Spruchlexikon

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AteWe sik menget mank dem ate, dei wert den sogen gêren to vrate.
Ate = Speise, Schweinefutter
AtemAtem feil tragen (o. verkaufen).
Von einem Lügner.
AtemDen Atem sparen.
Wenig sprechen.
AtemDer Atem ist ihm gefroren, wie jenem Bauer, der nicht danken konnte, aber wohl fluchen.
AtemDer Atem wird ihm zu kurz.
Deutz
AtemDu kannst dir den Atem sparen, um damit die Suppe zu blasen.
en] Spare your breath to cool your pottage.
AtemEinen stinkenden Atem haben.
Nirgends gern gesehen sein.
AtemEm geit de Atem ut.
Er stirbt.
AtemEr hat einen kurtzen atem.
Er kann keine Geheimnisse, nichts ihm Anvertrautes, bewahren.
AtemEr holt Atem von den großen Zehen herauf.
AtemEr ist am kurzen Atem gestorben.
Von Krämern, denen es am Besten fehlte.
AtemEs ist um den schönen Atem schade.
Von denen, die Unnützes reden oder sich Mühe geben, jemanden zu überzeugen, der sich nicht überzeugen lassen will.
AtemEtwas in einem Atem tun.
Auf der Stelle, sogleich, ohne Unterbrechung.
fr] Tout d'une haleine.
AtemFremder Atem stinkt immer.
Litauen
AtemKurzen Atem haben.
Vorsicht im Sprechen, kluge Schweigsamkeit.
AtemSein Atem geht wie ein geladener Wagen im Hohlwege.
Von denen, die sehr kurzen und schweren Atem haben.
AtemSein Atem riecht wie eine Apotheke.
AtemSie hat einen stinkenden Atem und drängt sich vor zum Kuss.
Arabien. Von unbegründeten Ansprüchen.
AtemSo lang als mir der atem nit aussgehet, so hoffe ich jmmer.
AtemSo lang ein Atem in mir ist.
la] Dum movet hic calidus spirantia corpora sanguis.
AtemSo lange der Atem noch aus- und eingeht, ist beim Kranken noch Hoffnung da.
la] Agroto dum anima est, spes esse dicitur.
AtemWenn am og da Ôdem spoarte bis zum Suppebloasen.
AtemWennam da Ôden ufhîbe ze anner Suppe.
Schlesien
AtemWer den Atem nur nicht fahren lässt, der stirbt auch nicht.
AtemWer seinen Atem immer in ein Holz mit Löchern lässt, ist wohl nicht gescheit.
AtheistIch bin (er ist) ein Atheist.
Als das Teetrinken in Deutschland aufkam, nannten sich scherzhaft diejenigen, welche sich dem neuen Brauch nicht anschlossen, Atheeisten, Nichtteetrinker, oder wurden so genannt.
AthenIn Athen trifft man mehr Götter als Menschen.
AthenerEin sterbender Athener streckt seine Hand aus.
»Der Athener geitz hat bei den Griechen vnnd der Pfaffen geitz bei den Teutschen ein Sprichwort gemacht, das man spricht: Es was kein winter nie so kalt u.s.w. Also bei den Griechen von den Athenern: Ein Athener, so er stirbt, streckt seine Hand auss.«
AthenerO ihr Athener und Thebäer, schändliche Mitylinäer, die ihr abends etwas sagt, doch anders handelt, wenn es tagt.
AtiusDie zwei Azius sind strenge Herrn und ärgern die Gärtner und Winzer gern.
Pancratius und Servatius.
AtlasDer Atlas trägt den Himmel.
Von denen, die sich in große und lästige Geschäfte einlassen und sich dadurch selbst Ungemach zuziehen, wie Atlas für seine Dienste ins Meer gestürzt ward.
nl] Het is een Atlas.
la] Atlas coelum.
AtlasZuerst Atlas, dann Kreide; hierauf Halbseide, sodann Baumwolle (Bômwulle), endlich Galantrompel (die Auskrehe).
Mit diesem Spruch charakterisirt und geißelt man in der bedeutenden Tuchfabrikationsstadt Forst (Niederlausitz) die Personen, welche an Feiertagen die öffentlichen Vergnügungslokale besuchen, und dabei einen Aufwand machen, der weit über ihre Vermögensverhältnisse hinausgeht.
ÄtnaDen Ätna sieht man stets mit weißem Hut und einem Weinfass im Munde.
Der Schnee soll auf der Spitze des Ätna nie schmelzen, während an den Abhängen des Berges Wein blüht und reift.
ÄtnaWenn der Ätna speit, nützt ein Flaschenstöpsel nicht zum Kraterstopfen.
AtoutWas helfen dreizehn Atouts, wenn man keine Handkarten hat.
Beim Whist von dem, der mit guten Karten schlecht gespielt hat und sich rechtfertigen will.
ÄttiÄtte, lass die Gojeh (Nichtjuden) gehn! Mämme, lass die Kuchel stehn.
Jüdisch-deutsch. Bezieht sich auf einen Vorgang, wobei Mann und Frau sich gegenseitig ermahnen und drückt den Sinn aus: Wie Mann, so Frau.
ÄttiÄtte, steh' uf, loss de Hund sitze'.
Jüdisch-deutsch. Als strafender Ausruf gegen einen lieblosen Sohn. Von einem Sohne, der den Vater vom Stuhle vertrieben, damit der Hund Platz gewinne.
ÄttiÄtte, worum deckt mer die Sicke (Laubhütte) nit mit Sand.
Jüdisch-deutsch. Zur Bezeichnung altkluger Kinder, die nach Dingen fragen, die sich von selbst verstehen.
ÄttiDer Ätti ist eisder au no öppa hinder der Tür.
ÄttiThiar Atj an Mana eghe Harkiwal, skalt Kualwskan harki.
Wer Vater und Mutter nicht gehorchen will, soll dem Kalbfell gehorchen.
ÄttiWär' ich vor mei'm Ätte (Vater) kumme', hätt' ich die Mämme (Mama) genumme.
Jüdisch-deutsch. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
ÄttiWie der Ätti, so die Buebe, wie der Acker, so die Ruebe.
Luzern
ÄttiWo früjar a gûeta n' Atti g'si isch, de is zig a wüeste Hung (Hund).
Bern
AttilaAttila war die Geißel Gottes, und die Franzosen sind seine Brüder.
it] Attila, flagellum Dei - I Francesi suor frati (fratelli).
ÄtzÂl Äze koche lang.
Bedburg
ÄtzDat sind âl Äze.
Bedburg
AtzWo gute Atz auf dem Schlage ist, da fehlt es an Tauben nicht.
es] Si al palomar no le falta cebo no le faltaran palomas. (Don Quixote.)
AtzelDer gescheiden atzlen sind dennoch jr eyr gestolen.
AtzelDer klügsten Atzel (Elster)werden die Eier gestohlen.
AtzelDie Atzel hüpft so lange, bis ihr ein Dorn ins Gesäß geht.
Wider die Wollust.
AtzelDie Atzel kan jrs hüpffens nit lassen.
AtzelDie Atzel lässt das Hüpfen nicht.
it] S'ella è al monte, la torna al piano.
la] Pica suos saltus dissimulare nequit.
AtzelDie junge Atzel lernt das Hüpfen von der alten.
AtzelEine Atzel sitzt gern bei der anderen.
AtzelEs ist keine Atzel, sie habe denn etwas Buntes.
»Keine Atzel ich vff erden fund, die nichten schecket oder bunt.«
mhd] Es ist keyn atzel, sie hab dan etwas hundtes.
la] Nomen adest picae, nisi quid varii tenet in se.
la] Non omnino temere est, quod vulgo dictitant.
AtzelEs sind Atzeln.
Der Spottname der Bewohner des Dorfes Klingen in der Pfalz, wo es viel Atzeln und viel fromme Leute gibt.
AtzelKeine Atzel heckt eine Taube.
var] Art lässt nicht von Art.
AtzelMan stilt auch etwa einer Atzel ein Ey.
ÄtzenÄtzen tut ergetzen.
ÄtzenIn Atzgersdorf sein.
Wien. Heißt so viel als: bald fertig sein, zu Ende gehen, abgewirtschaftet haben, dem Tode nahe sein. Eine Redensart, die in Wien sehr häufig gebraucht wird, und wahrscheinlich darin ihre Erklärung findet, dass Atzgersdorf einer der letzten Haltepunkte auf der Südbahn vor Wien ist.
AtzungMancher von alter Atzung (der schon lange gelebt hatte) ward erschlagen.
AtzungSeine Atzung ist ihm auf das Kerbholz geschnitten.
Zugezählt und abgewogen.
AudienzIch habe Audienz versprochen, aber keine Antwort, sagte der Junker, als man Bescheid haben wollte.
So sagte auch Karl V. zu Gesandten, welche glaubten, sofort Entscheidung zu erhalten.
AudireAudi partem alteram, darnach urteil oder verdamm.
AuditorAuditores, haltet hübsch auf Mores.
AueEine Aue kann zehn Berge ernähren, aber zehn Berge nicht eine Aue.
Köthen
AuerenAueren a Stonne' sin ongleich.
Zeit (Uhren) und Stunde sind ungleich.
AuerhahnDa sprach der biedre Auerhahn: na Leut', jetzt lasst mich auch mal 'ran.
AuerochsWer nach Auerochsen mit Schroten wollt' schießen, den würde der erste beste spießen.
AufAuf - zu Gott!
Schwaben. Beim Aufhelfen. Wenn man Mädchen eine Bürde Klee u.s.w. auf den Kopf heben hilft.
AufAuf un a Liecht un Wetterglas un a Barometer.
Geislingen
AufAuf und ab tanzt das Glück, wie ein Ball.
AufAuf und davon lasst den Zelter gon.
AufAuf und davon wie drei deutsche Teufel (drei Doktor Fauste).
AufAuf vnd ab, wie ein Ball, dantzt des Glückes Fall.
fr] Cent ans bannière, cent ans civière.
AufAuf, sprach der Fuchs zum Hasen, hörst du nicht den Jäger blasen?
Danzig
AufAuff, auff, es ist nicht allzeit fastabend.
AufDat is myn vp und hen.
Ist mein Alles.
AufDick up, segt Hans, dat sall'n Hingst wâr'n.
