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Es ist ein Käsejäger.
i] Unter unsteten, zweideutigen Leuten, wie Seumer, Farentschüler (wie sie aus verdorbenen Studenten werden), Wurstsammler, Sackträger, werden im 15. und 16. Jahrhundert auch Kassjager genannt. Von einem bettelnden Mönch sagt H. Sachs 'Ach du beschorner Käsjeger, wie thust so schendlich auf mich liegen.' Von einem Kardinal heißt es bei Hutten 'Er henkt den Kopf, ist etwann ein münch und kesjeger gewesen.' Bettelmönche schalt man überhaupt so, da sie wohl besonders nach Käse zu dem Brote, das sie überall erhielten, fragten.

Es ist ein Kasten Noah.
i] Von großen, unförmlichen, veralteten Gebäuden, Geräthen, Schränken.

Es ist ein Kattner.
ndt] Et äss e Kattner. Siebenbürgisch-sächsisch
i] Soldat, ungarisch: Katona. - Ein rüstiger, stattlicher Kerl.

Es ist ein Katzenei.
i] Etwas nicht Vorhandenes, Unfindbares. Der Volkswitz fertigt damit unzeitige Neugier ab

Es ist ein Katzenjäger.
nl] Het is en oude katsjager.

Es ist ein Katzenmeister.
z] Das gehe sein Weg; ist genug, dass man sehe wie die Katzenmeister und Mörder so fleißig in der Schrift sind. Luther

Es ist ein Katzenmelker.
i] Spottname für einen, der die Katze immer um und bei sich hat. Vielleicht Katzenmalkerer, da das hätschelnde Herumtragen u.s.w. junger Katzen in Schlesien, auch in Thüringen malkern heißt.

Es ist ein Katzenritter.
i] So hießen in früherer Zeit die Klopffechter, die zur Schau mit Tieren kämpften, zum Unterschiede von den Marxbrüdern und Federfechtern. Zu den Tieren gehörten auch die Katzen, und es werden solche Ritter genannt, die wirklich Katzen zu Tode gebissen haben. Doch wird es auch im Sinne von Geißbuhler angewandt.

Es ist ein Katzenschinder.
i] Volkstümlicher Spottname des Kürschners. Auch Katzenfiller

Es ist ein Katzenschluss.
i] Zur Bezeichnung eines verkehrten, gewundenen Schlusses. Die Katze sah einen Topf offen stehen und sagte: Da der Topf offen steht, muss wohl nichts darin sein. Dann wieder: Es ist etwas darin. Man hat eben den Topf offen gelassen, damit ich meinen soll, er sei leer.
Jüdisch-deutsch: Das is e Katze-Mediztrech.

Es ist ein Katzetonier.
i] Soll Chalcedon, den Edelstein, bedeuten; doch beruht der Witz darauf, dass Katzetonier als gebräuchlicher Spottnamen für Kürschner gilt, weshalb einer, der einen Katzetonier (Chalcedon) verkaufen will, ihn auf der Trinkstube der Kürschner aus Furcht vor Prügeln, Hundetonier nennt.

Es ist ein Kaufmann wie ein Meckler.

Es ist ein Kaufmann, der 's Geld ungezählt nimmt.
fr] C'est un marchand qui prend l'argent sans compter.

Es ist ein Kauzenstreicher.
i] Hof- und Schmeichelnarren
z] Dise Narren nennt man auf mancherley weiß: falben hengststreicher, Kutzenstreicher, Kreidenstreicher, Federleser, Schmeichler und Fuchssschwentzer, deren kautzenstreicher, suppenfresser oder dellerschlecker, findt man an höffen und diensten sehr viel.

Es ist ein kerel wie Quecksilber.
ndt] Et is 'n Kêrel osse Quecksülwer. Lippe
i] Beweglich, unruhig.

Es ist ein Kerl für 'n Groschen.
i] Von wenig Wert.

Es ist ein Kerl mit Haut und Haar für einen roten Heller zu teuer.
nl] Het is een kerel, die met huid en haar voor een vijfje nog te duur is.

Es ist ein Kerl so dick und feist, ein Tag langt nicht, ihn rundum abzuprügeln.

Es ist ein Kerl wie anderer Leute Vieh.
ndt] Et is en Kerel as anner Lüe Beister. Büren
i] Beest, ein Stück Vieh, von bestia.

