Deutsche Sprichwörter, Redensarten, Zitate 1136
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Einen lieber mit den Fersen als mit den Zehen sehen.

Einen liebhaben, dass er die Hölle für einen Tanzsaal ansieht.

Einen loben über den Schellenkönig.
i] Sehr stark. Um auszudrücken, dass man jemand über alle massen lobt, ihm Schmeicheleien sagt, hat man in Podolien die jüdisch-deutsche Redensart: Heben auf Drikkes. (Verdorben vom polnischen Drag = Stange, Hebebaum.)

Einen lob'n über 'n grün'n Klee.

Einen löcherigen Sack und einen Geizhals wird man nicht füllen.

Einen Löwen am Bart zupfen.
la] Leoni barbam vellere.

Einen Löwen barbieren.
Altgriechisch
i] Wer Mächtige zu eigener großer Gefahr betrügen, verspotten will.

Einen Löwen im Käfig (gefangen) halten.
z] Wer bei Lästerungen und Unbilden geduldig bleibt, gleicht jenem, der einen Löwen in einem Käfig gefangen hält; wer sich aber rächt, gleicht einem, der sich selbst zu Grunde richtet.

Einen Löwen mit Stroh füttern.

Einen Löwen scheren, ist ein gefährlich Geschäft.
nl] Het is kwaad, den leeuw te scheren.

Einen Löwen soll man nicht reizen.
i] Nicht zu seinem eigenen Verderben einen Mächtigen herausfordern.
la] Leonem ne stimula.

Einen Luftstreich tun.
i] Von erfolglosen Bestrebungen.
la] Austrum perculi. Plautus

Einen Lügner fängt man eher als einen Krüppel.
sp] S'atrapa més aviat a un mentidor que a un coix.

Einen Lügner holt man schneller ein, als einen hinkenden (lahmen) Hund.

Einen lynchen.
i] Wir pflegen darunter die Misshandlungen zu verstehen, die eine aufgeregte Volksmasse an einer Person ausübt. Der Ausdruck kommt aus Nordamerika, wo man damit den Akt bezeichnet, durch welchen das Volk selbst die Strafe an einer Person vollzieht, die nach seiner Überzeugung eines Verbrechens schuldig ist, und zwar besonders in den Fällen, wo entweder ein Gericht nicht vorhanden oder zu fern ist; auch wohl dann, wenn man glaubt, dass das gerichtliche Strafverfahren zu langsam, zu mild oder zu parteiisch sei. Sehr häufig, ja fast allgemein wird mit dem Worte Lynchgericht die Vorstellung der Ungerechtigkeit, der Pöbelherrschaft u.s.w. verbunden. Dieser Ansicht widerspricht der Ursprung derselben, den wir in Virginia finden, wo es zur Zeit des Unabhängigkeitskriegs gegen die Engländer nur ein Kriminalgericht gab, welches das Endurteil bei schweren Verbrechen aussprechen konnte. Die Verbrecher hatten in dem Kreise (County), in dem sie gefangen wurden, eine Voruntersuchung zu bestehen und wurden dann nach Williamsburg, wo das Strafgericht seinen Sitz hatte, zur Aburteilung gesandt, was sehr unzweckmäßig war. Während der Kriegszeit waren Pferde für beide Heere ein sehr gesuchter und teurer Artikel. Der Pferdediebstahl nahm daher in einer solchen Weise überhand, dass niemand, auch bei der größten Wachsamkeit seine Pferde sicher hatte. Wenn der Pferdedieb nicht selbst auf dem Transport nach Williamsburg entrann, so verschwanden doch in der Regel die Belastungszeugen, und der Angeklagte musste freigesprochen werden. Die Pferdediebe hatten sich unter einem Manne, der sich durch Kühnheit, feine Bildung und männliche Schönheit auszeichnete, dem Kapitän Perkins, als eine Bande organisiert, und hatten ihre Posten und Niederlagen vom Norden durch Virginia hindurch bis Südcarolina, sodass ein Ankämpfen gegen sie erfolglos war. Wurde auch ein einzelner einmal gefangen, so wurde er von seinen Spießgesellen befreit. Unter diesen Umständen dehnten sich die Pferdediebstähle bis Pittsylvania County aus, wo ein alter Richter, Namens Lynch, den Vorsitz im Gericht führte. Er erkannte die Not des Landes und lud eines Tags die sämtlichen Richter des County zu einer Versammlung ein, in der er eine Rede voll Zorn hielt und den Vorschlag begründete, dass jedes County seine schweren Verbrecher selber richte. Der Vorschlag ward angenommen. Jetzt begann in jedem County die Jagd auf die Pferdediebe; und 'Richter Lynch' war das Wort, das die Bauern zu ihrem Feldgeschrei machten und das bald das Schreckenswort aller Spitzbuben war. Überall wurden die Galgen mit Pferdedieben bedeckt. Wenn die Verurteilung auch ganz nach allen Regeln des Rechts erfolgte, so wirkte doch die Kürze und Schnelligkeit der Strafe so gewaltig auf die Diebe, dass sie Virginia räumten. Richter Lynch hatte sein Land von einer schweren Plage befreit; aber er wähnte wohl nicht, dass später sein Name dazu gebraucht werden würde, jeden Ausbruch des Volksunwillens zu rechtfertigen, der die Gesetze willkürlich anwende oder umgehe. In ähnlichen Fällen wie damals hat das Volk oft die Handhabung des Rechts nach seiner Auffassung selbst in die Hand genommen. Im Jahre 1834 versammelten sich z.B. die Bürger Vicksburgs aus eigener Machtvollkommenheit zu einem Gericht, um die Spielhäuser auszurotten. Die Spieler von Profession wurden eingefangen und nach einer Art von Gerichtsverfahren, wo das Wort 'Lynchgericht' auftauchte und bald geläufig für alle Zungen wurde, aufgehangen. Im Jahre 1851 hatte eine Lynchung in Kalifornien stattgefunden. Der Ausspruch des Coroners am Grabe des Gelynchten lautete: 'Gestorben nach göttlichem Willen und menschlicher Gerechtigkeit.'