AufEr wächst auf wie ein Narr im Zwiebellande.
AufFrih uff un spat nidder bringt alle verlôren Gidder widder.
AufFrisch auff ist halb gewonnen.
AufFrüh auf und spät nieder bringt verlorene Güter wieder.
en] He tat will thrive, must rise at five; he tat has thriven, may lie till seven.
la] Ditat, sanctificat, sanat quoque surgere mane.
AufFrüh auf und spät zu Bette gehn, kann auf die Länge nicht bestehn.
nl] Froeg op en laet te bedde gaen, kan na den regel niet bestaen.
AufFrüh auf, frisst alles auf.
AufFrüh uf und spot nieder, friss wenig und schaff wieder.
Luzern. Sprichwort der Dienstboten, die eine geizige Herrschaft haben.
AufGrade up, wie ick, söä' de schêwe Danzmêster.
AufHe hett 't upt, is 'n richtig Testament.
Ostpreußen. Er hat es auf, er hat alles, was er besitzt, aufgezehrt.
AufHei mot op, wie Heidmann's Wasser.
Alt-Pillau. Wasser ist hier Hundename.
AufHi as ap, iar a Düwel Skur um hoa.
Nordfriesland. Er ist aufgestanden, ehe der Teufel Schuhe anhat.
nl] Hij was op voor dat de duivel zijn pansel geschend had.
AufItz auff, denn ab, so gehet das Glück.
AufJetzt auf, jetzt ab, dann wieder auf, das ist des Glücks gemeiner Lauf.
AufNig up mi, ik bün Oollander Oolsch.
Hamburg. Rührt von einer Alten aus dem Alten Lande her, die im Gassengedränge um Schonung bat.
AufOp em (auf ihm) Julius..
Ausruf beim Kartenspiel, wenn die Karte des Gegners gestochen wird. Im Werder: Ried emp op.
AufSo oaim oppe as 'n Strêipe Speck.
Grafschaft Mark
AufUf, ûf, der Himmel grôt.
Schlesien
AufUp, alle Kau, moergen is Maidag.
Westfalen. Ausdruck für: Steh auf!
nl] Sta op, lui beest, zei Gerrit de snapper, en hij zag een dood schaap in eene weide liggen.
AufWenn 't up is, slânt de Hunn sück um Bunken.
Vom Streit um nichts.
AufWenn op, denn satt; wenn ût, denn alle.
Zur Beschwichtigung kleiner Kinder, die noch mehr Speise haben wollen; wenn alles aufgezehrt ist, dann ist man satt.
AufWer früh auf ist, dem gibt Gott.
Auf (Subst.)Wo der Auf jauchzt, da ist der Teufel nicht weit.
Innviertel. Auf = Eule.
Auf sich haltenOpp sick holn kost't keen Geld.
Rendsburg
Auf sich nehmenWer auf sich nimmt, was er nicht mag (kann), der steckt sich selber in den Sack.
Auf und abAuf und ab wie ein Ball, gang allezeit des Glückes Fall.
la] Nunc pluit et claro nunc Jupiter aethere fulget. (Sen.)
AufangelnEtwas (nämlich Ungeziefer) aufgeangelt haben.
Ostpreußen
AufbackenEr hat aufgebacken.
Elsass. Er ist mit seinem Vermögen fertig, ist bankrott.
AufbauenWas er heute aufgebaut, reißt er morgen wieder ein.
la] Penelopes telam retexere. (Cicero)
AufbauenWas flüchtig aufgebaut, fällt schnell zusammen.
cz] Co se prudce staví, rádo se borí.
AufbeißenEr beißt's auf, wie eine Nuss mit dem Arsch.
AufbewahrenWohr et af, sächt Tacke.
Halberstadt
AufbietenEinen aufbieten.
Ihm mit einer Menge Schimpfworten überschütten. Satirische Anspielung auf den vormaligen Kanzelgebrauch, einem Brautpaare beim Aufgebot eine Menge Ehrentitel beizulegen. In demselben Sinne auch: gegenseitig aufbieten, für ausschimpfen.
AufbietenWenn man sich aufbieten lassen will, so muss man ein Weib an die Krippe stoßen.
Braunschweig
AufbindenEinem etwas aufbinden.
Eine ersonnene Erzählung für eine Tatsache.
la] Auriculas asini assuere.
AufbindenSich etwas aufbinden lassen.
AufblähenDu blähst di uff as wie drei Eier im Krätta.
Wurmlingen
AufblähenEr blähet sich auf wie ein Frosch.
altfries] Hi bloght häm ap üs en Podd.
AufblähenEr bläht sich auf wie ein Frosch im Mondschein.
AufblähenEr blait si uf, wie-n-e Frösch uff 'me Dünkel.
Soloturn
AufblasenA bläst sich uf wie ane Kröte.
AufblasenA bläst sich uf wie anne Foir-Kröte.
AufblasenBlase dem Gottlosen sein Feuer nicht auf, dass du nicht mit verbrennest.
Hüte dich den Bösen in seiner Bosheit zu bestärken.
AufblasenBlase dich nicht auf und du wirst nicht platzen.
AufblasenE bliest sich af.
Siebenbürgen-sächsisch
AufblasenEr bläss sich auf wie ein Welschhahn.
AufblasenEr ist aufgeblasen wie eine Eule.
Damit bezeichnen die Litauer einen hochmütigen Gebieter. Die Eule, ein Raubvogel, der von dem einmal eingenommenen Aste um kein Haar breit weicht; der Vogel mit den im Dunkel der Nacht schreckhaft glühenden, Furcht einflössenden Augen ist wohl ein sehr treffendes Bild eines Aufgeblasenen.
AufblasenHe blöst up, as e Schôfkrot.
Conitz. Er, der Zornige, bläst sich auf wie eine Schafkröte.
AufblasenWer sich nicht aufbläst, zerberstet nicht.
AufbrausenEr braust auf wie Wasser in der Bratpfanne.
fr] Il tuerait un mercier pour un peigne.
AufbrechenEr bricht auf vor dem Ite missa est.
la] Ante mysteria discedere. (Plato)
AufbrechenWas aufbricht, darf man nicht aufschneiden.
AufbrennenEr brennt auf, dass man ein Licht (ein Schwefelholz) an ihm anzünden könnte.
AufbringenDer bringt viel auf und webt wenig ab.
Von einem Lügner.
AufbringenEr bringt keine Ketzerei auf.
Der Schwachkopf.
AufbringenEr bringt keinen neuen Glauben auf.
Der Schwachkopf.
AufbückenBück up, Jan, du schast wat innehmen.
Oldenburg. Mache dich (auf irgendetwas) gefasst.
AufbürdenMan muss niemand mehr aufbürden, als er tragen kann.
la] Kapram portare non possum et imponitis bovem. (Plutarch)
AufdamenEr wird aufdamen müssen.
Österreich. Tüchtig bezahlen, soviel wie blechen müssen. Vom Brettspiel entlehnt, wo man durch Auflegung eines Steins die Dame des Gegners bezeichnet.
AufdaumenEinen aufdaumen.
Durch Bestechungen die Augen verblenden, gleichsam den Daumen jemand aufs Auge drücken.
AufdockenEr wird es müssen aufdocken.
An den Tag bringen. Aus dem Seeleben. Docken heißt ein Schiff in den Dock bringen.
AufdonnernHe hett sück updônnert as 'n Pinksteross.
AufdonnernSe gên ûfgedunnert wi de Elbr (Elben).
Schlesien. Von überputzten Mädchen in Schlesien in der Gegend von Frankenstein.
AufdonnernSie ist aufgedonnert wie ein Huxt-(Hochzeit-)pferd.
AufdonnernSie ist aufgedonnert.
Geschmacklos aufgeputzt.
AufeinandersitzenAufeinandersitzen wie d' Hüsläus.
Ulm
AuferstehenFür den, der auferstehen will, ist kein Stein zu schwer.
AufessenDat kann 'ä noch nicht opessen.
Brandenburg
AufessenEr isst das mit Haut und Haaren auf.
Ganz und gar.
AufessenIch esse dich auf, magst du Schaum geben oder nicht, sagte der Zigeuner, dem man Seife für Käse gegeben.
cz] Sním te, at' se penís nebo nepenís; nebot' jsem dal za te peníz, rekl Cikán, kdyz mu dali za peníze mýdlo místo sýra.
AufessenIss uf, so git 's schön Wätter.
Soloturn
AufessenWas man aufisst, wird auch vom größten Herrn nicht genommen.
Wenn man den Magen gezwungen hat, seinen Inhalt wieder herauszugeben.
AuffahrenA fährt uf wie der Furtz im Boade
Von auffahrenden, leicht zu reizenden Menschen.
»Ich hätte mir's nicht eingebildet, dass ihr eines Wortes wegen so auffahren solltet, wie ein Forz im Bade.«
fr] Elle est glorieuse comme un pet.
fr] Glorieux comme un pet, parcequ'il n'a respekt d'aucun.
AuffahrenDas Auffahren ist die Tür zur Reue.
AuffahrenEr fährt auf wie ein brüllender Löwe.
fr] Il a la tête chaude.
AuffahrenSie fahren gegeneinander auf, wie zween Beißhaan, die Pfeffer gessen ha'n. - Syrach Matthesy.
AuffahrtJe höher die Auffahrt, je tiefer die Niederfahrt.
AuffahrtKann man an der Auffahrt drei Ähren zellen, so sind se in sieben Wochen in der Rellen
Rellen oder Röllen - im engern Sinne die Kornfege, das Getreide nach dem Dreschen über eine Rolle oder Fege rollen und laufen lassen und dadurch reinigen.
AuffahrtWenn an der Auffahrt d' Reben scheinen über den Rhein, so gibt's ein guten Wein.
AuffangenDu wirst nicht alles auffangen, was auf dem Wasser schwimmt.
AufflackernEs ist ein Aufflackern vor dem Tode.
en] 'T is a lightening before death.
AuffliegenHe flog up mit Jakobs Höner.
Holstein. Die Röte stieg ihm ins Gesicht von einer plötzlichen Blutwallung, so plötzlich, wie nach der Legende tote Hühner durch des heiligen Jakobus Wunderwirkung wieder lebendig wurden und aufflogen. Mecklenburg: Dat is upflûgen mit Sümt Jakobs Hönern.