Es ist ein Kerl wie aufgerichteter Mäusedreck.
ndt] Et es en Kärl wie en opgeröchter Mûsdreck. Danziger Nehrung

Es ist ein Kerl wie der Gotzig.
i] Gotzig ist eine Zusammenziehung aus gotteseinzig.

Es ist ein Kerl wie ein Vogel.
i] Lustig, ein lustiger Vogel.

Es ist ein Kerl wie ein Weizenbauer.
ndt] Et is en Kerel as en Wéitenbur. Büren

Es ist ein Kerl wie ein Wiesele.
Nürtingen
i] Flink.

Es ist ein Kerl wie eine Filzlaus, man wird ihn nicht los.
Nürtingen

Es ist ein Kerl wie eine gebackene Birne.
ndt] 'S ies a Karle wie anne gebackne Birne.

Es ist ein Kerl wie eine Katze, man mag ihn werfen wie man will, er fällt immer auf die Füße.
ndt] 'S ist a Kerle wie a Katz, ma mag en werfe wie ma will, er fällt älleweil auf d' Füss.
Schwaben

Es ist ein Kerl wie eine teige Birne.
Schlesien

Es ist ein Kerl wie Gregel-Gregor.
Schlesien
i] Gregel - Gregor, vermutlich von seinem lahmen Gange so benannt, hieß eigentlich Hans Gregor Gronitz, ein geborener Pole, war anfangs Soldat, dann Bettler und einer der furchtbarsten Landesbeschädiger Schlesiens, der aus Bosheit wegen verweigerten Almosens an zwanzig Orten Feuer angelegt, außerdem auch elf Menschen ermordet hat. Im Februar 1680 ward er gefangen und am 10. Mai desselben Jahres in Liegnitz hingerichtet und zwar derart, dass er nach den vorhergegangenen Gebräuchen an den vier Ecken des Ringes mit vier glühenden Zangen gerissen, dann mit zwei Pferden auf einer Schleife und daraufgelegter Kuhhaut zur Richtstätte geschleift, dort mit dem Bade an Arm und Bein zerstoßen, endlich auf eine Säule gesetzt und so geschmaucht wurde.

Es ist ein Kerl wie Käsebier (o. Lips).
i] Beide berüchtigte Räuber am Rhein.

Es ist ein Kerl wie Schützenmelcher.
Schlesien
i] Die Chronik Schlesiens nennt mehrere ungewöhnliche Bösewichter, einen Hans Liehmann, Schramhans, Wampe George. Der, von dem die obige Redensart herkommt, hieß eigentlich Melchior Hedloff und war ein Wildschütz, der über 180 Mordtaten mit eigener Hand verübt und noch dazu ruhig und kaltblütig Register darüber geführt hat. Er wurde im Jahre 1653 zu Oels auf eine ähnliche Weise wie Gregel-Gregor hingerichtet.

Es ist ein Kerl wie zwei (o. man könnte zwei aus ihm machen).
Nürtingen

Es ist ein Kerl, den kein Hund anpisst.

Es ist ein Kerl, der allen Heiligen die Füße abbeißen will.
fr] Étre un buveur d'eau bénite.

Es ist ein Kerl, der frisst den Teufel mit samt dem Stiel und seine Großmutter als Dessert.

Es ist ein Kerl, der nimmt mit einer Hand den Teufel bei den Hörnern und zieht ihm mit der anderen die Zähne aus.

Es ist ein Kerl, der spekuliert.
i] Mephisto in Goethes Faust sagt: Ich sag' es dir: ein Kerl, der speculirt, ist wie ein Tier', auf dürrer Heide von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt, und ringsumher liegt schöne grüne Weide.

Es ist ein Kerl, er hat noch nicht einmal Prügel bekommen.
i] Aus einer Zeit oder einem Lande, wo es zur guten Erziehung gehört, geprügelt zu werden. So soll sich im Jahre 1820 bei einem Hauptmann im österreichischen Infanterieregiment Mariassy Nr. 37 ein Gemeiner gemeldet und um 25 Stockstreiche gebeten haben, weil er der einzige im Regiment sei, der noch keine bekommen habe und deshalb von seinen Kameraden verspottet werde. Niederschlesische Zeitung, Görlitz, 31. Okt. 1867

Es ist ein Kerl, halb Dreck, halb Butter.

Es ist ein Kerl, man bekommt dreizehn im Dutzend.
i] So wertlos und feil.

Es ist ein Kibitz.
i] So nennt man in Österreich die Zuseher beim Spiele.

