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Am falschen Ende sparen.
ndt] Eeen Giezkrågen sport den speck up dei Musfall'.

Am Fass und Brunnen schmeckt's am besten.
i] Also aus erster Hand.

Am Fasten stirbt niemand.
i] Dass in Deutschland das Fasten nicht zum Hungertode geführt hat, wenigstens nicht in den Klöstern, geht aus dem Küchenbuche des altbayerischen Klosters Benedictbeuern hervor, das der Pater Kuchelmeister im Jahre 1714 eigenhändig unter dem Titel 'Absonderliche Anmerkungen, so in unserer Klosterkuchel das ganze Jahr hindurch zu beobachten seind', in einer Schrift von 136 Seiten zusammengestellt hat. Gleich am ersten und höchsten Feiertage, dem Aschermittwoch, heißt es: 'In die cinerum auf Mittag: Erstlich durchtriebene Arbissuppen mit gebähten Brotschnitten, Eier mit Schmalz auf etlichen Schüsseln, so viel nämlich erklecklich sind, auch so viel Schüsseln geröstete Hechten, alsdann ein guter Sudfisch, jedem seine Portion, etlich Stückel aber mehr, damit alles wohl erklecklich sei. Item Zottlkraut und auf jeder Schüssel vier Häringe. Nach diesen 4 Schüsseln gebachene Dollen, item 4 Schüsseln Platais, dass in jeder wenigstens 6 liegen, dann 4 Schüsseln geselchte Renken oder eingemachte Ruten, mehr 4 Schüsseln geschmelzten Stockfisch, 4 Stück Lachs in süßer Brüh mit Zwiebeln und Mandeln, 4 Schüsseln Schnecken in Häusern, 4 Mandeltorten, 4 Schüsseln Hasenehrl und ebenso viel Krebsen und Zwetschgen und zuletzt drei Schüsseln Obst.'

Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) hat der Kiebitz das erste Ei im Nest.
Estland

Am Fastenmarientag soll die Bäuerin den Schweinen das halbe Futter wegnehmen, und den fehlenden Teil muss sich das Schwein draußen schon selbst suchen.
Estland

Am Fastenmarientag wird der erste heiße Stein ins Wasser geworfen, der zweite beim Hinaustreiben von Vieh (1.4.) und der dritte am Georgstag (23. AprilIV). Estland

Am Fasttag (6.8.) werden die Äpfel sauber.
Estland

Am Februar krachen de Schtîn, äm Mierz kracht det Eiss.

Am Feiertag gesponnen hält nicht.

Am Feiertag zerrinnt, was der Werktag beginnt.
fr] Jour ouvrier gaigne-denier, jour de feste despensier.

Am Feiertage gesponnen hält nicht.

Am feinsten Tuch findet man den Bleicherzipfel.

Am feinsten Tuch täuscht man sich am meisten.
nl] In het fijnste laken, is het meeste bedrog.

Am Feld erkennt man den Mann.
Estland

Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen.
la] Quod sus peccavit, succula saepe luit.

Am Fest der Beschneidung Mariä!
i] Also nie, am Nimmerleinstag.

Am Festtag sind alle Leute große Herren.

Am Finger erkennt man den Riesen.
Portugal

Am Fliegen kannst du die Krähe nicht hindern, wohl aber, dass sie auf deinem Kopf landet.
Jamaika

Am Flug kann man noch nicht jeden Vogel erkennen.
Estland

Am Fluge erkennt man den Vogel.

Am Flusse kannst du stemmen und häkeln,
Überschwemmung lässt sich nicht mäkeln.
Goethe (1749-1832), Sprichwörtlich

Am Fohlen erkennt man das Pferd.
i] Man sieht, was aus ihm werden wird, oder auch was die sind, von denen es abstammt.

Am Freien liegt eines Mannes Gedeihen.
i] An der richtigen Ehefrau also.

Am Freitag ist Gott reich, am Montag gerecht.
Estland

Am Freitag und am Dienstag heiratet man nicht, verreist man nicht und tritt keine Stellung an.
it] Di venere e di marte non si sposa, non si parte e non s'inizia in arte.

Am fremden Hunde riechen die anderen.

Am Fronleichnamstage sprengt man Weihwasser auf die Felder.

Am frühen Morgen entscheide über den Abend.
Guinea

Am Fünften, am Agathentag (5.2.), da rieselt das Wasser den Berg hinab.