AuffliegenWas bald auffliegt, fliegt bald ab.
hu] Ki hamar kél, hamar száll.
AuffordernDu forderst den Rechten zum Kampfe auf.
AuffressenDat is een grot Frittup.
So sagt der Hamburger doppelsinnig von großen Gastereien.
AuffressenDer frisst die Schule (Synagoge) und die Bühne (Almemer) auf.
Zur Bezeichnung eines ungewöhnlichen Fressers. Die »Kirche sammt der Kanzel«, den »Pfaffen sammt der Kutte«.
AuffressenDer frisst's auf mit Haut und Haar.
AuffressenFriss auf und scheiß es wieder, das bringt verlorene Güter wieder.
AuffressenWillst du nicht werden aufgefressen, so hüte dich vor dem Landgrafen zu Hessen.
AufführenFühre dich gut auf, Jakob, dass sie dich recht lange behalten, sagte die Mutter, da besuchte sie ihren Sohn im Zuchthause.
AufführenSich aufführen wie Saublut.
Franken. Von dem Gischten des letzteren beim Auffangen im Moment des Schlachtens.
AufführenSich wohl aufzuführen, ist niemals zu spät.
la] Sera nunquam est ad bonos mores via.
AufführenWenn do di guot upföhrst, saste ôk 'n Kierl häw'n, de rên vör 'n Oars wegschitt, sägt de Voader.
AufführungWie die Aufführung, so das Glück.
AufgabelnEinen aufgabeln.
Endlich habe ich nach langem Suchen einen Boten aufgegabelt.
AufgalsternTöw man! dat schal em opgalstern as rooch Speck.
Süderdithmarschen. Galstern = ranzig sein, ranzig werden, galstrig = ranzig. - Warte nur, das wird er so schwer verdauen wie rohen Speck.
AufgangBis zum Aufgang der Bescheidenheit soll die Rute der Kinder Missetat zwingen.
So lange, bis die Kinder zu Verstand gekommen sind, stehen sie unter dem Züchtigungsrecht der Eltern.
mhd] Bis an den uffgang der bescheydenheit sal die rede twingen der kinder myssethat.
AufgangDer Sonne Aufgang ist der Nacht Untergang.
AufgangEines Aufgang ist des anderen Untergang.
cz] Jedno vzchází, druhé zachází.
dk] Eens Opgang en andens Undergang.
la] Nemo ditescit, nisi malo alterius.
pl] Jedno wzchodzi, drugie zachodzi.
AufgärenDat schall em upgären as olt Fett.
Oldenburg. Soll ihm übel bekommen.
AufgebenHe gift et up, as Mewes de Bicht.
AufgebenUfgüh ist sehr verspielt.
Luzern
AufgebenWas man aufgibt ist verloren.
it] Ogni lasciata è persa.
AufgebenWer aufgibt, bekommt nichts.
AufgebrachtE äs ôfgebrät.
Siebenbürgen-sächsisch
AufgebrachtEr ist aufgebracht wie ein Puterhahn.
AufgebrachtEr ist so aufgebracht, dass man Schwefelhölzchen an ihm anzünden könnte.
la] Lucernam accendere possis. (Theokrit.)
AufgedresstEr ist ufgedresst (von unne bis owe) wie en philadelphier Market-Striet-Dändy.
Aufgeputzt, von dem englischen dress. Eine Mischung aus dem Deutsch der von der früheren Einwanderung mitgebrachten deutschen Mundart und englischer Wörter mit deutscher Biegung. Ein Stutzer, wie man sie in der Market- Street, der Hauptstrasse Philadelphias, sieht, in der die feine »fassionable« Welt promeniert.
AufgehenAufgehn wie en Nudltaig.
Oberösterreich. Von einem Jähzornigen.
AufgehenDie gehling auffgehn, gehn bald vnter. - Franck, I, 118a; 1424, 59.
AufgehenDort geht es auf, wie beim Halter zu Brünn. Niederösterreich
Wenn Einnahme und Ausgabe einander genau entsprechen.
AufgehenEr geht auf in sechzig.
jüdisch-deutsch] Er wird botel beschischim. Ist von keiner Wichtigkeit und ohne Einfluss. Nach rabbinischen Speisegesetzen verliert das Verbotene seinen Charakter als solches, wenn es mit Erlaubtem vermischt wird und nur den sechzigsten Teil desselben bildet. Die Redensart wird z. B. von jemandem gebraucht, dessen Einfluss in einer großen Gesellschaft paralysiert wird.
AufgehenEr ist aufgegangen wie ein Pfannkuchen.
fr] Il est venu tout en une nuit.
AufgehenEr lässt aufgehen, was der Brief vermag.
AufgehenEs geht grad' auf, sagte Jörg, und gab einen Sechser für ein Böhmenbrot.
nl] Gelijk op, zei de man, en hij gaf een' barlaf voor eene schram.
AufgehenEs gieng zugleich auff, leib, gut vnd ehre.
nl] Het ging al tezamen tegelijk op: lijf, goed en eer.
AufgehenEs ist alles aufgegangen, wie bei des Nachtwächters Hochzeit, wo ein Stück übrig blieb, das die Katze frass.
dk] De leonede kan et stykke bröd det gave de hunde.
dk] Det slog lige til som til skraedenns barsel.
AufgehenEs ist bei einem bisslin dürr auffgangen.
Er hat sein Gut durchgebracht.
AufgehenHe geit up as Dêg (Teig).
So schnell, der aber auch ebenso schnell wieder sinkt.
AufgehenIk lât wat uppergân, segt de Hannoveraner.
AufgehenWas auffgehen will, daran hilfft jedermann bawen.
AufgehenWas aufgeht, weiß der Abschneider (Vorleger), aber nicht der Esser (Gast).
AufgehenWas bald aufgeht, fällt bald ab.
fr] Ce qui croît soudain, périt le lendemain.
la] Quae sero contingunt, sed magnifica.
AufgehenWo nix aufgeht, is ka Wirtschaft.
Eger
AufgeklärterAn Aufgeklärter in a klein Städtel esst Kasche mit Chrilene.
Jüdisch-deutsch, Warschau. Kasche = Kasza, Grütze. Talg, Unschlitt. Unter »Aufgeklärter« verstehen die rechtgläubigen Juden einen Anhänger der modernen Richtung, der sich über Religionsvorschriften, wie z. B. die Speisegesetze, hinwegsetzt. Um sie lächerlich zu machen, sagen sie, ein solcher aufgeklärter oder Reform- Jude lege, zumal in einer kleinen Stadt, wo es ihm fast an Gelegenheit zu sündigen fehle, seine Aufklärung dadurch an den Tag, dass er trotz des Verbots, ja selbst auf Kosten des guten Geschmacks, seine Grütze mit Talglichtern schmalze.
AufgelegtWer heut nicht aufgelegt ist, ist's morgen noch weniger.
dk] Hvo ey i dag er val bekoem, i morgen er han meere slem.
AufgepasstAufgepasst, die Hanswursteln kommen.
Eine im deutsch-französischen Kriege 1870 unter den Bayern entstandene Redensart, auf welche die bunte Kleidung der Spahis, Turkos und Zephyrs einen durchaus komischen Eindruck machte. Als sie das erste mal anrückten, lief durch die bayerischen Reihen der Ruf: »Aufgepasst, die Hanswursteln kommen.« Die Preußen wurden ebenso wenig von ihnen eingeschüchtert. Als die Königin Augusta einen Landwehrmann fragte, ob nicht die Turkos einen schrecklichen Eindruck auf sie gemacht hätten, erwiderte er: »Schrecklichen Eindruck, uf mir? Nê Majestät, aber ick uf ihnen.« (Illustrierte Welt, Stuttgart, 19. Jahrg.)
AufgeputztAufgeputzt wie die Schippenkönigin im Kartenspiel.
AufgeputztAufgeputzt wie ein Kutschpferd.
In Beziehung auf den Mastochsen, den die pariser Fleischergesellen in den letzten Faschingstagen aufgeputzt durch die Straßen führen, sagt der Franzose: Promener comme le boeuf gras.
AufgeputztAufgeputzt wie ein Meisterochs.
AufgeputztAufgeputzt wie ein Schlittenpferd.
AufgeputztSie geht aufgeputzt wie ein Pfingst- (auch: Minister-)ochse.
AufgeräumtWo es wohl aufgeräumt im Hauss stehet, da ist vnd wohnet eine saubere Fraw.
AufgesponnenEr hat aufgesponnen.
AufgienenEr hat zu spät aufgegient, wie Gobande.
Von denen, die sich durch Säumigkeit einen Gewinn oder Vorteil haben entgehen lassen. Die Entstehung der Redensart wird a.a.O. so erzählt: Ein König rief nach Tische seinen ältesten Sohn zu sich und befahl ihm, den Mund aufzumachen, weil er ihm einen Apfelschnitz hineinstecken wolle. Er verweigerte dies. Dann rief der Vater den zweiten Sohn, welcher gehorchte und dafür zum Könige ernannt wurde. Der dritte Sohn wurde ebenfalls gerufen, leistete Folge und ward Herzog. Da sagte der älteste Sohn Gobande: »Ich tue meinen Mund auf, gebt mir auch einen Apfelschnitz!« Aber es war zu spät - aufgegient.
AufglûrenDe glûrt (glûmt) van ünnern (von unten) herup, as 'n Hönerdêf.
Ostfriesland. Glûren, glûmen = düster aussehen.
AufguckenSie guckt auf, wie die Henne vor Tage.
Nürtingen
AufhabenHe hett 't up, dat is 'n richtig Testament.
Ostfriesland. Hat es auf = hat es verzehrt, ist damit fertig.
AufhabenWenn du das aufhost, treter de Katz d'n Mông net wak.
Oberharz. Von einem Fresser. Wenn du das aufgezehrt hast, wird dir die Katze den Magen nicht wegtragen.
AufhaltenDen enen helt op, den anderen schropt in.
Deutz. »Der Eine hält auf, der Andere schropt ein, sie helfen einander beim Geld gemein.«
AufhaltenHol di jo nich up, de Ohl is komisch, seggt se in Hamborg.
AufhaltenHol di man jo nich op, sonst kömmst du in 'n Schedderkopp.
Danzig
AufhaltenHoll di jo nich up, de Weg is god.
