<<< Deutsche Sprichwörter >>>

Er ist daran wie der Maikäfer an der Schnurre.

Er ist darauf erpicht wie der Teufel auf eine (arme) Seele.

Er ist darauf versessen, wie der Stößer auf die Taube.
nl] Hij is erop gebeten als een ooijevaar op een' kikvorsch.

Er ist darauf versessen, wie der Teufel auf eine arme Seele (o. Judenseele).
ndt] He es dorop verseten, as der Deuwel op en ârmen Seel.

Er ist darauf, wie der Egel auf Blut.

Er ist darauf, wie der Fuchs auf die Henne.

Er ist darauf, wie der Teufel auf eine Seele.
nl] Hij gaapt ernaar als de duivel naar eene ziel.

Er ist das A und O.
i] Alles in allem; auf ihn kommt alles an.
la] Ego sum A et O.
la] Ego sum rerum omnium summa.
la] Prora et puppis.

Er ist das Faktotum.

Er ist das fünfte Rad am Wagen.
i] Völlig überflüssig.

Er ist das Haupt davon.
la] Caput.

Er ist das Hemd auf dem Leibe schuldig.
la] Nec obolum habet, unde restim emat.

Er ist das Kakelnest.
Niederlausitz
i] Das Nesthäkchen, das letzte Kind einer Ehe, der Nestling.

Er ist das Kalb noch nicht los.

Er ist das Kalb, womit die Schälke pflügen.
la] Stulti sapiens imitator. Horaz

Er ist das kleine und große Abc durch.
i] Er hat viel erfahren, ist durchtrieben.

Er ist das Korn, das noch nicht gesät ist.

Er ist das Patengeld (Taufgeld) nicht wert.

Er ist das Stichblatt aller Welt.

Er ist das Totschießen nicht wert.
nl] Hij is het doodschieten niet waard.

Er ist das Tüpferl auf dem i.

Er ist das Wasser nicht wert, das er trinkt.
nl] Hij is geen' spoog waters waard.
nl] Hij is he water niet waard, dat hij drinkt.

Er ist das zehnte Wasser vom Kusserl.
Litauen
i] Ein sehr weitläufiger Verwandter. Kisserl ist ein säuerlicher, gallertartiger Hafermehlbrei, der mehrmals abgewässert wird. In der zehnten Abwässerung ist nicht mehr viel Hafermehlbrei zu spüren.

Er ist davongegangen, hat sich aus dem Staube gemacht, ist entkommen, hat einen Ausgang gefunden.

Er ist dazu geboren.

Er ist dazu gekommen wie Pilatus ins Credo.

Er ist dazu gekommen wie Saul zum Königreich.

Er ist dazu gekommen, wie der Hund zur Bratwurst.

Er ist dazu gekommen, wie der Teufel zum Klumpfuss.
i] Vielleicht aus einer Werrasage entstanden, in welcher der Teufel nach einem Manne, der ihn betrogen hat, im Zorn tritt und sich dabei den Fuss so beschädigt, dass er einen Klumpfuss erhielt.

Er ist dazu gemacht, wie der Esel zum Tanzen.

Er ist de Hans im Obergade.
i] Um einen Hochmutsnarren zu bezeichnen
ähnlich, Schweiz] Er böglet sich. Er bläit si ûf wie e Frösch uf em Dünkl. Er brûcht en Platz wie en Landvogt. Er hät e Meinig wie 's große Hunds Götti. Er hät e Meinig wie-ne Hûs. Er het e Bei im Nugge. Er het es Schit im Rugge. Er het de Kopf ûf, es rägnet em fast i d' Naselöchli. Er het de Kopf höcher as de Kappe. Er het e Meie-n uf em Kopf. Er het e Meie-n uf em Huet. Er het en eigne Kopf wie en Bschnidesel. Er läuft zäh Schue gräder as 's Richtschît. Er luegt über d' Chappe-n ûs. Er macht si fürcht. Er macht si so breit wie en Wannemacher. Er macht si stettig wie 's Ankemâ's Esel. Er macht en Grind wie 's große H.G. Er meint si. Er streckt de Chopf, wie wenn er en Däge verschluckt hett. Er vertuet si wie en Chorherr. Er vertuet si wie drei Batze. Er vertuet si wie-ne Hauflandräb. Er vertuet si wie 's Bergers Madle.

Er ist dem Bauer in die Erbsen gefallen.

Er ist dem Birkenhahn kaum (erst, noch nicht) entlaufen.
i] Den Züchtigungen mit der Rute
z] Kaum auss der Particularschule getrollt kommen und dem Birkenhan entlassen sind.

Er ist dem Galgen entlaufen.
nl] Hij is de galg ontloopen.

Er ist dem Galgen sehr nahe gewesen.
fr] Il a frisé la corde.

Er ist dem Henker entronnen.

Er ist dem Henker zuvorgekommen.
fr] Il a anticipé la main du bourreau.

Er ist dem Licht zu nahe gekommen.
fr] Cet homme s'est venu brûler à la chandelle.

Er ist dem Meister durchs Haus gelaufen.
i] Von einem, der in der Lehre wenig gelernt hat; meist von Handwerksmeistern in Bezug auf ungeschickte Berufsgenossen gebraucht.

Er ist dem Narren übers Säckle gekommen.
Rottenburg
i] Es rappelt bei ihm, er hat einen Sparren zu viel.
ndt] Bist em Narra über's Säckle komma.

Er ist dem Prisciano aus der Schule entlaufen.

Er ist dem Teufel ähnlicher als dem heiligen Laurentius.
en] More like the devil dan St. Laurence.

Er ist dem Teufel auf den Schwanz gebunden.

Er ist dem Teufel aus dem Arsche gekrochen.
i] Ein sehr unreiner Geist, unsauberes Subjekt.

Er ist dem Teufel aus der Bleiche gelaufen.
i] Spott auf die Braunen.
ndt] Er ist dem Tüfel us der Bleik g'loffe. Schweiz
z] Dat du dem Düvel bist gelopen ut der Bleke.

Er ist dem Teufel aus der Butten gesprungen.
i] Von den wiener Fiakerkutschern, die mit Krakehl umzugehen wissen und Haare auf den Zähnen haben.

Er ist dem Teufel aus der Schule entlaufen.
nl] Hij is den duivel ontvochten.

Er ist dem Teufel von der Langwieden abag'fallen.
Steiermark
en] He knows one point more than the devil.

Er ist dem Tode näher als Schaffhausen dem Rhein.

Er ist dem Tode so nahe wie eine Laus auf dem Kamme.
i] Wer sich in augenscheinlicher Gefahr befindet.

Er ist dem Valant entronnen.

Er ist dem Verstande entlaufen.
i] Er hat den Verstand verloren.

Er ist dem Witz gar übers Nest und Eier kommen.

Er ist demjenigen Freund, der Glück hat.
Russland

Er ist den Bach hinab.
Rottenburg
i] Verloren

Er ist den Besen nicht wert (womit er hinaus gejagt werden sollte).

Er ist den Galgen nicht wert.
la] Ne ligula quidem dignus.

Er ist den ganzen Tag auf den Beinen wie ein Tanzbär.
Breslau

Er ist den Hunden überliefert.
i] In schlechte Hände gefallen

Er ist den Kinderschuhen entwachsen - er hat die Kinderschuhe abgestreift
en] he/she is no longer a child
fr] il est sorti de l'enfance
it] ha messo i calzoni lunghi

Er ist den Kratten 'na.
Rottenburg
i] Fort, verloren. Von der mittelalterlichen Strafe des Wassertauchens in einem Korbe (Crates).

Er ist den Lahmen verhasst.
Russland

Er ist den Strick (zum Hängen) nicht wert.
fr] Cet homme file sa corde.
fr] Il ne vaut pas le pendre.

Er ist der Achte unter den sieben Weisen.
i] Spottweise von denen, die sich sehr weise dünken.
zit] »Manch Haupt in der gelehrten Welt sich für den achten Weisen hält.«
i] la] Sapientum octavus.
Horaz

Er ist der Allerweltssündenbock.
Ulm

Er ist der Alte.
i] Er ist noch so wie er gewesen
la] Antiquum obtinet.

Er ist der alten Welt.

Er ist der beste Mensch, wen 'ne Niemer taub macht.
Schweiz

Er ist der Doktor Symann.

Er ist der Dornen los.
i] Von einer verbesserten Lage. Von den Feldern her genommen, die nach Ausrottung der Dornen fruchtbar werden

Er ist der dreizehnte Apostel.
la] Sapientum oetavus.

Er ist der Dreizehnte im Dutzend.

Er ist der Dumme von Mölz.
Köthen

Er ist der Dumme.
i] 'Der Dumme sein' ist eine berliner Redensart. Es scheint dort häufig vorzukommen, dass bei einem Geschäfte einer von den beiden, die es machen, unter allen Umständen betrogen wird, dieser ist der Dumme. 'Warum soll ich der Dumme sein?' 'Dabei wär' ich doch der Dumme' sind Redensarten, die man sehr oft hört

Er ist der Erde gediehen.
i] Zum Grabe reif

Er ist der erst edelman von seim geschlecht.
nl] Hij is de eerste edelman van zijn geslacht.

Er ist der erste Anstifter.
la] Fons et radix es.

Er ist der erste Edelmann von seinem Geschlecht.

Er ist der Fuß eines Pavians.
Südafrika

Er ist der ganzen Welt verwandt.
i] Ist überall schuldig.

Er ist der Geist, der stets verneint.
i] Immer widersprechend
z] Ich bin der Geist, der stets verneint. Goethe, Faust, Mephistopheles

Er ist der Gerechtigkeit ins Garn gelaufen.

Er ist der Gescheiteste (in der Stadt, am Orte, in der Gesellschaft) wie der Torwächter in Mecheln.
i] Mecheln wird wegen der Dummheit seiner Bewohner verspottet. Auf die Frage, wer dort am gescheitesten sei, wurde einmal geantwortet: die Torwächter, weil diese die Einfältigen zu bewachen hätten. Eine Anzahl belgischer Städte werden im Verse geschildert:
Brüssel ist adelsberühmt und Antwerpen mächtig durch Reichtum,
Gent durch Stricke bekannt und Brügge durch reizende Mädchen,
Löwen gelehrtenerfüllt, doch Mecheln gesegnet mit Dummheit.

Er ist der Gesellschaft der Pilger einen Tag voraus.
Ägypten

Er ist der Gesellschaft Zier wie der lahme Hans vom Turnier.

Er ist der Hahn im Korbe.
fr] Il est là comme un coq en pâte.

Er ist der Hahn in Haferhalmen.
Böhmerwald

Er ist der Hecht im Karpfenteich
en] he is (like) a pike in the fishpond
fr] il est le trouble-fête
it] fa come il lupo nell'ovile

Er ist der heil. Schrift so froh, als wenn ich kaute Bohnenstroh.
i] Vnd sind der heylgen gschrifft so fro als wenn ich kauwet bonenstro.

Er ist der hellste (= reinste) Brotesgeiger.
i] Von einem Geiger, der nicht viel kann

Er ist der Herr von Habenichts und Kuhdreck ist sein Wappen.
Rottenburg
bm] Hie jaky pán! z čeho kosile, z toho i zupan.
bm] Svarný panáček! a prázdný sáček.
bm] Veliký pán, a jísti nemá co.
fr] Gentilhomme de Beauce qui reste au lit pendant qu'on raccommode ses chausses.
fr] Il est seur de son baston.
fr] Seigneur de parchemin.

Er ist der hoffärtige Esel.

Er ist der Hosenknopf dem starken Mann.

Er ist der Hund, der das Leder gefressen hat.
i] An ihm wird fremdes Vergehen gebüßt
z] Ich binn der selb frumm fleißig hundt, der wohl seines herren hüten kundt; da aber kam der neyd und hass, ward ich der Hundt ders leder frass.
z] Die falsche katz leugt mich yetz an, das ich das leder fressen han.

Er ist der Junge vom Alten.
Nürtingen
i] Der Apfel ist nicht weit vom Stamm gefallen.

Er ist der Jüngsten keiner.

Er ist der Kappen und des Kolben frei.
i] Man weiß ohnehin, dass er ein Narr ist.

Er ist der Karli Abgänt.
Solothurn
i] Das Abgehende, die bereits vom Tische abgetragenen, übriggebliebenen Speisen. Er kommt überall zu spät und zu kurz.

Er ist der Koch, es kommt aus seiner Kuchen (o. seinem Garten).

Er ist der Koch.
i] Er hat es veranlasst.

Er ist der könig im karten spil.
z] Wann einer das nit ist, das er scheint und will gesehen sein.
la] Bos in quadra argentea.

Er ist der Kunst gar übers Nest und Eier kommen.
z] Von einem der meint, er wisse und verstehe ein Ding gar wohl.

Er ist der Leib der Wahrheit, er stößt die Lüge heraus.

Er ist der Mann nicht, um an Schafen den fünften Fuß zu suchen.
nl] Gij zijt de man niet, om vijf pooten aan een schaap te zoeken.

Er ist der Mäuler Stiefvater.
i] Der Genaue, Filzige.

Er ist der Peterling (Petersilie) in allen Suppen.

Er ist der Pfiffikus, der den Bauern auf die Kühe hüpft.
i] Verhüllend für Dummkopf,

Er ist der Prügeljunge (der Sündenbock, das Versöhnungs- oder Opferhuhn).
i] Von jemandem, dem alles Üble in die Schuhe geschoben wird, der für alles, was andere verschuldet haben, büßen muss.
jüdisch-deutsch] Er is newich das Kappore-Hinkelche.
en] he is the scape goat (o. the whipping boy)
fr] il est le bouc émissaire (o. la tête de Turc)
it]e la testa di turco

Er ist der Pudel.
i] Wird zu allem gebraucht oder lässt sich zu allem gebrauchen.

Er ist der Punkt auf dem i.
i] So klein, wie wesentlich notwendig und unentbehrlich, da der Punkt erst die vorhandenen Schriftzüge zu einem i macht. Ein i ohne Punkt ist kein i.

Er ist der rechte Knecht.
ndt] A îs der rächte Knächt (o. Knacht).
i] Ironisch in dem Sinne: ein auserlesenes Subjekt, ein Prachtexemplar seiner Art.
i] Ich glaube, ein jeder denckt: das ist der rechte Knecht.

Er ist der richtige Achtelreiter.
i] Hat krumme Beine, dass er auf einem Fass reiten kann.
Schlesische Redensart

Er ist der Rute entwachsen.
nl] Hij is de roede ontwassen.
la] Manum ferulae subduximus.
la] Subducere manum ferulae.

Er ist der Sache gewachsen.
la] Nare sine cortice.

Er ist der Schinkenvater.
i] Er vertritt für einen anderen die Patenstelle.

Er ist der Schneider Puff, was er heut' näht, geht morgen wieder uff.

Er ist der Schönste vom Dutzend und wird obenauf gebunden.
i] Spöttisch, weil das Mustertück vom Dutzend obenauf kommt.

Er ist der Sohn der weißen Henne (o. Gans).
Frankreich

Er ist der Sündenbock.
z] Überall macht man mich verantwortlich für eine Situation, die ich nicht geschaffen, sondern, die mir aufgedrängt worden; ich bin für die öffentliche Meinung der Sündenbock. Graf von Bismarck vor Ausbruch des Kriegs 1866.
i] Der Sündenbock war bei den Juden der Bock, welchen sie mit des Volks Sünden beladen in die Wüste schickten, während sie einen anderen opferten, um Vergebung ihrer Sünden zu erhalten. Der Sündenbock stammt aus 3 Mos. 16. Also: Er muss es immer entgelten. Denselben Sinn hat die jüdisch-deutsche Redensart: Er is tummid dus Kappure- Hühndel, er ist stets das Sühnopfer-Hühnchen. Und: Er müss tummed dus Bud auschießen.
fr] C'est le bouc emissaire.
nl] Hij is altijd de zondebok.

Er ist der tapffer man, der Siegel und Brief durchreden kann.
z] Hett ich schon hunderttausend brieff und den Rechten stets nachlieff u.s.w. Denn lauf ich zu den Aduocaten, der selb frumb, redlich, bidermann mit Gelt nur brieff durchreden kan.

Er ist der Welt abgestorben.
nl] Hij is der wereld afgestorven.

Er ist derb zerbläut worden.
i] Namentlich von denen, die in irgendeiner Schenke derb Prügel bekommen haben.

Er ist des Geiers Schatten (o. Gefährte).
i] Von Erbschleichern und anderen Habgierigen

Er ist des Geldes Meister.

Er ist des Geschlechts mit den roten ärmeln.
Luzern
i] Um einen äusserst gefährlichen Menschen zu bezeichnen. Ursprünglich waren es die Mitglieder einer Verschwörung, aus Anhängern Österreichs gebildet, die, nachdem Luzern mit Uri, Schwyz und Unterwalden den ewigen Bund geschlossen hatten, mittels einer Mordnacht die junge Schweizer Freiheit vernichten wollten.

Er ist des Henkers nicht wert.
fr] Il ne vaut pas le pendre.

Er ist des Holzes nicht, da man solche Bilder ausschnitzt.

Er ist des holzes nit, da man solche bild aussschnitzet.
la] Mercurius non e quovis ligno fingitur.

Er ist des Kaisers Freund nicht.
nl] Hij is des keizers vriend niet.

Er ist des lieben Herrgotts Dummerjan.

Er ist des Namens und Stammens mit Schild und Helm.

Er ist des Namens, aber nicht des Rammens und Stammens.
la] Nomen et omen quantivis est pretii. Plautus

Er ist des Papstes Geiger.

Er ist des Schalkes voll.

Er ist des Segens nicht wert.
i] Nach rabbinischen Vorschriften muss vor jedem Genusse ein Segen gesprochen werden. Was aber verdorben und ungenießbar ist, verdient keinen Segen.
jüdisch-deutsch] Der is nit ruje livroche.

Er ist des Steuers verlustig.
i] Hat das Regiment verloren.

Er ist des Teufels Abschaum (o. Arschwisch, Unterfutter).

Er ist des Teufels.
z] Ein Armer, der stolz ist, ist des Teufels Arschwisch.
nl] Het is het schuim van den ketel, warin de nikker gezoden is.

Er ist desselben Holzes.
i] Ist eben des holtz
z] Bin ich doch auch des Holtzes, da man Bürgermeister draus schnitzet.
la] Ovo prognatus eodem. Horaz

Er ist dicht beim silbernen Löffel.
Königsberg
i] Seinem Ziele sehr nahe. Bei den Schützenfesten sind silberne Esslöffel Preise für die besten Schüsse.

Er ist dick wie e Schweizerkuh.
Troppau

Er ist die Ehrbarkeit (o. Frömmigkeit) selbst.
i] Kratzböstig, jähzornig, einen Menschen, mit dem nicht zu spaßen ist

Er ist die geschwinde Post, er macht in vierzehn Tagen dreizehn Meilen.

Er ist die Güte der Welt.
Italien

Er ist die gute Stunde selber.
Rottenburg
i] Ein sehr gutmütiger Mensch.

Er ist die Haare auf dem Kopfe schuldig.
i] Kann sogar buchstäblich wahr sein

Er ist die Katze, welche die Kastanien aus dem Feuer holt.
nl] Hij is de kat, die de kastanjes uit het vuur haalt.

Er ist die niemals etwas anderes gewesen als die billige Ausrede, um jede Verbesserung der menschlichen Lage in Verruf zu bringen.
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt. Paralipomena

Er ist die Null, ich bin die Eins.
nl] Het is altijd nul; ik houd er één.

Er ist die Ordnung selbst.
fr] Ce jeune homme est réglé comme un papier de musique.

Er ist die Petersilie in allen Suppen.

Er ist die Prügel nicht wert, die er kriegt.
fr] Il ne vaut pas l'eau qu'il boit.

Er ist die rechte Hand seines Chefs
en] he is the right hand of the boss
fr] il est le bras droit de son chef
it] è il braccio destro del padrone

Er ist die Schmeichelei, die Achtung, das Wohlwollen selbst, sobald es nur auf Worte ankommt, aber Geld? Da ist's aus.
Molière, Der Geizige (La Flêche)

Er ist die Stütze ihres Alters
fr] il est son bâton de vieillesse
it] è il bastone della sua vecchiaia

Er ist die Treppe 'runter gefallen.
Königsberg
i] Wenn jemand das Haar (schlecht?) verschnitten worden ist.
nl] Hij is van de trappen gefallen.

Er ist die Vogelscheuche aller Gesellschaft.
nl] Dat is een musschen verschrikker.

Er ist die zehnte Suppe vom Pastinak.
Samland
i] Ein entfernter Verwandter.