Einen Mächtigeren muss man nicht zum Genossen wählen.

Einen magern Hund stechen die Fliegen am meisten.

Einen Makel im Jaspis kann man noch wegschliefen. Einen Fehler in der Rede kann man nicht ungeschehen machen.

Einen malen, wie man ihn findet.

Einen Mann der Tat erkennt man daran, dass er nie schlecht gelaunt ist.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Einen Mann erkennt man am Gange.

Einen Mann für eine Frau. Eine Frau für einen Mann. Unmenschlich. Das Vieh ist besser. Die Schlange ist besser. Das reißendste Tier ist besser als der Mann, der einer Frau seinen Samen verweigert, weil sie nicht sein Weib ist, der den Samen, der die Wärme des Lebens hat, zurückhält.
Miguel Angel Asturias (1899-1974), Die Maismänner

Einen Mann hungerte manche Stund'; er ging und kaufte sich einen Hund.
mhd] Einen man hungerte manche stunt, der gieng und koufte einen hunt.

Einen Mann kennt man nicht eh'r, bis dass er kommt zur Ehr'.
nl] Men kent een' man niet eer, voor dat hij komt tot eer.
ho] Men kent eens mans wijsheid, als hij en hoofd is.
ho] Men kent geen' man, als eer hij magt krijgt.

Einen Mann lernt man kennen im Spiel, auf der Buhlschaft und auf der Jagd.

Einen Mann lernt man niemals kennen, bis er eine Frau nimmt.
Australien

Einen Mann misst man nicht nach der Elle.
bm] Chlap se jako oves korcem nemĕří.
pl] Korcem chłopa niemierz.
pl] Niemierzą chłopa w korza jako owies.

Einen Mann muss man nicht eher beim Bart nehmen, bis man ihm den Kopf abgeschlagen hat.

Einen Mann ohne Verdienst nur aus Gunst zu bereichern, heißt, ebenso blind zu sein wie das Glück.
König Friedrich der Große, Politisches Testament (1752)

Einen Mann und Brot wollen alle.
Estland

Einen Mann von Flaum jagt der Wind über den Zaun.
it] L'huomo di piuma vola.

Einen Mann, der Ruhm verdient hat, läßt die Muse nicht sterben.
la] Dignum laude virum Musa vetat mori.

Einen Mann, der was kann, sagte die Tochter, als die Mutter sie fragte, was sie ihr zum Jahrmarkt mitbringen solle.
es] Madre, casar, casar, que carrafico me quiere llevar.

