Spruchlexikon

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ApartesDer muss immer was Apartes haben.
Von einem Sonderling.
ApfelÄ Äppel nohg Pfingesten un ä Mädel nohg dreißig Jahren hot weder Lack noch Geschmack.
Oberharz
ApfelA richt de Äppel im Heu.
Grunau bei Hirschberg
Er merkt die Sache.
ApfelAlles für einen Apfel und ein Ei haben wollen.
nl] Men kan dat vor een ei of een' appel krijgen.
ApfelApfel hin, Apfel her, ich gehe gewiss nit dran.
ApfelÄpfel um Birnen.
Wechsel, der wenig ändert.
ApfelÄpfel und Frauen sind auswendig schön, inwendig wurmstichig zu schauen.
Frankreich
ApfelÄpfel vom Herrengaul sind auch keine Süßlinge.
ApfelÄpfel, Birnen und Nuss machen der Stimme Verdruss.
dk] Äbler, paerer og nöder skade rösten.
ApfelÄpfel, Nüss' und Mandelkern fressen d' Auer-Kinder gern.
Sprichwort Münchens. Die Au ist eine dortige Vorstadt.
ApfelApffl vnd Birn gibt man kleinen Kindern gleich einer steinernen Burg..
ApfelAuch ein frischer Apfel fault, wenn er unter faul Obst fällt.
ApfelAuch rote Äfel sind wurmstichig.
Auch bei einer empfehlenden Außenseite ist mancher das nicht, was er verspricht.
fr] Souvent la plus belle pomme est véreuse.
it] La castagna di fuora è bella, e dentro ha la magagna.
la] Fallax fiducia formae.
ApfelAuch schöne Äpfel sticht der Wurm.
ApfelAus dan Äppeln wird au ke Pappe (Brei).
Hirschberg
Aus der Sache wird nichts.
ApfelBässer een Aabel on e Stück Brud, als en Feder off dem Hud.
Trier
ApfelBesser einen Apfel verschenken als verschlucken.
dk] Bedre er aeblet givet end aedet.
la] Malum malo dari quam fauce tenace vorari.
se] Baetra aer aeplit giwit aen aetith.
ApfelBeter de Appel as de Stamm fallt af.
Oldenburg
ApfelBis die Äpfel reif waren, sagte der Junge, als ihn der Schulmeister fragte, wie lange Adam im Paradiese gewesen sei.
ApfelDa bleiben so viel Äpfel als Feigen.
ApfelDa schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossapfel und schwamm mit den echten.
var] Da schwimmen wir Äpfel, sagte der Rossdreck und schwamm mit den anderen Äpfeln den Bach hinab.
cz] Chvastej se, chvastje', ajhle shnilá jablka, hle kobylince nad vodou plynou.
dk] Du triller ikke ebled san langt, at dre ey smojer af roden.
en] See how we apples swim, quoth the horse-t-d.
la] Etiam corchorus inter olera.
nl] Wij appelen zwemmen, zei de paarden keutel.
ApfelDa'r Opf'l folld nid waid vom Schdom aussa'rer kug'ld.
Niederösterreich
ApfelDar Opf'l fold nid waid vom Pam.
Steiermark
ApfelDas ist ein saurer Apfel für den Durst.
Deutz
ApfelDat Appelke kûlt nich wit vom Stamm, lêwe Lü'dkes si't mi nich gram.
ApfelDat Appelke kûlt nich wit vom Stamm, wî dat Schâpke ös ôk dat Lamm.
ApfelDe Appel fallt nich wit von 'n Plummenbom.
ApfelDe Appel fällt nich wît von 'n Stamm, aß dat Schaop so dat Lamm.
Altmark
ApfelDe Appel fällt nit wît vam Stamme, et en (bedeutungsloses Flickwort) si dann, dat de Bôm schêf am Auwer (Ufer) steht.
Iserlohn
ApfelDe Appel fällt nit wît vamme Stamme.
Waldeck. Rastede
ApfelDe Appel han jitz golde Stillcher.
Köln
D. h. sie sind jetzt selten und teuer.
ApfelDe Appel is beter gebn as get'n.
ApfelDe Appel is beter geven as eten.
Wenn er nämlich schlecht ist.
ApfelDe hescht Äpel se madig.
Siebenbürgen-sächsisch
ApfelDer Apel falt net fär vum Bûm.
ApfelDer Apel fält uow, wun e reiw äss.
ApfelDer Apfel fällt ab, wenn er reif ist.
ApfelDer Apfel fällt nicht weit vom Stamm, das Gewächs wird, wie es gibt der Sam'.
ApfelDer Apfel fällt nicht weit vom Stamm, so wie der Bock, so auch das Lamm.
ApfelDer Apfel fällt nicht weit vom Stamme, es sei denn er ständ' auf einem Reg (Abhange).
Eifel
In der (Schweiz) statt Reg = Rain, d. i. Abdachung eines Bergteils oder Abhang eines Hügels.
ApfelDer Apfel fällt nicht weit vom Stamme.
Die englischen Neger in Surinam: Die Monja fällt nicht weit vom Baum nieder.
Grubenhagen: De Appel fallt nich wit vonn Stamm.
Jüdisch-deutsch in Warschau: Dus Äppele fallt nit weit vün 'm Bäumele.
Luxemburg: Den Apel fellt net weit fum Bam.
Neumark: Deär Appel felt nich wiet vannen Schtam; wi di Olle, so det Lam.
Preußen: Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum.
cz] Nedaleko od stromu jablka padaji.
dk] Äblet falder ikkc langt fra träet.
fr] Toz jors siet la pome et pomier. (I, 5.
fr] Un loup n'engendre pas de mouton.
hr] Jabuka ne opade dalko od stebla.
hu] Nem esik az alma messze a fájától.
it] Qual legno, tal scheggia.
krain] Jabelko ne pade dalec od drevésa.
la] Ex patre malo nunquam bonus filius. (Eurip.)
la] Naturae sequitur semina quisque suae.
la] Neque imbellem feroces progenerant aquilae columbam.
la] Non procul a proprio stipite poma cadunt.
la] Patrem sequitur sua proles.
la] Saepe patris mores imitatur filius in fano, qualis erat mater, filia talis erit.
la] Troja non producit Thracem.
la] Vipera nascitur e vipera.
lt] Obolei obeliu seka.
nl] De appel valt niet verre van den stam.
pl] Co s jabloni spadnie, niedaleko upadnie.
pl] Od sada niedaleka jablko pada.
se] Applet faller inte långt ifrån trädet.
sl] Jablko ne pade delecod debla.
tschud] Kui tam ni wössud.
wend] Jabluko daljoko wot jabuni nepadnjo.
ApfelDer Apfel ist nicht stets auf beiden Seiten rot.
dk] Nogl eble ere pav den ene side röde, men pav den anden side bleege.
ApfelDer Apfel nach dem Stamme, das Kind nach der Amme.
ApfelDer Apfel schmeckt nach dem Baum, wie der Stamm, so die Pflaum'.
cz] Jablko rádo zachovává chat' stromu svého.
fläm] Appeken smaakt gemeenlik bomig.
la] Dum gusto poma, tunc pomus fit mihi nota.
nl] Den appel smaect sijns booms.
ApfelDer Apfel schmeckt süß, um den man die Wache betrügt.
la] Dulce pomum quum abest custos. (Plutarch)
ApfelDer Apfel siehet rot, doch sitzt ein Wurm darin, die Jungfrau siehet schön, hat aber bösen Sinn.
la] Non reputes aurum totum quod splendet ut aurem nec pulchrum pomum quodlibet esse bonum.
ApfelDer Apfel, den Frau Eva brach, bracht' uns in alles Ungemach.
Humoristische Ansicht über die Erbsündentheorie. Ein Apfel nahm uns das Paradies; ein anderer Apfel entzündete den Trojanischen Krieg. Ein Apfel, den Tell vom Kopf seines Sohnes schoss, gab der Schweiz die Freiheit; ein Apfel, den die Kaiserin Eudoxia dem Paulin geschenkt, wodurch die Eifersucht Theodosius' gereizt wurde, zog diesem Muster weiblicher Anmut und männlichen Geistes Elend und Verbannung zu. Einem Apfel verdanken wir durch Newton die wichtigste Entdeckung im Reiche der Naturwissenschaft - das Gesetz der Schwere.
la] Grande malum fuit id, quo totus perditur orbis, parvum etsi malum forte comedit Adam.