Er ist die Zielscheibe der Gesellschaft.
fr] Être le bardot d'une compagnie.

Er ist dies Jahr nicht erst jung worden.
i] Von einem Manne, der Erfahrung besitzt.

Er ist dieses Zeichens nicht.
z] Er ist eines anderen Zeichens. Man weiß nicht, wess Zeichens er ist.
i] Ein 1851 an das Obertribunal gelangter Prozess wegen eines Kirchenstuhls, in dem eine der Parteien ihren Anspruch auf einen Kirchenstuhl mit dem Hinweis auf ein Zeichen begründete, machte auf die Bedeutung der 'Hausmarke' aufmerksam, wozu die Wahrnehmung trat, dass das 'Handgemal' des Sachsenspiegels bald für Handzeichen, bald für Hofgut gebraucht wird. 'Die Marke ist das Zeichen einer Person, wer es sieht, soll dabei an eine Person denken, der es angehört. Es ist wie ein Name, der im Hörer eine Vorstellung von der Persönlichkeit des Trägers erweckt; sie ist ein auf die Familie übergehendes Personenzeichen; sie heftet sich an das Grundstück, an andere Vermögensobjecte, an das Geschäft.' Die Gestalt der Marke ist unendlich verschieden.

Er ist doch nur unterm Zaun her.
i] Von niederer Herkunft.
nl] Van eenen ezel op eene jaarmarkt gepist zijn.

Er ist Doktor und sie Magister (Meister).

Er ist Doktor, sie ist Meister.

Er ist Doktor, sie Meister.

Er ist doppelter als eine Zwiebel.
Italien

Er ist dort so nötig, wie das Loch in der Brücke.
Polen

Er ist dort zu Haus wie eine Laus im Nagelkasten (o. Grind).
i] Muss viel Not leiden.
nl] Hij is daar te huis als eene luis in eene spijkerton.

Er ist drauf wie der Habs auf eine Taube.
Rottenburg

Er ist drauf, wie der Habel (Habicht) auf die Taube.
Rott-Tal

Er ist drauf, wie der Teufel auf eine Seele.
i] Nämlich drauf aus, auf irgendetwas, auf einen Pfennig, einen Kreuzer, ein Geschäft

Er ist draufgegangen, wie die Schätze von Czenstochau.
i] Bevor Czenstochau von Mauern umgeben war, wurde es nicht selten der dort aufgehäuften Schätze wegen beraubt

Er ist drei Meilen hinter dem Backofen gewesen.
i] Spott auf einen Gesellen, der wenig gewandert oder überhaupt auf jemand, der wenig von der Welt gesehen.

Er ist dreidrähtig.
Dönhoffstädt
i] Zur Bezeichnung eines Menschen, der, sollte er auch dumm aussehen, doch sehr durchtrieben ist

Er ist dreieinig: dumm, faul und gefräßig.

Er ist dreist und gottesfürchtig.
i] Wird auf anmaßende Personen angewandt

Er ist dreist wie ein Braunsberger.

Er ist dreist, wie der Hahn auf seinem Mist.

Er ist drin verirret, wie der Metzger in der Kuh.
Nürtingen

Er ist drumb nit gar ein Narr.
la] Acetum habet in pectore.

Er ist dumm geboiet (gewiegt) worden.

Er ist dumm gehutzelt und albern gewiegt.
Harz
i] Mit dem Worte hatzen (hutzeln) wird im Plattdeutschen auch das Wiegen ausgedrückt; hier: warten, auf dem Arme tragen, wiegen.

Er ist dumm wie die Sünde.

Er ist dumm wie ein Eselindieb.
Frankreich

Er ist dumm wie Erbsenstroh.
Königsberg

Er ist dumm zum Wandeinrennen.

Er ist dümmer als die von Zago, die den Glockenturm düngten, damit er wachsen sollte.
Italien

Er ist dümmer als es sich gehört.

Er ist dümmer als Kujeba aus Mauth.
Böhmen
i] Soll sich auf einen Schuhmacher aus Hohenmauth, Namens Jakob Kujeba, beziehen, der im 16. Jahrhundert lebte und nicht nur sehr dumm, sondern auch ebenso grob gewesen sein soll
fr] Plus fol que le chien qui aboye à ses soupes les cuidant par se refroidir.
la] Stultior cane ad offulas allatrante.

Er ist dümmer als Saubohnenstroh.
Ulm

Er ist dümmer, als er aussieht.
la] Praeter speciem stultus est.

Er ist dümmer, als es die Obrigkeit verlangt.

Er ist dun un voll.

Er ist dunkel, wie der Tabak im Horn.
Polen
i] Mit seinem Verstande ist es nicht weit her. Als der Gebrauch des (Schnupf-) Tabaks aufkam, hatte man keine Dosen, sondern bediente sich der Hörner, daher der Beisatz: im Horn. Noch heute soll hier und da auf dem Lande der Gebrauch solcher Tabakhörner vorkommen. Ob das Dunkel auf die Farbe des Tabaks oder darauf anspielt, ob der Tabak selbst oder die Zusätze, die er bei der Fabrikation erhält, gesund oder schädlich seien, ist nicht bekannt.

Er ist dur d' Mühli dure gange.
Luzern

Er ist durch alle Pfützen gezogen.
Nürtingen
i] Mit allen Hunden gehetzt, mit allen Wassern gewaschen.

Er ist durch Böhmen gewandert und Sachsen, doch sein Verstand ist nicht gewachsen.
Wend. Lausitz

Er ist durch die Schule gegangen, wie der Esel durch die Mühle.
i] Oberflächliche Bildung.
z] Es sein etliche, so baldt sie ein stück vom Schulsack gefressen haben oder einmal durch die Schul sein gangen, gleich wie ein Esel durch die Müll, wöllen sie gleich für hoch und gelehrt gehalten sein u.s.w.
fr] Il n'en a qu'une teinture.

Er ist durch die Schule gerutscht.
i] Er hat etwas gelernt.

Er ist durch keinen Vetter hinaufgekommen.
i] Was er ist, verdankt er eigenem Verdienst.
bm] Povýsen ne z rolí, ni za solí, ale tím, co ho boli.
pl] Powstał nie z roli, ani z soli, ale z tego, co go boli.

Er ist durch und durch Quecksilber.

Er ist durch, wie Streesemann's Farkel durch Nachbars Zaun.
Pommern

Er ist Duzbruder mit dem Kaiser, wie Peter Lorenz aus Rostock.

Er ist e Niegenug.
i] Von einem, der kein Maß zu finden weiß, auch im Genuss. In diesem Sinne finden sich a.a.O. noch folgende schweizer Redensarten: Er ist en Gespeer (= Geuder), en Langnüter, en Hauderidau, en Malchis, en Suppe-Malchis, er ist en hungerstottige Mensch.

Er ist e rechter Schussel.
Schwaben
i] Von schießen = unbesonnen vorangehen.

Er ist e Ringlesrum.
Schwaben
i] Er kommt nicht vom Flecke.

Er ist e Saufaus.

Er ist eaba überall net z' Haus.
i] In keiner Sache gründlich unterrichtet, bewandert, tüchtig, thätig, nirgends in Ordnung sein

Er ist eben nur so viel gesalzen, daß er nicht faule.

Er ist ebenso grob als dumm.
fr] Il est fin comme une dague de plomb.

Er ist eher grau dann weiß.

Er ist ehrenwert wie der Pfaff von Hagenlach, den schwang man mit ruten auss.

Er ist eichelgesund. Rottenburg

Er ist eigen wie der Bäcker Plaat, wenn er kein Mehl hat, backt er nicht, aber he schött en ne Trog und backt doch.

Er ist eigen wie der Meister Beck, wenn der kein Fleisch hat, verkauft er keins.
Tapiau

Er ist eigen wie ein Landsberger Bäcker, wenn der kein Mehl hat, bäckt er nicht.
Ostpreußen
i] Landsberg ist eine der unfruchtbarsten Gegenden der Provinz Preußen. - In Bartenstein sagt man: wie der Bäcker Schink, in Tapiau: wie der Meister Beek, in Fischhausen: wie der Bäcker Schnêge

Er ist eigen wie Johann Fink, der wollte nicht am Pranger stehen.

Er ist eigensinnig wie Marquardt, er backt nicht, wenn er kein Mehl hat.

Er ist ein (alt) weib.
i] So nennt man einen Mann, der viel und unverständig schwatzt, unbedeutende Dinge breit und langweilig erzählt. Stadtfraubâs braucht man in Franken von Männern und Weibern, welche die täglichen Stadtneuigkeiten herumtragen und ausbreiten, woher sie auch wohl 'Wochenblätter' genannt werden. Auch von einem Feigen wird der Ausdruck gebraucht.

Er ist ein (alter) Riemenstecher.
i] Als die Bücher noch durch lederne Riemen und weniger durch Büchertaschen zusammengehalten wurden, war das Riemchenstechen ein beliebtes Spiel der Schuljugend. Es kam darauf an, den Griffel in einen der mannigfachen Schlingen des doppeltgerollten Riemens so geschickt zu stecken, dass dieser durch den Gegner angezogen, festgehalten wurde. Ein Riemenstecher ist mithin ein schlauer und gewitzter Mensch, der alle Vorteile für sich wohl wahrzunehmen versteht, ein Praktikus, ein Schlauberger. Riemenstecher ist der Name gewisser betrügerischer Landstreicher, welche besonders auf Jahrmärkten ihr Wesen treiben und einen Riemen mit darin befindlichen Krümmen zusammenrollen und andere darin stechen lassen, wobei sie machen können, dass der Stich allemal neben den Riemen gehe. Die Riemenstecher kommen unter dieser Bezeichnung schon in dem alten augsburgischen Stadtbuche aus dem 13. Jahrhundert vor. Ein Edict Friedrich Wilhelms I. von Preußen vom 28. Jan. 1716 bringt 'Marktschreier, Comödianten, Gaukler, Seiltänzer, Riemenstecher, Glückstöpfer, Puppenspieler u. dgl. Gesindel', das im Lande nicht geduldet werden soll, in eine Klasse.

Er ist ein (bloßer) Maulheld.
i] Ein Mensch, der sich rühmt, ein Held zu sein, ohne dass er es wirklich ist, also ein Großprecher, Prahler, Zungenheld.
nl] Het is een held met zijn mond.
la] Ventosa in lingua pedibusque fugacibus istis semper erit. Virgil

Er ist ein (echter, rechter, wahrer) Galgenstrick.
fr] C'est un homme de sac et de corde.
la] Crucis offla.

Er ist ein (echter, wahrer) Furzklemmer.
Rottenburg
i] Ein Erzknicker, der auch einen Furz einklemmt, um ihn langsam und sparsam auszugeben. Superlativ für: Filz, Geizhals, Geizkragen, Geizteufel, Knicker, Dreckfresser, Katzendreckler, Kümmelspalter, Linsenzähler, Pfennigfuchser
fr] Il est plus chiche que Midas qui se chauffoit à la fumée des pets pour peur d'acheter du bois.

Er ist ein (großer) Wagehals.
nl] Het is een groote waaghals.

Er ist ein (liederlicher, verdrehter) Strick.

Er ist ein (o. kein) großes Licht.
i] Ernst und ironisch, auch Weltlicht.
fr] Cet homme est du commun des Martyrs.
la] Cymbalum mundi. Plinius

Er ist ein (o. kein) Hexenmeister.
i] Ein Offizier schrieb an den Minister Louvois und klagte jemanden der Hexerei halber an, weil er denselben einiger geschickten Streiche wegen für einen Hexenmeister hielt. Louvois antwortete ihm weiter nichts als: z] Aus Ihrem Brief ersehe ich zur Genüge, dass Sie kein Hexenmeister sind.

Er ist ein (r)echter Isegrimm.
i] Isegrimm ist der Name des Wolfs im Reineke Fuchs. Es scheint, als sei dieser Name nur ein zum Eigennamen gewordenes Beiwort dieses bösen Tiers, und als sei er niemals einem Menschen beigelegt worden, außer etwa als Appellativum, wie wir auch jetzt noch einen Menschen, der ein barsches, zurückstoßendes Wesen hat, der ein Brummbart ist, einen Isegrimm zu nennen pflegen. Allein dieser Name war ein gangbarer Mannesname, den nicht bloß Helden trugen, sondern auch Geistliche; und gerade der erste, der für uns nachweisbar diesen Namen führt, ist ein Geistlicher. Im Jahre 933 wird nämlich ein Isegrimus zum Bischof von Regensburg ordiniert. Es ist also wohl Isegrimus ein Personenname, der auf das Tier übertragen worden ist.

Er ist ein (wahrer) Goliath.
la] Alter Hercules.
la] Simsone robustior.

Er ist ein abgefeimter Bursche (o. Schurke).
i] In allen Schlechtigkeiten erfahren
i] Feim = Schaum, Abfeim ist dasselbe wie Abschaum, der das Unreine, Überflüssige enthält, wenn wir von einem abgefeimten Schurken reden, gebrauchen wir also dasselbe Bild, wie wenn wir von Abschaum der Menschheit sprechen Verwandt mit 'raffiniert' oder 'gerieben'.

Er ist ein Ableger aus Arkadien.
Altgriechisch
i] Vom Feigen, Faulen, Dummen. Die Arkadier standen vor alters im Gerücht der Dummheit

Er ist ein Ableger aus Arkadien.
Altgriechisch
Vom Feigen, Faulen, Dummen. Die Arkadier standen vor alters im Gerücht der Dummheit.

Er ist ein Affenschwanz.
i] Als Schimpf wie Affenzagel

Er ist ein Affenzagel.

Er ist ein Allmein.
Nassau
i] Einer, der alles haben will. - Der Habsüchtige

Er ist ein alter Hase
en] he is an old hand
fr] c'est un homme d'expérience
it] è un vecchio del mestiere o. una vecchia volpe

Er ist ein alter Narr.
la] Stultus est adversus aetatem et canitudinem. Plautus

Er ist ein alter Schneeschipper.
i] In Pommern von jemandem, der nur seinem Berufe und sehr zurückgezogen von geselligen Beziehungen lebt.

Er ist ein alter Steinchrist
i] Ein kerngesunder Alter.

Er ist ein alter Stumpfstecher.
Köthen

Er ist ein alter Weibertröster.

Er ist ein altes Düttchen.
Danzig
i] Von jungen altklugen Leuten

Er ist ein Altsitzer.
i] Ein Mann, der seinem Sohne die Wirtschaft abgetreten und für sich nur eine kleine Stube oder eine Kammer wie lebenslänglichen Unterhalt ausbedungen hat, daher die Bezeichnungen Stübchenvater, Kammervater, Ausgedinger. In Litauen nennt man den weißen Arsenik Altsitzerpulver, weil es vielfach vorgekommen sein soll, dass Altsitzer durch Arsenik vergiftet worden sind

Er ist ein Altsprecher.
i] Ein kluger Mensch, der den Alten spielt

Er ist ein Altweibertröster.

Er ist ein Ammenmacher.
Königsberg
i] Von einem Manne, der ohne bestimmten Beruf lebt

Er ist ein Amphibium.
i] Ein zweizüngiger Mensch

Er ist ein ander Dionyss, welchen das Glück letzlich verließ.
la] Dionysius Corinthi.

Er ist ein Angstmeier.
z] An der heutigen Börse waren Leute bemüht, auszustreuen, dass die Nachricht von der Abdication des Kaisers von Russland der Vorbote eines Bruches zwischen Österreich und Russland sei, und es fanden sich, wie immer, Angstmeier genug, die auf diesen Köder anbissen. Bohemia, 1876

Er ist ein anomales (unregelmäßiges) Verb.
i] So pflegte Luther die Männer zu nennen, welche das Regiment in ihren Häusern nicht führen.

Er ist ein anschlägiger Kopf.
i] Voll guter Anschläge.
la] Daedalum ingenium.

Er ist ein Apostelträger.

Er ist ein Ärgerteufel.
Nordböhmen

Er ist ein Aristokrat in Folio.
nl] Het is een aristocrat in folio.

Er ist ein armer Aschenwedel.

Er ist ein armer Lazarus.

Er ist ein armer Narr.

Er ist ein armer Teufel.
i] Auch Tropf, Wicht. Die Polen nennen einen Sonderling in Tracht und Tat einen venetianischen Teufel: Djabeł wenechi djablę weneckie. Man bezeichnet zunächst damit einen Menschen, der in beschränkten Vermögensverhältnisen lebt.
z] Der Glaube an den Teufel und seine Macht wurde im vorigen Jahrhundert immer schwächer, die Farbe seiner Gestalt verblich. Das Jahrhundert der Aufklärung verschmähte es zuletzt sogar, über ihn zu spotten. Er wurde, wie längst verstorbene Helden, ein Stoff für die Dichter; er erhielt sich im Puppenspiel als Kinderfreude, und Goethe idealisierte mit höchster Grazie sein altertümliches Bild als Mephistopheles im Faust. Doch unterm Volke haftet noch heute der Glaube an den Teufel und seine Hexen, und noch heute versucht der alte Wahn in orthodoxen Kirchenlehren ans Tageslicht zu dringen. Aber die jetzt noch wagen, sein wirkliches Dasein zu behaupten, müssen sich gefallen lassen, selbst die Bezeichnung zu ertragen, welche der Böse vorzugsweise in den letzten Jahrhunderten erduldet, das Prädicat: 'armer Teufel'. Diese Bezeichnung ist schon im Jahre 1550 volkstümlich, z.B. bei Hans Sachs in dem Schwank Der Teufel lest kein Lantzknecht mehr in die Hölle faren (Nürnberg 1555). Darin befiehlt der Landsknecht dem Wirt, einen toten Hahn zu braten, der in der Ofenhölle hängt. Teufel, Belzebock, der ebendaselbst auch auf einen Landsknecht lauert und bereits durch das wilde Wesen der Landsknechte sehr beunruhigt ist, nimmt an, dass die Bezeichnung des toten Hahns 'armer Teufel' ihn selbst meine, stößt entsetzt eine Ofenkachel aus und entflieht in die Hölle. Nachdem gegen Ausgang des 11. Jahrhunderts durch Aufschwung des Städtewesens, wie durch Handel, Gewerbe, Kunst ein zu Wohlstand gelangter Mittelstand sich gebildet hatte, das Selbstgefühl rege geworden war, so äußerte sich bald die Überlegenheit über den Teufel, dass derselbe zur Belustigung auf der Bühne, als armer, geprellter, dummer Teufel erscheinen musste.
sinnverwandt] blöder Teufel, furchtsamer Teufel, verlassener Teufel, ohnmächtiger Teufel, geschreckiger und flüchtiger Teufel
fr] C'est un pauvre diable.

Er ist ein Arschknochen.
i] Schimpfwort

Er ist ein Arschpeter.
i] Ein unsauberer Mensch

Er ist ein aufgeweckter Kopf, er möchte wohl den Ziegenbock barbieren.

Er ist ein Aufräumer (Dieb).

Er ist ein Aufschneider.

Er ist ein Augstupöner.
Memel
i] Ein grober Mensch. Augstupönen ist ein Dorf im Gumbinner Kreise, aus dem früher viele Leute nach Memel auf Arbeit gingen

Er ist ein Ausbund von Schlechtigkeit.
nl] Het is pnik van schlechtigheid.

Er ist ein ausgelassener Teufel.
fr] C'est un vrai diable de chainé.

Er ist ein ausgetragenes Kind.
i] Von einem klugen, durchtriebenen Menschen, wofür man auch die Bezeichnungen: ausgetragener, netter Junge, richtiger Sohn und Neunmonatskind hat. Bei den Franzosen heißen die Bauern von Vertus 'gute Kinder' und gelten für so einfältig wie die von Vironchaux, die deshalb 'verdutzte' heißen. Beutelschneider und Spitzbuben nennen sie Kinder der Matte: Enfans de la Matte. - Enfans qui sont de la Matte savent tous jouer de la patte. In Italien stehen Modena und Ravenna in dem Rufe, sich sogenannter, 'ausgetragener Kinder' zu erfreuen. In diesem Sinne sagt man: Ein Kind von Modena. Ein Kind von Ravenna. Sie sollen mit dem Barte geboren werden. In ähnlicher Weise sagt man von jemandem, der unschuldig ist oder tut und nichts weiß: Es ist ein Kind von Ninove. In Ostindien versteht man unter 'Kindern von Budaon' Narren, weil die Bewohner dieser in Rohilkand gelegenen Stadt für närrisch gelten.

Er ist ein Babb'ler.

Er ist ein Backbêst.
i] Ein Mensch oder Tier von ungewöhnlicher Größe und Stärke

Er ist ein Ball, der hin- und herrollt (o. geworfen wird).
i] Ein wankelmütiger Mensch.
la] Animo nunc hue, nune fluctuat illue.

