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Beter en oge (Auge), as hl blind.
Lbben

Beter en rken Vater to verlren as en krupen Moder.
Holstein
i] Krupen = kriechen, fleiig, ttig sein. Flei ist besser als Reichtum.

Beter en slutern Fr, as en kiefern Fr.
Holstein
hdt] Besser eine geizige, alles verschlieende Ehefrau, als eine znkische, keifende.

Beter ennen Kopp, as ennen duwen Dopp.
Meurs

Bter geniest, as gehst.
Danzig

Bter gewiss as ungewiss, sd' de Katt, stg in't Emmer un sp de Melk ut.

Beter Gold in de Fick, as up de Fick.

Beter happ to, as happ up.
Ostfriesland

Beter hart geblosen, as den Mond verbrannt.
Meurs

Beter ht gepst (= hei geblasen), as de Mund verbrannt. Ostfriesland

Beter ht gepst, as de Mund verbranut.
Ostfriesland
d] Bedre at blse hart end at brnde sig.
fr]Mieul se vault souffler que brusler.
ho] Beter hard geblasen, dan de mond gebrand.
la] Afflare praestat edutia quam aduri.

Beter in de wit' Welt, as in den engen Bk, sd' de Diern, un lt enen striken.
ho] Beter in de ruime wereld dan in den naauwen buik.

Beter in den Vogelfang, as in de Iserklang.
Ostfriesland

Beter is (mmer) beter.
Ostfriesland

Beter is beter, s de Jung, dar streut he sick noch'n beten Zucker up'n Sirup.

Beter is beter, s harm Ewers, wenn't ook nicks weert weer.

Beter is beter. Ostfriesland

Beter is doot geslopen, denn doot gelopen.

Beter is dt geslapen (geschlafen), denn dt gelopen.
la] Stertendo praestat quam cursu fata subire.

Beter is mit 'n Backer as mit'n Aptker to eten.
Ostfriesland

Beter is't dat de Koh darna springt, as dat't Vgel darna singt.
Ostfriesland

Beter is't, dat de Koh (Kuh) derna springt, as dat de Vgel derna singt.
Ostfriesland
i] Man soll den Hafer nicht so lange liegen lassen, dass er ausfllt.

Beter kleen un kregel, as grot un' Flegel.

Beter klein on kregel as enne grte Flegel.
Meurs
i] kregel = munter und gesund.
ndt] Biter klain un kriegel as en groten Fliegel. Grafschaft Mark

Beter Kripkop as'n Duseldop.
i] Kripkop = Ein Mensch, der ber jede Kleinigkeit rgerlich wird, von kribbeln, kriebeln, mittelhochdeutsch kriwen, krwen, krewelen = krauen, kratzen; dann auch jucken, kitzeln, wovon kribben = rgern; Kribbe Kribbink = innerlicher Verdruss, kribsch = rgerlich.

Beter 'n Krippkopp, as 'n Dudeldopp.
Ostfriesland (Dudeldopp = ein Mensch, der sich alles gefallen lsst)

Beter 'n Lapp, as 'n Gatt.
Ostfriesland
en] Better see a clout, than a hole out.

Beter 'n quaden Lp (Gang) as 'n quaden Kp.
Ostfriesland

Beter 'n Slurr (Pantoffel) an de Want, as nix daran.
Ostfriesland

Beter 'n Vagel (Vogel) in de Hand, as 'n Dve (Taube) up'n Dack.
Ostfriesland

Beter na'n Slachter lopen as na'n Doktor!

Beter ne Lus in'n Kohl as gar kein Fett.

Beter Schlur an de Wand, as nicks daran.
i] Auch Mle = Pantoffeln ohne Fersenleder, wie in derselben Art abgeschnittener Schuh, womit man schlurrt.

Beter Strunk in'n Kl, as ger kn Wurst.
Ostfriesland

Beter to froh, as to lt (spt).
Ostfriesland

Beter was as gar nix, se(de) de Wulf, d frt he 'n Mgge.
ho] Beter wat dan niets, zei de wolf, en hij hapte naar eene mug.