Am funfzehnten April der Kuckuck singen soll und müsst' er singen aus einem Baum, der hohl.

Am Fuß der Kerze ist es finster (o. dunkel].
Persien
i] Im Umkreis eines großen Geistes halten es oft nur kleine aus.

Am Fuß des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.

Am Fuße der Mauer erkennt man den Maurer.

Am Fuße des Leuchtturmes ist es immer am finstersten (dunkel).
Japan

Am Fuße des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.
Japan

Am Fuße des Liiakse-Berges ist keine Stadt.
Estland

Am Gang, an der Red' und am Gewand wird der Mensch erkannt.
la] Ex habitu cognoscere.

Am Gange und am Trinken erkennt man die Frau.
Spanien

Am Gängelband führt man keine Männerhand.

Am ganzen Himmel herumirren.
Altrömisch
i] Sehr bedeutend irren. - Entweder aus der Mythe des Phaëton oder der Ceres, oder von den Schiffern entlehnt, welche den Lauf der Sterne beobachten und ihren Lauf danach richten.
la] Toto coelo errare.

Am Gaste man's spürt, wie der Wirt seinen Handel führt.

Am Gaul kauft man die Füße.

Am Geblök erkennt man die Schafe.
nl] Het schaap en het lam herkennen elkander aan hun geblaat.

Am Gedinge ist keine Folge.
[RSpW]
i] Das Sprichwort hat seine Quelle im sächsischen Lehnrecht. Die juridische Grundbedeutung von 'Gedinge' ist 'Vertrag' oder 'Verabredung'. Unter Gedinge ist hier die durch ein Versprechen des Lehnsherrn jemandem gegebene Anwartschaft auf ein Lehn zu verstehen, das er ihm geben wolle, sobald es erledigt werde. Wenn mit der gegebenen Anwartschaft nicht eine vorläufige Belehnung verbunden ist, so geht der Sinn des Sprichworts vorzüglich dahin, dass solche Anwartschaften widerruflich sind und den Erben desjenigen, der sie erhielt, noch kein Recht auf den Besitz des Lehns geben, wenn ihrer nicht besonders im Gedingbriefe gedacht worden, dass ferner die Kraft der Anwartschaft mit dem Tode des Versprechenden erlischt, sowie sie den gegenwärtigen Besitzer des Lehns in seinen Rechten nicht kränkt.
mhd] An 'me gedinge n'is nenn volge.

Am gefährlichsten sind die Kritiker, die nichts von der Sache verstehen, aber gut schreiben.
Leopold Stokowski

Am Gefährten erkennt man den Mann.

Am Gehen und am Trinken erkennt man die Frau.
es] En el andar y en el beber se conoce la mujer.

Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel.
fr] Tout bec crochu de proye est soustenu.

Am gelben Mittwoch, als der Riepel die Stieg abfiel.
i] Zu ergänzen: war es oder wird es sein.

Am Geld, im Trunk und im Zorn erkennt man des Menschen Gemüt.

Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.

Am Gelde riecht man's nicht, womit es verdient ist.
en] Money is welcome though it come in a dirty clout.

Am Georgstag (23.4.) gibt das Schaf einen Rock, am Michaelstag (29.9.) einen Pelz.
Estland

Am Georgstag gibt man den Mägden und Knechten die Pässe in die Hand und sie können auf den Heuboden schlafen gehen.
Estland

Am Georgstag legt das Birkhuhn das erste Ei.
Estland

Am Georgstag soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken.
Estland

Am Georgstag werden neue Kummethölzer um den Hals gelegt, neues Kerbholz für die geleistete Arbeit wird in die Hand gegeben.
Estland

Am Georgstag wird den Tieren der Schlüssel abgegeben.
Estland

Am Georgstag wurde dem Wolf der Zaum angelegt, am Michaelstag (29.9.) abgenommen.
Estland

Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick, und zieht sich dann nochmal zurück.

Am Geraumen is gut imkären.

Am Gerichtstage wird jeder seinen Korb tragen.

Am Gertrudstag (17.3.) wird der Schweinetrog hinter den Zaun geworfen, das Schwein muss sich dann selbst ernähren.
Estland

Am geruch erkennt man die blumen.

Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter.

