Spruchlexikon

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AngaffenEr gafft mich an, wie die Kuh das neue Tor.
»Solt es auch nit angaffen zwar, als wie ein Kalb Scheuern Tor.«
Aus dem Jahre 1595
fr] Il me regarde comme un nigaud qui n'a jamais vu son semblable.
AngaffenEr lässt sich angaffen wie einen Ölgötzen.
AngaffenEtwas angaffen wie ein kalb ein stadelthor.
AngebenAngeben vnd Ertz schatzen trifft selten zu.
AngeberAngeber sind des Teufels Netzweber.
var] Aushorcher und Angeber
sind des Teufels Netzeweber.
AngeberEin Angeber ist besser als zehn Faulenzer.
Franken
AngeberWer Angebern und Zuträgern glaubt, hat (behält, erhält) keinen Freund.
AngebereiDes (es) ist hamansche Angeberei.
Jüdisch-deutsch: Haman's Mesires.
AngebindeDas war ein schönes Angebinde.
la] Donum onomasticum.
AngebindeEinem ein Angebinde geben.
Diese Redensart hat ihren Ursprung in einer Sitte des 16. Jahrhunderts, in welchem man Bräuten, Wöchnerinnen, Kindern u.s.w. ein ihnen bestimmtes Geschenk an den Arm band.
AngeborenAngeboren ist besser als angelernt.
AngeborenAngeboren ist unverloren.
it] Quel che vien dalla natura, fino alla fossa dura.
AngeborenDat is em an'burn, as de Su 't Wühlen.
In Schwaben: Deam ist's angebora wie der Sau 's Nuelen.
AngeborenWas angeboren ist, darf man sich nicht schenken lassen.
la] Magis herus fidus nascitur quam scribitur.
AngeborenWas angeboren ist, lässt sich nicht abgewöhnen.
AngedenkenAngedenken an das Gute
Hält uns immer frisch bei Mute.
Angedenken an das Schöne
Ist das Heil der Erdensöhne.
Angedenken an das Liebe,
Glücklich! wenn's lebendig bliebe.
Angedenken an das eine
Bleibt das Beste, was ich meine.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Werke (1827-1830), Gedichte. Epigrammatisch. Angedenken
AngefälleAngefälle ist kein Lehen.
AngeflogenEt is em nit angefluoggen, et hät et midde gesuoggen.
Waldeck
AngefochtenerEin angefochtener gründet und grübelt so tief, dass er sich kaum erhalten kann.
AngeheitertEr ist angeheitert.
Mäßiger Rausch.
AngehenDas geht (ging) an, sagte die alte Frau, als ihr Rock lichterloh brannte.
Plattdeutsch heißt angohn, sich entzünden, worauf der Witz beruht. Dass dabei ausdrücklich steht, der Rock jener alten Frau brennt schon »lichterloh«, ist nicht zufällig; es macht das »Angehen« außerdem noch zu einer Verkleinerung, als wenn man von einem Totkranken sagen wollte, er sei »unpässlich« oder nicht ganz wohl. Ein lichterlohes Feuer geht nämlich nicht an, sondern auf (geiht up). Dies Angehen ist wahrscheinlich ursprünglich plattdeutsch gewesen; denn nur dem Plattdeutschen ist der Doppelwitz sofort verständlich.
AngehenDat geit mi nicks an, ick bin 'n Hamborger, sagte der Fuhrmann.
Hamburg
Ein Hamburger Fuhrmann, der (im Mai 1865) Feldmarschall Graf Wrangel gefahren hatte, verlangte beim Absteigen in Altona das Fahrgeld. Als man ihn auf die Altonaer Kommandantur wies, gab er die obige Antwort. (Schlesisches Morgenblatt, 1865)
AngehenDat geit mi so väl an, as ik snak (spreche) dervan.
Jever
AngehenDat geit Moder und Geske an.
Ostfriesland
AngehenDat ging an, saed dumm Jürgen, 'n Schilling un' ne Schnäd Brot.
AngehenDem es angehet, der maße sich solches an.
Wer sich getroffen fühlt, der nehme sich bei der Nase.