Bter wat as nicks.
Kleve

Beter wat as nix, s de Dwel un eet Bottermelk mit de Gabel.

Beter wat in't Lf (Leib) as um't Lf.
i] Dem Deutschen steht eine gesunde Kost hher als elegante Kleidung; er legt den Ton auf das Sein und nicht auf den Schein. Einem Wirt, der durch Zierlichkeit der Tischgerte und geschmackvolle Ausschmckung des Speisesaals derbe Speisen ersetzen wollte, wrde der Oldenburger sagen: Man kan der nich sat von wren.

Beter watt, as gornicks se du Wulf, do freet he de Mucke.

Beter'n Ls in'n Kl, as ganz kn Flsk.
Ostfriesland

Beter'n quaden Lp (Lauf, Gang), as 'n quaden Kp.
Ostfriesland

Betest du: 'Gott hilf', schlaf dann selbst nicht ein.
Estland

Betet et dem Munde, un wenn de et nig mag, so etet et slvest up.
i] Scherzwort der Hamburger, wenn einer nicht essen will.

Betet fr die Reichen, die Armen kommen selber durch.
Estland

Betet Gott an, seid gerecht und wohlttig, das heisst Mensch sein.
Voltaire, Geschichte von Jenni

Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Es ist gefhrlich, versucht zu sein. Und die es sind, die sind es darum, weil sie nicht beten.
Pascal, Gedanken

Betet, Kinder, betet! Die Franzosen kommen.

Beteuerung der Aufrichtigkeit lehrt den Gutglubigen zweifeln.

Beteuerung: 'Ich will dreimal Pole werden, wenn das nicht wahr ist!' Dabei antwortet vielleicht einer der Umstehenden erschrocken: 'Denke an deine Seele und verfluche sie nicht.' Dennoch steigert sich der Hass zu dem Ausrufe: 'Mchtest du am Polenglauben verrecken!'
Russland

Betl dem Bre de Bottermelk.
Alt-Pillau
i] Aufforderung zum Zuschlagen.

Betrt ist der, der hochmtig ist, der Hochmut eben ist die Betrung.
Mahbhrata

Betrachte alles von der guten Seite.
Thomas Jefferson, Lebensregeln

Betrachte das Mdchen, bevor du (es) freien gehst.
Estland

Betrachte den als einen unglcklichen Menschen, dem alles nach Wunsch geht.

Betrachte den Zorn als deinen Feind.

Betrachte die Arbeit nicht als Feind, und mache sie auch nicht zum einzigen Grund deines Lebens.
it] Non prendere il lavoro come un nemico, e non farne nemmeno l'unica ragione della tua vita.
Paolo Volponi

Betrachte die Freunde des Menschen aus dem du nicht schlssig wirst.

Betrachte die Vergangenheit, den so hufigen Wechsel der Herrschaft; daraus kannst du auch die Zukunft vorhersehen, denn sie wird durchaus gleichartig sein und kann unmglich von der Regel der Gegenwart abweichen. Daher ist es auch einerlei, ob du das menschliche Leben vierzig oder zehntausend Jahre hindurch erforschest; was wirst du mehr sehen?
Marc Aurel, Selbstbetrachtungen

Betrachte doch, was eigentlich damit gewonnen ist, dass ich geboren ward, so wirst du wahrnehmen, es ist etwas Unbedeutendes, wobei es noch sehr darauf ankommt, was daraus wird.
Seneca, Von den Wohltaten

Betrachte jeden Tag als deinen besten!
Slowakei

Betrachte lieber die Spitze deiner eigenen Nase.

Betrachte man als eine Art Dichtung die Kartenspiele, auch diese bestehen aus jenen beiden Elementen [des Sollens und Wollens]. Die Form des Spiels, verbunden mit dem Zufalle, vertritt hier die Stelle des Sollens, gerade wie es die Alten unter der Form des Schicksals kannten, das Wollen, verbunden mit der Fhigkeit des Spielers, wirkt ihm entgegen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Shakespeare und kein Ende

Betrachte und prfe!
i] Wahlspruch Kaiser Karls VI.
la] Aspice et inspice!