Pommern
AufhaltenHollt der mit up, sä Klaas, do fullt Harm von de Kark.
Ostfriesland
AufhaltenIch werde ihn nicht aufhalten.
Zum Bleiben nicht nötigen.
la] Penulam vix attingere.
AufhaltenWas man nicht aufhalten kann, soll man laufen lassen.
fr] Ce qu'on ne peut retenir, il faut le laisser aller.
fr] Il faut laisser courir le vent par-dessus les tuiles.
AufhälterWäre ken Obbenhälder, wäre ken Dêv.
Brandenburg
AufhängenEinen aufhängen, wie eine Schnur Knoblauchsköpfe am Deckbalken einer Küche.
Königsberg
AufhängenHe hangt sück up, as de Köster an de Klock.
Wie der Küster tut, wenn er den Glockenstrang zum Läuten anzieht, was kein Erhenken ist.
AufhängenSich aufhängen, um nicht an den Galgen zu kommen.
AufhängenSie hängen ihn auf wie einen Großvogel.
AufhängenUnd wenn se mich ärschlich ufhingen, ich kennte ne (o. ich hätte nischt bemmer).
AufhängenWär seck wil uphengen, dän dräget de Düvel det Strick dertau.
AufhauenDa wird (gut) aufgehauen.
Aufwand machen, lustig, übermütig sein, tanzen, springen.
AufhausenEr ist vo Ufhuse.
Luzern. Er ist ein Verschwender, ein Mensch, der bald mit dem Seinen fertig ist, aufgehauset, zu Ende gewirthschaftet hat.
AufhebBesser die Taja (eine Erdfrucht) aufheben, als den Menschen.
Surinam. Um zu sagen: Tue lieber einer leblosen Sache Gutes, die dir gar nicht danken kann, als Menschen, die nicht danken mögen.
AufhebEin großes (nicht viel) Aufhebens (von etwas) machen.
la] De pusillis magna paroemia.
AufhebEinen aufheben, ehe er gefallen ist.
en] To take one up before he is down.
AufhebEr hebt auf, was andere weggeworfen haben.
la] Furari littoris arenas. (Ovid)
AufhebEr hebt es auf, wie einen Hund auf die Handmühle. Litauen
AufhebEr hebt es für die große Glocke auf.
Um zu sagen, dass jemand ein Andenken, das entweder sehr kostbar ist oder von einer teuren Person herrührt, sorgfältig bewahrt, oder eine Sache nur bei feierlichen Gelegenheiten gebraucht. Ihren Ursprung hat diese Redensart von der großen, auf Befehl des polnischen Königs Sigismund I. gegossenen Glocke, die sich in dem über der Sakristei der Krakauer Schlosskirche erbauten Turme befindet und acht kräftige Menschen erfordert, um in Bewegung gesetzt zu werden. Da sie nur bei äußerst wichtigen Anlässen geläutet wird, so erklärt sich die obige Redensart.
AufhebEr hebt nicht auf, was überall zu haben ist.
la] In foribus urceum. (Plautus.)
AufhebEs mag ('s) ihn aufheben, wer ('s) ihn nicht kennt.
Von schlechter Ware, oder um zu bezeichnen, dass uns jemandes List und Ränke nicht mehr unbekannt seien und dass er uns nicht täuschen könne.
la] Tollat te qui non novit. (Quint.)
AufhebHeb' es auf, wer will.
AufhebHeb's auf, es findet wohl seine Statt.
AufhebHeb's auf, es fritt ja kein Heu. Oberösterreich
AufhebHebe nicht auf, was du nicht von dir gelegt.
AufhebHebup hat wat, Frettup het nischt.
Brandenburg
AufhebIch mag nich ufheben, woas a foallen lässt.
AufhebIm Aufheben mehren sich die Brocken.
AufhebViel Aufhebens von etwas machen.
Wohl von Klopffechtern entlehnt, die viel lächerliche Vorübungen haben, ehe sie den Kampf wirklich beginnen.
la] Multis ambagibus uti, priusquam rem aggrediamur.
AufhebWer aufhebt, der findet, wenn er bedarf.
la] Bonus condus, bonus promus.
AufhebWer etwas aufhebt über Nacht, hat es den Katzen (Mäusen) gebracht.
dk] Hvo gjemmer til natte, gjemmer til katte.
AufhebWer sich was aufhebt, der hat was.
AufhebWer wohl auffhebt, der findet es, wan er's bedarff.
AufhebWir wollen miteinander aufheben.
Die gegenseitigen Beleidigungen vergessen. Der Sinn der Redensart ist zwar klar, aber der Ursprung dunkel.
»Wir können gleich miteinander aufheben.«
fr] Quitte à quitte et bons amis.
AufhebWohl aufgehoben ist leicht gefunden.
AufhelfenHilff mir auff, îch stoß dich nieder; ehre mich, ich schend dîch wieder.
AufhelfenWer jhm selbst auffhilfft, der ist lobenswert.
AufhetzerIch bin kein Aufhetzer, aber ein guter Hund beißt von selber.
AufhetzerIch bin kein Aufhetzer, aber zusammenhetzen mag ich gern.
AufhetzerÖk si kein Ophetzer, âwer dat lêt öck mi nich gefalle.
AufhockenDä hiv huch op un schlêt hösch.
Er holt weit aus, schlägt aber wenig zu; es fehlt das Streichen.
AufhockenHuckst opp, so nehm öck di.
Königsberg. Wenn jemand ohne Neigung und Antrieb etwas tut; von denen, die Erbsen und andere Hülsenfrüchte ohne Appetit essen, weil sie müssen.
AufhockenOpgehuckt, seggt de Bronat, on geit bi sine Ole.
AufhorchenEr horcht auf, als wenn die Katz' donnern hört.
AufhorchenEr horcht auf, als wenn die Sau sichten hört.
Aufhören'S isch guet ufz'höre, wenn mr's Ung'schlächt g'gesse hat.
Soloturn
AufhörenA kon gar nich ufhieren.
AufhörenAufhören ist Kunst.
AufhörenAufhören, eh' es zu viel wird, ist Weisheit.
AufhörenDa hört doch alles auf.
AufhörenDa hört nichts auf, weil nichts angefangen hat.
AufhörenDat hört op.
Deutz. Dem kann nicht stattgegeben werden, das ist verkehrt.
AufhörenHörst du auf hineinzugießen, so hör' ich auf zu fließen.
la] Desine infundere et ego desinam fluere.
AufhörenHört up, Liefmann; kennt gy nit de grote König Basan.
AufhörenIch höre nit auf, und wenn's en Säustall gibt, sagte der Beichtiger, als ihn die Klosterfrau bat, aufzuhören, es könnte sonst ein Kind geben.
AufhörenMan muss aufzuhören wissen.
la] Manum de tabula.
AufhörenNicht aufhören, bis einem die Pfeife aus dem Ärmel fällt.
Die Römer nannten einen, der, wenn er etwas angefangen hatte, nicht damit aufhörte, einen »arabischen Flötenspieler«.
la] Arabicus tibicen. (Menan.)
AufhörenSie hören auf die Trommel oben zu schlagen, sie schlagen sie unten.
Surinam. Sinn: Sie spannen die Pferde hinter den Wagen.
AufhörenUfg'hört mit de-n-Imbe (Bienen).
Soloturn. Mahnung, ein Geschäft aufzugeben, bei dem man keinen Gewinn hat.
AufhörenWenn aufhört das Fest und anfängt der Streit, kommt man stets zur Unzeit.
AufhüpfenIch hüpf' auf, ich hüpf' nieder, narrst du mich, ich narr' dich wieder.
AufhustenEr kann aufhusten.
Köthen. Besitzt Geld.
AufklärenJetzt bin ick schlagend ufgeklärt, sagte Pietsch, da hatte er auf seine Frage eine Ohrfeige erhalten.
AufknüpfenWas man aufknüpfen kann, muss man nicht zerhauen.
AufknüpfenWer sich aufknüpfen will, findet leicht einen Strick, wer einen anderen henken will, findet deren zwei.
AufknüpferDer wird Meister Aufknüpfer in die Hände kommen.
»Ich meine, wäre das Meister Hansen, oder Hemerlin, oder vffknüpffer befohlen worden, sollte es besser gemacht haben.« Es ist von einer Züchtigung, Stäupung die Rede.
AufkochenEtwas aufkochen.
Umbilden, verändern, verbessern.
la] Incudi reddere. (Horaz.)
AufkochenHe kaket up, as ên Welgengrapen.
Von einer Speise, die den Magen beunruhigt und widerwärtiges Aufstoßen erregt. Welgen von walgen, aufstoßen, aufwallen. Ein elendes Essen heißt: Welgen un Wehdage. Die obige Redensart wird von Aufbrausenden, Jähzornigen gebraucht.
AufkochenHe kakt up as 'n Welljepott.
AufkommenDas ist erst aufkommen, seitdem das Reich auf leymen Füßen und Zehen steht.
Diese Redensart stammt aus der Zeit, in der das deutsche Reich von den Türken überwältigt worden war und an Soliman Tribut zahlen musste.
AufkommenDes einen Aufkommen ist des anderen Verderben.
AufkommenEr ist von nichten vffkommen.
la] Hodie nullus, cras maximus.
AufkommenGegen meck kummt keiner up, säd' de Stadtsoldat, un sprung öwer'n Strohhalm, dat em de Hâre up dem Koppe suseten.
Hildesheim
AufkoppenDavon wird ihm nichts aufkoppen.
Er wird davon nichts bekommen.
AufkratzenEr war heut' gut aufgekratzt.
AufkriegenEr kann die Sache nicht aufkriegen.
Er weiß sich dieselbe nicht zu erklären.
AufküssenEr küsst sein Gebetbuch auf.
Der Bigotte.
AufladenLäd't Einer auf, und Zwei laden ab dafür, so füllt sich der Wagen schwerlich dir.
AufladenMan kann eher afloten, es opstuigen.
Soest. Sagt der Handelsmann.
AufladenMer muss sich nit mehr uflade, as mer trage' kann.
AufladenWenn einer aufladet und zwei ab, wird der Wagen nicht voll.
AufladenWenn man schief aufladet, fällt der Wagen um.
AufladenWien ze vil oflat, mess vir em Dîr uofladen.
AuflaufenEr ist gut aufgelaufen.