Er ist ein Bärenanbinder.
i] Ein Flausenmacher
fr] C'est un donneur de bourdes.

Er ist ein Barrabaus.
i] Ein Großsprecher, doch wird mit dem Worte auch ein Gespenst bezeichnet

Er ist ein Barthel.
i] Will witzig und geschickt sein und ist es doch nicht
i] Man nennt auch spottweise die Bewohner von Bartenstein Bartels, und zwar nach einem Steinbilde, das auf dem sogenannten Schlossberge vor der Stadt liegt und noch aus der Heidenzeit stammen soll. Das Götzenbild wird als der Barthel oder auch bartensche Rekel gezeigt, und beide Bezeichnungen sind zu Schimpfworten geworden.

Er ist ein bartscher Rekel.
i] Am bartner Amte befindet sich auf einer wallartigen Erhöhung eine dem Bartenstein ähnliches, in roher Weise gearbeitetes Steinbild, das Brustbild eines Menschen darstellend. Dies Bild führt allgemein den Namen: 'der bartsche Rekel.' Man sagt, es soll das Bild des Erbauers der Burg sein. Grober Rekel sagt man von jemandem, der einen groben Spaß macht.

Er ist ein Bauchredner.
i] Von denen, die eine feile Zunge haben und stets das sprechen, was man gern hört und ihrem äußeren Wohlergehen förderlich ist
la] Glossogastores. (Tullius.)

Er ist ein Bautz.
Insterburg
i] In Insterburg lebte ein auf einer sehr niedern Menschenstufe stehender Arbeiter, Namens Bautz, den man zu den niedrigsten Arbeiten gebrauchte. Sein Name ist zur Bezeichnung für Leute niedrigen Charakters geworden. Es wird auch das Eigenschaftswort 'bauzig' davon gebildet und gebraucht.

Er ist ein Beest (Tier).
i] Zeigt sich in seinen Äußerungen und Handlungen roh wie ein unvernünftiges Tier
nl] Hij is een beest.

Er ist ein Belifan.
Ostpreußen
i] Ein unbeholfener, ungeschickter Mensch. Nach dem Deutschen Reichs- und Preußischen Reichsanzeiger, 1875, Nr. 7 ist das Wort Belifan durch Ober-Tribunal-Erkenntnis vom 20. November 1874 als eine Beleidigung erkannt worden

Er ist ein besserer Wirt als Hirt.
i] Vom Geistlichen, der mehr für sein Einkommen als für die Seelen derer sorgt, die ihm anvertraut sind.

Er ist ein besserer Zehrer als Mehrer (Sparer).
la] Promus magis, quam condus.

Er ist ein Betemärten.
Schlesien
i] So nannte man früher in der Gegend von Brieg einen Menschen, der am äußeren Gottesdienst sehr pünktlich, obgleich ohne Verstand teilnimmt. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts lebte in Brieg ein Bauer, mit seinem Vornamen Martin, der die Kirche Sonntags andächtig besuchte und gewöhnlich in einem Winkel stand und so eifrig zuhörte, dass er die ganze Predigt ins Gedächtniss aufnahm, worauf er dann auf die bedeutendsten Plätze der Stadt trat und die Predigt, selbst bei der größten Kälte, oft bei drei Stunden lang, wiederholte, die Laster, das schlechte Polizeiwesen und andere Ungehörigkeiten, besonders auch die Hoffart strafte, ja zuweilen den Frauenzimmern auf freier Straße Spitzen, Kragen und Hauben abriss und mit Gottes Strafgericht ernstlich drohte. Da er sehr eifrig betete, wurde er vom Volke Bete-Märten (Bete-Martin) genannt.

Er ist ein Bettelmann zu Pferde.
z] Des Menschen Dünkel hebt sich von der Erde und wird - ein Bettelmann zu Pferde.

Er ist ein Beutelschneider.
i] Unter Beutel ist hier der Geldbeutel gemeint
z] Seit 1673 war der Spielberg (bei Baden) auch für die Landstreicher, Müßiggänger und Beutelschneider (Illustrierte Zeitung vom 14. April 1866) geöffnet. Damit hängt wohl auch die Redensart zusammen: In dem Spiele hat der viel Geld geschnitten.
la] Zonarius sector. Plautus

Er ist ein bewanderter Mann, er ist einmal zu Markt, zweimal zur Mühle und dreimal zu Bade gewesen.

Er ist ein bewunderter Esel.

Er ist ein Bierlätzel (o. Bierzapf).

Er ist ein Bild ohne Gnade.

Er ist ein Billewie.
Ermland
i] Ein Mensch, der nicht viel taugt. Er versteht seine Sache billewie, d.i. oberflächlich

Er ist ein Blechschwätzer.

Er ist ein bloßer Hundeknecht.
z] Das sind schändliche Fresslinge und Bauchdiener, die billiger Säu Hirten und Hunde Knechte sind solten, denn Seel Wärter und Pfarrherren. Luther

Er ist ein bloßes Gedächtnis von einem Menschen.
i] Er besteht bloß aus Haut und Knochen, die Sonne durchscheint ihn

Er ist ein Bluthund.
nl] Het zijn regte bloedhonden.

Er ist ein Blutzgerspalter.
i] Soviel wie Pfennig- und Kümmelspalter, Erbsenzähler, d.h. ein Knicker, karg bis auf die unbeträchtlichste Unterabteilung einer Sache, die kaum noch einen Wert besitzt

Er ist ein Bock in einem endlosen Walde.
Südafrika

Er ist ein Bocksdämel.

Er ist ein Bockstêker.
i] Ein Frauenburger

Er ist ein böhmischer Zopak.
Böhmen
i] Man will damit sagen: Er ist ein Czeche. 'Co pak?' heißt: 'Was denn?' eine Frage, die sehr häufig gestellt wird.

Er ist ein Bohnenfresser.
Altgriechisch
i] Von denen, die bei der Wahl von Magistratspersonen ihre Stimme verkauften und des Gewinns halber in den Volksversammlungen sich aufhielten. Man gab nämlich früher die Stimme mit schwarzen und weißen Bohnen ab, daher man von denen, die mit dem Stimmengeben Wucher trieben, sagte, sie lebten von Bohnen. Auch noch andere Sprichwörter beziehen sich auf diesen Stimmenverkauf. Von Bohnen leben bezeichnet also unerlaubten, schändlichen Gewinn.
la] Fabarum arrosor. Suidas

Er ist ein Bönhase.
i] Ein nicht zünftiger, seinen Beruf heimlich treibender Handwerker
i] Besonders Schneider, weil er wie ein gejagter Hase fliehen und auf den Boden flüchten muss, wenn die Amtsmeister Haussuchung nach Pfuschern tun und ihnen die Ware abnehmen. Viele derselben arbeiten daher auch auf Böden verborgen. In einigen Gegenden Holsteins und Schleswigs wird das Wort auch von untreuen Ehemännern gebraucht. Dort versteht man unter einem Böhnhasen einen Pfuscher und schlechten Arbeiter überhaupt, ferner jeden, der eine Sache übernimmt, die er nicht versteht, der in einem Fache sein eigener Lehrmeister gewesen ist, der ein Geschäft treibt, das nicht zu seinem Berufe und Amte gehört, wie einen, der in einer Profession noch nicht Meister geworden ist.

Er ist ein böser fuchs.
la] Polypi mentem obtinet.

Er ist ein Bowke.
Königsberg
i] Spitzbube, bowen = stehlen

Er ist ein Brandfuchs.
i] So wird der Student im zweiten Halbjahr deshalb genannt, weil ihm, dem Fuchse, dann einige Haare hinter dem Ohre mit einem Fidibus abgebrannt wurden, damit er von nun ab, ein Brandfuchs im Kampfe gegen die Philister würde, wie, Simson gegen die Felder, Gärten und Weinberge der Philister dreihundert Füchse aussandte, von denen je zwei einen Brand zwischen ihren Schwänzen hatten.

Er ist ein Brâscher.
i] Ein Groß- und Vielsprecher, von brâschen = viel, laut und meist unnütz sprechen

Er ist ein Breimaul.
i] Spricht undeutlich, redet wenig oder schwerfällig und unfreundlich

Er ist ein Breitmaul.
i] Ein Prahler, vorlauter Mensch, Zänker

Er ist ein Bretlhupfer.
i] So nennt man in Tirol einen Bedienten, weil er hinten auf dem Wagen steht

Er ist ein Bröske.
i] Ein kleiner, korpulenter Mensch

Er ist ein Brotketzer.
i] Dient des Brotes wegen oder glaubt nicht an die Brotverwandlung

Er ist ein Bruder Cyprianer.
i] Er hat die Gicht

Er ist ein Bruder Langsam.
la] Hos procos loripedes. Plautus

Er ist ein Brummkater.
i] Ein mürrischer Mensch

Er ist ein Brûsbart.
i] Ein unfreundlicher Mensch
i] Brûsbart war nach Frischbier früher ein unter dem Volke sehr beliebtes Kartenspiel, bei welchem die einander gegenübersitzenden Spielenden durch das sogenannte Wicken sich die Farbe der auszuspielenden Karte bezeichneten. Das Wicken geschah durch verabredete Zeichen.

Er ist ein Bub' und noch kein Mann.

Er ist ein Bube in der Haut.
nl] Er schuilt veel boeverij onder de kap.
nl] Hij hangt van boeverij tezamen.

Er ist ein bunter Molch.
i] Eissleben möchte man billig einen bunten Molch heißen. Luther

Er ist ein Butterröschke.
i] Ein Bewohner der Stadt Bischofstein

Er ist ein Christ von Halberstadt.

Er ist ein Christ, wie die Sessel bei großen Herrn, die von außen mit schönem Sammet überzogen sind, aber innen nichts als stinkendes Rosshaar enthalten.

Er ist ein Dâlhut von Zinten.
i] Ein Mensch, der schlecht gekleidet ist, der schmutzig und zerlumpt einhergeht

Er ist ein Dämelskopf.
i] Ein Dummer, ein Dummkopf

Er ist ein damliges (verdrehtes) Luder.

Er ist ein Dau(k)schlemmer.
i] Ein Mensch, der gebückt und langsam herbeikommt, ein Herumtreiber, Tagedieb, Taugenichts

Er ist ein Diamant: Man kann mit ihm Glas schneiden.
Jüdisch

Er ist ein Dichter! sagte der Bauer, er macht aus einem Furz einen Donnerschlag.

Er ist ein dicker Dramsack.

Er ist ein dicker Dremel.
i] Bezeichnet als Scheltwort, wie Bengel, Klotz, einen groben Menschen. In Preußen nennt man scherzhaft eine männliche Person, die nicht groß, aber fett ist, einen dicken Dremel

Er ist ein dicker Knüder.

Er ist ein Dickkopf.
i] So viel wie Dummkopf. Da sitzt der Dickkopf wieder und drinkt

Er ist ein dieb in seiner Mutter leib gewesen.

Er ist ein Dieb und Diebsgeselle.
nl] Het is dief en diefjes maat.

Er ist ein Dojân.
i] So viel wie Einfaltspinsel. Aus trügen und Jân (Hans) zusammengesetzt, wie Dommerjan u.s.w. In Königsberg hört man die Redensart: Dojan vom Trogheim

Er ist ein Doktor (Schneider, Schmied u.s.w.) wie ein Dreck eine Bratwurst.

Er ist ein Doktor bis an den Hals, wie ein Schaf ein Sackpfeifer.

Er ist ein Doktor für alle Krankheiten.
nl] Hij maakt er zulk eenen grooten doktor van, als of hij tot alle dingen raad moest weten.

Er ist ein Doktor, wenn der Kranke genest, so ist er unschuldig daran.
nl] Het is een dokter, maar hij slacht mij, hij heeft er geene schuld aan.

Er ist ein Doppel Händler.
Afrika

Er ist ein Dreckbartel.
Nürtingen
i] Man hat auch die Bezeichnungen: Dreckbojer, Dreckhammel, Drecksau

Er ist ein Dreckhammel.
i] Von einem unreinlichen, unsaubern Menschen, wofür man auch zur Abwechselung den Ausdruck 'Drecksack' gebraucht

Er ist ein Drehschaf.
i] Ein Mensch, der sich in einer Gesellschaft hin- und herbewegt, ohne mit anderen gesellig zu verkehren

Er ist ein Dreihäriger.
i] Ein schlauer Kopf, der sich dümmer stellt als er ist

Er ist ein Dreikäsehoch
en] he is a hop-o'-my-thumb (o. a Tom Thumb)
fr] c'est un goße haut comme trois pommes
it] è un tappo da botte - è una mezza cicca

Er ist ein Drepsdrell.
i] Ein langsamer, einfältiger Mensch. In Bremen: Dröpstêrt

Er ist ein Drôgenist.
i] So nennt man in Hamburg scherzweise einen dürren, hagern Menschen, aber auch wohl einen solchen, der trocken und einfältig aussieht, den Schalk jedoch hinter den Ohren hat

Er ist ein Dromedar unter den Ziegen.
Mali

Er ist ein Drönpeter.
i] Ein langweiliger, verdrossener Mensch

Er ist ein Duddeldopp.
i] Auch Dudenkopf. Ein einfältiger Mensch, der alles mit sich machen lässt

Er ist ein dummer Zipfel.

Er ist ein Durchgänger.
Niederlausitz
i] Von einem ungeratenen, verlorenen Sohne

Er ist ein durchtriebener (dreihäriger) Vogel.
i] Sehr listig und leichtsinnig.

Er ist ein durstiger Bruder.

Er ist ein Duschak (oder Duschel).
i] Ein Träumer, ein einfältiger, dummer Mensch

Er ist ein edelman, allein das jhm das ohr ein wenig henget.

Er ist ein Edelmann, die Bauern heißen ihn Vetter.

Er ist ein Edelmann, wie ein paar Katzen ein Rittergespann.
nl] Het is een edelman, als zijne broek een peperzak.
nl] Het is een edelman, gelijk zijn hoed een hanenkam.
nl] Het is zulk een edelman, als er over voeten gaan kann.

Er ist ein Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle
en] he is a real gentleman (o. a gentleman through and through)
fr] c'est un homme d honneur jusqu'au bout des ongles
it] è un galantuomo dalla testa ai piedi

Er ist ein einfältig Kind, wie ein Burghauser Würfel.

Er ist ein eingefleischter Teufel.
nl] Hij is een gevleeschde duivel.

Er ist ein Eisenbeißer (o. Eisenfresser).
i] Spott auf ruhmrednerische Aufschneiderei und Selbstverherrlichung, auf Heldentaten mit der - Zunge
z] Wa ich meinen Feind selbs anewend, spräch ich dz dich potz marter schend. Ich bin der Eissenbeisserknecht.
fr] Avaleur de charrettes ferrées.

Er ist ein eisgrauer Mann.

Er ist ein Elbentrötsch.
i] Elpentrötsch, tölpentrötsch, trilpentrisch, hilpentritsch u.s.w.: ein linkischer einfältiger Mensch, dem die Elben (Elfen) etwas angetan haben

Er ist ein Erbsenschmecker.
Ostpreußen
i] So nennt man in der Provinz Preußen die Einwohner der kleinen im Kreise Friedland (Regierungsbezirk Königsberg) liegenden Stadt Schippenbeil. Nach der Sage wurde von den Schippenbeilern einem Bauer seine ganze Ladung grauer Erbsen in entnommenen Proben aufgeschmeckt.

Er ist ein Erbsenzähler.
i] Knicker, Geizhals

Er ist ein Esel.
fr] Il a de l'animal d'Arcadie.

Er ist ein Eselschinder.
z] Welcher recht und erbarkeit keuflich feil den leuten treit, der ist ein Eselschinder genant.

Er ist ein Fähnkeführer (Fahnenführer).
i] In dem Sinne von Rädelsführer, ein Aufwiegler, Anführer, der gleichsam die Fahne führt

Er ist ein falscher Dreibatzler.
i] Ein falscher Mensch

Er ist ein Faulenzer.
i] Auch Tagedieb, Pflastertreter

Er ist ein Federhans (o. Federheld, Federleser).
i] Ein Schmeichler, der alles zu Gefallen tun will. Alt: Federklauber

Er ist ein Federspitzer.
i] Mitglied der Schreiberklasse
z] Vnd tun nit mehr dann federn spitzen, dagegen mancher Edelmann in grundt hinyn verdorben ist, das er kein federspitzer ist.

Er ist ein feiner Osterprediger, aber ein schlechter Pfingstprediger.
i] Solche: die nicht strafen, sind feine Osterprediger aber schändliche Pfingstprediger. Luther

Er ist ein feiner Vokativus.

Er ist ein Fenzenbrecher.
i] Mit diesem Namen bezeichnet man in den Vereinigten Staaten Nordamerikas eigentlich diejenigen Kühe oder Ochsen, welche die Neigung besitzen, Fenzen (Zäune) zu durchbrechen, um zum Genuss der geschützten Feldfrüchte zu gelangen. Tiere dieser Art können für einen ganzen Umkreis sehr gefährlich werden, da die ganze übrige Herde ihnen dann folgt, sobald die Bresche eröffnet ist. Man sucht sie daher soviel als möglich auszumerzen, denn wenn man ihnen auch die Augen bedeckt, so nützt dies nicht viel. Uneigentlich wird das Wort auf kühne Vorgänger, auf Bahnbrecher, auf Personen angewandt, welche Schwierigkeiten überwinden, sich durch Hindernisse nicht abschrecken lassen.

Er ist ein findelkind.
z] Er weyss nit, wer sein gens sein. Er weyss nit wie sein vatter heiß. Er ist vnder dem alten eisen kaufft, auff dem grempelmarckt.

Er ist ein Fischer, weiß gut mit faulen Fischen umzugehen.

Er ist ein Fländerer.

Er ist ein Flausenmacher.
i] Während der Faxenmacher nur belustigen will, ohne täuschen zu wollen, hat der Flausenmacher die Absicht zu täuschen und gebraucht leere Ausflüchte und Vorspiegelungen, um die Wahrheit zu verbergen

Er ist ein Franzosenfresser.
i] Er bekämpft die Franzosen über das richtige Maß hinaus, nicht bloß soweit es für unsere eigene nationale Freiheit notwendig ist, sondern auch durch Angriffe auf ihren Charakter, durch Verkennung ihrer guten Eigenschaften. H. Heine nennt Görres, Jahn und E. M. Arndt die drei berühmtesten Franzosenfresser. Durch L. Börne ist auch W. Menzel dazugekommen.

Er ist ein Fresssack.
Ulm

Er ist ein Freund vom schönen Geschlecht.

Er ist ein Freund, wie ein Fuchs der Hühner und eine Katze des Specks.

Er ist ein friedliebender (verhüllend für: feiger) Mensch.
nl] Het is zijne schuld niet, dat de oorlog zoo lang duurt.

Er ist ein frommer Mann, wenn er schläft.
dk] Det er en from mand naar han sover.

Er ist ein frommer Schalk.
i] Als ein Einsiedler, stolz auf seine Frömmigkeit, den vorübergehenden Teufel in der Erwartung, die Antwort: 'Du bist ein heiliger Mann' zu bekommen, fragte, bekam er zur Antwort: 'Du bist ein frommer Schalk.' Der Teufel ist nicht so dumm.

Er ist ein Fuchs in Schafskleidern.
la] Ovem in fronte, vulpem in corde gerit.

Er ist ein fuchs und has.
i] Von jemandem, der überall umhergehetzt wird
la] Polypi mentem obtinet.

Er ist ein Fuchsschinner.
i] Plattdeutscher Spitzname für Förster

Er ist ein Fuchsschwänzer.
i] Die Dänen haben für Fuchsschwänzer noch die verwandten Bezeichnungen: Augenschalk, Augentröpfler, Augendrücker, Augendiener, Ohrenpfeifer, Ohrwurm, Tellerlecker, Schüsselfreund

Er ist ein Gallenkrämer, der nicht leiden kann, dass die Sonne ins Wasser scheint.

Er ist ein ganzer (gemachter, geschlagener) Mann.

Er ist ein ganzer Narr.
z] Mir ist ganz zu sinn und glaube es auch festiglich, du seiest ein ganzer Narr und habest dein Handwerk auch ohne Lehrmeister gelernet.

Er ist ein Garsthammel.
z] Er redet hässlich oder führt sich sonst unsittlich auf.

Er ist ein gebacken Birnmännchen.
Leipzig

Er ist ein gehetztes Reh.

Er ist ein Geier und wartet auf Aas.
Hieronymus

Er ist ein Geistlicher, wie der Teufel ein Apostel.

Er ist ein Geizbauch.