Es ist ein Kind der Nacht.
fr] Enfans de la messe de minuit, qui chorche Dieu à taton.

Es ist ein Kind mit Wasserkopf.
nl] Een kind met een waterhoofd.

Es ist ein Kind von Naboth - früh erwachsen und spät weise.

Es ist ein Kind von Ninive.
i] Er weiß nicht rechts von links zu unterscheiden.
ho] Het is een kind van Ninive.

Es ist ein Kind wie ein ander Rind.

Es ist ein Kind, das viele Hebammen hatte.
i] Von etwas, das durch vieler Leute Rat oder Beistand zustande gekommen oder ausgeführt worden ist.

Es ist ein Kind, woran der Hafner das Pfeifel nicht vergessen hat.
i] Ein Knäblein.

Es ist ein kindlicher Ehrgeiz, dadurch besonders fein wirken zu wollen, dass man es anders macht als die anderen.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Es ist ein Klavierhusar.
i] So nannte der als tüchtiger Tonsetzer bekannte Organist J. Chr. Kittel in Erfurt die Klavierkünstler, die das Pianoforte zum Paradepferde machen und durch bloße Fingerfertigkeit der Kunst Genüge zu leisten glauben. Diese Bezeichnung wurde in seinem Kreise sprichwörtlich.

Es ist ein Kleeblatt.
i] Von drei Personen, die sich eng zusammenhalten; in übeln Sinne sagt man ironisch: ein schönes Kleeblatt.
ho] Drie maken een klaverblad.

Es ist ein Kleid aus der Grossmutter Nachlass.
la] Pellenaea tunica.

Es ist ein kleiner Gernegroß.
Schlesien

Es ist ein kleiner Ort, wo (eine kleine Stelle, auf welcher) es gut schmeckt.

Es ist ein kleiner Punkt, wo's gut schmeckt.

Es ist ein kleiner schad, der großen nutzen bringt.

Es ist ein kleiner Unband.
i] Von einem kleinen, muntern wilden Kinde.

Es ist ein kleiner Unterschied, ein Bein im strick oder alle beid.
la] Nil refert, uno constringi, vel pede bino.

Es ist ein kleiner Vogel, aber er hat scharfe Krallen.
bm] Neveliký ptáček, ale ostrý drápek.

Es ist ein kleiner Zug von einem großen Manne.

Es ist ein kleines Häfeli, läuft bald über.

Es ist ein Kleines, was die Jungen freut und die Alten grämt.

Es ist ein Kleines, was die Kinder freut, und wenn sie dreißig Jahre als sind.
ndt] 'S ist a Kloines, was d' Kinder freut, und wenn se dreissig Jauhr alt sind. Ulm

Es ist ein Klinkenschlager.
z] Klingschlaher, Müssigganger, die nichts studieret, noch sonst etwas redliches gelernt haben.

Es ist ein Klopffechter.
i] So hießen früher Handwerksburschen, welche fürs Geld mit allerlei Gewehren fochten und sich herumschlugen, klopften. Sie hatten ihre Schulen in den vornehmsten deutschen Städten und es gab mehrere Arten derselben, als Federfechter, Markusbrüder, Lupbrüder.

Es ist ein Klosterhengst.
i] Spott oder Schmähbezeichnung für Mönch.
z] So doch die clösterhengst oder münch gemeiniglich groß fayst backen han, also werden sie gedüngt.
z] Es ist kein ding auf erden, das den Teutschen mer bescheißt dann ir klosterhengst.

Es ist ein Klotz vom Heuboden.
ndt] Es is a Klotz vün 'm Bojdem. Warschau
i] Eine unerwartete Sache von betäubender Wirkung, wie ein vom Heuboden heruntergefallener Balken.

Es ist ein Klotz.
ndt] Et äs e Klôz. Siebenbürgen/Sachsen

Es ist ein Klotzhase.
i] Für Grobian.

Es ist ein Kniff der Unwürdigen, als Gegner großer Männer aufzutreten, um auf indirektem Wege zu der Berühmtheit zu gelangen, welcher sie auf direktem Wege, durch Verdienste, nie teilhaft geworden wären.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Es ist ein Knochen unter zwei Hunde.
la] Ab ostio uno mendicantes duo.
la] Unum os inter canes duos.

Es ist ein Knoten im Kabel (o. im Ankertau).
i] Die Sache ist verwickelt, es ist ein Hindernis in den Weg gekommen.
ho] Daar is eene kink in den Kabel.