Er hat sich anführen, betrügen lassen.
AuflaufenHi lêpt ap, üüs an köögenden Kraagh.
Amrum. Er läuft auf wie ein kochender Grapen.
AuflegenEin jeder lege jhm selbst auff, das sein Pflug kan erehren.
AuflegenSich aufflegen (am Tisch) wie ein Böhme.
AuflegenWem auferlegt ist, nicht anzugreifen, sondern nur zu wehren, dem ist erlaubt, unterzuliegen und nicht obzusiegen.
AuflehnenHä let sich auf bi e fauler Schaffer (Schäfer).
Henneberg
AuflesenEs gibt überall aufzulesen, sagt der Jüd', man muss nur ein Säcklein mitnehmen.
Meiningen
AuflesenSie hat eppas aufgeläsa.
Sie ist unehelich schwanger geworden; auch: sie hat sich eine Krankheit, ein Übel zugezogen.
AufliegenDês ligt mer af wêi mei' èirsts Hemmed, des aff'n Buck'l nit zammganga is.
Nürnberg. Afliegen = auf-, d. i. anliegen, am Herzen liegen. Ironisch, wenn man sagen will, dass man sich über etwas keine Sorge mache, da das erste Hemd als offen bekanntlich gar nicht anliegt.
AufmerkenWer aufmerkt, findet auch, und wär's Kot im Hause.
AufmerkenWer genau aufmerkt und ruhig überlegt, der urteilt (richtet) wohl.
it] Saggiamente giudica, chi bene ascolta, e tardi giudica.
AufmerksamAufmerksam wie ein Kriminalrichter.
Gartenlaube, 1857
AufmutzenA mutzt' em a Ding balde uf.
AufmutzenEinem etwas aufmutzen.
AufmutzenIhr müst eem a Ding nich ufmutzen.
AufnehmenAufpassen wie a Hacht (Habicht).
Franken
AufnehmenBald aufgenommen, bald hingeworfen.
AufnehmenDä pass op, wat gespillt wird.
Brandenburg
AufnehmenEr (es) wird aufgenommen wie ein heißer Teufel.
Litauen
AufnehmenEr kann sich aufnehmen wie ein nasses Küken.
AufnehmenEr passt auf wie d' Katz auf d' Maus.
Binzwangen
AufnehmenEr passt auf wie ein Heftelmacher.
Bautzen
AufnehmenEr passt auf wie ein Schießhund.
Schlesien
AufnehmenEr wird aufgenommen wie der Fuchs unter den Hühnern.
fr] Il vient là comme un chien dans un jeu de quilles.
AufnehmenEr wird aufgenommen wie die Eule unter den Vögeln.
AufnehmenEr wird aufgenommen wie die Katze unter den Mäusen.
AufnehmenHe nimmt eer nig up, un smitt eer nig daal.
Indifferente neutrale Haltung. Gewöhnlich von einem Ehemanne gesagt, der seiner Frau weder etwas zu Liebe, noch zu Leide tut, sie, wenn sie fällt, nicht aufhebt, sie jedoch auch nicht hinwirft.
AufnehmenIst man wo gut aufgenommen, muss man nicht bald wiederkommen.
AufnehmenMan nimmt dich auf nach deinem Rock und begleitet dich weg nach deinem Verstande.
AufnehmenPass auf, Bauer, der Bürger kommt.
Holstein. Dies sagt in der Regel der, dem ein anderer zumutet, ihm aufzuwarten. Bist du mehr als ich, dass ich für dich aufpassen soll?
AufnehmenPass man up, Lunt, Jochem ward Füer gewen.
Danziger Nehrung
AufnehmenPass uf, der Tüfel könt e Schelm si.
Luzern
AufnehmenUppassen is de Bösskupp.
Ostfriesland
AufnehmenWer nicht aufpasst, gewinnt nicht.
nl] Die niet oppast, ziet zijn geld niet wassen.
AufpaukenEinem bass auffbaucken vnd auff die Haube greiffen.
AufpaukenEinem redlich aufpaucken.
AufpaukenEinem was aufpauken.
AufpelzenEmenterm äst afpêlzen.
Siebenbürg.-sächsisch. Jemandem etwas aufpelzen, d. h. ihn zum besten haben.
AufpfeiffenPfeiff auff vnd verderb den Reigen nicht.
AufplatzenEr wird aufplatzen wie Melekt Zêg (Ziege).
Bartenstein. Von einem Vielfraß.
AufprellenPrällt a doch uf wie a Furtz im Boade.
AufpustenEr pustet sich gewaltig auf.
Von jemandem, der großtuerisch, aufgeblasen auftritt.
AufputzenAndern putzt sie auf, aber sie selber ist eine Schlumperliese.
cz] Jiné kase (podkasává), a sám se plíhá.
AufputzenEr ist aufgeputzt wie ein Kutschpferd.
AufputzenSie ist aufgeputzt wie der Palmesel acht Tage vor Ostern.
AufquillenEr quillt auf wie a Povis (Bovis).
Hirschberg
AufrabbelnHei rabbelt sök op wie e ôl Twêrnsock (Zwirnsack).
AufrabbelnSich aufrabbeln.
Für eine Sache ein übergroßes Interesse zeigen.
AufräumenRäum' auf, halt nichts, ist sein Begier.
AufräumenRäum' auf, Mariechen!
Wenn Verwirrung in Wirtschaft, Kopf und Rede herrscht.
nl] Helder op, Machidtje.
AufräumerEr ist ein Aufräumer (Dieb).
AufrechtAufrecht hat (o. ist) Gott lieb.
AufrechtAufrecht hinkt nicht.
Wurmlingen
AufrechtAufrecht und lang steht Fürsten wohl an.
la] Est procerum, vere procerum corpus habere.
AufrechtAufrecht wie ein leerer Mehlsack.
AufrechtUfrecht, d' Auge sind obe.
Gegend am Thunersee
AufregungAn unverschuldeter Aufregung gestorben, erklärte der Totenschauer, als er einen Mann tot mit drei Kugeln im Kopfe fand.
AufreibenEr hat es also auffgerieben, dass nicht ein Lauss war vberblieben.
AufrichtenAufrichten, vnd vnverdrossen hats vil vnd offt genossen.
AufrichtenEr richtet sich auf wie die Laus im Grind.
AufrichtenWer sich aufrichten will, dem soll man (auf-) helfen.
AufrichtenWer sich selbst aufrichten kann, sitzt wohl.
dk] Den sider vel, som kand selv reise sig op.
AufrichtigAufrichtig, treu und fest in allen Dingen gibt sicherste Gewähr für das Vollbringen.
Der Badische Kriegsminister von Beyer auf einem Gedenkblatt im Germanischen Museum in Nürnberg.
AufrichtigDu bist aufrichtig wie ein alter Hoffmann.
AufrichtigEr ist aufrichtig wie eine Laus im Grind.
Der sich spreizende Bettelhochmut. - Aufrichtig, soviel wie erhoben; Wortspiel von aufrichten.
AufrichtigHe is so uprichtig as'n Kohsteert (Kuhschwanz).
AufrichtigSo aufrichtig wie ein Zigeuner.
Die Franzosen behaupten, die offensten Leute seien in Frankreich. (Le plus apert homme en France.)
AufrichtigkeitAufrichtigkeit ist ein seltsam Wildpret in unserer Zeit.
la] Candor in hoc aevo res intermortua paene est.
nl] Opregtheid woont meest bij een voudigheid.
AufrichtigkeitAufrichtigkeit ist eine Tugend, wo sie noch gefunden wird.
dk] Opriigtighed erendyd, hvor den ogsall findes.
AufrichtigkeitAufrichtigkeit ist Gott angenehm.
AufrichtigkeitDie Uprichtigkeit is slâpen egân.
Klage über Abnahme der Aufrichtigkeit, die »schlafen gegangen« sei.
AufrichtigkeitWer Aufrichtigkeit sucht beim Fuchse, Demut beim Pfauen, Fasttag beim Wolfe, beim Tode Respect, dess Verstand ist versteckt.
AufrückenRück' es dem nicht auf, der sich bessert.
AufrufenRuf mich uf mit kol-honorim (allen Knaben). Jüdisch-deutsch
Um dich an mir zu rächen, magst du mich mit allen Knaben im Tempel zur Vorlesung aufrufen. Die Knaben haben den Segenspruch noch nicht zu sprechen; ein Erwachsener muss sie begleiten und muss deshalb manchen Scherz erdulden.
AufruhrAufruhr macht aus zwei Städten eine.
dk] Oprör gjör to byer af een.
AufruhrAufruhr und Zwietracht haben stets großen Schaden gebracht.
dk] Kiv og oprör stor skade gjör.
AufruhrDas ist Aufruhr, sagte Schöps, da fiel ein Fliegendreck in eine Pfütze.
nl] Dat gelijkt wel een' tuimelgeest, zei Bastiaan, en hij zag een' stront van de kaai in het water rollen.)
AufruhrDie Aufruhr stinckt jhm zum Hals heraus.
AufruhrVffruhr ist niemals vngestrafft blieben.
AufrülpsenEnem äst (etwas) afräpsen.
Siebenbürgen-sächsisch
AufsagenMan muss einmal aufsagen, was man gelernt hat.
AufsammelnWer auffsamlet, der geneusst auch billig.
AufschiebAufschieb ist ein Tagedieb.
AufschiebenApsküwen hä thi Hinger skeben.
Nordfriesland. Aufschieben hat der Henker geschaffen. - So sehr fühlte der alte Friese die Schädlichkeit des Aufschubs, wo es etwas Gutes galt.
AufschiebenAufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Luther. Was wegen gewisser Umstände einstweilen bleiben musste, kann zu einer günstigeren Zeit nachgeholt werden.
en] All is not lost, tat is delayed.
en] Forbearance is no acquittance.
fr] Ce qui est différé n'est pas perdu.
hu] A régi kölcsönözés se ajándék.
la] Mora est allata rei, non causa sublata.
la] Quod differtur non aufertur.
nl] Uitstel is geen afstel (kwijtschel).
nl] Van uitstel komt afstel.
it] Cosa differita non è perduta.
it] Differire perdonare non vuol dire.
se] Gömdt är icke glömdt.
AufschiebenBesser aufgeschoben als aufgehoben.
fr] Il vaut mieux tard, que jamais.