Am Gesang (o. Federn, Nest) kennt man den Vogel.
it] Al canto si conosce l'ucello et al parlar il buon cervello.
kroat] Pozna se ptica po perju.
kroat] Pticu je poznati iz popévke.
la] E cantu dignoscitur avis.
la] Index est animi sermo.

Am Gesang erkennt man den Vogel.

Am Gesang hört man zu aller Frist, was es für ein Vogel ist.

Am Gesang kennt man den Vogel.

Am Gesang und an den Federn erkennt man jeden Vogel.
la] Ex cantu et plumis volucris dinoscitur omnis.

Am Gesange erkennt man nicht, womit der Vogel gefüttert wird (o. was der Vogel gefressen).

Am Geschmack erkennt man den Wein.

Am Gesellen erkennt man den Mann.

Am Gesicht allein ist der Mensch kenntlich.

Am Gesicht erkennt man den Menschen.
z] Das Verhältnis der Seele zum Gesicht ist von den Physiognomen noch so wenig erklärt, als von den Botanikern das Verhältniss der Staubfäden zum Kelche. W. Menzel, Streckverse
bm] Kazdá tvár na jeve.
en] Face to face, the truth comes out.

Am Gesicht erkennt man den Mohren, an den Worten den Toren.

Am Gesicht erkennt man den Säufer.
fr] A la trogne on connaît l'ivrogne.

Am Gesicht erkennt man, wie ein Mensch geartet ist.
la] Ab occursu faciei cognoscitur sensatus.

Am Gesicht sieht man, was einer im Schilde führt.
bm] Hned se vydá, tvárí, co se v srdci varí.
la] Sua quemque inscribit facies.
pl] Twarz lacno wynurzy, co sie w sercu burzy.

Am Gesichte wirst du den Menschen erkennen.
Litauen

Am Gesind kennt man den Herren.

Am Gewäsch den Gimpel, den Segler am Wimpel.

Am Geweih erkennt man den Spießer.

Am Giebel und am Dach spürt (o. merkt) man des Wirtes Hausgemach.

Am gleichen Strang (o. Strick) ziehen
en] to pull together
fr] tirersur la même corde
it] mirare al medesimo scopo
la] pari iugo niti

Am Glück ist alles gelegen.
fr] Il n'y a qu'heure et malheur en ce monde.
la] Fortuna homini plus quam consilium valet.

Am Goldbach wachsen die Freunde wie Erlen am Ufer.
Russland

Am Grab kann man den Namen des Menschen lesen, der sich nützlich machen konnte.
Guinea

Am Grabe der Stief(Schwieger-)mutter weinen.
i] Schmerz heucheln, wo man sich freut.

Am Grabe der Stiefmutter (o. Schwiegermutter) weinen.

Am Gräinjt gid et der Lous gât.
Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Im Grinde geht es der Laus gut.

Am Grangd äss de Gield biesten ugelôcht.
i] Grangd = eine gute siebenbürgische Traubengattung.

Am Gregorstag geht nunmehr der Winter in das Meer.
pl] Grzegorza idzie zima do morza.

Am Gregorstag schwimmt das Eis ins Meer.
Bauernregel

Am Gregorstage (12.3.) schwimmt das Eis ins Meer.

Am Grenzort fehlt's nicht an Diebstahl und Mord.
it] Gente di confini, o ladri, o assassini.

Am Großtun erkennt man die Kleinen.

Am Grunde der Geduld ist der Himmel.
Nigeria

Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom und kommen Karsamstag zurück.
Oberösterreich
i] Um die Zeit zu bezeichnen, in der nicht geläutet wird. Während derselben wurde (oder wird an einzelnen Orten noch) 'ratschen' gegangen. Das 'Ratschen gehen' ist ein Kinderfest, die Knaben ziehen herum und rufen die Stunden aus und lassen sich zum Schluss mit Eiern u. dgl. beschenken.

Am Gründonnerstag und Karfreitag Regen gibt selten Erntesegen.

Am guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.

Am guten rat ist nichts verloren.

Am guten Tage ein gutes Werk.
fr] A bon jour bonne oeuvre.

Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
Prediger Salomo, 7, 14

Am Hag sein.
i] An der Grenze seiner Kunst, seiner Gelehrsamkeit, seines Wissens.

Am Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

Am Halmen kann man sehen, was er für eine Ähre tragen werde.
z] An der Jugend, was im Alter werd auss ihr werden, denn was sich arten will, das äugelt sich bald.

Am Handel erkennt man die Ware.

