leute nach Memel auf Arbeit gingen.
AugustAm Augusto die zween letzten Tag, vnd ersten zween September betracht. Dann so die schön und fein gespürt, wird Bachus mit Trauben geziert.
AugustAugust soll sein ein Augentrost, macht zeitig Korn und Most.
AugustAugust und Februar gleichen sich wie Juni und Dezember.
Luzern: Wie der August, so wird sein der folgende Horner.
pl] Czego siérpien nie uwarzy wrzesien tego nie upiecze.
AugustAugust und Weinlese sind nicht alle Tage.
nl] Wie in den oogst slaapt, die slaapt op zijne kosten.
AugustAugust vergeht, indem der Bauer mäht.
fr] En moissonnant se passe Aoust.
AugustDar Augusti macht d' Bauern lusti.
AugustDer August gibt den Gust.
D. h. Geschmack, die Würze dem Obst, Wein u.s.w.
fr] Le mois d'août donne le goût.
AugustDer August ist der Kochmonat.
AugustDer August ist Winters Anfang.
nl] Spade oogst duurt lang.
AugustDer August reift, der September greift.
Die Früchte, welche der August gereift hat, sammelt der September ein.
it] Agosto matura, e Settembre vendemmia.
AugustDu Aujust mit den Wolkenschieber.
Der Name August wird in neuerer Zeit in Berlin als Schimpfwort betrachtet. Es ist sogar in einem richterlichen Erkenntniss geschehen, »weil man«, wie es darin heißt, »immer an den bekannten Clown in Circus Renz denke, das Wort mithin zur Bezeichnung der höchsten Ungeschicklichkeit diene.«
AugustI der erste Wuche-n-im Augste heiß, blybt der Winter lang weiß.
AugustIm August der Morgenregen wird vor Mittag sich noch legen.
AugustIm August ist gut Ährenlesen.
fr] En aoust fait-il bon glaner.
AugustIm August riägent alle düstern Wolken nitt.
Grafschaft Mark
AugustIn de Aust sünd alle Höner dôw.
Mecklenburg
AugustIn der Mitte des August Sonnenschein lässt hoffen viel und guten Wein.
AugustIst der August in den ersten Wochen heiß, so bleibt der Winter lange weiß.
AugustIst's im August recht klar und heiß, so lacht der Bauer im vollen Schweiß.
AugustNasser August macht keem thoire Kust (Kost).
fr] Quand il pleut en aoust, il pleut miel et bon moust.
nl] Van eenen natten oogst kwam nooit dure tijd.
AugustStellt im August sich Regen ein, so regnet es Honig und guten Wein.
it] Quando piove d' Agosto, piove miele e buon mosto.
AugustTrockner August ist der Bauern Lust.
en] Dry August and warm, doth harvest no harm.
AugustWas der August nicht kocht, lässt der September ungebraten.
AugustWenn anfangs August Gewitter sich stellen ein, wirds bis Ende so beschaffen sein.
AugustWenn's im August ohne Regen abgeht, das Pferd mager vor der Krippe steht.
AugustWenn's im August stark tauen tut, so bleibt das Wetter meistens gut.
Spanien: Wenn es im August regne, so regne es Honig und Wein: Quando llueve en Agosto, llueve miel y mosto.
AugustWer im August will bleiben wohl, genieße weder Frau noch Kohl.
fr] En août, ni femme ni chou.
nl] Eens wijzen mans oogst duurt het gansche jaar.
AugustWer schläft im August, der schläft zu seinem eignen Verlust.
it] Chi dorme d' Agosto, dorme a suo costo.
AugustWie der August war, so wird sein der Februar.
AugustWo im August ein Huhn in einem Weinberge gescharrt hat, da sieht man's im Herbste.
Eifel
AugustflinteNach der Augustflinte greifen.
Alt-Pillau. Nach dem Stock, weil im August mit der Jagd auch die Flinte ruht.
AugustinAch du lieber Augustin, Schapköt'l sind kein' Rosin'n.
Pommern. Da der Name Augustin in (Pommern) nicht vorkommt, wird er für gleich mit August gehalten.
AugustinO mein lieber Augustin, alles ist hin.
Ursprünglich Anfangszeile eines Volksliedes.
fr] Il est frit, tout est frit.
AugustinUm Augustin ziehen die Wetter hin.
Rheinischer Landbote, 1848
AugustinerDie Augustiner wollten keine Schuhe mehr tragen, damit sie dem Teufel desto leichter entrinnen.
AugustinusAugustinus zweifelt dennoch.
Nach dem holländischen Schriftsteller Tuinmann sagt man dies, wenn jemand aller beigebrachten Beweisgründe ungeachtet, nicht aufhört zu zweifeln, wie Augustinus in einzelnen Fällen getan haben soll.
AugustkotVor Augustkot und Maistaub bewahre uns Gott.
AugustwocheIst's in der ersten Augustwoche heiß, so bleibt der Winter lange weiß.
AurumAurum probali weiß Rat, wen all Welt verzaget hat.
AusAus und an und nichts mehr dran, Geiger leg den Schoppen an.
AusAus und eben.
Ganz ähnlich: »Er ist sein Vater aus und eben.«
AusAus, aus, es ist geschehen.
AusEiner us, der ander ander in; in dem Gedräng will ich nit sin.
AusEs ist aus und Amen.
AusOben aus, nirgend an.
Vom Brausekopf.
AusUt es nich to Hus.
Waldeck. Aus(wärts) ist nicht zu Haus.
AusWo nun aus, sprach der Fuchs in der Falle.
Aus sich bringenEr bringt's aus sich wie die Spinne.
z. b. Ein Lügenerfinder.
la] E se finxit velut aranea.
Aus sich machenWer nichts aus sich macht, der ist nichts.
Aus und ein wissenEr weiß weder aus noch ein.
la] Errat ut a ventis discordibus acta phaselus.
la] In puteo constrictus.
la] Palpari in tenebris. (Aristoph.)
AusarbeitenEtwas ausarbeiten auf der Kopete
Jüdisch-deutsch. Warschau. Von poln. Kopyto = Schusterleisten, also etwas sauber und fein bearbeiten.
AusäßenAîs suste går ausgeäst.
Klug, durchtrieben.
AusbackenDoa heb ik uetbakt, doa darf ik nich öfte koamen, säd Jeechem, wen a sich met de Lüed vatöant (verzürnt) had.
Uckermark
AusbackenEr ist noch nicht ausgebacken.
Er ist noch nicht recht wach vom Schlafe her, oder er ist noch zu jung, nicht reif genug an Verstand., um dies oder jenes zu begreifenz
Tirol: Nicht ausgebâchen sein.
AusbadenDas werde ich ausbaden müssen.
Eine unangenehme Angelegenheit zu Ende bringen.
la] In me cudetur haec faba. (Terenz)
AusbadenEr hat aussbadt.
Von denen, die das Ihre verzehrt haben, wie vom Zuendegehen überhaupt.
la] Proterviam fecit.
AusbauernIch bin ganz ausgebauert.
Der Vorrat, den ich von einer Sache hatte, ist mir ausgegangen.
AusbedingenWas ausbedungen, ist kein Betrug.
it] Quel ch' è di patto non è d'inganno.
AusbeichtenRein ausgebeicht macht das Herz leicht.
la] Sanat confessio morbum.
AusbeuteWenn man der aussbeut vnnd dem ainkommen zu vil aufflegt, so verschwindt laub vnd grass.
AusbezahlenAusbezahlen bei Heller und Pfennig.
AusbietenEtwas ausbieten wie sauer Bier.
AusbietenEtwas ausbieten wie warme Semmeln.
Köthen
AusbildungJe weniger Ausbildung, je mehr Einbildung.
AusbittenDas bitt' ich mir in allen Genaden aas.
AusblasenBlose ut, Fläp, noch is mich Têt von, sagte der Pfarrer zum Küster.
Blas es aus, Fläp, noch ists nicht Zeit. Ein Pfarrer gab seinem Küster am ersten Pfingsttage den Auftrag, nach dem Eingange der Predigt das Lied zu singen: »Zünd' uns ein Licht an im Verstand.« Dieser war aber eingeschlummert, wachte indes noch mitten im Eingange, als der Prediger etwas inne hielt, auf, und fing sofort die im Gesangbuch angezeichnete Strophe: Zünd' uns etc. zu singen an, worauf der Pfarrer die obigen Worte ihm zurief, es wieder auszublasen, weil es noch nicht Zeit sei.
AusblasenDat is noch nig ûtblasen.
Holstein
AusbleibenEr bleibt aus wie Röhrwasser.
Plötzlich und ohne dass man stets die eigentliche Veranlassung dazu kennt.
AusbleibenEr bleibt lange aus, der nicht kommt.
AusbleibenEr wird so wenig ausbleiben wie der März in der Fasten.
AusbleibenHe blift ut as Ueffeln.
Hannover. Er bleibt aus wie Ueffeln. Es ist dies der Name eines Osnabrückischen Pfarrdorfes im Amt Fürstenau. Die Bewohner dieses Dorfes machten bis in die Zeiten der Reformation mit den benachbarten Ortschaften Prozessionen zum Heiligenberge auf dem Giersfelde. Der Heiligenberg ist jetzt ein ganz öder, rings von Hünengräbern umgebener Hügel. Jene Prozessionen und Zusammenkünfte der katholischen Christen bei ihm waren vielleicht noch ein Überrest aus alten heidnischen Zeiten. Im 16. Jahrhundert wurden die Süd-Anwohner des Giersfeldes, die von Ueffeln, protestantisch und erschienen daher nicht mehr bei jener Prozession. Die von Alfhausen dagegen blieben katholisch und kamen zum Heiligenberge, wie zuvor.
AusbleibenLange ausbleiben und leer wiederkommen, kann wenig frommen.
la] Turpe est diu manere et inanem redire. (Homer)
AusbleibenZweimal darf man wohl ausbleiben.
Altes Rechtssprichwort, um zu bezeichnen, dass in den mittleren Zeiten derjenige, welcher verklagt worden war, erst dann straffällig wurde, wenn er auf die dritte Vorladung nicht erschien. Auch heute ist's noch üblich, dass niemand in die Strafe des Ungehorsams eher verfällt, als nach dreimaligem Ausbleiben, wenn nicht die erste Vorladung schon bei Strafe des Ungehorsams erlassen worden ist.
AusbohnenEr ist ausgebohnt worden.
D. h. ausgestoßen oder nicht aufgenommen. - An manchen Orten Hollands bestand oder besteht der Brauch bei geschlossenen Gesellschaften, Zünften, Gilden über die Mitglieder durch schwarze und weiße Bohnen abzustimmen (Ballotage).
AusbostenEr hat ausgebostet.
AusbreitenHe brüdet sick ut as en Wandlûs.
Holstein. Von armseliger Großtuerei und Prahlsucht.
AusbruchEs ist Lerchenfelder Ausbruch.
Von schlechtem Wein und - geistloser Rede; Lerchenfeld ist eine der bekanntesten Vorstädte Wiens.
AusbrütenSie brüten aus, was ihnen ein Kuckuck ins Nest gelegt hat.
AusbubenEr soll noch ausbuben.
Ausbuben, verbuhen - impuritatem vitae amittere. »Sie wollen, wie man sagt, ausbuben, so sichs viel mehr hineinbubet.«
AusbundEr ist ein Ausbund von Schlechtigkeit.
nl] Het is pnik van schlechtigheid.
AusbundEr ist ein rechter Ausbund.
Ein lustiger, munterer, windiger Geselle, ein Taugenichts, Liederjahn.
AusdauerAn der Ausdauer erkennt man den Mann.
AusdauerAusdauer erwirbt (verdient) den Preis.
fr] Persévérance mérite récompense.
AusdauerAusdauer führt zu einem guten Ende.
se] Goth thol faar godh aenda.
AusdauerAusdauer und Geduld gewinnen des Glückes Huld.
AusdauerWer Ausdauer hat, kommt mit allem zu Ende.
fr] Avec un travail opiniâtre, on vient à bout de tout.
AusdauernWer ausdauert, siegt.
Wälschtirol: Chi la dura, la vance.
AusdehnenEr dehnt sich aus, als wollte er den ersten Tropfen haben, wenn's regnet.
Von denen, die sich auf die Zehenspitzen stellen und sich so groß machen als möglich, um nichts zu übersehen und zu verhören.
la] Erecti.
AusdehnenHi de ham ap üs an Kriak un a Mist.
Nordfriesland. Er dehnt sich aus, bläset sich auf wie die Krähe im Nebel.
AusdockenEr wird es müssen ausdocken.
D. h. zurückgeben.
AusdreschenAlles zusammen ausdreschen.
AusdreschenAusgedresche, ausgefresse.
Henneberg
AusdreschenEr hat ausgedroschen.
Er ist mit dem Seinen fertig; auch überhaupt, wenn etwas zu Ende geht.
AusdreschenJedes besonders ausdreschen.
AusdrückenAusgedrückt wie ein Schwamm.
AuseinanderAuseinander, hat der Sautreiber gsagt, hat nur eani ghobt.
Rott-Tal
AuseinanderBerr sein noch neh auseinander, soite der Hoan, als der Rägenworm eis Lohch krichn wullte.
Schlesien
AuseinanderNoch sind wir nicht auseinander, sagte der Hahn zum Regenwurm, da fraß er ihn auf.
AuseinanderTeuw Karnallj, wi sünd nôch nich ut'nanner, säd' de Kuhnhahn tô de Daumarrik, as se em üm den Schnabel spaddelt.
Mecklenburg. Kuhnhahn = Truthahn, Daumarrik = Regenwurm, spaddelt = zappelt, sich windend bewegt.
AuseinandernehmenDen will ich auseinander nehmen wie eînen alten Seiger.
AuseisenEr ist noch einmal ausgeeist worden.
Österreich. Man hat ihm aus seiner Geldverlegenheit geholfen, man hat seine Schulden bezahlt.
AußenAußen 's (Schau-)fleck'l, innen 's (Sau-)drek'l.
Oberlausitz
AußenAußen blank, innen Stank.
la] Nitens cutis sordidum ostendit animum.
AußenAußen gehen, war nie so gut, drinne bleiben war besser.
AußenAußen nix - innen fix.
AußenAußen rum gehn, wie d' Katz' um'n Brei.
AußenAußen wenig, innen gur nit. Warschau
Wortspiel mit »außenwenig« = auswendig. Ein ungebildeter Mensch, welcher weder im Buche selbst noch vom Buche etwas weiß.
AußenButen glei, binnen auwai.
Lübeck. Buten = außen.
AußenVon außen beglissen, von innen beschissen.
AußenVon außen einfältiger Kalk, inwendig ein echter Schalk.
la] Ovem in fronte, vulpem in corde gerit.
AußenVon außen fix, von innen nix.
Äußerer Flitterstaat und innere Armut.
nl] Het uiterlijk is bedriegelik.
nl] Men moet niet naar het uiterlijke oordeelen.
AußenVon außen hui, von innen pfui.
AußenVon außen Schaf, von innen Wolf.
AußenWas von außen kommt herein, soll immer besser als das Eigne sein.
la] Quod procul affertur, hoc dulcius esse refertur.
AußengastAußengäste stehen nicht zu Gefährde.
Vertritt den Grundsatz, dass unwissender Weise niemand sündigen kann. Unter »Außengäste« sind landfremde Leute gemeint, deren ungesetzliche Handlungen nicht schon lediglich um ihrer Ungesetzlichkeit willen strafbar sind; wer des Landes Gesetze nicht kennt, soll billige Berücksichtigung vor dem Gerichte finden.
AusenthaltEin Ausenthalt und ein Aufenthalt ist im Alter gut für Nass und Kalt.
Rheinhessen
AuserbeKein Auserbe beerbt ein Kind in des Vaters Kammer.
D. h. Niemand, der nicht mit den sterbenden Kindern in der Were ist.
AuserkorenAuserkoren und noch nicht ausgegoren.
Von zu frühem Heiraten.
Äußerstes1. Es ist bis aufs Äußerste gekommen, sagte die Braut, als sie das Hemd auszog.
nl] Die ligt op zijn uiterste, zei de meid, en zij zag een botertonnetje, dat ten naastenbij leêg was.
Äußerstes2. Wenn's bis zum Äußersten kommt, so bricht's.
Äußerstes3. Das Äußerste versuchen (wagen).
nl] Op het uiterste van de wereld.
la] Commovere sacra. (Plautus.)
la] Sacram anchoram solvere. (Lucian.)
la] Venimus ad summam lineam.
Äußerstes4. Es ist bis aufs Äußerste gekommen.
nl] Het is tot het uiterste gekomen.
AusessenDas werde ich ausessen müssen.
Ich werde vorzüglich dabei zu leiden haben.
AusessenEr muss ausessen, was ein anderer angerichtet (eingerührt) hat.
la] Quod sus peccavit, sucula saepe luit.
AusessenEr muss ausessen, was er eingebrockt.
la] Ipsi testudines edite, qui cepistis.
AusessenEt wart so hût nig ut êten as 't upgewen (inkrömt, upfüllt) wart.
AusessenIss aus, damit schönes Wetter wird.
Eine Scherzrede, die sich auf einen ehemaligen Aberglauben bezieht, dass schlechtes Wetter entstehe oder bleibe, wenn die Schüssel nicht ausgegessen werde.
AusfahrenA îs ausgefoaren wî anne berkene Rinde (a sem ganzen Leibe).
Schlesien. Ist voll Blattern, Ausschlag u.s.w.
AusfahrenWenn man ausfährt weiß man wohl, aber nicht, wenn man wieder zurückkommt.
AusfahrtBei der Ausfahrt ist der Landwind besser als der Seewind.
Kronstadt
AusfahrtMan muoss iuch zu iumer Usfart anders beleiten.
AusfahrtMan weiß seine Ausfahrt wohl, aber nicht seine Ein(Heim)fahrt.
AusfallEr is e Ausfall.
Jüdisch-deutsch. Ein Ausbund im bessern Sinne.
AusfallenAusfallen bokiem.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Vom polnischen bok = Seite. Seitwärts gehen. Wenn ein Unternehmen einen schlechten Verlauf, eine schlimme Richtung einnimmt, misslingt.
AusfensternEinen ausfenstern.
Jemandem derbe Verweise geben.
AusfilzenEinen ausfilzen wie einen Lotterbuben.
AusfindenÖck war mi nich ûtfinde lâte.
Necken, verhöhnen.
AusfliegenFlieg aus als Adler, und hast du kein Glück, kommst du doch als Krebs zurück.
AusfliegenSo früh ausfliegen wie die Mistelgauer.
Franken
AusfliegenWer viel ausfliegen will zu Wald, der wird zu einer Grasmück' bald.
Von Ehemännern, die sich auf die Treue ihrer Frauen nicht verlassen können, weil in das Nest der Grasmücke der Kuckuck gern seine Eier legt.
AusfliehenSie hat ausgefliehen.
Ihre Kleider lassen reizvolle Blößen.
AusfluchtAusflüchte gelten wohl auf Erden, aber nicht im Himmel.
AusfluchtEr findet immer eine Ausflucht.
la] Reperire rimam. (Plautus.)
la] Via cum adsit, semitam quaeris.
nl] Het is eene blaauwe uitvlugt.
nl] Hij betaalt met kale uitvlugten. Hij zoekt altijd uitvlugten.
AusfluchtEt is sin eerste Utflugt.
AusflugEr hat einen kleinen Ausflug über die große Pfütze gemacht.
Scherzhaft von jemandem, der eine Reise nach Amerika oder Australien gemacht hat, also über den atlantischen oder großen Ocean. Wo warst du, dass ich dich so lang nicht gesehen habe? Ich hatte einen Abstecher nach Kairo gemacht. In ähnlicher Weise sagen die Polen: Z blizka, z Kamczatki, Bonikowsk wrócil. Scherzhaft: Bonikowski ist aus der Nähe, von Kamtschatka, zurückgekehrt. Bonikowskis Flucht ist aber bekanntlich eine mit großen Gefahren verbundene abenteuerliche Reise.
AusfordernWer den anderen aussfordert, der kriegt gemeiniglich die Schlege.
AusfragenEen utfragen bet uppen Peddik (das Innerste, das Mark).
AusfragenEinen ausfragen, wie ein Landrichter.
AusfragenSo fragt man die Bauern aus.
la] Meos corymbos necto.
AusfragenSu fregt mer de Leit aus.
Harz
la] Ad interrogata non semper respondendum est.
AusfressenBai mir hot 'r ausg'frässa.
Bei mir hat er alles Vertrauen verloren, hat er nichts mehr zu hoffen, wird er nicht mehr aufgenommen.
AusfressenEinen ausfretzen.
Einen mit durchfüttern, mit anderen ernähren und erhalten.
AusfressenEr hat was ausgefressen (o. begangen).
AusfressenEt is ein Utfräten.
Um zu einer Handlung zu ermutigen, welche die bereits in Aussicht stehenden Nachteile oder Strafen steigert.
