<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Hunger zu stillen kostet nicht viel, aber den Wollüsten genug zu tun, ist kostbarlich und beschwerlich.

Hunger zwingt den Bären, die Tatze zu saugen.
Estland

Hunger zwingt den Mann umherspringen.

Hunger, Arbeit und Schweiß sind die besten Gewürze (o. Kräuter).
Island

Hungere drei Tage und am vierten Tag wirst du stehlen.
Korea

Hungergrieben schmelfen.
Oberharz
i] Grieben = die von ausgebratenem Fett bleibenden Rückstände

Hungerig fliegen beißen übel (scharf).
dk] Sulten flue bider værst.
fr] De maigre poil âpre morsure.
nl] Hongherighe vlieghe biten sere.
la] Multum mordentes muscae sunt esurientes.

Hungerige (magere) Läuse beißen scharf (übel).
dk] Sulten luus bider værst.
nl] Magere luizen bijten scherp.

Hungerige Flöhe stechen tiefer.
nl] Die hongherighe vloo bijt seer.
la] Lendes et pulices plus mordent esurientes.

Hungerige mücken beißen (stechen) scharf (übel).
en] Hungry flies bite sore.
la] Muscae famelicae, vel pulices altius infigunt aculeum.
la] Muscae sitientes importunisimae.
un] Az éh szunyog nehezebbet szúr.

Hungerleiden ist ein gewisses Einkommen.
i] Sprache des Geize

Hungerleîden mîn Gemöde - ach Gott, wann geiht dat Fröäten an?

Hungerleiden wie einer, der den Bäcker zum Feinde hat.

Hungern im Alter tut weher als in der Jugend.

Hungern ist ein Freund, Borgen ist ein Feind.
Pandschab, Indien

Hungern und essen sehen, ist zum Vergehen.
z] Denn durch die Augen wird kein Hunger gestillt; gemalte Früchte haben noch keinen satt gemacht. L. Börne
bm] Tézká bolest, kdyz se chce jísti; jĕstĕ tĕzsi, kdyĕ jedí a nedají.
pl] Cięzka boleść, gdy się chce jeść; jeszcze cięzszą, kiedy jedzą a niedadzą.

Hungern und Harren macht das Haupt mürrisch (o. närrisch)

Hungern und Harren reimen sich übel.

Hungern und Harren stinkt übel in die Nase.
la] Fames et mora bilem in nasum conciunt.

Hungern, dass die Schwarte knackt.

Hungerpôt'n sûgn.
Altmark
i] Ärmlich und kümmerlich leben

Hungersnot bringt frühen (o. harten) Tod.

Hungersnot geht über alle Not.
[RSpW]
i] Als Entschuldigung, wenn jemand, um sein Leben zu erhalten, Eingriffe in fremdes Eigentum gemacht hat.

Hungersnot ist der Wucherer Brot.

Hungersnot ist große Not.

Hungersnot scheut kein Verbot.

Hungersnot schlägt den Erwachsenen ebenso viel wie das Kind.
Afrika

Hungersnot verwischt das Schamrot.

Hungert dein Feind, so speise ihn mit Brot.
Sprüche Salomons

Hungrig Pferd lustet nit zum Gumpen (Trinken).
la] Luxuriat taro non bene pasta caro.

Hungrige Augen schlafen nicht.
Bulgarien

Hungrige Bären tanzen übel.
la] Ni satus est ursus, facile haud saltare videbis.

Hungrige entzweit auch eine Mücke.

Hungrige Fliegen beißen scharf.

Hungrige fliegen stechen hefftiger als die satten.

Hungrige Fliegen stechen übel.

Hungrige fliegen und mager leuse stechen vbel.

Hungrige Fliegen und magere Läuse stechen ärger als gemästete Mäuse.

Hungrige Flöhe tun wehe.

Hungrige Hühner sind leicht zu fangen.

Hungrige Hund und durstige Pferd geben auf keine Streich acht.
dk] Hungrige hunde og tørstige heste passe ei om hug.

Hungrige Hunde essen wohl beschmutzte Würste.
Holland

Hungrige Hunde fressen auch alte (o. riechende, schmutzige) Würste.
it] Cani affamati mangiano boldoni imbrattati.

Hungrige Kälber spielen nicht.
dk] Mager kalve glemme at springe.

Hungrige Katzen mausen wohl.

Hungrige Leute halten es bei ihm nicht lange aus.
nl] Schamele lieden kunnen bij hem niet banken.

Hungrige Leute sehen nicht auf, sondern in die Schüßel.
sd] Fattigt folk fattas, twå hungrige om lijtet nappas.

Hungrige Liebe dauert nicht.
Venezuela

Hungrige Magen muss man nicht: wie schmeckt es? fragen.

Hungrige Mäuler machen leere Schüsseln.
nl] Grage monden maken ledige schotels.

Hungrige Mücke, schlimmer Stich.
Slowenien

Hungrige Mücken beißen schlimm.

Hungrige Mücken und mager Läuse stechen übel (o. übler denn volle).
en] Hungry flies bite sore.
la] Macilenti pediculi acrius mordent.
la] Non missura cutem, nisi plena cruoris, hirudo. Horaz
un] Az éh szunyog nehezebbet szúr.

Hungrige Schweine nagen am Troge.
z] Heest nogh, da let de krebb (fuar Tiinsten en Tjüg) nimmer leddig.

Hungrige Schweine wühlen am meisten.
sd] Svulten svin rota mäst.

Hungrige Soldaten lassen sich mit Worten nicht speisen.
sd] Hungrig här är onder at stilla.

Hungrige und kranke fragen nit nach Buhlschaft.
bm] Kde hladno, tu chladno.

Hungrige Wölfe sind immer pickelig.
Estland

Hungrigem Bauch schmeckt alles wohl.

Hungrigem Hund werffs ins Maul, wiltu jhn halten zum Freund.

Hungriger als eine Zecke auf einem Stofftier Spielzeug.
Venezuela

Hungriger Bauch gibt kein Gehör.

Hungriger Bauch singt einen bösen Alt.

Hungriger Bauer ist halb toll.

Hungriger Hund achtet den Stock (o. des Stocks) nicht.
Italien

Hungriger Tod gibt den Ärzten das Brot.

Hungriges Auge schläft nicht.
Serbien

Hungriges Pferd macht die Krippe sauber.
Frankreich

Hunken un Bunken.

Hunkereier legen.
i] Ansichten, Anträge, Plane im Geiste und in der Tendenz der Hunkerpartei, womit in den Vereinigten Staaten die Mitglieder der alten verrotteten Demokratie von der jüngern bezeichnet wird, zu Tage fördern, heißt Hunkereier legen

Hunn' un Jungs måken den Wech tweemål.

Hunnert Mark kann man lichter verhandeln als in dusend Daler verwandeln.

Hun'nhinken und Frugenskranken, dat het nischt (nix) to bedüden.
Pommern

Hünsche Dierns gåhn wech as warme Semmel.

Hunz und Kunz.
Estland
i] Krethi und Plethi, Leute ohne Ansehen, alles durcheinander

Huoszt te Gât (Gut), huoszt te Mât.

Huot (Hut) as half Suot.

Hüp, hüp, das fallend Übel auf die Ripp'.

Hüp, hüp, hüp, dem Valant auf die Ripp'.
i] Der Mann mit der Hippe, Sense, d.i. der Tod

Hüpfe nicht weiter, als der Graben breit ist.
la] Ita fugias, ne praeter casam. Terenz

Hüpfen im Hornung Eichhörnlein und Finken, siehst du schon den Frühling winken.

Hüpft die Mutter, so springen die Töchter.
Russland

Hür (Heuer) un Intress schlöppt nich.
Ostfriesland.

Hur' an der Hand führt an Bettelrand.
nl] Eene hoer brengt er velen tot den bedelzak.

Hür git's vil Obst.
i] In der Schweiz zu dem, der den Kopf stützt.

Hur und böser Man wollen doch gern from kinder han.

Hur und Stockfisch vngeblewet, die nutzen weder Vieh noch Leut.

Hüre (Miete) geit vor anderen Schulden.

Hüre is faster als Kôp.

Hure ist des Mädchens Familienname.
Estland.

Hure ist einem Raben gleich, je mehr sie sich wäscht, je schwärzer sie wird.

Hure, Lüge und Stehle sind Geschwisterte.
Luzern.

Hure, o Dirne, nimm, was in dir ist, und lege es mir bei?.

Huren bedenken, womit sie die Leut betriegen und fangen.

Huren beten, dass Gott die Wollust mehre.
Russland

Huren geben geschmierte falsche Wort.

Huren gehen prächtig, Dirnen sauber und Schicksen viel zu weiß gekleidet.

Huren haben das beste Leben.
z] Die Huren sind besser gehalten denn eine ehrbar Fraw bei den Alten.

Huren haben die schweren Säckel lieb.

Huren haben eine große Gesell- und Freundschaft.

Huren haben keine Gefühle, Schauspieler haben kein Gerechtigkeitsempfinden.
China

Huren haben kurze Schritt, gehen bald wiederum hinter sich.

Huren haben Mausfallen mit Speck(lein) drauf.
i] Sub vestimentis habent retia.

Huren haben mehr Mausfallen als Mäus.
i] Meretrix gestat sub vestimentis sua retia.

Huren haben oft fromme Kinder.
Italien

Huren ist bös zu warten.

Huren ist niemand gebessert, nur einer, der war am Galgen gehenckt.

Huren Kinder sind glückselig in der Welt.

Huren lieben keinen frommen Mann, wie auch kein feiste und geyle Hänne einen kappaun.

Huren Lohn und Hundes Geld ist beydes Gott ein Grewel.

Huren pfeifen.
z] Jungfern sollen spinnen, nähen; Spindeln, Nadeln sind ihre Waffen, womit sie einstens in den Ehen sich was Rechtes können schaffen. Weg mit anderen Instrumenten, Huren pfeifen den Studenten.
nl] Hoeren vervoeren.

Huren schmucken sich auf den Finkenstrich.

Huren sind des Teufels Krämerinnen.

Huren sind die Sprödesten, so lange man des Goldes schont.
Russland.

Huren sind ein notwendig Übel.
z] Regentstreet und Haymarket sind am Tage die Fahrstrassen der Aritoskratie, nachts der Sitz des >socialen Übels<.

Huren sind gern geschmückt.

Huren sind huren und wöllens doch nicht sein.

Huren sind Kohlen, die schwärzen und brennen.
it] Le puttane sono com' il carbone, o abbruggiano, o tingono.

Huren sind nimmer gute Freundin.

Huren sind schwer zu hüten.
mhd] Horen sint quât to waren.
la] Difficilis nimium turpis custodia lenae.

Huren sind so rein nach dem Bad als zuvor.

Huren sind teuere Möbel.

Huren und Buben (o. Narren) kommen ungerufen.

Huren und Buben ein gespann.

Huren und Buben fressen und saufen, wollen keinen alten Mann ziehen.

Huren und Buben gleich und gleich.

Huren und Buben kann niemand scheiden.

Huren und Buben kommen leicht miteinander überein.

Huren und Buben sind gern beisammen.

Huren und Buben sind leichte Ware.

Huren und Buben sind schwer zu scheiden.

Huren und Buben sprechen immer von ihrer Ehre.

Huren und Buben tun mehr Schaden und Abbruch als der Feind.

Huren und Buben verkriechen sich in die Winkel.

Huren und Buben verstehen sich bald.

Huren und Buben, dies gesindlein scheidet sich nimmermehr.

Huren und Buben, ein Gespann.

Huren und Diebe arbeiten am besten (o. fleißigsten).
Tanger.

Huren und Epicuren.

Huren und Gänse sind schwer zu hüten.

Huren und Gauner sprechen immer von ihrer Ehre.

Huren und Hasen sind schwer zu zähmen.
dk] Horer og harer ere onde at temme.
nl] Hoeren ende hase sijn quaet te temmen.

Huren und Herrn haben sich gern.
nl] Hoeren en heeren zijn van eender veren.

Huren und Kohlen schwärzen und brennen.

Huren und Raben, je mehr sie sich waschen, je schwärzer werden sie.
dk] Kragen og horen toer sig aldrig hvide.

Huren und Saufen fressen 's Geld mit Haufen.

Huren und Schelme sind ein alt Geschlecht.
dk] Hore og skælke-slægt er dan ælste.

Huren und Spielleut geben kein geld wieder.

Huren und Türklinken fasst jedermann an.
dk] En hore sidder i fred for ingen som en knekt paa en stue-dør den tagen hver mand til.

Huren und Wein fegen den Geldkasten rein.
la] Pisces, perdices, vinum nec non meretrices corrumpunt cistam, vel quidquid ponis in istam.

Huren und Wirte muss man bezahlen, dass man wiederkommen darf.

Huren verführen.

Huren wollen Geld haben.

Huren wollen immer das letzte Wort haben.

Huren wollen nicht Huren sein und führen doch den Hurenschein.

Huren zahlt man voraus.

Huren zünden eine Kerze für den Teufel an.
England

Huren, Buben und Bäckerknecht sind fürwahr ein groß Geschlecht.

Huren, Buben und filzläuse, Fliegen, Flöhe und Fledermäuse, wo die nemmen vberhand, verderben sie ein gantz land.
z] Der Hund lath sich schwerlich iagen von eym fetten leder das er begint zcu nagen; also weder frawen noch man Hurn vnnd buben scheyden kann.
fr] Contre putain et larron u'y a rime ni raison.
nl] Hoeren en boeven zijn één gespan.
nl] Hoeren en boeven zijn eene ligte vracht.
nl] Hoeren en boeven zijn gaarne bij elkander.
nl] Hoeren en boeven vergaderen ligtelijk.
la] Crobyli jugum.
la] Lydus ostium claudit.
la] Malus cum mala colliquescit voluptate.

Huren, die weinen, Dieben, die Leugnen und schweren, denen glaub nimmermehr.

Huren, Lügner und Diebe sind schwester Kinder; was einer tut, das tun sie alle drey und samblen sich zuletzt auf einem dürren Eichstamm (Galgen).

Huren, Pagen und Mönchsgenossen sind unfehlbar aus großem Haus entsprossen.
es] Monjes y frailes, putas y pajes, todos vienen de grandes linajes.

Hurenarbeit bringt Hurenlohn.

Hurenart nie gut ward.
z] Die fabel lert, das hurenart von end der welt noch nie gut ward.

Hürenbeiß macht d' Narre feiß.
i] Auch Hüripeiß, Hürapeiß. Zunächst Erstlinge von Obstfrüchten und Gemüse, dann überhaupt alles Wohlschmeckende, das man selten zu essen bekommt; in Bündten Hürling, Heuerling, d.h. eine Frucht von diesem Jahre. Vou heuer = dies Jahr, und Endbeiß, Enbeiß (Speise); vom alten enbeißen = essen, oder was man von dieser Art hür (heuer) zum erstenmal anbeisst, isst.

Hurengebet hören die Heiligen nicht.

Hurengesindlein scheidet sich nimmermehr.

Hurengunst ist Dunst.

Hurenjäger tun jhn selbs übel oder wohl.

Hurenkind nimmt Hurenkinds Nachlass.
[RSpW]
i] Weil zur Beerbung Ebenbürtigkeit gehörte. Doch fand der im obigen Sprichwort ausgesprochene Rechtssatz nur auf die durch nachfolgende Ehe als gesetzlich anerkannten unehelichen Kinder Anwendung. Ein unehelich geborenes Kind konnte nur den Nachlass eines anderen unehelich geborenen erben, aber nicht mit den ehelichen zugleich, auch wenn es gesetzlich anerkannt worden war.
z] Gewinnt ein Mann einen unehelichen Sohn, den mag der Papst wohl zu einem Ehekinde machen und auch der Kaiser nach seinem Recht; aber weder Papst noch Kaiser mögen ihm das Recht geben, dass er erbe mit den anderen Magen, gleich als ob er in der Mutter Leib ein Ehekind gewesen wäre. Schwabenspiegel
altfries] Hoerninck nemt hoernincks lone ende erfnisse.

Hurenkinder arten nach der Natur.
dk] Ere hore-unger gode, skeer det af hændelse, ere de onde, da er det af naturen.

Hurenkinder haben mehr Glück und Wissen als eheliche Kinder.

Hurenleben ist der richtigste Weg zum Tode.
z] An der tür solt es geschriben stan, Hurnleben ist zum tot ein ban.
la] Scribatur portis, meretrix est ianua mortis.

Hurenleben kann kein gut end geben.

Hurenlieb - Hurenfreundschafft.

Hurenlieb ist wie ein Fackel von Stroh, brent bald und lescht baldt.
dk] Skiøge-kierlighed er ild af blaar, skinner meget, men varer lidet; som vinter-soll, gaar sildig op, men strax ned.
dk] Skiøge-kierlighed varer ei længe.
nl] Hoerenliefde is vuur van stroo.
it] Amor di donna e riso di cane non vaglion un grano.

Hurenlieb ist wie ein Schermesser und Gifft.
z] Sie vergifft das Herz und bringt Leib und Seel ins Verderben.

Hurenlieb macht sorge und ist ein tödtlich gifft.

Hurenlieb so lange währt, als das Feuer auf dem Herd.

Hurenlieb' und Hundeliebe will gut gefüttert sein.
dk] Hunde-og skiøge-kierlighed maae beholdes med gaver.

Hurenliebe macht manchen guten Gesellen zum Schalk und Diebe.