AufschiebenLang aufgeschoben ist ganz verschoben.
dk] Lang forhaling var aldrig god8.)
AufschiebenOffgeschowen üss nödd offgehowen.
Trier
AufschießenEr ist aufgeschossen (auch: aufgewachsen) wie ein Talglicht.
AufschießenEr ist aufgeschossen (über Nacht) wie ein Pilz.
AufschießenWas hoch aufschießt, wird unten bald dürr.
la] Germine sublimi tener ere fit aridus imis.
AufschlägeTrockene Aufschläge auf den Hintern sind gut für dicke Ohren.
AufschmeißenA schmeißt'n uhf wie an Biehmageige.
Schlesien. Er schmeißt ihn auf wie eine Geige für einen Silbergroschen.
Von jemandem, der verloren oder sich blamiert hat, sagt man: Er ist aufgeschmissen wie eine Böhmgeige; auch: er ist gemacht, blamiert, begoldpapiert.
AufschmeißenA schmeißt'n uhf, doss'm der Arsch brummt.
Schlesien
AufschneidenEr schneidet auf wie ein Barbier.
fr] Glorieux comme un barbier.
AufschneidenEr schneidet auf, wie ein Gascogner.
AufschneidenEr schneidet derb auf, die Suppe wird gut werden.
fr] Faire, dire des gasconnades.
la] Projicit ampullas et sesquipedalia verba. (Horaz.)
AufschneidenEr schneidet gewaltig auf.
Vom Großprahler. - »Unter dem großen Messer hat man sich am ersten das Weidmesser zu denken, da bei lustigen Jägermahlen prahlerische Jagdgeschichten vorgetragen werden.« (Grimm.)
AufschneidenHe schneit up dat de Balkens knappern.
nl] Hij snijdt op als eene kat mat een oor.
Aufschneider'S is a rechter Ufschneeder.
AufschneiderEinen guten Aufschneider vergisst man nicht bald.
fr] Dites toujours fanfare, vous ne mourrez jamais.
AufschneiderEr ist ein Aufschneider.
AufschöpfenSchöpf' auf und zettle nicht!
Mache es ordentlich oder lass es ganz bleiben.
AufschreibenAufschreiben ist gut fürs Mercken.
AufschreibenSkriw't ap mä Kritj, an drüggi't ütj mä Schitj.
Nordfriesland. Schreib's auf mit Kreide und wisch' es aus mit Schiss; d. h. du kriegst doch nichts für deine Forderung.
AufschreibenSkriw't man ap un Skaarstian.
Nordfriesland. Schreib's nur auf (an) im Schornstein, wo es durch den Rauch bald ausgelöscht oder verdeckt wird.
AufschreibenWenn man lang aufschreibt, so rechnet man zuletzt einmal.
AufschriftMan muss über die Aufschrift des Sackes nicht urteilen.
nl] De pot heeft dikwijls wat anders in, dan 't opschrift meldt.
AufschriftSchöne Aufschriften - schlechte Waaren.
nl] Vergulde opschriften, stinkende waaren.
AufschubAm Aufschub stirbt die Tugend.
AufschubAufschub bringt Gefahr.
dk] Forhaling er skadelig naar alting er bereed.
en] Delay breeds danger.
fr] Il no faut jamais à la nuit, ce qu'on peut faire de jour.
fr] Il ne faut jamais remettre la partie au lendemain.
it] Lo indugio piglia vizio.
la] Tolle moras, semper nocuit differre paratis. (Lucan.)
AufschubAufschub der Mahlzeit steigert den Appetit.
it] La dilazione augumenta il desiderio.
AufschubAufschub in Gefahr bringt oft ein böses Jahr (o. kann bringen graue Haar).
dk] Forhaling i fare er paafölgende lendig heds moder.
AufschubAufschub ist ein Tagedieb.
nl] Uitstel is de dief van den tijd.
AufschubDer Aufschub ist der Dieb der Zeit.
cz] Cas casu nepracuje.
AufschubEin auffschub kan leicht ein anderen nach sich ziehen.
AufschubEin kleiner Aufschub bringt oft großen Gewinn oder Nachteil.
dk] Lidae forhaling giör ofte baade fordeel og skade.
AufschubEin kleiner Aufschub kann oft ein groß Unglück (Unfall) verhüten.
dk] Forhaling er tit for Ulykke god.
AufschüttenWas du aufschüttest, wirst du mahlen.
Wendische Lausitz
AufschüttenWer nicht aufschüttet, kann nicht mahlen.
Es schött of. Für: Es schneit.
AufschwellenEr schwillt auf wie eine Kröte.
Ist sehr zornig.
AufsehenAuffsehen ist die beste Schantz.
Theatrum Diabolorum
AufsehenAuffsehen ist im spiel das best.
Froschmäuseler
AufsehenEin freundlich Auffsehen schad nicht.
AufsehenEs darff auffsehens, wenn man glauben will.
AufsehenEs kann keiner so genaw auffsehen, dem nicht etwa die kunst zerrinne.
AufsehenGut auffsehen ist der beste raht für das stehlen.
D. h. der beste Schutz gegen das Bestohlenwerden.
AufsehenWo vil auffsehens ist, da gehets desto besser zu.
Aufseher'N fulen Upsehner is bäter as 'n flîdigen Arbeider.
Bremen
AufseherEin guter Aufseher ist besser als zehn faule Arbeiter.
AufseherWenn der Aufseher nicht da ist, schmeckt der Apfel erst gut.
AufseinHi as ap, iar a Diwel a Skur un hä.
Nordfriesland. Er ist auf, ehe der Teufel die Schuhe anhat. - Von ungewöhnlicher Rüstigkeit und seltenem Fleiße.
AufseinWen 't up is, hat de eers virabent.
AufseinWenn 't up is, is 't Singen dân.
AufseinWenn 't up is, schlaan de Hände sich um de Bunken.
Ostfriesland
AufsetzenDas Aufsetzen gewinnen.
Beim Kegeln.
AufsetzenDas Aufsetzen ist im Spiel die beste Schanz'.
AufsetzenEr setzt das Dach auf und hat den Grund noch nicht gelegt.
AufsetzenHe sett en Kamm up.
Holstein. Bläht sich, wird böse wie ein Hahn, der den Kamm steift, wenn er gereizt wird.
AufsetzenIch gewinn' das auffsetzen.
So sagt, sich selbst verspottend, wer beim Spiel nichts gewinnt, als die Mühe aufzusetzen.
AufsetzenWenig auffsetzen viel gleicht sich einem verloren Spiel.
AufsichtGute Aufsicht ist halbe Erziehung.
fr] La vigilance et l'instruction, d'un mauvais enfant en font un bon.
AufsichtJe mehr Aufsicht, je weniger Einsicht.
Die viele Kontrolle erzeugt oft nur Heuchelei und äußeren Schein.
AufsichtSchlechte Aufsicht verlor den Esel.
AufsitzenEinen aufsitzen lassen.
Schwaben
AufsitzenMan muss auch den aufsitzen lassen, der auch nur eine Kerát der Stute sein nennt.
Ägypten. Schöne Hengste und kostbare Stuten sind in Ägypten unter verschiedene. Eigentümer verteilt, von denen jeder eine gewisse Anzahl der 24 Keráts besitzt, in welche das Tier geteilt sein soll. - Von Großsprechern, die andere gern glauben machen möchten, etwas gehöre ihnen, woran sie nur einen sehr geringen oder gar keinen Anspruch haben.
AufsitzenSitt up em, he is vun Ulm.
AufsitzenSitt up, willst du mit.
AufsitzenSitz fornen auff, vnd hinden nieder.
AufsitzenWas leicht aufsitzt, das sitzt leicht wieder ab.
AufspachtelnEnem wat opspacht'le.
Ihn durchprügeln.
AufsperrenSperr' auf zu rechter Zeit!
AufspielenAs se upspült, mötet mei danssen.
Holstein. Die Machtlosen müssen tun, was die Gewalt will.
AufspielenDer wird ihm noch was aufspielen.
Ihm noch manche Umstände machen.
AufspielenEr spielt auf, wie ein Dorffiedler auf einer Bauernkirmiss.
nl] Hij zaagt op als een kootjongen op eene kermis vivol.
AufspielenSich aufspielen.
Sich sehen lassen, in der Absicht hervorzutreten, sich stolz zu erheben, sich mächtig zu machen. Vielleicht von der Sitte entlehnt, auf ländlichen Hochzeiten sich gegen gute Bezahlung von der Musik etwas aufspielen zu lassen, wozu man gern alte Tänze verlangt, deren Textanfänge man ausruft, z. B. de Foss huckt op de Hinderdär u. dgl.
AufspielenWer sich selber aufzuspielen vermag, der kann sich vergnügen jeglichen Tag.
AufspielenWer sich selbst aufzuspielen vermag, kann tanzen, wenn er will.
AufspießenIch will ihn aufpießen, wie eine Leipziger Lerche.
AufspinnenEr hat aufgespunnen.
AufspringenEr springt auf wie ein Hahn.
Von denen, die einmal besiegt, den Kampf erneuern. Hergenommen von den Kämpfen der Hähne, wobei sie bekanntlich wiederholt in die Höhe springen.
la] Gallus insilit.
AufspringenWann ich auffspringe, so springt all meine haab mit mir auff.
Scherzhafte Schilderung von den geringen Besitztümern jemandes.
»Kaum an irgendein Ding hat unser Volk mehr Geist, Witz und Gemüt verschwendet (!), als an den Trost und ironischen Preis des Besitzlosen.«
AufspringenWann ich vffspringe, so regt sich all mein gut.
la] Omnem facultatem indutus est.
Aufstehen'S früeh ufstoh einzig isch nit g'nug.
Schweiz
AufstehenA hätte missen frîer ûfschtîn, wenn a mîch hätte betrîgen wull'n.
Schlesien
AufstehenA is hoite ärschlich ufgestanden.
Schlesien. Sehr verdrießlich. - Der Franzose, der den Grund der Verstimmung eines anderen nicht kennt, fragt, über welches Kraut er gegangen sei (Sur quelle herbe avez-vous donc marché aujourd'hui?), eine Redensart, die ihren Grund in dem früheren Glauben an gewisse Kräuter, besonders Johanniskräuter hat.
AufstehenAufstehen früh hat Müh'.