AusfressenHei heft utgefrête.
Er ist um die Gunst seines bisherigen Gönners gekommen.
AusfressenHei öss utgefrête wie e Boll.
AusführenDas führe' sie nit aus, da is unser Harjet (Herrgott) dazwische'.
Jüdisch-deutsch. Wenn etwas gegen das Judentum, auch religiöse Neuerungen aus der eigenen Mitte, unternommen ward.
AusführenEr hot es ausgeführt mit 'n großen Knack
Knack = Knall. - Er hat es mit Eclat durchgesetzt. Den Fuhrleuten entnommen, die im Peitschenknallen große Übung besitzen.
AusführenWer nicht ausführen kann, kann auch nicht befehlen.
it] Chi non sa far, non sa commandar.
AusgabeAusgaben müssen sich nach der Einnahme richten.
nl] Zet u teeringe, na u neeringe.
AusgabeAusgaben, noch so klein, müssen wohl berechnet sein.
it] Anche le piccole spese meritano riflessione.
AusgabeDe sick wâr vör Utgift, de wûrd wâr für holden.
AusgabeDie Ausgabe ist die Tochter der Einnahme.
AusgabeDie Ausgabe mit einer längern Elle messen als den Empfang.
Nicht ehrlich handeln.
AusgabeDie Ausgabe soll die Einnahme nicht übersteigen.
la] Sumptus censum ne superet.
AusgabeDie kleinen Ausgaben machen die Kasse leer (o. richten das Haus zu Grunde).
it] Le piccole spese son quelle che vuotano la borsa.
AusgabeDie kleinen Ausgaben sind die schlimmsten.
AusgabeGewisse Ausgabe und ungewisse Einnahme sind der Haushaltung Tod.
fr] Le gain est incertain et passager; mais la dépense est toujours continue et certaine.
AusgabeGroße Ausgabe ist kleiner Einnahme Tod.
fr] Il faut régler sa dépense sur son revenu.
AusgabeMan muss die Ausgaben nach dem Beutel richten.
it] Bisogna far la spesa secondo l' entrata.
AusgabeMan scheut die Ausgabe nicht, wenn man weiß, was man dafür erhält.
AusgabeWenn die ussgaben und ynnammen glych sind, so mag dich ein ringer unfal gar vmbkommen.
AusgabeWo die Ausgabe größer ist als die Einnahme, währt die Haushaltung nicht lange.
it] Bisogna far la spesa secondo l'entrata.
AusgangDer Ausgang entdeckt, was lange versteckt.
AusgangDer Ausgang ist das Haupt des Geschäfts.
Türkei
AusgangDer Ausgang ist oft besser als der Anfang.
fr] Le retour vaut bien matines.
AusgangDer Ausgang ist oft schlimmer als der Eingang, sagte der Fuchs, als er ein Rasiermesser verschluckt hatte.
AusgangDer Ausgang ist oft schlimmer als der Eingang.
fr] Le retour est pis que matines.
AusgangDer Ausgang krönt das Werk.
AusgangDer Ausgang lehrt, ob die Rose blüht oder der Dorn sticht.
AusgangDer Ausgang liegt in Gottes Hand.
Wenn etwas nicht von uns, sondern von dem Gutdünken, der Willkür anderer, besonders einer höheren Macht abhing, sagten die Alten: Das liegt auf den Knien der fünf Richter. (In quinque judicum genibus situm est.) Zenod. Daher, weil es bei den Griechen fünf Richtern übertragen war, über die Stücke der Komiker ein öffentliches Urteil zu fällen.
AusgangDer Ausgang macht da selten klug, wo der Anfang nicht hat Witz genug.
AusgangDer Ausgang wird's lehren.
la] Exitus acta probat.
AusgangDu weißt deinen Ausgang! Wer weiß deinen Eingang?
AusgangEin gewiser aussgang fordert ein gründlichen Anfang.
AusgangEr hat mehr als einen Ausgang (o. er hat zwei Ausgänge).
AusgangEs nimpt einen bösen Ausgang, wenn die Eltern den Kindern viel zertlen.
AusgangGuter Ausgang entschuldigt schlechten Anfang.
la] Honesta quaedam scelera successus facit.
AusgangJemandem zum Ausgang spielen.
AusgangMan muss den Ausgang abwarten.
Die Bestätigung der Sache.
fr] Il faut attendre le boiteux.
AusgangNiemand weiß seines Tuns Aussgang.
AusgangWer nach dem Ausgange eine Sache lobt oder schilt, redet, was nur wenig gilt.
la] Careat successibus opto, quisquis ab eventu facta notanda putat. (Ovid)
AusgebenAusgeben ist eintragen.
AusgebenAusgeben ist leicht, einnehmen schwer.
AusgebenDas Ausgeben ist ihm geläufiger als das Aufheben.
AusgebenDe sick warför utgifft, de wurd warför holden.
Ostfriesland
AusgebenEr gibt nur so viel aus, als ob man einen Bock melke, oder von einem Esel Wolle schere.
AusgebenEr will ausgeben, aber nicht einnehmen.
Bei körperlichen oder geistigen Neckereien.
AusgebenIm Ausgeben besteht der Vorteil.
AusgebenLeicht gibt man aus, schwer nimmt man ein.
Rumänien
AusgebenMan gibt oft zu viel aus, wenn man nicht genug ausgibt.
Wer am unrechten Platze spart, hat oft später um so mehr zu bezahlen.
es] Por no gastar lo que basta, lo que era excusado se gasta.
AusgebenMan muss nicht ausgeben, wo sparen not, und nicht sparen, wo geben Gebot.
en] Spend not, where you may save; spare not where you must spend.
AusgebenMan muss nicht mehr ausgeben, als man eingenommen hat.
fr] Bien dépenser et peu gagner, c'est le chemin de l'hôpital.
fr] Despends toujours moins que ta rente.
fr] Ne dépensez que selon vos moyens.
la] Ratio quaestuum et necessitas erogationum inter se debent congruere. (Tacitus.)
AusgebenViel ausgeben und wenig einnehmen, macht arm.
fr] A dépenser beaucoup et avoir peu de revenu on devient pauvre.
it] Mal guadagna chi tutto spende.
AusgebenVil aussgeben macht ledige beutel.
AusgebenWer ausgibt und nicht einnimmt, geht dem Ruin entgegen.
AusgebenWer ausgibt und nicht Rechnung führt, verarmet ohne dass er's spürt.
AusgebenWer ausgibt, muss auch einnehmen.
es] Donde las dan, las doman. (Don Quixote)
fr] Les daubeurs ont leur tour.
la] Qui vexant alois tandem vexantur et ipsi.
nl] Waar uitgaven zijn, zijn inkomsten onontbeerlijk.
AusgebenWer mehr ausgibt als er soll, spinnt sich selbst ein Seil zum Hängen.
en] He who more than his worth doth spend, makes a rope his life to end.
en] He who spends more than he should, shall not have to spend, when he would.
fr] Qui plus qu'il n'a vaillant dépense, il fait la corde à quoi se pend.
it] Amico mio cortese secondo l'entrata regola le spese.
AusgebenWer mehr ausgibt als er soll, wird nichts geben können, wenn er will.
AusgebenWer mehr ausgibt, der gibt am wenigsten aus.
it] Chi più spende, meno spende.
AusgebenWer mehr, als er verdient, gibt aus, bleibt ohne Mamaliga im Haus.
Rumänien. Mamaliga = Brei aus Maismehl.
AusgebenWer recht ausgibt, dem füllt Gott die Tasche wieder.
en] To a good spender God is the treasurer.
AusgebenWer so viel ausgibt, als er gewinnt, braucht keine Börse.
fr] Qui gaigne bien et bien despend n'a mestier bourse pour son argent.
AusgebenWie du uthgyfst, so krigst du wedder.
mhd] Als men ûtgift, so kricht men vake wedder. (Qui pravum tribuit, cur accepisse recuset.)
AusgebenWie mans aussgibt, so kompts einem offt wieder.
AusgebenWo man ausgibt und nimmt ein, hat man immer Hudelei'n.
Russland
AusgebenWofür man sick ûtgift, dat mot man auk sin.
Lippe
AusgeberinSie ist eine gute Ausgeberin.
Versteht das Vertun besser als das Sammeln, Sparen und Zusammenhalten.
la] Promus magis, quam condus. (Ausonius.)
AusgedingeIns Ausgedinge kommen.
AusgehenAusgegangen (ausgehen) war nie so gut, daheimgeblieben (bleiben) war besser.
la] Domi manere oportet, belle fortunatum.
la] Esse domi praestat, quia damnosum foris esse. (Hesiod)
AusgehenBesser nicht ausgegangen als auf halbem Wege stehen geblieben.
AusgehenDu kannst ausgehen von Misrach (Osten) bis zu Máarev (Westen).
So etwas ist nicht zu finden, in gutem wie in bösem Sinne.
AusgehenEin wenig ausgehen könntest du, sagte die Frau, als ihr Mann sie fragte, was er zu ihrer Zerstreuung tun könne, weil sie sich langweile.
AusgehenEs geht aus wie das Hornberger Schießen.
Schwaben. Von einem Schießen zu Hornberg im Kinzigthale liefen Anfang des 18. Jahrhunderts die Schützen, weil ihnen manches dabei nicht ge fiel, einer nach dem anderen weg, sodass es sich in nichts auflöste. So erzählt Freiherr von Lassberg. In Hornberg selbst herrscht die Sage, dass ihnen das Pulver ausgegangen sei, als sie einem würtembergischen Herzog schießen wollten, indem sie schon vorher alles Pulver verschossen hatten. Nach anderen hatten die Hornberger für alles bei einem Schießen Erforderliche gesorgt, nur das Pulver war vergessen. Über den Ursprung der Redensart vom Hornberger Schießen sind viel Erklärungsversuche vorhanden; aber in Hornberg selbst weiß man ihn nicht einmal zuverlässig nachzuweisen, so oft es versucht worden ist. In neuerer Zeit ist nun der Badischen Landeszeitung eine, wie sie sich nennt, authentische Quelle zugegangen, welche folgendermaßen lautet: »Zwischen Hornberg und Villingen bestand in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine Eifersucht, die ihren Ausdruck vorzugsweise in der Anmaßung eines Hoheitsrechtes von Seiten der letztgenannten Stadt über das damals gut würtembergische Hornberg hatte. Aus Anlass eines Tödtungsfalles fielen nun die Villinger mit 50 Mann Bewaffneter in das hornberger Gebiet ein, angeblich, um nach dem Täter zu fahnden, in Wahrheit aber, wie der Bericht glaubwürdig versichert, um an der unbotmäßigen Nachbargemeinde einmal ihren Groll auszulassen. Als sich die sonst friedliebenden Hornberger Bürger von dem ersten Schrecken über diesen unverhofften Besuch erholt hatten, verfügte sich zunächst eine Abordnung nach Villingen, um dem dortigen Bürgermeister eine schriftlich abgefasste Rechtsverwahrung zu behändigen und wohl auch Genugtuung zu verlangen. Nach anfänglichem Weigern nahm zwar der Bürgermeister das Dokument ?aus schuldigem Respekt vor der fürstlichen Herrschaft? zu Handen, erklärte aber, die Entscheidung in der Sache selbst dem Gemeinderath anheimstellen zu müssen. Da diese, wie es scheint, ad acta lautete, so wurde nun andererseits beschlossen, den Einfall und der darin nach Ansicht der beleidigten Stadt gelegenen Besitzstammung einen ebenbürtigen ?actum contrarium? in der Weise entgegenzustellen, dass man mit Aufbietung einer dreifachen Macht, verstärkt durch 50 Pferde sowie eine Anzahl Kinder (letztere als lebendige Beweisstücke in perpetuam memoriam dessen, was nun geschah), in das Villinger Gebiet rückte und hierselbst mit drei ?Salven? sein entrüstetes Rechtsbewusstsein zum sprechendsten Ausdruck brachte. Über den ganzen Hergang wurde dann an die herzogliche Regierung umständlich berichtet und am Schlusse unter Berechnung der Kosten des Auszugs und des verschossenen Pulvers die Anfrage gestellt, ?ob nicht aus der Kellerei des Ober-Amtmanns an die beteiligten Mannschaften ein den damaligen Zeitverhältnissen entsprechendes Quantum Wein nebst Brot auf ärarische Kosten verabreicht werden soll?? Auf diese Anfrage warten die Bürger Hornbergs bis heut noch auf Antwort; sie sind indess dadurch viel berühmter geworden, als es bei einer Kneiperei in der Kellerei des Oberamtmanns möglich gewesen wäre.« (Frankfurter Zeitung, 1872)
AusgehenEs geht aus wie ein Talglicht.
nl] Hij gaat uit als eindge nacht kaars.
AusgehenEs geht endlich auf Lami (auf ein lahmes I) aus.
Nämlich das lateinische I, Imperativ von ire, pack dich, scher dich fort!
AusgehenEs geht selten wohl aus, was on radt wirt angefangen.
nl] Het gaat zelden wel, wat zonder raad wordt aangevangen.
AusgehenEs will niemand gerne aussgehen, vnd einen anderen lassen eingehen; 30.
AusgehenEs wird über mich ausgehen.
Der Unfall, die Strafe, das Übel wird mich treffen.
AusgehenGehe aus, gehe ein, der Tod wartet dein.
la] Tempora longa tibi vitae promittere noli, quocunque ingrederis, sequitur mors corpus ut umbra. (Cato.)
AusgehenI gang aus, und wenn's Krotte (auch Schmiedeknechte) haglet.
AusgehenLeer ausgehen.
AusgehenMancher geht nach Wolle aus und kommt geschoren nach Haus.
AusgehenSo kahl geht's aus, wenn sich der Frosch rauft mit der Maus.
AusgehenUtgahn to snurren.
AusgehenWär ûtgeit te borgen, die schafft sek mant sorgen.
AusgehenWenn du ausgehst, bete einmal; wenn du zur See gehst, bete zweimal, und, gehst du zum Traualtar, dreimal. - Heimat 618.
AusgehenWenn du ausgehst, vergiss den Stock nicht.
Altgriechisch. Sei nie waffenlos, habe stets etwas zur Hand, um Beleidigungen usw. abzuwehren. Entstanden von Kleomenes, einem Feldherrn der Athener, der in Wahnsinn gefallen, alle Menschen für seine Feinde hielt, stets mit einem Stocke umherging, um die auf ihn Eindringenden abzuwehren.
la] Absque baculo ne ingreditor. (Horaz.)
AusgehenWenn ich ausgehe, ist bei mir Geld zu Hause; wenn mein Geld ausgeht, bin ich zu Hause, sagte Schnabel, als man ihn fragte, warum er an einem so schönen Tage nicht ausgehe.
AusgehenWenn ick utgoae, dann teie (ziehe) ick 't Hûs upp'n Balken (Boden).
Bielefeld
AusgehenWer nicht ausgehen will, den drücken die Schuhe. - VI, 483.
AusgehenWer nie ausgeht, kommt nie heim.
»Alte Zunftsprache in Rotenburg, um zu sagen: Wer nicht in die Fremde geht usw. in dem Sinne: ein unversucht Kind ist bei den Leuten ein Rind.«
nl] Die niet nit gant, komt niet t' huis.
AusgehenWer nit ausgeht, soll auch nicht heim kommen.
nl] Daar je me uitgaat, moet je ook meît' huis komen.
AusgehenWer weit geht aus, hat weit nach Haus.
AusgehenWer zu spät ausgeht, kommt zu spät heim.
it] Chi esce tardi, tardi ritorna.
AusgelassenA iss hoite gar aasgelussen.
AusgelassenheitAusgelassenheit macht Ungelegenheit.
AusgelassenheitAusgelassenheit und Freiheit ist nicht dasselbe.
Surinam. Zwischen einem fröhlichen Leben als Sklave und der wirklichen Freiheit ist doch noch ein Unterschied.
AusgeleiteEinem das Ausgeleite geben.
Ihn auf eine unfreundliche Art aus dem Hause entfernen.
AusgeleiteÊnen dat pölsch (polnische) Utgeleid geben.
Mecklenburg. Ihn aus der Tür werfen = ûtüchten.
AusgeräucherterHe is 'n Utgerökerter.
Stettin. Ein hart gesottener Sünder. In Bezug auf einen Angeklagten gebraucht.
AusgießenWenn's ausgegossen ist, so sind die Schüsseln ledig.
AusguckenEr guckt aus wie das Leben.
AusguckenEr guckt aus wie e Brandspiegel.
So heiter, so von Gesundheit strahlend.
AusguckenEr guckt aus, wie e Bar-Mizwo-Jüngelche.
Jüdisch-deutsch. So frisch und nett, so rein und fein, wie ein Knabe, der in die Gemeinde der Erwachsenen tritt. Bar mizwah (Sohn des Gesetzes) heißt der Knabe beim Antritt seines dreizehnten Jahres, weil er da das erste mal zur Thora aufgerufen wird.
AusguckenEs guckt bei 'm aus wie bei 'm mechullenen Kozen.
Jüdisch-deutsch. Bei einem heruntergekommenen Richter, Fürsten. Mechullen ist deutsch gebildetes Adjektiv vom hebräischen mechullah, Kozen von Kazin = Richter usw.
AushaltenA hält uoas, wäl 'na Wurscht im Tegel eis.
Sprottau. Wartet bis auf den letzten Augenblick.
AushaltenAushalten tut kriegen.
Ausdauer erreicht endlich ihren Zweck.
fläm] Aanstaan doet verkrygen.
AushaltenDas hält keine deutsche Pfarrerstochter aus.
AushaltenDas ist nicht zum Aushalten.
la] Ne bestiae quidem ferre possent. (Cicero.)
AushaltenEr hält aus wie der berliner Toback.
AushaltenEr hält aus wie der Hase bei der Trommel.
AushaltenEr hält aus wie die Reichsarmee bei Rossbach (o. vor Friedrich).
AushaltenEr hält aus wie eine Hirschkuh.
Er ist eine Memme, räumt gleich das Feld.
AushaltenEr hält's nicht aus wie der Wolf, ohne zu heulen.
AushaltenEr hält's nicht aus wie Nickel beim Speck.
AushaltenEs wäre auf Erden nicht auszuhalten, wenn nicht neuer Rausch vertriebe den alten.
AushaltenHahl uth, Jan Fusker.
Ostfriesland
AushaltenHalt' aus, wirst Wunder sehen.
AushaltenIck holl 't ne ut, söä' de Dêw, aß 'r gehängt wur'.
AushaltenMan hält alles aus, nur keine guten Tage.
fr] L'on endure tout, horsque trop d'aise.
AushaltenWer aushält, erhält.
AushaltenWer aushält, überwindet.
it] Chi la dura, la vince.
AushaltenWer wenig aushält, hält nicht lange aus.
fr] Qui peu endure, bien peu dure.
AushaltenZum ausshalten find man viel Leut, zum hausshalten wenig.
AushängenHi hinght't egh ütj wat'r tu Kuup hä.
Nordfriesland. Er hängt nicht aus, was er zu Kauf hat. Er trägt seine wahren Eigenschaften und Absichten nicht zur Schau.
AushängeschildDas Aushängeschild ist geduldig.
nl] Het uithangbord belooft meer, dan de winkel bevat.
AushängeschildDas ist nur Aushängeschild.
AushängeschildEinem Aushängeschilde ist nicht zu trauen.
nl] De uithangborden bedriegen.
AushängeschildEtwas zum Aushängeschild machen.
AusharrenAusharren tut's.
fr] Il est d'un grand coeur d'endurer, et d'un grand sens d'écouter.
fr] Qui sert et ne persert, son loyer pert.
AusharrenWer ausharrt, dem gelingt's (o. der siegt).
cz] Kdo setrvá, i zlé pretrvá.
dk] Blive nu ved, du est nu snart over det verste.)
en] He tat endureth, is not overcome.
fr] Il n'y a que celui qui persévère jusqu'à la fin, qui obtient le prix.
it] Chi la dura, la vince.
la] Patienter praestolanti, omnia ex voto oportune succedunt.
la] Qui satis exspectat, prospera cuncta videt.
AusharrenWer ausharrt, ermüdet die Feinde (das Unglück).
fr] Qui ne se lasse pas, lasse l'adversité.
AushauenEs haut nicht aus.
Es reicht nicht, ist unzulänglich.
AushebenWer 's Aushebe' hot, soll aach 's Einhebe' habe'.
Jüdisch-deutsch. Das Ausheben und Einheben, das Herausnehmen der Thora aus der heiligen Lade zu den Vorlesungen und das Zurückbringen derselben sind Ehrenverrichtungen in der Synagoge. Hier in dem Sinne: Wer es eingebrockt hat usw.
AusheilenA hot sich ausgehelt wie a Hund.
AushöckernHe hett uthökert.
AusholenEr lässt sich alles ausholen.
Lässt sich ausforschen, seine Geheimnisse entlocken.
AushorcherAushorcher und Angeber sind des Teufels Netzweber.