Hurenliebe nicht länger wäret, den biss sie dir den beutel leeret.
la] Cum cessas dare, meretrix te cessat amare.

Hurenmilch ist die teuerste.
Russland.

Hurenmilch und Ammenmilch unterscheiden sich wie's Dutzend vom Schillch.
i] Schlesische Volksaussprache für Schilling.

Hurenreu und Schalksbuß sind nicht wert eine taube Nuss.

Hurenreue in der Marterwochen.

Hurentränen - Säckelzieher.

Hurentränen brechen kein Herz.
nl] Het zijn hoerentranen.

Hurentränen, Säckelzieher.

Hurentugend und Rechenpfennig haben wenig Wert.

Hurenweib nimmt das Beste für ihren Leib.
dk] Hor-kone æder blommen og giver hausbonden det hivede of æget.

Hurer suchen des Nachts jhre Hurengassen.

Hurer und Narren haben mehr glücks und rechts, denn andere Leuth.

Hurerei erlernt sich von selbst, sie braucht nicht in Schulen gelehrt zu werden.
Russland.

Hurerei ist bald gelernt.

Hurerei ist der Jugend Verderben, des Leibes Marterbank und der Seele Totschlägerin.

Hurerei macht die Weisen toll, die Starken schwach, die Gesunden krank und die Lebendigen tot.

Hurerei und Kuppelei enden meist in Bettelei.

Hurerei und Liebe machen manchen zum Diebe.

Hurerei und Mord bleiben nicht verborgen.
dk] Hoor og mord kand ey dølges.
sp] Puteria ni hurto nunca se encubren mucho.

Hurerei, Wein und Most machen toll.

Huret (Heuern) über e Mist, so weiß wer sie ist.
Luzern.

Hüret bas, gib dem anderen auf as.

Hurn und bufen (Huren und Buben) kommen auch ungerufen.
dk] Horen og skalken kommer vel ubudne.
nl] Hoeren ende boeven comen wael sonder roepen.
la] Scurro vel scortum veniunt bene non vocitata.

Hüroot über de Mischt,
so weischt, wer si ischt.
Schwiizertütsch.

Hurra, lostig öss de Els'.
Samland.

Hurrah, die Enten.
Stettin
i] Jetzt haben wir gewonnen. Das kommt erwünscht. Darauf habe ich eben gewartet.

Hurrah, min Mann kann schwemme.
i] Ausruf der Verwunderung.

Hurre, hurre, hopp, ging's fort im Galop.

Hurtig wie ein bleien Vögelein.
fr] Habile comme l'oiseau de S. Luc.

Hurtig zum Essen und langsam zur Arbeit, ist halbe Faulheit.

Hurtig zur Arbeit, hurtig zum Imbiss.
en] Quick at meat, quick at work.

Hurtig zur Mütze war manchem schon nütze.

Hurtig, meine alte Henne, sonst lehrt dich der Fuchs tanzen.
i] Aufforderung zu schnellem Handeln, auch wohl zur Wohltätigkeit gegen Arme.

Hus', 'ass vermasch z' warte.
Solothurn
i] Wenn man von einem Geld fordert.

Husaren beten um den Krieg, der Doktor um Fieber.
England

Husaren beten um den Krieg, der Doktor um Fieber.
England.

Husaren beten um Krieg und der Doktor ums Fieber.

Husarenliebe dauert so lange wie ein Löffel von Brot.

Hüsch es net hüsch, bas (was) em gefällt is hüsch.
Meiningen.

Husch! verheiratet, husch! nicht verheiratet. Was ist das?
Der Ofen.
Rätsel aus Litauen

Husch! verheiratet, husch! unverheiratet. Was ist das?
Die Türe.
Rätsel aus Litauen

Husch! wie das Birkhuhn in der Tanne.
Litauen

Husch, wie das Birkhuhn in der Tanne.
Litauen.

Husch-husch zerstört das Werkzeug, verstreut es durcheinander.
Estland.

Huscht e weg, hott bi-n-i schuldig.
Solothurn
i] So sagen die Fuhrleute, die bei einem Wirtshause vorbeifahren wollen, wo sie schuldig sind.

Huse die, wo Hüser sei.
Solothurn
i] Diejenigen mögen haushälterisch sein, welche u.s.w.

Husen (Hausen) is kîn Musen, sä de Jung, do köft he vör 'n Oerken Spîkers.
Ostfriesland.

Hust de s Usterlammla tanza sahn?
i] Die Sonne am Ostermorgen aufgehen sehen
ndt] De Sonne kimmt getanzt.
ndt] De Sonne hoppt vir Fräda.
ndt] S Lommla giht uf.
ndt] De Klara kimmt.

Hüsteln ist schlimmer als Husten.

Hüsteln meldet die Schwindsucht an.
Russland.

Husten im Winter bedarf der Pflege, Husten im Sommer führt auf Kirchhofswege.
it] Tosse d' inverno vuol governo, tosse d' estate conduce al sagrato.

Husten und Kuchen ist keine phantasey.

Husten und Singen kann man nicht zugleich.

Husten, Buhlschaft, Feuer und Schmerzen wollen nicht verborgen sein.
mhd] Hôst, bôlschap, vür unde smerte wil nicht vorborgen syn.
la] Tussis, amor, flammae nulli sunt tecta dolorque.
la] Quatuor abscondi non possunt: tussis, amor, ignis, dolor.

Husten, Rauch und Liebe kann man nicht verbergen.
dk] Han er ligesom hoste der er allevegne.
la] Tussis amorque non celatur.
un] Kevélységet, részegséget, szegénységet nehez titkolni.

Hüt (Heute) gift'n heiten Dag, sär dei Hex, da süll sei brennen.
Mecklenburg.

Hüt (heute) nit hei, morn nit hei, es git e längi Wuche; u wenn mer nüt meh z' esse hei, su wei mer Eier koche.
Bern.

Hut a denn a Geer (Geier)?.

Hut ab vor einer solchen Leistung!
en] hats off to that (achievement)
fr] chapeau bas (o. je tire mon chapeau) devant une telle performance
it] faccio tanto di cappello dinanzi a tali prestazioni.

Hut ab, sagte der Wind zum Quäker.
en] I insist on your taking your hat off as the high wind said to the Quaker.

Hut bei Schleier und Schleier bei Hut.

Hut bei Schleier und Schleier bei Hut.
[RSpW]
i] Dies auf das Erbrecht zwischen Ehegatten sich beziehende Sprichwort hat in einem Gebrauche, der früher in einigen Gegenden beobachtet wurde, seinen Grund. Wenn nämlich Braut und Bräutigam vor dem Altar standen, um ihr Ehebündnis von dem Geistlichen einsegnen zu lassen, legte der Bräutigam seinen Hut auf den Altar und die Braut ihren Schleier daneben. Dies hieß sich verheiraten; Hut bei Schleier und Schleier bei Hut, wodurch angezeigt werden sollte, dass wenn die Ehe kinderlos bliebe, der Überlebende den Verstorbenen allein beerben solle. So wie Lanze oder Schwert den Mann, und Spille oder Spindel das Weib bezeichnet, so geschieht es hier durch Hut und Schleier.

Hüt di, he bitt di.

Hüt' di, Jungk, 's sind Nesseln dran.
Berlin.

Hüt dich für den Durstigen.

Hüt dich für den Vogel, der den schnabel auf dem Rücken trägt.
Luther.

Hüt dich für großem geschrei.

Hüt dich für unnötigem Gesind und für unnötigen Pferden.

Hüt' dich vor aller Übeltat, weil alles um dich Augen hat.
la] Nullum puta sine teste locum.
la] Nullus in his terris est sine teste locus.

Hüt' dich vor dem Bocher, sonst wird er dich henken.
z] Es ist ein Sprichwort wider die Krätzigen und Räudigen, dass man sagt: Hüt dich vor dem Bocher, sonst wird er dich hencken. Bocher war Hofnarr eines Pfalzgrafen am Rhein und hing in seiner Jugend einen Kameraden im Spass an einen gekrümmten Baum, welcher, zurückschnellend, den Buben erwürgte. Zur Verantwortung gezogen, gab er keine andere Entschuldigung als: der Bub' wäre räudig gewesen.

Hüt' dich vor dem Interim, es steckt ein Dick hinder ihm.

Hüt dich vor dem Rotbart, Rotbart nie gut ward.

Hüt' dich vor dem Rotbart, Rotbart nie gut ward.
mhd] Im was der bart unt daz hâr beidin rôt, viurvar; von denselben hoere ich sagen daz si vul schiu herze tragen.

Hüt dich vor dem Rotbart,
Rotbart nie gut ward.

Hüt' dich vor den Haken (Kleinkrämerei), es blieb schon manig staken.

Hüt dich vor den katzen, die vornen lecken, hinden kratzen.
z] Wilt du dich nicht lassen necken, so hüte dich vor den katzen, die da vornen lecken und hinden kratzen.
la] Cave tibi a fele, quae a fronte lingit, a tergo laedit.

Hüt dich vor den, die niemand leiden kann.
fr] Garde toy de l'homme angulaire.

Hüt dich vor denen, die dich förchten.

Hüt dich vor denen, die Gott und die Natur gezeichent hat.
z] Hüt dich, als die weysen sprechen, vor den, die haben natürliche gebrechen, dann sie sein vntraw und betryeglich.

Hüt dich vor der Alchimisten sublime, wilt du mit vollem beuttel zu marck gehn.

Hüt dich vor der Tat, der Lügen wird schon Rat.

Hüt dich vor der Tat,
Der Lügen wird schon Rat.

Hüt dich vor eim roten Walsen, weißen Frantzosen und schwartzen Teutschen.
fr] Garde d'un Gascon ou Normand, l'un hable trop, l'autre ment.
fr] Rousseau François, noir Anglois, blanc Italien ec sont trois et le Normand de tout aage a qui ne se fie le sage.
fr] Roux François, noir Anglois, et Normands de toute taille, ne t'y fie si tu es sage.
nl] Hoed u nu, hoed u dan, hoed u voor een' Utrechtsch man.
nl] Op een' witten spanjaard en op een' zwarten Engelschman moet man achtgeven.
la] Cave tibi ab Italo rufo, ab albo Francigena, et a nigro Alemanno.
la] Praesta culpam mendacium vetustate consenescit sua.

Hüt dich vor gutem schein, so hütest du dich vor schaden.

Hüt dich vor hader zu aller frist, auf gantzer haut gut schlaffen ist.
la] Dormiet illaesus melius, quam uerbere caesus.

Hüt dich vor Herrn und Königen, sie haben lange Arm.

Hüt dich vor Hitz, meyd Arbeit groß' iss kalt, bad nit, dein Blut nicht lass. Misch den Wein mit ein Wassertrunk, wenig auch schlaff, das ist gesundt. Treib Schäfer dein beschornes Schaf, jetzt in den kühlen Schatten: und halte deinen Mittagsschlaf, das Gras kommt dir zu statten.

Hüt dich vor horchenden Kindern, kleine Kessel haben auch Ohren.
nl] Laat geen kind vuile reeden horen, kleine potten hebben groote ooren.

Hüt dich vor Jacobs Mund und vor Esau Hand.

Hüt dich vor Übeltaten, Feld und Wald kann dich verraten.

Hüt dich vorm alten Tummerhenz, verkaufft die Brillen und Fuchsschwentz.

Hüt dich vorm listigen Fuchss, für den die böss sein wie der Luchss.

Hüt dich vorm Quare, si non vis (wilt du nicht) errare.

Hüt dich, der (o. mein) Bock stößt dich.
i] Nachdem Luther sein Buch An den christlichen Adel deutscher Nation herausgegeben hatte, griff ihn Hieronymus Emser, einer der heftigsten Gegner der Reformation, in einer Schrift unter dem Titel Wider das unchristliche Buch Martini Lutheri, Augustiners, an den deutschen Adel u.s.w. (Leipzig 1521) an. Diese Schrift hatte das Titelmotto: 'Hüt dich, der Bock stößt dich.' Dies, Sprichwort gewesene oder durch diese Schrift zum Sprichwort gewordene Motto gab Luther Veranlassung zu einer kleinen Gegenschrift, die den Titel führte: Warnung an den Bock in Leipzig. Dagegen schrieb Emser wieder: An den Stier zu Wittenberg. Und Luther wieder: Auf des Bock zu Leipzig Antwort. Darauf wieder Emser: Auf des Stiers zu Wittenberg wietende Replica u.s.w. Das obige Sprichwort ist also der Ausgangspunkt einer ganzen Reihe von Streitschriften.

Hut geht vor Haube.
it] Val più una beretta che cento scuffie.

Hüt gift'n heiten Dag, sär dei Hex, da süll sei brennen.
Mecklenburg
nl] Het zal van dag een warme daag voor ons zijn, zei de eene dief tegen den anderen, en zij zouden gegeeseld en gebrandmerkt worden.

Hut in der Hand hilft (geht) durchs ganze Land.

Hut in der Hand hilft durchs ganze Land.
dk] Gode ord i munden og hat i haanden koster intet, men gav ner folk og land.

Hut in der Hand
Hilft durchs ganze Land.

Hut macht Mut.
mhd] Huot macht muot.

Hüt nit hei, môrn nit hei, es git e längi Wuche, u wenn mer nüt meh z'esse hei, su wei mer Eier koche.
Schweiz.

Hut un Hâr
hdt] Haut und Haar
z] Sint dem male dat he hut unde har gheloset hef. Hannöversches Stadtrecht im 14. Jahrhundert, im Vaterländischen Archiv des historischen Vereins für Niedersachsen, Jahrg. 1844.

Hut und Mantel trauren allzeit, das Herz wirds selten gewahr.

Hüt vol, morn hol.

Hutabziehen ist eine kleine Müh und bringt große Gunst.
la] Saluta libenter.

Hüte (= Spare) die Kopeke für schwarze Tage.

Hüte das Feuer vor Werg, so verlängerst du deines Wohnhauses Alter.
Estland.

Hüte deine Zunge in der Jugend, dann werden im Alter Gedanken ausgereift sein, die deinem Volk helfen können.
Indianer

Hüte deine Zunge vor schlechten Reden, damit du keinen Durst bekommst.
Angola

Hüte deinen Kopf, du hast nur den einen.
Russland

Hüte deiner Nasen vor einem beschissenen Arsch.

Hüte di, Beek, 't Kinn kackt.
Ostfriesland.

Hüte dich (davor), die Türklinke des Gerichts zu bewegen und die Bank des Krugs zu wärmen.
Estland.

Hüte dich davor, einsam und müßig zu gehen!
Smiles, Der Charakter, 4. Kap.: Die Arbeit.

Hüte dich für all zu viel, halte dich ans mittel Ziel.

Hüte dich für alten Weibern, mit Boßheit manchen sie vmbtreiben; denn was der Teuffel nicht schaffen kann, muss er ein alt böss Weib zu han.

Hüte dich für borgen im kaufen, sonst mustu eh' der Zeit entlaufen.

Hüte dich für bösen Schein, so du nicht wilt betrogen sein.

Hüte dich für Bürgschaft, wiltu nicht um das deine kommen.

Hüte dich für dem Abzuge, spricht der Landsknecht.

Hüte dich für dem Neidhart, er lest nimmer sein böse art.

Hüte dich für dem, das Gott geben ist.

Hüte dich für dem, das hoch hergehet.

Hüte dich für dem, dem niemand wohl spricht.

Hüte dich für dem, der mild ist auss eines anderen beutel.

Hüte dich für den Krummen, das sind die tummen, die schlagen nicht fehl.

Hüte dich für den Neidhard, er lest nimmer sein böse art.

Hüte dich für den Warum, so gerätstu nicht in Irrthum.

Hüte dich für des Mannes ersten streich.

Hüte dich für falsch und büberei, es geht dir sonst nicht wohl dabei.

Hüte dich für falschen Zungen.

Hüte dich für falscher Ehr, dass sie dich nicht verkehr.

Hüte dich für Judas kuss, Joabs gruss und Doegs streichen.
fr] Il faut se garder des paternostres de M. le Connestable.

Hüte dich für Neid und zu viel Einfeltigkeit.

Hüte dich für Schmeichlern, sie schinden und schaben.

Hüte dich für solchen Leuten, die mit den Augen pflegen zu reden.

Hüte dich für stillen Wassern.

Hüte dich für unnötigem gesind und für unnötigen Pferden.

Hüte dich für Weiberlist.

Hüte dich nur vor den Hunden, ihr Schatten beisst dich nicht.
dk] Vær dig for hunden, skyggen bider ikke.

Hüte dich und Gott wird dich nicht verlassen.
Litauen

Hüte dich vor alten Fahrgleisen und vor neuen Wirtshäusern!
Westfalen.

Hüte dich vor aufgewärmtem Fisch und vor versöhntem Feind an deinem Tisch.
mhd] Wan ein spruchwort alsô spricht: vor alten veinten süssen botten und vor fischen zwîr gesotten hüte dich ân alles spotten.

Hüte dich vor blonden Frauen und Autos, die die Russen bauen.

Hüte dich vor Borgen, so schläfst du ohne Sorgen.

Hüte dich vor Bösen von dem, dem du einen Gefallen getan hast.
Afrika

Hüte dich vor dem alten Türken und dem jungen Serben.
Serbien.

Hüte dich vor dem Arzt, der an dir lernen will.

Hüte dich vor dem Arzt, dessen Frau Gräber verkauft, dessen Bruder einen Granitsteinbruch besitzt und dessen Vater mit Schaufeln handelt.
England

Hüte dich vor dem Diener, der zum Herrn, und der Ziege, die zum Gärtner wird.
Estland.