ApfelDer Appel fällt net weck vom Bom, udder ä muss om Berg stoen.
Bedburg
ApfelDer beißt in einen sauern Apfel und jenem zieht's in die Zähne.
ApfelDer schönste Apfel faulet an.
ApfelDer schönste Apfel hat oft einen Wurm.
ApfelDer schönste Apfel ist oft am wenigsten süß.
nl] De mooiste appels zijn juist niet de beste. (I.)
ApfelDie Äpfel schmecken süß, wenn der Wächter nicht dabei ist.
ApfelDie Äpfel sind noch nicht zeitig, die man im Herbst brechen soll.
ApfelDie Äpfel wer'n von Lorenzi g'sålzen, von Barth'lmä g'schmålzen.
Steiermark
Die frühreifsten Apfelsorten erhalten um den Lorenzitag (10. August) die Säure und um den Bartholomäustag (24. August) die Milde.
ApfelDie besten Äpfel haben die meisten Warzen.
»Unter den Menschen und borsdorfer Äpfeln sind nicht die glatten die besten, sondern die rauhen mit einigen Warzen.« (Jean Paul)
ApfelDie sauersten Äpfel haben die schönsten Bäckchen.
Wendische Lausitz
ApfelDoo verkäufs mêr kein Äppel för Zitrone. Köln
ApfelDor swemmt wi Appeln, säd' de Pierkötel un swemmt mit'n Borsdorfer de Bäk entlang.
Holstein
ApfelEin Apfel, der auf dem Baume verschrumpft, reift nicht erst im nächsten Jahre.
Versäumte Zeit, verlorene Jugend kommt nicht zurück.
ApfelEin Apfel, der runzelt (schrumpft), fault nicht bald.
Trost für alte Frauen.
ApfelEin Apfel, der spät reift, dauert lange.
cz] Jablko, které pozde zraje, dcle trvá.
ApfelEin fauler Apfel macht schnell, dass faul wird (o. dass gleich ihm werde) sein Gesell.
la] Pomum corruptum, cito corrumpit sibi iunctum.
ApfelEin fauler Apfel macht zehn (faule Äpfel).
Rumänien: Neben dem faulen Apfel verdirbt auch der gute.
ApfelEin fauler Apfel steckt hundert gesunde an.
dk] Et randent aeble fordaerver hundrede gode.
en] One ill weed makes a whole pot of pottage.
es] La manzana podrida perde a su compaña.
it] Una mela marcia ne guasta cento.
la] Pomum compunctum cito corrumpit sibi junctum.
nl] De eene appel doet den anderen rotten.
nl] Een rotte appel in de mande maakt al de gave fruit te schande.
ApfelEin gesunder Apfel ist besser als eine faule Ananas.
ApfelEin guter Apfel ist doch gut, obschon er einen Wurm hat.
ApfelEin guter vnnd schöner Apffel ist doch gut, ob er schon einen Wurm hett.
ApfelEin runzliger Apfel fault nicht leicht.
ApfelEin säuerlicher Apfel schmeckt oft besser als ein süßer.
So ist mancher Tadel dem Lobe vorzuziehen, oder ist angenehmer als dieses. Süße Speise wird durch Säure gewürzt.
dk] Suur aeble smager untertiden vel.
ApfelEin saurer Apfel schmeckt gar manchem wohl.
dk] Suur æble smager undertiden vel.
ApfelEin verschrumpfter Apfel bleibt oft am Baume kleben.
Wird aber dadurch ebenso wenig besser oder genießbarer, als z. B. ein Student, der als Inventarienstück auf der Universität zurückbleibt.
ApfelEinem Äpfel für Zitronen verkaufen.
ApfelEinen Apfel ohne Stiel bekommen.
ApfelEinen Apfel unter den Haufen werfen.
fläm] Een appeltje te grabbel werpen.
ApfelEinen Apfel wie einen Groschen nemen.
Luthers Tischr.
ApfelEinen Apfel, der Wurmstiche hat, legt man keinem Gaste vor.
ApfelEinen goldenen Apfel an den Weg legen.
ApfelEn Apel fir den Durscht halen.
ApfelEn ugebasten Apel helt sech net.
ApfelEr hat den Apfel bekommen.
Den Preis davongetragen.
ApfelEr lest jhm auch ein Apffl gefallen.
Verachtet auch ein kleines Geschenk nicht.
ApfelEr schickt Äpfel nach der Normandie.
Wo sie im Überfluss sind.
ApfelEr wird sich faulen Äpfeln aussetzen, o. ist vor faulen Äpfeln nicht sicher.
Er hat sich das Missfallen des Publikums in so hohem Grade zugezogen, dass er fürchten muss, mit faulen Äpfeln geworfen zu werden.
ApfelEs is koi Apfel so rousenrout, es steckt a Wirmerl drinn; es is koi Moidl so jung erkorn (aus den jüngsten hervorgesucht), es fiet (führt) an falschen Sinn.
Oberpfalz
Luxemburg: 'T as ken Apel eso roserot, en huot falsche' Kiêr.
ApfelEs ist kein Apfel so gut, es ist ein fauler Kern darin, wo nicht mehr.
ApfelEs ist kein Apfel so schön, es steckt ein Würmlein darin.
ApfelEs ist kein verfaulter Apfel.
Die Sache ist nicht schlecht.
ApfelEs ist nicht jeder Apfel süß, in den man beißt.
ApfelEs konnte kein Apfel zur Erde.
So gedrängt voll war es in dem Lokal.
ApfelEs pleiben so vil öpffel als bieren (dass Ja ist Neyn vnd Neyn ist Ja).
Fischart, Bienenkorb, 1588
Die Sache ist unentschieden.
ApfelEs sind auch keine Äpfel, die dem Ross des Kaisers entfallen.
ApfelEs sind goldene Äpfel in silbernen Körben (o. Schalen).
Spr. Sal., 25, 11.
ApfelEs sind nicht alle schönen Äpfel gut.
ApfelEs sind nicht ungemein die schönsten Äpfel bitter.
ApfelEs sind süße Äpfel, welche der Hüter übersieht.
Er übersieht sie oft nur, um sie nachher für sich herunterzuholen.
ApfelEs war ein schlimmer (o. großer) Apfel, an dem sich die ganze Welt den Magen verdorben hat.
ApfelEt is kein Appel so rund un räut, et stieket en Keernken derinne.
ApfelEva hat den Apfel gessen und Adam den Gröbs gegeben.
cz] Eva jablko snedla, a muzi chryzek dala.
ApfelFällt der Apfel weg, so bekommt er einen Fleck.
ApfelFaule Äpfel in goldenen Körben.
ApfelFaule Äpfel werden nicht gut, wenn man sie zu faulen tut.
ApfelFaule Äpfel, faule Birnen, faule Menschen, faule Dirnen.
ApfelFir en Apel an e Steck Brot.
ApfelGedenke, dass du mögest Äpfel essen!
Lerne folgen dem »Adam iss«, so das Weib will.
ApfelGevv mêr der Appel, kriss dô de Ketsch (Kerngehäuse).
Köln
ApfelGoldene Äpfel besänftigen den Höllenhund.
ApfelGoldene Äpfel wachsen nicht am Wege.
ApfelHat der Apfel einen Wurm, so fällt er ohne Sturm.
cz] Cervivá jablka s stromu leti.
ApfelHier schwimmen wir öpffel, sprach der Pferdedreck, da schwamm er vnder den öpffeln vff dem wasser.
ApfelIch frage nach Äpfeln, und du antwortest mir von Birnen.
ApfelIch habe einen Apfel mit ihm zu schälen.
Etwas mit ihm abzutun, zu verhandeln.
ApfelIch han met dem en Appelche zu schellen.
Brandenburg
Eine unangenehme Sache abzumachen.
ApfelIch rede von Äpfeln und ihr antwortet (redet) von Zwiebeln.
en] I talk of chalk and you talk of cheese.
ApfelIch will in seinen Apfel so beißen, dass er bis zum Kern verfault.
dk] Jey skol bide hannan et bid i hans aeble, del skal raadne ind til kiernene.
ApfelIk muss (musste) in den sûren Appel bîten, ik mug (mochte) willen (wollen) oder ni.