Einen Mann, der zum Ehemann paßt, den wollen die wenigsten Mädchen gern heiraten.
Sprüche der Weisen

Einen Mann, dessen Bart lang geworden, verhöhnt man nicht mehr.

Einen Marder für einen Fuchs fangen.

Einen Maulkorb tragen (müssen).
i] Schweigen oder schweigen müssen.
z] Das öffentliche Gewissen wird uns so lange fehlen, als der Mund der Öffentlichkeit einen Maulkorb trägt.

Einen Maulkorb, denn er beisst die Gouvernante immer in die Backe, sagte Karl, als der Vater fragte, was man dem Hauslehrer zum Geburtstag schenken solle.

Einen Maulwurf verfolgt der Adler nicht.
dk] Örnen skal ei gierne efter muldvarpe flyve.

Einen Mecklenburger zu Hilfe rufen.
i] Nach dem Prügel greifen. Mit Bezug auf das mecklenburger Prügelgesetz.
z] Doch (der Betrogene) sann auf Rettung und verfiel endlich auf die Mecklenburger. Mit einer Elle mecklenburger Mass erschien er wieder und schwang dieselbe so kräftig, dass sein Gegner klein beigab.

Einen Mehlsack für ein Weinfass ansehen.
i] Arge Verwechselung.

Einen mehr als (oder wie) seine Augen lieben.
Kommt unter anderen vor bei Catull (in luctu passeris). Plautus (Cornicularia) gebraucht die Redensart: oculitus amare. Plus oculis suis amare aliquem.

Einen meiden, so weit man ein weiß Pferd sehen kann.
ndt] Ên mid'n as'n sla'nd Perd.

Einen Meister, nicht einen, der ein Jahr gelernt hat, nimm für die Arbeit.

Einen Meisterstreich machen (führen).
z] So lug, das du yetz volgest mir und bhalt ein meisterstreich bei dir.
fr] C'est un coup de maître.

Einen Menschen beurteile nicht nach seinem Äußeren. Das Wasser des Meeres kann man nicht mit einem Scheffel messen.

Einen Menschen erziehen, heißt seinen Willen bestimmen; ihn gut erziehen, heißt seinen Willen gewöhnen, stets nur das Gute zu erstreben.
Lagarde, Deutsche Schriften, Zum Unterrichtsgesetze

Einen Menschen in der lebenden Welt sieht man, einen Toten nie.
Estland

Einen Menschen kennen heißt, ihn lieben oder bedauern.
Ebner-Eschenbach

Einen Menschen kennen heißt: wissen, über welchen Betrag er verfügen kann. Was kommt es denn auf einen Namen an?
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Einen Menschen kennenzulernen ist nicht immer ein Glück.
Morgenstern, an Karl Scheffler, 24. 8. 1905

Einen Menschen recht zu verstehen, müßte man zuweilen der nämliche Mensch sein, den man verstehen will.
Lichtenberg, Aphorismen

Einen Menschen vom Irrtum zu befreien, heißt geben, nicht wegnehmen.
Arthur Schopenhauer

Einen Menschen zu erziehen kostet viel und ist doch bald um ihn geschehen.

Einen Menschen zu kennen, heißt nicht, sein Gesicht, sondern sein Herz zu kennen.
China

Einen Menschen zum Menschen erziehen zu wollen, ist eitel menschlicher Kram, zum Menschen ist er von Gott geschaffen, dass aber die Seinen ihm den ganzen geschichtlichen Reichtum, den sie überkommen und gesammelt haben, als gute Hausväter (...) treulich überliefern, das ist Erziehung.
Achim von Arnim, Der Wintergarten

Einen Merks auf den Buckel bekommen (geben u.s.w.).

Einen Metzgergang tun.
i] Einen vergeblichen Gang.

Einen Milchpfennig geben müßen.
z] Die Pfaffen mussten von ihren Köchinnen, wenn sie ein Kind hatten, einen Gülden geben; den nennet man einen Milchpfennig. Luther

Einen Mistfinkendiskurs führen.
i] Gemeine, schlüpfrige Unterhaltung.

Einen mit Augen anwerffen, wie ein todt Saw auff eim misthauffen.

Einen mit Baumwolle angreifen.

Einen mit Besen und Schemelbein bewirten.
Ihm die Tür unsanft weisen

Einen mit blauen Bohnen spicken.

einen mit Blicken durchbohren
en] to look daggers at s. o.
fr] transpercer qn. du regard
it] trafiggere qd. con lo sguardo

Einen mit Buchsbaum bestecken und dem Teufel zum Jahrmarkt schenken.