Hüte dich vor dem Entnafzen.
i] Entnafzen heißt, wenn eins anfacht zu schlafen, und zucket doch wider.

Hüte dich vor dem ersten Schritt (o. Fleck, Streich, Streit).
la] Principiis obstare opus est.

Hüte dich vor dem Essig aus süßem Wein!
it] Guardati da aceto di vin dolce.

Hüte dich vor dem Frechen.
mhd] Hode dy vor dem drystigen.
la] Qui gerit in cornu foenum cavisse memento.

Hüte dich vor dem Freund, vor dem Feind verstehst du dich natürlich zu hüten.
Estland.

Hüte dich vor dem Geteilten.

Hüte dich vor dem Gyk!
Holland
i] Gyk ist auf großen Schiffen der Mast, woran das Leitseil ausgespannt wird, auf kleinen die Stange zum Besansegel. Wenn man befürchtet, dass die Hintersegel umschlagen können, vernimmt man das obige Warnungswort für die Nahestehenden. Also: Hüte dich vor einem Unfall, einer Wendung des Blattes.

Hüte dich vor dem Hintersten, der Vorderste tut dir nichts (o. keinem was).

Hüte dich vor dem Hinterteil eines Esels (Pferdes), vor dem Vorderteil eines Weibes, aber vor einem Pfaffen von allen Seiten.
bm] Chraň se koňského zadku, panskêho předku, a knĕze po předu i po zadu.
en] Beware of a woman before, of a horse behind, of a cart sideways, of a priest every way.
fr] Garde-toy des matines des Pharisiens et des vespres des Ciciliens.
wend] Hladaj so před zónskim prjedkom, před wóslacym zadkom, a před popami na wsich bokach.

Hüte dich vor dem Holmer Sand.
Friesland.

Hüte dich vor dem Hunde!
la] Cave canem! Inschrift im Artrium röm. Häuser.

Hüte dich vor dem Interim, es hat den Schalk hinter ihm.

Hüte dich vor dem Landgrafen zu Hessen, wenn du nicht willst werden aufgefressen.
i] Zum Ruhme der Hessen als Krieger.
z] Sie verhalten sich in allen Fällen so, dass jeder, sowohl Freund als Feind, ihnen das Prädicat rechtschaffener Soldat lassen muss.

Hüte dich vor dem Mann, der keine Schläge austeilen kann.
Äthiopien

Hüte dich vor dem Mann, der nicht spricht, und dem Hund, der nicht bellt.
Indianer

Hüte dich vor dem Mann, der nicht spricht, und vor dem Hund, der nicht bellt!
es] ¡Guardate del hombre que no habla, y del can que no ladra!.

Hüte dich vor dem Mann, der nicht trinkt.
Island

Hüte dich vor dem Mann, der nichts verlieren kann.
fr] Il faut se garder des gens qui n'ont rien à perdre.
it] Guardati da chi non ha che perdere.

Hüte dich vor dem neuen Bojar (Edelmann) und dem alten Bettler.
Rumänien

Hüte dich vor dem Pocher, dir schadet nie der Socher.
i] In der Pfalz band ein Hirtenknabe, Namens Pocher, seinen Kameraden an einen niedergezogenen Baum, den er nachher emporschnellen ließ, was den Tod des Unglücklichen zur Folge hatte. Pocher erwiderte auf die Frage, warum er die Tat verübt habe, nichts als, der Bube sei schäbig gewesen und ein schäbig Tier verderbe die ganze Herde. Socher ward einer, der siech ist, stets kränkelt, genannt. Man wollte einem solchen durch den obigen Spruch sagen: Lasst nicht den Pocher über dich kommen, er schadet mehr als all dein Siechtum.

Hüte dich vor dem Rotbart, Rotbart nie gut ward.
Schweiz.

Hüte dich vor dem Rothaar und dem Schieler.

Hüte dich vor dem ruhigen Wasser.

Hüte dich vor dem Schleicher, der Rauscher tut dir nichts.
i] Die heimlichen Gegner sind die gefährlichsten
fr] C'est une eau dormante. - Gardés-vous d'eau coye. - Il n'est pire eau que celle qui dort. - Il n'y a point de pire eau que celle qui croupit.
it] Bisogna guardarsi dell' acque chete (da coloro che fanno la gatta morta). - Fuoco coperto ha più caldo che l'aperto. - Se bene ci fa la gatta morta, da queste acque chete ti guarda.
pl] Złych najbardziéj cnota kole w oczy.

Hüte dich vor dem stillen Wasser, das wilde rauscht schnell vorbei.
es] Del agua mansa te guarda, que la recia pronto pasa.

Hüte dich vor dem Tier, das Zöpf hat.
i] Das Weib
la] Mulier ante parvum onerosa, in portu dolorosa, post partum laboriosa.
pt] Da má molher te guarda, a da boa não fies nada.
sp] De la mala muger te guarda, y de la buena no fies nada.

Hüte dich vor dem Tier, das Zöpfe hat, sagte jener gute Freund.

Hüte dich vor dem Wasser der Zisternen!
China.

Hüte dich vor dem Wasser, das langsam fließt, und vor dem Menschen, der zu Boden schaut.
tü] Suyun yavaş akanından, insanın yere bakanından kork.

Hüte dich vor dem Zorn der Taube.
Frankreich

Hüte dich vor dem zurückkommenden Pfeil.
Japan

Hüte dich vor dem, dem du die größte Gefälligkeit getan hast.
Bosnien

Hüte dich vor dem, dem du einen Gefallen getan hast.
tü] Kime iyilik ettinse ondan sakın.

Hüte dich vor dem, den dein Herz verachtet.
Bosnien

Hüte dich vor dem, den Gott gezeichnet hat.

Hüte dich vor dem, der auf Gewissen schwört.
Italien

Hüte dich vor dem, der nichts zu verlieren hat.
Italien

Hüte dich vor dem, der nur ein Buch gelesen hat.
la] Cave ab homine unius libri.

Hüte dich vor dem, mein lieber Christ, der mit aller Welt Gevatter ist.
i] Personen, die man meiden, vor denen man sich hüten soll: vor heiratslustigen alten Frauen; vor alten Frauen, die von ihrer ehemaligen Schönheit sprechen; vor Invaliden, die nicht müde werden, von allen Schlachten (Feldzügen) zu erzählen, die sie mitgemacht haben; vor jungen Mädchen, die von Mondschein, Ahnen und Burgruinen phantasieren; vor jungen Frauen, die Verse schmieden und Tragödien fabrizieren; vor einem alten Manne, der noch für einen Sänger mit einer jungen Stimme gelten will; vor einem Doktor, der gern Latein spricht; vor Rezensenten, die nach Maßgabe des Honorars loben oder tadeln; vor dem Tee- und Kaffeetisch geschwätziger Weiber; vor einem Abenteurer, der für einen großen, berühmten Mann gelten will, und vor einem Mädchen, deren Eltern nach einem Schwiegersohn schnappen.

Hüte dich vor den Gesellen mit den roten Ärmeln.
i] Wird vorzüglich in Luzern gebraucht, um einen gefährlichen Menschen zu bezeichnen. Oft sagt man auch kurzweg: 'Der ist des Geschlechts der roten Ärmel', es sind 'Lüt mit roten Ärmeln'. Die Entstehung der Redensart fällt in die Befreiungsperiode der Schweiz. Als Luzern mit Uri, Schwyz und Unterwalden in den ewigen Bund getreten war, entschlossen sich einige vornehme Anhänger Österreichs, in der Stadt die Freiheit zu vernichten, verabredeten eine Mordnacht, in der man die Freunde der Freiheit ermorden und die Österreicher in die Stadt lassen wollte. Die Ausführung des Anschlags war auf die Nacht vor Peter und Paul 1333 festgesetzt, und das Zeichen, woran sich die Verschworenen erkennen wollten, war ein roter Ärmel auf der einen Seite der Kleider. Ein armer Knabe hatte sie belauscht und gehörigenorts davon Anzeige gemacht, sodass noch zur rechten Zeit die Bürgerschaft sich bewaffnen und die Gefahr abwenden konnte.
it] Dio mi guardi da quella gatta, che dinnanzi mi lecca, e di dietro mi graffia.

Hüte dich vor den Gezeichneten.
i] Es scheint auch noch andere warnende Merkmale zu geben, woran der Ausspruch Sylla's in Bezug auf Julius Cäsar erinnert: Male praecinctum cauete puerum, hinzufügend: In diesem Cäsar staken viele Marius. Die Czechen (Böhmen) kennen der Gezeichneten sehr viele. Sie warnen vor Kahlköpfigen, Rothhaarigen, Krummnasigen, Schielenden, Buckeligen, Lahmen, Spitznäsigen u.v.a, die mit irgendeiner ungewöhnlichen oder mangelhaften Körperform behaftet sind.

Hüte dich vor den Hörnern des Bullen, den Hufen des Pferdes und dem Lächeln eines Engländers.
Irland

Hüte dich vor den Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
z] Ich bin eine der falschen katzen, die beides lecken kann und kratzen.
en] He covers me with his wings and bites me with his bill.
la] Pelle sub agnina latitat mens saepe lupina.

Hüte dich vor den Katzen,
Die vorne lecken und hinten kratzen.

Hüte dich vor den Leuten im Hause.

Hüte dich vor den Listen armer Alchemisten und der Juden, die getauft als Christen.
it] Guardati da alchimista povero.

Hüte dich vor den Menschen, denen du eine gute Tat getan hast.
Libanon

Hüte dich vor den Ochsen vorn, den Mauleseln hinten und einem Mönch (Pfaffen) von allen Seiten.
it] Guardati da baratto e da villan rifatto.

Hüte dich vor den Pfaffen, die mit kleinen Pfründen groß Geld samblen.

Hüte dich vor den Prinzipienreitern.
la] Cave a consequentariis.

Hüte dich vor den Schatten eines Mannes und einem Bienenstich.
Myanmar

Hüte dich vor den Schleichern, die Rauscher tun dir nichts.

Hüte dich vor den Schweigsamen!.

Hüte dich vor den Stößigen.
z] Die feindlich toben, trotzen, wüten, für den hat man sich wohl zu hüten.
la] Cornu ferit ille, caveto.

Hüte dich vor denen, die dich fürchten.

Hüte dich vor denen, die dir ein Auge ausschlagen, du kannst leicht auch um das andere kommen.

Hüte dich vor denen, die Gott gezeichnet hat.

Hüte dich vor denen, die mit krummer Hand kommen.
it] Da chi ti dona, guardati.

Hüte dich vor denen, die niemand leiden kann.

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.
Griechenland

Hüte dich vor denen, so zwei Zipfel haben.

Hüte dich vor der Alchemisten Süpple, vor der Juristen Codice, vor der Medicorum Recipe, vor der Pfaffen Praesta quaesimus Domine, willst du mit vollem Beutel zu Markte geh.

Hüte dich vor der ersten ausslag (o. Maulschelle).

Hüte dich vor der Gelegenheit, so bleibst du von der Sünde weit.
it] Guardati dall' occasione, e ti guarderà Dio da' peccati.

Hüte dich vor der Gelegenheit, so wird dich Gott vor der Sünde bewahren.

Hüte dich vor der heiligen Barbara.
i] Begib dich nicht in augenscheinliche Gefahren. In frühern Zeiten hieß nämlich die Pulverkammer auf Schiffen 'die heilige Barbara'. Diese Heilige ist auch die Patronin der Kanoniere, wie sie denn auch bei schwerem Gewitter angerufen wird, um den Blitz abzuwenden. In Venezuela führen Häuser oder Ortschaften, die Gewittern besonders ausgesetzt sind, den Namen Santa-Barbara.

Hüte dich vor der Tat, der Lügen (Worte) wird wohl Rat.

Hüte dich vor der Tat, der Lügen wird wohl Rat.
i] Tue nichts Unrechtes, und kümmere dich dann nicht um lügenhafte Verleumdungen.
it] Bisogna operar bene, nè curarsi delle bugie, che hanno le gambe corte.

Hüte dich vor der Tür, die mehrere Schlüssel hat.
Indien

Hüte dich vor der Türe, die viele Schlüssel hat.
Portugal

Hüte dich vor der Vorderseite einer Frau, der Hinterseite eines Maulesels und allen Seiten eines Priesters.
England.

Hüte dich vor des armen Mannes Tränen.
Herzegowina

Hüte dich vor Dingen, die Schande bringen.

Hüte dich vor drei K: der Kanne, den Karten, dem Käthchen.

Hüte dich vor drei: vor Vetter, Gevatter und Geschwei (Schwiegermutter).
it] Guardati da tre C: cugini, cognati e compari.

Hüte dich vör dü Lücke, de unsen Härrgott met Fösse krigge.
Köln
hdt] Nimm dich vor Frömmlern, Scheinheiligen, bigoten Gläubigen in Acht, vor den Leuten, die unserm Herrgott die Zehen abbeißen wollen.

Hüte dich vor einem alten Feinde und einer zum zweiten mal gedungenen Magd.
it] Guardati da nemico vecchio e da serva ritornata.

Hüte dich vor einem alten Türken und einem jungen Serben.
Tschechien.

Hüte dich vor einem deutschen Welschen.

Hüte dich vor einem Entschluss, der andere fröhlich stimmt.
Australien

Hüte dich vor einem Feind, der vor war dein Freund.
it] Guardati d'aceto di vin dolce.

Hüte dich vor einem Freund, für den Bitteres süß ist.
la] Caveto amicum, cuius amarum dulce sit.

Hüte dich vor einem guten Koch und einer jungen Frau.
Frankreich
i] Ratschlag für Sechzigjährige.

Hüte dich vor einem jungen Doktor (o. Arzt) und einem alten Barbier (o. Friseur).

Hüte dich vor einem jungen Doktor und einem alten Barbier.
USA.

Hüte dich vor einem Landsknecht, der 's Paternoster im Gürtel hat.
it] Guardati da' soldati che abbiano i paternostri a cintola.

Hüte dich vor einem Mann, der im Zorne lächeln kann!

Hüte dich vor einem Rothaar und einem Schieler, du bist nicht umsonst als Schielender geboren. Ein Rothhaar ist selten gut. Ist er gut, so ist er recht gut. Wenn du etwas Gutes wärest, so hättest du keinen krummen Rücken.
bm] Uchovej boze od lysého, rzavého a křivonosého.
bm] Hled' se rezouna a sil houna.
bm] Pán bůh te darmo neznamenal.
bm] Znamenaného se varuj.
bm] Znamenaný jest, střez se ho.
dk] Er herberget slem, da tvivles om verten.
dk] Gud gîør ei vrag uden sag. (Vær dig for den som naturen haver tegnet.)
dk] Var dig for den, om hvilken ingen taler vel.
en] Beware him whom God hath marked.
fr] De gens signez se fault garder.
fr] Garde toi, tout que tu vivras, de juger les gens sur la mine.
fr] Gardez-vous de l'enfant mal ceinct.
it] Non fu mai guercio di malizia netto.
la] A signatis caveto.
la] Cautus homo cavit, quotquot natura notavit.
la] Cave tibi a signatis.
la] Effuge, quem turpi signo natura notavit.
la] Foenum habet in cornu, longe fuge. Horaz
la] Gavendum a signatis.
la] Intima per mores cognosces exteriores.
la] Malitiosi sunt quos natura notavit.
pl] Cechowanych się strzez.
pl] Każdego szelmy Pan Bog nacéchuje.

Hüte dich vor einem stummen Hund und einem Mann mit verschlossenem Mund.
fr] Défie-toi d'un homme qui parle peu, d'un chien qui n'aboie guère et de l'etcetera d'un notaire.
pt] Guardate do homem que não falla e do cão, que não ladra.
sp] De hombre que no habla, y de can que no ladra, libera nos.

Hüte dich vor einem stummen Hunde und einem stillen Wasser.
la] Cave tibi a cane muto et aqua silente.
pt] Caõ que naõ ladra, guarda delle.

Hüte dich vor einem tollen Hund und vor einem trunkenen Mann.
Russland

Hüte dich vor einem versöhnten Feinde.
es] De amigo reconciliado, guárdate de él como del diablo.

Hüte dich vor einem Zigeuner, der zum Türken, und einem Bauern, der zum Griechen wurde.
Rumänien.

Hüte dich vor einem zweifachen Rausch: vor dem nassen Weinrausch und dem trockenen der Leidenschaften.
la] Ebrietas, nec madida, nec sicca.

Hüte dich vor einem, der mit dem Wolf die Schafe reißt und mit dem Herrn die Herde beweint.
Kurdistan

Hüte dich vor einer bösen Frau und traue der guten durchaus nicht.
Spanien.

Hüte dich vor einer Eselin, die knurrt, und einer Frau, die murrt.
it] Guardati da mula che rigna e da donna che sogghigna.

Hüte dich vor einer kläffigen Frawen.

Hüte dich vor Engelsblicken, wenn der Teufel sie schickt.
fr] Paroles d'angelot, oyles de diablot.
fr] Rien de plus dangereux qu'un homme double.
la] Amicum inimicum fugito.
la] Nullum magnum malum, praeter culpam.
un] A mosolygó ellen sé gedet kerüld.

Hüte dich vor Essig, der aus süßem Wein gemacht wurde.
Italien.

Hüte dich vör et Wingche, vör et Stingche un et Schagringche.
Köln
i] Schagringche = Kummer, Gram, von Chagrin.