Am Handel kennt (o. lernt) man den Wandel.

Am Handgriff liegt viel.

Am Hechte ist der Schwanz das Beste.
fr] Dos de brochet, ventre de carpe.

Am heiligen Gallus (16.10.) der Apfel in den Sack muss.
pl] Swietego Garusza, musze do miecha vszystkie iablusza.

Am heiligen Georg (23. 4.) säe deine Gerste, Sanct-Marks (25.4.) ist's zu spät.
i] Allgemein: Der kleinste Aufschub schadet.
fr] A la saint George sème ton orge.

Am heiligen Tage soll die Arbeit ruhen.
bm] V den svatý práce mají spáti.

am hellen (o. hellichten) Tag
en] in broad daylight
fr] en plein jour
it] in pieno giorno

Am hellen Mittage eine Laterne anzünden.
i] Etwas nicht zu rechter Zeit tun; oder erläutern was an sich klar genug ist.
fr] Porter lanterne à midi.

Am Herd und am Waschplatz wird alles, gut und böse, erzählt.

Am Heumarientag (Maria Heimsuchung, 2.7.) ist das Gras ausgewachsen.
Estland

Am Heumarientag nimmt man das erste Mal Honig, am Jakobstag (25.7.) das zweite Mal und am Laurentiustag (10.8.) das letzte Mal.
Estland

Am Himmel geschehen Zeichen und Wunder,
Und aus den Wolken blutigrot
Hängt der Herrgott den Kriegsmantel runter.
Schiller, Wallenstein

Am Himmel hat sich noch niemand den Kopf zerstoßen.
Russland

Am Himmel sind nicht so viel Sterne als Löcher auf der Erde. Was ist das?
Stoppeln.
Rätsel aus Litauen

Am himmlischsten klingt ein Glöckchen aus der Ferne.
Armenien

Am Hinken erkennt man den Lahmen.
la] E naevo cognoscere aliquem.

Am Hintern nackt und Parfümerien daran.
i] Der Bettelstolz.

Am Hochzeitstage schneiden Braut und Bräutigam von einem Brot je ein Brautränftel ab; wessen Ränftel zuerst vermodert, der stirbt zuerst.
Aberglaube

Am Hochzeittag flindert die Hauben, darnach fladert sie.
z] Auff Hochzeiten wird manches durchgebracht, das hernach ein lange Zeit zu bezalen ist.

Am Hofe des Königs heißt es: Jeder für sich selbst.
Frankreich

Am Hofe des Königs ist jeder auf sich allein gestellt.
fr] À la cour du roi, chacun y est pour soi.

Am Hofe gelten Tugend und Demut selten.
pl] Cnota i pokora niema miejsca u dwora.

Am Hofe hat man keinen Freund als sich selber.
nl] Aan 's konings hof is elk voor zich zelven alleen.

Am Hofe leben, heißt frühen Tod sich geben.
it] Chi disse corte disse morte.

Am Hofe muss man tun wie am Hofe.
i] Wer unter den Wölfen ist, muss mitheulen; man soll aber vermeiden unter die Wölfe zu gehen.

Am Hofe und im Hause des Reichen kommt man immer auf seine Kosten.
fr] A la cour (,auprès des grands), s'il n'y pleut, il y dégoutte.

Am Horn fasst man den Ochsen, beim Wort den Mann.
nl] Bij de hoornen vangt (vat, bindt) men den os, bij het woord den man.

Am Horn merkt man das Hirn.

Am Hügel versuchen wie sich der Berg ersteigt.

Am Hühnerseil stricken.
i] Etwas Unnützes und Überflüssiges tun, als wenn z.B. eine Mutter ihre Töchter in der Putzsucht und im Kokettieren unterrichtet.
z] Noch find ich frawen michel theyl, die auch stricken am hünerseyl, die jhre töchtern lerent sünden, den hünern jre schwäntz auffbinden.

Am Hungertuch nagen, macht schwächlich zu schlagen.
z] Der hungerig Wolff muss den lären Magen mit Sand füllen, dass er gewichtig sei ein Pferd niederzuziehen.