Oldenburg
ApfelIk muss in den suren Appel biten, ich mug willen oder ni'e.
ApfelIn einen sauren Apfel beißen müssen.
Sich zu einer unangenehmen Sache entschließen.
fr] Faire de nécessité vertu.
fr] Faire une chose malgré soi.
fr] On lui a fait sauter le bâton.
nl] Men moet door een' zuren appel heen bijten.
ApfelIs ôk de Appel rosenrot, so sitt doch noch wohl ên Wurm darin.
Ostfriesland
ApfelIst der Apfel noch so rot, so sitzt darinnen doch der Tod.
ApfelIst der Apfel reif und rubin, so stecket auch der Wurm darin.
dk] Skjøndt er æblet og rödt, men maddiken findes der inde.
ApfelIst der Apfel rosarot, so ist der Wurm darinnen, und die Jungfrau hübsch und fein, ist gar falsch von Sinnen.
ApfelIst ein schöner Apfel an dem Baum, so laustert auf ihm der Wurm.
ApfelIst in schönem Apfel kein Wurm, so wäre doch gern einer darin.
ApfelJa, gif mi enen Appel! Geh, Müllers Rappel, de schott die enen Appel.
Sauerland
Ironisch, um eine Bitte abzuweisen.
ApfelJât (etwas) för enen Apel on en Ei krêje.
Krefeld
ApfelJeder Apfel hat seinen Wurm.
ApfelJemanden die Äpfel der Hesperiden schenken.
Große und kostbare Geschenke machen.
la] Hesperidum mala.
ApfelJemanden mit (goldenen) Äpfeln werfen.
Von denen, welche durch Geschenke irgendeinen Vorteil (Gegenliebe) erreichen wollen. - Der Mythe von der Atlante entlehnt, die Hippomenes im Wettlauf nur dadurch überwand, dass er während desselben goldene Äpfel hinwarf, welche die Jungfrau auflas und sich dadurch verzögerte.
la] Malis ferire. (Diogenion.)
ApfelKein Apfel schmeckt besser, als der vom verbotenen Baume.
ApfelMan isst den Apfel und fragt nicht, wo er gewachsen ist.
ApfelMan kann keinen faulen Apfel in einen Haufen werfen, ohne einen Pfaffen (o. Junker) an den Schädel zu treffen.
ApfelMan kann nicht Äpfel und Birnen von einem Baume schütteln.
ApfelMan muss den Apfel erst loben, wenn er geschnitten ist.
ApfelMan muss den Apfel nicht eher vom Baum nehmen, bis er reif ist.
dk] Det er daarligt at tage eblet af traeet förend det er moden og kraeve lön förend arbeydet er giort.
ApfelMan muss den Apfel, in dem sich ein Wurm findet, nicht gleich fortwerfen.
ApfelMan muss die Äpfel nicht pflücken, ehe sie reif sind.
ApfelMan muss sich nicht Äpfel für Zitronen verkaufen lassen.
ApfelManche Äpfel sind sehr schön, man tut aber besser, man lässt sie stehn.
dk] Nogle aeble er deylige for sjunen, men ere dog beeske for smogen.
ApfelMe soll den Öpfel nit vom Baum schüttle, gäb (bevor) er ryf isch.
Soloturn
ApfelNach schönen Äpfeln greift man am ersten.
ApfelNach süßen Äpfeln muss man hoch steigen, sauere hangen unten.
ApfelNicht jeder Apfel hat einen Wurm.
ApfelNos poma natamus, sprach der Rossbolle und schwamm mit anderen Äpfeln den Bach ab.
ApfelRote Äpfel sind auch wohl faul (o. wurmstichig).
la] Saepe nates scabras facies commendat honesta.
ApfelSauere Äpfel sind noch lange keine Zitronen.
ApfelSaure Äpfel, die die Eltern gegessen, verschlagen den Kindern die Zähne, dass sie das Brot in den Suppen nicht essen können.
ApfelSchöne Äpfel sind auch wohl sauer.
ndt] Schone appel sint ôk wohl sûr. (Dulcia non semper sunt ori poma venusta.)
hu] A szép almákban is vannak savanyúk.
it] Belli pomi son anche alle volte amari.
la] Non protinus mala quae pulchra, eadem et dulcia sunt.
nl] Een appel, schoon en lang van duur, is dikwijls wrang en bitter zuur.
nl] Schone appelen zijn ook wel zuur.
ApfelSie buhlt um Äpfel und verteilt sie unter Kranke.
Von einer heuchlerischen Betschwester.
ApfelSie hat des Apfels Kunde nit.
Weiß noch nichts von der Geschlechtsneigung.
ApfelSobald der Apfl auf die Erden fallet, bekombt er Beyllen und faulet ehnder.
ApfelUnter faulen Äpfeln ist wenig Wahl.
ApfelVerbotene Äpfel sind süß.
it] Cose vietate più desiderate.
ApfelVon sauren Äpfeln gibts keinen süßen Schnitz.
ApfelVp ein suyren appel beißen.
ApfelWas an den Äpfeln ich gewonnen, ist an den Birnen mir zerronnen.
dk] Saa megst som han vinder i de eble, saa taber han i de paerere.
ApfelWen der Apfel anlacht, der kostet ihn auch.
ApfelWenn Äpfel und Nüsse kommen, soll man schäkern.
ndt] Wan appel unde nötte komen, so sol men bûrden (= scherzen, kurzweilen, Spaß treiben; frz.: bourder = lügen, aufschneiden.) (Utandum salibus quando bellaria dantur.)
ApfelWenn de Appel ripe is, sau felt he.
la] Pomis vicinam maturis nosce ruinam.
se] Fulmoen aeple falla gerna.
ApfelWenn der Apfel fällt, hat Gott den Stiel gebrochen.
ApfelWenn der Apfel reif ist, fällt er ab.
Luxemburg: Wan den Apel zeideg as, da fellt e fum Bâm.
cz] Kdyz jablka uzraji, sama sprsí.
dk] Mod eble er fald i vane7.)
krain] Zrélo jabelko samo pade.
nl] Als het appeltje rijp is, valt het van zelf.
ApfelWenn dich jemand nach Äpfeln fragt, so antworte nicht von Birnen.
ApfelWenn man auch faule Äpfel lobt, es werden keine Aprikosen daraus.
cz] Chval psotu jak chees, nebude nie nez psota a nic dobrého.
ApfelWenn man den Apfel nicht essen soll, so muss man ihn nicht anbeißen.
ApfelWenn sich zehn um einen Apfel zanken, bekommt ihn keiner.
ApfelWer amol en Öpfil gno hed, cha-mer nomma höra stehla.
hdt] Wer einmal gestohlen hat, kann vom Stehlen nimmer lassen.
ApfelWer den Apfel will, zieht den Zweig herunter, und wer die Tochter will, liebkos' die Mutter munter.
ApfelWer einen Apfel schält und nicht isst, bei Jungfrauen sitzt und sie nicht küsst, beim Weine ist und nicht schenkt ein, der muss ein einfältiger Tropf sein.
var] Schlusszeilen: »Hat en Kann voll Wein vnd nicht schenkt ein, der mag wo ein schlechter Joseph sein.«
ApfelWer mit goldenen Äpfeln werfen kann, behält das Feld.
ApfelWer verbotene Äpfel isst, dem bleibt der Griebs im Halse stecken.
ApfelWer wilde Äpfel isst, macht keine Honigmiene.
ApfelWer wird von einem Apfel essen, den ein räudig Maul angebissen hat.
ApfelWer wollte die Äpfel nicht, wenn sie pfisen (backen).
ApfelWer zuvor einen sauern Apfel gegessen hat, dem schmecken die süßen desto besser.
ApfelWie weit der Apfel rollen (fallen, geworfen werden) mag, er schmeckt nach seinem Stamme.
la] Stirpe saporatur pomum quousque rotatur.
se] Tu kaster ey aeplaet swa langth fran traeth thz kaennis ae hwadhan thz aer komith.
ApfelWillst du Äpfel haben, so hebe den Sack auf.
ApfelWiltu nicht Äpfl tragen, sagte der Bauer zu dem Baume im Zorn, als er hinaufgestiegen und die wenigen schüttelte, so trage Diebe und Schelme.
ApfelWir Äpfel kommen von Strasburg, sagte der Rossdreck, als er auf dem Rhein dahergeschwommen kam.