Hüte dich vor falschen Freunden.

Hüte dich vor Frauen, die sich nachts zurechtmachen.

Hüte dich vor Fürsten, sie suchen nur ihr Interesse.
Hebräisch.

Hüte dich vor gefährlicher Reise und vor unverdaulicher Speise.
fr] Garde toy du crud et d'aller à pied.

Hüte dich vor Gezeichneten (o. gezeichneten Leuten)!

Hüte dich vor gezuckerten Zungen und gepfefferten Herzen!
mhd] Manic zunge sprichet süeziu wort, dâ doch der angel stichet dar.

Hüte dich vor Gremlichs zeitungen.

Hüte dich vor Hausdieben!
es] De ladron de casa, y de loco fuera de casa.

Hüte dich vor Herrn und Königen: Sie haben lange Arme.

Hüte dich vor Hofdank, er pflegt ungleich zu geraten.

Hüte dich vor Hund und Katzenart und einer Frau mit einem Bart.
it] Guardati dai cani e dai gatti, dalle donne co' mustacchi.

Hüte dich vor Jakobs Mund und Esaus Hand.
1 Mos. 27, 22
nl] Bij Jakobs stem moeten geen Ezau's handen wezen.
la] Vox quidem vox Jacob est, sed manus manus sunt Esau.

Hüte dich vor jenen Katzen, die vorne lecken (o. zärtlich tun), hinten kratzen.
en] Bees that have honey in their mouths have stings in their tails.
en] Cats hide their claws.
fr] Gardez-vous des gens qui font patte de velours.
fr] La douceur du miel ne console pas de la piqûre de l'abeille.
it] Dio ti guardi da quella gatta che davanti ti lecca e di dietro ti graffia.
la] Dextra tenet calamum, strictum tenet altera ferrum.
sp] El gato de Mari-Ramos valaga con la cola y araña con las manos.
sp] Reniego del amigo que cubre con sus alas y muerde con su pico.

Hüte dich vor jenen, so zwei Zipfel haben.

Hüte dich vor kalter Vielwisserei, vor frevelhaftem Vernünfteln, denn sie tötet das Herz, und wo das Herz und Gemüt im Menschen erstorben sind, da kann die Kunst nicht wohnen!
Caspar David Friedrich, Über Kunst und Kunstgeist.

Hüte dich vor 'Kann nicht'.

Hüte dich vor Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.

Hüte dich vor kleinen Ausgaben; ein kleines Leck wird ein großes Schiff zum Sinken bringen.

Hüte dich vor Knospen an (o. auf) der Stirn, die in der Ehe aufbrechen.

Hüte dich vor lachenden wirten und vor weinenden Pfaffen.
la] Vultui non credendum. (Dum ridet stabuli dominus, lacrymatque sacerdos, insidîas loculis tendit uterque tuis.).

Hüte dich vor Leihen: Niemand wird dich suchen.
Estland.

Hüte dich vor Leuten mit zwei Gesichtern.
nl] Wacht u voor een' man met twee aangezigten.

Hüte dich vor Leuten, die dich nach eigenen Interessen beraten.
Israel

Hüte dich vor Leuten, die dir Versprechungen machen, ohne Gegenleistungen zu fordern.
Bernard Mannes Baruch.

Hüte dich vor Männern, deren Bauch beim Lachen nicht wackelt!
China

Hüte dich vor Menschen, denen ein gewinnender Ton Gewohnheit wurde.

Hüte dich vor Mösersruh, ist man drin, so ist es zu.
i] So heißt in Berlin das Schuldgefängnis.

Hüte dich vor neuem Wirt und liederlichem Weib.
es] De tavernero novel y de puta de bordel.

Hüte dich vor pariser Metten und sicilischen Vespern.
i] Bezieht sich auf die Pariser Bluthochzeit am 24. August 1572 und auf den Volksaufstand in Palermo gegen die Franzosen zur Vesperzeit am 30. März 1282.
it] Guardati da Mattutin di Parigi e da' Vesperi Siciliani.

Hüte dich vor Pfaffen, so den Paternoster in Händen haben.
i] Mit 'Cave sacerdotibus, qui oraria deferunt in manibus', eifert schon Geiler in seinen Predigten über Brandt's Narrenschiff, wider das Beten der Geistlichen am Rosenkranz. Er bemäntelt das deutsche Sprichwort zwar selbst noch im Lateinischen.

Hüte dich vor Pfaffenrache, sagte zum Teufel der Drache.

Hüte dich vor Rom, willst du bleiben fromm.
16. Jahrhundert
mhd] Swer Rômer site rehte ersiht, der bezzert sînen glouben niht.

Hüte dich vor rotem Haar, denn es ist böse War'.
mhd] Hute dich vor dem rotin gesellen.

Hüte dich vor Scherzen, die halb im Ernst gesagt werden.
Aserbaidschan

Hüte dich vor Schmeichlern wie vor Feinden; mit erlogenem Lob verderben sie schwache Seelen.
la] Adulatores ut inimicos cave; corrumpunt fictis laudibus leves animas.

Hüte dich vor schönen Frauen wie vor rotem Pfeffer.
Japan

Hüte dich vor schweigenden Mönchen, sie sind wie Kaiser Domitian auf der Mückenjagd.

Hüte dich vor solchen Dingen, die deiner Seele Schaden bringen, dann wird dein Lob erklingen.

Hüte dich vor solchen Katzen, die vorne lecken, hinten kratzen.
en] He covers me with his wings and bites me with his bill.
sp] Cuentas de beato, y uñas de gato.

Hüte dich vor stillem Wasser und stummem Hund.
var] Stille Wasser sind tief.
la] Cave tibi a cane muto et aqua silenti.

Hüte dich vor stolzem Mut, er tut doch nimmer gut.
la] Desine magna loqui, perdit Deus omne superbum.

Hüte dich vor Süßem, das bitter nachschmeckt.
nl] Vlied zoetigheid, die keeren kan in bitterheid.

Hüte dich vor Türen, zu den'n viel Schlüssel führen.
pt] Não me apraz porta, que a muitas chavez faz.

Hüte dich vor Übeltat, das Feld Augen und Ohren hat!.

Hüte dich vor Übeltaten, Feld und Wald kann dich verraten.
z] Hüt' dich allzeit vor Übeltat, die Wand Ohren, das Feld Augen hat.
pl] Strzeż się złego, a złe cię nie spotka.

Hüte dich vor versöhntem Feind und vor Winden, die durch Klüfte ziehen.
es] De enemigo reconciliado, y de viento de horado.

Hüte dich vor versöhnten Feinden und aufgewärmtem Suppenfleisch.

Hüte dich vor Volkswut und Herrenhass.
it] Guardati da furore di popolo e da odio di Signore.

Hüte dich vor Wasser, das nicht läuft, und einer Katze, die nicht miaut.
Jiddisch

Hüte dich vor: Hätt' ich das gewusst.
en] Beware of: Had I wist.
it] Guardatevi dal: Se io avessi sospettato.

Hüte dich vorm ersten Misskredit.

Hüte dich vorsichtig; sihe für dich und hinter dich, die Welt ist falsch und wunderlich.
dk] Vær altid forsigtig, ingen lunde sikker.

Hüte dich vorzutragen, was andere nicht sollen nachsagen.

Hüte dich wohl für den Kläffern quad, so kommt dir nicht sobald ein schad.

Hüte dich, biss witzig, die Welt ist spitzig.

Hüte dich, Bock, es brennt!
Altgriechisch
i] Halte dich von Dingen entfernt, die du nicht kennst. So rief Prometheus einem Satyr zu, der das Feuer, als er es das erste mal sah, umarmen wollte und seinen Bart in Gefahr brachte.

Hüte dich, Bock, es brennt.

Hüte dich, das Unglück zu wecken, wenn's schläft.

Hüte dich, dass du den Leuten nicht in den Mund kommst, denn du kommst selten heraus.

Hüte dich, dass du im Leben nicht in den Yamen, im Tode nicht in die Hölle kommst.
China
i] Yamen war das Amtsgeäude der Mandarine im alten.

Hüte dich, es ist ein bös Gesind, die blasen kalt und warmen Wind.

Hüte dich, es ist verbohelte Wahre, so man dich in ein Haus bittet, und man setzt dir die Tochter an die Seiten.

Hüte dich, es sind Gesellen von der alten Minne.

Hüte dich, es steckt ein Schalk dahinter.
la] Latet anguis in herba.
Virgil.

Hüte dich, Gott siehet dich.

Hüte dich, Hand an das Haupt eines Gesalbten zu legen; aber dafür nimm sie beim Zipfel desto fester.

Hüte dich, mein lieber Christ, vor Weiber- und vor Bettlerlist.

Hüte dich, mein Pferd schlägt dich.
z] Aber ich achte mich solches Heiligen nicht mehr, denn Treue und Glauben möchte zu einem Schelmen werden. Darum heißt es: Hüte dich, mein Pferd schlägt dich.

Hüte dich, mit deinem Herrn zusammen Kirschen zu essen! Er wäre imstande, dir die Kerne ins Gesicht zu spucken.

Hüte dich, niedrig zu sitzen und in die Höhe zu schauen! Nur zu leicht kannst du Staub in die Augen bekommen.
Schweden

Hüte dich, sei witzig, die Welt ist spitzig!

Hüte dich, so groß du bist, denn die Macht weicht oft der List.

Hüte dich, so zu strahlen wie der Leuchtkäfer bei Mondschein.
Thailand

Hüte dich, Treu ist misslich.

Hüte dich, Vogel, vor der Menschen Liebe mehr als vor der Menschen Hass.
Russland.

Hüte dich, wenn dein Feind dich lobt.
Russland

Hüte dich, wenn der Fuchs den Raben lobt.

Hüte dich,
In Händel zu geraten; bist du drin,
Führ sie, dass sich dein Feind vor dir mag hüten.
Shakespeare (1564-1616), Hamlet, I, 3 (Polonius).

Hüte die Frau, die Uhr und den Geldbeutel.

Hüte die Gesundheit in der Jugend und die Ehre im Alter.
Estland.

Hüte die Kopeke, die Rubel hüten sich schon selbst.
Estland.

Hüte die Schafe, auch wenn du den Wolf nicht siehst.
Litauen

Hüte dy, dat perdt sleyt achter vyth.
hdt] Hüte dich, das Pferd schlägt nach hinten aus.

Hüte euch Gott vor Versuche machendem Arzt und schreiendem Esel.
pt] Guarde vos Deos de Physico experimentador e de asno ornejador.

Hüte hett he de Spendierhosen an.
i] In einer schenklustigen Stimmung sein. Er ist heute freigebig, er greift in die Hosentasche um zu spenden.

Hüte sich ein jeder vor dem hintersten, der förderst tut keinem nichts.

Hüte sich, wer sich hüten kann, fürchten ist ein gefangener Mann.

Hüten dich vor französischen Menschen, die vortäuschen, miteinander zu streiten: Sie werden dich zusammen bekämpfen.
Madagaskar

Hütet euch vor der Tat, für die Lügen gibt es Rat.

Hütet euch vor Faulheit, Faulheit ist die Wurzel allen Übels.
Estland.

Hütet eure Zungen, ist Alten gut und Jungen.
sd] Hava tand för tunga, står wäl hos gambla og unga.

Hutsch find't sein Hätsch.
i] Gleich sucht sich, gleich findet sich.

Huugh Dâigrad jaft liagh Sâils.
Amrum
hdt] Hoher Tagesanbruch gibt niedrige Segel.

Hüür slöpt gên Ueür.
i] Ueür = Stunde. Miete und Rente verschläft die Stunde nicht.

Hüüs' en at nian Müüsen.
Amrum
hdt] Häuser bauen lassen ist kein Mäusefangen.

Huushellige (Hausheilige) dun kei Wunder.

Huy wolan, Gott gabs, Gott nambs, verlieret man die Schuhe, so behelt man doch die Füss.

Hy slaat niess af, as Fliegen.
Niederlande
i] Spott auf wenig tapfere Kriegsleute.

Hyndeneyn (hintenherein) hat kein ehre.
i] Von solchen Handlungen, die, würden sie öffentlich vollbracht, Schande machen würden
la] Potest fortasse referri quoque ad praeposteram Venerem.

I baiss m'r die Noasa (Nase) 'runter, wenn .

I be Moër.
i] Ich bin Meier. Eine sprichwörtliche Redensart im Ries, wo der Meierhof ursprünglich der bedeutendste im Dorfe ist. Der auf ihm sitzende Bauer heißt Meier, rieserisch 'Moër'; ein Ehrentitel, den man ihm zu geben nicht unterlassen darf, wenn man nicht bedeutend 'daneben heben' (sich verfehlen) will. Moër zu sein, ist das Ideal der rieser Bauern; und mancher hat es sich schon viel kosten lassen, um mit dem Hofe auch den schönen Titel einzuhandeln. Für das Herunterkommen, wenn es seine anderweitigen guten Gründe hat, ist selbstverständlich kein Kraut gewachsen, auch nicht auf dem Meierhof. Der Besitzer muss nicht in jedem Dorfe eben der reichste Bauer sein; er kann auch verderben, wenn er's nicht anders haben will. Aber dem Ansehen des Titels schadet dies nichts. Obige Redensart will daher nichts anders sagen, als: ich bin der Erste, Einflussreichste, Mächtigste u.s.w.

I bi miner Mutter nid a de Zehe g'wachse.

I bi scho g'macht, aber gar übel g'rothe.
i] Scherzhafte Entgegnung auf die Aufforderung: Mach', mach'!.

I bin a nit uf der Wassersupp'n harg'schwumma.
Franken
i] Ich bin auch nicht von schlechter Herkunft.

I bin au amôl sechzehn gewese, sagt der sell (närrische) Alte.

I bin au koiner Sau vom Ars g'fallen, sagte der Bauer, da sich einer mit seiner Abkunft vom Schulmeister rühmte.

I bin in d' Krott komma.

I bin Manns genug d'rzua.
i] Ich habe dazu Geschick, Kraft und Ausdauer.

I bin nur zum Laufa, net zum Springa.
i] Mein Stand ist nicht so hoch, das ist nicht mein Beruf, das geht einen Höhern an.

I bin wie a Brüthenn, mir frierts de ganze Tag.
Neresheim.

I' bleib net dahoim und wenn's Krote (auch Schmiedeknecht) hagelt.
Schwaben.

I de Hudle erzieht me d' Pudle.
Solothurn
i] Hudel, in Luzern Kindswindel, wofür in Aarau Huttel, dann Lappen, besonders alter Lumpen von Leinwand, uneigentlich lumpiger Mensch. Hudelvolk = Lumpenvolk, Hudelwaare = Sachen oder Leute ohne Werth. - Liederliche Menschen in lumpigen Kleidern groß gezogen.

I der erste Wuchen im Augste heiss, blybt der Winter lang weiß.

I du verflischter Rechen, sagte der Handwerksbursche, der aus der Fremde kam und den Namen von dem Dinge nicht mehr wusste, als er auf die Zinken trat und ihm der Stiel an die Nase schnellte.
i] verflischter = mildernde Verstümmelung von verflucht.

I fall in d' Schatefras'n (Scheitefraisen).
Troppau
i] Ich falle vor Erstaunen um.

I gäb kei Rübischnizli drum.

I gäb net nach und wenn's Krotte (Kröten) haglet.
Ulm.

I gang aus, und wenn's Krotte (auch Schmiedeknechte) haglet.

I gib dir a Dåchtl, dass dir neun Tåg vom Teufl tramt.
i] Dieselbe Redensart kommt auch vor mit den Ausdrücken: Dern, Detschen, Flaudern, Flåschen, Fotzen, Watschn.

I gib meiner Schnoaderbichsen net umsunst z' essen.
Niederösterreich
i] Wer von seinem Munde einen starken Gebrauch macht.

I git dir e Weggli wie siib Meitli dem Hund.
i] Weggen oder Wek = ein hölzerner oder eiserner Keil um Holz zu spalten u.s.w., dann eine Art keilförmiger Kuchen, worauf man Butter und Kümmel tut. Weggli ist die Verkleinerungsform.

I Gotts Namen, is nid g'schwore.
Luzern.

I größer narr, i größer pfarr.

I ha 'ne sure Suppe g'ha, se rumplet mer im Bûch; i wett e neue Taler gä, i hätt' se ume drus.
Bern.

I ha no nie kei so gueti Suppe gässe, sitdem i G'richtsvogt bi.
i] Prahlerei, Hochmut.

I hab e Boi (Bein) im Bauch.
Ulm
i] Ich kann mich nicht bücken.

I hab' g'meint, 's komm Wunder weiß wer.
Ulm.

I hab' ihm a paar g'steckt.
i] Ein paar Ohrfeigen gegeben.

I hab' scho' a Spur.
i] Ich habe eine Vermutung über die Sache.

I hab Wien vor lauter Häuser nit g'funden.
i] Sagte der Bauer, als man ihn fragte, wie ihm die Residenzstadt gefallen habe.

I hab's im Griff, wie der Metzger den Stich.
i] Sagt der, welcher etwas gut und ausgezeichnet kann.

I häd bald a schwarze Henna (Henne) verlobt.
Bayern
i] Wenn jemand lange ausgeblieben ist.

I hätt net glaubt, dass d' Krebs so lange Schwänz hettet.
Ulm.

I hau de durch wie d' Nusssäck.
Bietigheim.