AngehenEs gehet mich von Haut und Haar nichts an.
AngehenEs geht dich auch an, wenn deines Nachbars Haus brennt.
en] When thy neighbour's house is on fire, beware of thine own.
fr] Quand on voit brûler la maison de son voisin, on a sujet d'avoir peur.
it] Quando brucia nel vicinato, porta l' acqua a cosa tua.
la] Tua res agitur paries cum proximus ardet. (Horaz)
se] När grannens wägg brinner står din egen i fara.
AngehenEs wär' angegangen, as wenn ich mer uff a Kupp gegriffen hätte.
Schlesien
AngehenHe geit an as 'n Türk.
D. h. Er wütet wie ein Türke.
AngehenJetzt geht's an, und wenn's angeht, geht's gleich an.
Ulm
AngehenMan sagt: was einen nit geht an,
Das laß er vor im uber gahn.
Wer sich annimmet all zuviel,
All frembde sachen örtern wil,
Sein finger in alle löcher steckt,
Dem werdens auch zu zeiten bdreckt.
Burkard Waldis (1490-1556), Esopus (1548), Buch 4, Nr. 59, Vom Goldschmidt und einem Köhler
AngehenSie ist angegangen.
Stettin
Kaffee, der vom Seewasser nicht gerade verdorben ist, aber doch einen Beigeschmack von ihm bekommen hat, heißt »angegangen«; demnach wird die Anwendung auf eine weibliche Person verständlich sein.
AngehenSo kann't angân, säd' de Paster tô Spanclet, da drôgen se em tô Krôge.
Flensburg
AngehenSteck' deine Nase nicht in das, was dich nichts angeht; du könntest sie dir sonst verbrennen.
AngehenWas dich nicht angeht, danach sollst du auch nicht fragen (das begehre nicht zu wissen).
AngehenWas dich nicht angeht, das lass stehn, und was du nicht halten kannst, lass gehn.
Man sagt, was einem nit geht an, des lass er vor jhm vbergahn.
AngehenWas dich nicht angeht, davon sprich weder Gutes noch Böses.
it] Di cosa che non ti cale, non dir nè ben nè male.
AngehenWas dich nicht angeht, in das stecke (mische) dich nicht.
Litauen
AngehenWas dich nicht geht an, das nimm dich nicht an.
AngehenWas dich nit angeet, darnach solt du auch nicht fragen.
AngehenWas einem nicht angehet, das soll er lassen für übergehen.
AngehenWas einen selbst angeht, daran denkt man am ersten (meisten).
la] Suam quisque homo rem meminit. (Plaut.)
AngehenWas enge angehet, das wohl bestehet.
AngehenWas gehet es mich an, wie mein Nachbar (Nächster) lebt.
AngehenWas geht mich Nürnberg an, ich hab' keinen Stein (kein Haus) darin.
en] What have I to do with Bradshaw's wind-mill?
AngehenWas geht's dich an, wenn der Gevatter bei der Gevatterin sitzt.
cz] Co komu po tom, ze kmotra sedcla s kmotrem.
AngehenWas geht's dich an? Lass ihn sein Windel auswäsche'!
Jüdisch-deutsch
AngehenWas geht's mich an, wenn Quaku's Haus brennt, brennt doch mein Schurzband noch nicht!
Neger in Surinam
Mag es andern schlecht gehen, wenn ich nur nicht darunter leide.
AngehenWas mi nöt angeht, geh mi nit nieder.
Rott.-Tal.
AngehenWat deck nits angeit, da lôt dîne Näsen twischen ûte.
Mische dich nicht unbefugter Weise in die Angelegenheiten anderer.
cz] Co se té netýce, nestrkej rýce.
AngehenWat en'n angeit, dat en'n nae geit.
Grubenhagen
In Bezug auf das starke Band, welches durch Blutsverwandtschaft um Menschen geschlungen wird.
AngehenWat en'n nich angeit, da bekümmert man sek nich imme.
Göttingen
Gegen unberufene Einmischung und für sorgfältige Behandlung der eigenen Angelegenheiten.
