<<< Weisheiten 1468 >>>

Es steckt ihm in der Nase.

Es steckt ihm zwischen Fell und Fleisch.

Es steckt ihr im fleisch und nit im har, man schre es sonst ab.
en] That which is bred in the bone, will never out of the flesh.
ho] Het steekt hem in het vleesch en niet in het haar, anders zou men het afscheren.

Es steckt im Fleisch und nicht im Haar, man schert es sonst ab.

Es steckt in den lautersten Gefhlen fast immer ein verborgenes Krnlein Eigennutz.
Romain Rolland, Jugenderinnerungen

Es steckt kein wirth kein raiff aus von eines gasts wegen.

Es steckt mehr in dem Fsslein.
z] Und als das Volk davon lachet, da lachet der Doctor Geiler auch und spricht: Es steckt mehr in dem Fsslein.

Es steckt nicht im Spiegel, was man darin sieht.

Es steckt nicht im Spiegel, was man drin siehet.
z] In einem spiegel find man nicht die Ding, so man darinn sicht.
mhd] It is nicht in dem speigel, dat men dr inne st.
la] In speculo facies non est, quam lumine cernis.
ho] Het is in den spiegel niet, was man daarin ziet.
la] Non est in speculo res quae speculatur in illo.
sd] Det r ikke alt i spegelen som synes.

Es steckt noch ein Kerl in dem Kerl.
i] Und taugen zuweilen beide nichts.

Es steckt noch in der Feder.
i] Soll noch gesagt werden

Es steckt oft ein Wolf in der Schafshaut.
z] Mit schnem schein wollen die leut betrogen sein, hilft nicht, das wirs von Wolffen schrecken, die gemeinlich in der Schafshaut stecken.

Es steckt oft mehr Geist und Scharfsinn in einem Irrtum als in einer Entdeckung.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Es steckt oft unter einem schlechten Htlein ein tapferer Mann verborgen.

Es steckt so viel Falsches im Lobe, dass man es fglich mit Misstrauen entgegennehmen sollte.
Francis Bacon (1561-1626), ber das Lob

Es steckt viel ehr', freundtschafft und frewd in einem Weinfass, mehr dann in einem Gauckelsack.

Es steckt viel Wunder im Weinfass.

Es stehen (o. steigen) ihm die Haar zu Berge.
i] Furcht und Entsetzen
fr] Les cheveux m'en dressent la tte.
ho] Dat is eene vervloeking, waar van de haren op het hoofd te berge rijzen.

Es stehen nicht in jedem Walde Tannen.

Es stehen viel Esel im Schatten, wenn die Sonne untergegangen ist.
fr Schweiz] L' ey a bin die-s-anou l'ombrou, quand le schl l'iest muchii.

Es stehet auf der Spitze.
i] Um eine Gefahr zu bezeichnen.

Es stehet dem reichen alles wohl an.
bm] Bohatmu vsecko se připisuje.
pl] Bogatemu wszystko przypisujemy.

Es stehet dem Teufel im hinteren Loch geschrieben.
Luther

Es stehet der Reyme (Reim) zu Nrnberg noch ohn aussgeleschet, dann sich keiner noch zur Zeit dran wagen drffen.

Es stehet fein, wenn die grauen Hupter wei, und die Herren vernnftig sind.

Es stehet fein, wenn Herz und Mund einig sein.

Es stehet geschrieben, es tun's auch gelbe Rben.
i] Um zu sagen, dass ein gewisser Zweck auch auf billigerem Wege zu erreichen sei. In den Hofrechnungen eines regierenden altfrstlichen Hauses befindet sich ein Kchenzettel aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts, auf welchem unter anderen ein Gericht bemerkt ist, um welches ausgeschnittene Zitronenscheiben gelegt werden sollen. Dabei hat der Frst mit eigener Hand bemerkt: Gelbe Rben tun's auch.

Es stehet geschrieben, sechs oder sieben sollen nicht harren auf einen Narren, sondern essen und des Narren vergessen.

Es stehet ihm an der Stirn geschrieben.
z] Ihm steht's auf der Stirn g'schrieben, dass er nix ntz is.
sp] Traerlo escrita en la frente.

Es stehet ihm kein stecken recht.

Es stehet ihm so wohl an, als einem Affen das Nasenrmpfen.