AushörenMan muss erst aushören, eh' man urteilt (o. in die Rede fällt).
cz] Neopravuj, az vyslysís.
AushunzenEinen aushunzen (aushundzen).
AuskaufDurch Auskauf, Vorkauf und böser Münze freien Lauf wird der Arme gefressen auf.
AuskehrenAm Ausskehren wird sich finden, wer das Schermesser gefressen hat.
»Oder am End wird sich's aussweysen, was ein jeder für ein Vogel gewesen.«
AuskehrenBaim Auskiér'n fänd sich åles.
AuskehrenBei daam mues ma emaûl auskehre.
Ulm
AuskehrenBeim Auskehren find't sich's, was in der Stube gestunken hat.
la] Opprobrium facti, qui male fini habet.
AuskehrenBeim Auskehren muss man sich auf der Seite des Besenstiels halten.
Empfiehlt, sich in entscheidenden Augenblicken der Partei anzuschließen, in deren Händen die Macht ist.
AuskehrenBeim Auskehren wird sich's finden.
la] In fine videbitur, cujus toni.
AuskehrenDat fingt sich bie 't Utkiehr'n, söä' de Jong, doa ha 'r henner de Döär schöâten.
AuskehrenEs is net ausgeköert.
Henneberg. Es ist nicht ausgekehrt, d. h. ich würde noch mehreres darüber sagen, allein aus Rücksicht auf die anwesenden Kinder muss es bleiben.
AuskehrenIm Auskehren findet man, was im Hause gelegen.
AuskehrenIm ausskehren wird sich's finden, was hindern Ofen ligt.
AuskehrenIm ausskeren würt es sich finden, wer in die Stube hofiert hab.
AuskehrenWenn's zum Auskehren kommt, wird sich's finden.
AuskehrichtIm Auskehricht wird sich's finden.
AuskennenEr kennt sich aus bei der Gaugaulisel (Cacaolisel).
Österreich
AuskleidenMe sall sech niet eh'r ûtkleien, as me no Bett geit.
Meurs
fr] Il ne faut pas se déshabiller avant de se coucher.
AuskochenEr hat dort (o. hier) ausgekocht.
Darf sich dort nicht mehr sehen lassen.
la] Tesseram confregisti.
AuskommenAuskoma, hat der Taubenjagl g'sagt.
Oberösterreich. Es ist zu spät, die Sache ist bereits geschehen.
AuskommenEr hat (es ist) zum Auskommen, nicht zum Fettwerden.
AuskommenEr hat sein gutes Auskommen.
fr] Cet homme a du pain cuit.
fr] Cet homme a les pieds chauds.
la] Neque Lydorum carycas, neque flagrorum crepitus.
AuskommenEs kommt alles aus.
la] Fama prodit omnia.
AuskommenKommt man nicht aus, so kommt man ein.
AuskommenMit vielem kommt man aus, mit wenigem hält man Haus.
AuskommenSe kama ut, wie de Jodepper möt de Schâp.
AuskommenWenn me z'sämme auskomme will, muss me hie und do e Bergle in e Thäle werfe.
Schwaben
AuskommenWer auskommen will zu früh, der setz' in die Lotterie.
AuskommenWer ausskompt, der hort vnd sihet.
AuskommenWer nich ûtkümmt, kümmt nich in.
Strelitz
AuskommenWer nicht auskommt, kommt auch nicht ein.
la] Austeritas solitudinis comes.
la] Moderationem docet peregrinatio. (Menander.)
AuskommenWer nicht auskompt, der lernt nichts.
AuskommenWer nie auskummt, kummt nie hoam (heim).
Klugheit kommt von Erfahrung.
AuskratzenEr kratzt aus.
Ergreift die Flucht, drückt sich heimlich.
AuskreißenEr wird bald ausgekrissen haben.
Sein Tod ist nahe.
AuslachenEr lacht aus von hohem Haus.
Vom Spott, der mit Stolz und Verachtung vermischt ist. Die Alten sagten in diesem Falle: Einen vom Dache herab auslachen.
la] E sublimi me derides.
AuslachenLacht dich einer aus, lach' ihn wieder ein.
AuslachenWer mich auslacht, kann mich wieder einlachen.
AuslageMan muss sich vor der ersten Auslage hüten.
Eine Warnung, sich vorzusehen, für jemanden etwas zu bezahlen, weil man selten wieder zu dem Seinigen gelangen kann; teils weiß der Schuldner sich unter mancherlei Vorwänden von der Zahlungsverbindlichkeit loszumachen, teils kann er aber auch in Umstände geraten, dass er nicht zu zahlen vermag. Überhaupt Vorsicht beim ersten Schritte.
AuslandIm Auslande schlägt die Kuh den Ochsen.
2. Er ist im Auslande.
Der Zerstreute.
la] Mens peregrina.
AusländerEs sind Ausländer aus Zinten.
So nennt man scherzweise in der Provinz Preußen diejenigen, die durch eine gezwungene Nachahmung es den Ausländern in Sprache und Sitte nachtun wollen, obgleich sie nie aus dem Lande gekommen sind. Nach der Verfassung vom 22. September 1526 durften Nicht-Katholiken sich nur vorübergehend, in keinem Falle ein volles Jahr dort irgendwo bleiben. Dennoch hielten sich viele protestantische Gewerbetreibende und Arbeiter in dem Lande auf, viele namentlich in Braunsberg. Gegen Weihnachten nun verließen dieselben ihren bisherigen Aufenthaltsort und reisten nach Zinten, um so den Buchstaben des Gesetzes zu erfüllen. Nach Neujahr kehrten sie aus dem Auslande zurück. (Neue Preußische Provinzial-Blätter)
AuslassDer Auslass ist schwerer als der Einlass.
AuslassenWer uslehd, muss züne.
Luzern
AuslassenZum Auslassen einer, zum Einlassen gehören zwei.
AuslaufenAuf das la mi auslaufen.
Königsberg. Diese in Königsberg sehr gebräuchliche Redensart wird aus einem Magistratsschreiben von 1685 angeführt und bedeutet »ein trauriges Ende nehmen«, weil eine Folge der sechsten Tonstufe (la) und der dritten (mi), die in sehr alten Gesängen als Schlussformel gebraucht wurde, sehr traurig klang.
AuslaufenDas Auslaufen vergeht (o. schadet nicht), wenn man daheim bleibt.
AusläutenEr kommt gerade zum Ausläuten.
Wenn die Sache zu Ende ist.
fr] Il vient comme la moutarde après le dîner.
AusläutenHîr ok, ma werd der sillen ausloiten.
Schlesien
AusläutenIch war oich balde lussen ausloiten.
AusläutenMan muss keinen ausläuten, eh' er stirbt.
AusleerungEine gute Ausleerung ist so viel wert wie ein Frühstück.
cz] Dobré vyspáni stojí za snídaní.
pl] Spokojne wyfejdanie stoji za sniadanie.
AuslegenDas Auslegen (der Ware) wird nit bezahlt.
AuslegenEin jeder huete sich vor dem ersten ausslegen.
AuslegenEs legt kein Krämer aus, um Eines Käufers willen.
AuslegenFreundlich auslegen zeigt fromm Gemüt.
AuslegenGut ausgelegt ist halb verkauft.
la] Vendita pro parte res est monstrata venuste.
nl] Schoon voort ghedaen is half verkoft.
AuslegenSei heft söck gôt ûtgeleggt.
Von vollbrüstigen Frauen, auch von körperlicher Zunahme überhaupt.
AuslegenWenn man etwas wohl auslegt, so ist alles gut.
Von einer Auslegung, die mehr verdunkelt als erklärt, sagen die Franzosen: C'est la glose d'Orléans, plus obscure que le texte.
AuslegenWer alles zum besten auslegt, der mach jhm vil Freud oder vil Freund.
AuslegenWer ausslegt, der löset Geld.
AuslegenWie legt mer alles zum Bösen aus.
Jüdisch-deutsch. Von einem boshaften Menschen, der allem eine böse Absicht unterzuschieben weiß.
AuslegerEs liegt viel an einem guten Ausleger.
nl] Daar ligt veel aan een' goed uitlegger.
AuslegerJeder ist der beste Ausleger für seine Worte.
fr] L'entente est au diseur.
la] Quisque verborum suorum optimus interpres.
nl] Elk is de beste uitlegger van zijne eigene woorden.
AuslegungDie Auslegung auf dem Rücken tragen.
Ein Leben, ein Verfahren, eine Rede- und Handlungsweise.
AusleihenDas Ausleihen geht mit Eile, das Wiederbringen hat Weile.
Wendische Lausitz
AusleihenWas man ausleiht, bessert sich nicht.
AusleihenWer ausleiht, merke den Brauch, wenn der Schuldner zahlt, so schimpft er auch.
Polen
AuslernenAuslernen, wie a Bär tanzen.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Etwas mechanisch, wie Petz das Tanzen lernt.
AuslernenAuslernen, wie ein alter Schuhknecht.
Steiermark. Etwas verlernen.
AuslernenEs lernt niemand aus, bis das Grab ist unser Haus.
Deißlingen
AuslernenEt hät noch Kêner utlehrt.
Schwerin
AuslernenMa larnt se Tage nich oas.
AuslernenMan kann nie auslernen.
cz] Clovek se nikdy nepreucí.
hu] A jó pap holtig tanúl.
it] S'impara tanto, quanto si vive.
ru] Wjek schiwi, wjek utschiss.
AuslernenNiemand hat ausgelernt, als die auf dem Kirchhof liegen.
AuslernenTojre-Kille auf ein Füß
Jüdisch-deutsch, Warschau. Tojre-Kille = die ganze Lehre. Etwas sehr Wichtiges schnell erlernen wollen, gleichsam in der kurzen Zeit, wo man auf einem Fuße stehen kann. Der Tanaite Hüttel soll, der Sage nach, in dieser kurzen Zeit das ganze Judentum einem Heiden beigebracht haben.
AuslernenÛtlären doit kein Minsche, un wenn he noch sau âld werd.
AuslernenWer ausgelernt hat, bleibt nicht im Stalle stecken.
Wenn sich jemand weigert, öffentlich mit seinen Leistungen hervorzutreten.
AuslernenWer ausgelernt sein will, muss im Grabe liegen.
AusleuchtenEinem aussleuchten mit Eselsohren.
AusleuchtenEinem übel ausleuchten.
Wie wir jetzt sagen, heimleuchten, verhüllend für: einem den Weg weisen, ihn zur Tür hinausbefördern. »Der wird sonst vbel ausgeleucht.« (Waldis, IV, 99, 43.
AuslöschenAuslöschen wie ein Licht.
Von sanftem Tode.
fr] Il a passé comme une chandelle.
AuslöschenLösche das Licht aus, so sind die Weiber alle gleich.
AuslugenA hôt merr duch nuch woas ausgelukt, dâr Giftmoan.
Schlesien. Ausgelukt = erlauert; Giftmoan = der böse Mann, was nicht stets im schlimmen Sinne gemeint ist.
AuslugenLuk ut, hot de Düvel segt, hat 'n Aptheker bî 't Bên kregen.
Ostfriesland
AusmachenAusmachen am Ojer (Ohr).
Jüdisch-deutsch, Warschau. Jemanden auf unerlaubte Weise ausbeuten.
AusmachenEr wird wohl bald ausmachen.
Sterben.
AusmachenIch hoa'n ausgemacht, 's hätte nich a Hunt a Schtickel Brût vun 'm genummen.
Ausgemacht = gescholten; vun 'm = von ihm. - Um den höchsten Grad des Ausscheltens auszudrücken, um zu sagen, dass von jemandem alles denkbar Schlechte gesagt wird.
nl] Hij maakt hem nit, zoodat de honden er geen brood van zouden eten.
AusmachenMach's aus, oder lass es stehen.
AusmachenSe machten enander aus, dass se nich Hund durch en löcherichten Zaun ohngesahn hette.
Schlesien
AusmachenVorn ausgemacht, brennt hinten nicht.
AusmachenVorus usgemacht es hinge noch keen Krakîel.
Bedburg
AusmausernSie hat sich ausgemausert.
Ohrdruff
AusmergelnEr mergelt sich selbst aus, wie die Spinne.
AusmessenWie einer aussmisset, so muss er wieder einnemen, es sei gut oder böss.
AusmessenWie man ausmisst, wird einem eingemessen.
AusmusternSich ausmustern.
Gedeihen, wohl werden.
AusnahmeAusnahmen bestätigen (o. bekräftigen) die Regel.
fr] L'exception confirme la règle.
AusnehmenDat nimmt sik Fransch ût, säd' Hans, un krêg de Diern bi'n Schinken.
Holstein
AusnehmenEr nimmt sich aus wie in der Bassgeige die Laus.
AusnehmenIch nîm niemand auss, dan Got.
AusnehmenMan sol alweg einen aussnemen.
AusnestelnEr nestelt sich schon selber aus.
Er ist schon über sieben Jahre alt und nicht mehr so unerfahren.
AuspärschenJetzt hat sich's ausgepärscht.
Von jemandem, der sehr vornehm getan, und nun die Mittel dazu verloren hat.
AuspaukenEinen auspauken.
Ursprünglich soviel als stäupen. Die Redensart rührt von dem alten Brauche her, dass Knaben vor einer zu stäupenden Person mit kupfernen Becken hergingen und auf dieselben schlugen, um auf den Akt aufmerksam zu machen. Wenn gefallene Mädchen auf einem Bocke reiten und die Gasse kehren mussten, paukten ebenfalls Knaben vor ihnen her.
AuspferchenAusgepfercht haben.
AusplaudernWer ausplaudert das Seine (eigene Geheimnisse), wird noch weniger bewahren fremde (o. das Fremde).
AusposaunenEtwas ausposaunen.
AusputzenAusgepützt wie a Tok (Puppe).
Von einem Stutzer, Zierbengel.
AusputzenWer sich früh ausputzt, ist den ganzen Tag stramm.
In Bezug auf einen Morgenrausch, der lange anhalten soll.
AusrasenEr hat noch nicht ausgerast, er soll darum meine Tochter nicht haben.
Niederlande
AusräumenAusräumen macht Umstände, sagte der Kerl, da hatte er bloß einen Stiefelknecht.
AusräumenDreimal ausräumen ist so gut als eine Feuersbrunst.
AusrechnenEs ist ausgerechnet wie die zehntausend Ritter im Kalender und die elftausend Jungfrauen zu Köln.
AusreckenHei recket et ut, äs de Schausker dat Leader.
Westfalen. Macht es weitläufig.
AusredeA kühle Ausred.
Pfalz. Eine leere Entschuldigung.
AusredeAusrede muss sein.
Oft zu denen, die sich mit einer Lüge entschuldigen.
AusredeDu weißt gleich eine Ausrede, wie die Maus ein Loch.
Rott-Tal
AusredeE guete Usred ist drei Batze wert.
Appenzell
it] Trista quella musa, che non sa trovar la scusa.
AusredeEin Ausred' ist gut beim haus.
AusredeEine gute Ausrede ist drei Batzen wert.
AusredeEine gute Ausrede und ein Nudelbret sind überall daheim.
Rott-Tal
AusredeEr muss eine Ausrede haben, wie der Teufel, als er das alte Weib erschlug.
Schlesien
AusredeImmer eine Ausrede wissen.
Jüdisch-deutsch in Warschau: Der Jezer-hore (böse Trieb, Leidenschaft) hot tummid (immer) an Ausred. Der Mensch findet immer einen Vorwand für seine Leidenschaften.
la] Haesitantia cantoris tussis.
AusredeJede Ausrede ist gut, wenn sie gilt.
it] Ogni scusa è buona pur che vaglia.
AusredeÛtrêd' ös to alle Sache gôt, blôs tom Schîtegane nich.
Jerrentowitz
AusredeWer eine Ausrede sucht, der findet zehn.
AusredeZu einer Ausred' und zu ein Nud'lbrett ist bald was tauglich.
Steiermark
AusredenBe-Ruchel bitchu so-ktane.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Etwas sehr deutlich verklausulieren. Die Bibel erzählt, der Patriarch Jakob habe dem Laban erklärt: »Ich will dir dienen sieben Jahre um Rachel deine Tochter, die kleine!« Und doch wurde Jakob betrogen, weshalb der Volkswitz noch hinzugefügt: »ün mit a Stückel Licht«, damit nicht in der Dunkelheit ein anderer Gegenstand untergeschoben werde.
AusregnenEs regne aus, so wird's schön Wetter.
Luther
AusreichenEs reicht nicht aus, das Dorf Prutnja vermeiden, man muss auch dem Twerkafall ausweichen.
Torzok ist von der Twerka umflossen, die in der Nähe des Dorfes Prutnja einen für Fahrzeuge gefährlichen Wasserfall bildet.
AusreißenAusreißen wie Löschpapier.
AusreißenEr (o. es) reißt aus wie Schafleder.
AusreißenEr reißt aus wie ein (schlechtes) Knopfloch.
AusreißenEs reißt oft ein guter Germanus aus und kommt ein schlechter Hermanus nach Haus.
AusreißenJemanden ausg'rissen gleich sehen.
Steiermark. Sehr ähnlich.
AusreisenWer ausreist und wiederkommt, hat eine gute Reise getan.
AusreisenWer ausreist, weiß wohl seine Ausfahrt, aber nicht seine Wiederkunft.
AusreisenWie man ausreist weiß man wohl, aber nicht wie man zurükkehren wird.
AusrichtenEr richtet so wenig aus, als Götz bei Jankow.
»Die Schweden waren schon bei Jankow, welcher Ort schier 3000 Schritt von Tabor entlegen ist, da ließe Hatzfeld die Krieges-Rüstung teils zu Tabor, teils zu Budweiß, und lieferte denen Schweden den 6. Martii eine Schlacht, die aber wiederum von Kaiserlicher Seiten unglücklich ausfiel, dann Götz, der die Kaiserlichen anführte, bliebe im ersten Anfall, hat also wenig ausgericht, dass die Böhmen bis dato zum Sprichwort haben: Vyridil sí jako Götz u Jankova.«
AusrichtenEr will viel ausrichten und es hat ihm niemand was befohlen.
AusrichtenEr wird nichts ausrichten.
Bemüht sich umsonst.
la] Nihil agunt. (Cicero)
AusrichtenMan richt offt in Sachen so viel auss, als die Witzberger, die die Sonnenstralen in Sack stoßen vnd in ihre Rhatstube tragen woll ten.
AusrichtenSie richten einander aus wie Hippenbuben vor dem Haus.
AusrichtenWer ander will aussrichten, der sehe zu, dass er selbst könne seine Rechnung klar auflegen, dass ihm nicht auch ein Aug schwarz sey, vnd man jhm wider etwas auf den Ärmel, oder ins Wappen male.
AusrichtenWer etwas ausrichten will, darf die Hände nicht in den Schoß legen.
AusrichtenWer mich ausricht, gedenkt nicht sein; gedächt er sein, so vergäss er mein.
AusruhenBesser gut ausruhen als schlecht arbeiten.
AusruhenWer ausruht, soll erwägen, was weiter zu tun ist.
la] Oscia ducentem decet amplecti quid agendum.
se] Tombir skal ae nakath töta. (6.
AussaatKarge Aussaat, spärliche Ernte.
la] Messis erit rara quam dextra sparsit auara.
se] Hwa litith saar han litith skaer.
AussaatNimm die Aussaat vom Weizen deiner Stadt.
AussaatWä de Oussôt, esi der Ären.
AussaatWie die Aussaat, so die Ernte.
pt] Cada hum colhe, segundo semea.
AussaatZeitige Aussaat - gute Ernte.
fr] Si tu veux bien moissonner ne crains de trop tôt semer.
AussäenBei weniger aussäen und besser pflügen, kann man mehr kriegen.
AussäenSäet man gut aus, so schneidet man gut ein.
AussäenWer nicht aussseet, der schneit auch nicht.
AussäenWie du aussäest, so wirst du ernten.
AussäenWie er ausgeseet, hat man im eingeschnitten.
AussäenWie man aussäet, so scheuert man ein.
Wer nur Beschränktheit säet, kann unmöglich Genialität ernten.
hu] Ki mint vet, ugy arat.
la] Nata ad semen respondent.
la] Ut sementem feceris ita et metes.
AussatzDas ist kein guter Aussatz (= Ausstellung), sagte das Mädchen, als man sie zur Tür hinauswarf.
nl] Hij heeft eene dragt slagen voor zijn uitzet gekregen.
AussatzIch bin der Aussatz (elephantia) und fürchte selbst den Gouverneur nicht.
Surinam.
AussätzigerWo ein Aussätziger ist, da sind auch Fliegen.
Surinam
AussaufenSauf's gar aus, halb trunken ist Bettelei.
AussaufenSûp ut, segt de Sachs.
AussaugenEr saugt aus wie ein Blutegel.
AussaugenHe sûgt em ut bes up den Peddick
Auch Paddick, Parrik = Mark.
AussaugenSich früh aussaugen.