AngehenWat mick geht nix an, do lât ick mine Nase van.
AngehenWatt di nix angeit, dao laot dâ Näse davon.
Altmark
AngehenWen's angeht, der kratze (melde, zupfe) sich (bei der Nase).
AngehenWiyer angoan äs en Lecht.
Von neuem aufleben wie ein Licht.
AngehörenWas dir nicht angehört, lass unangerührt.
AngeklagterDem Angeklagten gehört das letzte Wort.
Alter Rechtsgrundsatz.
Angel (cardo)Ein dürrer Angel kirrt, wird er nicht mit Öl geschmiert.
Angel (hamus)Angel und Netz müssen stets fertig sein.
Es ist keine Gelegenheit zu versäumen.
Angel (hamus)Angeln legen.
Jemanden mit List zu berücken suchen.
la] Mellitus gladius. (Hieron.)
Angel (hamus)Daran war eine Angel.
Angel (hamus)Den Angel wirfft man offt ins Meer vnnd zeucht jhn wider raußer leer.
Angel (hamus)Der Angel entgehen und ins Netz geraten.
Angel (hamus)Der Angel nachgehen.
Angel (hamus)Die Angel ins Wasser werfen tut's nicht allein, der Fisch will auch gezogen sein.
Angel (hamus)Die Angel muss immer hangen.
Ovid sagt: »Überall herrscht der Zufall. Darum sei deine Angel stets hangend. In einem Wasser, wo du am wenigsten es glaubst, kann ein Fisch sein.«
la] Semper tibi pendeat hamus. (Ovid)
Angel (hamus)Die Angel weicht, die Seele trocknet.
pl] Watka moknie a dusza sih nie.
Angel (hamus)Die Angel zieht auch wohl unwillige Fische aus dem Wasser.
De angel tiet wohl unvillige vische ût dem water. (Invitos crebro trahit hamus ab aequore pisces.)
la] Nemo bene agit invitus.
Angel (hamus)Ehe man die Angel zieht, muss der Hecht erst festbeißen.
Angel (hamus)Eine Angel ohne Köder fängt keine Fische.
fr] L'amorce est ce qui engaigne le poisson et non la ligne. (Gruter.)
Angel (hamus)Er hat ihn unter der Angel.
Angel (hamus)Er hat immer seine Angel ausgeworfen.
Ist stets darauf bedacht, jede Gelegenheit wahrzunehmen, um sein Glück zu machen.
la] Semper ei pendet hamus.
Angel (hamus)Er lässt die Angel dahinten und trollt sich.
Angel (hamus)Häng' deine Angel ein, du fängst, wenn du aufhebst alle Stein'.
Angel (hamus)Immer an die Angel, so hat man nie Mangel.
Angel (hamus)In die Angel beißen.
In die Schlingen gehen, die von jemand gelegt worden sind.
en] To take the bait.
fr] Il a avalé la dragée.
fr] Il a gobé le morceau.
fr] Mordre à l'hameçon.
it] Dar nella ragna.
it] Prender l'esca.
la] In laqueum impingere.
la] Vorare hamum. (Plaut.)
se] Bita på kroken.
Angel (hamus)Man muss die Angel einwerfen und den Fisch herausziehen.
Angel (hamus)Man muss die Angel immer auswerfen und sie halten, wer es vermag.
la] Casus ubique valet, semper tibi pendeat hamus.
se] Kasta a krook ok halt vm tu githir.
Angel (hamus)Man muss die Angel nicht nur gut werfen, man muss sie auch recht ziehen.
Angel (hamus)Mancher hängt die Angel nach Fischen ein und zieht nur Frösche heraus.
Angel (hamus)Mit einer goldenen (o. silbernen) Angel fischen.
Für eine Sache mehr aufwenden, als sie einträgt, oder auch: durch Geld für seine Absichten gewinnen.
nl] Met den zilveren (o. gouden) hengel visschen.
la] Aureo hamo piscari, aureo vomere arare.
Angel (hamus)Mit einer goldenen Angel ist leicht Fische fangen.
cz] Na zlatou udici snadno ryby lapati.