Es stehet je eins dem anderen fr das liecht.

Es stehet keiner so wohl, er kann fallen.

Es stehet mit dem bel, der ein Strohen Harnisch vor hawen und stechen anlegt.

Es stehet nicht alles allen wohl an.

Es stehet nicht allzeit in der Artzten gewalt, dass der krank aufkomme und genese.

Es stehet nicht fein, dass die Herren von Balckenberg die Herren von Splitterberg aussschatzen.
z] Denn sie haben gemeiniglich solche Schambalcken im Gewissen, dass man mchte Sawtrge daraus hawen.

Es stehet nicht wohl, wenn man die Freundschafft kaufen sol.

Es stehet nicht wohl, wenn man sich seiner Eltern Tugend rhmt, und fr sich selbst nichts Lbliches tut.
la] Alienae incumbere famae miserum est.

Es stehet bel an, wenn man straft, was man selber getan.
la] Turpe est doctori cum culpa redarguit ipsum.

Es stehet bel mit einem Lande, in dem die, so es regieren, vom Feinde regiert werden.

Es stehet bel, aus einer Glden scheide ein Bleyern Schwert ziehen.
z] Unfletige wort aus einem schnen Munde reden.

Es stehet bel, ein Unflat in einem schnen Hause seyn.

Es stehet bel, wenn der Wein des Mans Herr wird.

Es stehet bel, wenn ein junges Megdlein am Tisch viel schwatzt, da alte Matronen still schweigen.

Es stehet bel, wenn einer immer Stein feil hat.

Es stehet bel, wenn man dem Esel die brde gro machet und das Futter abbricht.

Es stehet bel, wenn man Leut zu gast bittet, und lest Sew wider zu Haus gehen.

Es stehet wie es gehet und wie Gott will.

Es stehet wohl in einem Haus, wann ein Hahne drinnen ist.

Es stehet wohl in einem Land, wo Recht und Sitte Boden fand.
dk] Lyksalig er det land, hvor dyd holdes i re.

Es stehet wohl, da ein hahne im hauss ist.
i] Ein Wecker zum Frhaufstehen.

Es stehet wohl, wann ein Hahn im Haus.

Es stehet wohl, wenn der Alte lacht.

Es stehett geschriben, Das sechs odder sieben nicht sollen harren Nach einem narren, Sondern sie sollen essen, und gottes nicht, Sondern des narren vergessen.
pl] Napisano we Lwowie pod figura: lwa Nie czekają dwch na jednego lua. (Zwei Esel sollen nicht warten auf einen)

Es steht alles auf dem Spiele.

Es steht alles auf Sttzen.

Es steht alles in Gottes Hand.
la] Adspiciunt oculis mortalia justis.

Es steht also fest, dass alles, was gut ist, dadurch gut ist, dass es eine Einheit bildet.
Dante Alighieri, ber die Monarchie

Es steht auf dem Pfhlchen.
Eifel
i] Die Sache schwankt, kann sich leicht ndern.

Es steht auf dem Schnapper.
i] Wer den gnstigen Augenblick abwartet, wird's erreichen.
la] Semper tibi pendat hamus.

Es steht auf des Messers Schneide.
Nach Homer, Ilias, X, 173

Es steht auf guten (o. schlechten, schwachen) Fen.
fr] Cet homme est bien mal cheval.
ho] Het staat op goede (zwakke) voeten.

Es steht auf Schrauben.
i] Von einer unentschiedenen, schwankenden Sache.
ho] Het staat op loe schroeven.

Es steht auf Spitz und Knopf.
i] Das Unglck stand unmittelbar vor der Tr. Vom Spiel der Gleichgewichtsknstler entlehnt, da sie einen Degen auf der Nase oder Kinn balancieren und noch oben darauf ein Glas voll Weins tragen

Es steht bei Gott.

Es steht dem Ehstand bel an, wenn die Henne krhet vor dem Hahn.

Es steht dem Hunde frei, auch unsern Herrgott anzubellen.
ruth] Wlno sobaci i na Hospoda brechaty.