AusschappenAus-chappen die Jármelke mit Nüss.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Aus-chappen (poln. chapac) = weghaschen; Jármelke (poln. jarmulka) = Samtkappe. Das Recht des Stärkern üben; einen Vorteil erringen. - Das Spiel mit Nüssen ist bei der jüdischen Jugend sehr beliebt. Der Einsatz, welcher ebenfalls in Nüssen besteht, wird in eine Samtkappe gelegt und einem der Mitspieler zur Aufbewahrung gegeben. Nun kommt es oft vor, dass diese Hauptperson, bei ausgebrochenen Streitigkeiten, den Schatz nicht herausgeben will und sich mit demselben aus dem Staube macht.
AusschauenA schaut aus, als wan ma 'n arschling during Zaun zogen hät.
Oberösterreich. Ist sehr herabgekommen, sieht schlecht aus.
AusschauenAusschauen wie der Floh in der Milchsuppe.
Oberösterreich. Häufig von einem Mädchen mit brauner, dunkler Hautfarbe, die sich weiß kleidet.
AusschauenAusschauen wie ein brinada Lew.
Oberösterreich. Wie ein brennender Löwe, d. h. vor Erhitzung, Zorn usw. sehr rot sein.
AusschauenAusschaun wie a taufte Maus.
AusschauenAusschaun wie d' Hen hintern Schwoaf.
Oberösterreich
AusschauenAusschaun wie ein g'spie'nes Äpfelkoch.
Oberösterreich
AusschauenDer schaut aus wie ein Ochs.
So heißt es in Wien, wenn jemand recht dickwanstig einhergeht.
AusschauenDer schaut aus, als wenn ihm der Zimmermann mit der Breithacke ausgehackt hätte.
Rott-Tal
AusschauenDer schaut aus, als wenn ihn ein altes Ross aus der Thorsäule rausg'schlagen hätte.
Rott-Tal
AusschauenDu schaust aus, als wennst alle Tag an Grillen fraßt (frässest).
Rott-Tal
AusschauenEa schaud aus, as woun a Muaregg vaprennt hed.
Steiermark. Er schaut aus, als wenn er Murek verbrannt hätte.
AusschauenEa schaud aus, as woun a nid fimfi zöülen kinnd.
Steiermark
AusschauenEr schaut aus zum fressen.
Von jemandem, der sehr wohl genährt aussieht.
AusschauenEr schaut aus, als wann er alle Tag a Grillen fraß.
Oberösterreich. Wie er aussehen würde, wenn er alle Tage eine Grille äße, nämlich schlecht, abgezehrt. Auch mit dem Zusatze: und müsstest den no hangen und am Sonntag an Schwabn. Man sagt auch von einem solchen, dass er »a rechte Spörmoas'n« sei.
AusschauenEr schaut aus, als wenn er drei Tage am Kreuz gehenkt wäre.
Oberösterreich
AusschauenEr schaut aus, als wenn man ihn aus der Lacken (Lache) zog'n hätt.
Oberösterreich
AusschauenEr schaut aus, wi wun a nur alle Karfreitag an Grillen krieg'n tät.
AusschauenEr schaut aus, wie der Deutschbroder Tod.
Böhmen. Auch: du bist fett wie der Deutschbroder Tod - um damit eine äußerst krankhafte oder magere Erscheinung zu bezeichnen.
AusschauenEr schaut aus, wie die sieben sparen (magern) Zeiten (ägyptischen Hungerjahre).
Steiermark
AusschauenSî schaud aus, as wiar a Scheglhex.
Sie schaut aus wie eine Schöckelhexe, d. h. eine Hexe vom Schöckelberge bei Gratz, der auch Gratzaschegl heißt.
AusschauenSie schaut aus wiera g'runnane Kassuppen.
Oberösterreich. Wie eine geronnene Käsesuppe. Von schlechtem körperlichen Aussehen, was die Gesichtsfarbe betrifft.
AusscheißenDas hab' ich längst wieder ausgeschissen.
Nürtingen. Lange wieder vergessen.
AusschickenWer ausgeschickt ist, der ist schuldig wieder heimzukommen.
AusschimpfenEr schimpft ihn aus wie einen Hund.
Rottenburg
AusschimpfenEr schimpft ihn aus, dass der Dreck an ihm herunter läuft.
Rottenburg
AusschlafenNicht ausschlafen, sondern ausgestiegen kommen.
Auf die Frage: Hast du ausgeschlafen? erfolgt plattdeutsch darauf die Antwort: »Nu, denn wär 'k jo noch düller, as 'n Schwinschnîder, de schnitt ut.«
AusschlagDer Ausschlag ist ein altes Übel der Kröte.
Von jemandem, der von jeher sich nicht durch gute Eigenschaften usw. Empfohlen.
AusschlagViel kleine aussschlege tragen was zu.
AusschlagenAs män will sich ausschlugen die Hojzues, schlugt män sich aus die Zähn.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Hojzues = Unkosten. Oft will man die Unkosten eines Geschäftes herausschlagen, was den ganzen Gewinn verschlingt.
AusschlagenAusschlagen ist verboten, nur nicht sich wehren.
AusschlagenDas Ausschlagen der Stute tut dem Füllen keinen Schaden.
Spanien
AusschlagenDas Ausschlagen, aber nicht das Wiederschlagen ist verboten.
AusschlagenDer schlet auss wi a lahmer Esel.
Ertingen
AusschlagenEr schlägt aus wie ein Füllen.
AusschlagenEr schlägt nichts aus als Backenstreiche.
AusschlagenEr schlägt nichts aus als Stösse und Schläge.
la] Accipit et glebam erro.
AusschlagenEr schlägt's aus wie der Bettler das Almosen.
AusschlagenEr schlägt's aus wie der Hund die Bratwurst.
AusschlagenEr schlägt's aus wie der Pfaff' das Opfer und der Bettler den Batzen.
AusschlagenEr schlecht keinen nit aus.
la] Haud unquam arcet ostium.
AusschlagenEr schlegt keine auss.
AusschlagenHe sleyt nit vyth, dan stoess vnd schlege.
AusschlagenJerich uschlôn ün zönge vergôn.
Siebenbürgen-sächsisch
AusschlagenMancher schlägt bei gutem Wetter aus, was er bei Regen nicht erlangen kann.
AusschlagenSchlägt der Geizhals einen Pfennig aus, so heißt das: bring' einen Taler ins Haus.
AusschlagenSie schlacht nichts nit aus.
AusschlagenWer ausschlägt, bricht den Frieden.
AusschlagenWer ausschlägt, sein Haupt feil trägt.
AusschlagenWer etwas ausschlägt, kann warten bis man's ihm ins Haus trägt.
fr] Tel refuse, qui après muse.
AusschlagenWer wollt's ausschlagen, zwei Kirschen auf einem Stiel.
AusschließenEinen ausschließen, wie ein zerbissener Hund.
AusschmeißenAusgeschmissen ün die Rüth' geküscht.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Ausgehauen, durchgeprügelt. Nach erlittener Strafe zu Kreuze kriechen.
AusschnaubenSnuff erst die Näse ut.
So sagt der Hamburger zum klug sein wollenden Gelbschnabel.
AusschreienEr schreit sich (selber) aus wie der Kuckuck.
Schlesisches Provinzialblatt, 1862
AusschreienWer schreit sauer Bier aus?
AusschussEs ist Ausschuss.
Man versteht darunter die aus einer gewissen Gattung von Gegenständen, Waren usw. wegen irgendeines Fehlers, Mangels ausgewählten und zurückgestellten. Von schlechter, schwer zu verkaufender Ware sagt eine jüdisch-deutsche Redensart: Das is a Buweln Schoza (= schlechtes Zeug, Ausschuss.) Man hat das Wort »Buwel« von Babel ableiten wollen, dann könnte es vielleicht eine zusammengeworfene Masse bedeuten, wie eine babylonische Verwirrung sie hervorbringen konnte.
AusschüttenAusgeschüttet wie Wasser.
Psalm 22, 15
Ausschwitzenhat das schon lange wieder ausgeschwitzt.
AusschwitzenWat man utswetet, bruckt man nich uttaupissen.
Aussehen'R sieaht aus, als wenn 'n die Hünhli als sei Brod g'frässa hette.
Hungrig, elend, erbärmlich.
Aussehen'S sieht aus wie drei Heller im Kasten.
Hirschberg. Großtuerei und nichts dahinter.
Aussehen'T sügt der dick ut, hadde de Jung segd, do hadde sin 1 in de Nêrs kêken.
Ostfriesland; Moor = Mutter.
Aussehen'T sütt ut as 'n Mutt mit 'n golden Halsband.
Ostfriesland
AussehenA sieht aos wie a aosgenommener Harig.
AussehenA sieht aos wie a Tripstriller.
AussehenA sieht aos, as wan a vom Galgen gefallen wär'.
AussehenA sieht aus wî a warmboader (warmbrunner) Dollsâk.
Schlesisches Riesengebirge. D. h. nicht sehr geistreich. Die Warmbrunner Dollsäcke sind Figuren aus Semmelteig, welche jetzt nur einmal jährlich, nämlich für den sogenannten Pfefferkuchenmarkt am Palmsonntage gebacken werden. Es ist Brauch, dass jeder den Kindern des Hauses oder der Bekannten große Pfeffernüsse (Bauerbissen genannt) und einen Dollsack von diesem Markte mitbringt. Doll von tàlen, dahlen, dallen, dalen von ahd. dala, Larve, Monstrum.
AussehenA sieht noch gar nächtig aus.
AussehenA siht am Klede aus wie a scheckichter Flescherhund.
AussehenA siht wie a obgestochener Bock aos.
AussehenA sitt aus wie a junger Ilfbîmer.
Schlesien
AussehenA sitt aus wie ein Hîmn (Heimchen).
Schlesien
AussehenA sitt aus wie ein Schabehesse.
Breslau. Abgeschabt, schäbig.
AussehenA sitt aus, as wenna em Woalpert-Obende meda Hexa uffn Galgaberge getanzt hätte.
Hirschberg.
AussehenA sitt gerade aus wie a fatiger Sâk.
In Schmiedeberg ging ein junger, noch nicht dreißig Jahre alter Mann von mattem Ansehen und schlaffer Haltung über die Straße. Eine Frau bemerkte gegen eine andere: »A sitt gerade aus wie a fatiger Sâk,« d. i. wie ein Sack des vorigen Jahres. Wie Säcke, die ein Jahr gebraucht worden sind, aussehen, ist bekannt.
AussehenA sitt oas wie a motter Läinwaber.
Schlesien. Diese Redensart wird in der Gegend von Militsch und Trachenberg von Personen gebraucht, die sehr bleich und elend aussehen. Die Landwehrmänner wollen sie häufig von den Unteroffizieren gehört haben.
AussehenA sitt zum Gôtdrborma aus.
Schles. Provinzial-Blätter, 1871.
AussehenAr sieht aus, aß wenn ar nit dreia zöhl'n köenet.
Franken
AussehenAs de een utsieht, heet de anner.
Schwerin
Sie sind einander ganz gleich, der eine dreißig, der andere ein halb Schock.
AussehenAußeng'n wie a kochter Hiersbrei.
Franken
AussehenAußengen wie a kochte Leifpredigt.
Franken
AussehenAusseen wie a grojgeres de Repp-Zu dick.
Jüdisch-deutsch, Warschau
Von einem kränklichen, mageren Aussehen. Der Talmud (Tract Gittin 56) erzählt eine Legende von Rebbi Zu dick, der 40 Jahre gefastet hatte, um den Untergang des Tempels abzuwenden. Von Zeit zu Zeit soll er bloß an einer einzigen Feige genagt haben.
AussehenAussehen wie 's böse Gewissen im Katzenjammer.
Buch der Welt 1846
AussehenAussehen wie a Flohj (Floh) in a Pantoffel.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Von kleinen, unansehnlichen Menschen, die lange, weite Kleider tragen.
AussehenAussehen wie a S'roka auf a Chaser.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Sroka, poln. = Elster; Chaser = Schwein. Von kleinen possirlichen Figuren, die noch etwa auf großen Pferden einherstolzieren.
AussehenAussehen wie an ubgekloppte Hoispann.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Hoispann = Hosianna. Am siebenten Tage des Lauberhüttenfestes wird das große Hosianna gesungen, und Weidenruten »Hoischannes« abgeklopft bis die grünen Blätter abfallen, und werden dann als etwas Unbrauchbares weggeworfen.
AussehenAussehen wie das Hungerleiden von Irland.
Gartenlaube 1856
AussehenAussehen wie das schwarze Haus (o.die schwarze Schule) zu Agram.
In Agram befindet sich, hoch gelegen, die erzbischöfliche Residenz, umgeben von mehreren ansehnlichen Gebäuden, von denen jedes einem Domherrn zur Wohnung gehört. Dieser Teil der Stadt wird die Kapitelstadt genannt. Hier steht ein Haus, das schon über hundertunddreißig Jahre durch seine schwarzen Wände auffällt, und allgemein das »schwarze Haus,« seit sich aber die Schule darin befindet, die »schwarze Schule« genannt wird. Die daselbst Studierenden aber heißen »schwarze Studenten.«
AussehenAussehen wie ein Grasteufel.
Höfer, Erzählungen, Stuttgart 1835
AussehenAussehen wie eine Ente, wenn's blitzt.
»Sie selbst näherte sich dem Brautpaar, welches aussah wie eine Ente, wenn's blitzt.«
AussehenAussehen wie eine Sau im goldenen Halsbande.
AussehenAussehen wie Gottes Wort vom Lande.
In dem Bericht über das erste Eintreten Elsass-Lothringer Abgeordneter in den deutschen Reichstag heißt es in Bezug auf die geistlichen Abgeordneten: darunter die Abbés G. und S.; die übrigen sahen aus, wie »Gottes Wort vom Lande« in katholischen Gegenden überhaupt aussieht. (Schlesische Presse 1877)
AussehenBei dem sieht's aus wie bei'm Pimpela z' Laff, wo die Hühner auf dem Tisch Herberg hielten. Gegend von Nürnberg. Bayerische Schulzeitung 1864
AussehenDa sieht's aus wie bei der Zerstörung Jerusalems.
AussehenDa sieht's aus wie bei's Bettelmanns Umkehr.
Rottenburg. D. i. bei seinem Umzuge, Wohnungswechsel, viel wertloses Zeug durcheinander.
AussehenDa sieht's aus wie in einem Hundestalle.
Nürnberg
AussehenDa sieht's aus wie nach der Zerstörung von Magdeburg.
Die Böhmen sagen: wie bei Jankov, wo die Österreicher unter Götz am 6. März 1645 von den Schweden geschlagen wurden.
cz] Porídís tam, vyberes tomu, co Kec u Jankova.
cz] Vyhlízí tam jako u Jankova (pusto).
AussehenDâ süht us wie de Nuth Goddes.
Bedburg
AussehenDar sieht aus, as hett em dr Aff gelaust.
Oberharz. Von einem unordentlichen Menschen mit struppigem, ungekämmtem Haar.
AussehenDas beste Aussehen ist, in sich selbst lugen.
In sich selbst hineinsehen.
AussehenDas sieht aus wie kleiner heiliger Abend.
Es ist der dem Festabend vorher gehende Tag gemeint, an dem alle die Vorbereitungen zum Feste getroffen werden.
dk] Det seer ud som lille Juul-Aften.
AussehenDas sieht bös aus, sagte Steffen, da hatte ihn eine Mücke auf die Nase gestochen.
nl] Dat is een erg gat, zei meester Jan, en het was een kakhiel.
AussehenDat sitt ût, als wenn säk twe Bare range.
Wenn zwei Männer sich küssen.
AussehenDat sitt ût, wie grên on gêl geschête dorch e Hêkl.
Dönhoffstädt
AussehenDat süt hier ût, as in 'ne Röwerkule.
Hier ist übel gewirtschaftet, es sieht aus wie in einer Räuberhöhle.
AussehenDe sitt noch hübscher ût wie Runzel's Trîn.
Katharina Runzel war ein Mädchen in Wehlau, das die Natur an schöner Mitgabe vernachlässigt hatte.
AussehenDe sütt ut, as wenn he up de Gaarwiensch eren Bön spökt har.
Bön = Boden; spökt = gespukt. - Aussehen, als hätte er bei der Leichenwärterin als Ermordeter vorgespukt.
nl] Hij ziet en uit, av of hij in de maan gebakken was.
nl] Hij ziet er uit, of hij den oven geblazen had.
AussehenDei sitt ut wie e Groschefarkel.
Königsberg
AussehenDer sieht aus wie der erste Seeräuber.
Troppau. Pockennarbig.
AussehenDer sieht aus wie die Henne unter dem Schwanze.
Er ist krank.
AussehenDer sieht aus wie's Kätzle am Bauch.
AussehenDer sieht aus, as ob er's Vaterunser verspielt hätte.
Rottenburg
AussehenDer sieht aus, man meint, er hab a gstandne Milch gstoche und's Blut sei ihm in's Gesicht gspritzt.
Rottenburg
AussehenDer sieht aus, wie dem Tod sein Spion.
In Wien von einem Mageren.
AussehenDer sieht so übel aus, dass der Tod vor ihm erschrickt.
AussehenDie sieht aus wie's Anneles Truhle.
Sehr altmodisch, wie aus einer alten Truhe herausgekommen.
AussehenDu sihest aus als ein Corinthisch Dirne.
la] Ut Corinthia videris.
AussehenDu süst mi hell ut, wenn du die kämmt und wuschen hest.
Von Leuten, die nach unserer Meinung etwas ihre Kräfte Übersteigendes ausführen wollen.
AussehenDu süyst als einn begethenn almisse.
Westfalen
la] Rore pascitur.
AussehenE segt aus wä't Liewen.
Siebenbürgen-sächsisch. Wie das Leben, gesund, blühend.
AussehenEin gutes Aussehen ist so gut (ist besser) als ein Empfehlungsbrief.
fr] Bonne mine vaut mieux que lettres de recommandation.
AussehenElendiglich aussehen, ist genug gebeten.
»Innerlich gebärden vnd sehen, ist so viel als betten vnd flehen.«
la] Dum cernit quasi flens ueniam petit rubescens.
nl] Jameilik ghasien is ghenvech ghebeden.
AussehenEr (o. es) sieht aus wie eine Hampelmanniade.
Die gemäßigten Vereine sehen neben den heißblütigen Extremen meist wie rechte Hampelmanniaden aus.
AussehenEr (o. sie) sieht aus wie Milch und Kienruss.
Von Nichtschönen.
AussehenEr sah auss wie einer, dem ins Tach regnet.
Grimmelshausen, Deutscher Michel
AussehenEr segt aus wä de deir Zeyt.
Siebenbürgen-sächsisch. Wie die teure Zeit, schlecht.
AussehenEr segt aus, wä mon em Schlep durch e gesint hât.
Siebenbürgen-sächsisch. Wie wenn Schlep durch ihn geseihet hätte. Sinen = seihen. Schlep - der aus dem Schlepkraut (Rainfarren) gekochte, klebrige Saft zum Überstreichen von Polstern und Betten. Von einem, der schwach und krankhaft aussieht.
AussehenEr seht aus wie an ausgepatschter Scheigez.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Wie ein geohrfeigter Christenbube, Bursche. Er ist erhitzt; im Gesichte rot.
Er seht aus wie an ausgezwugene Mojd.
Ausgezwugene = vom altdeutschen zwagen = waschen; Mojd = Maid. Von geziertem, mädchenhaftem Aussehen.
AussehenEr seht aus wie Mondrisch
Verkleinerungsform von Mordochaï. - Von possierlichen, lächerlichen Aufzügen. Das Buch Esther 6, 10 erzählt von einem solchen Aufzuge, wie Mordochaï hoch zu Ross und im Königsgewande von Haman herumgeführt wurde.
AussehenEr seht aus wie vün 'm Journal herub.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Modejournal. Der Stutzer, Modenarr.
AussehenEr seht aus wie zü Fütter.
Lemberg. Futter; Pelzwerk. - Er sieht mager, abgehärmt aus.
AussehenEr sieht aus als ob ihm der Teufel den Rock mit Dreck glasiert hätte.
Plattdeutsch in Fritz Reuter's Erzählung: Ut mine Stromtid, Wismar 1863
AussehenEr sieht aus nach wenig und dünkt sich ein König.
AussehenEr sieht aus weiß und blo, wie gedörrt Bohnenstroh.
AussehenEr sieht aus wia'n verscheuchtes Hüahnle.
Ulm
AussehenEr sieht aus wie a klopfter Haas.
Ulm. Wenn Einer eine rechte Tracht Prügel bekommen hat.
AussehenEr sieht aus wie a Mistbutten.
Von einem unverhältnismäßig dicken Menschen.
AussehenEr sieht aus wie anderthalb Spitzbuben.
Nordenburg
AussehenEr sieht aus wie ausgeschissen (o. ausgespieen, ausgespuckt).
AussehenEr sieht aus wie das Bild von Riffling.