Am Hungertuche nagen.
i] Sich höchst armselig behelfen, kümmerlich leben müssen, am Notwendigsten Mangel leiden. Frisch leitet diese Redensart von dem schwarzen Tuche ab, womit in einigen Gegenden zur Fastenzeit der Altar behangen wird, was eine Anspielung auf die um diese Zeit in der katholischen Kirche übliche Enthaltung von allem Fleische sein soll. Vielleicht ist sie aber eher von der schrecklichen Erfahrung abzuleiten, welche man an bereits begrabenen Scheintoten machte, die in der wirklichen Todesangst im Sarge das Leichentuch in den Mund steckten, um nur bald aus diesem Schreckenszustande zu kommen.

Am interessantesten ist die Innenseite der Außenseiter.

Am irdenen Topfe stolz ist besser als demütig am goldenen Tische.

Am Jagdtag wird kein Jagdhund mit Steinen beworfen.
Afrika

Am Jakob (Jakobstag, 25.7.) ein Notbrot, am Laurits (Laurentiustag, 10.8.) ein breites Brot, am Pärtel (Bartholomäustag, 24.8.) einen Brotlaib fürs ganze Haus.
Estland

Am Jakobitag (25.7.) blüht der Schnee.
Estland

Am Jakobitag in den Acker gesteckte Stangen, die oben mit einem Spalt, in den man Knoblauch klemmt, versehen sind, wehren Unheil ab.
Estland

Am Jakobstag Mehlsuppe, am Olafstag (29.7.) neues Brot.
Estland

Am Jakobstag wendet sich der Sommer schon dem Herbst zu.
Estland

Am Johannisabend werden an einem Elsenstecken geweihte Palmen, Eiben und Weghalten in den Flachsacker gesteckt.
Estland

Am Johannismorgen (24.6.) ist Gerst' und Hafer noch nicht geraten, noch nicht verdorben.
Estland

Am Johannismorgen steht der Hafer noch in Sorgen.
Estland

Am Johannistag (24.6.) die erste Kirsch nach Hause trag.
Estland

Am Johannistag muss man einen borsdorfer Apfel im Flachs verstecken können, wenn er geraten soll.
Estland

Am Josephstag (19.3.) wirft man das Licht in Bach.
i] Ende des Winters.

Am jungen Licht (Neumond) ein schwarzes Horn, im alten wird's ein Regenborn.

Am Jüngsten Gericht wird alles geschlicht't.
z] Am Jüngsten Gericht soll jeder zu seinem Recht kommen, bis dahin aber soll er gläubig und demüthig alles Unrecht ertragen. Ruge, Hallische Jahrbücher, 1842

Am jüngsten Tag wird Gott allen Blinden den Star stechen.

Am jüngsten Tag wird mancher schauen, was er hie hab für bier gebrauen.

Am jüngsten Tag wird offenbar wer hier ein guter Pilgrim (o. frommer Pilger) war.

Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen
Und alles aus ist mit dem Erdeleben,
Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben
Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen.
Goethe (1749-1832), Sonette XIII - Warnung

Am Jüngsten Tage gilt de Kauflad' so viel as 'ne Pistole.
Westfalen

Am Jüngsten Tage gilt der Beutel so viel als das Geld.
Rotttal

Am Jüngsten Tage muss man ihn totschlagen.
i] Den, der gar nicht sterben zu wollen scheint.

Am Jüngsten Tage wird man sehen, wer den größten Arsch hat.
i] Am Schluß wird abgerechnet.
mhd] Men sal wohl sein, we den grotesten êrs heft.
la] Cui maior podex refert pars ultima vitae.
nl] Men zal ten jongsten dage wel zien, wie den wijdsten aars heeft.

Am Jüngsten Tage wird's erschaut, was mancher hier für Bier gebraut.

Am Jüngsten Tage, eher nicht.

Am jünksten Middage es en Kauflatt so guet as 'ne Pistolle.

Am Kalbe erkennt man den Ochsen.

Am Kalbe erkennt man des Ochsen Hörner.

Am Kalbe schon sieht man, was für ein Ochs es werden will.

Am Kalkhuhn (kalekutischen Huhn) prüfen, wie der Fasan schmeckt.
Russland

Am kalten Eisen sterben.

Am kalten Fieber leiden.

Am kalten Mondtag, da die Frau den Beltz verbrant.
i] In dem Sinne von Nimmerleinstag.

Am kalten Ofen verbrennt man sich nicht.

Am Kamin ist es, wo die Eule (d.h. der Kahlköpfige) oft sitzt.
Hawaii

Am Kamm erkennt man den Hahn (o. die Hühner).