Angel (hamus)Ohne Angel fischen ist umsonst.
dk] Forgieves er at mede uden krog, at slaere uden bog.
Angel (hamus)Sie hat auf die Angel gebissen.
Angel (hamus)Verrostete Angel bringt dem Fischer Mangel.
Angel (hamus)Versuch vnd henck deine angel ein, du fahest, wenn du auffhebest all stein.
la] Semper tibi pendeat hamus, quo minime credis, gurgite piscis erit.
Angel (hamus)Versuchs, heng stets den Angel ein, da du nicht meinst werden Fisch sein.
Angel (hamus)Was man nicht mit der Angel fängt, geht ins Netz.
Angel (hamus)Was nützt es, die Angel auswerfen, wenn kein Wurm daran ist.
Angel (hamus)Wer den Angel eingeschluckt, der kan nicht ledig werden, er folgt, wo er hingezogen wird.
Angel (hamus)Wer die Angel zieht zu früh, der fängt selten oder nie.
Angel (hamus)Wer führt die Angel hat selten großen Mangel.
Angel (hamus)Wer mit der Angel fischt, verzehrt mehr als er fängt.
it] Pescator di canna mangia più che non guadagna.
Angel (hamus)Wer mit einer goldenen Angel fischt, fängt was er will.
Angel (hamus)Wer mit goldener Angel fischt, der wagt mehr, als er fangen kann.
Aber doch bei weitem nicht so viel, als ein Indianer, der mit goldenen Kugeln Kaninchen schießt. »Wir sahen heut Indianer, die goldene Kugeln für ihre Flinten gebrauchten. Die Kugeln waren von verschiedener Größe und jeder hatte einen Beutel voll davon. Wir sahen einen Indianer seine Flinte mit einer großen und zwei kleinen dieser Kugeln laden, um ein Kaninchen zu schießen.« (Die neuentdeckte Goldader in Arigona, New Mexico. Staatszeitung vom 4. November 1863)
Angel (hamus)Wer nichts an die Angel steckt, der wird nichts fahen.
Angel (hamus)Wirf die Angel aus und fange, wenn du kannst.
AngelegenWem etwas angelegen und ernst ist, der darf für Worte nicht sorgen.
AngelhakenDen Angelhaken im Branntwein hält der Teufel an der Leine.
Sagen die Mitglieder der Enthaltsamkeitsvereine.
AngelhakenEinen den Angelhaken verschlucken lassen.
Ihn in die Falle locken.
fr] Faire avaler le goujon à quelqu'un.
AngelnAllzeit angel', so leid'st du keinen Mangel.
»Wer immer angelt, dem nimmer mangelt.« (Logau)
la] Semper tibi pendeat hamus.
AngelnAngeln und Fischen bringt's Brot von den Tischen.
AngelnAngeln und Vogelstellen verderben manchen jungen (braven) Gesellen.
Man hat unter allen Arten der Jagd die mittels der Angelschnur als die des Menschen unwürdigste bezeichnet.
AngelnAngle, willst du Fische fangen.
Treibe dein Geschäft mit Eifer.
AngelnAuch das Angeln ist eine Kunst.
AngelnBeim Angeln muss man auf den Fisch warten.
AngelnDer angelt vergebens, der keinen Wurm am Haken hat.
AngelnEr angelt danach.
AngelnEr angelt mit allen fünf Fingern darnach.
AngelnGeangelt vierzehn Tag und einen Frosch gefangen.
Von undankbarer Arbeit, nutzloser Beschäftigung.
AngelnNur unverdrossen angle jeder, der Zufall ist der beste Köder.
AngelnWer allzeit angelt, dem nimmer mangelt.
AngelnWer allzeit angelt, der fahet zuweilen etwas.
AngelnWer angeln will, trübt das Wasser.
AngemachtesSint er pregelt Angemachts hat, hat sich ihm asons nischt getroffen.
Jüdisch-deutsch Brody
hdt] Seit er eingemachte Confituren zubereitet hat, hat sich ihm so etwas nicht getroffen.
info] Wird angewandt, wenn jemand im Gewinn Großes unerwartet erreicht.