Oberpfalz. Entfärbt, schlecht.
AussehenEr sieht aus wie das garstige Ding zu Dresden.
Das »garstige Ding« war am Chor der alten Kreuzkirche zu Dresden und gehörte, wie das Brückenmännchen, der Totentanz, der Queckbrunnen, der Trompeter am Trompeterschlösschen, der bärtige Kopf auf der Zahnsgasse u.m.a. zu den von verschiedenen Handwerkern erwählten Wahrzeichen der Stadt Dresden. (Illustrierte Zeitung vom 28. Februar 1857)
AussehenEr sieht aus wie das Hungerjahr.
AussehenEr sieht aus wie das Leiden Christi.
AussehenEr sieht aus wie der alte Fischer.
Schlesien. Diese Redensart war zur Zeit des Befreiungskriegs in Schlesien (vielleicht auch anderwärts) üblich. Sie bezieht sich auf eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der Lützower Freischar, den Rittmeister Fischer. Weil aber Schlesien sein Geburtsland, so war er hier überall zu Hause und mit seinem langen schwarzen Barte und breiten Schwerte sprichwörtlich.
nl] Hij ziet er Haselunsch uit.
AussehenEr sieht aus wie der Breslauer Fetzpopel.
Schlesien. So nannte man eine um den Anfang des vorigen Jahrhunderts in Breslau lebende und sich durch ihre Hässlichkeit und altväterische Tracht auszeichnende Weibsperson, deren Figur man sogar auf Pfefferkuchen abdruckte. Das Wort ist offenbar aus Fetz = Lumpen, Lappen, und Popel = etwas Verhülltes, eine Gestalt zum Scheuchen, ein vermummtes Schreckbild, zusammengesetzt. Der Name machte sich bald genug auch in anderen Städten geltend. So lebte noch in den Jahren 1770-80 ein Glogauischer Fetzpopel, eine kleine misswachsene Person von hässlichem Ansehen, die beständig in Schwarzblau gekleidet ging und so, aus einer schwarzblauen Kapuze hervorgrinsend mit einem mächtigen Stabe in der Hand, ganz wie man sich Hexen denkt, aussah.
AussehenEr sieht aus wie der dresdner Totentanz.
Der »Totentanz«, dies in Deutschland in seiner Art einzige Werk der Bildhauerkunst des ausgehenden Mittelalters und eins der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Dresden ist am Eingange des Totenackers bei den Scheunenhöfen zu Neustadt-Dresden, dicht au der Wohnung des Totengräbers seit dem Jahre 1733 aufgestellt. Der ganze Reigen besteht aus 27 aus Sandstein gearbeiteten, in vier Abteilungen zerfallenden Figuren in Lebensgröße unter Anführung Klapperbeins.
AussehenEr sieht aus wie der dumme Junge von Meißen.
AussehenEr sieht aus wie der Gottseibeiuns (o. der Teufel, der leibhaftige Böse etc.).
AussehenEr sieht aus wie der gute Gott zu Schaffhausen.
Es war dies eine 22 Fuß hohe Bildsäule, die unter einem gewölbten Bogen zu Schaffhausen stand. Sie ward im Jahre 1447 errichtet, von vielen Pilgern wallfahrtend besucht und 1529 niedergerissen.
AussehenEr sieht aus wie der halbe Mond.
Reuter, Ut mine Stromtid. Auf der einen Seite hell und rein, auf der anderen dunkel beschmutzt.
AussehenEr sieht aus wie der heilige Geist von Guntau.
Dorf bei Wehlau in Ostpreußen.
AussehenEr sieht aus wie der Himmel, wenn er Landregen beschert.
Demokrit
AussehenEr sieht aus wie der leibhafte Tod.
AussehenEr sieht aus wie der Mann von Tenedos.
Ernst, finster, furchtbar. Nach Plutarch hatte ein König von Tenedos das Gesetz gegeben, dass hinter dem Richter ein Mann mit einem Beile stehe, den sofort zu richten, der ein falsch Zeugniss ablege oder den Richter belüge.
la] Tenedius homo.
AussehenEr sieht aus wie der Saalaffe.
Hat, macht ein Fratzengesicht. - Der Saalaffe gehört zu den Wahrzeichen der Stadt Halle und ist ein Steinbild einer dortigen Brücke.
AussehenEr sieht aus wie der Schatt' an der Wand.
Rottenburg
nl] Hij ziet er uit als eene schim.
AussehenEr sieht aus wie der schwarze Herrgott (zu Dresden).
Zu den vielen Wahrzeichen Dresdens, als: der Teufelstritt in der Kreuzkirche, der steinerne Kopf auf dem Neumarkte, das Weiberregiment an der Moritzstrasse, die Gans in der Großen Brüdergasse, die steinernen Kinder in der Schloss- und der Schreibergasse, der goldene Reiter auf der Äußern Pirnaischen Gasse u.a.m., gehört auch der schwarze Herrgott in der Kreuzkirche. Der schwarze Herrgott zu Dresden war bereits im 1. und 15. Jahrhundert ein kirchlicher Gegenstand hoher Berühmtheit. Es soll dies Kruzifix schon vor dem Jahre 1270 bei einer Hochflut der Elbe aus Böhmen angeschwemmt und von der Menge im Triumphe in die alte Kreuzkapelle getragen worden sein, wo es aufgestellt wurde. Da es Jahrhunderte zur Verehrung ausgestanden und an Sonn- und Festtagen stark beleuchtet ward, so hatte es durch den vielen Kerzenrauch eine so ungemeine Schwärzung erhalten, dass man es allgemein den schwarzen Herrgott nannte. Als im Jahre 1539 die Reformation eingeführt wurde, kam der schwarze Herrgott mit anderen Reliquien auf den Boden der Sakristei, die Götzenkammer genannt. Er verbrannte dort am 19. Juli 1760, als unter den preußischen Bomben die Kreuzkirche zusammenstürzte.
nl] Hij zag er uit als het beeld van Sint Klaas te Rillem, dat de muggen zoo bescheeten hadden, dat de boeren het niet meer wilden aanbidden.)
AussehenEr sieht aus wie der Schweinsbartel am Eck der Roten Tanne.
Den Namen »Schweinsbartel« führte ein Prellstein an einem Eckhause (genannt zur Roten Tanne) zu Bartenstein in Ostpreußen, der die rohen Züge der menschlichen Gestalt hatte. Also plump, roh ungehobelt.
AussehenEr sieht aus wie der Teufel in der siebenten Bitte in Luthers kleinem Katechismus.
Die Mutter Goethes in einem Briefe vom 11. April 1779 an die Herzogin Amalie von Sachsen.
AussehenEr sieht aus wie der Teufel, als er aus den Kratzbeeren kam.
Sehr zerkratzt und zerrissen.
AussehenEr sieht aus wie der Tod im Basler Totentanz (o. wie der Tod von Basel).
An einer Mauer in Basel stellten eine Reihe Abbildungen den Kampf aller Stände der Menschen mit dem Tode vor. Diese Abbildungen hießen der Totentanz. Er ist dem Zahn der Zeit unterlegen und lebt nur in Bildern und im Sprichwort noch.
AussehenEr sieht aus wie der Tod von Dirschau.
Preußen. So sagt man an einigen Orten der Provinz Preußen für das allgemeinere »Warschau«, wobei man sich auf die Niederlage bezieht, welche die Danziger bei der Stadt Dirschau er litten hatten.
AussehenEr sieht aus wie der Tod von Eylau.
Erinnert an die Schlacht bei Preussisch-Eylau 7. und 8. Februar 1807.
AussehenEr sieht aus wie der Tod von Hastenbeck.
Von einem, der übel aussieht. Diese niedersächsische Redensart soll folgende Veranlassung haben. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts sei die etwa eine halbe Stunde von Hastenbeck vorbei fließende Wahre bis in den dort noch jetzt vorhandenen großen und vielleicht damals noch größer gewesenen See ausgetreten und habe in demselben eine außerordentliche Menge von Fischen zurückgelassen, welche die Einwohner in solchem Übermaße gegessen, dass sie sämtlich davon krank geworden und der Ort fast ganz ausgestorben sei, die übrig gebliebenen aber ein sehr elendes Aussehen behalten hätten.
Journal von und für Deutschland 1787
AussehenEr sieht aus wie der Tod von Kiewten.
Ostpreußen. Kiewitten (zusammengezogen = Kiewten) ist ein Kirchdorf zwischen Heilsberg und Bischofstein (Ermeland). Auf dem Portale der Kirchhofsmauer steht ein steinernes Totengerippe. Unter dem Sensenmanne liest man die Worte: »Was ich bin, wirst du einst werden.«
AussehenEr sieht aus wie der Tod von Warschau.
Preußen. Ohne Zweifel hat der im Jahre 1656 von Preußen und Schweden über die Polen bei Warschau erfochtene Sieg dazu Gelegenheit gegeben, wo nicht nur viel Leichen auf dem Schlachtfelde lagen, sondern auch der darauf folgende Hunger die Menschen den Totengerippen ähnlich machte.
AussehenEr sieht aus wie der Tod von Ypern.
Ein in Stein gehauener, schauerlicher, gegen 6 Fuß langer Tod in der Hauptkirche daselbst. - In der Grafschaft Mark heißt es: Hâ suht ût as de Däud fan Ipen (dürr und elend). Auch in der (Schweiz) ist der Tod von Ypern sprichwörtlich. Tobler im Appenzellischen Sprachschatz hat: Ussig wie der Tod von Ipern. In Nürnberg hat man dafür den »Tôud von Forchem«.
AussehenEr sieht aus wie der Vollmond.
AussehenEr sieht aus wie der wilde Peter (Peter von Hameln).
AussehenEr sieht aus wie die Arbeit der Beindrechsler.
Sehr dürftig und abgemagert, besteht bloß aus Haut und Knochen.
AussehenEr sieht aus wie die Berliner Kaffe-Lotte.
AussehenEr sieht aus wie die böse Sieben.
Köthen
AussehenEr sieht aus wie die Gefangenen aus Pylos.
Elend und jämmerlich, bleich, schmutzig und abgemagert. - Pylos war eine Stadt in Lakonien, die Kleon belagerte und einnahm. Die aus der Niederlage übriggebliebenen, schwach, bleich und elend Aussehenden führte er nach Athen.
la] Similes videntur captivis ex Pylo. (Aristoph.)
AussehenEr sieht aus wie die guten Biren.
AussehenEr sieht aus wie die Löwen auf dem Markte zu Smithfield.
en] He looks as fierce, as the lions at Smithfield's bars.
AussehenEr sieht aus wie die Mutter Maria von Pegau, der die Mäuse das Gold abgeknabbert haben.
AussehenEr sieht aus wie die teure Zeit.
AussehenEr sieht aus wie Dreckbartel.
AussehenEr sieht aus wie drei Tage Regenwetter und der vierte noch nicht hübsch.
Nimptsch in Schlesien. Ähnlich sagen die siebenbürgischen Sachsen von einem düster und trüb Gestimmten: E segt wä droa Daach Rênwedder.
AussehenEr sieht aus wie ein abgelecktes Syropkloß.
nl] Hij ziet er uit als een afgelikt stroop-broodje.
AussehenEr sieht aus wie ein abgesogner Molkenkeilch.
Keilchen = Klöße.
AussehenEr sieht aus wie ein Adler und ist so klug wie ein Auerhahn.
cz] Na pohled orel, a rozum tetreví.
AussehenEr sieht aus wie ein ausgenommener Hering.
Schlesien. Von einem sehr Magern und Blassen sagten die Alten: Er sieht aus wie Chaerephon. Es war dies ein griechischer Trauerspieldichter, der die Geschichte der Herakliden schreiben wollte, aber durch das viele Nachsuchen und Arbeiten seinen Körper so angegriffen hatte, dass ihn eine Laterne hätte durchscheinen können, wo durch er zum Sprichwort wurde.
la] Nihil differs a Chaerephonte.
nl] Hij ziet er uit als een gespannen Haas.
AussehenEr sieht aus wie ein beregnetes Huhn.
Eifel.
nl] Hij ziet er uit, als of hij uit een' gieter gedronken had.
nl] Hij ziet er uit, of hij door een' giter gedropen was.
AussehenEr sieht aus wie ein betrübter Lohgerber, dem die Felle weggeschwommen sind.
nl] Hij ziet er uit als een verdronken half.
nl] Hij ziet er uit als eene serzopne kat.
AussehenEr sieht aus wie ein Bettpisser.
Verlegen, beschämt. Das holländische Wort Pissebed bezeichnet aber auch die Mauerassel, die Kellerassel, und verbindet damit den Nebenbegriff des Hässlichen und Widerwärtigen.
AussehenEr sieht aus wie ein Bild, das keine Nase hat.
AussehenEr sieht aus wie ein Blasefeuer.
Holstein. Angeblasene Glut, die einen roten Schein gibt. Auch von einem Menschen mit einem feuerroten Gesicht.
AussehenEr sieht aus wie ein Bock aus Norwegen.
Unfreundlich, mürrisch.
AussehenEr sieht aus wie ein Bock, der Knoblauch frisst.
Der denselben im Maule herumwälzt, weil er ihm nicht schmeckt. Wem etwas Unliebsames begegnet.
AussehenEr sieht aus wie ein Bonbon, das in den Dreck gefallen ist.
Von Leuten, die mit geschniegeltem Wesen und marzipaner Erscheinung schäbige Beisätze von Unbildung und Roheit verbinden.
AussehenEr sieht aus wie ein Daus (o. Däuschen).
Resonders auf Kinder angewandt; geputzt wie ein Däuschen.
AussehenEr sieht aus wie ein Erzfilou.
AussehenEr sieht aus wie ein Essigtopf.
AussehenEr sieht aus wie ein Falk und singt (o. schreit) wie eine Krähe.
cz] Od pohledu sokol, a po hlasu vrána.
AussehenEr sieht aus wie ein Falschmünzer.
nl] Hij ziet er uit als een valche munter.
AussehenEr sieht aus wie ein Feld voll Teufel.
AussehenEr sieht aus wie ein Feuerriepel.
AussehenEr sieht aus wie ein Flecksiederwams.
Schmutzig, unsauber usw.
AussehenEr sieht aus wie ein Frosch, der verdaut.
Der Verfasser eines Romans, um die Hässlichkeit eines gewissen Bischofs zu schildern.
AussehenEr sieht aus wie ein fürstlicher Befehl.
Henneberg. Gibt sich das Ansehen der Wichtigkeit.
AussehenEr sieht aus wie ein Geist.
AussehenEr sieht aus wie ein geklatschter Bauernarsch.
Rot, glatt mit Striemen. Ob die anderen nach derselben Operation anders aussehen?
AussehenEr sieht aus wie ein geleckter Kater.
Ostpreußen
AussehenEr sieht aus wie ein geputzter Kalbskopf.
Ein aufgeputzter Mensch mit kahlem Schädel.
AussehenEr sieht aus wie ein gerupfter Fink.
nl] Hij ziet er uit als een geplukte vink.
AussehenEr sieht aus wie ein geschissner Apfelbrei.
AussehenEr sieht aus wie ein geschorner Affe.
Lächerlich.
AussehenEr sieht aus wie ein geschwollener Ochs.
AussehenEr sieht aus wie ein Gesicht ohne Nase.
AussehenEr sieht aus wie ein gesottener Krebs.
la] Ad imos talos mihi manat sudor.
AussehenEr sieht aus wie ein gespienes Apfelmus.
Bayern
AussehenEr sieht aus wie ein gestochener Bock.
nl] Hij ziet er uit als een schelvisch die gestorben.
nl] Hij ziet er uit, of er een troep soldaten in gebivouacqueerd heeft.
AussehenEr sieht aus wie ein gestochenes Kalb.
Der Säufer.
AussehenEr sieht aus wie ein getüpfelter Tanzboden.
Bayern. Von Pockennarbigen. Weil die Landleute häufig eiserne Nägel auf den Schuhen tragen, wodurch der Tanzboden zahllose kleine Gruben erhält.
AussehenEr sieht aus wie ein Groschenferkel.
AussehenEr sieht aus wie ein Haselhuhn.
So sagten die Alten von gebrandmarkten Sklaven, weil das Haselhuhn bunt punktiert ist.
la] Attagen.
AussehenEr sieht aus wie ein Häufchen Unglück.
AussehenEr sieht aus wie ein Hosenscheißer.
AussehenEr sieht aus wie ein Hühnergreifer.
AussehenEr sieht aus wie ein Hund hinter der Tür.
Also wohl nicht sehr freundlich und wohlwollend.
en] He looks like a dog under a door.
AussehenEr sieht aus wie ein Hund ohne Zagel (Schwanz).
Ostpreußen
AussehenEr sieht aus wie ein Kalb Moses.
AussehenEr sieht aus wie ein Kalendermacher.
AussehenEr sieht aus wie ein Kätzlein, das niesen will.
AussehenEr sieht aus wie ein Konfirmand.
Frisch, rein, nett.
jüdisch-deutsch] Wie e Bar-Mizwo-Jüngelche.
AussehenEr sieht aus wie ein Kriminalprozess.
Sehr ernst, finster, drohend.
AussehenEr sieht aus wie ein Küchlein, das eben aus dem Ei kommt.
nl] Hij kijkt als een kucken dat pas uit den dop komt.
AussehenEr sieht aus wie ein lachendes Eichhörnchen.
AussehenEr sieht aus wie ein Leipscher Jude.
Leipa. Nordböhmen.
AussehenEr sieht aus wie ein Leschak.
Frisch und gesund.
AussehenEr sieht aus wie ein Mastochse.
AussehenEr sieht aus wie ein Mensch, der nicht bis zwölf zählen kann.
Da muss er schon ziemlich gescheit sein, we nigstens denen gegenüber, die nicht auf drei zählen können.
AussehenEr sieht aus wie ein Muff.
Köthen
AussehenEr sieht aus wie ein Ochse, der dem Fleischhauer entlaufen ist.
la] Tauricum tueri.
nl] Hij ziet gelijk eenes die den stager ontloopen is.
AussehenEr sieht aus wie ein Ofenkehrer.
nl] Hij heeft zeken de kagchet gepoest.
AussehenEr sieht aus wie ein polnischer Bauer, der morgens aus dem Stroh kriecht.
»Auch die Mannspersonen sind in der Hoffart ersoffen. Die Haare müssen also gestrobelt sein, wie bei einer bösen Sau und hinten sind sie zottig, als hätten die kleinen Katzen daran gesogen. Sehen aus wie ein polnischer Bauer, der morgens aus dem Stroh kriecht.« (Trewhertzige Warnung wieder die Hoffertigen vnnd übermut ungestellt Kleidung itziger Weiber und Mannspersonen.)
AussehenEr sieht aus wie ein Protokoll für fünftehalb Böhmen (d. i Pfennige).
Schlesien
AussehenEr sieht aus wie ein Pudel, der seinen Herrn sucht.
fr] Crotté comme un barbet qui cherche son maître.
AussehenEr sieht aus wie ein Schäbehesse.
Breslau. Abgeschabt, schäbig.
AussehenEr sieht aus wie ein Schafdämel.
AussehenEr sieht aus wie ein Schäker.
D. i. wie ein Schächer - elend und kränklich.
AussehenEr sieht aus wie ein Schatten.
AussehenEr sieht aus wie ein Schellfisch (o. wie ein toter Kabeljau).
AussehenEr sieht aus wie ein Schelm.
Gehört zu den physiognomischen Sprichwörtern.
AussehenEr sieht aus wie ein Schinderknecht.
AussehenEr sieht aus wie ein Schlosshund.
AussehenEr sieht aus wie ein Schmiedeknecht.
Hat ein gleißend rotglühend Gesicht.
AussehenEr sieht aus wie ein Stettiner Apfel.
Blühend, rot und schön.
AussehenEr sieht aus wie ein Strauchdieb.
fr] Avoir la mine de demander l'aumône au coin d'un bois.
nl] Hij ziet er uit, als een straat (or-struck) roover.
AussehenEr sieht aus wie ein Strauchteufel.
AussehenEr sieht aus wie ein Topf voll Ratten und Mäuse.
AussehenEr sieht aus wie ein Topfbinder.
Böhmen. D. h. schlecht, schmutzig gekleidet, zerlumpt.
AussehenEr sieht aus wie ein türkischer Mufti.
Ernst, finster, sauer.
AussehenEr sieht aus wie ein ungebackener Pfannkuchen.
»In London hatte jemand Schwindelgeschäfte an der Stockbörse gemacht und die Mäkler nicht bezahlt; er wurde daher nach altem Brauch mit faulen Eiern und Mehl beworfen, bis er aussah wie ein ungebackener Pfannkuchen.« (Gradaus, Philadelphia vom 26. März 1854.)
AussehenEr sieht aus wie ein Vertriebener aus der Pfalz.
Ist schlecht gekleidet.
AussehenEr sieht aus wie ein Wald voller Teufel.
la] Titanicum tueri.
la] Titanicus adpectus. (Lucian.)