Er ist ein Gelbschnabel.
i] Im Simplicissimus heißt es: 'Ein noch junger Gehl-Schnabel.' Von einem jungen, unerfahrenen Menschen, der schon mitreden will. Der Hamburger sagt spottend von einem solchen: Snuf erst die Näse ut. Das Wort ist wohl das französische béjaune (bec-jaune). Aus der Naturgeschichte ist bekannt, dass die Schnäbel der jungen Vögel mit einer gelben Haut besäumt sind. Daher bedient man sich des Ausdrucks auch zur Bezeichnung des Jugendlichen und Unreifen. Um diese Unreife zu bezeichnen, hat man auch die Redensart: Er ist noch nicht trocken hinter den Ohren. In Amrum: Hi as nogh eg drüüg bêft a Uaren. Dort sagt man auch: Hi kaan a Box nogh egh sallew apoinj (er kann die Hosen noch nicht selbst aufbinden). Hi as nogh green (grün). Hi as nogh an greenen Snaatlekker (grüner Gelbschnabel). Hi as eg unnargrend (ihm ist die Wolle noch nicht losgewaschen).
fr] Béjaune.
fr] Il est si jeune, que si on lui tordait le nez, il en sortirait encore du lait.

Er ist ein Geldsorger, kein Seelsorger.

Er ist ein gelehrtes Haus
en] he is a pundit
fr] c'est un puits de science
it] è un'arca (o. un pozzo) di scienza

Er ist ein Gemsensteiger.
i] Ein verwegener, unbesonnener Mensch

Er ist ein geriebener Racker.

Er ist ein geschickter Drechsler, kann gute Nasen drehen.

Er ist ein Geschütz, das nicht losgeht, wenn man es braucht, und platzt, wenn man es untersucht.

Er ist ein Gestell, das Kleider trägt, und ein Sack, der Speisen schluckt.

Er ist ein gewaltiger Jäger (vor dem Herrn).
1 Mos. 10, 9.
i] Meist ironisch gebraucht.
nl] Het is een geweldig jeger.

Er ist ein gewanderter Gesell, einmal zu Markt, zweimal zur Mühle und dreimal zu Bade gewesen.

Er ist ein gewanderter Gesell, kommt alle Nacht heim wie ein Mühlkarren.

Er ist ein Gibekniper.
i] In Königsberg ein Spottname der Fischer, wie Stintstecher, und nach einer anderen Ansicht richtiger als Gildekniper. Von Gibe, die Goldkarausche (Cyprinus Gibelio).

Er ist ein Giebekopp.
i] Spottname

Er ist ein Gierpantsch.
Pommern

Er ist ein Giesteknieper.
Elbing
i] Zur Bezeichnung eines Geizhalses

Er ist ein Gildekniper.
i] So nennt man die Einwohner Fischhausens als Zunftfischer, vielleicht weil man den Namen der kleinen Stadt von Fisch statt von Bischof herleitet. Außerdem nennt man sie auch Bärenstecher und Mückenspritzer. Einmal nämlich wurde, wie erzählt wird, plötzlich Feuerlärm geschlagen, weil der Kirchturm brenne, und in der Tat wirbelten um ihn dicke Rauchwolken. Die Bürger zogen also rüstig mit den Löschgeräten an und ließen die Spritzen wirken, worauf sich der Rauch, der aber aus nichts als sogenannten Haffmücken bestand, verzog. - Ein anderes mal verbreitete sich das Gerücht, dass vor der Stadt ein grimmiger Bär lauere. Die Bürger, welche sofort zur Jagd auszogen, fanden aber nur in dem bezeichneten Buschwerk einen der Tiergestalt ähnlichen Baumstumpf.

Er ist ein Gillbruder.
i] Soviel wie Saufbruder oder Schlemmer. Gillbrüder heißen eigentlich die Veranstalter der Gillen, d.i. der auf dem Lande in den Pfingstfesttagen allgemein üblichen Tanzvergnügungen. Die Gasthäuser oder Krüge sind dabei festlich mit Maien geschmückt. Von den Gästen tragen nur die Gillbrüder und die unterstützenden Gillschwestern Kränze und Bandschleifen, die Gillbrüder empfangen die Gäste, welche ein Eintrittsgeld zu zahlen haben, trinken ihnen den Willkommen zu, leiten die Tänze u.s.w.

Er ist ein Giltmirgleich.
i] Ein Mensch, den nichts erregt, dem alles gleich ist

Er ist ein Gliemer.

Er ist ein Glomskopf.
Danzig
i] Ein schwachköpfiger Mensch

Er ist ein Glomsnickel.
z] Die Königsberger heißen bald Glomsnickels, bald Sperlingsschlucker. Der erstere der beiden Spottnamen wird von ihrer Liebhaberei für Schmand (Sahne) und Glumse (geronnene Milch), der letztere von einem Misgeschick des sogenannten altstädtischen Jappers hergeleitet. Dieser am altstädtischen Rathhause, jetzigem Stadtgericht, angebrachte, früher mit einer Krone gezierte Kopf bezeichnete jeden Stundenschlag durch Auf- und Zuklappen des weiten Rachens, bis ihm einmal ein Sperling hineinflog und den Mechanismus verdarb.

Er ist ein Glückskind.
fr] C'est le fils de la poule blanche.

Er ist ein Glücksvogel.
i] Von jemandem der gute Nachricht bringt
fr] C'est un oiseau de bon augure.

Er ist ein Glupsack.
i] Ein finsterer, mürrischer, scheel aussehender Mensch

Er ist ein Gnarrsack.
i] Von einem Menschen, der weinerlich klagt

Er ist ein gnietscher Racker.
i] Gnietsch = genau, geizig, falsch, heimtückisch.

Er ist ein goldenes Kalb.
i] Ein reicher Mann ohne Verstand.
fr] C'est un veau d'or.

Er ist ein Gramhaft.
i] Mensch, dem man gram, der verhasst ist, ein grämlicher, mürrischer, verdrießlicher Mensch

Er ist ein Gramschlunk.
Elbing
i] Um einen Vielfraß zu bezeichnen

Er ist ein Grillenfänger (o. Grillenmeier).

Er ist ein grober Fichtelberger (o. Knortz, Kujus).

Er ist ein grober Narrenkopf.
z] Es möchte einem die Stranguria bestehen über den groben Narrenköpfen. Luther

Er ist ein Grossbrâscher.
i] Brâschen oder prâschen = lärmen, schreien, schwatzen

Er ist ein großer Heiliger, den man fasten und feiern muss.
i] Von einem ansehnlichen, einflussreichen Manne

Er ist ein grösserer Lügner als Moseilama.
Araber
i] Bezieht sich auf einen alten, als falschen Propheten berüchtigten Araber
nl] Hij liegt als een Griek.

Er ist ein großes Lichtlein.

Er ist ein großes Tier o. der erste Mann an der Spritze o. zuoberst auf dem Misthaufen
en] he is a big shot (o. a top dog o. a great gun) - he is the cock of the walk - he is at the top of the tree (o. of the ladder)
fr] c'est une huile (o. une große légume o. un gros bonnet o. un grand manitou)
it] è un pezzo (o. cane o. pesce) grosso - è un alto (o. grosso) papavero

Er ist ein grundloser See.
i] Ein unergründlicher Mensch.

Er ist ein Gudack.
i] Soviel wie Sonderling. Gudak hat eine doppelte Bedeutung, es bezeichnet erstens: Ein Achtehalberstück (1/12 Taler), sodann einen Kolonisten. Die Achtehalber wurden gäng und gebe, da aus der Schweiz, Pfalz, aus Franken u.s.w. viel Kolonisten nach Preußen kamen. Gudak dient auch jetzt noch in Masuren zur Bezeichnung eines Achtehalbers, vielleicht von gut-Gudak = guter Groschen.
pl] Cudak za Gudak.

Er ist ein guter (armer) Schlucker, (er) hat Haus und Hof verschluckt.
z] Der arme Schlucker wäre ein passendes Beispiel zu lucus a non lucendo, wenn er wirklich den Namen davon hätte, dass er das Wohlleben liebt, aber nichts zu schlucken hat. Natürlicher dächte man an einen Armen, der etwa ein ihm dargereichtes Schälchen Grütze gierig hinunterschluckt.

Er ist ein guter (erfahrener) Lotse.
i] Von jemandem, auf den man sich in seinem Fache verlassen kann, der Erfahrung und Kenntnisse besitzt.
nl] Hij is een goede loods.

Er ist ein guter Baumeister, er baut zehn Jahre über einer Hundehütte.
la] Diphilo tardior. (Diphilus war ein zu Cicero's Zeit lebender, wegen seiner Langsamkeit und Saumseligkeit in übelm Rufe stehender Baumeister)

Er ist ein guter Christ bis auffs Thun.

Er ist ein guter Freund in der Ferne.
dk] Jeg vil gierne have ham til ven, men ikke til nabo.

Er ist ein guter Grapen (Topf).
Ostpreußen
i] Ein starker Trinker

Er ist ein guter Hoffmann.

Er ist ein guter Israelit.
i] Ein grundehrlicher Mann, ein Biedermann.

Er ist ein guter Jäger, schießt aber nichts als Böcke.

Er ist ein guter Katholik, nur Magen, Kopf und Knie sind Ketzer.
fr] Catholique à gros grains.

Er ist ein guter Kerl, was er abbeisst, isst er auch auf (o. schluckt er auch 'nunter).

Er ist ein guter Lochfeger.
i] Von Schmeichlern.

Er ist ein guter Mann,
Er lässt, was er nicht kann;
Trinkt nie aus einer leeren Flasche
Und steckt keinen Kirchturm in die Tasche.
W. Müller, Epigramme

Er ist ein guter Mensch, aber auch weiter nichts.

Er ist ein guter Mensch, aber ein schlechter Musikant.

Er ist ein guter Mensch, er tütscht (tunkt) keine Fensterladen in den Kaffee und frisst keine Schuhschmiere.
Köthen

Er ist ein guter Mensch, sagen die Leute gedankenlos. Sie wären sparsamer mit diesem Lobe, wenn sie wüßten, dass sie kein höheres zu erteilen haben.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Er ist ein guter Narr, ich wollte Holz auf ihm hacken.

Er ist ein guter Narr.
fr] C'est un bon bouffon.
fr] C'est un bon violon.

Er ist ein guter Nasenführer.

Er ist ein guter schlucker.
fr] C'est un pauvre hére. - C'est un pié d'escaut. - Il a les piés poudreux. - Il chifle bien. - Il n'a pas de quoi mettre sous la dent.
nl] Het is een goede slokker.
la] Ciceris emptor et nucis.

Er ist ein guter Soldat hinter dem Ofen (o. hinter Mauern).
la] Extra periculum ferox (o. audax).

Er ist ein guter Steuermann zur See.
i] Von jemandem, dem man die Ausführung wichtiger Angelegenheiten vertrauen kann.

Er ist ein guter Wirt, er macht aus einem Pumps zwei Schleicher.
Schlesien

Er ist ein guter Zech- und Saufbruder mit.
sinnverwandt] Er ist liberal. Er lest tapffer darauf gehen. Er lest nichts anbrennen, vermodern, verfaulen. Er sparet nichts. Er gibt frisch zum besten. Er spendirt wacker. Er hat allenthalben einen guten Stein im bret. Er ist allenthalben wohl angesehen, so lange er spendiret. Er ist ein gutter Schlucker, ein tapffrer aufschlucker.

Er ist ein gutes Nachtlicht.
i] Er leuchtet, wenn man kein Licht bedarf; er ist klug zur Unzeit, weiß aber nichts, wo es zu wissen gilt.
la] Nocte lucidus, interdiu inutilis.

Er ist ein gutes Tierchen.
i] So sagen die Dresdnerinnen von einem jungen Manne, der ihnen gefällt. Die Berlinerinnen sagen in diesem Falle: Er ist ein netter Mensch; die Wienerinnen: Er ist ein lieber Narr; die Hamburgerinnen: Er ist ein Mann.

Er ist ein gutmütiger Tölpel.
fr] Il est lâche comme un Allemand.

Er ist ein Haarspalter
en] he dots the (o. his) i's and croßes the (o. his) t's - he draws it fine - he strains at a gnat
fr] c'est un homme à couper un cheveu en quatre
it] è un cavillatore

Er ist ein Hahn, der nicht kräht.
i] Von denen, die etwas zu überwachen haben, und ihr Amt ohne die erforderliche, gewissen hafte Strenge verwalten. Von nachlässigen Beamten, die fünf gerade sein lassen.

Er ist ein halber Narr.
fr] Avoir le cerveau estropié.

Er ist ein Halberstädter.

Er ist ein Halsabschneider (Wucherer).

Er ist ein Hammelduz.
Köthen
i] Gemilderter Ausdruck für Schafskopf

Er ist ein Hampel (Hampelmann).
Nassau
i] Hampelmann, mit seinem vollständigen Titel: Fabian Sebastian Hampelmann, bäüwollener Ware-Händler und Borger in Frankford am Mää (Main), ist eine typische Figur. Es ist der ehrenwerte, geschwätzige, renommierende, aber ängstliche, radikale und zugleich philiströse 'Citoyen' der ehemaligen Republik Frankfurt. Ein dortiger Lokaldichter, Maiss, hat ihn zum Helden einer Reihe von Lustspielen gemacht.

Er ist ein Hans Dwall.
i] Ein Dummkopf, Narr

Er ist ein Hans Hasenfuß.

Er ist ein Hans Tapps ins Mus. (Es ist ein Hans Dapp ins Mus.) (Ein Tapp ins Mus.)

Er ist ein Hänschen Vormeister.
Danzig

Er ist ein hartleibiger Mensch.

Er ist ein Hasenfuß (o. Angsthase)
ndt] Hê is 'n Hans Hasenfôt.
en] he is a chicken-hearted fellow (o. a scaredy-cat o. a chicken)
fr] c'est une poule mouillée
it] è un cuor di coniglio

Er ist ein Heil'ger worden gar, da er nur erst ein Esel war.
i] Aus einem alten Liede auf den großen Christoph, worin es heißt: 'Sanct-Christoph hat sich unverzagt mit tragen manches Jahr geplagt. Zuletzt trug er des Herren Sohn, der tauft und benedeit ihn schon und ist ein Heil'ger worden gar, da er nur erst ein Esel war'.

Er ist ein Heiliger, dem man wol eine Kerze anstecken mag.
nl] Hij is een heilige, dien men wel eene kaars mag on steken.

Er ist ein Heiseheister.
i] Ein unruhiger Mensch, der bald da, bald dort ist, der in Eile handelt und seine Geschäfte oberflächlich verrichtet. Heisterbeister, heistern = eilen. In Hamburg: Heuster - Peuster, d.i. über Hals und Kopf

Er ist ein Held in Liebessachen.

Er ist ein Held mit dem Maule.
nl] Het is een held met zijn' mond.

Er ist ein Held, der alle will erbeißen.
z] Ficht einen Hochmut an, weil er sich selbst vergisst, so sagt man: er denket nicht, dass Staub sein Vetter ist. Es scheint, der große Held will alle fast erbeißen und seine Farbe soll vor allen anderen gleißen.

Er ist ein Held, wenn's zu laufen gilt.
nl] Het is een eerste held, als 't op loopen aankomt.

Er ist ein Hemickenfänger.
i] Er sitzt gern einsam und still auf der Lauer

Er ist ein Hêmskebröch.
i] Ein Ameisenbauch, d.i. ein sehr magerer Mensch

Er ist ein Hemskegrîper.
i] Ein heimtückischer, arglistiger Mensch, auch Kleinigkeitskrämer

Er ist ein Herbstkeichel.
i] Ein schwächlicher Mensch, der jeden Luftzug scheut

Er ist ein Herrgottbeißer.
Bayern
i] Ein Andächtler, welcher dem Crucifix gleichsam die Füße abbeißen will. Die Franzosen sagen Crucifix- und die Italiener Paradiesfresser

Er ist ein hinkender Schneider.
i] Um jemanden zu schmähen oder Verachtung gegen ihn auszudrücken.

Er ist ein hitziger Kopf (o. Hitzkopf).
dk] Har en hidsig lever.
fr] Il a la tête chaude.
fr] Il a la tête près du bonnet.
fr] Il tuerait un mercier pour un peigne.

Er ist ein höfischer Mann, die Leute sehen ihn überall lieber im Hofe als im Hause.

Er ist ein Holzkäfer, er nagt im Verborgenen.
i] Von einem Unaufrichtigen, der unter der Hand Unheil zu stiften sucht

Er ist ein Hörnerträger.
nl] Hij is een horendrager.

Er ist ein Hudriwudri.
Wien
i] Ein Schlauderer; einer, der alles flüchtig macht

Er ist ein humpeler.
i] Von allen Pfuschern

Er ist ein Humpelmann.

Er ist ein Hund, wenn er nur einen Schwanz hätte.

Er ist ein Hund, wenn er Zaggel hat.
Luther

Er ist ein Hundsfott.
i] Schlechter, verächtlicher Mensch
z] Du albern alte Hundsfut. Grimmelshausen, Springinsfeld

Er ist ein Hunkebunk.
i] Ein magerer Mensch, dem die Kleider sehr weit am Leibe sind und der auch selbst nichts auf seinen Leib hält.

Er ist ein Hütentüt.
fr] C'est un médecin d'eau douce.
fr] Docteur en toute lourdise.

Er ist ein Irrwisch.

Er ist ein Jabruder.
i] Ein gedanken- und willenlos Beistimmender.
nl] Het is een jabroer.

Er ist ein Jaherr.

Er ist ein Jahr zu früh geboren, was er gewinnt, ist alles vorgessen Brot.

Er ist ein Jonas von Nassau.
i] Trink- und Zechbruder.
nl] Hij is er als Jonas in den grooten visch.
nl] Hij zit in te kijken als Jonas in den walvisch.
nl] Zij maken hem Jonas.

Er ist ein Judasbruder.
i] Von falschen Freunden.

Er ist ein Kackeniedlich.
Köthen
i] Ein eitler, selbstgefälliger Narr.

Er ist ein Kaddighopser.
i] Ein Kaddighüpfer, Kaddigspringer. Spitzname für die Füsiliere. Kaddig oder Kaddik = Wachholder.

Er ist ein Kadreier.
i] Ein Zwischenträger; von dem Verbum kadreiern.

Er ist ein Käfer eines endlosen Waldes.
Südafrika

Er ist ein Kalendermacher.
i] Grillenfänger.

Er ist ein Kalmäuser.
i] Es soll das Wort aus kalm (stille, ruhig) und aus mäusen zusammengezogen sein, wonach es einen Menschen bedeute, der im Stillen mause, der 'Mäuse spiele', oder einen lichtscheuen Grübler und Grillenfänger, einen Knauser und Knicker bezeichnen. Nach anderen soll es aus Camaldulenser verdorben sein. Auch ist es Geizhals, Kopfhänger, Grillenfänger. In Oldenburg soll es häufig die Nebenbedeutung eines pfiffigen, listigen Schlaukopfes haben; ûtkalmüseren (auskalmäusern) = etwas Verborgenes, schwer zu Entdeckendes durch Pfiffigkeit und Nachdenken herausbringen. Im Mansfeldischen kalmüsern = nachforschen. Andere leiten es aus dem Hebräischen, von einem Worte, das omnis, und einem anderen, das scientia bezeichnet, wonach ein Kalmäuser ein Alleswisser wäre. Das Wort Kalmäuser ist im Preußischen aus dem alten Scholmester (Schulmeister) mit Umwandlung des Schol in Kol und Kal, wie des Meister in Mäuser entstanden, ähnlich wie Duckmäuser aus Tücke und Meister. Vielleicht ist Kalmäuser nichts als kahler Duckmäuser, kahler Mauser und die Bedeutung von kahl passt vollkommen, um den Mauser, Mäuser zu einem Kalmäuser zu machen, als armer Schlucker, Schmarotzer, Stubenhocker u.s.w. Das seit dem 16. Jahrhundert, wo es aufgekommen scheint, viel gebrauchte und noch heute ziemlich verbreitete Wort wird ebenso verschieden geschrieben Kalmäuser, Kalmauser, Kalmeiser, Kahlmäuser, Calmäuser, Kalmüser.
z] Wappenbrieff u.s.w. müssen Esellerisch jedem Kalmeuser, der das Grass durch den Zaun isst, für eine Löwenhaut dienen. (Um eine Art Schmarotzer damit zu bezeichnen)

Er ist ein Kamel, das vorher (mit den Füßen) das Wasser tritt, eh' er's trinkt.
i] Von gewissen Advokaten und derlei Leuten.