»Junckherr Rossdreck ist sein nam, der mit anderen Äpfeln schwam.«
»Der Adel tut das widerspill, so er den kittel tragen will, vnnd will gentzlichen baursch gebärden, ein apffel zu ein rossdreck werden.«
ApfelWir haben alle vom apffl gessen vnd des gleichs kauff mitgetrunke.
ApfelbaumAn einen sauern Apfelbaum gebunden sein.
An einen widerwärtigen Mann verheiratet sein.
en] To be tied to the sour apple-tree.
it] Se ha mangiato le candele, ora coga gli stoppini.
ApfelbaumDas hat auf keinem Apfelbaume Platz.
In Bezug auf die Auslassungen von Schwätzern und Aufschneidern.
ApfelbaumWenn d' Äpfelbäum blüahn, soll der Ofen glüahn.
Schwaben
ApfelbaumWenn der Apfelbaum alt wird, legt man Stroh darum und verbrennt ihn.
ApfelbaumWie der Apfelbaum ist, so sind die Äpfel.
Litauen
ApfelbreiAppelbrei is Appelbrei, sagt Quaddel.
Hildesheim
ÄpfelchenWä sich en Äppelche för den Dôsch (Durst) opverspât (aufspart), dä bruch nit ander Lück (Leute) dröm em Mung ze läcke.
Köln
ApfeldreckDen schull man mit Appeldreck besmiten, un schicken em den Döwel to Niejahr.
ÄpfelfrauDat is nich wie bei der Äppelfrau.
Pommern
Aussuchen gilt nicht, man muss es nehmen, wie's kommt, der Reihe nach. Auch in Berlin mit dem Zusatz: »wie sie gekommen sind, müssen sie weg«, nämlich die Töchter; diese Antwort gibt die Mutter einem Freier um die jüngere Tochter, während die ältere noch unvergeben ist.
ÄpfelfrauWie bei der Äppelfrau.
Wo nicht gefeilscht wird, sondern fester Preis ist.
ApfelhökerHe schellt as en Appelhöcker.
ApfelkuchenordnungEs ist (o. war) nicht alles in Apfelkuchenordnung.
Um Fehler, Mängel, Verstöße bei Festen, Aufzügen, im Hauswesen, in der Verwaltung zu bezeichnen. Unter den Deutschen in Nordamerika gebräuchlich. Man isst dort bekanntlich viel Apfelkuchen. Bei jedem Festessen hat er seinen bestimmten Platz in der Reihe.
ÄpfelsackHaben sie dich beim Äppelsack?
ÄpfelsackIn den Äppelsack greifen.
Etwas auf gut Glück beginnen, versuchen.
ApfelschnitzÄpfelschnitz und Bireschnitz und gäli Ruesli drunger; wenn ein Muetter e Jumpfern 'n isch, so nimmt's mi's Düvels Wunger.
ApfelschnitzÄpfelschnitz und Bireschnitz, sie wachse 'n a de Bäume; 's geht Mânge zue 'me Meitschi g'hilt, 's wär' besser, er blieb daheime.
ApfelschnitzApfelschnitzen hat jedermann im Halse sitzen.
ApfelschnitzBeim Blitz, das ist ein süßer Apfelschnitz.
ApfelschussDen Apfelschuss tun.
Sehr gewagten, aber glücklichen. Nach der Tellsage.
ApfelsineApfelsinen sind gut, aber Kartoffeln sind besser.
»Man lebt besser von lauter Kartoffeln als von lauter Apfelsinen; aber der erste Anbiss von einer süßen Orange ist freilich romantischer, als der in eine gekochte, oder gar in eine rohe Knollenfrucht.« (Zur Charakteristik der Frauen von Bogumil Goltz.)
ApfelsineDie Apfelsinen verderben, was soll man mit den sauern Orangen anfangen.
Kann ich das Bessere haben, so will ich das Schlechtere nicht.
ÄpfelweinBei gutem Äpfelwein fällt dem Deutschen sein Kreuz nicht ein.
Spott der Deutschamerikaner auf die Deutschen in der alten Heimat, darüber, dass sie Übel geduldig ertragen, die durch einmütiges Wollen leicht zu beseitigen wären.
ApfelwolkenApfelwolken und geschminkte Frauen sind nicht von langer Dauer.
fr] Temps pommelé et femme fardée ne sont pas de longue durée.
AphikoomeEr hat zu viel Aphikoomen gesse'.
Jüdisch-deutsch
So heißt das Stück Matze, das nach rabbinischer Vorschrift am Passahabend als Nachtisch gegessen wird. Wenn man bei jemandem, der sehr alt geworden, fragt, woran er gestorben sei, so sagt man scherzend: Er hat zu viel Aphikoomen gegessen.
AphikoomeWer viel Aphikoomen isst, der lebt lange.
ApikoresDas is e Apikores.
Jüdisch-deutsch
Auch: Das is e Min (Manäer). Apikores = Irrgläubige, Heterodoxe, Epikuräer.
ApolloApollo lacht nicht immer.
ApolloDas mag Apollo verstehen!
Wenn etwas sehr dunkel und unverständlich ist.
la] Ne Apollo quidem intelligat.
ApolloWas hat dir Apollo gesungen (o. geantwortet).
Wenn man jemanden, der von einer hochgestellten Person kommt, fragt, was für eine Antwort er erhalten habe. Mit Bezug auf die Zither, welche die Dichter dem Apollo beilegen.
la] Quid tibi Apollo cecinit. (Zenod.)
ApostelDas haben die Apostel nicht gepredigt.
nl] Dat was de meening van den apostel niet.
ApostelDas ist der letzte Apostel (auch: der letzte Heilige).
Ironisch: Es ist ein sauberer Gesell, ein schöner Heiliger, der letzte, ein prächtiger Mensch. Der Schlesier sagt: Der kann mir gestohlen werden.
fr] C'est un bon apôtre; un bon garçon, un bon enfant, un bon vivant.
nl] Het is en rare (o. ruige) apostel.
ApostelDen guten Apostel spielen.
Sich sehr ehrlich stellen.
ApostelDie Apostelpferde anspannen.
So sagt der Holsteiner für: per pedes Apostolorum, sich auf die Beine machen, gleich den Aposteln.
dk] At bruge Apostlernes hest eller vogn.
fr] Le cheval des capucins.
nl] Hij moet vertrekken per pedes apostolorum.
ApostelDie zwölf apostel an der zal teten künig Rudolfen den fussfal.
ApostelEr hat kleine Apostel.
So sagt der Holländer von jemandem, der kleine Kinder hat, wohl, weil Jesus zu seinen Schülern in dem Verhältnis eines Vaters zu seinen Kindern gestanden hat.
ApostelEr ist der dreizehnte Apostel.
la] Sapientum octavus.
ApostelEs ist ein Apostel des Umsturzes.
ApostelEs ist nicht jeder ein Apostel, der hingehet in alle Welt.
fr] Ce n'est pas un apostre mais un disciple.
fr] Il y a plus de disciples que d'apostres en France.
nl] Het zijn niet allen apostelen, die wandelstokken dragen.
ApostelHab' ich doch nie gehört, dass ein Apostel Major gewesen, sagte Töffel, als er unter einem Bilde Jacobus major las.
ApostelHe kam up synem Apostelpêrde gereden.
ApostelJeder hat seinen eigenen Apostel.
ApostelSeine Apostel sind nicht weit her.
ApostelSpann dine Apostelpêr an.
Geh und mach' dich auf die Füße.
ApostelUnter zwölf Aposteln war ein Verräter.
»Auch unter den zwölf Aposteln ist ein verdammter Stricksdieb gewesen.« (Abraham a Sankta Clara.)
dk] Der vare kun 12 Apostler, og dog en skjelm iblandt dem.
it] Anco gli apostoli ebbero un Giuda.
it] Trà dodeci apostoli se ne trovò un traditore.
ApostelUp dem Apostelpearde riyen.
Westfalen
fr] Aller sur la haquenée des cordeliers.
la] Per pedes apostolorum.
nl] Hij is op sijne apostel-paarden gekomen.
ApostelreiterEs ist ein Apostelreiter.
ApostelteilungIst Apostelteilung (15. Juli) schön, so kann das Wetter der sieben Brüder gehn.