AussehenEr sieht aus wie ein wilder Schweinskopf, dem man Blumen ins Maul gesteckt hat.
Wenn gewisse Leute sich mit großen Dingen abgeben. (L. Börne, Gesammelte Schriften, Hamburg 1840)
AussehenEr sieht aus wie ein Zahnbrecher.
en] He looks like a tooth-drawer.
AussehenEr sieht aus wie ein zerfetzter Rock.
Einen verabscheuten und verstoßenen Menschen nannten die Griechen einen zerrissenen Rock. Während das Kleid neu ist, gilt es.
la] Pannus lacer. (Lucian.)
nl] Hij zag er uit als een omgekurd huus van ongebleekt katoen.
AussehenEr sieht aus wie ein Zieselbär.
Wenn die Haare wild herumhangen.
AussehenEr sieht aus wie eine alte Badereiberin.
AussehenEr sieht aus wie eine angebrannte Milchsuppe.
AussehenEr sieht aus wie eine angelaufene Glasscheibe in einer Badestube.
Schmutzig, trübe, unsauber, widerlich.
AussehenEr sieht aus wie eine ausgestreifte Mettwurst.
Osnabrück. Hager und mager.
AussehenEr sieht aus wie eine Büßerin.
nl] Hij ziet er uit gelijk eene Magdalene.
AussehenEr sieht aus wie eine Elster, die in einen Marcknochen gucken will.
AussehenEr sieht aus wie eine Ente, wenn's wetterleuchtet.
Hat zu viel getrunken.
AussehenEr sieht aus wie eine Eule in Todesnöten.
AussehenEr sieht aus wie eine Fastenpredigt.
Dürftig, hungrig, elend.
AussehenEr sieht aus wie eine Gans, die einen Apfel sucht.
AussehenEr sieht aus wie eine gebadete Katze.
AussehenEr sieht aus wie eine gebadete Maus.
AussehenEr sieht aus wie eine Gorgo.
Die Schlangenhaare hatten und diejenigen versteinerten, die sie ansahen.
AussehenEr sieht aus wie eine grüne Sieben.
Nordböhmen. Farblos, bleich.
AussehenEr sieht aus wie eine Henne, der man die Eier zertreten hat.
Volksgarten, Berlin 1864
AussehenEr sieht aus wie eine Hirsescheuche.
AussehenEr sieht aus wie eine Kalkwand.
AussehenEr sieht aus wie eine Katze im Donnerwetter.
AussehenEr sieht aus wie eine Katze, die Essig getrunken hat.
AussehenEr sieht aus wie eine Krautscheuche.
la] Ominabitur aliquis te conspecto.
AussehenEr sieht aus wie eine Kuh in einem finstern Walde.
AussehenEr sieht aus wie eine Kuh mit einem Kranze von Himmelsschlüsseln.
en] He looks like a cow stuck with primroses.
AussehenEr sieht aus wie eine Leiche.
Sehr blass.
AussehenEr sieht aus wie eine Leichenpredigt.
AussehenEr sieht aus wie eine Münze von Kyzikos.
Von einem, der sich nicht gleichbleibt, weil die Münzen der Kyzikener auf der einen Seite das Bild der Cybele, auf der anderen das eines Löwen trugen.
la] Cyziceni stateres.
AussehenEr sieht aus wie eine Nachteule.
la] Nihil differt a Chaerephonte. (Aristophanes.)
AussehenEr sieht aus wie eine Pflaume, die am Scharlachfieber stirbt.
Von kupferrothen Trunkgesichtern.
AussehenEr sieht aus wie eine rechte Geiß.
Schweiz
AussehenEr sieht aus wie eine Sau, die Molken säuft.
AussehenEr sieht aus wie Einer, der Elf gefressen hat, und den zwölften packen will (o. nicht runter kriegt).
AussehenEr sieht aus wie einer, der vom Galgen gefallen ist (o. wie ein Galgenschwengel).
AussehenEr sieht aus wie Esau, wenn er von der Jagd kam.
Jüdisch-deutsch. Wenn jemand sehr erhitzt ist.
AussehenEr sieht aus wie Humpelmatz.
Berlin
AussehenEr sieht aus wie Kamptz mit der dreifarbigen Kokarde.
Berliner Redensart aus dem Jahre 1848; daher weil der preußische Minister Kamptz, der um das Jahr 1820 als Direktor der Polizei die Studenten wegen eines dreifarbigen Uhrbandes in Anklage versetzte und 1848 in den Märztagen mit einer tellergroßen dreifarbigen Kokarde in den Straßen Berlins herumging.
AussehenEr sieht aus wie Kotzebues Verzweiflung.
Bezieht sich auf Kotzebues Weltschmerz.
AussehenEr sieht aus wie Lazarus, als er aus dem Grabe kam.
nl] Hij ziet er uit, als een opgeweckte Lacurus.
AussehenEr sieht aus wie Löffel am Galgen.
AussehenEr sieht aus wie Lumps und Lex.
Unordentlich.
AussehenEr sieht aus wie Mars.
Finster, furchtbar.
la] Martem tueri. (Aristoph.)
AussehenEr sieht aus wie meines seligen Ohms leibhafter Perückenstock.
Von Steifheit und Unbeholfenheit in Gesellschaft.
AussehenEr sieht aus wie Milch und Blut.
AussehenEr sieht aus wie Milchsuppe.
AussehenEr sieht aus wie Peter von Hameln.
Dieser Peter wurde von einem Bürger aus Hameln im Jahre 1726 auf der Wiese als ein nacktes, braungelbes Geschöpf gefunden und in die Stadt gelockt, wo es von den Straßenjungen den Namen Peter erhielt, dann ins Spital gebracht, wo man mit dem wilden Menschen allerhand Experimente machte. Die Gelehrten glaubten in ihm ein Exemplar der menschlichen Urrasse gefunden zu haben und stritten sich darüber, bis endlich Blumenbach herausbekam, dass es ein seiner Mutter davongelaufener blödsinniger Knabe war. (Morgenblatt, 1858)
AussehenEr sieht aus wie Pfefferanton.
In Hirschberg (Schlesien) lebt etwa seit 1830 eine kleine, dicke, männliche Person Namens Rittner, allgemein unter dem Namen Pfefferanton bekannt, einem Namen, den er von den Primanern des Gymnasiums, denen er Stiefeln und Kleider zu reinigen pflegte, erhalten hat. Sie beschenkten ihn reichlich und machten ihn zu ihrer lustigen Figur, wozu er sich infolge seiner komischen Gestalt und der Höflichkeitsformen, die er sich angeeignet und die nicht minder drollig sind, vortrefflich eignet. Er hat eine Anzahl Gedichte gelernt, die er an öffentlichen Plätzen oder wo man sich sonst durch ihn erheitern lassen will, deklamiert. In der Regel putzt er sich, wenn er für diesen Zweck in eine lustige Gesellschaft gerufen wird, sehr bunt aus, was sein Erscheinen noch komischer macht. Wo er im Kreise in seiner Weise mit allerhand bunten Bändern usw. geputzt erscheint, hat er stets einen Kometenschweif junger Generation zum Gefolge.
AussehenEr sieht aus wie Pietsch.
Dämlich, trunken, säuferartig. Mit dem Namen Pietsch bezeichnen die berliner Gassenjungen einen durch den Trunk um den Gebrauch seiner Urteilskraft gekommenen Mann im reifern Lebensalter.
AussehenEr sieht aus wie Rosemok Popolski.
AussehenEr sieht aus wie Ruppsock.
AussehenEr sieht aus wie sauer Bier mit nüchterner Spucke.
AussehenEr sieht aus wie Schafkopf (o. Schöps).
AussehenEr sieht aus wie Scheiß in'n Teich.
Schlesien
nl] Je ziet er uit als een sleijcklok.
AussehenEr sieht aus wie Schinderhannes.
Der bekannte deutsche Räuberhauptmann. - Die Böhmen und Polen sagen von einem Menschen, der ein abstoßendes Äußere hat und wie ein Räuber und Mordbrenner aussieht: Vyhlízí jako Jatvez. Die Polen: Wyglada jak Jadzwinga.
AussehenEr sieht aus wie Schreibpapier.
Erschrak dermaßen, dass er aussehe, wie Schreibpapier.«
AussehenEr sieht aus wie sieben Jahre teuere Zeit.
AussehenEr sieht aus wie sieben Meilen böser Weg.
Schlesien
AussehenEr sieht aus wie sieben Tage Regenwetter.
AussehenEr sieht aus wie sieben Töpfel Mäuse.
Nordböhmen
AussehenEr sieht aus wie Spei mit Sand.
AussehenEr sieht aus wie Tripstriller.
Schlesien
AussehenEr sieht aus wie verbranntes Malz.
Thüringen. Finster, mürrisch, sauertöpfisch, verdrießlich.
AussehenEr sieht aus wie vom Zuchthaus heraus.
Rottenburg
AussehenEr sieht aus wie Wein, und ist doch Wasser.
AussehenEr sieht aus wie Weißbier und Spucke.
AussehenEr sieht aus wie's Kätzle am Bauch.
Rottenburg. Blass.
AussehenEr sieht aus zum Davonlaufen.
Breslau
So elend, liederlich angezogen. Auch scherzweise: das ist zum Davonlaufen.
AussehenEr sieht aus, als äß' er die Woche nur einmal.
AussehenEr sieht aus, als habe er elf gefressen und den zwölften wolle er packen.
Ostpreußen
Die siebenbürgischen Sachsen sagen von einem, der scharf und finster dreinblickt: E segt, wä won e înt frêsse wîl. Und: E segt grass wä en Dannerwedder.
nl] Hij ziet er uit, als of hij von Grimberg was.
AussehenEr sieht aus, als habe er Senf gegessen, und lacht nicht, es falle denn ein Turm um.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er am Pranger gestanden.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er den Prozess verspielt.
nl] Hij kijkt als of hij zijne goud beurs op eene boeren kermis verloren had.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er Dosten gegessen.
Wenn jemand Kraft und männlichen Mut zeigt. Von der Schärfe des genannten Krautes, das auch Wohlgemut heißt.
la] Origanum tueri.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er drei Tage am Galgen gehangen.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er drei Tage im Grabe gelegen.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er drei Tage im Rauche gehangen.
nl] Hij ziet er zoo zwart en verbrand uit als of hij familie van Luzifer war.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er Holzäpfel genascht.
la] Homo tetricus et sinapi victitans.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er Krebse gegessen.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er Kresse gegessen.
Finster, ernst, aber auch Kraft und männlichen Mut zeigend.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er Maikäfer gefrühstückt.
AussehenEr sieht aus, als hätt' er Mäuse gefressen (und schnappt um sich, als sei sein Appetit noch nicht gestillt).
AussehenEr sieht aus, als hätt' er Schwefelhölzer gegessen.
AussehenEr sieht aus, als käm' er vom Aschermittwoch.
Voll Staub.
nl] Je ziet er uit als een slijklok.
AussehenEr sieht aus, als könnte er kein Wasser (o. Wässerchen) betrüben.
AussehenEr sieht aus, als lebte er von lauter Senf.
la] Si ecastor hic homo sinapi victitet, non censeam tam tristem esse posse. (Plautus.)
AussehenEr sieht aus, als ob er auf Erbsen geschlafen hätte.
Der mit Pockennarben Bedeckte.
AussehenEr sieht aus, als ob er das große Los gewonnen hätte.
AussehenEr sieht aus, als ob er dem Tode entlaufen wäre.
AussehenEr sieht aus, als ob er drei Pfund Galläpfel im Leibe hätte.
AussehenEr sieht aus, als ob er gegen Wilddiebe ausginge.
en] You look as though you would make the crow a pudding; or go to fight the blacks.
it] Avere mala gatta da pelere.
AussehenEr sieht aus, als ob er Heiterkeit zu verkaufen hätte.
Berlin. So pflegte der Physiker Magnus mit Bezug auf den stets heiteren Direktor Spilleke zu sagen.
AussehenEr sieht aus, als ob er in den letzten Schuhen ginge.
nl] Hij ziet er uit als of hij in zijne laatste shoenen liep.
AussehenEr sieht aus, als ob er nach Wieringen hineinsollte.
Sehr furchtsam und ängstlich. Entlehnt von der mitunter sehr beschwerten Fahrt nach Wieringen.
AussehenEr sieht aus, als ob er nicht auf fünf zählen könnte und hat danach zehn im Ärmel.
Hat's hinter den Ohren.
AussehenEr sieht aus, als ob er Prenzlau verraten hätte.
Uckermark. Von dem unter dem ersten Hohenzoller von seiten der Bürgermeister Belz und Grieben begangenen Verrat der Stadt an die Pommern. Von einem, der verdutzt aussieht, weil er sich nichts Gutes bewusst ist.
AussehenEr sieht aus, als ob er seine Mutter gehängt hätte.
en] To look as if he had sucked his dam through a hurdle.
AussehenEr sieht aus, als ob er Vianen verraten hätte.
Niederlande
Von jemandem, der ein verwildertes Aussehen hat und nichts Gutes erwarten lässt. Entlehnt von dem berüchtigten Gijsbert Baas, der um das Jahr 1481 wegen Meuterei aus Viane verbannt wurde und die Stadt dann aus Rache an die Utrechter verriet.
AussehenEr sieht aus, als ob ihm das Korn verhagelt wäre.
Blutarm, lumpig.
fr] Il a bien l'air grêlé.
AussehenEr sieht aus, als ob ihm der Herbst erfroren wäre.
Ärmlich.
AussehenEr sieht aus, als ob ihm eine Katze die Augen gesogen.
AussehenEr sieht aus, als ob seine Mutter ein Rochen wäre.
Sehr hässlich; von dem ekeligen Aussehen dieses Fisches.
AussehenEr sieht aus, als sollte man ihm gen Himmel läuten.
AussehenEr sieht aus, als wär' ein guter Herrgott aus ihm zu schnitzen.
Ein hölzernes Crucifix; hölzern, dumm, klotzig.
nl] Hij ziet er uit, als of hij uit een' dijk gehouwen ware.
AussehenEr sieht aus, als wär' er aus dem Grabe gekommen.
AussehenEr sieht aus, als wär' er vom Galgen gefallen.
Schlesien
dk] Som seer ud som han var ophaengt og nedlöst i gim.
nl] Hij ziet er uit als iemand, die voor de galg gruwt.
AussehenEr sieht aus, als wär' er von den Lesbiern (o. er machte den Lesbiern alle Ehre).
Altgriechisch. Wo nichts dahinter ist; denn die Lesbier standen wegen ihrer Eitelkeit und Windmacherei in üblem Rufe. Auch vom Schmutzigen und Unreinen. Lesbisch reden, handeln, ist soviel als sich besudeln.
AussehenEr sieht aus, als wären ihm seine Schafe in den Weizen gelaufen.
Reuter, Schurr, Murr, Wismar 1863
AussehenEr sieht aus, als wenn der Teufel Erbsen auf ihm gedroschen hätte.
Pockennarbig; so, als ob Mottenlöcher im Gesicht wären.
nl] Hij ziet er mottig uit.
AussehenEr sieht aus, als wenn die Katze blitzen sieht.
AussehenEr sieht aus, als wenn die Katze donnern hört.
AussehenEr sieht aus, als wenn er alle Karfreitage äße.
AussehenEr sieht aus, als wenn er Almosen in einem Hohlwege sammeln wollte.
Wie ein Straßenräuber.
fr] Il a la mine de demander l'aumône au coin d'un bois.
AussehenEr sieht aus, als wenn er auf der Nase gegangen wäre.
AussehenEr sieht aus, als wenn er aus dem Brotkorbe getrunken hätte.
Sehr betrübt, weil man aus dem Brotkorbe nicht trinken kann.
AussehenEr sieht aus, als wenn er aus dem Grabe aufgestanden wäre.
la] Similes videntur captivis ex Pylo.
AussehenEr sieht aus, als wenn er aus dem Hengelspott (o. Henkeltopf) getrunken hätte.
Osnabrück. Sehr vergnügt. Kommt wohl von Kindern her, denen Mägde keinen größeren Gefallen tun können, als wenn sie ihnen dies erlauben.
AussehenEr sieht aus, als wenn er aus einer belagerten Stadt käme.
nl] Hij ziet er uit, of hij uit eene belegerde stad komt.
AussehenEr sieht aus, als wenn er dem Teufel aus der Bleiche entlaufen wäre.
Sehr blass.
nl] Hij heefs eene coleur, of hij in tabak en brandewijn was opgekocht.
AussehenEr sieht aus, als wenn er den Heiligen das Wachs abgefressen hätte.
Sehr gelb.
AussehenEr sieht aus, als wenn er den Teufel fressen wollte, und fürchtet sich vor einem toten Frosche.
nl] Hij ziet zoo bril, of hij den duivel von bennen, en hij heeft geen courage om een dooden kik vorsch te mannen.
AussehenEr sieht aus, als wenn er den Teufel hätte sehen barfuß gehen.
AussehenEr sieht aus, als wenn er die Viehseuche erfunden hätte.
AussehenEr sieht aus, als wenn er durch die Fleischbänke geschleppt worden wäre.
Zerprügelt, zerfleischt.
AussehenEr sieht aus, als wenn er ein Lineal verschluckt hätte.
Der Steife.
nl] Hij ziet er uit, hof hij een' paal ingestikt had.
AussehenEr sieht aus, als wenn er einen falschen Eid geschworen hätte.
Von einem, der kein gutes Gewissen hat.
AussehenEr sieht aus, als wenn er Einen fressen wollte.
AussehenEr sieht aus, als wenn er ihrer fünf drauf (auf sich) hätte.
nl] Hij kijkt als of hij er vijf op had.
nl] Hij ziet, als of hij er zeven op had.
AussehenEr sieht aus, als wenn er in der Beutelkiste (in der Mühle) gesteckt hätte.
Weiß wie Mehl, Puder usw.
AussehenEr sieht aus, als wenn er junge Katzen gesäugt hätte.
Osnabrück. Schlecht, elend.
AussehenEr sieht aus, als wenn er mit dem Dämelsack geschlagen wäre.
Neiße. Sehr dumm.
AussehenEr sieht aus, als wenn er nicht auf drei zählen könnte.
AussehenEr sieht aus, als wenn er nicht bis zehn zählen könnte.
AussehenEr sieht aus, als wenn er noch kein Wasser betrübt hätte.
»He süt ut, as wenn he kên Water bedröwet hevt.« - Er hat stilles, unschuldiges Ansehen.
AussehenEr sieht aus, als wenn er Strumpfwein getrunken hätte.
Der so sauer sein soll, dass bei seinem bloßen Anblick die größten Löcher in den Strümpfen sich von selbst zusammenziehen.
AussehenEr sieht aus, als wenn er vom Galgen käme.
AussehenEr sieht aus, als wenn er weder gewonnen noch verloren hätte.
en] He looks as if he had neither won nor lost.
AussehenEr sieht aus, als wenn er zehn gefressen hätte und der elfte wär' ihm im Halse stecken geblieben.
AussehenEr sieht aus, als wenn ihm die Butter vom Brote gefallen wäre.
AussehenEr sieht aus, als wenn ihm die Hühner die Butter vom Brote gefressen hätten.
AussehenEr sieht aus, als wenn ihm die Nase bedrippt ist.
Bedrippt - betröpft, aber auch betrübt.
AussehenEr sieht aus, als wenn man ihm gen Himmel geläutet hätte.
Der von Not Ausgezehrte.
AussehenEr sieht aus, als wollt' er einen (alle) verschlingen.
fr] Il est fait comme un diable qui revient du pillage.
la] Coelum territat.
la] In antro Trophonii vaticinatus est.
la] Totus echinus asper.
AussehenEr sieht aus, als wollt' er Gottes Marter schwören.
AussehenEr sieht aus, als wollte er mit Sonne und Mond Kegel schieben.
Ekkehard von Scheffel
AussehenEr sieht aus, as en Osse, der dem Fleischhauer entloopen is.
AussehenEr sieht aus, as wenn he de Höll anblaset hädde.
Hamburg
AussehenEr sieht aus, as wenn he mit den Hönern vom Bredde getten hädde.
Hamburg
AussehenEr sieht aus, dass die Hunde kein Brot von ihm fressen möchten.
AussehenEr sieht aus, dass die Milch davon sauer wird.
AussehenEr sieht aus, dass eine Binsenspitze Blut aus seinen Wangen ziehen könnte.
Gesund und schön, so wohlgenährt und rosig.
AussehenEr sieht aus, man könnte ihm das Vaterunser durch die Backen blasen.
AussehenEr sieht aus, man möchte ihm den Sonntagsdreier schicken.
nl] Hij ziet er uit dat men hem zijne Zondagsduiten te bewaren zou geven.
AussehenEr sieht aus, wenn er in Milch sähe, würde sie sauer.
AussehenEr sieht aus, wie der Mönch, als ihn die Frau aus dem Federfass ließ.
AussehenEr sieht nicht danach aus als sollte er ersaufen.