Er ist ein Kannegießer.
i] Eine Person, die in Gasthäusern ohne Kenntnisse über öffentliche Angelegenheiten redet, oder, wie man es auch nennt, politisiert. Kannengießen war einst die wichtigste Arbeit im Handwerk der Zinngießer und diese wurden daher nach derselben Kannengießer genannt. Beim Meisterstück stand in Nürnberg obenan eine zwei Maß haltende Schenkkanne, zum Ehrenwein zu gebrauchen. Zu sprichwörtlichem Gebrauch gelangte das Wort durch einen Zufall von der Bühne herab. Es war im Jahre 1722, als in Kopenhagen Holberg's Lustspiel: Der politische Kannegießer aufgeführt ward. Sein Ruhm verbreitete sich bald über Deutschland und die sprichwörtliche Redensart: Kannegießern und andere zeigen noch, welchen Eindruck das Stück damals gemacht hat. Fortan hieß ein Bierbankpolitiker, ein beschränkter, leidenschaftlicher Zeitungsleser ein politischer Kannengießer. Man übertrug es später auch auf leeres oder gemütliches Geschwätz in anderen Dingen und sprach von ästhetischen, theologischen u.s. w Kannengießern.

Er ist ein Kannengießer.

Er ist ein Kanzeleihengst.

Er ist ein Kapusendieb.
i] Kapusendieb ist der Spitzname für die Rastenburger.

Er ist ein Katzenküsser.
Schweiz
i] Als Schimpfname der reformierten Berner von den katholischen Nachbarn gebraucht. Von einer religiösen Sekte, die sich in alter Zeit zu Bern gebildet und häufige Versammlungen in Privatwohnungen gehalten und von der man, wie eine alte Chronik berichtet, gesagt, sie hätten das Zeichen, wer in der Sekte wäre, küsste die Katzen in dem Hause. Man wollte die Partei ausrotten; als man aber mit dem Töten anfing, fand man, dass mehr Anhänger waren, als man vermutet hatte, und man musste davon abstehen. Der Name selber wurde aber zum Sprichwort, den Bernern ein sehr unleidiges. Ursprünglich wohl Schimpfwort für Ketzer überhaupt, denn man gab ihnen schon im 12. Jahrhundert schuld, eine ihrer Zeremonien sei das Küssen der Katzen im Hintern, wie dem Teufel gehuldigt wurde. Die Katze ist des Teufels Tier. Ketzer wurden aber schon früh mit Katzen in Verbindung gebracht.

Er ist ein Kauz und Brummel, so fein versteht er den Rummel.

Er ist ein Kerl wie ein Ast.

Er ist ein Kerl wie ein Eckerdaus (Trefle- As).
i] Von einem Menschen, der jung, gesund und stark ist. Wohl daher, weil die Eiche ein Baum ist, der sehr festes und starkes Holz hat und vom Sturme nicht sobald zerbrochen wird.

Er ist ein Kerl wie ein Hund für 'n Groschen.
Frankenwald

Er ist ein Kerl wie ein Nussbaum.
i] Andere gedeihen neben ihm selten.

Er ist ein Kerl wie ein Ochse.
ndt] He is 'n Kêrl as 'n Oss.
ndt] 'N Kirl as 'n Bull. Pommern
ndt] 'N Kîrl as'n Heuoss. Mecklenburg
ndt] 'T is 'n Kerel as 'n solten Oss. Ostfriesland
i] Entweder so groß, oder so stark, oder so grob wie ein Ochse. Ein starr eigensinniger und blind gewalttätiger Mensch. Von einem vierschrötigen, plumpen Menschen.

Er ist ein Kerl wie ein Propst.
i] Der Volkswitz hat eine Anzahl sprichwörtliche Vergleiche vom Klosterleben gebildet. Man sagt: Er hätte einen guten Prälaten abgegeben. Er hat einen Bauch (oder Kopf, Lende) wie ein Prälat. Er ist so feist wie ein Propst.

Er ist ein Kerl wie ein Scheit Holz.
Frankenwald

Er ist ein Kerl wie eine Blume (o. ein Gemälde).
ndt] Er iss e Kärl wie e Blum' (o. Gemäldnis). Ermland

Er ist ein Kerl wie Klaas, und Klaas ist ein Kerl wie ein Schiss.
ndt] He is 'n Kerl as Klâs, un Klâs is 'n Kerl as 'n Schêt. Ostfriesland

Er ist ein Kerl wie 'ne Wurzel.

Er ist ein Kerl, der fürchtet sich vor dem Teufel nicht.
ndt] He is 'n Kêrl, de fôrchtet (o. fröchtet) sik vör dem Düwel nich. Lippe

Er ist ein Kerl, der mit einem durch Gras und Stroh geht.
ndt] He is en Kêrl, de mit êm dör Gras un Strogeit.
i] Mit dem ist etwas anzufangen.

Er ist ein Kerzenbrenner.
i] So nennt das Volk in Oberösterreich einen Priester, welcher zur Absolvierung der Messe mehr Zeit bedarf als andere, was zur Folge hat, dass er mehr Kerzen verbraucht.

Er ist ein Kikelkakel.
i] Ein Mensch, der albernes, ungereimtes Zeug schwatzt.

Er ist ein Kind des Todes.

Er ist ein Kind seiner Zeit.
i] Er ist nicht besser und nicht schlechter, als seine Zeitgenossen.

Er ist ein Kind wie ein ander Rind.
la] Rusticus est quasi Rind, nisi quod sibi cornua desint.

Er ist ein Klauditke.
Westpreussen
i] Angeblich Spitzname für einen Rinnstein(rein?-)macher mit der Bedeutung: Klau' (such') Düttchen.

Er ist ein kleines (kein großes) Lichtlein.

Er ist ein kleines Häfele*15, läuft bald über.

Er ist ein Kleinigkeitskrämer.
fr] Il met les points sur les.

Er ist ein Klênnutschke.
i] Ein Knirps, Zwerg, verbutteter Mensch.

Er ist ein Klinkenputzer.
i] Schmückende Umschreibung für Bettler.

Er ist ein kluger (o. listiger) Fuchs.
i] Schwer zu fangen
dk] Han gaaer paa reve-kløer. (Er geht auf Fuchsklauen)
fr] C'est un fin renard.

Er ist ein kluger Maler, geraten ihm die Engel nicht, (so) macht er Teufel daraus.

Er ist ein kluger Maler; wenn ihm die Engel nicht geraten, macht er Teufel daraus.
ndt] Hei is'n klauken Maler, geraden em dei Engels nich, so makt hei Düwels darut. Mecklenburg

Er ist ein kluges Schälklein.

Er ist ein Klutenklopfer.
ndt] He is 'n Klutenklöpper.
i] Klute ist ein Kloß Erde, besonders auf dem Acker. Klutenklopfer oder Klutenschlage ist eigentlich ein langgestielter, zum Zerkleinern der Kluten dienender großer hölzerner Hammer. In Mecklenburg nennt man aber auch uneigentlich den Bauer so. Auch Klûtenpedder.

Er ist ein Knapphans.
i] Ein geiziger Mensch; in Garnisonsorten auch der Spitzname für den Militärhöker.

Er ist ein Kneisthibes.
ndt] Et äs e Kneisthîbes. Siebenbürgen/Sachsen
i] Ein unsauberer Bursche, eigentlich ein Schmutzkuchen. Kneist = Schmutz, hennebergisch Kniest; Hîbes = Kuchen; schweizerisch Häbi.

Er ist ein Knirps.
i] Scherz- oder Spottname für eine kleine, verbuttete, verwachsene Person.

Er ist ein Knirrenficker.
i] Ein Knicker, auch kleiner schmutziger Mensch. Knirren = knurren; Ficke = Tasche.

Er ist ein Knoten.
i] Studentenausdruck für Handwerksgesell. Eigentlich: Gnote = Genosse.

Er ist ein Knullmichel.
i] Ein grober Mensch ohne alle Lebensart.

Er ist ein Knussel.
i] Eigentlich ein Ast, sprichwörtlich von einem kleinen dicken Menschen.

Er ist ein Kodderlapp von Goldapp.
ndt] He öss e Kodderlapp von Goldapp

Er ist ein Koddernarsch.
ndt] He öss e Koddernarsch.

Er ist ein Kohlhase.
i] Ein alberner Mensch, auch Spitzname für einen kinderlosen Ehemann.

Er ist ein Konfusionsrat.
i] In seinem Kopfe ist's verworren und außerhalb richtet er Verwirrung an

Er ist ein Kossebock.
i] Ein Mädchenjäger, eigentlich Ziegenbock.

Er ist ein Krabutk.
i] Ein kleiner Knirps.

Er ist ein Krakehler.

Er ist ein Kräuterer.
ndt] Ea-r is a Graudara.
ndt En dull'n Krauter.
i] Mit dieser im Volksmunde Niederösterreichs allgemein verbreiteten Redensart bezeichnet man solche Personen, die eine angefangene Arbeit, ein begonnenes Unternehmen u.s.w. zaudernd fortführen, oder ganz unbeendet lassen. Sie rührt von Chr. Aug. v. Berkentin her, der als Gesandter des dänischen Königs Friedrich IV. 1723 nach Wien kam. Derselbe hatte sich anheischig gemacht, die am 'Graben' aufgestapelten Grünwaren, die eine große Summe Geldes wert waren, ganz allein aufzukaufen. In der Tat ließ Berkentin zum Entzücken sämtlicher Hökerweiber durch ein paar Tage alle Kramstände leeren. Am dritten Tage hatte er schon 30000 Gulden ausgegeben und ließ es ferner kluger Weise bleiben. Aber dies Gebahren hatte ihm obigen Spottnamen eingetragen.

Er ist ein Krawattenfabrikant.
Breslau
i] Verhüllend, euphemistisch für: Halszuschnürer.

Er ist ein Kreuzholz.

Er ist ein Kreuzträger geworden.
i] Er hat sich verheiratet, er hat sich ins Ehestandsjoch spannen lassen.
fr] Il a pris le collier de misère.

Er ist ein Krösus.
i] Lydia - in ältern Zeiten Mäonia - eine wegen ihrer außerordentlichen Fruchtbarkeit und der Reichtümer ihrer Könige berühmte ansehnliche Landschaft in Kleinasien, zwischen Jonien, Mysien, Phrygien und Carien gelegen. Die Lydier waren als Erfinder kostbarer Tapeten und weichlicher Kleider, wohlriechender Salben etc. bekannt, wurden aber dadurch nach und nach so sinnlich, dass ihr Sittenverderbnis schon zur Zeit des Herodotus aufs höchste gestiegen war. Bekannt und zum Sprichwort wegen der ungeheuern Schätze ist Krösus, der letzte König der Lydier, geworden, unter dem zwar sein Volk für das reichste, aber zugleich auch für das üppigste und ausschweifendste aller asiatischen Völker galt. Mit ihm, vom Cyrus überwunden und gefangen, kam Lydien an Persien, und wurde in eine Satrapie verwandelt, als welche sie denn auch immerfort als die vornehmste und wichtigste von Kleinasien angesehen, und die Hauptstadt derselben, Sardes, als Wohnsitz der persischen Satrapen beibehalten wurde. Nach einer Reihe von Revolutionen, die das persische Reich stürzten, kam endlich auch Lydien zum römischen Reiche, bis es zuletzt die Türken eroberten. Jetzt gehört es zu der Statthalterschaft Anatoli.

Er ist ein Kruschke.
i] Ein kleiner Mensch.

Er ist ein Kruslebutzer.
i] In der launigen Sprache eine Bezeichnung desjenigen, der gern und oft trinkt.

Er ist ein kühner Mann auf seinem Mist.
i] Vom Haushahn entlehnt.

Er ist ein Küken und so groß wie seine Mutter, aber er kann nicht fliegen.
Katar

Er ist ein Kümmelspalter (o. Kümmeltürke).

Er ist ein Kümmichnüpfer.
i] Wird in der Schweiz in dem Sinne wie Kümmelspalter gebraucht; auch: en Batzenklimmer, en Blutzgerspalter, en Gitwurm, en Gizchrangel, en Gitkratte, en Giznöger, en Gitwust, e Giithung, en Hälsigschober, Hündligürter, en Krangli, en Langenüechter, Niggel, en Schindti, Schmürzeler, Scharbeuzeler, Schwäbelhölzlispalter. Von weiblichen Personen sagt man in demselben Sinne: Sie ist a strengi Bürsta, an ruggi Scheri, a rechti Zanga.

Er ist ein Künstler, wie das Schwein ein Opernsänger.

Er ist ein Kurrhahn.

Er ist ein kurzweiliger Narr.
fr] C'est un plaisant bouffon.

Er ist ein Laband.
i] In Mecklenburg: Lâban = langer schlaffer Mensch. Olt Lâban! 'N grôten Laban. Auch in Pommern ist Laban (Lakeband) ein Spottname für einen trägen Menschen, wie auf einen Erwachsenen, der sich noch wie ein Kind beträgt.

Er ist ein Labbasch.

Er ist ein Labommel.
i] Ein langer Mensch in zu weiten Kleidern und mit schlappendem Gange.

Er ist ein Ladenschwengel.

Er ist ein Laffert.
i] So viel als Laffe.

Er ist ein Lagerbruder.
i] Ein Säufer.

Er ist ein Landfahrer.

Er ist ein Langnüter.
i] Von einem ungenügsamen Menschen.

Er ist ein Laodicäer, weder kalt noch warm.
Offenb. Joh. 3, 15
nl] Het is een Laodiceër, noch koud, noch heet.

Er ist ein Lapitschkeschwänker.
Elbing
i] Ein Topfbestricker.

Er ist ein Lapp in der Haut.
z] Der sich viel rühmet seiner Kunst und ist doch ein Lapp in der Haut.

Er ist ein Lappen.
i] Ein schlaffer, unordentlicher Mensch.

Er ist ein Lappjuch.
i] Auch Lapitzer = abgerissener Strolch

Er ist ein Lappländer.

Er ist ein Lappsack.
i] Ein alberner Mensch. In Schlesien bezeichnet man damit einen trägen, saumseligen, unordentlichen Menschen.

Er ist ein Lappschwanz.
i] Ein läppischer Mensch, der ungewaschenes Zeug spricht, kein Charakter.

Er ist ein Lapser.
Ermland
i] Ein Dieb, aber auch ein Executor.

Er ist ein lebendiges Modejournal.
la] E Massilia venisti.
sp] Ser alguno un cajon de sastre.

Er ist ein lebendiges Riechfläschchen.

Er ist ein Leidack.
i] Ein liederlicher Mensch.

Er ist ein Leschak.
i] Leschak ist ein Prager Bier, an dem man sich sehr leicht berauscht und nach dessen Genuss zum Leschaken wird.

Er ist ein Licht in einer finstern Laterne.

Er ist ein Licht unter den Lichtern, wie der Arsch unter den Gesichtern.
en] You're a man among the geese when the gander is away.
la] Nocte lucidicus, interdiu inutilis.

Er ist ein Liebhaber der großen Trommel.
i] Ein Maulheld, Phrasenmacher, Rededrechsler

Er ist ein Lilachenfreund.
Schweiz
i] Ein Blutsverwandter.

Er ist ein löcheriger Sack.
i] Ein Mensch, der das Seine nicht zusammenhält, der alles vergeudet, verschwendet, verspielt.
fr] C'est un panier percé.

Er ist ein lockerer Zeisig.
i] Von einem leichtsinnigen, genusssüchtigen, verschwenderischen Menschen.
fr] Voilà encore un homme bien bâti.

Er ist ein Lodschack.
i] Ein unordentlich gekleideter Mensch, ein Taugenichts.

Er ist ein Löffelgardist.
Ostpreußen
i] Wenn jemand damit prahlt, Soldat gewesen zu sein.

Er ist ein Longinus.
i] In Böhmen ein langer hagerer Mann.

Er ist ein Lorbass.

Er ist ein Losbrot.
Memel
i] Eigentlich ein Losbrotesser. Man bezeichnet damit einen schwachen, schlechten Arbeiter.

Er ist ein loser Vogel.

Er ist ein Lüftling.

Er ist ein Lügenkrämer.
la] Sycophanta.

Er ist ein Lügenschmied.
fr] C'est un forgeur de contes.

Er ist ein lumen mundi, vier aufs Pfund.

Er ist ein Lump, so weit (wo) ihn die Haut berührt.
Rottenburg
i] Ein Lump durch und durch.

Er ist ein Lumpenkerl.

Er ist ein Luntenpuster.
i] Scherzhaft von einem Artilleristen.

Er ist ein lustig Bürschlein, er lacht, so oft ein Kind vom Himmel fällt.

Er ist ein lustiger Bruder (oder: ein Bruder Lustig).
fr] C'est un père-la-joie.
fr] C'est un vive-la-joie qui n'engendre pas la mélancolie.
fr] Il est un plaisant arbalétrier.

Er ist ein lustiger Vetter (o. Zeisig).

Er ist ein Machler.
i] Betrüger, Ränkeschmied, Verleumder.

Er ist ein Maiskolben mit in den Ashpit abgestreiften Körnern.
Südafrika

Er ist ein Mann auf seinem Plan.

Er ist ein Mann bei der Spritze.

Er ist ein Mann comme il faut.

Er ist ein Mann vom Talar.

Er ist ein Mann von der Courage.
z] Er kann kein bloßen Degen sehen. Er kann kein Pulver riechen. Er kann kein Zinnkraut brauchen. Bei Marschieren tut ihm der Magen weh. Vor der Trommel Rühren verstopfft er die Ohren. Vor dem >Schultert das Gewehr!< fängt er an zu zittern. Wenn der Trompeter zu Feld bläst, klappern ihm die Zähne. Vom Schießen schwindelt ihm der Kopf.

Er ist ein Mann von echtem Schrot und Korn.
dk] Han er saadan som en god mand skal være.

Er ist ein Mann von sieben Sinnen.
i] Zur Bezeichnung eines witzigen Mannes; auch ironisch von überklugen, eingebildeten, dünkelhaften. Sinnverwandt: Er ist ein Gemsensteiger, Gutdünkler, schlecht und recht wie die Spitzmäuse, oben aus und nirgends an, hat zweischneidigen Verstand, ist hinter sich und vor sich wie die Sägemühlen. Er hört's Gras wachsen, die Flöhe hüpfen, die Mücken an der Wand niesen. Er kann jeder Axt einen Stiel finden, jeder Laus Stelzen machen, einer Gans Hufeisen aufschlagen, sieben vor ungerade zählen.

Er ist ein Mann von Verstand.
i] Die Holländer haben eine große Anzahl dergleichen Redensarten: Het is een man van verstand, van de wereld, van goud, van groote gaven, van stavast, van den tabbaard, voor de vuist. Het is een mannetje op een' turf, van boter, van stroo, om in eene praam te zetten, om op eene praauw te setten, om op eene vlaggespil te setten u.s.w.

Er ist ein Mann von Wort.
i] In Schottland sagt man von unbeständigen Personen: Er ist ein Mann von Aberdeen, der sein Wort zurücknimmt. In England heißen sie: Männer von Duresly, einer Stadt in Glocestershire.
fr] C'est un homme entier.
nl] Hij is een man van zijn woord.

Er ist ein Mann von Worten, man darf ihn nur einmal fragen.
la] Non fucata, sed est simplex oratio veri.

Er ist ein Mann wie ein anderes Weib.
nl] Het is een man als onze klaas, en die was zoo wreed als een lam.
nl] Het is een man als spek, en spek is so goed als geld, als het niet garstig is.

Er ist ein Mann wie ein Kind, er wischt seine Nase an den Ärmel.
nl] Het is een man als een kind; hij veegt zijn' neus aan zijne mouw af.

Er ist ein Mann wie Judas ein Apostel.

Er ist ein Mann wie von Hollunderholz.
i] Von einem weichlichen und unnützen Menschen, weil das Holz des Hollunderbaums äußerst gebrechlich und fast zu allem untauglich ist.

Er ist ein mann, wem er taug; was er redt und helt, ist war.
i] Redensart für: Cothurno versalutior. Weitere: Unstetter dann der wetterhan. Ein bedenhender wie ein bundtschuch. Ein verbrent kindt. Ein nasser knab. Ein geschmitzter gsel. Ein abgefürter würffel.
z] Wir sagen: Er heysst dacite eum caute, der wie ein umkerte handt auf seinn worten besteht, wie ein beltz auf seinn ermeln, der es machen und eim ieden ding ein nasen und schönbart träen und machen kan wie er will. Wir sagen: Es weyss niemandt, obs tuch oder garn um jn sei, obs dran bleib oder herab geh, obs tag oder nacht bei jm sei. Ein man wie ein göckelhan, der allen hennen jr recht kan tun. Ein listiger fuchs. Ein nasenträer, der ieden saw einn sattel auflegen, yeder flo ein ketten, und ieden Igel einn bart flechten, darzu yeder lauss ein steltzen machen kan.
z] Brauchs wann einer auf nicht bleibt, sonder jm heut diss, morgen das lasst gefallen, und doch mit geschwinden griffen verblümen kan, als sei es alweg also sein will und meynung gewesen.