AufstehenBeim Aufstehen von der Tafel erkennt man das Fest.
AufstehenDa musst du früher aufstehen.
Wenn du das durchsetzen, wenn du mich anführen, wenn du mit dem fortkommen willst; du überschätzest deine Kraft.
AufstehenDa steht nichts drüber auf.
Wien. Das ist nicht zu übertreffen, auch ironisch.
AufstehenDas steht nicht mehr auf!
So etwas kommt nicht wieder.
Jüd.: Loo kom!
AufstehenDe frö upsteit un doch nicks deit, is wert, dat man em mit de Kül dodsleit.
Schleswig
AufstehenDe fröh opsteit und doch nicks deit, de kumt ok nüg weit.
AufstehenDe steit up as Hinnerk Paus.
Ostfriesland
AufstehenDe upsteit, de sîn Ste(de) vergeit.
Oldenburg
AufstehenDe upsteit, verläst sien Stede.
Ostfriesland
AufstehenDem, der früh aufsteht, hilft Gott und leitet ihm die Hand.
AufstehenDer hat gut spät aufstehen, der in dem Rufe steht, dass er früh aufsteht.
Wer einen guten Ruf hat, verliert ihn nicht so leicht.
fr] A beau se lever tard, qui a bruit de se lever matin.
nl] Die den naam van vroeg opstaan heeft, mag wel lang slapen (o. te bed liggen, auch: slaapt zelden te lang).
AufstehenDer muss bey Zeiten aufstehen, der die Mutter mit den Jungen fangen will.
nl] Hij moet vroeg opstaan, die alle man beliwen wii.
AufstehenDer muss früh aufsteh, der den betrügen will.
Jüdisch-deutsch in Warschau: Dü müsst früh aufstehen, mich ubzünarren. Ubnarren = betrügen, zum Narren zu machen.
fr] Il faudrait se lever de bon matin pour le surprendre.
AufstehenDer müsste früh aufstehen, der es allen recht machen (jedermann gefallen) wollte.
dk] Hand skal stad tilig op, som kand gjöre aede til pas.
it] Bisogna, che si levi di buon ora, chi vuol piacer a tutti.
la] Non fuit hic natus, nullo nascetur et aevo, omnibus ex aequo qui placuisse sciat.
nl] Hij moet vroeg opsteen, die alle man believen wil.
AufstehenDeu freuh upsteut, vel vertehrt; deu lange schlöppt, den Gott ernehrt.
AufstehenEin freundlich Aufstehen schadet nicht.
AufstehenEr hat beim Aufstehen den linken Fuß voranbracht.
Rott-Tal. Er ist missgelaunt.
AufstehenEr hätte früher aufstehen müssen..
Von einem sich Verspätenden, des Erfolgs Verlustigen.
AufstehenEr steht auf, ehe der Teufel Schuhe an hat.
AufstehenEr steht früh auf, damit er das sauere Bier nicht versäumt.
AufstehenEr steht früh auf, er muss helfen Mittag läuten.
Die Franzosen sagen von einem, der spät aufsteht, er hat der Sonne die Ehre gelassen, die erste zu sein. (Faire honneur au soleil.)
AufstehenEr steht nicht auf, bis ihm die Sonne in den Arsch scheint.
AufstehenEr steht so früh auf, ehe einer weiß, wo er die Schuhe hat.
Eifel
AufstehenEr stünde nicht drob auf, und wenn er's um einen Batzen verkaufen könnte.
Um zu sagen, dass etwas sehr geringe Sorge macht.
AufstehenEr wirt schier widder auffstehen.
nl] Hij ig dood en ook al begraven; hij zal weldra weder opstaan.
AufstehenEs ist nicht am frühen Aufstehen gelegen, man muss auch zur rechten Zeit ankommen.
dk] Det er ikke nok at staa tilig op, men at komme i den rette tid.
AufstehenEs ist schlimm, wenn einer spät aufsteht und zeitig müde wird.
la] Sero piget natum fore mane fasce granatum.
se] Thz aer onth wara syrla föddher ok arla moddher.
AufstehenEs kann niemand aufstehen, er sei denn zuvor gefallen.
AufstehenEs müsste schon früh aufstehen, der auch nur seinen Nachbarn recht tun wollte.
AufstehenEs steht mancher wieder auf, der auf dem Boden liegt.
la] Qusndam etiam victis venit in praecordia virtus. (Virgil.)
AufstehenFrüh auffgestanden, spät zu bet gegangen, jung gefreiht, hat noch niemand gerewt.
AufstehenFrüh aufstehen bringt den Tag nicht desto früher.
Spanien
la] Surgere naturae lucem non promovet ipsam.
AufstehenFrüh aufstehen ist gesund.
AufstehenFrüh aufstehen ist nicht gut, früh trinken noch das Beste tut.
AufstehenFrüh aufstehen macht nicht eher tagen.
la] Surgere mature lucem non promovet ipsam.
AufstehenFrüh aufstehen nützt nichts, wenn man doch nicht Wort hält.
fr] C'est peu de se lever matin, mais c'est tout de partir à heure.
AufstehenFrüh aufstehen tut's nicht, die Wirtschaft besteht durch Klugheit.
AufstehenFrüh aufstehen und früh (jung) freien, soll niemand gereuen.
AufstehenHe steit up, eer de Düvel Scho anhett.
Sehr früh.
AufstehenHei steit op, wenn de Pracher ût em drödde Derp kömmt.
Dönhoffstädt. Von einem Langschläfer.
AufstehenIch bin spät aufgestanden, aber die Stiefeln sind fertig.
AufstehenIck stah ümmer tirig up, ick mütt middags lürren helpen.
Mecklenburg
AufstehenMan muss früh aufstehen, wenn man früh fertig werden will.
AufstehenOpgestange, de Pla'tsch vergange.
Aachen. Pla'tsch = Platz, Ort, Raum, Stelle. - Wer die einmal eingenommene Stelle verlässt, hat daran keinen Teil mehr, verliert sie.
nl] Opgestan, uw plaats vergoon.
AufstehenSie stehen wieder auf, wie die Nonnen in Robert der Teufel.
»Wie die Nonnen im dritten Akte des Robert der Teufel erhoben sie (die Sozialisten im Frack) sich (nachdem Napoleon das Gesetz vom 6. Juni 1868 über die öffentlichen Versammlungen erlassen hatte) aus ihren Gräbern.« (Molinari in seinem Aufsatz über den Sozialismus im Jahre 1869)
AufstehenSta frisch up, do 't Muul up, hör bald up.
Lübeck
AufstehenSta up un ga weg.
Holstein. So nennt man wegen seiner schnell heilenden Kraft den Ehrenpreis (Veronica). Er wird bei Geschwülsten oder als Räucherkraut angewandt und soll so schnell wirken, dass er kommt und »aufstehen« ruft, worauf der Kranke weggeht.
AufstehenSteh auf um fünf, iss Mittag um neun, des Abends um fünf und zu Bett um neun, so wirst du ein Mann von neunzig und neun.
Eine frühere Tagesordnung.
fr] Lever a cinq, diner à neuf, souper à cinq, coucher à neuf, font vivre d'ans nonante-neuf. - Lever a six, manger à dix, souper à six, coucher à dix, font vivre l'homme dix fois dix.
nl] Veel beter is 't vroeg op te staan, dan 's avonds laat naar bed te gaan.
AufstehenSteh früh auf; und kommt der Abend wieder, so leg' dich etwas später nieder.
AufstehenStehe früh auf und du wirst säen, arbeite und du wirst haben.
AufstehenStehe früh auf, leg' dich spät nieder, so bekommst du verlorenen Reichtum wieder.
fr] Se coucher de bonne heure et se lever matin, sont les deux meilleurs moyens de conserver sa santé, sa fortune et son jugement.
AufstehenWenn er früh aufsteht, kann man zu ihm sagen: Prosit Feierabend.
Köthen
AufstehenWenn man noch so früh aufsteht, es wird nicht eher Tag.
pt] Nem par muito madrugar, amanhece mais asinha.
AufstehenWer frôh appsteit, fliti löpt un rennt, denn seeg't uns Herrgott im Schlâp.
Rendsburg. Wer früh aufsteht, fleißig läuft und rennt, den segnet unser Herrgott im Schlafe.
AufstehenWer früh aufsteht (besonders im Winter), sein Gut verzehrt, wer lange schläft, den Gott ernährt.
Eifel: Wer früh aufsteht, sein Gut verdeht (vertut), wer lange schläft, den Gott berät. - Diese Sprichwörter sind aus dem Evangelienbuche eines Faulenzers.
AufstehenWer früh aufsteht und rührt die Hand, den segnet Gott in jedem Land.
Wer früh aufsteht, sagen die (Masuren), dem gibt Gott, wer spät, geht leer aus: Ktorano wstaje, to mu Pan Bog daje, kto pozno, to prozno.
cz] Kdo ráno vstává, Buh mu pozehnává.
es] Quien madruga, Dios le ayuda.
fr] A qui se lève matin, Dieu aide et prête la main.
pl] Kto rano wstaje, temu Pan Bóg daje.
sl] Kdor zgodaj vstaja, mu kruha ostaja.
AufstehenWer früh aufsteht, bleibt gesund und hat Brot für seinen Mund.
fr] Homme matineux, sain, alègre et soigneux.
AufstehenWer früh aufsteht, dem viel aufgeht, wer lang' liegen bleibt, dem Gott alles geit.
la] Vulpi esurienti somnus obrepit.
AufstehenWer früh aufsteht, der hebt die Körblein, die anderen haben das Nachsehen.
en] He tat rises early, becomes fortunate.
es] Madruga y verás, trabaja y habrás.
pt] Madruga, e verás, trabalha, e terás.
AufstehenWer früh aufsteht, der isst sich arm, wer lange schläft, dem bleibt das Bett lange warm.
AufstehenWer früh aufsteht, kann viel erfahren.
la] Linquens mane torum fit gnarus prodigiorum.
se] Hwa arla riis han wardher manga wiis.
AufstehenWer früh aufsteht, oft wenig ermäht, wer lange schläft, den Gott berät.
AufstehenWer früh aufsteht, rührt die Hand und zähmt den Mund, der hat sein Brot und ist gesund.
fr] Homme matineux, sain, gai et soigneux.