Er hat eine Galgenphysiognomie.
AussehenEr sieht schlimmer aus als er ist.
fr] Il n'est pas si noir qu'il est diable.
AussehenEr sieht so aus, dass es Gott erbarmen möchte.
AussehenEr sieht so lieblich aus, wenn er in Milch sähe, sie würde sauer.
AussehenEr siht auss, als hob' er ein Kindl erbissen.
AussehenEs sieht aus als hätte der Schwede hier gehaust.
Von den Auftritten des Dreißigjährigen Kriegs entlehnt.
AussehenEs sieht aus als ob man in ein Rauchloch käme.
nl] Het ziet er uit, als of men im eene kombuis komt.
AussehenEs sieht aus wie auf Bettelmanns Herberge.
var] Es sieht aus wie in einer Bettler- (Pracher-, Zigeuner-) Herberge.
AussehenEs sieht aus wie beim Bettelmann.
AussehenEs sieht aus wie ein Bild, das keine Nase hat.
AussehenEs sieht aus wie eine göttliche Rute.
AussehenEs sieht aus wie in Kaiser Karl's Rüstkammer.
Schweiz. Es ist alles durcheinander, oder von veralteten Dingen.
AussehenEs sieht aus wie in Kleinpolen.
AussehenEs sieht aus wie in Russisch-Polen.
AussehenEs sieht aus wie in Triebel, wo die Gänse das Steinpflaster gefressen haben.
Triebel, ein stilles Städtchen des sorauer Kreises, wo viel Gras auf dem Markte und in den Straßen wächst, so dass die Gänse darauf weiden; die Umgegend betrachtet es als ihr Schöppenstedt, und neckt es auf verschiedene Weise.
AussehenEs sieht aus, als wenn eine Spinne die andere fräße.
AussehenEs sieht aus, wie in einem polnischen Wurstladen.
Um große Unordnung zu bezeichnen.
AussehenEs sieht auss asse ene gebackene Birne oder ein welker Rattig.
Schlesien. A. Gryphius lässt einen Verliebten in der geliebten D... sein Herz in dieser Weise beschreiben.
AussehenEs sieht nicht immer einer wie der andere aus.
la] Facies non omnibus una est. (Ovid)
AussehenEs sieht schlumprig aus damit.
nl] Het ziet er belabberd uit met die zaak.
AussehenEs sieht so windig aus wie in einer evangelischen Gemeinde (o. Kirche).
AussehenEs sieht windig aus.
AussehenEs würde aussehen, als wollte ich mit meiner Ehrlichkeit prahlen, sagte der Strolch, als er einen Fünfthalerschein gefunden hatte, ich werde daher keine Anzeige machen.
AussehenEt süht grad ût wie en Lûs op en Botterwell.
Meurs
AussehenHä siht so frundlich ut aß 'n Sack vull jungensche Katten.
AussehenHä siht ut aß 'n Nest vull junge Ulen.
AussehenHä siht ut aß uosen lêwen Harrgott sîn Musfanger.
AussehenHä siht ut, as ha 'r in drie Wochen in 'n Pisspott lä'n.
AussehenHä siht ut, as wenn 'r met de Brut kramen is.
AussehenHä siht ut, aß wenn 'r ut de Gosse soapen her.
AussehenHä siht ut, Ein'n künn' Kinner met to Bedde ja'n.
AussehenHä sühd ut as de Däüd fan Stêipen.
Entsetzlich dürr und elend.
AussehenHä sühd ût as et éiwige Léäwen.
Gesund.
AussehenHä sühd ut, as de Elwen derâne wären.
Grafschaft Mark
AussehenHä sühd ut, as wen hä Bast knagende.
AussehenHä süht us we 'nen Duhde, dä us dem Wezhuus kükt.
Köln
AussehenHä süht us wie der Schatten an der Wand.
Breslau
AussehenHä süht ut as de dot von Ipen (Ipern).
Iserlohn. Entsetzlich dürr und elend.
AussehenHä süht ût as de elfte Düwel.
D. h. schwarz.
AussehenHä süht ût as et éiwige Leäwen.
D. h. gesund.
AussehenHä süht ût as et wille Für.
Blühend, Wild Feuer = Rothlauf, Rose. Aber auch wilde, ausgelassene Mädchen werden in der Grafschaft Mark »will Fuir« genannt.
AussehenHä süht ût, as wan Eärften op sînem Gesichte duarsken wären.
Eärften = Erbsen; duarsken = gedroschen
AussehenHä süht ût, as wan hä kaine drai tellen kön, män hä heäd se dubbeldicke ächter den Oaren.
Grafschaft Mark
AussehenHä süht ût, as wan se'ne med der Tange im Äse pakked hän.
AussehenHä suid so fromm éût, as wan hä noch nui en Wéäterken flaumed hädde.
Grafschaft Mark; éût = aus; Wéäterken = Wässerlein; flaumed = getrübt
AussehenHä süt us wie ä Döppe voll Deiwel.
Siegen
AussehenHä süüt esu dölich ûs, we en ûsländisch Plänzche.
Köln; dölich = abgemergelt.
AussehenHä süüt ûs we 'ne Plöckvuggel.
Köln; Rupfvögel, d. i. abgerissen, zerfetzt.
AussehenHä süüt ûs we de döhr Zick.
Köln; döhr Zick = teure Zeit.
var] He sütt ut as de düre Tîed.
Altmark. Wenn es sehr schlecht geht oder von einem, der ausgehungert aussieht.
var] He sütt ut as de schraoe Tid.
Büren; Schrao, schraowe = mager, dürr.
AussehenHä süüt ûs we der Dudegräver en Apost'ln.
Köln
AussehenHä süüt ûs, als ov hä Sorekappes met Schnüsscher gässen hätt'.
Köln; Sorekappes = Sauerkraut; Schnüsscher = Schweinsschnäuzchen.
AussehenHat sjocht ütj, üs an Flag üb an Njoxwente.
Nordfriesland. Er sieht aus wie eine Flagge auf einem Mistkarren.
AussehenHe sieht ut aß 'n Sternkiker.
Lippe. Wenn Jemand im Gesicht schwarz oder schmutzig ist.
AussehenHe sitt ut wie e bedröppter Hahn (o. wie e bedröppte Henn).
AussehenHe sitt ut wie e drachtge Lörch.
AussehenHe sitt ut wie geschwollner Pracher.
Ist sehr dick, corpulent.
AussehenHe sitt üt, as wenn em en unsichbarn Hand in ênsten weg (unaufhörlich) Assafötida ünder de Näs riben däd.
AussehenHe süht grad ût wie en afgeleckte Kesbröck.
Meurs; Kesbröck = Käsebemme.
AussehenHe süht so fründelk ut as 'n Arm vull junge Katten.
AussehenHe süht ût as 'n Pott voll Müs.
Altmark
AussehenHe süht ut as 'n wegnâmen Schôk.
Hat ihren Grund »in alter Fabeley, dass die Hexen und Gespenster die Kinder umtauschen.«
AussehenHe süht ut as de Dôd von Dassow.
Von einem totblassen, mageren Menschen.
AussehenHe süht ut, as wenn de Katt Klümp ett.
Mecklenburg
AussehenHe süht ut, as wenn he kên Wâter dröft hett.
AussehenHe süt ût as 'n Eker.
Altmark. Er macht ein freundlich Gesicht wie ein Eichhörnchen.
AussehenHe süt ut as Waddik un Wêdage.
Er sieht sehr kränklich aus. Waddik ist das Wässerige von der Milch (Molken).
AussehenHe süt ut, as en Kinjees.
Kinjees = Kind Jesus. - Ist kindisch, geschmacklos und überflüssig aufgeputzt.
AussehenHe süt ut, as kunn hê nich drû telln.
Altmark. Sehr dumm.
AussehenHe süt ût, as wenn äm 'n Aop lûst.
Altmark
AussehenHe sütt nig ut na emm nog na eer.
Von einem weder dem Vater noch der Mutter ähnlich sehenden Kinde oder von einem nichtssagenden Gesicht.
AussehenHe sütt so lyk ut as ân Drêlingslicht.
Von jemandem, der gar nicht lacht, sondern sehr ernst aussieht. - Lyk = gleich, gerade.
AussehenHe sütt ut as 'n Afkat, de sine Sâk verloren hett.
Holstein. Er ist niedergeschlagen, ratlos.
AussehenHe sütt ut as 'n aflickten Klütje.
Aflickten Klütje = abgeleckter Mehlkloß.
AussehenHe sütt ut as 'n Oss, de ênen Schlag verstân hett.
Von einem betäubt und verstört aussehenden Menschen. »Verstân« hat hier die Bedeutung von überstehen, wie in der Redensart: De Osse versteit veer Släge, - er hält vier Schläge stehend aus. Auch heißt es von einem Trinker, der nicht leicht schief geht: He kann wat Rechtes verstân.
AussehenHe sütt ut as 'n Schabollenkopp.
Osnabrück. Haubenkopf, Perrükenklotz mit Augen und Nase.
AussehenHe sütt ut as 'n Snepel, de verschede will.
AussehenHe sütt ut as 'n Swîndrîwer.
Schweintreiber. - Schmutzig, schlecht gekleidet.
AussehenHe sütt ut as 'ne Katt, wenn't donnert.
Holstein
AussehenHe sütt ut as de Dod vun Lübeck.
AussehenHe sütt ut äs de gräute Goed van Saust.
Westfalen. Wahrscheinlich ein Christusbild in einer der dortigen Kirchen.
AussehenHe sütt ut as de Proppn up de Sûrpülle.
Oldenburg; Proppn= Pfropf; Sûrpülle = Sauerbulle, Essigflasche, -krug.
AussehenHe sütt ut as en Aalquabb.
Um einem Menschen, der eine dem Kopfe dieses Fisches ähnliche Gesichtsbildung hat, damit einen Anstrich von Lächerlichkeit zu geben.
AussehenHe sütt ut as en Blasfür.
Von einem Menschen mit feuerrotem Gesicht. Blassangeblasene Glut, die roten Schein gibt.
AussehenHe sütt ut as en Putt vull Düwels (vull junge Düwels).
Westfalen. Sehr verdrießlich.
AussehenHe sütt ût as harr he en Pott vull Müs up un schull mit en anner ên tosamen.
AussehenHe sütt ut as Katt-krupp-ut't-Water.
AussehenHe sütt ut as Kearnmealke.
Westfalen; Buttermilch.
AussehenHe sütt ut as Lüttmann, wenn he noch kên Hemd anhett.
Vor etwa funfzig oder sechzig Jahren lebte in Oldenburg ein Arzt Namens Dr. Lüttmann, zu dem, ehe er noch aufgestanden war, früh ein Bauer ins Zimmer trat; hier erblickte der Bauer ein aufgestelltes Skelett, bei dessen Anblick er sich eilig davonmachte, sodass ihn Lüttmann, als er aufgestanden war, nicht mehr vorfand. Einige Stunden später drückte sich der Bauer an der gegenüberliegenden Seite der Straße vorbei, wurde aber von dem Diener des Arztes, der eben vor der Tür stand, bemerkt und dem letzteren genannt. »He, guter Freund«, rief Lüttmann dem Bauer zu, »Ihr wart ja heute früh bei mir.« - »Bleibt mir drei Schritte vom Leibe«, erwiderte der Bauer, ängstlich forteilend, »ich habe Ihn heute morgen wohl gesehen, als er noch kein Hemd anhatte.«
AussehenHe sütt ut as Schnapp vun Heuerswerth.
Elend, krank. Heuerswerth ist das einzige Rittergut in Eiderstädt.
AussehenHe sütt ut as Schüppenbur.
Westfalen
AussehenHe sütt ût as unse lêven Herrn sîn Müsefanger.
Oldenburg
AussehenHe sütt ut as'n Sack vull holten Lepels un Sleven.
AussehenHe sütt ut as'n Uetze wenn't blitzen will.
Uetze = Kröte.
AussehenHe sütt ut as'n ungehangen Deef.
AussehenHe sütt ut as'n utstoppede Mettwoerst.
Westfalen. Kurz und feist.
AussehenHe sütt ut asn Etickskruke.
AussehenHe sütt ut asn Osse, de den Slachter entlopen is.
AussehenHe sütt ut, as Schadenbûr.
Holstein. Von einem plumpen Menschen. Von der Kartenfigur (Pik-Bube), nicht vom prahlenden Bauer entstanden.
AussehenHe sütt ut, as wenn 'e Kitten säget hew.
Westfalen; Kitten = junge Katzen. - Elend, heruntergekommen.
AussehenHe sütt ut, as wenn de Düwel Bônen up enne gakket-har.
Der Pockengrübige.
AussehenHe sütt ut, as wenn em de Düwel ut 'n Busch jagt haer.
AussehenHe sütt ut, as wenn em de Petersilje verhagelt wör.
Westfalen
nl] Hij kijkt als of hij zijne goudbeurs op eene boerenkermis verloren had.
AussehenHe sütt ut, as wenn he 't Warmbêr allên hatt hett.
Ostfriesland
AussehenHe sütt ut, as wenn he de Helle stormt hett.
AussehenHe sütt ut, as wenn he de Höll blaset hedde.
Ist feuerrot im Gesicht.
AussehenHe sütt ut, as wenn he dem Düwel ut dem Äse fallen is.
Osnabrück
Äse = Hintern. - Schwarz, sehr beschmutzt.
AussehenHe sütt ût, as wenn he een' up harr' un d' anner schuller 'nin.
Jever. Er sieht aus, als wenn er einen aufgefressen hätte und der andere sollte hinein.
AussehenHe sütt ut, as wenn he Ênen up hett, un will den andern bi 'n Kopp.
Also sehr barbarisch.
AussehenHe sütt ut, as wenn he Für blasen hett.
Er hat ein feuerrotes Gesicht.
AussehenHe sütt ut, as wenn he gnîdelt1 ist.
Gnîdelt = geglättet, geplättet. - Er hat ein fettes und glattes Gesicht.
AussehenHe sütt ût, as wenn he kên fiv tellen kann.
Ostfriesland
AussehenHe sütt ut, as wenn he mit de Brût kamen is.
Ostfriesland
AussehenHe sütt ut, as wenn he mit den Hönern vam Brede geten hedde.
Es sitzt ihm der Schmutz an Nase und Mund.
AussehenHe sütt ut, as wenn he söven Düfels up hett un opp de achte weren will.
Ostfriesland
AussehenHe sütt ût, as wenn he usem leven Härgott 'n Schûrregen afbên wull.
Oldenburg. Macht ein betrübt Gesicht.
AussehenHe sütt ut, as wenn he ût dem Dêge wöltert wer.
Holstein. Wie aus dem Teige gewälzt. Wöltern = wälzen, wühlen.
AussehenHe sütt ut, as wenn he ut dem Dêge wöltert wöer.
Dêge wöltert = Teig gewälzt.
AussehenHe sütt ut, as wenn he ut den Galgen schüttet is (o. loopen).
Von jemandem, der ein unrechtliches, widerwärtiges und zerlumptes Ansehen hat.
nl] Hij ziet er uit, als was hij van de galg gedropen.
AussehenHe sütt ut, as wenn he ut'n Geter sapen hett.
Geter = Gießkanne.
AussehenHe sütt ut, as wenn'e ut dem Brodkorw drunken hädde.
Westfalen. Missmutig.
AussehenHe sütt ût, as wenn'r ämm ût 't Mûl kraopen wêr.
Er sieht seinem Vater sehr ähnlich.
AussehenHe sütt ut, as wenn't in Nordwesten leit.
Er sieht verstört, unglücklich aus. - Leit, soviel als blitzt.
AussehenHe sütt ût, as wîr he eben ut' Dopp krapen.
Mecklenburg
AussehenHe sütt ut, man sull Kinner mit em jagen (o. to Bedd bringen).
Sehr hässlich.
AussehenHei sitt geistlich ut.
Bleich; sogar von blassen Kartoffeln sagt man, dass sie geistlich aussehen.
AussehenHei sitt ût wî de Nacht öm Ênt.
Alt-Pillau
AussehenHei sitt ût wi e Hûpke Unglöck.
AussehenHei sitt ût wî e vollgeschetene Strömpsock.
Alt-Pillau
AussehenHei sitt ût wî e Wittfösch (Weißfisch).
Alt-Pillau. Bleich und elend.
AussehenHei sitt ut wie de Hans von Soge.
Königsberg. Hans von Sagan, ein Schuhmachergesell in Königsberg, zeichnete sich in der Schlacht bei Rudau 1370 ruhmvoll aus. Die Redensart bezieht sich auf eine unansehnliche Holzstatuette des tapfern Schuhmachers auf einem Platze in der Nähe des Brandenburger Tores in Königsberg.
AussehenHei sitt ut wie e Johrmarktsoss.
AussehenHei sitt ut wie Kauste Muhm, wenn se sure Komst gefrête heft.
AussehenHei sitt ût wie sêwe Dag' Regenwedder.
Wehlau
AussehenHei sitt ut wie utgeschêt'ne Äppelmôss.
Insterburg
AussehenHei sitt ut, als wenn em de Boll gelöckt heft.
Wenn ein gewöhnlich unreinlicher Mensch sich einmal sauber gewaschen und gekämmt, auch wenn jemand das Haar auffallend pomadisiert hat.
AussehenHei suit iut äs Kernemälke.
Sauerland
AussehenHei süt ut as en Knauploek.
Büren
AussehenHei süt ut, as wenn 'e en falsk Eid swoeren hädde.
Westfalen
AussehenHei süt ut, as wenn 'e vam Galgen schüddet (snîën) wör.
Westfalen
AussehenHei süt ut, as wenn'e einen freaten hädde, un biy dem annern wiyer anfangen wöll.
Büren
AussehenHet süt ut äs de Hunger.
Westfalen
AussehenHi sjogt üütj, üüs wan 'r eg tu tiinj tel küüd.
Amrum
AussehenHi sjoht ütj, üs wan 'r apspeid as.
Nordfriesland. Er sieht aus, als wenn er ausgespien ist.
AussehenHier sieht es bunt aus.
Verworren.
AussehenJetzt siehst grad aus wie der dick Ule.
Ulm
AussehenS' sitt aus wî 'n Kralgaile.
Unordentlich, schmutzig, widerwärtig.
AussehenS' sitt aus wî 'n Puschaile.
Österreich-Schlesien
AussehenS' sitt aus wî 'n Wôterhäxe.
Österreich-Schlesien
AussehenSe süht ût as 'ne Ûl.
Von einem Frauenzimmer, dessen Kopfputz nicht in Ordnung ist.
AussehenSe sütt ut as Melk un Kênrôk.
Spott auf zweifelhafte Schönheit.
AussehenSe sütt ut as Moder Marie, de dat Gold afkleit is.
D. i. abgekratzt.
AussehenSe sütt ut os 'n Legeheuneken.
Paderborn. So blühend wie ein Legehühnchen.
AussehenSe sütt uth, as 'n stênantlâten Pupp.
Ostfriesland. In (Pommern): Se süt ut as 'ne Poppe.
Ist sehr nett gekleidet.
AussehenSehen als eyn wald voller teuffel.
AussehenSei sitt ut wî Runzels Trîn.
AussehenSei süht ut, as wenn sei Wiehwater(Weihwasser)suppen gegetten hedde.
Hildesheim
AussehenSid a duch aus, as wenn a vum Golgen gefollen wär'.
Schlesien
AussehenSie sehen als weren sie aus dem grabe vom tode auffgestanden.
AussehenSie sehen aus wie gepfropfte Affen.
AussehenSie sehen, als weren sie aus dem grabe vom tode auffgestanden.
AussehenSie sieht aus wie aus dem Ei gepellt (geschält).
D. h. sehr rein und sauber.
AussehenSie sieht aus wie die alte Fräule von Buxtehude.
Nach einem Volksliede 207 Jahre alt.
dk] En gamle Abbedisse, Hampe-hegle, Hokko-nynne seer ud som Buxtehude kürling.
AussehenSie sieht aus wie die Hexe vom Endor.
Die Böhmen sagen: wie die Hexe vom kahlen Berge: Vyhlízí jako carodejnice s Lysé hory.
pl] Wyglada jak czarownica s Lyséj góry.
AussehenSie sieht aus wie ein Floh im Milchtopf.
Von sehr dunkelfarbigen Frauen in weißer Kleidung.
AussehenSie sieht aus wie ein Grudenpuster.
Köthen. Schmutzig im Gesicht, und im Äußeren überhaupt, als wenn sie viel in die Asche geblasen hätte.
AussehenSie sieht aus wie ein Kehrbesen.
nl] Hij ziet er uit als em raagbot.
AussehenSie sieht aus wie eine Eule im Epheu.
en] To look like an owl in an ivy-bush.
AussehenSie sieht aus wie eine Schudereule.
AussehenSie sieht aus wie Milch und Blut.
AussehenSie sieht aus, wie's Engel aus der Holzkammer.
AussehenSie sütt ut, as wenn se vum Pesthofe weglopen weer.