I hau di nieder, dass d' mit 'n Arsch auf d' Uhr schaust.
i] Ein Kraftausdruck aus der Umgegend von Wien.

I hau di nun wie en Nusssack.
Ulm.

I hau di nun wie en Tanzbär (o. Affe).
Ulm.

I hau di, dass du's gern besser hättest.
Rottenburg
i] Während der Belagerung von Düppel durch die Preußen (März 1864) vernahm man in Berlin in der entsprechenden Volksklasse die Redensart: 'Ik hau dir ein Düppel jejen deine Büffelkoppel, dass de nach Alsen rüberfliegst, wenn du nich jleich deine Missunde hältst, du ollet Dannewerk. Schlesisches Morgenblatt, 1864.

I hau dir eins auf d' Fotzen (Mund), dass du drei Tag keine Sonne siehst.
Troppau.

I hau gucket wie a Narre.
Ulm.

I hau ihn zusammen wie 's alte Eisen.
Nürtingen.

I hau'n g'moant, i mües aus der Haut fahra.
i] Fast wäre ich dem Zorn, dem Unwillen unterlegen, ich hätte fast meine Fassung verloren.

I have a dream.
Martin Luther King.

I hett die Brüah (Brühe) drvou.
Würzburg
i] Eine abweisende Redensart, um zu sagen: ich will davon nichts wissen.

I hett g'meint, de Herget ließne das nid zue.

I ho nit sou viel Haar uf'n Koupf, as mi dös reut.
Franken.

I hob moin Schuss scho sider' drei Johr im Lauf, soll i ihn wege de Dunerskerle (betrunkenen Kerle) verschießen? sagte der Posten, als der Hauptmann fragte, warum er nicht auf den Strolch Feuer gegeben habe.

I hust' dir drein.
Nürtingen
i] Für: blass', pfeif', scheiß'.

I jo, de Wein was gaut, säd' de Bûr tô'm Aptheker in Körlin, as he nâ acht Dâg' betâlt. Ik feul em noch.
Hinterpommern.

I kån ihr kan G'schloss vorhängen.
Niederösterreich
i] Sagt die Mutter in Bezug auf ihre Tochter, um auszudrücken: Ich kann ihre Jungfrauschaft nicht behüten, wenn sie es nicht selber tut.

I kån net immer die Hand drauf halten.
Niederösterreich
i] Sagt die Mutter, wenn die Tochter nicht selbst auf sich achtet, um die Jungfrauschaft zu bewahren.

I kann net greine, außer i krieg Prügel, sagte der Bube, als ihn der Vater fragte, warum er net greint hat, als man seine Mutter ins Grab gelassen.

I kauf's um ke Pfund Lumpa.
i] Ich lege nicht den geringsten Wert darauf.

I komm' und wenn's Schmiedknecht regnet.
Ulm.

I könnet glei naus, wu ke Louch it.
Franken
hdt] Ich könnte gleich hinaus, wo kein Loch ist. (Um den höchsten Grad der Aufregung zu bezeichnen).

I kumme nid us der Musik.

I lass mer net im Bart kratzen.
Ulm.

I lass mi net schupfe.
Ulm
i] Aufziehen. Schupfen war im Mittelalter, z.B. in Straßburg, eine Strafe für Weinverkäufer, die falsch Maß hatten und für Bäcker, welche Brot gegen die Stadtordnung buken. Der Sträfling ward mit einem Strafwerkzeug in den Kot geworfen und mehrmals damit bedeckt.

I lass m'r main Kopf 'runterschnaid.
i] Mit der Fortsetzung: 'wenn dass (nit) wahr is'.

I ma nid rede wie de Ma e Nase het.

I mach nex bais (bös). (Ich hindere nicht, bin nicht dagegen).

I mag nid 's Mûl (Mal) uftun, hät de Sämichasper gseit, wo-n er is Gülleloch abe gheit ist.
i] Gülle = Pfütze, Wasser; dann auch Mistjauche. Wer in ein Loch, mit solcher Flüßigkeit gefüllt, fällt, hütet sich wohl, den Mund zu öffnen.

I mehr gesetz, i weniger recht.

I möcht di nid mit eme Stäbli arüere.
Luzern
i] Von einer ekligen, widerwärtigen Person.

I möcht uff der Sau zum Land usryte.
Solothurn
i] Ausruf, wenn etwas nicht zum Aushalten ist.

I möcht's käm Hund gunne.

I mött nüd gern d' Suppe mit tem g'me ha.
i] Ich möchte nicht gern gemeinsame Sache mit ihm machen.

I muss dir nur d' Stadtbrill' ufsetza.
i] Um zu sagen: damit du siehst. Ironisch: um besser zu sehen, einzusehen, zu verstehen.

I muss net von allem Dräck (Dreck) han.
Ulm.

I nimms auf mein G'wisse, wie d' Katz d' Bratwurst.
Schwaben.

I rede vu ander Leit und ander Leit vu mir, seit de Schwôb.

I röid wi m'r d'r Schnoabel g'wachs'n ît.
Franken
i] Wie ich es gewohnt bin; dann auch: geradeheraus, ungeschminkt.
fr] Il parle comme un perroquet.

I sag nit äso, änd sag nit äso, damit einer nit sagen kann, i hätt äso oder äso gesagt.
Wien.

I sau slâ Gott 'n Deuwel dôt! reip Uelenspeigel, do em de Böxen platze.
Lüneburg.

I schlaf bei da graen Bettfrau und iss bei der goldenen Sun.
Wien
i] Bei der grünen Bettfrau schlafen und bei der goldenen Sonne essen, klagt der Obdachlose, der im freien, grünen Felde übernachten muss und nicht hat, um sich in einem Gasthause zu erfrischen.

I schlag der oins hinter dei Passohr, dass de den Himmel für a Bassgeig asiehst.
Ulm.

I schlag di (dass du) grün und blau (wirst).
Rottenburg.

I schlag di as der vierzäh Tag 's Lîge weh tuet.

I schlag di den Buckel (Ranzen) voll.
Rottenburg.

I schlag di hinters Ohr, no wirst net hinkig.
Rottenburg.

I schlag di krumm und lahm (o. bucklig).
Rottenburg.

I schlag di no ung'spitzt in Boden hinein.
Rottenburg.

I schlag di, dass dir der Asch g'schwillt.
Rottenburg.

I schlag di, dass du Baumöl saichst.
Rottenburg.

I schlag di, dass du nach Gott schreist.
Rottenburg.

I schlag di, dass du's gern besser hättest.

I schlag di, dass man dich von mir wegtragen muss.
Nürtingen.

I schlag di, schla du vördann.
Ostfriesland.

I schlag dir glei eini ins Landg'richt (Mund), dass dir di Schreiber in Hals abi kugeln.
Rotttal.

I schlag d'r alle Zähne in den Rachen na.
Rottenburg.

I stell' mi auf main Kopf.

I stoh allewil im Scherme, wenn's Glück regnet.
Aargau
i] Scherme = ein Ort, der gegen Wind und Wetter oder anderes, was schaden kann, Schutz gewährt; im engern Sinne ein leichtes Gebäude, um das Vieh im Notfalle unter Dach zu stellen; hochdeutsch Schirm. Fürscherm, Vorscherm = ein hervorspringendes Dach an einem Hause. Schermtanne = eine große dichte weitästige Tanne zum Schutz gegen das Vieh.

I thu di g'scheidsten Reden, wenn sie mir einfallen.
Franken
i] Selbstironie.

I trau mi net, es fliegt mir am End davon, sagte der Lehrbub, als der Meister meinte, er solle sein Fleisch blasen, wenn es zu heiss sei.

I waiss nit, wu m'r d'r Kopf steht.

I war eh' scho im Gehen, hat der gsagt, den s' nausgschmissn ham.

I war ihm's Füederl höcha legen.
hdt] Ich werde ihm das Futter höher legen. (Ihn einzuschränken wissen. Von der Viehfütterung entlehnt).

I wäss nit, wi i' mein Sôk (Sack) ou' henga söll.
Franken
i] Ich weiß mir in dieser Verlegenheit nicht zu helfen.

I wäss nit, wu i'n hintue sell.
i] Ich kenne ihn, weiß aber seinen Namen nicht; ich habe ihn schon einmal gesehen, weiß mich aber des Nähern über ihn nicht zu erinnern.

I wäss, wu mi' d'r Schuh drückt.
Franken
fr] Vous ne savez pas où le bât le blesse.
sp] Sé donde me aprieta el zapato. Don Quixote.

I weniger gsatz (Gesetz), i besser recht.

I wer eam schon an Schurr antuan.
Kärnten
i] Ich will ihm schon einen Verdruss, ein Ärgernis verursachen, ihm einen schlimmen Possen spielen.

I werd' ferti (fertig), eh'r a Kaz e Ä löigt und wenn si scha 'n Nast sizt.
Franken.

I wett em lieber en Kübel voll gen, weder gnueg.

I wett für das nit der Pumperniggel singe.
Solothurn
i] So wertlos ist mir die Sache, so unbedeutend erscheint mir die Angelegenheit.

I wett küechle, wen i Anke hätt, aber i ha kes Mehl.
i] Von denen, welchen alles fehlt, was zur Sache erforderlich ist.

I wett, wenn d' nume rot würdest!
sinnverwandt] Es g'scheht em uf d' Nase recht. I wott, er wär as Tüfels Chilbi! I wett, dass de Stössvogel de gno hett. I wett, wenn d' numen au versunkist. I wett, wenn z' Dräck verfahre thätist. I wett, wenn z' Tod gheitist. I wett, wenn d' Bei abgheitist und de Grind verschlichist! I wett, wenn di nume 's heilig Dunnerwetter verchlöpfti. Schweiz.

I weusch dir en böse Nohber (Nachbarn) und e Floh is Ohr.

I will der zeige, wo d' Chatz im Heu liit.

I will der's goab'n (geben), as (dass) der vor G'lust nit's Jung' ô' gett (abgeht).
Franken
i] Spottweis zu einem, der großes Gelüst hat, wie eine Schwangere.

I will di banklöchle.
i] Vom Bankloch, Loch in einer Bank zur Aufnahme des Spinnrockens. Früher hat man bisweilen die Katzen mittels eines Strickes an diesen Banklöchern erdroßelt, woraus sich wohl die Drohung erklärt, die man scherzhaft noch gegen Kinder gebraucht
schweiz] Chomm, i will di bancklöchle. (Necken, plagen).

I will di bî de Ôgen gân un nageln di de Finster to.
i] Drohung derer, die mit Fäusten einem anderen ins Gesicht schlagen wollen.

I will di in d' Schule füere-n, 'aß lehrsch läse.
Solothurn
i] Ich will dir sagen, wer recht hat.

I will di no lehre Haber bicke.

I will di zum Brunne fueren, 'ass vor em selber lehrsch sufe.
Solothurn.

I will d'r 'n Deig'l (Deckel) von Höf'n thanna (vom Topf tun).
Franken
i] Ich will dir reinen Wein einschenken.

I will hindersi ge Rom laufe.
i] Beteuerungsformel mit der Ergänzung: wenn es nicht wahr ist.

I will iner lo de Chopf (Kopf) abschlo.

I will kei g'sundi Stund' meh ha.
i] Beteuerungsformel.

I will mi lo i de Pfanne haue.
i] Zu ergänzen: wenn es nicht so, nicht wahr ist, wenn es sich nicht so verhält. Um etwas zu beteuern
ähnlich] Alledag! Jere ja. Bern
Jo sehr. (Zürich.) Jo derzu. Dütli. Bern Mis b'halt's. Oeppe ja! Oeppen au! Oeppe Gottel (auch: egottel, egoppel, goppel au, goppelheja). Gottwel! So Gottel! Jo 's der Gott. Bern Säbisch! Säb wett i meine! Schätz wohl. (Zürich.) Säg, i hab's geseit. 'S Bott. Bern 'S isch kei Red! 'S isch nu se gwüß! Spaß aparti. Womoll (auch: Momol). Wäigger. (Zürich.) Bigönig! Bigopp (bigopplig, bipopp, bigopslig, bigotzlig). Bigost (bigostlig, bigöst, bigöstlig, z'göst). Bim Aveheuel. Luzern Bim Bluest. Bim Chätzli. Bim Chrut am Becki. Bim Chrutmilzbrand. Bim Chrüz an Stäcke. Bim De ud Dise. Bim Dolder. Bim Dracke. Bim dreibeinige Donnerstufel. Bim Diter. Bim Dütschel. Bim Dunderli. Bim Eicher. Bim Eichli. Bim Eicherlig. Bim Eichledrü. Eidi bim Eid. Bim Goffert. Bim G'wüße! Bim Hebet. Bim Hell. Bim Hackementlig. Bim Hafner. Bim Hund. Bim Heuel. Bim Schnepp. Bim Strehl. Bim ebige Strom Dummer Hammer. Bim Tüchtel (= Dütschel). Bim Tünnggeler. Bim Tümer. Bim Tiger. Bim Tiller (Tilder, Täller). Bim Wätti. Bi mine Muet. (Aargau.) Bi Treu und Säligkeit. Mi Sêcht, mi Sêchtlig, mi Sechti, mi Sex, mi thürt. Gott Seel. Mi armi thüri Himelsgottsseel. Das Möckli Brod soll mi verspränge. De Güggel soll mer 's Westli verbicke. Der Tüfel soll e Schelm si. Der Tüfel soll verrecke, wenn's nid wahr ist. Der Stier soll mi hudle. Do bîsst kei Mûs en Fade meh ob. Es ist so wohr as Ame! Es soll mich d's Böscha holu (Wallis). Es gilt es Chürchli. Es gilt en Schüblig. I' will nid flueche, aber der Tüfel sölt mi näh. I will kei g'sundi Stund meh ha. I will nit lebens hie hinne goch. I will nid vo dem Plotz eweg cho. I will der gäbeln es isch so! I will en Chäzer sê. I will Hans (Hansjoggeli) Heiße. I will kei Teil am Himmel ha. I will 's Tüfels fluecht sii. I will mi lo henke. I will mi lo de Kopf abschlo. I will mi lo z' Chrut und z' Fätze verschlo. I will mi lo verrîsse und verzehre. I will hindersi ge Rom laufe. Nähm 's der Tüfel, es ist wahr. Nähm mi der Tonnost. 'S heilig Donnerwetter, soll mi verschießen. 'S muess sî, wie wenn d's an en Ofen am redt ist. Wenn d's nid glaube witt, so bätt bis d' zum Glaube chumst.

I will mi lo z' Chrut (Kraut) und z' Fätze verschlo.
i] Beteuerungsformel mit einem durch 'Wenn' eingeleiteten Ergänzungssatz.

I will's no lieber z' tod rühre, als no ein ist wintere.
Schweiz.

I wir de zletzt müesse d' Chaz düre bach zin.
Bern.

I wird' so dumm sein, sagt der Fuchs, und lass mi von die Henna auffressn!.

I wollt', i wär dahâm, sagte der Jude, als man ihn henkte.
Schwaben.

I wott keis Helgli.
Solothurn
i] Ich will keine Belohnung.

I wött lieber si Betbuech se, as (z.B.) si Ross.
i] Von einem rauhen Menschen, der mit den ihm untergeordneten Wesen (Menschen oder Tieren) sehr hart verfährt.

I, sä de besopen Bûer, da ehne Jürgen in de Hosen schetten harre, Arften getten un Linsen schetten.
Hildesheim.

Icarus wolte zu hoch fliegen, da muste er im meer liegen. Tut es einem sehr wohl glücken, so soll er sich desto mehr tücken, soll meiden stoltz und vbermut, welcher Gott und menschen vbel tut.
la] Icare nate bibis? iam iam sine patre peribis? Jam tibi dixi bis medio tutissimus ibis. Icarei fati, memores estote beati.
la] Dum petit elatis nimium sublimia pennis Icarus, Icareas nomine fecit aquas.

Ich - das ist ein Staat, den ich mit ziemlicher Blindheit regiere.
Hilsbecher.

Ich (Er) muss immer über Bänkel springen.
z] Wahrscheinlich von einer (Schul-?) Strafe entlehnt. Ein anderer meint, die Redensart könne wohl vom Femegericht ihren Ursprung haben. 'Bei demselben', sagt er, 'saß man mit übereinander geschlagenen Beinen. Der Fron warnte den Angeklagten, indem er ihn mit einem geschälten Weidenstock über die Schienbeine schlug, worauf jener die Beine über die Bank schwenkte und die Versammlung verließ. Diese Warnung erhielt er dreimal, blieb sie erfolglos, so verfiel er dem Gericht.'.

Ich (ma) möchte mich (sich) goar begroaben.

Ich acht' es gleich, als wenn es zu Rom donnert.

Ich achte der Possen nicht, sagte jener Bischof, als er einen Spruch aus der Bibel hörte.

Ich achte ihn nicht so viel wie meine alten Schuhe.
nl] Ik acht hem als mijn' ouden schoen.

Ich achte nicht des Mondes Schein, so mir die Sonne will gnädig sein.

Ich achte weder Geld noch Gold, der Ehr und Treu bin ich holt, Hoffnung mich erhelt biss mein glück felt.

Ich ackere, sagte die Ameis, da sass sie auf dem Ochsenhorn.

Ich Affe, steh' und gaffe, und weil ich gaff' und steh', so könnt' ich weiter geh'.
Hausinschrift.

Ich arbeite für den Teufel, bis ich mein Mittagessen habe, und dann folge ich Gott.
Zigeuner.