ApostelteilungWenn an Apostelteilung der Wind von Mittag weht, ist dies Jahr große Teuerung; woher er aber weht, dort wird alles wohlfeil.
Prager Kalender 1877
ApostelträgerEr ist ein Apostelträger.
Apotheke'S ist besser als in d' Apothek.
Wenn es einem gut schmeckt.
ApothekeBamme eppes in der Appedecke für zwölf Kröpper holt, nahme sis für ken Krötzer widder.
Henneberg
Was man für zwölf Kreuzer dort gekauft, nimmt man nicht für einen Kreuzer zurück.
ApothekeDie Apotheke ist eine teure Küche.
dk] Det er dyr sundhet som man henter af apotheket.
ApothekeDie Apotheke öffnet einen geschlossenen Hintern.
ApothekeDie deutsche Apotheke ist die beste Kost.
ApothekeEr hat die Apotheke durchstudiert.
en] Apothecaries would not give pills in sugar unless they were bitter.
nl] Hij is de geheele apotheek al door geweest.
ApothekeEs ist aus der Apotheke.
Sehr teuer.
nl] Ne, dat is wel uit de apotheek gehaald.
ApothekeGibt die untere Apotheke nicht aus, so steht es schlecht im ganzen Haus.
Ohne regelmäßige Leibesöffnung keine Gesundheit.
ApothekeHei is in de unrechte Apteike kuemen.
Westfalen
In die verkehrte Küche, nicht vor, die rechte Schmiede.
ApothekeIn der Apotheke.
Als Antwort bei teuren Preisen.
ApothekeIst's mit der Apotheke aus, so kommt ein neuer Doktor 'raus.
en] A broken apothecary, a new doctor.
ApothekeMallig sengen Appeteck, säd Pitter Schonk, do oass hä der Stockfisch un Märesch Jusep de Öledäppel.
Brandenburg
ApothekeSo kauft man's in der Apotheke.
In Würzburg: Sou kauft mr's in d'r Apathek.
ApothekeSo krieg ich's in der Apotheke und ist auch a Rezept derzu.
ApothekerApenteker köche bäter, und losse sich är Köchen doch déier bezuolen.
ApothekerApotheker und Postmeister tragen grob Tuch.
»Es is noch ganz ni so lang her, dat de Aftheker jo so groff wêren as de Postmeisters.«
ApothekerApotheker, Doctor vnd Jurist bringen das best von vnrechten gut darvon.
ApothekerDem Apotheker traue der Teufel, beide haben viel Büchsen.
ApothekerDer Apotheker halte den Stössel und der Brauer rühre im Kessel.
Jeder treibe sein Geschäft.
ApothekerDes Apothekers Mörser verderbt des Kunstpfeifers Musik.
ApothekerDie Apotheker rechnen teuer und speisen übel.
ApothekerDie Apotheker sind die größten Wucherer, sie geben eine Purgation für einen Gulden und nehmen die Wirkung nicht für einen Pfennig.
ApothekerEin Apotheker braucht nicht lange Hahnrei zu sein.
fr] Un apothicaire ne doit être longtemps cocu.
ApothekerEin Apotheker ohne Zucker ist ein armer Schlucker.
Er hat, wie ein Soldat ohne Gewehr, nicht, was zu seinem Berufe gehört.
fr] C'est un apothicaire sans sucre.
fr] Trésorier sans argent est un apothicaire sans sucre.
ApothekerEnnen Apotheker nemmt 'er negen on negen sech seker (sicher).
Meurs
ApothekerJe mehr Apotheker, desto mehr Leichensteine.
ApothekerKein Apotheker ohne Gift.
ApothekerKein Apotheker, er pfuscht dem Docktor einmal ins Handwerck.
»Wo in de Welt is wull en Aftheker, de den Docktor ni mal in sin Handwerck pfuschen deit.«
ApothekerLuk ût, hat de Düwel segt, had 'n Aptheker bi't Bên kregen.
Ostfriesland
ApothekerWer mit den Apothekern isst, für den ist teure Zeit.
ApothekerbüchseWann de Aptäkerbüssen klappert, is 'r vull Leiphût un Sücke.
ApothekerflaschenApothekerflaschen geben dem Tode zu naschen.
ApothekerkunstIst dies eine Apothekerkunst?
D. h.: Ist es so schwer, als die Kunst eines Apothekers? Man will damit sagen, dass sich von dem besprochenen Gegenstande leicht eine Kenntniss erwerben lasse.
ApothekerlateinEs ist kein Apothekerlatein.
Es ist (ist nicht) verständlich gesprochen, auch stark, grob.
ApothekerpillenEr ist wie die Apothekerpillen.
Falsch; außen schön, freundlich, und im Inneren, dass er würgt.
ApothekerrechnungDas ist eine Apothekerrechnung.
D. h. Eine Rechnung mit 99 Prozent Gewinn; daher pflegt man die Apotheker auch die Neunundneunziger zu nennen. Wenn man die Buchstaben unsers Alphabets von A bis Z (ll und ss mitgerechnet) als Ziffern gebraucht, so ergibt sich Folgendes: A=1, p=16, o=15, t=21, h=8, e=5, k=10, e=5, r=18, Apotheker=99. Die Neugriechen nennen eine unverschämte Rechnung eine - Judenrechnung.
fr] C'est un mémoire d'apothicaire.
nl] Hij rekent als een apotheker.
AppelAppel, trag die Taler herein, dass ich zappel.
Nach einer Predigt von J.F. Schörer, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Pfarrer zu Rechenberg in Franken war. Worte eines sterbenden Geizhalses an seine Diener gerichtet. Sprichwörtliche Bedeutung: Geld bewegt, erzeugt Leben und Lust zum Handeln.
AppellationDie appellatio vom newen wein zum alten hat billig statt, so noch davon im Fass ist.
AppellesbubenSie sind wie die Appellesbubn.
Bayerische Schulzeitung, 1864
Um zu sagen, sie stehen sehr gut zueinander.
AppellierenAppellieren vnd Bettlen stehet jedermann frey.
In unseren Tagen da, wo öffentliche Ordnung herrscht, nicht mehr.
AppellierenEr appellirt.
Vom Betrunkenen. Sich übergeben, kotzen, vomieren, ein sehr üblicher Euphemismus, der auch in dem bekannten Verse vorkommt: Hier ist das Oberlandsgericht, wo jeder Arsch sein Urteil spricht; und wer dagegen appelliert, dem wird das Maul voll Dreck geschmiert.
AppellierenWohl appelliert und übel geurteilt.
AppenIn Appen is nicks to happen.
Dorf in der holsteinischen Herrschaft Pinneberg.
AppenzellerDer Appenzeller lässt sich führen, aber nicht treiben.
Dies Sprichwort bewährt sich durch die ganze Geschichte der Appenzeller und anderer freier Völker und stimmt auch mit einem anderen Sprichwort überein, das freilich erst in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entstand und nicht immer angewandt wurde: Toggius ratione ducitur.
AppenzellerDer Appenzeller lässt sich führen, aber nicht treiben.
Dies Sprichwort bewährt sich durch die ganze Geschichte der Appenzeller und anderer freier Völker und stimmt auch mit einem anderen Sprichwort überein, das freilich erst in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entstand und nicht immer angewandt wurde: Toggius ratione ducitur.
AppetitAn verlorenem Appetit stirbt man nit.
es] Dejar de comer por haber comido no es enfermedad de peligro.
AppetitAppetit braucht nicht Torte zu suchen, ihm schmecken Eierkuchen.
AppetitAppetit ist die beste Brühe (o. Sauce).
fr] Il n'y a point de pareille sauce que l'appétit.
la] Cibi condimentum est fames, potionis sitis. (Cicero)
AppetitAppetit lehrt den Lahmen gehen und Hunger lehrt ihn springen.
AppetitAppetit ohne Kredit gibt ein schlechtes Fazit.
AppetitAppetit sieht Eierkuchen für Torte an.
AppetitAppetit und wenig auf den Tisch ist besser als kein Appetit bei Braten und Fisch.
dk] Bedre at vilde aede og have lidet, end at have meget og kunde intet.
AppetitBesser Appetit ohne Brot, als Brot ohne Appetit.
dk] Det er bedre at vil aede, og have intet, end have og kunde intet.
AppetitDer Appetit der Moskauer schadet den Nowagen mehr als der Hunger der Archangler.