Hamburg. So elend ist sie gekleidet, so verdächtig erscheint sie. Der Hamburger Pesthof ward zur Pestzeit angelegt.
AussehenSiehst aus wie d' Hex am Barfüßertor.
Augsburg. D. h. mit fliegenden Haaren, wildem Gesicht.
AussehenSisste doch oas wie der Ufe-Bartz.
AussehenUssieh wie der Tod im Gäspiel (Gänsespiel).
AussehenUssieh wie n'a kotzete Milechsuppe.
AussehenUssieh wie vngehentag Regewetter.
AussehenUssieh wie's Gächtods Öberrüter.
AussehenUtsehn as 'n Schap.
AussehenUtsehn as 'n Scherbell'nkopp.
AussehenUtsehn as 'n Snepel, de verschedn will.
AussehenUtsehn as wek 'n Kese.
AussehenÛtsên wi enen âfjeläkden Hereng.
Aussehen wie ein abgeleckter Hering.
AussehenÛtsên wie en âfjeläkde Kêsbrök.
Butterbrot mit Rahmkäse.
AussehenUtsöhn as 'n Enken Talglicht.
AussehenWie sieht's in deinem kleinen Hofe aus, Iwanicka am hohen Fenster?
Russland
AussehenWo (o. wie) de en ûtsüt, so hêt de anner.
Strelitz. Beide sind Schelme.
Aussein'S is no ne aus, se urgeln noch.
Oberlausitz
Aussein'S ist aus mit aller Poesie, sagt Joseph Max und Kompanie.
Breslau, um das Jahr 1834.
AusseinAus is, wo kein Haus is, und kein Stall, da fehlt's überall.
Rott-Tal
AusseinAus ist's.
Hallstedt. Redensart um Staunen auszudrücken, um zu sagen: Was du nicht sagst! Als gleichbedeutend oder ähnlich sind mir mitgeteilt worden: Wirst ja gescheit sein! (Schwäbisch). Lass miaus! (Wien). Wol, wohl! (Kärnten). Ha sell (he, solches.) (Kärnten.)
AusseinAus, Käpelesch
Jüdisch-deutsch, Warschau. Vom poln. kapelusz = Hutmacher. Es ist aus, Hutmacher. Bezieht sich auf eine unbekannte Anekdote und wird von solchen gebraucht, die früher etwas gegolten und dann ihren Einfluss eingebüßt haben.
AusseinAus, Puritz
Jüdisch-deutsch, Warschau. Es ist aus, mein Herr. Von Leuten, die ihren Einfluss verloren haben.
AusseinEs ist aus im Dom.
AusseinEs ist aus mit ihm.
Sein Wohlstand, sein Leben geht zu Ende; auch: er leistet nichts mehr.
la] Actum est de eo.
AusseinEs ist aus mit uns.
Es ist aus mit mir! - Ich bin ein Mann des Todes! - Ich bin vernichtet! sind sprichwörtliche Hyperbeln, um die Verzweiflung oder ein großes Unglück zu bezeichnen.
la] Fuimus Troes. (Virgil.)
la] Nullus sum. (Euripides.)
AusseinEs ist aus und Amen.
AusseinEs ist aus, dass man Speck auf Kohlen brät.
AusseinEs ist aus, dass man Speck auff Kohlen bratet, die Würtze in Aussguss schüttet vnd die Beine mit Wein wusch.
AusseinEs ist aus, zu Funken aus, wie Metzelklos (Klaus) sein Komede.
Eifel. In Wehren sollte bei einem Manne Namens Metzelklos einmal Komödie gehalten werden. Als die Leute glaubten, es werde nun das Hauptstück vorgeführt werden, sagte er auf einmal: »Es ist aus, zu Funken aus.« Erzählt nun jemand eine Geschichte, und er hört, während man noch auf etwas Besonderes hofft, auf einmal auf, so fragt man: »Ist es aus?«, worauf dieser antwortet: »Es ist aus, zu Funken aus, wie« usw.
AusseinEs ist aus.
la] Actum est.
AusseinEs ist noch nicht aus, das Grobe kommt nach erst.
AusseinJetz isch's us un Ame(n).
AusseinMet em es et ût, wi met Lemke sîn' Meddag.
Mockrau. Die Redensart ist unter den Dammarbeitern in der Niederung entstanden, als einem derselben, Namens Lemke, von einem Fremden sein Mittagbrot vorweg aufgezehrt war und Lemke nur den leeren Topf vorfand.
AusseinNu is 's gar aus.
Schlesien. Ausruf der Verwunderung.
AusseinWas auss ist, das schwirt nit.
fr] Morte la bête, mort le venin.
la] Mortui non mordent. (Plut.)
AusseinWenn's aus will sein, sieht Gott darein.
AussendenWer aussgesandt wirt, der ist schuldig wieder heim zu keren.
AussetzenWenn he wat utseten hat, denn geit he schuln.
AussetzungAussetzung bricht keine Gesamthand.
AussichtDie Aussicht ist schön, sagte der Zigeuner, als er am höchsten Galgen hing.
Rumänien
AussichtEr sitzt auf der Aussicht.
Er wartet auf etwas, will etwas entdecken. Von Matrosen entlehnt, die sich in der Vorrichtung oben am Vorderbramsegel aufhalten, um ein Schiff oder Land zu erspähen.
AussiedenDen kann man aussieden.
Nürtingen. So schmutzig ist er.
AussingenAusgesungen, ausgesprungen.
»Wenn die Stimmbänder beim Sänger, die Kniebänder beim Turner nachlassen, dann heißt's: Ausgesungen, ausgesprungen.«
AussingenEr hat ausgesungen.
Er ist tot. Zu dieser Redensart soll die Grabschrift Veranlassung gegeben haben, die zu Marienburg dem Kantor Rudroff gesetzt ist. Auf dem Grabmal desselben befindet sich ein Skelet mit einem Notenblatt. Der Knochenmann deutet mit den darunter befindlichen Worten: »Der hat ausgesungen!« auf die Schlusspause.
AussinnenEs wird viel klüglich aussgesonnen, vnd doch nichts Guts daraus gesponnen.
AusspannenAusgespannt und (o. gibt) freie Hand.
nl] Uitspanning is geoorloofd.
AusspannenEr ist ausgespannt.
Schlesien
AusspannenHe hett utspannt.
Rügen. Ist gestorben.
AusspannenLieber ausspannen, als schlecht ackern.
cz] Nez spatne orati, radeji vyprahati.
AusspannenSpann' mich aus, o frommer Gott, sang der Küster, da ging er mit dem Pfaffen zur Kirche.
AussparenEs ist aussgespart, wenn nichts mehr im Hafen ist.
AusspeienSie speien alle einerlei Speichel aus.
Sagen alle dasselbe.
AusspeienSpei ut un sprick anders.
Zu dem, der etwas Albernes gesagt hat. Wenn jemandem beim Erzählen plötzlich der Stoff ausgeht.
AusspeienWer ausspeit über sich, dem fällt's auf sein Gesicht zurück.
es] Quien al cielo escupe, en la cara le cae.
AusspeisungHeute ist Ausspeisung.
Königsberg. Wenn es ausnahmsweise an einem Tage ein besseres und reichlicheres Mittagessen, als sonst gewöhnlich ist, gibt. Daher, weil man festliche Bewirtungen in den Hospitälern Ausspeisungen zu nennen pflegt.
AusspekulierenAr wêss es gut auszeschpikeliren.
Schlesien
AusspielenDer hat ausgespielt.
AusspielenSe spîlt alles ût, wat se heft.
Trägt sich sehr entblößt.
AusspielenWer schön ausspielt, dem gibt man schön zu.
Wie man es gegen einen macht, so macht er es wieder.
hu] A tromfot tromffal szokták leütni.
fr] A beau jeu, beau retour.
AusspielenWie man ausspielt, so wird zugegeben.
fr] A beau jeu beau retour.
AusspinnenEr hat ausgesponnen.
Sein Tagewerk ist zu Ende.
AusspracheFlorentinische Aussprache in einem römischen Munde.
Ein altes Sprichwort, das die Forderungen enthält, die man an den macht, der gut italienisch sprechen will.
la] Lingua Toscana in bocca Romana.
AusspreienWas einer nicht hat ausgespreit, das ist zu schneiden ihm verseid.
AusspuckenDu spuckst aus, wie die Gänse scheißen.
Hirschberg
AusspuckenSpuck aus!
Zur Abwehr eines Übels. Wenn eine Verwünschung ausgesprochen wird, pflegt man auszuspucken, damit sie nicht eintreffe. Überrest eines alten Aberglaubens, der das Ausspucken als Schutzmittel wider drohende Übel betrachtete.
la] Despuere malum. (Plautus.)
AusspuckenSpuck ut, un dann red' anners.
Stettin
AussspargierenEtwas aussspargieren.
Etwas verbreiten, z. B. Bücher, ein Gerücht etc. Ein im 17. Jahrhundert beliebtes Wort im Alemannischen, Schwäbischen.
AusstaubenEinen ausstauben.
In Oberösterreich für fortjagen.
AusstechenEinen ausstechen.
Sich in der Gunst anderer so stellen, dass er zurücktreten muss. Jemandem den Vorrang abgewinnen.
fr] Couper à quelqu'un l'herbe sous le pied.
fr] Damer le pion à quelqu'un.
AussteigenSteig aus und schmad' dich!
Wenn dir die jüdischen Verhältnise nicht zusagen, so tritt aus und lass dich taufen.
AusstellenGut ausgestellt (o aufgestellt) ist halb verkauft.
AusstiepenZum Ausstiepen kommt man zeitig genug.
AusstopfenEr ist ausgestopft wie ein Maultiersattel.
Von denen, die viel Kleider übereinander angezogen haben.
AusstreichenIch will dich ausstreichen mit speck vnd kolen.
AusstreichenIch will dich recht ausstreichen.
la] Tuis te pingam coloribus.
AusstudierenEr hat ausstudiert, as (dass) Külikower Beigel (eine Art Bräzel) sennen größer wie Lemberger.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Er hat es herausstudiert, dass die Külikower Bräzeln größer als die Lemberger sind. Külikow ist ein kleines Städtchen in der Nähe von Lemberg. In Lemberg für: sich wegen einer Kleinigkeit den Kopf zerbrechen.
AusstudierenEr hat ausstudiert.
fr] Il est au bout de son latin.
AussuppenEr muss aussuppen, was ein anderer eingebrockt (gekocht) hat.
la] Coctum ab alio edere.
AustagDe än Aussdâje sich nit rakert, kân än Ädâge luisslere fîn.
AustbockLât di nich van 'n Aussbuck stöten.
Mecklenburg. Name für Heupferd, Grashüpfer, Aust für August. Warnung an Erntearbeiter, flau zu werden.
AusteilenEiner teilet auss, vnd wird reicher, ein ander kargt vnd wird armer.
AusteilenEr teilt so viel Almosen aus, wie ein Fuchs Hühnerfleisch.
AusteilenMan soll austeilen, dass man wieder Mahlzeit halten kann.
cz] Kdo mnoho delí, brzo bude prositi.
AusteilenMit Austeilen gewinnt man Freunde.
dk] Gavers uddelere vinder venner.
AusteilenWer austeilen will am Abend, muss sparen am Morgen.
AusteilenWer austeilen will, muss auch einnehmen.
la] Caedimur et totidem plagis censu minus hostem. (Horaz.)
la] Caedimus inque vicem praebemus crura sagittis. Persien
AusteilenWer jümmer ûtteelt un nix werer kriegt, behält nix na.
Rendsburg
AusternAustern sind Austern, sagte der Bauer, als man ihm einen Teller (Schale) Schnecken brachte.
nl] Zijn dat nee die oesters, daar ge zoo lang van gesproken hebt! oroeg de boer aan zijn landheer en hij kreck blikreeken te eten.
AusternAustern und (anmaßliche) Dummköpfe sind schwer zu verdauen.
AusternFaule Austern geben die schönsten Perlen.
AusternIch will zur Auster werden, wenn ich davon was begreife.
Goethes Mutter im Briefwechsel vom 11. April 1779 an die Großherzogin von Weimar
AustrachtenEr känn auf einem austrachten a Bilbel-Damm.
Aaustrachten = erdichten. Falsche Beschuldigung vom Blutgebrauch der Juden zu den Osterbroten. - Die Anklage, dass Juden zu den Osterbroten Blut, und zwar Christenblut gebrauchen, hat durch das ganze Mittelalter bis in die neueste Zeit (Damaskus 1840) viel jüdisches Blut gekostet.
AustragAusträge sind Austräge.
Unter Austrägen ist im ersten Sinne ein Gericht für deutsche Immediaten zu verstehen, von Karl V. gebildet, um Streitfälle zu schlichten, ehe sie ans Reichskammergericht gelangten. Insofern diese Austräge nun viel Ausgaben herbeiführten, so wurden sie auch in einem anderen Sinne Austräge des Geldes oder des Rechts der Parteien, da Karl V. bemerkte, sie trügen das Recht aus dem Lande.
AustragenTrag's vor einen aus!
AustreibenMan muss austreiben, wenn geknallt wird, und die Tochter verheiraten, wenn ein Bewerber kommt.
cz] Nejlépe vyháneti, kdyz se práská. Nejlépe dceru vdáti, kdyz zenisi berou.
AustreibenWas du ausgetrieben hast, das hüte auch; in was du dich gesetzt, darin bleibe.
Litauen
AustrinkenAusgetrunken und ausgegessen ist Eins.
cz] Co vypito, to vylito, vse jedno.
AustrinkenAustrinken, damit schön Wetter bleibt.
AustrinkenTrinck auss biss auff den Grund, das ist dem Leib gesund.
AustrinkenTrink aus, so wird ein voller (fröhlich) Bruder draus!
AustrinkenWer austrinkt, muss einschenken.
AustrinkenWer gern rein ausstrinckt, dem kommen die Motten in die Kleyder nit.
AustrinkenWollen wir gar austrinken, so werden wir zu Narren.
Vermeidung von Übermaß und Tollheit.
AustrommelnEinen austrommeln.
Früher wurden grobe Verbrecher unter öffentlichem Trommelschlag für infam erklärt.
AustunEr kann's austun, wenn er will.
AustunMan muss sich nicht eher austun, bis man schlafen geht.
Eifel. Warnung vor frühzeitiger Übergabe des Vermögens an Kinder.
Me sall sick nit ûtdaun, ehe me schlôpen geit. Waldeck
AusverkaufenEr wurde ausverkauft.
Von jemand, der z. B. bei einer Wahl zwar aufgestellt, aber durch die Abstimmung allmählich beseitigt wird. So wurde der Oberrichter Chase 1868 von der demokratischen Convention in New York zwar als Präsidentschafts-Kandidat genannt, aber zu Gunsten eines andern geopfert. In dem Bericht heißt es: Jedenfalls haben einige der schlausten New Yorker ein doppeltes Spiel mit Chase getrieben, und wurde ausverkauft.
AusverkaufenHi he üütjferkäft.
Amrum
AusverschämtUtverschamt lett nich god, aber et fell'et doch god.
Er füllt, sättigt, nährt gut.
AusverschämtUtverschemt lett nich good, men et nährt doch.
Bremen
AuswachsenDat ess em noch net usgewâssen.
Bedburg
AuswählenWer viel auswählt, wählt selten was Gutes.
AuswählenWer zu viel auswählen will, bleibt zuletzt ledig sitzen in der Still'.
Russland
AuswaschenEr hat es ausgewaschen gleich dem (untersten) weißen Bast der Linde.
So sagt der Litauer, in dessen Wirtschaft der Bast eine bedeutende Rolle spielt, von einer sorgfältigen Arbeit.
AuswechselnEr ist ausgewechselt.
Friedland in Böhmen. Plötzlich ganz verändert, gegen seine Gewohnheit so munter (lebhaft heiter, fidel), dass man ihn gar nicht wieder erkennt. Erklärt sich aus dem Volksglauben in Betreff der Wechselbälge.
AuswegKeinen Ausweg wissen.
In großer Verlegenheit sein.
nl] Overal weten zij uitwegen op.
AuswegMan kan nicht immer einen Ausweg finden.
nl] Men kan niet altied en open vinden.
AusweichenAusgewichen, 's kommt ein großer Herr gestrichen.
So rufen schlesische Knaben beim Schlittenfahren von einer Anhöhe.
AusweichenAusweichen muss man zur Rechten.
AusweinenWer sich ausweint, erleichtert das Herz.
cz] Kdyz popláce, od srdce odlehne.
AuswendigAuswendig ein Mensch, inwendig ein Wolf.
it] Tal sembra in vista agnello, ch'al di dentro è lupo.
la] In figura hominis feritas belluae.
AuswendigAuswendig fein, inwendig ein Schwein.
AuswendigAuswendig Glanz, inwendig der Sankt-Veitstanz.
la] In eburnea vagina plumbeus gladius.
AuswendigDas kann ich aus- und einwendig.
Das verstehe ich gründlich.
AuswendigDat kann 'r utwennig, as de Hoahn det Kreih'n.
AuswendigDie kann ich alle auswendig, sagte der Junge, als die Mutter fragte: aber sage mir nur, wo du die Unarten alle lernst.
AuswendigEr kann es auswendig bis auf die Brett'l.
AuswendigEr kann's auswendig wie das Vaterunser.
AuswendigEr kann's auswendig wie die Sägemüller.
AuswendigWas ich auswendig weiß, sagte der Junge, kann ich am besten lesen.
AuswerfenWas ausgeworfen ist, mag man auch ausdreschen.
Wer A sagt, soll auch B sagen; was man begonnen, soll man beenden.
masur] Co wyr zucona niech bedzie omt't'ocona.
AuswiegenDu böst nich utgewêgt.
Elbing. Zu einer keifenden Frau.
AuswinternÛtgewintert - do liggt er.
Samland. Der Roggen oder Weizen, den die Winterkälte vernichtete. Das Wort wird auf Todesfälle im Frühlinge angewandt.
AuswuchsJe mehr Auswüchse ein Baum hat, desto mehr muss man ihn beschneiden.
AuswurfEin Auswurf der Menschheit.
AuszahlenDas zuhlt si aus.
Steiermark. Ironisch, das ist auch der Mühe wert.
AuszählenIg bin ausgezählet, man wiset mir die Tür.
AuszehrungDer hat die Auszehrung nicht.
Von einem sehr wohl aussehenden, kräftigen, starken Menschen. - Die Indier sagen dagegen von jemandem, der an der Auszehrung leidet: »Er hat Pinang oder Pinangbetel bekommen.« Sie wissen nämlich dem Pinang oder Betel, den jedermann daselbst kaut, verschiedene Dinge beizumischen, um ihre Feinde zu vergiften. Da diese Vergiftungen gewöhnlich derart sind, dass sie langsame Auszehrungen veranlassen, so ist dort die obige Redensart entstanden.
AuszeichnenWer dich auszeichnen will, reiß' einem wilden Schweine ein Haar aus.
Türkei
AusziehenA muss sich doch alêne auszîn, und wenn a nuch su bêse wär.
AusziehenDer zieht aus.
Hat große Eile.
AusziehenDreimal ausgezogen, ist einmal abgebrannt.
fr] Trois déménagements valent un incendie.
AusziehenEk tein mek nich eer uth, as bet (bet dat) ek nah bedde gaae.
Die Kinder finden es nur zu oft lästig, ihre alten und schwachen Eltern bis zu deren Tode zu unterhalten und möchten dieser Pflicht gar zu gern enthoben sein.
AusziehenMan mot sick nit eh'r uttrecken, bet man tau Bedde geit.
Minden. Trecken = ziehen.
fr] Il ne faut pas se dépouiller avant de se coucher.
AusziehenMan mott sick nich eier uttein, äll wenn man to Bedde geit.
Bielefeld
AusziehenMan muss sich nicht eher ausziehen, bis man schlafen geht.
Das Vermögen nicht vor seinem Tode aus den Händen geben.
Treck di ne inho ut, aß bet de te Bedde geihst.
n] He'll not put off his doublet before he goes to bed.
AusziehenMancher zieht voll aus und kommt leer nach Haus.
AusziehenNümms treckt sich eh'r uth, eh'r he na Bedde geit.
Ostfriesland
AusziehenOft ausziehen kostet viel Bettstroh.
nl] Veel verhuizen kost veel bedstroo.
AusziehenWer nicht auszieht, kommt nicht heim.
AusziehenZehnmal ausziehen ist so schlimm als einmal abbrennen.
0001 0002 0003 0004 0005 0006 0007 0008 0009 0010
0011 0012 0013 0014 0015 0016 0017 0018 0019 0020
0021 0022 0023 0024 0025 0026 0027 0028 0029 0030
0031 0032 0033 0034 0035 0036 0037 0038 0039 0040
0041 0042 0043 0044 0045 0046 0047 0048 0049 0050
0051 0052 0053 0054 0055 0056 0057 0058 0059 0060
0061 0062 0063 0064 0065 0066 0067 0069 0068 0070
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