Ich aß einen Neunherzigen. Was ist das?
Der Apfel.
Rätsel aus Litauen

Ich asse lieber Worscht beim Brute hot's zu viel Mahl.
hdt] Ich esse lieber Wurst, das Brot hat zu viel Mehl.

Ich bau' ein Haus für mich, gefällt's dir nicht, bau' eins für dich.
la] Tecum habita.

Ich beantrage sofortige Obduktion, denn es ist reine Verleumdung, sagte der Mann zum Richter, als dieser ihm vorhielt, seine Frau habe ihn angeklagt, sie mit Arsenik vergiften zu wollen.

Ich bedank' mich für de gnäd'ge Strofe.
Oberlausitz
i] Ironisch bei erhaltenen Verweisen und dergleichen, doch mit sehr ernster geschichtlicher Grundlage, an jene Zeiten erinnernd, wo sich die Bauern beim 'gnädigen Herrn_ für die erhaltenen Prügel zu bedanken hatten.

Ich befahl's meinem Hunde, der hat's mit Bellen seinem Schweif gegeben zu bestellen.
Basken
en] He who goes about a thing himself, has a mind to have it done; who sends another, cares not, whether it be don or not.
en] Tat which a man causes to be done, ho does himself.

Ich befehle dem Hund, und der Hund befiehlt seinem Schwanz.
Spanien

Ich begreife nicht, wie die Reisenden in Afrika immer über Wassermangel klagen können, sagte Biermann, als er sechs Seidel Bier getrunken hatte; ich würde es wochenlang ohne Wasser aushalten.

Ich begrüße dich, du schöner Tag, verleihe mir die Kraft, um Gutes zu tun, damit ich am Abend ins Bett gehen kann, ohne mich zu schämen.
Indianer

Ich behalt meine Zähne zum Wölffen, die kleinen Hündlein beißen mich nicht.

Ich behalt mir das selbs, sprach graf Hanns von Werdenberg.

Ich bekam (o. es überlief mich) eine Gänsehaut
en] it made my fesh creep - it gave me the creeps - my flesh was crawling
fr] j'en eus la chair de poule
it] mi venne la pelle d'oca.

Ich bekam weiche Knie - die Knie zitterten mir
en] I went weak at the knees
fr] j'avais les jambes en coton (o. en pâté de foie) - j'en ai eu les jambes coupées
it] le gambe mi facevano giacomo giacomo.

Ich bekomme die Schuld, sagte der Käse, und der Zucker hat die Zähne verdorben.
nl] Ik krijg de schuld, zei de kaas, maar de suiker heeft uwe tanden bedorven.

Ich bekümmere mich nicht um fremde Sachen, sagte Hans auf der Ofenbank, als man ihn fragte, was an der Uhr sei.
bm] Sedím u peci a hřeji pleci, i nemíchám se v cizí vĕci.

Ich belle aus keinem Hundskopf.
la] Non injussa cano.

Ich ben bang, de Trunenkeet e Loch en.
Bedburg.

Ich ben esu gramm we 'ne Markgrof en der Muuz.
Köln
hdt] Ich bin heiser wie ein Häher in der Mauser.

Ich beniesses, 's is woahr.

Ich benutze meine Bibel all Wochen, sagte der Bauer, als ihn der Pastor fragte, ob er sie auch gebrauche, ich wetze mein Barbiermesser darauf.

Ich beschwerte mich, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich einen Mann traf, der keine Füße hatte.
Kuwait

Ich besitze eine Kuh im Himmel, aber ich kann ihre Milch nicht trinken.
Kongo

Ich besitze keinen roten Heller (o. Groschen o. Pfennig o. Rappen) - ich sitze auf dem Trockenen - in meinem Geldbeutel herrscht Ebbe - ich bin (völlig) abgebrannt (o. blank)
en] I haven't (got) a penny to bless myself with (o. to my name) - I am an the rocks - my funds are at low ebb - I am hard up (o. stony-broke)
fr] je n ai pas le sou (o. un sous vaillant o. un liard o. un rond) - je n'ai plus un radis - je suis fauché (o. à sec) -je suis raide comme un passe-lacet - ma bourse est plate - les fonds sont bas (o. en baisse)
it] resto in secco - non ho il becco (o. l'ombra) di un quattrino - non ho un quattrino da far cantare il cielo - sono al verde (o. all' asciutto) - ho le tasche vuote - sono corto di danaro - non ho un baiocco.

Ich bestrafe meine Frau nur mit guten Worten, sagte der Mann und warf ihr die Bibel an den Kopf.

Ich betrank mich, ward guter Dinge und vergaß all meines Elends; ich schlief aus, ward wieder nüchtern und all mein Elend war wieder vorhanden.
Litauen

Ich bî goar ze jung uf de Welt kummen.
Schlesien.

Ich bî hinte (heunte) nich wî a Farkel (Ferkel) schloafen gegangen, sagte die Magd, 's hôt mich a Junggeselle geharzt.
Schlesien.

Ich bî ôch ankummen wi junk Bier ohne Häwen.
Schlesien.

Ich bien au a Paterjot (Patriot), sagte Hans; Weib, koch Sauerkraut.
Schlesien
z] Dem Sauerkraute bleib' ich treu. L. Börne.

Ich bin (wie) ein Küchlein (Küken), dem man das Scharren nicht zu zeigen braucht.
Afrika

Ich bin a ghözta Fuchs.
Oberösterreich.

Ich bin allezeit derjenige, welcher.
Berlin
i] Nämlich kann, wenn ich will, oder weiß, was zu tun ist.

Ich bin am Ufer.
i] Ich weiß es, die Sache ist mir klar, ich bin zu Hause; auch in dem Sinne: ich bin jetzt an einem sichern Orte.
bm] Uz jsem doma.
bm] Uz jsem na břehu.
bm] Us jsem na prostrannĕ.

Ich bin an keinen Baum gepisst.
i] Um zu sagen, dass man ebenso von guter ehrlicher Abkunft sei wie der andere.

Ich bin auch ein Dieb, lasst mir die Gäule, sagte der Bauer zu den Soldaten, als sie ihm die Pferde nehmen wollten.

Ich bin auch ein Mensch.
la] Homo sum, humani nihil a me alienum puto.

Ich bin auch in dem spital gewesen.

Ich bin auch in der sucht krank gelegen.

Ich bin auch jung gewesen, sagte jene alte Frau, und hab' auch geküsst, aber so ein Geküsse hab' ich mein Lebtag nicht geseh'n.

Ich bin auch kein Muss von gestern.

Ich bin auch keiner Sau vom Arsch gefallen, sagte der Bauer, da sich einer mit seiner Abkunft vom Schulmeister brüstete.

Ich bin auch mit der Lauge gewaschen.
ndt] Ich bin ah mit dr lägh gewaschen.
Oberharz
i] Ich habe dasselbe Schicksal gehabt, mir ist dasselbe begegnet.

Ich bin auch musikalisch, sagte die Magd, ich blase die Suppe.

Ich bin auch nicht auf dem Miste gefunden.

Ich bin auch nicht auf der Brennsupp'n dahergeschwommen.

Ich bin auch nicht auf der Sau dahergeritten.

Ich bin auch nicht auf der Straße gefunden.

Ich bin auch nicht hinter dem Zaune aufgelesen worden.

Ich bin auch nicht von der Straße gekehrt.
dk] Om jeg er ellers fød i stæn; ikke funden ved en høg eller gierde som et hitte barn.
nl] Die zijn aan een' boom gepisst.
nl] Meendi dat ick aen een boom gopyst bin.

Ich bin auch unter Leuten gewesen, sagt jener, do er vnter der Spende schier erdruckt war.

Ich bin auf dem Hofe aufgewachsen und weiß wie man mit Rindvieh umgeht, sagte der Ochsenjunge.
nl] Hij is aan het hof van Jan Vlegel opgevoed.

Ich bin auf dem Reinen, sagt der Spieler, wenn er kein Geld mehr hat.

Ich bin auf die Ferse gefallen.
Ungarn
z] Ei, bevor man mich hat, drück' ich mich schon; ich bin ja auf die Ferse gefallen.
z] Er wundere sich höchlich, wie ich, doch sonst nicht auf den Kopf gefallen, nicht einsehen wollte. Goethe
z] Genug, er war auf den Kopf gefallen und dadurch zu Verstande gekommen.
en] his head is screwed (on) the right way
fr] il n'est pas tombé sur la tête
it] sa distinguere il pan dai sassi
la] Emunctae naris homo. Horaz
pl] Nie jest on w ciemię bity.

Ich bin aus einem durchlauchtigen Hause, sagte jener, mein Vater hatte wenig Schindeln auf dem Dache und wenig Bretter am Giebel.
i] Ähnlich sagte auch Papst Sixtus V., der Sohn eines armen Bauern, in der Mark Ancona, in dessen Hause die Sonne überall durchscheinen konnte.

Ich bin aus Flandern, geh' eine um die anderen.
i] Um Flatterhaftigkeit und Treulosigkeit der Weiber und jungen Männer auszudrücken
z] Derowegen so war ich rasch geritten, sage, mein herzlieber Hese, dein Herz, dein Rat, ich bin von Flandern, gebe eine um die anderen. Neue preuss. Provinzialblätter, 1846
z] Flandern galt, als das jetzige Belgien noch zum deutschen Reichsgebiet gehörte, für die beste Grafschaft der Welt.

Ich bin Bartholomes, und nichten der stark Herkules.

Ich bin da (einmal) gewesen, ich komme nit hin wider.
fr] C'est le ventre de ma mère, je n'y retourne plus.

Ich bin da gewesen, ich komm nicht hinwieder.
la] Detestatio loci. - Vidit me locus iste semel; cum viderit ultra, ad caput et retro versa recurre aqua.

Ich bin da kein Neuling.

Ich bin da, sagte der Hund.
i] Spott auf jemand, der seine Person sehr hervortreten lässt
nl] Ik ben éen, zei de hond.

Ich bin da, und du bist da, und wenn ich wiederkomme, bin ich wieder da.
Danzig.

Ich bin dagewesen, ich komme nicht wieder hin.

Ich bin darzukummen, wie jene Moit zum Kinde.

Ich bin das Gestell, du das Zuckerfass.
Surinam
i] Das Gestell oder die Barbakoto ist die Vorrichtung, auf der die Zuckerfässer bis nach Ablauf des Syrups stehen. Die Neger wollen durch das Sprichwort den Gedanken ausdrücken: Du Glücklicher kannst gehen, ich muss bleiben.

Ich bin dein mit Herz und Seele, mit Hemd und Haut.

Ich bin dein Stock, der dich nicht verlässt.
Katar

Ich bin der Akansa, immer zwei für einen Dreistüber.
i] Wie es auch komme, ich bleibe mir gleich, mich wirst du stets unverändert finden.

Ich bin der Arras (Rabe), bin ich oben, so ruf' ich: 'Kwa!', bin ich unten, so ruf' ich: 'Kwa'.
Surinam
i] Von jemandem, der sich immer gleicht, der bei seinem Worte bleibt. Was ich gesagt habe, habe ich gesagt.

Ich bin der Aussatz und fürchte selbst den Gouverneur nicht.
Surinam.

Ich bin der Bräutigam, den niemand haben will.
z] Wenn unser Herrgott den Schaden besieht, bin ich der Bräutigam, den niemand haben will.

Ich bin der Chef in meinem eigenen Haus.
Uganda

Ich bin der erste nicht und werde der letzte nicht sein.
i] Der dies oder das tut, dem dies oder jenes begegnet.

Ich bin der Hahn, ain redlich Man, der khrahen khan, da Turm und Mawren zu Poden gan.
Neue Illustrirte Zeitung, 1879
i] Gelegentlich der Besitzergreifung Mostars, der Hauptstadt der Herzegowina im Jahre 1878, wurde dort ein aus der Zeit des Kaisers Maximilian II. datierendes Kanonenrohr, der 'Hahn', mit obiger Inschrift gefunden. Es ist drei und einen halben Meter lang und von Hanns Christoff Löffler gegossen worden.

Ich bin der Herr im Haus, aber was meine Frau sagt, soll geschehen.

Ich bin der Herr, hat der Mann gesagt und ist in die Hehnersteige geschloffen (geschlüpft).
Oberösterreich.

Ich bin der Herr, sagt Vater Hahn, wenn ich nicht wär', sagt Mutter Henn'.

Ich bin der Herr, sagte der Mann, da saß er unterm Tisch.

Ich bin der Kantor von Jüterbogk und das ist meine Frau, sagte der Star.
i] Bezieht sich auf eine ergötzliche Geschichte, die 1878 durch die Zeitungen ging. Nach diesen Berichten hatte der Kantor in Jüterbogk seit Jahren einen sehr gelehrigen Star, der nicht nur einzelne Worte, sondern auch ganze Sätze nachsprach. Der Kantor hatte die Gewohnheit, bei missfälligen Vorkommnissen in seinem Hausstande zu äußern: 'Das ist ja eine verdammte Wirtschaft!' Worte, die dem Vogel bald geläufig waren. Derselbe hatte auch ferner öfters von seinem Pfleger vernommen: 'Ich bin der Kantor von Jüterbogk, und das ist meine Frau.' Das kluge Tier sprach bald beide Sätze und rief dieselben öfter des Tages zum Vergnügen der Hausbewohner. Nun hatte der Vogel im Frühjahr, seinem Freiheitstriebe folgend, einmal das Weite gesucht. Seine Freiheit war aber nur von kurzer Dauer. Mit einer Menge seiner Genossen war er in die Hände eines Jägers des Grafen Solms-Baruth gefallen, welcher sie als gute Tischbeute betrachtete. Bis auf zwei war ihnen bereits das Lebenslicht ausgeblasen, als einer der beiden übrig gebliebenen plötzlich schrie: 'Das ist ja eine verdammte Wirtschaft!' Der Jäger prallt erschreckt zurück und bricht, an Übernatürliches glaubend, stotternd in die Worte aus: 'Wer ist denn da?' worauf ihm die Antwort wurde: 'Ich bin der Kantor von Jüterbogk, und das ist meine Frau.' Der Vogel hatte dadurch sein und seines Gefährten Leben gerettet.

Ich bin der Kotfisch und verberge meinen Gestank nicht; es gibt aber mehr, die sind wie ich.
Surinam
i] Sinn: Bei mir kommt alles gleich heraus, andere sind nicht besser als ich; aber sie wissen es besser zu verbergen.

Ich bin der Labora, sagte der Buchhalter, indem er auf den Fabrikherrn wies, als nach dem Herrn Ora gefragt wurde.
i] Ein Fabrikhaus hatte über der Tür zur Schreibstube (Comptoir) den Spruch: Ora et labora anbringen lassen. Eines Tages kam ein Weber vom Lande und fragte den Buchhalter: 'Sind Sie vielleicht der Herr Ora?' 'Nein, ich nicht', entgegnete der Gefragte, indem er über die Schulter auf den Fabrikherrn wies; 'der ist der Ora, ich bin der Labora.'.

Ich bin der Pater Orakel, wenn ich meinen Mund auftue, so darf kein Hund bellen.

Ich bin der Rabe (Arras); bin ich oben, so ruf' ich: Kwa; komm' ich herunter, so ruf' ich: Kwa.
Surinam.

Ich bin der Regen, ich tue Gutes, ich tue Böses.
Surinam
i] Es kommt alles auf Zeit und Umstände an, und es hat alles zwei Seiten.

Ich bin der Sapakel, wenn du laut sprichst, höre ich's nicht, aber wenn du leise sprichst.
Afrika
fr] Plus fait douceur que violence.
nl] Men wint meer door zachtzinnigheid dan door kwaadaardigheid.
it] Il cane s'alletta più colle carezze, che colle catena.
pl] Łagodność uśmiérza gniéw.
sd] Sagtmod gör herren trygg.

Ich bin der Schlamm, du die Flut. Ich bleibe, du kommst und gehst; ich bin beständig, du unbeständig.
Surinam.

Ich bin der Schutzengel meines Schweins geworden, sagte der Bauer, als er es bei der Überschwemmung aus dem Stalle gerettet hatte.

Ich bin der Sohn von des Königs Leibpferd, sagte der Maulesel, aber er vergaß zu sagen, dass seine Mutter eine Eselin.
nl] Ik ben een zoon van's konings lijfpaard, zei de muilezel; maar hij vergat te zeggen, dat zijne moeder eene ezelin was.

Ich bin der Sonnenvogel, der Regen macht mich nicht nass.
Surinam
i] Von Leuten, von denen alles abläuft, wie Wasser von der Gans; die sich aus nichts etwas machen.

Ich bin der Vogel, der schon davongeflogen ist, ehe der Baum zum Niederstürzen kracht.
Surinam.

Ich bin der vom Kloster, aber er predigt mir.
Armenien

Ich bin der Weg, ihr geht mich nicht, ich bin gerecht, ihr ehrt mich nicht.

Ich bin des blassen Todes.
la] Nullus sum.

Ich bin des Teufels.
i] Sprichwörtliche Eid- und Fluchformel.

Ich bin die Koralle, du kannst mich überall tragen.
Afrika
fr] Étre au poil et à la plume.
fr] Il est de tous les métiers.
la] Bonus lancorius et egregius dux.
la] Omnis Aristippum decuit color. Horaz
la] Omnium horarum homo.
la] Pedem dextrum in calceo, sinistrum in pelvi.

Ich bin die Nachteule, mein Geschrei bedeutet nichts Gutes.
Surinam
i] Wie gut ich's auch meine, man hört meine Ermahnungen nicht; ich gelte für einen Unglückspropheten.