Moskau
Die Nowage ist ein delikater Fisch, der im Weißen Meere gefangen wird und häufig als Delikatesse auf den Tafeln der reichen Moskauer erscheint. Natürlich kann er so weit nur im Winter im gefrorenen Zustande versandt werden.
AppetitDer Appetit ist da, wo ist der Braten?
AppetitDer Appetit ist ein Schalk, er treugt offt.
la] Appetitus est nequam.
AppetitDer Appetit kommt erst, wenn man was Gutes vor sich hat.
AppetitDer Appetit kommt im Essen.
Ist auf mancherlei Verhältnisse anzuwenden. Die Lust zum Kaufen z. B. wächst mit dem Kaufen, worin es seinen Grund hat, dass die späten (oder faulen) Märkte gute Märkte werden. Dieses Sprichwort scheint französischen Ursprungs zu sein, wo es folgender Anekdote seine Entstehung zu danken haben soll. Heinrich III. von Frankreich versicherte als Zögling seinem Lehrer Amiot oft, wie er sich freue, ihm einst tätig dankbar zu sein. »Gnädiger Herr«, antwortete dieser stets, »mein Ehrgeiz kennt nur eine einzige Wohltat, die, dass Sie mich Ihres Andenkens würdigen.« Heinrich gab ihm in der Tat später eine reiche Abtei, und Amiot glaubte sich der Glücklichste unter dem Himmel. Als aber einige Jahre darauf das Bistum von Auxerre erledigt ward, bewarb sich Amiot darum. »Aber, mein teurer Lehrer«, sagte der König zu ihm, »haben Sie Ihre alte Sittenlehre ganz vergessen?« »Sire«, erwiderte Amiot, »der Appetit kommt, indem man isst.« Heinrich lachte und wiederholte die scherzhafte Antwort oft, was Ursache war, dass sie in ein Sprichwort überging, um zu sagen, dass man um so mehr Gutes haben will, je mehr man bereits hat.
Die Türken: Der Appetit sitzt unter den Zähnen.
dk] Mangen gaaer uden hunger til bords, dog kand den mad komme somhan aeder af.
en] The appetite is concealed under the teeth.
fr] En mangeant l'on perd l'appétit.
fr] L'appétit vient en mangeant, dit Angestrom, et la soif s'en va en buvant. (Rabelais)
fr] L'appétit vient en mangeant.
fr] Petit à petit vient l'appétit.
it] Mangiando viene l' appetito.
nl] Al etende wast de appetijt.
nl] Eten is een goed begin, het eene beotje brengt het andere in.
AppetitDer Appetit kommt in keiner schmutzigen Küche.
Man verliert ihn sogar da, wie die Lust zum Leben in einer schmutzigen Welt.
AppetitDer Appetit muss sich nach dem Beutel richten.
es] Gobierna tu boca, segun tu bolsa.
es] Gouverne ton appetit selon tes maravédis.
AppetitDer Appetit von Darmstadt und Esslingen reitet ihn.
AppetitEr hat (o. bekommt) Appetit darauf.
AppetitEr hat guten Appetit.
Er ist kein Kostverächter, es schmecken ihm alle Bissen.
fr] C'est un cadet de haut appétit.
fr] Il a toujours six aunes de boyaux vides.
fr] Venir avec un bon appétit.
AppetitEr kann sich den Appetit darauf vergehen lassen.
AppetitEr will sich nicht erst den Appetit verderben.
AppetitFür Appetit, für Hunger und Not gibt es nirgends schlechtes Brot.
es] A buena gana (hambre), no hay pan daro.
fr] Le bon appétit et la faim, ne trouvent jamais mauvais pain.
nl] De appetijt en hongersnood vonden nooit kwaad brood.
AppetitGutem Appetit schmeckt jede Brühe gut.
it] Buon appetito non vuol salsa.
AppetitGuten Appetit darf man nicht nöten.
nl] Goede appetijt doet wel eten.
AppetitIch habe gar keinen Appetit, sagt Herr von Köppern, und aß die Speisekarte durch, um Appetit zu kriegen.
Pommern
AppetitIst der Appetit gut, so ist das Brot nicht schlecht.
it] Buon appetito e fame non trovano ma mal pane.
AppetitMancher kompt ohne appetit zu Tisch vnd wird erst begierig, wenn er das Essen vor sich hat.
AppetitWenn der Appetit kommt, so kommt auch die Gesundheit.
AppetitWer Appetit hat, dem schmecken alle Brühen wohl.
fr] Il n'est sauce, il n'est chère que d'appétit.
it] A chi è affamato, ogni cibo è grato.
it] Appetito no vuol salsa.
AppetitWer den Appetit zur Suppe nicht verlieren will, darf (muss) nicht in die Küche gehen.
AppetitWo Appetit ist, bedarf's keiner Sauce.
»Welches sie nicht lang trieben, da fing sie der Happetit von Darmstedt vnd Esslingen an zu rauten, setzten sich derwegen zu Tisch.«
fr] A bon appétit il ne faut point de sauce.
AppetitröckchenEr ist im Appetitröckchen.
AprikoseWenn die Aprikosen blühen in Pracht, ist der Tag so lang wie die Nacht.
it] Quando gli armellini (albicocchi) son in fiore, il dì e la notte son d' un tenore.
April'N fruchtboarn April moakt 'n Aust (Augusternte) nich hill (eilig, rasch).
Altmark
Ein fruchtbarer April bringt keine gute Ernte.
AprilAm 15. April der Kukuk singen soll, und müsst er singen aus einem Baum, der hohl.
An 'n 15. Awril de Kukuk singen sull, un wier 't ut 'n Bom, de hull.
In Luxemburg: De fofzengten Aprel muss de Gukuck sangen.
it] A cinque d'Aprile il cucco de venire; e se non viene ai sette o agli otto, o che è presso o che è morto.
AprilAm dretta Abarella mos der Gugger grüena Haber schnella.
AprilAm ersten (und letzten) April schickt man die Narren wohin man will.
In Holland, wo man den Befreiungskampf vom spanischen Joche von jener Frühlingsnacht herdatiert, wo am 1. April 1572 die Meergeusen den Soldaten Albas die kleine Feste Briel entrissen, singen die Kinder den geschichtlichen Vers: Oop den eersten Aprijl verloor Alba zijn bril. - An 'n irsten April schickt man de Narren wohen man will, un de Kinner nach de Apteik, dat sei Müggenfett, Puckelblau oder Krewtblaut halen.
nl] Op den eersten April zendt men de gekken, waar men wil.
AprilAm ersten April schickt man d' Narren, wo man will; am ersten Mai schickt man's wieder hei.
AprilAprell ist auch ein Winterg'sell.
AprilApril däöt wat he will.
Münster
AprilApril frisst der Lämmer viel.
fr] L'ouaille (brebis) et l'abeille en apvril ont leur deuil.
AprilApril hat sin egen Will.
Ostfriesland
AprilApril ist bos, darum gehe nicht bloß!
AprilApril kalt und nass füllt Scheuer und Fass.
In Bezug auf den Wein sagt der Franzose: Bourgeon qui pousse en avril mel peu de vins au baril.
AprilApril kommt auf den März.
»O trawrigkeit dess Hertzen, wan wirstu nemmen ab? Aprill kombt auff den Mertzen, der winter geht zu grab.« (Trutz-Nachtigall von Fr. Spee)
AprilApril ohne tüchtig Graupeln zwingt oft, Rinden zu knaupeln.
AprilApril soll dem Mai halb Laub und halb Gras bringen.
AprilApril trocken macht die Keime stocken.
AprilApril tut, was er will.
AprilApril und Herbst hat hinter jedem Hag ein Regen.
AprilApril und Mai machen fürs Jahr den Brei.
fr] Avril et Mai de l'année font tous seuls la destinée.
AprilApril und Mai sind die Schlüssel zum ganzen Jahre.
en] April and May are the keys of the year.
it] Aprile fa il fiore, e maggio ha l' onore.
AprilApril und Weiberwill ändert sich sehr bald und viel.
AprilApril warm, Mai kühl, Juni nass, füllt dem Bauer Scheuer und Fass.
AprilApril's Gewalt wird nicht gar alt.
AprilApril, April, ich kann dich narren, wie ich will.
AprilApril, Kau still. Westfalen
Im April muss man die Kühe nicht auf die Weide treiben.
dk] April med sin pig jager dean ind tilig.)