Betrachten wir aber alle Gestalten, besonders die organischen, so finden wir, dass nirgends ein Bestehendes, nirgends ein Ruhendes, ein Abgeschlossenes vorkommt, sondern dass vielmehr alles in einer steten Bewegung schwanke. Daher unsere Sprache das Wort Bildung sowohl von dem Hervorgebrachten als von dem Hervorgebrachtwerdenden gehrig genug zu brauchen pflegt.
Goethe, Bildung und Umbildung organischer Naturen - Die Absicht eingeleitet

Betrachten wir aber dieses [Universum], insofern uns Fhigkeit gegeben ist, mit vollem Geiste und aus allen Krften, so erkennen wir, dass Quantitt und Qualitt als die zwei Pole des erscheinenden Daseins gelten mssen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1286

Betrachten wir die uere Geschichte des Volkes Israel, so bietet sie uns beim ersten Anblick gewiss wenig Anziehendes; auer einigen wenigen sympathischen Zgen scheint alle Niedertrchtigkeit, deren Menschen fhig sind, in diesem einen Vlkchen verdichtet; nicht als wren die Juden im Grunde genommen noch schndlicher als die anderen Menschen, die Fratze des Lasters aber glotzt einen aus ihrer Geschichte in unverhllter Nacktheit an: kein groer politischer Sinn entschuldigt hier das Ungerechte, keine Kunst, keine Philosophie vershnt mit den Greueln des Kampfes ums Dasein.
Chamberlain, Grundlagen des 19. Jahrhunderts

Betrachten wir eine Pflanze, insofern sie ihre Lebenskraft uert, so sehen wir dieses auf eine doppelte Art geschehen, zuerst durch das Wachstum, indem sie Stengel und Bltter hervorbringt, und sodann durch die Fortpflanzung, welche in dem Blten- und Fruchtbau vollendet wird.
Goethe, Metamorphose der Pflanzen XVIII - Wiederholungen 113

Betrachten wir genau, so ist es vielleicht die jugendliche Anschauung des Meeres, die dein Englnder, dem Spanier so groe Vorzge ber den mittellndischen Dichter gibt.
Goethe, Schriften zur Literatur. Olfried und Lisena

Betrachten wir uns in jeder Lage des Lebens, so finden wir, dass wir uerlich bedingt sind, vom ersten Atemzug bis zum letzten, dass uns aber jedoch die hchste Freiheit brig geblieben ist, uns innerhalb unsrer selbst dergestalt auszubilden, dass wir uns mit der sittlichen Weltordnung in Einklang setzen und, was auch fr Hindernisse sich hervortun, dadurch mit uns selbst zum Frieden gelangen knnen.
Goethe, An M. P. v. Brhl, 23. 10. 1828

Betrachtet der Mensch... die Natur und das Leben mit einer fr alles Schne empfnglichen Seele, offenen Auges und ohne Eigennutz, dann werden sie ihm auch viel Vergngen bereiten.
Herzen, Mein Leben

Betrachtet man die Alchemie berhaupt, so findet man an ihr dieselbe Entstehung, wie wir [... bei anderer Art Aberglauben bemerkt haben. Es ist der Missbrauch des Echten und Wahren, ein Sprung von der Idee, vom Mglichen, zur Wirklichkeit, eine falsche Anwendung echter Gefhle, ein lgenhaftes Zusagen, wodurch unsern liebsten Hoffnungen und Wnschen geschmeichelt wird.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. - Alchemisten

Betrachtet man die einzelne frhere Ausbildung der Zeiten, Gegenden, Ortschaften, so kommen uns aus der dunklen Vergangenheit berall tchtige und vortreffliche Menschen, tapfere, schne, gute in herrlicher Gestalt entgegen.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 3. Abt. - Lcke