Einen mit dem Barte zu etwas ziehen.

Einen mit dem eigenen Schmer begießen.
z] Müssen oft wider halten her, begossen mit jrm eigen Schmer.

Einen mit dem Fuchsschwanz besprengen.
Der verfolgte Fuchs haut den Hunden den vollgepissten, unausstehlich stinkenden Schwanz ins Gesicht
la] Cauda aspergi vulpina.

Einen mit dem Kessel richten.
i] Eine grausame Strafe, die man an Falschmünzern, auch an Ketzern vollzog, indem man sie in einem Kessel sott.

Einen mit dem kleinen Finger herausfordern.
Spott und Verachtung ausdrückend. Von verhöhnender Herausforderung

Einen mit dem Rücken ansehen.
nl] Iemand den rug toekeeren.

Einen mit den Augen vergiften (auch zerreißen).
Zur Bezeichnung grimmigen Hasses

Einen mit den Augen verschlingen.
en] To devour s. o. with o's eyes.
en] To stare hungrily at s. o.
fr] Dévorer qn. des yeux.
it] Divorare (o. mangiare) qd. con gli occhi.

Einen mit den Backenzähnen zerbeißen.
J-n heimlich schmähen, ihn schlecht machen, weil die Backenzähne die verborgensten sind
la] Genuino mordere. (Persius.)

Einen mit der Elle messen.
Ihm den Rücken bläuen

Einen mit der Faust misshandeln lassen?
ndt] En met'r Knufffûst begrüss lûsen?
i] Knufffûst = geballte Faust; begrüss lûsen = misshandeln
z] Bogrüüss luusest du Dullbriügen mi nich Dag vor Dag met'r Knufffust?

Einen mit der Hechel kämmen.

Einen mit der Hundelaterne vom Howe lüchten, dat hei de Schau verlüst.
Wolfenbüttel
ho] Iemand met de honden in het bosch jagen.
ho] Iemand met de honden-lantaarn nailchten.

Einen mit der Hunnelaterne fortleuchten.
Ihn mit dem Stock zum Hause hinaustreiben

Einen mit der Nähnadel aus dem Sattel heben.
z] Wer sich vor einem Däumling fürchtet, den jagt auch jeder Däumling in die Flucht und hebt ihn mit der Nähnadel aus dem Sattel.

Einen mit der Nase auf etwas stoßen.
i] Ihm etwas recht merklich, sichtbar, handgreiflich machen.
fr] Faire toucher au doigt et à l'oeil.

Einen mit der Tür vor den Arsch schlagen.
i] Ihm den Abschied, den Laufzettel geben.
fr] Donner du pié au cû à un valet.
fr] Je iui donnerai de la casse.

Einen mit der Zunge zu tot schlagen.

Einen mit doppelten Ruten peitschen.

Einen mit Dreck beschütten.

Einen mit drei Vaterunsern laufen lassen.
i] Etwas nicht streng nehmen, es bei leichtem Verweise bewenden lassen, eine leichte Buße auflegen. Aus der Beichte entlehnt.

Einen mit einem alten Schuh fortjagen.
en] To cast an old shoe after one.

Einen mit einem böhmischen Kamme kämmen.
i] Mit vier Fingern und einem Daumen.

Einen mit einem garn vmbgeben.

Einen mit einem Puff auf den Rücken dienen.
en] He serves the poor with a thump on the back, with a stone.

Einen mit einem Schelmenbein werfen.
z] Wurf ich dich mit eim schelmen bein und du woltest schnurren drab (darüber), so weiß ich das ich troffen hab.

Einen mit einer papierenen Laterne beleuchten.
i] Ihn scharf beurteilen.
z] Er will die Leute wie Diogenes mit einer papiernen Laterne beleuchten und Menschen machen, wenn er keine finden kann.

Einen mit Eselsfürzen ausläuten (o. klystieren).

Einen mit Eselskinnbacken töten.
Tausende werden durch geistliche und weltliche Schwätzer auf diese Weise getötet
la] Asini mandibulum.

Einen mit falscher Münze bezahlen.

Einen mit Familienkaffee bewirten.

Einen mit faulen Eiern werfen.

Einen mit Fäusten abtrocknen.

Einen mit Faustteig bewirten.

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DEUTSCH
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