AprilApril, nass und kalt, gibt Roggen wie ein Wald.
AprilAprilen Blut' tut selten gut.
AprilAprilen ziert das Erdreich fein, Mit schönen Kraütern und Blümelein. Spatzier in Lufft, halt mäßig dich, Jag, Impf, Säe, das Erdreich brich. Jetzt erhizt vnd mehrt sich das Blut, Drumb Aderlassen ist sehr gut. - Egerbote, 1877
AprilAuf nassen April folgt ein trockener Juni.
Wie unsicher solche Witterungsregeln sind, braucht kaum erinnert zu werden, da uns bis jetzt fast noch jede feste Grundlage einer Witterungskunde fehlt.
AprilAuf trocken April nasser Sommer folgen will.
AprilBei der ist noch April im Kalender.
Gartenlaube 1875
Von Mädchen, die noch keine hestimmte Wahl getroffen haben, sondern noch schwanken.
AprilBis zum achten April muss der Gügger schreien, und wäre ihn das Nest verfroren.
Luzern
AprilBleibt der April recht sonnig warm, macht es den Bauer auch nicht arm.
AprilDar Aprül zöht ön Pfluag va da Dül.
Oberösterreich
AprilDe April dät, wät he will.
Westfalen
AprilDe April fillt und füllt.
Er macht mager und fett.
AprilDe April is de Lämmer ür Fill un de Allen (der Alten) ür Däud.
Driburg
Die Zeit des April ist für Lämmer und Mutterschafe eine gefährliche.
AprilDe April iss der Schape fill.
Der April bringt viel Schafe um, ein für sie gefährlicher Monat. Auch: De April is den Lämmern öhre fill.
AprilDe April settet en Koaren, äs he will.
Münster
AprilDe April stellt den Roggen es he will.
AprilDe Pröll dröwt (treibt) de Su vom Föll (Feld).
AprilDer Apräl dit noch, wat hu wäl, drift de Kälwer än de Schtäl.
Siebenbürgen-sächsisch
AprilDer April die Blume macht und Mai gibt ihr die Farbenpracht.
it] Aprile fa il fiore e Maggio si fa il colore.
AprilDer April ist ein Schalk.
fr] April le doux, quand il se fâche le pire de tous.
pl] Kwiecien - plecien.
AprilDer April ist keck, er lockt die Alten vom Bette (o. Ofen) weg.
it] Aprile cava la vecchia dal covile.
AprilDer April kommt wie ein Reh, befreit das Wasser vom Eise und das Land vom Schnee.
AprilDer April lacht und weint und hat der Blumen viel.
it] Aprile - ogni giorno un barole.
it] Aprile or piange or ride.
AprilDer April macht (setzt) das Wetter, wie er will.
AprilDer April macht die Blumen und der Mai hat den Dank dafür.
var] Der April macht die Blum und der Mai hat den Ruhm.
AprilDer April mak sin wie a will, he bringet Lôb (Laub) und Gras, un is ôch noch so gut, dass er den Bauer setzt en'n weißen Hut.
Dessau
AprilDer April soll dem Mai halb Laub und Gras geben.
Soll weder zu kalt, noch zu trocken sein.
dk] April er aldrig saa bös han giver jo løv og græs.
AprilDer April treibt sein Spiel, wie er will.
Gartenlaube 1875
AprilDer April tuat wiare will.
Innsbruck
AprilDer Aprill sellet den Roggen, und der Mai den Waitzen.
Sauerland
AprilDer Aprill war nie so gut, er macht dem Ackermann ein weißen Hut.
AprilDer dürre Aprill ist nicht der Bauern Will, sondern dass Prillen regen ist ihnen gelegen.
AprilDrüge (trockener) April ist Landmanns Will.
Münster
AprilDürrer April ist nicht des Bauern Will.
AprilDürrer April stellt die Mühle still.
AprilEd öss kann Abbröl essu gud, e beschnied dem Schiefer den Hûd.
Trier
AprilEin feuchter April füllt Trog und Kasten.
Brusiotal in der Schweiz
AprilEn drüigen April is der Biauern Will.
Marsberg
AprilEs ist kein April so gut, er schneit dem Stecken auch ein Hut.
AprilEs ist kein Aprile so gut, er macht no jedem Zunstecke e Hut.
Oberaargau
AprilEs nimmt der April, wen der März nicht will.
AprilGemäßigter April ist des Bauern Will.
it] Aprile temperato non è mai ingrato.
AprilIes de April kald un nât, dann wässet dät Grâs.
Büren
AprilIm April ein tiefer Schnee, keinem Dinge tut er weh.
AprilIm April wächst das Gras ganz still (die Füll).
AprilIs kein April sau gaud, hei sett' den Zaunstaken (Zaunpfahl) en'n Haut (Hut).
Nämlich von Schnee.
AprilIst der April auch noch so gut, er schneit dem Bauer auf den Hut.
In Luxemburg: 'T as kên Abrel esô gutt, 't schneit dem Schêfer op den Hutt.
AprilIst der April schön und rein, wird der Mai dann wilder sein.
Prager Kalender 1877
AprilJe früher im April der Schlehdorn blüht, desto eher vor Jacobi die Ernte glüht.
AprilJe mehr im April die Regen strömen, desto mehr wirst du vom Felde nehmen.
AprilJemanden in den April schicken.
Ihn einen unnützen Gang tun lassen, um Gelegenheit zu bekommen, über ihn zu lachen. Der 1. April wird seit alter Zeit als der Tag betrachtet, dazu bestimmt, Einfaltige zu äffen, jemand zu hänseln und Scherze auszuführen. Die Franzosen leiten die Entstehung aus einer geschichtlichen Anekdote ab. Ein Lothringischer, bei Ludwig XIII. in Ungnade gefallener Prinz saß auf dem Schlosse zu Nancy gefangen und entging seiner Haft dadurch, dass er die Wache täuschte und am 1. April durch die Meurthe schwimmend sich glücklich in Freiheit setzte. Der Breslauer Erzähler erzählt die Begebenheit sehr ausführlich, aber abweichend und verlegt sie ins Jahr 1634. Unter den englischen Schriftstellern findet man sie zuerst 1711 bei Addison erwähnt. Swift schickt seine Stella wirklich schriftlich in den April. Brauchen wir die Redensart: Er wurde in den April geschickt, in dem Sinne: seine Mühe, sein Gang, sein Unternehmen u.s.w. war erfolglos, so entspricht ihr die ägyptische: Er ging zu Khirt Birt, o. Er ging zu Hersch Mersch (Ausdrücke, die bloß ihres ähnlichen Lautes wegen gebraucht werden), d. h. Es wollte nicht fort mit seinem Geschäft, oder er befand sich in einem Zustande der Demütigung und Beschimpfung, was sich vielleicht durch das englische Sprichwort ausdrücken lassen dürfte: Er wurde nach Coventry geschickt. Die sonderbare Gewohnheit, durch eine falsche Nachricht jemanden zu täuschen, zu machen, dass er vergeblich irgendwohin geht, findet man, Portugal und Spanien ausgenommen, durch ganz Europa. In Russland ist sie unter den dortigen Deutschen üblich; die russische Sprache hat keinen Ausdruck dafür. In einigen Gegenden Polens ist das Aprilschicken gemein. Im Deutschen heißt man eine auf diese Weise geneckte Person einen Aprilnarr, ebenso im Englischen an April fool. Das vergebliche Wegschicken wird a sleeveless errand (eine ärmellose Verschickung) und a Tom fool's errand genannt; in Frankreich hingegen un message borgue (eine einäugige Botschaft), im Italienischen far Calandrino, zum Calandrino machen, nach dem Namen eines zu Boccaccios Zeiten bekannten einfältigen Malers. Doch sind diese letzteren Ausdrücke eigentlich nicht vom Aprilschicken zu verstehen. In Frankreich und Italien sagt man dafür: einem den Aprilfisch schenken, zu essen geben (Donner le poisson d'avril, faire manger du poisson d'avril). Dieser Aprilfisch ist die Makrele, die in diesem Monat frisch gegessen und in jenen Ländern für eine große Delikatesse gehalten wird. Sie heißt so, weil sie sich mit dem April an den französischen Küsten einfindet. Die Versuche, den Ursprung der Sitte des Aprilschickens zu erklären, die bis zur Mythologie des Altertums zurückgehen, würden einen Band füllen. Neulich hat der Fopp-Sport es mit einem Krach (Finanzkrise) im Mittelalter in Verbindung gebracht. Auf dem Reichstage in Augsburg 1530, auf dem die protestantischen Fürsten dem Kaiser Karl V. ihr Glaubensbekenntniss überreichten, sollte außer dem Religionsstreit auch das Münzwesen geregelt werden. Der Reichstag fand jedoch nicht die nötige Zeit; und es wurde deshalb für den 1. April ein besonderer Münztag ausgeschrieben. Dieser Termin war nun das Ziel zahlreicher und großartiger Gewinnpläne (Spekulationen). Der 1. April kam, aber der verheißene Münztag wurde nicht abgehalten. Infolge dessen entstand eine finanzielle Krise. Die Mehrzahl der Spekulanten, die dadurch ihr Geld verloren, wurden auch noch als »angeführte Narren« ausgelacht. Davon leiten nun einige die Sitte des Aprilschickens ab.
fr] On lui a donné un poisson d'avril.