Ich bin die Nachteule, wenn ich schreie, stirbt jemand.
Surinam
i] Ich bin ein Unglücksvogel. Wo ich hinkomme, meidet man mich, weil man glaubt, dass ich Unglück bringe.

Ich bin die Zunge, die zwischen den Zähnen steht.
i] Zwischen Tür und Angel stehen; allen dienen und keiner Partei angehören.

Ich bin doch nicht dein Affe.
i] Ich lasse mir von dir nichts vormachen, ich tanze nicht nach deiner Pfeife.

Ich bin durch Schaden klug geworden
en] I have leamed wisdom by experience
fr] je suis devenu sage (o. j'ai appris) à mes dépens
it] ho imparato a mie spese.

Ich bin e rührend Mädel, sagte die Dirne, da hatt' sie einen Kochlöffel in der Hand.

Ich bin ehrbar, wie mein seliger Großvater.
i] Scherz zur Bemäntelung eines nicht ganz angemessenen Lachens.

Ich bin ein alter Hase, mir kann keiner mehr etwas vormachen.

Ich bin ein angesehener Mann, sagte der Dieb, da er am Schandpfahl stand.

Ich bin ein angesehener Mann, sagte der Dieb, da stand er am Schandpfahl.
nl] Hoe heb ik zooveel bekijks, zei loße Trui, en zij werd naar het spinhuis gebragt.

Ich bin ein Atheist.
i] Als das Teetrinken in Deutschland aufkam, nannten sich scherzhaft diejenigen, welche sich dem neuen Brauch nicht anschlossen, Atheeisten, Nichtteetrinker, oder wurden so genannt.

Ich bin ein aufstrebender Bursche, sagte der Schiffsjunge, als er zum Topsegel klomm.
en] I'm a rising young man and a capital prospect before me, as Sinbad the sailer said, when he was lifted into the air by the eagle.

Ich bin ein ausgezeichneter Mensch, sagte der schwarze Peter, der ein Brandmal auf der Stirn hatte.
nl] Ik loop met braadharing, zei Jerven de Plerri, en hij was tot Enkhuizen gebrandmerkt.

Ich bin ein böser esel, sprach der schuelmaister von Sigmaringen.

Ich bin ein doppelter Schelm, ich besorge beides, sagte jener, als einer behauptete, Gut müsse zwei Schelme haben, einen, der gewinne, und den anderen, der es vertue.

Ich bin ein ehrlicher Mann, sagte Finanzer; wer kein Geld hat, ist ein Hundsfott.

Ich bin ein Emir, und du bist ein Emir - und wer soll die Esel hüten?
Jemen.

Ich bin ein feiner Kerl, sagt Merten, ich wichse meine Stiefeln selber.

Ich bin ein frommer Vogel, sagte die Dohle, ich bin in der Kirche ausgebrütet (geboren und auferzogen).

Ich bin ein gerieben Kind, sagte Pfiff, ich kann multiplizieren, wo lauter Nullen sind.

Ich bin ein gesunder Kerl, sagte der Invalid, wenn ich nicht krank bin.

Ich bin ein Gott, wenn das stimmt.
la] Deus sum, si hoc ita est.

Ich bin ein großer Rindfleischesser, und ich glaube, das tut meinem Witz Schaden.
en] I am a great eater of beef, and I believe that does harm my wit.
Shakespeare (1564-1616), Was ihr wollt I,3.

Ich bin ein guter Kerl, sagte Harpax, ich gebe einem Freunde den Dreck aus dem Leibe.
nl] Wat ben ik even wel een goed kalf, zei Harmen, ik zou den stront wel uit mijn lijf douwen, en geven ze aan mijne vrienden.

Ich bin ein guter Mann, ich lasse, was ich nicht kann, trinke nie aus leerer Flasche und stecke keinen Kirchturm in die Tasche.

Ich bin ein Herr, du bist ein Herr, wer wird den Korb tragen?.
Litauen

Ich bin ein Herr, du bist ein Herr, wer wird nun ein Pferd striegeln? (o. wer wird das Vieh abwarten?)
Osmanien.

Ich bin ein Herr, du bist ein Herr, wer zum Teufel soll den Sack tragen.

Ich bin ein Hirt, kein Prophet, spricht Amos.
i] Das ist mir zu hoch, ich bin kein Doktor, kein Gelehrter.

Ich bin ein Hoffmann, kann Senff essen und doch nicht weinen.
dk] Jeg er hof-mand, kand vel æde senep, og ei græde.

Ich bin ein hübscher Junge gewesen, sagte jener Hässliche, aber die Zigeuner haben mich vertauscht.

Ich bin ein Kadet, sagte der Junge zum Bettelvogt, meine Mutter ist eine geborene von Habenichts.
nl] Wel zeker ben je een kadet; je moêrs aars bestond. uit twee kwartieren.

Ich bin ein lieber Mann, sagte der Executor, ich habe einnehmende Manieren.

Ich bin ein Mann des Todes!.

Ich bin ein Mann wie ein ander Mann, nur dass mir Gott der Ehre gan.
z] Auf eine Zeit schriebe einer der Abgönner des Kaisers Maximilianus jhme vber sein Secret mit Kreide den Spruch: >Da Adam rodet und Eva spann, wer war da ein Edelmann?< Vnd wie wohl es der gute Keyser wohl verstunde, dass es yhme angeschrieben were, vertrug ers doch demütig, und sagte es hernach seinen Rähten vber tische sampt den obigen Worten: >Ich bin ein Mann, wie ein ander Mann, nur dass mir Gott der Ehre gan.<'
nl] Ik ben een man gelijk een ander man, alleen dat mij God de eere gunde.

Ich bin ein Maurer, ich lass mir's nicht wehren, vom Pinseln und Mauern muss ich mich ernehren.

Ich bin ein Pechvogel: Hätte ich Kerzen zu verkaufen, würde die Sonne nicht untergehen.
Jüdisch

Ich bin ein redlicher Finder, sagte der Taschendieb, als der Richter ihn nach seinem Beruf fragte.
Berlin
i] Er trieb nämlich das Gewerbe zu stehlen und gab es dann dem Eigentümer gegen die dem redlichen Finder ausgesetzte Belohnung zurück.

Ich bin ein sauberer Kerl, sagte der Hahn, ich habe den Kamm immer bei mir.

Ich bin ein scharfes Gewürz, sagte der Mäusedreck unter dem Pfeffer.
Russland.

Ich bin ein Schatten - das bist auch du!
Ich rechne mit der Zeit - und du?
Auf einer alten Sonnenuhr.

Ich bin ein Suppenschwabe.
i] Ich esse gern Suppe.

Ich bin ein Teufel, und meine Herkunft ist im Beutel.

Ich bin ein Tjotjo, um anderer Leute Kinder groß zu ziehen.
Surinam
i] Der Tjotjo ist ein kleiner Vogel in Surinam, der mit dem dortigen Blauvogel tun soll, wie unsere Grasmücke mit dem Kuckuck.

Ich bin ein toller Politicus, versauf mein Geld in Publice und flick die Hosen privatim.

Ich bin ein ungezogenes Kind, weil meine Eltern Säufer sind.

Ich bin ein Vogel aller Dinge, des Brot ich ess'; des Lied ich singe.
Westfalen.

Ich bin ein wahres Duseltier, ach, lieber Gott, komm, hilf du mir.
Königsberg.

Ich bin ein wahres Rabenaas, ein rechter Sündenknüppel, sang der Mucker bei seinem Tippel.
i] Sprichwörtlich gewordener Anfang eines alten kirchlichen Kernliedes.
nl] Het is een raven-aas.

Ich bin ein wenig schuldig, das leid' ich geduldig.

Ich bin eine Antike, sagte der Invalide, ich bin alt und nackend und mir fehlt ein Bein.

Ich bin eine Freundin der Wappenkunst, sagte die Frau und setzte ihrem Mann Hörner auf.

Ich bin eine Lichtfreundin, sagte die Mücke (Motte) und verbrannte sich die Flügel.
i] Ich strebe nur dem Lichte zu, mir folge nach, der mir gleich denkt<, so prahlt die Fliege stolz und hat die Flügel sich am Licht versengt.

Ich bin eine Respektsperson, sagte der Friseur zum Barbier, vor mir nimmt man die Mütze ab, aber nicht vor dir.

Ich bin einer von jenen, die einen wohlbegründeten Frieden lieben, und aus diesem Grunde verehre ich die Wahrheit nicht weniger, die allein eine gesunde Basis für einen dauerhaften Frieden bildet.
Jonathan Swift, Eine Untersuchung darüber, ob der Vorrang den Medizinern oder den Juristen gebühre.

Ich bin em gram, wie annem Hunde.

Ich bin entweder zu lang oder zu kurz.
i] Klage dessen, der sich vom Glück vernachlässigt glaubt, der zu früh oder zu spät kommt, und dann ausruft: Wo ich hinkomme, ist das Gute schon gewesen oder will bald bös werden.

Ich bin erdrosselt von lauter Arbeit, und meine Tochter beklagt sich, dass ihr Gesicht nicht mit Streifen bemahlt sei.

Ich bin eyn vogel wolgemuth, sagte die ewl, wenns auch den anderen (Vögeln) we tut.

Ich bin fertig, ehe die Katze ein Ei legt.
Türingen.

Ich bin fix und fertig, sagte das Beefsteak zum Koch.
Deutsch-amerikanisch.

Ich bin ganz ausgebauert.
i] Der Vorrat, den ich von einer Sache hatte, ist mir ausgegangen.

Ich bin ganz Ohr
en] I am all ears - I am listening with all my ears
fr] j'écoute de toutes mes oreilles
it] sono tutt'orecchi.

Ich bin gern ein Narr, aber der Narren Narr mag ich nicht sein.

Ich bin gestiegen, sagte der Bürgermeister; erst saß ich im Rat, jetzt hänge ich am Galgen.
es] Del alcalde al verdugo, ved como subo.

Ich bin Gott einen Tod schuldig, den zahl ich ihm, wann er will.

Ich bin groß genug, um gesehen zu werden.
Kenia

Ich bin Heintz grober art, nicht wie der Luther hochgelart.

Ich bin hereingefallen
en] I am bitten - I fell for it
fr] j'ai donné dedans (o. dans le panneau)
it] ci sono cascato - sono rimasto fregato.

Ich bin Herr des Kopfes und kann sitzen, wo ich will, sagte die Laus zum Kamme.

Ich bin Herr, du bist Herr - und wer hütet die Kälber?
Kurdistan

Ich bin Herr, sagte der Mann, da saß er unterm Tische.

Ich bin heut nicht zu Haus, sagte der Teufel, es wird ein Pfaff begraben.

Ich bin heute aus dem Dienst gegangen und habe meinem Herrn getrrotzt und habe nichts gegessen.
ndt] Eck sin vandage affgôn, un hebbe muinen Heren trotzet, und hebbe nix getten.
Lippe.

Ich bin heute nicht bei Stimme, sagte die Krähe zur Nachtigall.

Ich bin hier ein Sklave.
i] In einem widerwärtig abhängigen Verhältnis.
jüdisch-deutsch] Ich bin an Ewed-Knaani bei ihm, d.i. Ein kanaanitischer Sklave, von denen die Bibel erzählt, wie sie bei den Hebräern Sklavendienste tun mussten.

Ich bin hier in guter Weide.
i] Mir geht es gut, es geht mir nichts ab, ich lebe herrlich und in Freuden.
nl] Hij is daar in goede weide.

Ich bin hierher gekommen um Milch zu trinken, nicht um Kühe zu zählen.
Jamaika

Ich bin ihm a su groam, ich welden anspeen.

Ich bin ihm auf die Sprünge gekommen.

Ich bin ihm gerade gut genung.

Ich bin ihm so gut, dass ich ihn fressen möchte, ich könnte ihn dann hintragen, wohin ich wollte.
Schlesien.

Ich bin ihnen so feind, als dem Bettler die Laus.

Ich bin in deinen Worten, du bist in meinem Sinn.
Estland.

Ich bin in dem Zeichen geboren.
i] Soll eine Entschuldigung sein, um zu sagen, ich habe es tun müssen.

Ich bin in demselben Spital gewesen.

Ich bin in der kleinen Kinder Zunft, die keine Zehen haben.

Ich bin in Gedanken wie der Stier von Schlatt.

Ich bin in meinem Fach, sagte der betrunkene Maurer, als er in die Kalkgrube (Kalkschaff) gefallen war.
nl] Ieder in zijn vak, zei Gijsje, en hij viel in den kalkbak.

Ich bin in seinen Kahn gestiegen.
i] Habe Dienste bei ihm genommen. Die Redensart war dem sogenannten Eisenbahnkönig Stroussberg eigen. 'Sie wären mein Mann', sagte er zu einem österreichischen Staatsbeamten, 'wollen sie nicht in meinen Kahn steigen?'.

Ich bin in Terebes ein größerer Herr als in Wien.
i] Sprichwort des Grafen Andrassy.

Ich bin in Trauer, sagte die Frau, als die Freundin sich wunderte, dass sie eine Negerin zur Amme habe.

Ich bin ja auch dem Hund nicht vom Arsch gefallen.
i] Dass man mir so verächtlich begegnen sollte.

Ich bin ja nicht verheiratet mit ihm.
Nürtingen
i] Ich muss ja nicht bei ihm bleiben.

Ich bin ja nicht von gestern.

Ich bin jetzt auch ein hochangesehener Mann, sagte der Dieb, als er am Galgen hing.
la] Sunt miseri fures, quos mala furca necat.

Ich bin jetzt verheiratet und mein Mann ersetzt mir das alles, sagte die Dame, als ein Herr sie fragte, wo das Hündchen, das Aeffchen und die Papageien hingekommen seien, die sie früher gehabt.

Ich bin kein Aufhetzer, aber ein guter Hund beisst von selber.

Ich bin kein Aufhetzer, aber zusammenhetzen mag ich gern.

Ich bin kein Bremer.
i] Ich trage keine langen, über die Finger hängenden Handmanschetten, die bei den Franzosen Aiguilettes, bei den Holländern bramers heißen
nl] Ik ben geen Bremer.
z] Ich bin keiner, der etwas sitzen lässt.
ndt] Ik laat het werk mij niet uit de hand nemen, mijn vader is geen Bremer geweest.
i] Wie Bilderdijk das Wort Bremer als eine Verballhornung aus Bramer = Handmanschettenträger betrachtet, so bezeichnet es ein anderer holländischer Schriftsteller, Koning, als eine Verstümmelung aus breeuwer, und versteht unter werk den Flachs, der zum Kalfatern der Schiffe gebraucht wird und den der Breeuwer oder Kalfater aus einer Hand in die andere gehen lässt, um ihm die für die Fugen erforderliche Stärke zu geben.

Ich bin kein Fluss, der nicht zurückkommen kann.
Spanien
i] Der Mensch kann ja, wenn er irrt, seine Ansichten ändern).

Ich bin kein Freund von Hülsenfrüchten, sagte Neumann, und ließ die verputzte Frau stehen.

Ich bin kein gemeiner Vogel, sagte die Krähe, als sie auf dem Kirchthor saß.
bm] Zaletèla vrána na dům velkého pána.

Ich bin kein Hexenmeister.
fr] Il n'est pas grand clerc en cette matière.
fr] Il n'est pas un grand clerc.
nl] Hij is geen heksenmeester.
la] Davus sum, non Oedipus. Terenz.

Ich bin kein Hurenkind, das alles zweimal sagt.
i] Diese Redensart rührt daher, dass man in frühern Zeiten oft darüber in Zweifel war, ob ein unehelich Geborener nach seinem Vater oder nach seiner Mutter zu nennen sei, und dass man denselben daher, um hierüber zu entscheiden, den Namen des Vaters und der Mutter zugleich anzugeben und sich somit gleichsam doppelt zu nennen nötigte. Der Grundsatz, dass ein unehelich Geborener bei nicht nachfolgender Ehe den Familiennamen seiner Mutter zu führen habe, ist durch neuere Gesetze entschieden festgesetzt worden. Früher glaubte man, dass der unehelich Geborene dann den Namen seines Vaters führen dürfe, wenn letzterer die Tatsache der Schwängerung zugestanden habe. Die Römer sagten: Zweimal dasselbe sagen, ist lächerlich.
la] Bis eadem dicere (recensere) ridiculum.

Ich bin kein Kind, kein Säugling mehr.

Ich bin kein Kofferabschneider.
i] Ein Berliner Bankier, dem 1871 jemand einen Gründungsvorschlag machte, gab zur Antwort: 'Ich bin kein Kofferabschneider. Sehen Sie, wir verschaffen mit dem Gründungsproject allen Betheiligten eine Reisegelegenheit; wir lassen sie in den Reisewagen einsteigen; wenn aber der Wagen im Rollen ist, dann schneiden wir die Koffer mit den Reiseeffecten ab, gleichviel, ob sie das ganze Gut des Reisenden enthielten.' Seitdem ist die Bezeichnung 'Kofferabschneider' für Gründer zum geflügelten Wort geworden.

Ich bin kein Prophet, noch eines Propheten Sohn.
nl] Ik ben geen profeet, noch eens profeten zoon.

Ich bin kein Prophet, sondern ein Hirt, spricht Amos.

Ich bin kein solcher Held.
la] Non sum ex istis heroibus.

Ich bin keine solche.
z] Meint ihr, ich sei eine solche?.