Er ist ein Mann, wie Judas ein Apostel.

Er ist ein Manschettenbauer.
i] Was man im Westen Nordamerikas einen lateinischen Farmer nennt.

Er ist ein Mantelträger.
i] Er hält sich so, wie es sein Vorteil eben erfordert.

Er ist ein Marktschreier.
fr] Il a monté sur les tréteaux.

Er ist ein matter durstiger Vetter.
z] Der viel schreiet von seinem großen Gute, und ist doch ein matter, durstiger Vetter.

Er ist ein Mattsack.
Köthen
i] in schwächlicher, kraftloser Mensch.

Er ist ein Matzenberger.
i] Diese Bezeichnung galt noch vor einem halben Jahrhundert für ein Schimpfwort in der Pfalz. Matzenberg ist ein zerstreutes Dorf im leininger Tal der Pfalz und heißt eigentlich Karlsberg. Die Gegend ist unfruchtbar, die Bewohner sind arm, meist Hausierer, jetzt ziemlich gute Leute. Früher wurde der Ort aber von Gesindel bewohnt, das dem Kriminalgesetz in allen Beziehungen Trotz bot; daher es jeder einem anderen Orte Angehörige als Injurie betrachtete, ein Matzenberger genannt zu werden.

Er ist ein Maulchekoser.
Ostpreußen
i] Einer, der anderen zu Munde redet.

Er ist ein Maulfranke (o. Maulmacher).
i] Prahler, Großprecher, eine Person, die einer anderen das Maul gleichsam aufsperrt, ohne ihr etwas hineinzugeben, d.i. die ihr vergebliche Hoffnungen macht.
fr] C'est an avaleur de pois gris.

Er ist ein Maulschmierer.
i] Zur Bezeichnung von Leuten, die jedem gern Angenehmes sagen und so reden, wie er es gern hört: Tickische, nickische lauscher, sleicher, feichler, heichler, schmeichler, liebkoser, fuchsschwentzer, grifflacher, ohrenkratzer, ohrennecker, maulschmierer, blumenstreicher, brillenverkaufer, schraubendreher, schwantztreger, federwischer, aufheber, dalleger, offertier, complementier.

Er ist ein Mensch von altem Schlage.
fr] Il est homme tout d'une pièce.

Er ist ein Mensch wie Jaspis.
China

Er ist ein Mensch, der, um sich nur die Haut/ Recht voll zu lachen, keines Freundes schont.
Horaz, Satiren

Er ist ein Millionär, aber den Gläubigern gibt er nichts her.

Er ist ein Modenarr.

Er ist ein Mops für 'n Taler.

Er ist ein Mordskerl.
i] Volkstümliche Bewunderungsformel. Ein kräftiger, entschiedener, verwegener Mensch.

Er ist ein Mückenseiger.
i] Sieht sehr auf Kleinigkeiten.
nl] Het is een muggezifter.
nl] Het is een negenoog.

Er ist ein Muckstoffel.
i] In Niederdeutschland von einem mürrischen Menschen.

Er ist ein Musje Kackemilch.
Thüringen

Er ist ein Nagel zu meinem Sarg
en] he is a nail in (o. he drives a nail into) my coffin
fr] il me fera mourir
it] mi fa morire prima del tempo

Er ist ein Nähler.
i] Ein Zauderer. Nählen = zaudern, langsam sein, trödeln.

Er ist ein Narr auf eigene Faust.
z] Ich bin von keiner Schule, kein Meister lebt mit dem ich buhle; auch bin ich weit davon entfernt, dass ich von Toten was gelernt.
z] Ich bin ein Narr auf eigne Hand.
en] He who teaches himself, has a fool for his master.

Er ist ein Narr in der Haut.

Er ist ein Narr in Folio.
fr] C'est un fou à triple étage.
fr] Être fou à courir les champs.
fr] Être fou de gamme.
fr] Il est de la paroisse de Saint-Pierre au bouf, patron des großes bêtes.
fr] N'entendre ni rime ni raison.
fr] Sot en trois lettres.
fr] Un fou de haute gamme.
fr] Un oiseau de Saint-Luc.
fr] Un sot à triple étage.
fr] Un sot à vingt-quatre carats.
fr] Un sot en trois lettres.
nl] Het is een aristocraat in folio.
nl] Het is een gek in folio.
la] Crassi cerebri.

Er ist ein Narr in seinen Sack.
nl] Hij doet als de gek, die eens anders voordeel in zijn eigen vat kuipt.
la] Cicero pro domo sua.

Er ist ein Narr oder der König ist kein Edelmann.
i] Wenn man keinen Zweifel darüber lassen will, dass jemand nicht richtig im Kopfe ist.
fr] Il est fou ou le roi n'est pas noble.

Er ist ein Narr soweit er warm ist.
z] Es soll heißen, er sitzt warm, so weit er ein Narr ist; wo der Mensch anfängt, gescheit zu werden, da sitzt er nicht warm.
fr] Ce n'est qu'un fou pour tout potage.

Er ist ein Narr und weiß es nicht.
nl] Hij wordt zot, zonder dat hij het weet.

Er ist ein Narr von Düttichheim.

Er ist ein Narr von Natur, aber er spricht wie ein Buch.
nl] Hij is zot van natuur, en wijs in schriftuur.

Er ist ein Narr, aber nur sieben Tage in der Woche.
dk] Han er ikkun nar syv dag om ugen.

Er ist ein Narr, darum muss er in den Senat.
Russland
i] Sie wollen dadurch die völlige Abhängigkeit des Senats vom Kaiser und dessen Machtlosigkeit schildern; des Senats, der im Auslande für allmächtig gilt, aber nur unter Peter dem Großen einige juridische, doch keine politische Bedeutung hatte, jetzt aber auch jene verloren hat.

Er ist ein Narr, er muss in Rat kommen (o. er muss Hofrat werden).

Er ist ein Narr, so groß wie er gewachsen.

Er ist ein Narr, so viel sein ist.

Er ist ein Narr, und wenn gleich St. Peter sein Vater were.

Er ist ein Narr, wann er gleich die Stuben voll Geld hett.
nl] Het is een zot, al had hij ook het huis vol geld.

Er ist ein narr, wann got sein vatter were.
nl] Hij houdt hem voor den gek.

Er ist ein Narr, wenn er gleich die Stube voll Geld hätte.

Er ist ein Naseweis.
nl] Het is een neuswijs.

Er ist ein nasser Bruder.
i] Ein Trinker

Er ist ein Neidhart (o. Neidkragen).
i] In dem Sinne von Neidhart.

Er ist ein Neidkragen (Neidhart).

Er ist ein Nequam per omnes casus.
la] Nam nequam est generis omnis et indeclinabile, habet per omnes casus nequam.

Er ist ein Nestküchel.
i] Von einem schwächlichen verweichlichten Menschen.
ndt He is 't lêv Nestküken.

Er ist ein netter Mensch.
i] So sagen die Hamburgerinnen von einem jungen Manne, der ihnen gefällt. Die Dresdnerinnen sagen: 'Er ist ein gutes Tierchen'; die Wienerinnen: 'Er ist ein lieber Narr.'

Er ist ein Neuigkeitsjäger.
i] Ein Mensch, der eine große Neigung besitzt, von allen Vorgängen des Tags so zeitig als möglich Kenntnis zu haben, um anderen Mitteilung davon zu machen.
bm] Neptej se na klevety, más doma novin dost.

Er ist ein Neutralist.
sd] Han är en neutralist.

Er ist ein Nimmersatt.

Er ist ein Nölbartl.
i] Scheltname für einen zaudernden Menschen, den man auch Nölert heißt. Für weibliche Personen dieser Art hat man die Bezeichnung Nölfotze.

Er ist ein Normann.
i] Betrüger, feiner, listiger Fuchs.
fr] C'est un normand.

Er ist ein Notknopf.
la] Res ad triarios rediit. Livius
la] Sacra ancora solvenda est.

Er ist ein Ochs unter Brüdern.
i] Selbst seine Brüder müssten es bestätigen. Wir verbinden mit dem Ausdruck 'Ochs' den Begriff der Dummheit, Grobheit, Plumpheit u.s.w. Bei den alten Römern dagegen wurde das gutmüthige Rind, bos, nie als Schimpfwort gebraucht. Es scheint fast, als ob die ungemeine Freiheit und die Bewegung in der frischen Luft, welche die römischen Wiederkäuer im Gegensatz zu den ihr Leben grösstentheils im dunkeln Stalle verträumenden unsrigen hatten, jenen einen Anstrich von grösserer Intelligenz verliehen hätte.
z] O welch ein Ochs bist du, dass du so viel kämpfest und büßest! H. Heine, Reisebilder
nl] Hij heeft het grootste gelijk van de oßenmarkt; als hij er alleen op is, neemt hij de koeijenpooten tot getuigen.

Er ist ein Onnosel.
i] Ein unordentlicher Mensch.

Er ist ein Organist wie seine Hosen (Strümpfe) Orgelpfeifen.
nl] Het is een orgelist als zijne kous eene orgelpijp.

Er ist ein Ostissker.
i] Er hält den Mund offen.

Er ist ein Pariser.
i] In der pariser Umgangssprache heißt der Übervorteiler im Geschäft ein Jude, der Wucherer Araber, der in gewissen Formen sich auszeichnende Dieb ein Amerikaner, der ungeschliffene Grobian Savoyard, der Tölpel Welscher, der Trunkenbold Pole, der Landstreicher Böhme oder Zigeuner, der Thürsteher Schweizer, der bezahlte Klatscher Römer und der falsche Spieler Grieche. Wenn aber in dem übrigen Frankreich von einem Tagedieb die Rede ist, so heißt es: Er ist ein Pariser.

Er ist ein Passlack.
i] Ein Aufpasser, Diener, Spion. In Königsberg bezeichnet man mit Paaslack einen Menschen, der gern und meist ohne genügende Belohnung für andere kleine Arbeiten verrichtet.

Er ist ein Pechvogel.
i] Wer in seinen Unternehmungen ungewöhnlich viel Missgeschick hat.
jüdisch-deutsch] Sein Neschume is a Kriecher. Warschau
i] Von einem Menschen, der bei jeder Gelegenheit um einen Posttag zu spät kommt.

Er ist ein Pelzbürger.
i] Ein städtischer Kleinbürger, der Landwirtschaft treibt. Der Name kommt daher, weil diese Bürger früher fast Sommer und Winter in Pelzkleidung gingen oder wenigstens ein Katzenfell auf die Brust und eine Pelzmütze tragen, gern, viel und schlecht sprechen, sich mehr um andere als um sich bekümmern.

Er ist ein Pfaff bis an die Zähne.
fr] Il est clerc jusques aux dents, il a mangé son bréviaire.

Er ist ein Pfaff wie der von Kalenberg.
i] Ein Narr.

Er ist ein Pfeilbeißer.

Er ist ein Pfennigfuchser.

Er ist ein Pfiffikus.

Er ist ein Phantast.
i] Phantast ist ein seit dem 15. bis Anfang des 18. Jahrhunderts sehr beliebtes Wort.
z] Du bist auf deutsch ein Narr, auf griechisch ein Phantast.
z] Es ist der Mühe nicht wert, dass ich mich länger bei diesen Fantasten aufhalte.
z] Geh nur, Fantast, an den Galgen, oder wo du sonst hergekommen bist.

Er ist ein Philister.

Er ist ein Physikus, der den Grünspecht für einen Regenvogel hält.
i] Bei den Alten galt der Grünspecht als Regenbote.

Er ist ein Pillkaller.
i] Meist von jemandem, der sich in den Zähnen stochert. Man behauptet nämlich scherzweise von den Pillkallern, dass sie sich in den Zähnen stochern, wenn sie Milch genossen haben. Die Redensart wird aber auch auf Händelsucher angewandt.

Er ist ein Pilwiskind.
i] So viel wie Teufelskind.

Er ist ein Pinsel.

Er ist ein Pischerinski.
i] Wie Pischer, von einem schwächlichen, elenden Menschen.

Er ist ein Plickauter.
i] Ein Mensch, dem es am Nötigsten fehlt. Auch wohl Pojauter.

Er ist ein Pluraffe.
i] Ein finsterer, heimtückischer Mensch.

Er ist ein Pomager.
i] Eine Art Seefische, die getrocknet und geräuchert werden. In Westpreussen und dem polnischen Ermeland ist der Pomager ein Brau- oder Brennereigehülfe, vom polnischen pomogoć = helfen. Nach anderen soll das Wort einen Knicker, Knauser, Grützchenzähler bezeichnen.

Er ist ein Pomuchelskopf.
i] Ein Dummkopf, Dickkopf, besonders ein Danziger. Pomuchel = Dorsch (Gadus Callarius). Auch im nördlichen Norwegen bezeichnet man einen Dummkopf mit den Worten: Han er en Torsk.

Er ist ein Postenträger.
dk] Han er en drage-dukke.

Er ist ein Potthund.
i] Ein Geizhals.

Er ist ein Prahlhans.

Er ist ein Priester wie der Teufel ein Apostel.

Er ist ein Principienreiter.
i] Diese Redensart hat in einem Erlass des Fürsten Reuss-Ebersdorf Heinrich LXXII. ihre Quelle: Ich befehle hiermit, Folgendes ins Ordrebuch und in die Specialordrebücher zu bringen. Seit zwanzig Jahren reite ich auf einem Princip herum, d.h. ich verlange, dass ein jeglicher bei seinem Titel genannt werde. Dies geschieht stets nicht. Ich will also hiermit ausnahmsweise eine Geldstrafe von einem Taler festsetzen, der in Meinem Dienste ist und einem anderen, der in Meinem Dienste ist, nicht bei seinem Titel oder Charge nennt.

Er ist ein Prophet, der Brot isst.
i] Wir haben dafür Hellseherinnen, die mit dem Magen die Zukunft erschauen, mit den Schienbeinen verschlossene Briefe lesen, und viel acht Jahr geschultes Volk, das an sie glaubt.

Er ist ein Prozesskrämer.

Er ist ein Pudienka.
i] Ein kleiner, dicker Mensch.

Er ist ein Purzel.
i] Eine kleine dicke Person.

Er ist ein Puskedudel.
i] Ein kleiner dicker Knirps.

Er ist ein Quarrsack.
i] Ein weinerlich klagender Mensch.

Er ist ein Rabuscher.
i] Rabuschen = stehlen.

Er ist ein Rachull.
i] Rachullen = gierig sein.

Er ist ein Raritätenhamster.

Er ist ein rauhborstiger Kerl.
Ulm

Er ist ein rauhmäuleter Mann.
Rotttal
i] Sehr barsch.

Er ist ein recht guter Mann, aber Sparta hat viele, die besser sind.
Altgriechisch
i] Wider die, welche sich nicht nur für die ersten, sondern wohl gar für die einzigen halten.

Er ist ein rechta Zweifelscheiss'r.
Oberösterreich
i] Ein sehr unschlüssiger Mensch, der vor lauter Bedenklichkeiten nicht zum Handeln kommt.

Er ist ein rechter (o. wahrer) Grobschmied.

Er ist ein rechter (wahrer) Teekessel.
i] Ein sehr dummer Mensch.
z] Der Theekessel kann (jetzt) nicht mehr das Sinnbild der Dummheit sein, da er die erste Veranlassung zur Erkenntnis der Dampfkraft gab.

Er ist ein rechter Ausbund.
i] Ein lustiger, munterer, windiger Geselle, ein Taugenichts, Liederjan etc.

Er ist ein rechter Blutegel.
i] Blutsauger, Vampyr, Wucherseele

Er ist ein rechter Brummelbär.

Er ist ein rechter Büffel.
i] Ein grober, ungeschlachter Mensch
z] Du bist ein vngeschickter, böser, grober u.s.w. Büffel, wo man ein geylen, tollen, groben, vnkundigen, bissigen menschen in Teutschland benamsen wil.
nl] Hij is een regte buffel.

Er ist ein rechter Bûsebâr.
i] Ein Mensch, der sehr verdrießlich ist und sich zugleich sehr ungestaltet kleidet, so dass man vor ihm erschrickt, daher man ihn auch als Schreckbild hier gebraucht

Er ist ein rechter Dukatenscheißer.

Er ist ein rechter Duselpeter.
i] Ein träumerischer Mensch

Er ist ein rechter Dwatschkowski.
i] Die von Dwatsch mit polnischer Endung gebildete Bezeichnung für einen albernen, dummen, aber auch sonderbaren, durchtriebenen Menschen

Er ist ein rechter Fickfacker.
i] Von einem, der allerhand Ränke und Krängeleien macht. Ficke = Tasche. Fickfack = Blendwerk

Er ist ein rechter Firgeler.
Schwaben
i] Er ist mehr als pünktlich, er ist firgelich in seiner äußern Erscheinung

Er ist ein rechter Fünffinger.
i] Von den fünffinger Bauern, Geistesverwandten der Schildbürger, erzählt Hans Sachs manchen Schwank. 'Vnd wo noch hewt zu dieser Frist, ein Mensch toll und vnbesinnen ist, tölpet vngschickt, so spricht man, der ist gar ein rechter Fünffinger.'

Er ist ein rechter Galgenschwengel.
fr] C'est un faux pendard.

Er ist ein rechter Geizhals, er behält selbst die Läuse auf dem Kopfe.
Russland

Er ist ein rechter Geschaftlhuber.

Er ist ein rechter Gniefke.
i] Geizhals, Knauser

Er ist ein rechter Grobian.

Er ist ein rechter Gudde.
i] Ein schlechtgekleideter, zerlumpter Mensch. In Litauen werden die polnischen und russischen Holzflösser damit bezeichnet

Er ist ein rechter Habernarr (Hafernarr).
Marburg
i] Von einem Schwätzer

Er ist ein rechter Hadermatz.
i] Ein zanksüchtiger Mensch. Matz = Zusammenziehung aus Matthias. Bei Hans von Schweinichen heißt die Kirche zu Sanct-Matthias in Breslau 'zum St. Matze'. - 'Der ein war aber insunderheit ein nidige hadermatz.'

Er ist ein rechter Hase.
i] Wir verstehen darunter einen Furchtsamen; im 16. und 17. Jahrhundert bezeichnete man damit in der Regel einen dummen, albernen Menschen, einen Narren

Er ist ein rechter Held.

Er ist ein rechter Hennengreifer.

Er ist ein rechter Hirzefirz.
i] Ein scheinbar Vielbeschäftigter, ein Überall und Nirgends

Er ist ein rechter Katzendreckler.
Rottenburg
i] Ängstlicher Kleinigkeitskrämer, Filz, Geizkragen. Furzklemmer

Er ist ein rechter Kleienfurz.

Er ist ein rechter Laidack.
Friedland in Preußen
i] Ein nichtsnutziger Meusch.

Er ist ein rechter Latrchkasper.
i] Kaspar war die komische Figur in den Puppenspielen und überhaupt in den Anfängen des deutschen Dramas. Latschig heißt im Volksmunde lässig, unordentlich, faul. Ein Latschkasper ist daher ein Mensch, der durch seine Trägheit und Unordentlichkeit einen komischen Eindruck macht.

Er ist ein rechter Lausewenzel.
i] Für Pfennigfuchser, karger Filz.
fr] Être large des épaules.

Er ist ein rechter Lausknicker.

Er ist ein rechter Leimsieder.
Frankenwald
i] A rechta Leimsieda sein, d.i. ein untüchtiger, apathischer Mensch.

Er ist ein rechter Leutabsieder.
Österreich
i] Von einem, der überall herumschwatzt.

Er ist ein rechter Leuteschinder.
fr] C'est un écorcheur.

Er ist ein rechter Longobarder.
z] Mit der Zungen zu frey und mit dem Herzen zu aufrichtig.

Er ist ein rechter Meister Hämmerli.
Schweiz
i] Von einem außerordentlich geschickten Manne, einem sogenannten Tausendkünstler. In diesem Sprichwort wird das Andenken des zu Kempen im Erzbisthum Köln 1380 geborenen, gelehrten Propstes und Chorherrn erhalten, des Verfassers des asketisch-mystischen und vielfach angefochtenen Werks: 'Von der Nachfolge Christi'. Thomas' a Kempis eigentlicher Name ist Hamerken oder Hämmerlein (Malleolus). Er übertraf seine Zeitgenossen an Gelehrsamkeit, zog sich aber durch seine leidenschaftlichen Ausfälle gegen die Eidgenossen den bittern Hass derselben zu. Aber: die Redensart rührt nicht von dem Schweizer Magister Hämmerlin (Malleolus) her, sondern ist viel älter, und man bezeichnet damit den Teufel oder einen Hexenmeister, Possenmacher. Der Grund ist, dass Leute aus den Familien Hämmerlin und Schrat meistens schwarzes Haar und dunkle Hautfarbe haben.