Am Karfreitag nüchtern ein Gänseei verzehrt, bewahrt vor Bauchschäden und Fieber.

Am Karfreitag Regen bringt dem Bauer keinen Segen.

Am Karfreitag soll der Rabe seine Kinder taufen.
Estland

Am Karfreitag soll's regnen, nicht aber am Ostertag. Luzern

Am Karfreitag trauert die Sonne bis drei Uhr Nachmittags. Schwaben

Am Karfreitag und am Ostersonntag wird der Acker vor Sonnenaufgang unter Peitschenknallen und Büchsenschießen in rasender Schnelligkeit zur Dämonenvertreibung umritten.
Aberglaube

Am Karfreitage reisen die Glocken nach Rom.
ndt] An Korfreitche rejsen de Glucken uf Roume.

Am Karnisseltag.
Oberösterreich
i] So hießen bis in die Zeiten des Kaisers Joseph II. die Bewohner des Stiftes Kremsmünster den 11. Dezember, an dem seit unvordenklicher Zeit das Andenken an den Todestag des Stifters Thassilo II., Herzogs von Bayern, durch ein sogenanntes Gespende gefeiert wurde. Jeder nämlich, der kam und verlangte, erhielt, in der Voraussetzung, dass er dem Trauergottesdienst für die Seele des Stifters andächtig beiwohne, eine Portion Brot mit Fleisch. Einmal wurden zu dem Zwecke 60 Rinder geschlachtet.

Am Karsamstag hat es neunerlei Wetter.

Am Katharinentag (25.9.) befahl das Schaf sich nicht zu scheren, es sagte, dass es in Pelz (und) Hemd in die Kirche gehen will.
Estland

Am Kellerfieber leiden.
i] An den Folgen übermäßigen Bier- oder Weingenusses kranken.
z] Dass sie eine kannen weins mehr müssen trinken, was inn bissweilen ein solch kellerfeber oder grimmen oder gegicht im Busen jaget, dass sie wohl etwa davon sterben.

Am Klange den Topf, den Narren am Kopf (o. an der Red' des Narren Kopf).

Am Klange erkennt man die Münze, an der Rede den Mann.

Am Klange erkennt man wohl, ob die Münze gut oder schlecht ist.

Am Klappern kann man nicht erkennen (o. merken), wie die Mühle mahlt.
fr] Vous ne oriez (n'entendriez pas) pas un moulin mouldre.

Am Klappern liegt's nicht; aber es gibt kein Mehl.

Am Kleid kennt man den Mann.

Am kleinen Riemen lernt der Hund das Leder kauen.

Am Klopf erkennt man den Topf.

Am klügsten ist es, das Schicksal und die Zeit abzuwarten.
Japan

Am Knecht kann man wohl den Herrn erkennen.
fr] Au séneschal de la maison peut-on connoistre le baron.

Am Kohlmarientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) bindet man dem Schwein den Trog auf den Rücken und schickt es in den Wald.
Estland

Am Kohlmarientag guckt die Kuh aus dem Stall, am Georgstag (23.4.) aus dem Weidenstrauch.
Estland

Am Kohlmarientag wird der Rüssel des Schweines frei.
Estland

Am Kopf beginnt die Gesundheit.
la] A capite bona valetudo.

Am Kopf des Narren lernt der Junge scheren.

Am Kopf fängt der Fisch zu stinken an.
Italien

Am Kopfe der Waise macht der Chirurg Versuche.
Arabien

Am Kopfende gibt es keinen Brotlaib, wenn man nicht arbeiten will.
Estland

Am Körper lang, am Geiste krank.
i] Man will beobachtet haben, dass sehr lange Menschen weder viel Herz, noch viel Geist besitzen.

Am Kragen erkennt man den Mann.

Am Kreuzerhöhungstag (14. September) Brot und Nüsse soviel man mag.
it] Per santa Croce, pane e noce.

Am Kreuztag (d. i. zur Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz. Estland

Am Kreuztag (Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz.
Estland

Am Krieg ist nur eine Sache gut: der Frieden, der ihm folgt.
es] La guerra sólo tiene una cosa buena: la paz que trae en pos de ella.

Am krummen Holz erkennt man den Künstler.
Sudan
i] Weil das gerade leicht zu bearbeiten ist).

Am Lachen erkennt man den Narren und den Dummkopf.
fr] Au rire connaît-on le fol et le niais.