Es ist ein Koch für Schweine.
i] Es ist ein Koch von Hesdin, der den Teufel vergiftet.
Frankreich

Es ist ein Köhlerglaube.
i] Ein Köhler wurde einst vom Teufel versucht wegen seines Glaubens. Er war aber seiner Sache sehr gewiss, indem er dem Teufel erwiderte: 'Ich glaube und sterbe darauf, was die christliche Kirche glaubt und hält.' Und auf die Frage des Teufels, was denn diese glaube, gab er zur Antwort: 'Was ich glaube', und aus diesem Cirkel ging er nicht heraus, wodurch er Sieger über den Versucher ward. Man begreift leicht, dass gegen jemand, der mit solchen Gründen ficht, nichts weiter anzufangen ist; hier scheitern nicht nur die Versuchungen des Teufels, sondern auch die Angriffe der Logik.
fr] Il a la foi du charbonnier.
ho] Het is een kolenbranders geloof.

Es ist ein Kompagniegeschäft wie zwischen Pferd und Esel an einem Wagen.

Es ist ein Kopf ohne Hirn.
i] Schöne Gestalt ohne Geist; ein Stroh- oder Häckerlingskopf, ein dummer Kerl, mit dem man Wände einrennen könnte.
la] Caput cerebro vacuum.

Es ist ein Kopf ohne Zunge.
i] Ein Mensch ohne gesundes Urteil, eine Null ohne Ziffer.
la] Caput sine lingua est.

Es ist ein Kornbengel.
i] Eigentlich Dreschflegel, dann Spottname für den Bauer, wie in der Schweiz Milchbengel.

Es ist ein Körper ohne Seele.
i] Von Völkern und Kriegsscharen ohne Anführer
fr] Corps sans âme.
fr] Qui n'a le corps, n'a rien.
la] Corpus ex anima.
la] Discipulus expers libri.

Es ist ein kostbares Stückchen Fleisch, das aus dem eigenen geschnitten wird.
en] It is a dear collop that is cut out of thine own flesh.

Es ist ein köstlich ding um einen Christen Menschen, es ist nichts so gering an ihm, es gefelt Gott wol.

Es ist ein köstlicher Bergwerk, als das einen Schuh unter die Erde gehet.
i] Empfehlung des Ackerbaues

Es ist ein kräftig Argument gegen die Sozinianer.
i] Meist ironisch von etwas, was gar nichts beweist. Soll daher kommen, dass ein Fürst von Siebenbürgen einen gewissen Franciscus Davids, einen heftigen Gegner des F. Socinus im 16. Jahrhundert ins Gefängnis werfen ließ, wo derselbe auch starb. Einsperren und Kopfabschlagen sind kräftige Argumente, sie vermögen nur leider nicht viel gegen den Pythagoräischen Lehrsatz und beweisen nichts als die geistige Schwäche derer, die sich ihrer bedienen

Es ist ein kraut heysst mulier (Weib), dauor hüt dich semper (immer).

Es ist ein Kraut, das heißt Mala Mulier, dafür hüte dich prudenter.

Es ist ein kraut, heißt Mulier, dafür hüte dich prudenter, denn sie betrügt dich fallaciter, das sage ich dir voraciter.

Es ist ein Kraut, heißt Mulier, davor hüt sich der Clerus semper.

Es ist ein Kräuterklauber.
i] So nennt der Volksmund in Tirol einen Botaniker.