Er ist ein rechter Meuder.
i] Männliche Katze.

Er ist ein rechter Muckus.
Militsch in Schlesien
i] Von einem Schlauen, Verschlagenen, namentlich auch einem Spötter.

Er ist ein rechter Nasskittel.
i] In der Bedeutung von: Bierlützel, Bierzapf, Saufaus, Söffling.

Er ist ein rechter Ölbruder.
i] Er ist ehrgeizig, sein Fett soll immer oben schwimmen.

Er ist ein rechter Palmesel.
i] Ein tölpischer Mensch, wie der hölzerne Esel, der sich in der Palmwoche herumschleppen lässt, und von allem, was mit ihm vorgeht, nichts weiß.

Er ist ein rechter Piepsgessel.
i] Ein Mensch, der oft kränkelt.

Er ist ein rechter Quertreiber.
i] Von einem aufsätzigen und widerstrebenden Menschen, mit Anspielung auf ein Schiff, das quer im Wasser liegt, anderen Fahrzeugen den Weg verengend.

Er ist ein rechter Rîtdîwel.
i] Von einem Knaben, der seine Kleider schnell zerreisst.

Er ist ein rechter Roggeschlunk.
i] Ein geldgieriger Mensch.

Er ist ein rechter Ruschewill.
i] Ein flatterhafter, wilder Mensch.

Er ist ein rechter Schanzpfahl.
i] Ein unermüdlicher Arbeiter, einer, der stets schanzt.

Er ist ein rechter Schirks.
i] Ein unbedeutendes Wesen.

Er ist ein rechter Schlappschwanz.
i] Ein schlaffer, saft- und kraftloser, einfältiger Mensch.

Er ist ein rechter Schlummerkopf.
i] Im Militär üblich, um zu sagen: Er ist träge, faul.

Er ist ein rechter schmarotzer.

Er ist ein rechter Schweinehund (o. Schweinekaspar).
i] Schimpfwort auf einen (auch im moralischen Sinne) unsaubern Menschen.

Er ist ein rechter Springinkl.
Oberösterreich
i] Macht mutwillige Seitensprünge.

Er ist ein rechter Sudelmann, greiffs mit ungewaschnen Händen an.

Er ist ein rechter Titelnarr.

Er ist ein rechter Trabant.
Ostpreußen

Er ist ein rechter Tudkedreller.
Ostpreußen
i] Scherzhafte Bezeichnung für einen Gewürzkrämer. In Mecklenburg: Tütendreier.

Er ist ein rechter Wehtriebel.
z] Ich bin ja wohl ein rechter Wehtriebel, wenn nur ein Unglück vom Himmel fällt, so trifft's mich.

Er ist ein rechter Würger.
i] In Bayern auch: Geschaftlhuber.

Er ist ein rechter Zwinglianer.
i] In der Schweiz wird jeder mit diesem Namen beehrt, der seine Meinung oder Sache mit Nachdruck und Beharrlichkeit durchzusetzen sucht.

Er ist ein rechtes (wahres) Bierfass.
i] Ein starker Biertrinker

Er ist ein rechtes Keuchel.
i] Junges Hühnchen. - Ein schwächlicher, kränklicher, unreifer Mensch.

Er ist ein Reineke in der Haut.

Er ist ein richtiger Dürrländer.

Er ist ein Riesenburger.
i] Ein großgewachsener Mensch. Riesenburg, eine Stadt in Westpreussen, welche mit dem Schloss nach der Sage von fünf Ellen hohen Männern gebaut und dann vom Deutschen Orden zerstört worden sei.

Er ist ein Ritter aus dem Działyńskischen Regiment.
i] Es war früher die Meinung verbreitet, dass in diesem Regiment nur Untaugliche dienten.
pl] Rycerz z regimentu Działyńskiego.

Er ist ein Rohr, das der Wind hin- und herbewegt.
i] Von einem schwachen und unbeständigen Menschen. Das Schilfrohr war stets ein Sinnbild der Charakterschwäche.
la] Animo nunc huc, nunc fluctuat illuc.
la] Scopae dissolutae. Cicero

Er ist ein romantischer Menschenfresser.

Er ist ein Rückenfeind.
i] Soviel wie Augenfreund.

Er ist ein Salbader.
i] Ein Mensch, der vom Hundertsten ins Tausendste schwatzt und alles durcheinandermengt

Er ist ein Sauerkäss, er lacht nicht einmal im Jahr, er sehe dann ein Esel Distel fressen.

Er ist ein schalck unterm polge.

Er ist ein Schalk in der Haut.
z] Vnd ist ein schalck in seiner haut.
nl] Daar steckt een schalk in zijne kleederen.
nl] De gek kijkt uit de mouw.
nl] Hij kan den gek in de mouw niet houden.

Er ist ein Schalk.
nl] Het is een onnoozele schalk.
nl] Het is een vrome schalk.
nl] Het is zulk een kwade schalk, als op twee voeten gaan mag.

Er ist ein Scharrhans.
z] Und sonderlich der Scharrhans unter dem Adel und Meister Klügel in Städten denken, die ganze Macht liege an ihnen und Gott könne ihrer nicht entraten.
z] Man findet etliche Scharrhansen, die sich lassen dünken, der Name Schreiber sei kaum wert, dass sie ihn nennen. Luther
z] Ein lustig gesprech des Teufel und etlicher Kriegsleute von der Flucht des großen Scharrhansen H. Heinrich von Braunschweig (1542), und könt fromm und geschickte Leut Reich machen, welches doch manche Scharrhansen nit achten.

Er ist ein Schaubhütchen.
z] Einen für einen Narren und Schaubhütchen halten.

Er ist ein Schelm, so weit ihn das Hemd anrührt (o. berührt).

Er ist ein Schildbürger.
i] Man bezeichnet damit einen lächerlichen Gesellen.

Er ist ein Schlabak.
i] Ein Mensch ohne Lebensart, ein Taugenichts.

Er ist ein Schlabberinski.
i] Unbedachtsamer, einfältiger, leidiger Schwätzer.

Er ist ein Schlabbermaul.
i] Bezeichnet hier soviel wie viel und gedankenlos reden, schwatzen.

Er ist ein Schlafpelz.

Er ist ein Schlalos.
i] Ein nichtsnutziger Mensch, Taugenichts.

Er ist ein Schlampamper (Schlemmer).

Er ist ein schlauer (schlimmer) Vocativus.
z] Da kam der schlaue Vocativus auf einen anderen Schlag.

Er ist ein schlauer Rattenfänger von Hameln.

Er ist ein schlechter Ritter.
i] Mit Bezug auf die Erfüllung ehelicher Pflichten.
sinnverwandt] Er ist ein hölzerner Peter, Block, kranker Leinweber, Koolhase.

Er ist ein Schliffl.
i] Ein grober, ungeschliffener Mensch.

Er ist ein Schlinkschlank.
i] Ein fauler, gefräßiger Mensch. Das Wort soll in Bayern heimisch sein, wo man für Schlingel auch Schlangel sagt und das Verbum schlinkenschlanken = müßig herumtreiben, hat.

Er ist ein Schlitzdragoner.

Er ist ein Schluckspecht.
i] So pflegt man in der Niederlausitz einen Gewinner im Kartenspiel zu nennen.

Er ist ein Schmerborst.

Er ist ein Schmiedesträssler.

Er ist ein Schmierfinke.
Köthen

Er ist ein Schmodkoch (o. Schmodsack, Schmudelkoch).
i] Ein Mensch, dem es an Sauberkeit bei Bereitung der Speisen gebricht.

Er ist ein Schnallendrücker.
Bayern
i] Ein Schmeichler, der einem sagt, was man gern hört. Von Schnalle = Klinke an einer Tür, weil sie mit einem schnallenden Laute niederfällt.

Er ist ein Schneider.
i] Ein hagerer, schmächtiger Mensch.

Er ist ein schöner Bildstock an der Straße, weist andern den Weg, und geht ihn selbst nicht.

Er ist ein schönes Schild am Wirtshaus, mahnt andere einzukehren und bleibt selbst draußen.

Er ist ein Schönfärber.
i] Er stellt alles im günstigsten Lichte dar, mag es ihn selbst oder andere betreffen.

Er ist ein Schoppenstecher.
i] Ein Vieltrinker.

Er ist ein Schubbejack.
i] Scheltwort auf einen unsaubern Gesellen, eigentlich einen Menschen, der sich wegen Unreinigkeit beständig an oder mit der Jacke schubbt, sich das Ungeziefer vom Leibe scheuert. Holländisch schobbejack, englisch scab (Krätze, Schuft). Also in der Bedeutung von Lausekerl, Lumpenhund, Schuft.

Er ist ein Schulfuchs.
i] Mit dem Ausdruck Fuchs, Schulfuchs ist die deutsche Sprache, namentlich die Studentensprache, durch die Berufung des gelehrten Schulrectors zu Naumburg, Justus Ludwig Brissmann, zum Professor der griechischen Sprache an der Universität zu Jena (1574 oder 1582) beschenkt worden. Der neue Professor war ein etwas steifer und pedantischer Mann, der selbst im Sommer einen mit Fuchspelz verbrämten Mantel trug; und da er früher zu Hof, Naumburg und Zwickau als Schullehrer gewirkt hatte, so gaben ihm die losen Vögel unter den Studenten den Spottnamen Schulfuchs, der nachher auf jeden von der Schule kommenden neuen Studenten überging, bis später der studentische Sprachgebrauch mit dem Schulfuchs den Schüler mit dem bloßen Fuchs den angehenden Studenten, mit dem Brandfuchs (Brander) aber den Studenten bezeichnete, der bereits ein Semester den Cursus 'durchschmaruzt' hat. Auf den niedersächsischen Universitäten wurden die Füchse ehemals auch Halbpfaffen genannt, wie die Studenten hier im allgemeinen Pfaffen hießen. An der Bezeichnung Schulfuchs klebt das Pedantische. Sicher ist dies aber nur eine passende Anwendung des vorhandenen Spitznamen. Es gab diese Redensart dem Pedanten, der argwöhnisch auf alle lauert, die seinen eingebildeten Vorzügen zu nahe kommen könnten, den Namen, und nicht die Schule, da ja auch alle übrigen Berufs- und Lebensarten ihre Pedanten haben, die in der Jugend nicht aus dem Loche gekommen sind, darum voll Eigenliebe und Hochmut stecken, sodass sie alles, was nicht dem beschränkten Kreis ihrer Anschauungen entspricht, anfechten oder verachten.
z] Es sei, sagt er, in Jena ein Professor Kaspar Arnurus, d.i. Lämmerschwanz oder Lämmerzagel, Lämmerzahl, von Ilmenau gewesen, ein guter und gelehrter Mann, der nicht so dumm war, als er aussah, aber sehr furchtsam, nach anderer Beschreibung ein frommer und gelehrter Mann, dabei aber ein blödes Tier, so immer sorgte, der Himmel möchte bersten und ihm auf die Platte fallen. Dieser hatte früher eine Reihe von Jahren in einer schola trivialis den Schulstaub geschwitzt (er war Rector und Conrector in Halle und Jena gewesen) und kam von ihr auf das Katheder zu Jena als Professor ethicae et logicae, trug einen Mantel mit Fuchspelz gefüttert, woher ihn die Studenten Schulfuchs (vulpecula scholastica) nannten.
z] Schulfuchs ist ein Spottwort, das die hoffärtigen Studenten von denen gebrauchen, die noch auf Schulen sind, oder erst davon herkommen, welche keine studentische Freiheit haben, sondern in ihr Schulloch als Füchse kriegen und im Verborgenen stecken. Die mussten den Studenten, wenn sie ankommen, zu saufen geben, davon der Fuchsthurm in Jena noch eine Spur ist. Alle diese Etymologien sind unzureichend, es wird am sichersten sein, anzunehmen, dass >Fuchs< die Corruption eines alten romanischen Wortes >Frux< ist, dessen Sinn uns verloren ging.
fr] C'est un homme du païs latin. - Être couvert de la poussiere de l'école. - Il sent le pédant de deux lieuës à la rente.

Er ist ein Schürzenjäger.
i] Auch Hurenjäger, Jungfernknecht, Steig' auf d' Leut.

Er ist ein Schwabbelhans.
i] In Norddeutschland in dem Sinne von Plapperhans.

Er ist ein Schwarzfärber.
i] Was andere sagen und tun, stellt er immer in den dunkelsten Farben dar.

Er ist ein Schwein.
i] Der Name dieses Tiers ist bei uns als Scheltwort für unsaubere, gefräßige und dergleichen Personen sehr in Brauch. Auch im alten Rom hatte sich die Benennung dieses Tiers unter die Schimpfwörter eingebürgert, doch scheint es der Volksmund nicht so häufig auf menschliche Verhältnise übertragen zu haben, wie bei uns. Und zwar ist es nicht sus, der naturgeschichtliche Name des Tieres, sondern porcus, das Hausschwein, und auch verres, der Eber, womit man seinem Ärger über jemand Luft machte. Wenn der eingebildete Schulmonarch Rhenimius Palömon den gelehrten Terentius Varro so nannte, wird er wohl an keine einzelne Eigenschaft des Schweins gedacht haben. Das Gefräßige des Tiers, beim Menschen in das Genusssüchtige übersetzt, hat dagegen Horaz im Auge, wenn er sich selbst ein Schwein aus der Herde Epikur's nennt. Mit verres, das auch bei Plautus als Schimpfwort vorkommt, tat sich Cicero dem gleichnamigen berüchtigten Prätor von Sicilien gegenüber viel zugute.
dk] Epikurisk sviin.
nl] Het is een zwijn.

Er ist ein Schweinehirt.
nl] Hij bekleet het professoraat aan de akademie, waar de studenten knor, knor, schreeuwen.

Er ist ein Schweinepriester.
i] So heißt man einen, der stark in unflätigen Reden ist, wohl mit Bezug auf den Satz: Solch Volk muss solche Pfaffen haben.

Er ist ein Schwulstfresser.
i] Zur Bezeichnung eines Vielfraßes.

Er ist ein Seebär.

Er ist ein sehmischer Mensch.
i] Ein fauler, dessen Faulheit dem dehnbaren sehmischen Leder vergleichbar ist.

Er ist ein Seiler, der seinen Strick sich selber spinnt.
z] Ein Schinder, sagt man, sei Olint? Nur Lästermäuler behaupten dies; er ist ein Seiler, der seinen Strick sich selber spinnt.

Er ist ein Siebenschläfer.
i] Er schläft bis früh um sieben, sowie überhaupt: Er schläft sehr lange. Die Redensart hat ihren Ursprung in kirchlichen Sagen. Die sieben Brüder sollen, da sie fünfzig Jahre geschlafen, das Unglück ihres Vaterlandes (Kreta) überlebt haben. Die sieben Schläfer sollen sieben Brüder oder Christen aus Ephesos gewesen sein, welche sich vor der Christenverfolgung unter Decius in eine Höhle retteten und hier hundertfünfundfunfzig Jahre hindurch bis zur Regierung des Theodosius schliefen.
nl] He is een negen-slaper. - Het is er een van de zeven slapers.
la] Endymionis somnum dormis.

Er ist ein Siemann.
i] Er steht unter dem Pantoffel seiner Frau, hat das Fegefeuer im Hause.
i] Man sehe die Welt jetzunder an, man findt jetzt schier kein hohen Mann, der nit den Weibern wirdt zu Teil, oft ziehen muss am Narrenseil, und ist kein Mann so stoltz von leib, der jetzt nicht fürchten muss sein Weib. Umsonst ist nit das gemäld erdacht, da man ein magern Mann gemacht, der allen Männern stets nachgeht und sie zu fressen vntersteht, die sich nit fürchten für jrn Weiben, wirdt aber wohl so mager bleiben, derhalben auch verschmachten musst, er findt jr kein, es ist umsunst. Denn Doktor SIEMANN hat das raten, der spicket jn also den Braten, und macht zum Narren den armen Frantzen, das er mus nach seiner Pfeiffen tantzen, und jm also das har abspült, wie mancher das mit schmertzen fült und offentlich vor augen siht; drum singt man noch das alte Liedt: Der Schäfer in der Narrenstadt sein Rösslein aussgeboten hat, eim vnuerzagten Mann zu geben, dem nit sein Weib darff widerstreben, findt aber kein, ders SO begert, derhalb behelt er wohl sein Pferdt.
z] Die ersten werden Siemann genannt, bei den das Weib hat überhandt.
z] Man sagt, dass in einer Stadt einer ein große Speckseiten habe an das Stadtthor gehangen mit eim angehefften Zettel: Wer nit Doktor Siemann sey, der sol die Seiten Speck hinweg nemen. Es hat sich aber in langer Zeit keiner funden; endlich aber sey ein Bauwr kommen und die Seyten mit sich wöllen wegnemmen. Da hat jhm der Torhüter gesagt: will er sie nemmen, so muss er sie vnder den Rock nemmen. Da hat der Bauwer geantwortet: Er darffs nicht tun; denn so er das Hemd würde unrein machen, würde er zu Haus nicht wohl empfangen werden. Auf solche Doktor Siemannsche Antwort hat er die seiten Speck müssen hangen lassen.
la] Malo asino vehitur.

Er ist ein Silbenstecher.
i] Haarspalter

Er ist ein Sklave seiner Worte.
nl] Hij is een slaaf van zijn woord.

Er ist ein Söffling.
i] Ein Trunkenbold.
nl] Hij is een lijk.

Er ist ein Soldat ohne Gewehr.
fr] C'est un apothécaire sans sucre.

Er ist ein Soldat, er könnte bei den Kürschnern Hasenbälge ausklopfen.

Er ist ein Soldat, er könnte hinterm Ofen mit der Brüthenne das Nest hüten.

Er ist ein Soldat, er könnte mit den alten Weibern Fäden ziehen.

Er ist ein Sonderling.
i] Ein Mensch, der seinen eigenen Weg geht, sich besonders nicht an die Art und Weise anderer, an die gewöhnlichen Umgangsformen kehrt.
fr] Estre semblable au poisson elaps.
la] Elopi per similem esse pisci.

Er ist ein Sonntagskind, er sieht kein Gespenst, ohne die Magd im Unterhemd.
en] he was born with a silver spoon in his mouth
fr] C'est le fils de la poule blanche.
fr] Il est ne coiffé.
nl] Het is een zondagskind.
it] è nato con la camicia
la] Albae gallinae filius. Juvenal
la] Capram coelestem orientem conspexit.

Er ist ein Sonntagskind.
i] Ist ein besonderer Günstling des Glücks. Nach altem deutschen Glauben finden sie die Wunderblume, welche ihnen reiche Schätze verschafft; ja sie sehen diese selbst in der Tiefe der Erde leuchten; auch Geister sind ihrem Auge unverborgen. Wie Sonntagskinder haben wir auch, aber ohne mythologische Beziehungen: Sonntagsjäger, -reiter, - schnupfer. Scherzweis wird auch wohl eine Person, die nicht gern arbeitet, ein Sonntagskind genannt: Il est né dimanche, il aime besogne faite. In dem Sinne: Er ist ein Sonntagskind, sagt eine jüdisch-deutsche Redensart in Warschau: Er ist a nojledmuël, d.h. er ist beschnitten geboren. Manche Knaben werden nämlich mit einer kurzen Vorhaut geboren und dann der schmerzhaften Operation der Beschneidung überhoben. Man sah, weil die Beschneidung als Bundeszeichen betrachtet wurde, einen beschnitten Geborenen als besonders vom Himmel begünstigt an; er erschien als fertiger Mensch. Die Ägypter erzählen dies von ihren Halbgöttern, die Juden von ihren Patriarchen, auch von Adam, David u.a, die Mohammedaner von Mohammed, die Persier von Ali.

Er ist ein Spachheister.
i] Ein langer, hagerer Mensch. Spachheister = Elster.

Er ist ein Spanbrenner.
i] Der Geizige.

Er ist ein Spaßvogel.

Er ist ein Spielverderber.

Er ist ein Spinnenarsch.
Ostpreußen
i] Ein vertrockneter alter Kerl.

Er ist ein Spinnenfresser.
i] Ein Kleinigkeitskrämer.