Am Lachen erkennt man den Toren.

Am Lachen hat man Spaß, aus Weinen wächst ein Mastochs.
Estland

Am Lachen und Blarren erkennt man die Narren.
dk] Latter førrader narren. Megen latter, megen daarskab.

Am Lachen und Flennen ist der Narr zu erkennen.

Am Lachen und Flennen kann man die Narren erkennen.

Am Lande ist gut schiffen.

Am langen Finger bleibt die Sache haften.
Estland

Am längsten behält man, was man in der Jugend gelernt hat.

Am längsten liebt man, was man in der Jugend geliebt hat.

Am Lappen halten.
z] Hastu ein Löhnlein, Erbtheil, eine Besoldung, halte am Lappen, lege den Gülden nicht zu viel auf, sei ein Sparmundus.

Am lästigsten sind die geistreichen Dummköpfe.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Am Laurentiustag (10.8.) Elendsbrot, am Olafstag (29.7.) richtiges Brot.
Estland

Am Laurentiustag muss ein fauler Mann das Saatgut zum Dreschen aufgestellt haben.
Estland

Am lebenden Objekt
la] in vivo

Am leder lernt der Hund endlich das kalb gar essen.

Am Lehrling mäkelten sie,
Nun mäkeln sie am Wandrer,
Jener lernte spät und früh,
Dieser wird kein andrer.
Beide wirken im schönen Kreise
Kräftig, wohlgemut und zart,
Lerne doch jeder nach seiner Weise,
Wandle doch jeder in seiner Art.
Goethe (1749-1832), Zahme Xenien V

Am Leibe abstraffen und darzu schelten, ist zu viel.
en] Great boast, small roast.

Am leichtesten erträgt man noch die Gewalt, die man eines Tages selbst auszuüben hofft.
Joubert

Am leichtesten kauft man den Völkern die Freiheit mit dem Wohlstand ab.

Am leichtesten schartig werden scharfe Messer,
Doch: schneidet man deshalb mit stumpfen besser?
Bodenstedt, Die Lieder des Mirza Schaffy: Zuleikha

Am leichtesten trifft man Leute, denen man aus dem Wege gehen will.

Am leichtesten werden alte Irrtümer unter neuen Bezeichnungen für Fortschritte gehalten.

Am letzten in den Schuhen sein.

Am letzten Tag des Weihnachtsfestes (27.12.) kann man schon den Tag erkennen (= es ist heller geworden).
Estland

Am letzten Viertel ein roter Streif, der bringt gar manchen Regenstrich.

Am letzten Weihnachtstag soll der Tag schon so lang sein, dass die Kohlsuppe ordentlich fertig kocht.
Estland

Am Liachtmösstoag (Lichtmesstag, 2.2.) hoate' (heiter), troag' d' U'ress'n übe' d' Loate (Leiter); am Lichtmösstoag külb', tua d' U'ress'n hî, wo d'willst.
Unterinnthal
i] U'ress'n = Überbleibsel des Futters; külb' = bedeckt, trübe, wolkig. Wenn der Lichtmesstag klar ist, soll man die Überbleibsel des Futters aus dem Stalle wieder auf den Heuboden tragen, weil ein spätes Frühjahr und daher Heumangel droht; ist jedoch der Lichtmesstag trübe (külb), dann sind sie entbehrlich, weil ein zeitiges Frühjahr und deshalb gutes Auskommen mit den Heuvorräten in Aussicht steht.

Am Lichtmesssonnabend (l. 2.) sind die Nüsse im Schuß.
Estland

Am Lichtmesstag (2.2.) sieht kaum der Bär 'nen Sonnenblick, kehrt er in seine Höhl' zurück.

Am Lichtmesstage umtanzen die Kinder auf dem Acker angezündete Holz- und Strohhaufen mit dem Ruf: 'Lank Flaß!'

Am liebsten prophezeit, wer nichts tun will in der Zeit.

Am liebsten werd' ich Amme, sagte die Konfirmandin.
Hamburg

Am Lucientag (13.12.) ist die Nacht so lang, dass der Adler vom Baum herunterfällt.
Estland

Am Mädchen und an der Erbse darf man vorbeigehen, wenn man sie mit dem Finger berührt hat.
Estland

Am Magdalenentag (22. Juli) ist die Nuss voll.
Frankreich

Deutsche Sprichwörter
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