AprilKalter April bringt Brot und Wein viel.
it] Aprile freddo, molto pane e poco vino.
AprilLässt der April feuern, so füllen sich die Scheuern.
Wenn es so kalt ist, dass man heizen muss, so soll eine gute Ernte folgen.
en] A cold April the barn will fill.
AprilLegst mi im April, komm' i, wenn i will; legst mi im Mai, komm' i glei.
Lässt man im Frankenwald die Kartoffel sagen.
AprilMan mot den April nämen as he kämt.
AprilNasser Aprell, guter Grasgesell.
Rottenburg
AprilNasser April gibt blumigen Mai.
fr] En avril nuée, en mai rosée.
AprilNasser April und kühler Mai füllt die Speicher und macht viel Heu.
Prager Kalender 1877
AprilNasser April und windiger Mai bringen ein fruchtbar Jahr herbei.
it] Aprile piovoso, Maggio ventoso, anno fruttuoso.
AprilNasser April verspricht der Früchte viel.
AprilNasser April, trockner Juni.
Luzern
AprilSei der April auch noch so gut, er schickt dem Schäfer Schnee auf den Hut (o. macht dem Ackersmann einen weißen Hut).
AprilTrockner April ist nicht der Bauern Will'; Aprilregen ist ihm gelegen.
en] April cling good for nothing.
AprilWächst der April, steht der Mai still.
AprilWas der April nicht mag, steckt der Mai in den Sack.
AprilWenn de April is no so gôd, gift he doch den 'n Tûnpâl 'n hôt.
Mecklenburg
AprilWenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn.
en] When April blows his horn, it's good both for hay and corn.
nl] Als April blaast op zijn' hoorn, is het goed voor gras en koorn.
AprilWenn der April feucht und nass, füllt er Scheuer und Fass.
AprilWenn der April Spektakel macht, gibt's Heu und Korn in voller Pracht.
AprilWenn der April wie ein Löwe kommt, so geht er wie ein Lamm.
AprilWenn im April die Maikäfer fliegen, bleiben die meisten im Schmutze liegen.
Bayerischer Hauskalender
AprilWenn im April die Schlehen früh blühen, so wird man früh in die Ernte ziehen.
AprilWenn sich im April ein Rabe im Korn (Weizen) verbergen kann, gibt's viel Frucht.
AprilWenn's im April donnert, gibt's kein Reifen mehr.
AprilWer im April erst den Weinstock will binden, wird wenig Wein im Herbste finden.
Die Reben werden in der Regel um die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche an Pfähle gebunden und gegen die Herbst-Tag- und Nachtgleiche wieder gelöst.
it] Se d' Aprile a potar vai, o contadine - molt' acqua beverai e poco vino.
AprilWer im April geboren ist, verbrennt sich im August den Kopf.
AprilWer im April zum Esel wird geboren, dem wachsen auch im Mai noch die Ohren.
AprilWie's im April und im Maien war, so schließt man auf's Wetter im ganzen Jahr.
it] Aprile e Maggio son la chiave di tutto l' anno.
AprilenblutAprilenblut tut selten gut.
Das Klima Frankreichs leistet mehr. Man sagt dort: Kein April ohne Ähre. Nul avril sans épi.
AprilenflutAprilenflut führt den Frosch weg mit seiner Brut.
AprilflöckleinAprilflöcklein bringen Maiglöcklein.
AprilgangEinen Aprilgang tun.
»Solchen Aprilengang hätt' ich gethon.« (Simplic.)
AprilgunstAprillengunst und Jungferntreu, verliebte Schwüre und Flüche sind eben des Zerreißens frei, wie weite Schneiderstiche.
AprilischEr ist gar Aprilisch..
Unbeständig.
AprillagillaAprillagilla tuot da Baura d' Kästa filla.
Es sind Schneeflocken und Graupeln gemeint.
AprillapflasterAprillapflaster füllt dem Bauer Kisten und Kasten.
AprillerApriller - Viehfiller.
AprilmonatUnter den Aprilmonaten und vornehmen Herren sind unter zwölfen zehn trügerisch.
AprilmonatWenn man drei schöne Aprilmonate gesehen, ist es hohe Zeit zu sterben.
Frz. Schweiz: Quand on a iu tré bi mei d'Avri, on a grôs tin dé muri.
AprilregenAm Aprilregen ist viel gelegen.
In Apulien: Regen im April mästet den Ochsen und tötet das Schwein; aber das Schaf lacht.
fr] Avril pluvieux, Mai gai et venteux, annoncent fécond et même gracieux.
fr] Pluje d'abril vaut le char de David.
AprilregenAprillen-Regen seynd der Felder Segen.
AprilregenAprilregen bringt Maiblümlein hervor.
en] April showers bring forth May flowers.
fr] Pluge dauril, rosée de mag.
la] Pluvia aprilis, ros May.
AprilregenAprilregen ist den Bauern gelegen.
AprilregenWarmer Aprilregen - großer Segen.
en] April-showers bring May-flowers.
fr] Aparil pluet aulx hommes, may pluet aulx bestes.
fr] Avril nuée, mai rosée.
la] Aprilis hominibus, Maius jumentis pluit.
AprilschneeAberellaschnee isch bess'r, wed'r Schafmist.
Bern
AprilschneeAprilenschnee ist der Grasbrüter.
Bayerischer Hauskalender
AprilschneeAprilschnee ist besser als Schafmist.
Emmenthal in der Schweiz
AprilschneeAprilschnee ist Mist, Märzschnee frisst.
AprilschneeAprilschnee mästet, Märzschnee frisst.
Luzern
ApriltagWie die drei ersten Apriltage sind, so man noch vierzig ähnliche find.
it] Tre aprilanti, quaranta somiglianti.
AprilwärmeAprilenwärme und Regen machen den Schnecken die Wege.
Bayerischer Hauskalender
AprilwetterAprilwetter ändert sich offt.
AprilwetterAprilwetter und Frauensinn ist veränderlich von Anbeginn.
dk] April-veir er ubestandig.
fr] En avril le temps est inconstant.
AprilwetterAprilwetter und Herrengunst ist eitel Dunst, sagte der Bauer und zog die Mütze vor dem Herrn Landrat.
AprilwetterAprilwetter und Weiberlaunen sind von gleicher Art.
AprilwetterAprilwetter und Weibertreu, das ist immer einerlei.
AprilwetterAprilwetter, Rosenblätter, Herren- und Frauengunst vergehen als Rauch und Dunst.
AprilwetterDer ist rechtes Aprilwetter.
Unzuverlässiger, veränderlicher Mensch.
AprilwetterIs 's doch wie Aprilwâter hoite.
Schlesien
Apropos2. Dös Ding hot no a Apropos.
Ulm
AproposEs kommt zum Apropos.
AquavitEr hat ein Ackevietje.
Diese holländische Redensart wird aus einer verderbten Aussprache des lateinischen Aqua vitae abgeleitet, womit ein Lebens- und Gesundheitstränkchen bezeichnet wird. Man wendet obige Redensart aber jetzt auf alle Lebensumstände an. Von unangenehmen Dingen sagt man: Het is een leelijk (ekelig, widerlich) akkevietje; von erfreulichen: Het is een lekker, een goed, een mooi (angenehm) akkevietje.

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