Es steht dem Verleger nicht an, von Dingen der Kunst zum Dichter zu sprechen.
Kurt Wolff, Brief an Heinrich Mann

Es steht den Menschen Furcht und Zittern an,
Wenn die gewaltigen Gtter solche Boten
Furchtbarer Warnung, uns zu schrecken, senden.
Shakespeare, Csar, I, 3

Es steht der Ehrbarkeit nicht an, mit dem Teufel Knicker zu spielen.
en] 'Tis not for gravity to play at cherry-pit with Satan.
Shakespeare, Was ihr wollt III, 4

Es steht der Frau nicht gut an, den Mund zu ffnen, auer beim Essen.
Albanien

Es steht der Mensch so hoch,
Wie er sich stellt.
E. Ziel: Moderne Xenien

Es steht ein Ding, bis dass es fllt.

Es steht ein groer Popanz am Himmel.
Kthen
i] Ein drohend Donner- oder Regenwetter.

Es steht ein Wirtshaus an der Lahn,
Da kehren alle Fuhrleut an.
Studentenlied, Verfasser unbekannt

Es steht fest, dass der Schmerz das Ergebnis der Erziehung ist, dass er tiefer und bitterer wird, je mehr Gedanken entstehen.
Huymans, Gegen den Strich

Es steht fest, dass die gnzliche Abschaffung der Duelle auf dem Wege der Gesetzgebung nicht zu erreichen ist, sondern nur auf dem Wege des Fortschritts der Kultur und Gesittung und auf dem Boden der Religion.
Justizminister Schnstedt, 1896

Es steht Galgen und Rad darauf.
ho] Daar staat galg en rad op.

Es steht geschrieben, es tun auch gelbe Rben.
i] Es geht oft auch einfacher zu machen

Es steht geschrieben, selig sind, die im Herrn entschlafen, aber noch seliger sind die, welche ber irgendeinen Dnkel toll geworden.
Goethe, An W. v. Humboldt, 8.2.1813

Es steht geschrieben, was nicht dein ist, das lass liegen.

Es steht geschrieben, wo es keine Geiss ableckt und keine Krhe abhackt.
i] Was verborgen bleiben soll, muss man also nicht schreiben.
it] Un bel tacer non f mai scritto. (Kluges Schweigen wurde nie geschrieben)

Es steht geschrieben: was nicht dein ist, das lass liegen.
i] An fremdem Eigentum soll man sich nicht vergreifen

Es steht gut, wenn ein armer Mann Konrad heit.
i] Mittelhochdeutsch Kuonrt, d.i. khn an Rat. Es ist gut, wenn er, blo auf die Mittel seines Verstandes angewiesen, falls irgendetwas misslingt, neue Auskunftswege entdeckt und also nicht in Verlegenheit kommt.

Es steht ihm an der Stirn geschrieben,
dass er nicht mag eine Seele lieben.
Goethe, Faust I, Marthens Garten (Margarete) Vs 3489

Es steht ihm an wie dem Esel das Lauteschlagen.

Es steht ihm an wie dem Schweine die Perlenschnur.

Es steht ihm an wie dem Stoffel der Degen.

Es steht ihm an wie der Hure das Spinnen.
i] Er wei nicht damit umzugehen. Von den liederlichen Dirnen entlehnt, die im Spinnhause (einer Arbeitsanstalt) fr ihr Gewerbe ben, aber weder groe Geschicklichkeit noch groen Flei zeigen
ndt] Dat steiht em an, as de Hoor dat Spinn'n.

Es steht ihm an, als einer Sau das Balgtreten.
z] Das ihm dann gleichwohl ansteht als einem Esel die Orgel schlagen, einer Sau die Balg treten.

Es steht ihm an, wie dem Esel (o. Bren) das Tanzen.

Es steht ihm an, wie einer Sau Manschetten (o. ein Halsband).

es steht ihm im Gesicht (o. auf der Stirn) geschrieben, dass...

Es steht ihm wie won et net seng (sein) wr.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Die Kleider stehen ihm schlecht.

Es steht ihm, wie an Es'l 's Zidrinschlog'n.
Steiermark
i] Wie dem Esel das Zitherschlagen.

Es steht ihm, wie dem Esel die gespaltene Inful.

Es steht ihm, wie der Sau ein Ring im Ohr.

Es steht ihm, wie einem Juden die Flinte.

Es steht ihr das Schnepperlein nicht stille wie am Treibblassbalck das Tusel.

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