Ich bin keinem Goldschmiede und kein Wirt ist mir etwas schuldig.

Ich bin keiner von seinen Kornuten.
i] Von seinem Gelichter, von seinen Kumpanen, Konsorten, Spießgesellen, Zechgenossen.
ndt] Karnutje als Schimpfwort für Kinder. Sachsen.

Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.
en] I am life that wants to live amid life that wants to live.

Ich bin maus-, mutter-, sternallein.

Ich bin meiner Mutter nicht an den Zehen gewachsen.

Ich bin meinr mutter eben so saur worden als du.

Ich bin mir mehr treu schuldig, denn einem anderen.

Ich bin mir nicht geschoit (gescheiht) genung.

Ich bin mir selbst näher als ein Freund.

Ich bin mit gleicher Münze bezahlt worden.
dk] At betale med liige myndt.

Ich bin mit mir und meinem Gott zufrieden.

Ich bin müde, matt und krank und ein bischen faul dermang.
Köthen.

Ich bin nich wählerisch, sagte die Auster, als man sie fragte, ob sie gebraten oder gesotten sein wollte.

Ich bin nicht Allerheiligen Knecht.
la] Non omnibus servio.

Ich bin nicht auf einem Beine hergekommen.
i] Mit einem Glase, einer Tasse ist's nicht genug
ndt] Uf emm Beene bîn ich nicb heregekommen.
ndt] Drei Beene hot der Schusterschemmel.
ndt] Vier Rader hàln a Wân. Schlesien
nl] Men kan op een been niet loopen.

Ich bin nicht aus einer Katzenpfote gekrochen, sagte Tante Bohls.
ndt] Ik bün nich ut'n Kattpôt krapen, se(de) Tante Bohls. Ostfriesland.

Ich bin nicht bei seinem Kindelbier gewesen.
z] Aber hiervon wollen wir uns mit niemand einlassen zu disputieren (dass der Vogel Phönix 93312 Jahr alt wird), es wird ein anderer so wenig als ich bei ihren Kindelbieren gewesen sein.

Ich bin nicht bloß Hirt, ich bin auch Schäfer, sagte der Pfaff, und küsste die Maid.

Ich bin nicht da für einen Petersdreck.

Ich bin nicht deiner Meinung, sagte die Henne zum Fuchs, da er sie zu einem Spaziergang einlud, und flog in den Stall.
nl] Ik versta uwe meening zeer wel, zei de patrijs tegen den vas, en hij vloog van hem weg.

Ich bin nicht deines Urteils Knecht; was dir nicht gefällt, ist drum nicht schlecht.

Ich bin nicht fremd hier, doch diese Zeit gehört mir nicht, und ich gehöre nicht dieser Zeit.
Irak

Ich bin nicht für alle gewachsen, sagte die Kirsche.
la] Non omnibus dormio.

Ich bin nicht gehörnt.
Litauen
i] Wenn man sagen will: ich bin nicht reich. Es ist nicht zu bestimmen, ob durch die Hörnerkraft das Kräftige versinnlicht werden soll, weil das Kräftige auch das Reiche ist, oder ob durch 'gehörnt' jemand angedeutet werden soll, der viel Gehörntes besitzt, d.i. eine große Rindviehzucht, und auf diese Weise reich ist.
lit] Ne taurotus esmi.

Ich bin nicht gern in dem land, da die aussgab größer ist, denn die einnam.

Ich bin nicht Hannibal; ich bin nur der schlichte Grabianka.
pl] Ja nie Annibal, tylko prosty Grabianka.

Ich bin nicht hasenschreckig.
i] Ich bin nicht einzuschüchtern, ich fürchte mich nicht.

Ich bin nicht hier um Fliegen zu fangen.
i] Ich habe Wichtigeres zu tun
nl] Ik ben hier niet om vliegen te vangen.

Ich bin nicht hier, um die Gänse zu hüten.
nl] Ik ben hier niet, om de ganzen te hoeden.

Ich bin nicht jedermann zu Haus.

Ich bin nicht neugierig, sondern wissbegierig.
i] Zur Beschönigung der Neugierde.
nl] De nieuwsgierigheid bedriegt de wijsheid.

Ich bin nicht schnipsch.
i] Bei Ablehnung einer Prise von seiten eines Nichtschnupfers, namentlich eines Mädchens. Wortspiel zwischen schnippisch und schnüpfisch, d.h. ich bin nicht gewohnt zu schnupfen, obgleich die letztere Form nicht üblich ist.

Ich bin nicht schuld daran, dass der Brüllaffe keinen Bart hat.
Afrika.

Ich bin nicht Schwalbengeschlecht, lass mich nicht im flug fangen.

Ich bin nicht so dumm, als du glaubst.
i] Die englischen Neger in Surinam drücken mit dem Sprichwort: Ist der Indianer auch noch so trunken, so kennt er doch seine Hängematte, den Gedanken aus: Ich bin zwar dumm, aber nicht so dumm, als du glaubst.

Ich bin nicht so ehrgeizig, sagte der Doktor, der viel Gegner hatte, als man ihm sagte: Viel Feind', viel Ehr'.

Ich bin nicht so schadenfroh, sagte Hagestolz, als ihm ein Bräutigam zurief: Freue dich mit mir, morgen heirate ich.

Ich bin nicht tauber Nüsse wegen da.
nl] Ik zit hier niet voor doove neuten.

Ich bin nicht tot, da ich ein bisschen mehr erleiden kann.
Namibia

Ich bin nicht von gestern.

Ich bin nicht weit von der gruben.

Ich bin nicht Welf, nicht Ghibellin, dem, der gut zahlt, häng' ich den Mantel hin.
it] Guelfo non son, nè Ghibellin m' appello; chi mi dà più, io volterò mantello, chi mi dà da mangiar, tengo da quello.

Ich bin niemand nicht schuldig, dann Got mein seel.

Ich bin niemand schuldig, als nur Gott einen Tod; den bezahl' ich ihm, wann er will.

Ich bin nit der Hahn, darum man tantzt.

Ich bin nit jedermanns Narr.
la] Non omnibus dormio. Cicero.

Ich bin noch nicht meiner Meinung, sagte der Wirt in Ellfeld.
i] Und zwar in der Regel dann, wenn die Schoppengäste über irgendetwas stritten und ihn um seine Ansicht fragten. Zur Charakteristik derer, die erst dann eine eigene Meinung haben, wenn sie ein oder mehrere fremde vernommen haben.

Ich bin reicher als mein Vater, sagte der Strolch, mein Vater musste jährlich hundert Taler Zinsen geben, das brauch ich nicht.
i] Er hat nämlich die Güter seines Vaters durchgebracht.

Ich bin sau desperat, dass ich nich waass, wous jech thoue, sagte der Jude, als man ihm vorhielt, dass er am Begräbnisstage seiner Frau ein hübsches Mädchen küsste.

Ich bin schlecht und recht, drum bin ich ein armer Knecht.

Ich bin schon die stiegen hinunder gefallen, kommt hernach, sagte der Geck zu Neustatt zu seinem Herrn.

Ich bin schon in viel solchen Winden gewesen.
bm] Mnoho jsem jó takových vĕtrův vidĕl.

Ich bin schön, wenn ich gefalle.

Ich bin schu wieder gutt.

Ich bin sehr den Flüssen unterworfen und soll die Nacht unter freiem Himmel bleiben, sagte der Dieb, den man zum Galgen führte, da bat er um eine Prise Tabak.

Ich bin sein als gewiss als des tods.

Ich bin seit zwanzig Jahren Briefträger, sagte der Kranke, als der Arzt ihn fragte, was er für einen Beruf habe, es fehle ihm an Bewegung.

Ich bin Simon und nicht der weise Salomo.

Ich bin so ehrlich als du, sagte eine Hur' zur anderen.

Ich bin so fersebeiß nicht, wie ein alter Handschuh im Frühjahr.
i] Verräterisch, von hinten in die Ferse beißend, wie eine Schlange.

Ich bin so gut als du bist.

Ich bin so hungrig, dass ich nicht weiß, wo ich die Nacht schlafen soll, sagte der Landstreicher und bat den Wirt um eine Maß Bier gegen den Durst.

Ich bin so nass, als ich werden mag.
i] Je weiter nach Süden, desto mehr nimmt die Steigerung zu. Der Deutsche wird nass bis auf die Haut, der Franzose bis auf die Knochen, der Spanier bis aufs Mark, der Araber bis auf die Gedärme. In sehr vieler Beziehung gehen die Anschauungen der Völker und damit ihre Ausdrucksweise auseinander. So trinkt sich der Germane schwarz, der Franzmann greis (se grise); der Germane errötet über und über, der Franzose bis an die Augen. Zur weitern Charakterisierung des Nassseins hat man im Schwäbischen die Ausdrücke: patsch-, pudel-, saich-, tropfnass; österreichisch: watschelnass; norddeutsch: mist-, pitsche-, quatschnass. In Schlesien: Klatsche noass, pfitsche- oder pfitzenoas.
nl] Hij is van binnen en buiten nat.
la] Asinus compluitur.

Ich bin so satt wie von der Purim-Sude (Purimmahl).
i] Das Purimmahl wurde bei den Alten sehr reich gefeiert.

Ich bin spät aufgestanden, aber die Stiefeln sind fertig.

Ich bin stolz und du bist stolz, wer soll da die Asche hinaustragen?
en] I stout and thou stout, who shall bear the ashes out?.

Ich bin su rot wie a Fischtiegel.
z] Und ma soite mer, Ich wäre am Gesichte ruth wie a Fischtügel gewast.

Ich bin über die (o. der) Erde erhaben, sagte der Dieb, da hing er am Galgen.

Ich bin über meine sieben Jahre hinaus.
i] Ich bin kein Kind mehr.

Ich bin überall ein höfisch Mann, sagte der Soldat (Kosack), denn die Leute sehen mich lieber im Hofe als in der Stube.

Ich bin überstimmt worden, als ich sagte, die Welt wäre toll, antwortete der Narr, als man ihn fragte, warum er ins Narrenhaus gekommen.

Ich bin überzählig, man weist mir die Tür, sagt der Barfüßer von Limburg.

Ich bin verkauft und verraten.

Ich bin vernichtet!
la] Actum est de eo.
la] Fuimus Troes.
la] Nullum sum.

Ich bin vom Handwerk, sagte der Bettler zum Jäger, ich hab' schwarzes und weißes Wildpret (Flöhe und Läuse).

Ich bin von denen, die am Wege sterben.

Ich bin von der verkehrten Welt, sagte Hans, und schaffte mit der linken Hand.
nl] Ik ben verkeerd gemaakt, zei Jorden, en hij zat links.

Ich bin von edler Herkunft, sagte des Torwächters Sohn, mein Vater hatte die erste Stelle in der Stadt.

Ich bin von einer Tsetse-Fliege gebissen worden.
Tansania

Ich bin von Gott und aller Welt verlassen.
i] So klagen die Unglücklichen, die nicht gleich Hilfe finden.

Ich bin von guter Herkunft, sagte der Bettler, mein Vater war ein Drahtzieher.
i] Nämlich ein Bettler, der an den Haustüren den Draht der Hausklingel zog.

Ich bin von hoher Herkunft, sagte der Bauer, mein Vater ist Turmwächter gewesen.

Ich bin weder die erste noch die letzte, sagte jene gute Magd vorm Waschtroge, da sie jhr Kräntzlein verloren.

Ich bin weiß Papier.
nl] Ik ben wit papier.

Ich bin weit in der Welt herum, sagte der Weinküper, als er aus dem Keller kam; ich habe das Wasser gesehen, aus dem man Wein macht.
nl] Hij is blijde, het water gezien te hebben, waaruit men den schoonen rijnschen wijn brouwt.

Ich bin wie ein gesprenkelter Vogel.
i] Von allen Seiten angefochten.
nl] Het is een gesprenkelte vogel.

Ich bin wie vor den Kopf geschlagen
en] I am thunderstruck - you could have knocked me down with a feather
fr] les bras m'en tombent - ça me coupe bras et jambes
it] rimango di stucco.

Ich bin wieder Schabab geworden.
i] Ich bin bei der Wahl durchgefallen.

Ich bin wohl eher mit solcher Lauge gewaschen.
i] Die Erfahrungsweisheit aussprechend: Jemehr die Unreinigkeit überhand genommen, desto schärfer muss die Lauge sein, womit er gereinigt werden soll.
la] Atrocia delicta atrocibus poenis punienda.
la] Malum malo medicare oportet.

Ich bin wohl schwarz, aber ich schlafe nicht im Rauch.
Surinam
i] Wenn ich auch arm bin, so doch nicht dein Schuhlappen.

Ich bin zehn Jahr in Hamburg gewesen, habe stets Stiefeln ohne Sohlen getragen, aber immer 'n Hut, sagte der Bummler zum Schutzmann.

Ich bin zehn Jahre gebunden, sagte die Spinne, werde ich denn gerade am letzten Tage (der Haft, heute) sterben?
i] Ich habe so viel Schweres überstanden, sollte ich denn das Leichtere nicht überstehen?.

Ich bin zu früh gebor'n, mein Glück das kommt erst mor'n.

Ich bin zu mitleidig, sagte der Soldat, als er aus der Schlacht davonlief.

Ich bin zufrieden, jedermann zufrieden.
es] Content jo, content tothom.

Ich bin zum Lernen zu alt.

Ich bin zur rechten Stunde gekommen.

Ich bin zwar ein armer Mensch, aber Suppe mit Maden esse ich nicht, sagte der Bettelmann, als die Frau ihm ein Teller Nudelsuppe gab.

Ich bin, der ich bin, kurz ist mein Sinn, frisch ist mein Mut, ob klein ist mein Gut.

Ich bin, weil wir sind; wir sind, weil ich bin.
Sambia

Ich binde mir deswegen keinen Flor um den Hut.

Ich bin's allein nicht, dem Geld gebricht.

Ich bin's so satt, als hätt' ich's mit Löffeln gegessen.

Ich bin's, ich suche meinen Nagelbohrer, antwortete der Zimmermann, als man auf der Bühne fragte: Ha, wer schleicht dort?
i] Angeblich in Dresden entstanden. Als in der Vorstellung der Räuber von Schiller der Hofschauspieler Pauli als Franz Moor angsterfüllt die Worte ausstieß: 'Ha, wer schleicht dort,' antwortete der Theaterzimmermann hinter den Coulissen: 'Ich bin's, ich suche meinen Nagelbohrer.'.

Ich bitt' euch um die Schuppen, die Fische lass' ich euch.

Ich bitt' und bitt', lass ab nur nit, sprach das Weib zum Manne.

Ich bitte dich - ist ein Mordgeschrei.

Ich bitte dich ums Blut (o. Leiden) Christi (o. ums jüngste Gericht).

Ich bitte Euch, verdert meine Verse nicht weiter damit, sie erbärmlich abzulesen.
en] I pray you, mar no more of my verses with reading them ill-favouredly.
Shakespeare (1564-1616), Wie es euch gefällt III,2.

Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm,
So sehr sie Menschen rühren;
Des guten Namens Eigentum
Laß mich nur nicht verlieren!
Gellert, Oden, Bitten.

Ich bitte Sankt Julian um sins Vater und Mutter Seele, dass er mir gute Herberge beschere.

Ich bitte sehr, wie Will sagt.
Danzig.

Ich bitte um Absolution für ein Stück Fleisch, was mir an den Zähnen hängen geblieben ist, sagte Peter, da hatte er einen Schinken an einem Schweinszahn aufgehangen.
i] Junker Peter war Spaßmacher am Hofe zu Neuburg.

Ich bitte um den Datum, sagte der Jude, als ein Christ sagte: Eine gute Zeit wird kommen.

Ich bitte, alles zu lesen, es kostet ja nichts.
i] Diese in Wien sehr bekannte Redensart, welche bei den verschiedensten Anlässen angewandt wird, z.B. von Handelsleuten, um die Käufer zum Ansehen der Waaren zu ermuntern, der Gastgeber, um scherzweise zum Zulangen bei den verschiedensten Speisen und Getränken zu veranlassen u.s.w., verdankt ihre Entstehung dem im Mai 1861 ermordeten wiener Agenten Ignaz Binder, der seine Anzeigen, auf die man in allen Zeitungen stiess, stets mit den Worten schloss: 'Ich bitte, alles zu u.s.w.' Sie wurde daher stadtläufige Redensart, man fand sie, wie Binder's Bild, bei allen Carnevalsfesten irgendwo angebracht.

Ich bitte, mir eine Ader zu öffnen, sagte der Dieb, als man ihn zum Galgen führte, da der erste Aderlass vor dem Tode schützen soll.

Ich blas' ihm drein.
Nürtingen.

Ich bleib bei den meisten Mann und leide dafür, was ich kann. Wer weiß, wie es im Himmel ist; was ich hier hab, das bin ich gewiss.

Ich bleibe bei meiner alten Mode, sagte Töffel, lange Ohren und die Haare kurz geschoren.
nl] Ik ga naar de oude wet, zei Meeuwes de kwaker, en hij had kort haar en lange ooren.

Ich bleibe da neutral.

Ich bleibe mir gleich, sagte der Kirchbäcker, zwei Pfennigbrezeln für 'n Dreier.

Ich bleibe neutral wie Krafts Katze.
Leipzig.

Ich bleibe wie ich bin, sagte Tyll Eulenspiegel.
en] I am always the same as the Queen's speech said to the Lord Chancellor.

Deutsche Sprichwörter
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