Betrachtet man nher dieses ganze Geflecht gegenseitiger Abhngigkeitsverhltnisse, das man als brgerliche Gesellschaft bezeichnet, so ist deutlich, dass alle Gesellschaft von Natur eine Aristokratie bildet. Die Sozialdemokratie kennzeichnet den Unsinn ihrer Bestrebungen schon durch den Namen. Wie mit dem Staat gegeben ist ein Unterschied von Obrigkeit und Untertan, der niemals aufhren kann, so ist mit dem Wesen der Gesellschaft ein fr allemal gegeben die Verschiedenheit der Lebenslage und Lebensbedingungen ihrer Glieder. Um es kurz zu sagen: alle brgerliche Gesellschaft ist Klassenordnung.
Treitschke, Politik, Der Staatsbegriff

Betrachtet, forscht, die Einzelnheiten sammelt,
Naturgeheimnis werde nachgestammelt.
Goethe, Trilogie der Leidenschaft - Elegie

Betrachtung ber die Klarheit der Pfaffen in ihren eigenen Angelegenheiten und die Dumpfheit, die sie verbreiten.
Goethe, Reise in die Schweiz 1797 - Tbingen, 16.9.

Betrachtungen ber den Reflex von oben oder auen gegen das Untere und Innere der Dichtkunst, z. E. die Gtter im Homer nur ein Reflex der Helden, so in den Religionen die anthropomorphistischen Reflexe auf unzhlige Weise. Doppelte Welt, die daraus entsteht, die allein Lieblichkeit hat, wie denn auch die Liebe einen solchen Reflex bildet.
Goethe, Tagebuch, 16.11.1808

Betretener Weg ist glatt.
fr] Aller et retourner fait le chemin frayer.
fr] Aller et venir font le chemin pel.

Betriebsamkeit das Mittel, berfluss der Erfolg.
i] dustry the means, planty the result.
Wahlspruch des Staates Maryland (USA)

Betrieger seynd der Warheit Secretary.

Betritt jemand das Haus eines Freundes, so kann er gleich beim Eintreten dessen Wohlwollen erkennen, auch wenn kein Wort gesprochen wird. Der Pfrtner ist freundlich, der Hund kommt wedelnd heran, es eilt jemand herbei und setzt ihm einen Stuhl freundlich zurecht.
Apollodoros, Fragmente

Betrogen ist nicht gestohlen.

Betrogene Betrger.
Lessing, Nathan III, 7, in der Erzhlung von den drei Ringen

Betrogene Hoffnungen verursachen Leid.
Premtschand, Nirmala

Betrogene Mannsen!
Von Adam her verfhrte Hansen!
Goethe, Faust II A II, Am obern Peneios
Mephisto Vs 7710f.

Betrbnis hangt immer an der Freude.
mhd] Drfnisse henkt al an der vrouwede.
la] Quid tam iucundum cui nil moeroris adhaeret?

Betrbnis ist ein langsamer Tod und der Tod eine kurze Betrbnis.

Betrbnisse sind die Sprossen der Leiter, die zum Himmel fhrt.
Wales

Betrbt sein, wie ein abgesetzter Nachtwchter.
Schleswig

Betrbte Herzen sind Gefe, in denen alle Getrnke versauern.

Betrbte soll man nicht noch mehr betrben.
la] Afflicto non est addenda afflictio.
la] In luctu positis non est his musica dulcis.
la] Vexat mens hilaris tristia corda nimis.

Betrbte zu sehen macht selbst betrbt.
la] Dum spectant laesos oculi laeduntur et ipsi.

Betrbten fllt beschwerlich jeder Gastbesuch.
Euripides, Alkestis, 3, 2, 540 (Herakles)

Betrug auf Betrug.

Betrug betrgt sich selbst.
fr] La tricherie (dloyaut) retourne son matre.
ho] Bedrog bedriegt sich zelf.
ho] De bedrieger bedrogen.
ho] Het bedrog schaadt hem alleen die het begat.

Betrug darf man mit Betrug abwehren.
la] Fraus est concessa repellere fraudem.

Betrug fllt auf den Urheber zurck.

Betrug geht nach Speck und kommt zurck mit Dreck.
d] Af falsk og svig vorder ingen rik.

Betrug hat einen lchernen Rock.
Estland

Betrug hat Jacobs Stimme und Esaus Hand.

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DEUTSCH
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