Es ist ein Krebstränker.
i] Die Anwohner des Attersees in Oberösterreich necken sich gegenseitig mit allerhand Spitznamen, die sie besonders, wenn sie einander auf dem See begegnen oder an einer Ortschaft vorüberfahren, einander zurufen. So werden die Auer, Bewohner eines Dorfs der Pfarre Mondsee, 'Krehstränker' genannt, weil sie im Mondsee einst einen Krebs ertränken wollten. Sie haben auch den Namen 'Nebelschieber', weil sie den Nebel, der einst überm Mondsee lag, nach Unterach schieben wollten. Die Schörflinger nennt man 'Hermananklampfer'. Sie hatten nämlich gern beständig Mondschein gehabt und ließen daher den vollen Mond einmal in ein Wasserschaff scheinen und schlugen, damit er nicht wieder herauskönne, eine Klampfe über das Schaff. Aus einem anderen Grunde heißen sie auch 'Rindsüppler'. Die Vöcklamarkter heißen 'heilige Geistschützen'. Als sie nämlich zu Pfingsten einmal keinen heiligen Geist (es fehlte wahrscheinlich eine Taube) hatten, verflog sich zufällig eine Taube in die Kirche, die sie zu fangen suchten und da ihnen dies nicht gelang, endlich erschossen. Die Sankt-Georger heißen 'Mistleiter', weil die Misthaufen mitten im Markt herumlagen. Auch 'Wetterläuter', weil sie, ließ sich im Sommer auch nur ein schwarzes Wölkchen am Himmel sehen, sogleich mit allen Glocken zu läuten begannen. Die Bewohner von Unterach heißen 'Nebelfänger', weil sie einmal den Nebel, der sich dort zu lagern pflegt, mit einer Sög'n haben zusammen fangen wollen. Die Nussdorfer heißen 'Ochsentränker' und 'Pudelkreuziger', weil sie einmal einen Pudel, der etwas gestohlen, kreuzigten. Auch 'Schimmelfänger' werden sie genannt, weil sie einem blinden Schimmel, damit er den Weg nicht verfehle, eine Laterne an den Schwanz hingen. Die Frankenburger heißen 'Pudelbrater' und 'Wackerltränker', weil sie einmal einen Pudel, um ihn zu braten, in den Backofen schoben, und als einmal ein Wolkenbruch stattfand, riss das Wasser Brot und Bäcker mit sich fort. Die Atterseer nennt man 'Pudelpicher', weil sie einem Pudel den Hintern verpichten. Auch 'Stierfänger' heißen sie, weil sie einen Stier auf den Kirchturm zogen, damit er das Gras dort abweide. Die Weirepper sind die 'Schläg'lflicker', weil sie einen Schlägel, von dem ein Stück abgesprungen war, flicken wollten. Die Steinbacher nennt man 'Schimmelfänger' und 'Weckenfresser', da sie einmal mit einem Schimmel ebenso verfuhren wie die Atterseer mit einem Stier. Die Sankt-Wolfganger heißen 'Sonnenfänger', weil sie die Sonne in einem Sacke fangen und sie in ein finsteres Zimmer bringen wollten. Die Gmunder werden 'Stig'lhupfer' genannt. Die Esternberger gelten um Schärting herum für dumme Leute und heißen 'Maulgaffer', weil sie alles mit offenem Maul angaffen. Sie wussten nämlich früher nicht, dass man mit den Augen sieht und meinten, es geschehe mit dem Munde. Erst durch einen Zufall kamen sie darauf. Vor einer Scheune bissen sich zwei Hunde. Der Knecht, der darin Futter schnitt, hörte den Lärm und wünschte die Rauferei zu sehen. Zufällig war im Scheuntor ein Astloch und er hält, treu seiner Meinung, das offene Maul an dasselbe. Da er aber nichts sah, brachte er nach und nach alle Teile des Gesichts vor das Astloch, endlich auch das Auge. Jetzt sah er die Hunde sich balgen. Erst seitdem wissen die Esternberger, dass man mit den Augen sieht.

Es ist ein Kreutzer von der Elle.

Es ist ein Krieg aufs erste Blut, dann gibt man sich die Hand.
i] Man macht nach dem ersten Siege Frieden.

Es ist ein Kriegsmann, der lieber zehn Meilen davon wäre.
z] Der gut Kriegssmann und maurenbrecher hett gewilt, er wer zehen meilen von dannen gewesen.

Es ist ein Krippenreiter.
i] Ein umherschmarotzender Junker. In Schlesien 'Wurstreiter' von ihrem gewöhnlich wurstförmigen Mantelsack.

Es ist ein Kuhbauer.
i] So nannte man vordem in Mitteldeutschland einen recht armseligen Bauer, dem man einen Schimpfnamen anheften wollte. Man bezeichnet damit einen Bauern, der so heruntergekommen war, dass er mit den Milchkühen pflügte.

Es ist ein kühner Degen.
i] Von einem tapfern Streiter

Es ist ein kunst, aus der Not ein tugend machen.

Es ist ein kunst, dass man einen Rauch riecht, eh er aussbricht.

Es ist ein kunst, künstlich reden und schweigen.

Es ist ein Kunst, wercklich liegen (lügen).

Es ist ein Kunststück, Langeweile darzustellen, ohne welche zu erzeugen.
Jules Romains

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