AufstehenWer früh aufsteht, viel verzehrt, wer spät aufsteht, den Gott ernährt.
Um 1500: Wer froe vpsteyt, der vil verdheyt, wer lange schleeft, den Gott bereeht. - Wie das Volkslied, so empfiehlt und lobt auch das Sprichwort humoristisch die Faulheit, und das vorstehende gehört zu dieser Klasse.
AufstehenWer früh aufsteht, wird reich.
AufstehenWer früh aufsteht, wird weise.
dk] Hvo aarle riis bliver meget viis.
AufstehenWer früh aufsteht, wischt sich den Mund, wer lange schläft, wischt sich die Augen.
AufstehenWer früh will aufstehen, muss mit den Hühnern zu Bette gehen.
AufstehenWer langsam aufsteht, trabet den ganzen Tag.
AufstehenWer leicht aufstehen will, der muss den Sessel nicht mit Harz bestreichen.
AufstehenWer mittags aufsteht, verschläft den ganzen Tag.
AufstehenWer nicht aufsteht, wenn er ausgeschlafen hat, wendet dem Teufel den Braten.
AufstehenWer nicht früh aufsteht, genießt nicht den hellen Tag.
AufstehenWer spät aufsteht, isst spät zu Mittag.
fr] Qui se lève tard, dîne tard.
AufstehenWer spät aufsteht, kommt um den ganzen Tag (o. muss den ganzen Tag traben).
Er fängt seine Geschäfte kaum an, wenn es Nacht ist.
AufstehenWer spät aufsteht, wird nie fertig.
fr] Celui qui se lève tard s'agite tout le jour et commence à peine ses affaires qu'il est déjà nuit.
AufstehenWer später aufsteht, hört in der Kirche keine Messen und findet auf dem Markte nichts (kein Fleisch) zum Essen.
AufsteigenAls er aufgestiegen war, setzte er seine Schenkel in Bewegung (um das Tier, worauf er ritt, anzutreiben).
Wenn jemand in seiner Gewalt erst festsitzt, beginnt er zu unterdrücken und zu tyrannisieren.
AufsteigenEhe man aufsteigt, muss man nach dem Sattelgurt sehen.
nl] Eer gij voort rijd, ziet na de lenzen.
AufsteigenMan muss nicht eher aufsteigen, bis gesattelt ist.
es] Aun no ensillamos, é ya empringamos.
AufsteigenWärst nit aufg'stigen, wärst nit abe g'falle!
AufsteigenWer aufsteigen will, muss unten anfangen.
AufstellenAufgestellt ist nicht gefangen.
AufstellenGut aufgestellt ist halb verkauft.
nl] Schoon voorgedaan ia half verkocht, zei de bakker en hij stelde geschilderd brood op 't venster.
AufstellenWer aufstellen will, dem fehlt's an Netzen nicht
AufstoßenAufstoßen wie rurige Eier.
Schlesien. Rurig = gestokt.
AufstoßenDet sial ham övel aprik (aufstoßen).
Amrum
AufstoßenEs stößt ihm auf wie dem Hunde der Speck.
Bekommt ihm übel.
AufstößigAufstößig werden.
Aufstehen, sich empören.
»Anno 1531 ist die Gemein wider den Raht allhier abermalen auffstößig geworden.«
» .. vnd mit Joachim seinem Bruder auffstößig geworden, vnd hatte jhn erstochen.«
AufstützenEr hat sich aufgestützt wie der Bauer in der Schenke.
Niederlausitz
AuftakelnEr ist im Auftakeln.
Er erhohlt, rafft, hebt sich, fängt an, sich wiederherzustellen.
AuftauenEr taut nun auf.
Schlesien. Fängt an zu sprechen, an der Unterhaltung teilzunehmen.
AuftiegelnEinem etwas (besonderes) auftiegeln.
AuftragIch danke für diesen Auftrag.
Ironisch, um zu sagen: ich will davon nichts wissen.
la] Non nostrum onus, bos clitellas. (Quint.)
AuftragenAuftragen, dass sich der Tisch biegt.
AuftragenDick (auch saftig) auftragen.
Stark übertreiben, lügen.
AuftragenEr hat stark aufgetragen.
Handgreiflich gelogen.
en] Tat was laid on with a trowel.
AuftragenEr trägt gern auff, doch auss andrer Leut keller.
AuftragenTrag' auf und zettle nicht.
Mache es ordentlich.
AuftrennenBesser auftrennen, als auf(zer)reißen.
AuftretenEr tritt auf wie ein Garnmann.
Schlesisches Eulengebirge. Fest, sicher, selbstbewusst, weil die Garnsammler, sobald sie das Garn in die Hand bekommen und sehen, dessen Güte und Wert erkennen, und den Preis dafür bestimmen.
AuftretenMan muss leise auftreten, die Erde ist schon alt.
dk] Tag sagt paa, jorden er gammel.
AuftretenWer zuletzt auftritt, muss zurück.
Unter gleichen Rechten entscheidet der Vorzug der Zeit.
»De letzt vptrett, moth tho rügge.« Rügen
AuftrippelnSie trippelte auf und ab wie eine Bachstelze.
AuftunEr tut sich auf, als wenn er zehn Teufel gefressen und den elften im Maul hätte.
Auerbach
AuftunMan tut leichter das Maul auf als den Seckel.
AuftunMan tut lieber den Mund auf als den Beutel.
AuftunTu dich auf, mein Beutelein.
Redensart, wenn Geld zu geben.
AufwachenWach auf, mein Herz und singe; wenn êns nôch Brantwein ginge und wär og nê zu lang.
So parodiert im Hirschberger Kreise der Volkswitz das bekannte Kirchenlied.
AufwachsenAufgewachsen sein wie Spargel.
D. i. ohne Bildung.
AufwachsenAufwachs'n wie Gabelholz. Oberösterreich
D. i. ohne Erziehung.
AufwachsenAufwachsen wie die Heiden (o. Hottentotten).
AufwachsenEr ist aufgewachsen und hat den Verstand verwachsen.
Litauen
AufwachsenEr wächst auf wie ein Talglicht.
Memel
AufwachsenEr wächst in Schönheit auf wie die jungen Affen.
Die bekanntlich nicht sehr schön sind.
AufwachsenEr waset up as de Loddik bi 'm Tîen.
Westfalen. Loddik = Lattich, Huflattich.
AufwachsenEr wechst auff wie ein alter Zwerg.
AufwachsenEr wechst auff wie ein Erdbeerbaum.
AufwachsenEr wechst auff wie ein großes korn.
AufwachsenEr wechst auff wie ein Riss (Riese).
Ironisch von kleinen Leuten.
AufwachsenEr wechst auff wie ein Schneck.
AufwachsenEs wächst auf, als wollt' es eine Tanne werden und bleibt doch nur ein Besenpfriem.
Nishnij-Nowgorod
la] Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus.
AufwachsenGroßer Aufwand und nichts in der Hand, führt bald aus dem Land.
fr] Faire grande chère et beau feu.
AufwachsenMassiger Aufwand ist besser als Verschwendung.
la] Modeste melius facere sumtum quam ampliter. (Plautus.)
AufwachsenWer großen Aufwand macht, muss fürstliches Gut oder fürstliche Schulden haben.
AufwachsenWorin (o. womit) einer aufgewachsen, das ist ihm auch angewachsen.
cz] S cím kdo vyrostl, to mu i prirostlo.
ill] Kako tko nikne, tako i bikne.
AufwärmenEs wird manches aufgewärmt, was die Kohlen nicht bezahlt.
AufwärmetagEs ist (heute) Aufwärmetag.
Holland. Ein Tag, an dem nicht frisch gekocht wird; auch uneigentlich, wenn längst bekannte Dinge wieder aufgetischt werden.
Aufwarten1. Aufwarten wie die Mäuse des Diogenes.
So lange als etwas zu essen da ist.
AufwartenAufwarten wie ein Pudelhund.
Von hündischer Speichelleckerei. - In ähnlicher Weise sagt der Franzose von denen, die sich auf alle Art erniedrigen, um ihre Absichten zu erreichen: Faire le chien couchant.
AufwärtsWer aufwärts will, muss aufwärts blicken.
Schlesisches Riesengebirge
AufwartungÖss denn kêne Opwardung hier, wenn man borge wüll?
Wenn die Bedienung im Gasthause nicht bald zur Hand ist.
AufwaschenEs ist ein Aufwaschen.
Es ist eine Mühe, geht in einem hin. - Wenn man eine Sache zugleich mit der anderen berichtigen oder ordnen will.
fr] C'est le même travail, c'est la même peine.
AufwasserEr hat Aufwasser bekommen..
Für seine (schlechten) Reden, Handlungen. Billigung gefunden und ist dadurch in denselben bestärkt worden.
AufweckenWecke die Katze nicht auf, wenn sie schläft.
AufwichsenAufgewichst, der Herr Vetter kommt!
AufzählenIch werde dir ein paar aufzählen.
AufzäumenEr ist heute gut aufgezäumt.
Er ist streitlustig, zanksüchtig.
AufzehrenHi hea't ap am a Tjidder staak.
Nordfriesland. Er hat's auf(gezehrt) bis an den Tüderstock, d. h. sein Hab und Gut ist fort, er hat alles bis auf den im Boden befestigten Seilpflock, woran das Weidevieh steht, aufgezehrt.
nl] Alles op, en de kleêren voor de kosten.
AufziehenAufziagen wiera Elefant.
Oberösterreich. D. i. schwerfällig in der äußeren Erscheinung.
AufziehenAufziehen wie der Ostermondtagstier.
AufziehenDa dürfft er nich mit ufgezogen kummen.
AufziehenEr kommt auffgezogen wie die Fliege aus der Buttermilch.
AufziehenEr zieht auf wie ein Esel unter den Affen.
AufziehenLanges Aufziehen verhindert viel Gutes und Böses.
AufziehenZoit a nich uf wie der Fetzpopel?
AufzuckenBald aufgezuckt, bald hingeworfen.
AufzuckenFrisch aufgezuckt ist halb gegluckt.
AufzugDîne Uptüäge sind hier nich anbracht.
AufzündenWer aufzünden will, dem fehlt's nirgends an Zunder.
0001 0002 0003 0004 0005 0006 0007 0008 0009 0010
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0691 0692 0693 0694 0695 0696 0697 0698 0699

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