Er ist ein Spitzbub, so weit er warm ist.
Steiermark

Er ist ein Splitter aus dem alten Klotz.
England

Er ist ein Staketenflicker.
i] Einer, der keine ordentliche Arbeit macht.

Er ist ein Stänkerer.
i] Ein Friedensstörer. Macht Stänkerei, zettelt Händel an.

Er ist ein Starker schelm, ihrer zwölffe können einen Galgen niederreißen.

Er ist ein Steignoachi.
i] Ein Mann, der allen Frauenzimmern nachläuft.

Er ist ein Sterngucker.
i] Scherzhaft von einem Schielenden, auch von Leuten welche die Nase sehr hoch tragen, als wollten sie die Sterne zählen oder messen.
jüdisch-deutsch] Dus is a Shojse = kojchuwin (Sterikke). (Von stolzen Menschen)

Er ist ein Steuermann zu Lande.
i] Entzieht sich gern gefährlichen Geschäften
i] Spott auf müßige Kritiker und wohlfeilen Tadel. Wenigstens glauben die Zuschauer die Sache meist sehr gut und oft besser als die wirklich Handelnden zu verstehen, da Tadeln leichter als Selbermachen ist. Wer von fern einer Gefahr zusieht, der will stets bessere Mittel zu ihrer Bekämpfung wissen, als diejenigen anwenden, welche wirklich mit ihr kämpfen. Von den urteilenden Zuschauern am Meeresufer entlehnt, welche ein Schiff mit den Wellen kämpfen sehen und denen der Steuermann nicht zur Genüge handelt.
nl] De beste stuurlui staan aan wal, de slechte vindt men overal.
la] E terra gubernare. Livius

Er ist ein Stiefkind der Natur - die Natur hat ihn stiefmütterlich behandelt
en] nature was not very kind to him
fr] la nature a été avare de ses dons envers lui
it] la natura gli è stata matrigna

Er ist ein Stieramperl.
i] Auch Stierer, d.i. Ein Mensch, der gern horcht, ausspioniert, alles aufstiert.

Er ist ein stilles Wasser.

Er ist ein Stintstecher.
i] Ein Tolkemiter. Nach einer alten Sage wurde Tolkemit einst von einem großen Stintheere belagert, welches die Bewohner siegreich niedermachten.

Er ist ein Stobbenkopf.
i] Ein schwacher, schwer begreifender Kopf.

Er ist ein Stockmauser.

Er ist ein Stoppelhopser.
Köthen
i] Scherzhaft für Landwirt.

Er ist ein Störenfried.

Er ist ein Strabanzer.
i] Ein arbeitsscheuer Mensch, der keinen gewissen Erwerbszweig hat, sich viel auf der Gasse herumtreibt, besonders auch als Begleiter leichtsinniger Dirnen. Im allgemeinen ein roher, liederlicher Bursche.

Er ist ein Strammpuster.
Köthen
i] Wird leicht aufgebracht, schnauft im Zorn.

Er ist ein strammpustriger Mensch.
Köthen

Er ist ein Strohkopf.

Er ist ein Stubenbruder (o. Stubenhocker).

Er ist ein Stürzebecher.

Er ist ein Suchenpfennig.
Wenn ein Fürst oder großer Hans einen Mann truckt, so kommen dann die Suchenpfennige und trucken ihn vollend zu Füßen. Luther

Er ist ein tapferer Soldat, wo man mit Bauernküchlein feuert.
la] Extra periculum valde ferox, et audax es.

Er ist ein Tärimäri.
i] Ein langsamer, träger Mensch; in Schlesien: Dreharsch, Märmichel, Lahmarsch.

Er ist ein Taubenfritz.
i] So werden Taubenliebhaber genannt. Auch Taubenvögte.

Er ist ein Tausendkünstler.

Er ist ein Teigfuß.
Leipzig

Er ist ein Teufelsjunge.

Er ist ein Teufelskünstler.
nl] Het is een duivelskonstenaar.

Er ist ein Tiger.
nl] Het is een tijger.

Er ist ein Tischleerer.
i] Verhüllend für Dieb, auch Aufräumer, Bankfischer.

Er ist ein Toalk.
i] Scheltwort für einen einfältigen, dummen Menschen.

Er ist ein Topfgucker.
i] Ein Mann, der sich um kleine, in das Bereich der Hausfrau fallende Dinge in der Wirtschaft kümmert. In Berlin Toppgîker, Toppkîker.
fr] C'est un jocrisse qui mene les poules pisser.
nl] Het is een pottekijker. Het kijkt bij iedereen in den pot.

Er ist ein toter Hund.
i] Ein machtloser, ungefährlicher Mensch). 1, Sam. 24, 15; 2 Sam. 9, 8 u. 16, 9

Er ist ein toter Mann.
i] Sein Bestehen, Amt, Vermögen, Leben, ist gefährlich bedroht.

Er ist ein totes Glied am lebendigen Leibe.

Er ist ein Träumer.
nl] Daar hebt ge Jozef den droomer.
nl] Het is een regte droomer.

Er ist ein tüchtiger Kerl auf der Nachtskanne.
i] Mit dem Zusatz: wenn ihn zwei (zehn) Mann halten.

Er ist ein Tumirnix.
i] Man braucht keine Furcht vor ihm zu haben.

Er ist ein Überbein aller Welt.

Er ist ein Überstudierter.

Er ist ein Umstandscommissarius.
i] Auch in einem gewissen Sinne: Complimentarius.

Er ist ein Unband.
Österreich

Er ist ein Undacht.
i] Ein Taugenichts.

Er ist ein ungeleckter Bär.
i] Plumper, roher, ungeschickter Mensch
nl] Het is een ongelikte beer.

Er ist ein ungeschickter Tropf.

Er ist ein Ungetaufter.
i] Eine Person aus dem Dorfe Karczupchen im Kirchspiel Szirgupönen, Kreis Gumbinnen. Leute aus dem Dorfe fuhren einst mit einem Kinde zur Taufe, gefielen sich aber unterwegs in einer Schenke so gut, dass sie die Kirche vergassen und das Kind ungetauft nach Hause brachten. Da die Bewohner sich nicht gerade durch besondere Bildung empfehlen, so gebraucht man die Redensart auch zur Bezeichnung eines groben Menschen.

Er ist ein Unglücksvogel (o. Unglückskind).
i] Wem das Schicksal immer ungünstig ist. Auch um zu sagen: er ist ein Mensch, von dem man sich fernhalten muss. Die englischen Neger in Surinam sagen in diesem Sinne: Ich bin die Nachteule, wenn ich schreie, stirbt jemand, d.h. wo ich hinkomme, meidet man mich, weil man meint, ich bringe Unglück.
fr] Il attrape toujours la tout noire.
nl] Het is een ongeluksvogel.
la] Semper illi mala.

Er ist ein unnützer Vogel, der sich über Eier setzt und sie nicht ausbrütet.

Er ist ein unruhiger Jude.
Köthen

Er ist ein unschuldiger.
z] Wann sich einer für etwas aussgibt und kann jhm nit genug tun, den spottet man seiner torheyt willen, sagt von demselben: Es ist ein unschuldiger Doktor, es ist ein unschuldiger Prediger, Richter, Burgmeister, d.i. man nennt jn mit dem namen, aber er ist nit schuldig daran, man tut jhm unrecht.

Er ist ein unseliger tropf.

Er ist ein unwissender Schreier.
i] Im frauenberger Dom haben gewöhnliche Handwerker den lateinischen Choralgesang auszuführen. Da diese Leute aber kein Wort Latein verstehen und gewöhnlich sehr laut singen, so hat man sie Schreier genannt.
la] Stentore clamosior.
lit] Szauk kajp kretingos wargonaj.
pl] Krzyczy jak kretyngskie organy.

Er ist ein Vagant wie der Palmesel, der sich alle Jahr einmal sehen lässt.

Er ist ein verderbter Botz.

Er ist ein verglimmendes Licht.
fr] Être réduit à la chandelle bénite.
fr] Il s'en va comme une chandelle.

Er ist ein verlorener Biber.
i] Nordamerika, um zu sagen, dass jemand so gut wie rettungslos verloren ist

Er ist ein Verschwender.
la] Edax triremis.

Er ist ein Verstandeskasten.

Er ist ein verwents maul.

Er ist ein Vieh durch und durch.
nl] Het is een beest zijn geheele lyf over.

Er ist ein Vogel in der Haut.
la] Advokatus in aere, revocatus in cute.

Er ist ein Vogelkenner, er hält die Sau für eine Lachtaube.

Er ist ein Vogelkenner, er sieht ein Mutterschwein für eine Turteltaube an.

Er ist ein Vogelkenner, sein Vater war ein Kuckuck (Spatz).
i] Von unwissenden Menschen voll Einbildung.
nl] Hij is een kenner van de vogeltjes, zijn vader is een kwikstaart geweest.
nl] Hij slacht Wiggert Wiggerts (of: Reiger Reigers) een' kenner van alle vogelen, hij zag eene zog (een' rog) voor eene tortelduif aan.

Er ist ein wackerer Gesell, aber seinesgleichen taugt nicht.
nl] Het is een goed gezel, dan zijns gelijke deugt niet.

Er ist ein wackerer Hahn auf seinem Mist.
nl] Hij is een haan, maar op zijn nest.

Er ist ein wahrer (rechter) Eisvogel, wo er hinkommt, verdirbt Laub und Gras.
Schlesien

Er ist ein wahrer (zweiter) Herkules.
nl] Het is een sterk man, een tweede Herkules.

Er ist ein wahrer Geizteufel.
la] Patroclo sordidior.

Er ist ein wahrer Hundenarr.
i] Eine Person, die eine übertriebene Liebhaberei für Hunde hat

Er ist ein wahrer Lachkobold.
Köthen

Er ist ein wahrer Modespiegel.
en] He was indeed the Glass, where in the noble gouties did dress themselves. Shakspeare

Er ist ein wahrer Piepsack.
i] Ein fast täglich über Kleinigkeiten klagender Mensch.

Er ist ein wahrer Stobben.
i] Schwer für eine Sache zu gewinnen.

Er ist ein wahrer Tölpel.
i] Die alten Römer gebrauchten in einzelnen Fällen das Wort 'Bauer' (Nesticus) in dem Sinne unsers Tölpels. So lässt z.B. Virgil seinen verliebten Corydon zu sich sprechen: 'Du bist ein Bauer, denn Alexis kümmert sich nicht um Geschenke.'
jüdisch-deutsch] Dus is a Wajsusse. (Wajsussu war der zehnte Sohn Haman's (Esther, 9, 9), der für einen Dummkopf gilt. Man sagt auch: 'Dus is a Boć' (= Tölpel). Wahrscheinlich vom polnischen bocian = Storch, da dieser, auf einem Beine stehend, eine sehr dumme Figur abgibt. In demselben Sinne sagt man in Podolien auch Dus is a Bok. Wahrscheinlich vom polnischen: Bozek = Götze, unbeholfener Mensch)
nl] Hij is een regte kloet.

Er ist ein wahres Brechmittel.

Er ist ein wahres Chamäleon.
i] Ein unzuverlässiger, seine Ansichten nach den Umständen wechselnder, den Verhältnissen Rechnung tragender, sein Tun nach persönlichem Vorteil bemessender Mensch. Wer ihn bezahlt, und zwar am besten, der hat ihn. Die Engländer haben das Sprichwort: The Vicar of Bray will be Vicar of Bray still. Der Vicar von Bray, einem Dorfe in der Grafschaft Berkshire, verwaltete das dortige Pfarramt unter dem Könige Heinrich VIII, unter Eduard VI, unter der Königin Maria, unter Elisabeth, er war römisch-katholisch, protestantisch, wieder katholisch abermals protestantisch, er predigte stets den Glauben, zu dem sich die Regierung bekannte. Als man ihm deshalb Vorwürfe machte und ihn einen Überläufer nannte, erwiderte er: 'Das bin ich nicht, ich habe stets au meinem Grundsatz festgehalten: zu leben und zu sterben als Vicar von Bray.

Er ist ein wahres Juwel.
Jüdisch-deutsch] Er is e Tachschit.

Er ist ein wahres Rhinozeros.
nl] Het is een rhinoceros.

Er ist ein wandelnder Schornstein.
i] Scherzhaft von einem Manne, der stets mit der Tabakspfeife im Munde herumgeht.
nl] Het is een wandelnde schoorsteen.

Er ist ein wandelndes Lexikon
en] he is a walking encyclopa(e)dia
fr] c'est un dictionnaire vivant
it] è una biblioteca ambulante

Er ist ein Waschlappen (hat keine bestimmte Meinung, kein Urteil)
en] he is a sissy (o. a weakling)
fr] il a du sang de navet
fr] c'est une nouille (o. une lavette)
it] e una pasta frolla
la] Alba amussis.

Er ist ein Weibermann (o. Weiberknecht).
i] Ein Mann, der mit seinem Weibe wohl umgeht, der Virgil'sche Uxorius.
fr] Cet homme passe sa vie dans les ruelles.
fr] Il va de ruelle en ruelle.

Er ist ein Weinberl.
Wien
i] Wills mit keinem verderben.

Er ist ein wenig zu heiß gebadet.
i] Er ist bald im Harnisch, von dem Schnellentzündbaren

Er ist ein Wetterhahn, der zehn Ränk für einen weiß.
la] Proteo mutabilior.

Er ist ein Wiggelmoggel.
i] Ein Mensch mit schwankendem, unsicherem Gange.

Er ist ein windiger Racker.

Er ist ein Windikus.

Er ist ein Wissender.
la] Areopagita subticentior.

Er ist ein Wohldiener.
i] Fuchsschwänzer, Speichellecker, in Bayern auch Heulschleicher.

Er ist ein Wolf im Schafspelz
en] he is a wolf in sheep's clothing
fr] c'est un loup devenu berger (o. habillé en berger)
it] è un lupo in veste d'agnello

Er ist ein Wolkenschieber (o. Wolkenschmecker).
i] Ein hochmütiger, eingebildeter Mensch.

Er ist ein Wortklauber (o. Wortkrämer, Wurzelklauber) und Silbenstecher.

Er ist ein wunderlicher (o. sonderbarer) Heiliger
en] he is a queer fish
fr] c'est un drôle de paroissien
it] è un tipo bizzarro

Er ist ein wunderlicher Fechter, man weiß nicht, ist es gehauen oder gestochen.

Er ist ein Zandkopf.

Er ist ein Zaunschleicher
i] Ein Schleicher hinter den Zäunen, ein schnüffelnder, hinterlistiger Mensch.

Er ist ein Zephyrgänger.
i] Mit diesem poetischen Namen bezeichnet die Gaunersprache die Morgendiebe in Gasthöfen, da sie so leise auftreten, wie der säuselnde Wind.

Er ist ein Ziegelstreicher.
i] Im preussischen Militär Spottname der Infanterie, womit sie von der Artillerie und den Pionieren häufig bezeichnet wird, was schon zu blutigen Schlägereien geführt hat.

Er ist ein Zigeunergeschlecht.

Er ist ein Zinselpeter.
i] Geschäftiger Nichtstuer. Einer, der allerlei kramt, und nichts Rechtes zu Stande bringt.

Er ist ein Zitzensauger.
i] Zur Bezeichnung eines körperlichen oder Charakterfehlers gebraucht
sinnverwandt] Er ist ein Anbader, Bluthund, Brotdieb, Brascher, Bengel, Dreckharker, Drêkpfenig, Esel, Flegel, Filz, Garrer, Glepaug, Gluper, Gritzenzähler, Gnorrer, Gnock, Gnisk, Gnugel, Grosssprecher, Hauskater, Hausmauser, Hausotter, Hausschlingel, Hauslümmel, Hans Ungelenk, Hundsnaas, Hallunk, ein Knerps, Knusel, unnütze Kröt, Kniefurtz, Krickendt, Knoll, Knebel, ungeschliffener, ungebackener, ungesalzener Kerl, Lespler, Lauser, Lausbart, Lausjunge, Lausbund, Loddert, Lunter, Maulaff, Meerkatz, Meerganss, Ochs, Putzmännlein, Praler, Pomochel, Rekel, Rültz, Rotzlöffel, Schelwig, Schnufer, Schnöhler, Stamler, Stammerbock, Schmodbot, Soalbader, Sechsgroscher, Scharrhans, Schurke, Schindhund, Tilz.

Er ist ein Zorngickel.

Er ist ein zweiter Bosco.

Er ist ein Zweizüngler.
la] Calidum et frigidum ex uno ore effiat.

Er ist ein Zwingherr.
i] Zum Andenken an die Zwingherren nannte man in der Schweiz jede Magistratsperson so, welche mehr Gewalt ausübt, als sich unter Freien gebührt.

Er ist eine (dicke) Tranktonne.
i] Ein Mensch, der alles durcheinander genießt, in der Klammerbedeutung eine korpulente Person.

Er ist eine alte Meigel.
Franken
i] Margaretha. Von einem Manne, der feig ist, dem es an persönlichem Mute fehlt.

Er ist eine alte Zatterin.

Er ist eine Ameise für mich.
i] Von jemandem, der sehr widerwärtig, weil die Ameise ein sehr lästiges Tier ist

Er ist eine Arschnase.
i] Ein vorlauter, naseweiser junger Mensch

Er ist eine Bierente (auch: Bierigel).
i] Guter Zechbruder

Er ist eine bloße (völlige) Drahtpuppe.
i] Von willenlosen Menschen, die nur durch andere bestimmt werden
fr] Il ne se remue que par ressort.

Er ist eine Bohnenstange.
i] Ein langer Mensch, meist in verächtlichem Sinne
la] Homo longus. Catull

Er ist eine Drehlade.
i] Langsamer Mensch, der zu keinem Entschluss kommt und dem nichts von statten geht

Er ist eine Edder (Adder).
i] Ein boshafter, zorniger Mensch

Er ist eine Eule bei Leuten von Ehre.
i] Passt in die Gesellschaft nicht
nl] Als een uil bij lieden van eere.

Er ist eine Fahnenstange.
i] Lange, dürre, hagere Person

Er ist eine gescheite Wurst, er wird bald Sausack werden.
i] Der Klügling.

Er ist eine Größe unter den Zwergen.
i] Ein Einäugiger unter den Blinden

Er ist eine gute (o. gutmütige) Haut (o. eine Seele von Mensch)
en] he is a good soul
fr] c'est une bonne pâte d'homme
it] è buono come il pane

Er ist eine gute und ehrliche Haut, aber das Schießpulver hat er nicht erfunden.
la] Probus quis nobiscum vivit, multum demissus homo, illi tardo ac cognomen pingui damus.

Er ist eine hölzerne Hand am Wege.
i] Zeigt den Weg, geht ihn aber selber nicht
nl] Het is eene houten hand aan den weg.

Er ist eine komische Prise.
i] Kann kurzweilig, aber auch albern ausdrücken.

Er ist eine Kongoranke (Schlingpflanze) geworden.
Surinam
i] Ein beschwertes Anhängsel

Er ist eine Laterne ohne Licht.
nl] Het is eene groote lantaarn zonder licht.

Er ist eine Mauer gegen die Feinde, wie Pretwitz gegen die Tataren.
Polen
i] Zu den Zeiten des Herrn Pretwitz hatte die polnische Grenze vor den Einfällen der Tataren Ruhe. Es gab jedoch zwei Pretwitz: Bernhard Pretwitz und dessen Sohn Jakob. Von letzterem schreibt Paprocki, er habe 70 Schlachten gewonnen und nennt ihn deshalb eine Mauer der polnischen Länder.
pl] Za czasów Pana Pretficza spała od Tatar granica.

Er ist eine Milchsuppe.
Frankenwald
i] Ein weichmütiger Mensch.

Er ist eine Plaudertasche.
fr] C'est un Saint-Jean-bouche-d'or.
fr] Elle a langue percée.
la] Arabicus tibicen.
la] Bombilius homo.
la] Lauro clamosior ardenti.

Er ist eine rechte Pechhose.
i] Ein Mensch, der ungebührlich lange an einem Orte sitzen bleibt.

Er ist eine richtige Klebehose.
i] ein Mensch, der das Fortgehen vergisst.

Er ist eine Schlafmütze.

Er ist eine Schlingpflanze.
i] Beschwerliches, widriges Anhängsel.

Er ist eine Sonnenuhr, die nur zeigt, so lange die Sonne scheint.
z] Von denen, die nur unsere Freunde sind, so lange es uns wohlgeht. Auch Günstlinge sind Sonnenuhren; man richtet sich nach ihnen, so lange die Sonne des Thrones sie beleuchtet und sieht sie nicht an, sobald sie ihnen ihre Strahlen entzieht.

Er ist eine Sonnenuhr, zeigt nur, solange die Sonne scheint.

Deutsche Sprichwörter
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