AngenehmBesser angenehm sein, als den Angenehmen spielen.
es] Mas vale caer en gracia, que ser gracioso.
AngenehmEr ist so angenehm wie der Topf Elisas.
AngenehmEr ist so angenehm wie die törichten Jungfrauen mit den leeren Lampen.
AngenehmEr ist so angenehm wie ein Hund beim Kegelspiel.
nl] Hij is er zoo aangenaam als een hond in een Kegelspel.
AngenehmEs ist angenehm, die Füße unter eines andern Tisch zu strecken.
AngenehmEs ist doppelt angenehm, was in Nöten geschiht.
AngenehmEs ist so angenehm als ein freies Bett.
Altrömisch
Unter freiem Bett ist hier eheloses Leben zu verstehen.
AngenehmEs ist so angenehm wie Abtrittputzen.
AngenehmEs ist so angenehm wie das Kämmen der Stiefmutter.
cz] Príjem no, co macesino cesání.
AngenehmEs ist so angenehm wie ein Kaufmann dem Krämer.
AngenehmEs ist so angenehm wie eine Bratwurst dem Hunde.
AngenehmEs ist so angenehm wie Essig den Zähnen und Rauch den Augen.
AngenehmEs ist so angenehm wie Wildpret in eines armen Mannes Haus.
AngenehmMir ist das grade sehr angenehm, sagte der Hofnarr, und ging auf die linke Seite, als ein Hofmann zu ihm sagte, er könne es nicht leiden, dass ihm ein Narr zur rechten Hand gehe.
AngenehmSo angenehm als der Hund in der Küche.
AngenehmSo angenehm als der Rauch im Auge.
AngenehmSo angenehm als die Sau im Judenhaus.
AngenehmSo angenehm als ein Floh im Ohr.
AngenehmSo angenehm als ein Stein im Schuh.
AngenehmSo angenehm wie ein Aufpasser zwischen zweien Liebenden.
AngenehmWas angenehm dem Kragen (Gaumen), dient nicht stets dem Magen.
AngenehmWas angenehm dem Mund, ist nicht immer gesund.
la] Ciborum varietas una est morborum causa.
AngenehmWas dem einen angenehm, ist dem andern unbequem.
Die Alten sagten dagegen: Si tibi amicum, nec mihi inimicum.
AngenehmWas dir angenehm, ist mir nicht unangenehm.
Ausdruck der Höflichkeit, womit man sich dem Willen oder der Ansicht eines andern anschließt.
la] Si tibi amicum, nec mihi inimicum.
AngenehmWer Angenehmes haben will, muss Liebes schenken.
la] Donet amorosa, qui vult desiderosa.
se] Hwilkin koerth wil hawa han, skal liwffth late.
AngenehmWo das Angenehme, da sind die Augen, wo das Unbequeme (Weh), da sind die Hände.
AngenehmeresNichts angenehmeres ist doch auf der Erd, als eine schöne Dam' und ein schön Pferd.
Angeblich der Wahlspruch eines Fuggers des 16. Jahrhunderts. Ein Spruch, von dem Riehl sagt, dass er an gar manchem alten Augsburger Hause in heitern sinnlich-kecken Gruppen al fresco illustriert sei.
AngerEin Anger, der zu viel betreten wird, grünt nicht.
Auch in Bezug auf die Unfruchtbarkeit öffentlicher Dirnen und ausschweifender Frauen.
AngeranntBald angerannt, ist halb gewonnen.
AngeranntWohl angerannt, ist halb gefochten.
AngerufenEs ist besser angerufen, als angegriffen werden.
AngesäuseltEr ist angesäuselt.
Deutz
Kleiner Rausch.
AngeschossenEr ist angeschossen.
Von einem Betrunkenen.
Westf.: Hei is anschoeten.
AngeschriebenEr ist da gut (schlecht) angeschrieben.
var] Gut angeschrieben sein.
Nach Ebr., 12, 23
AngesehenAngesehen wie ein Spieß in den Augen.
AngesehenEs ist angesehen, allzeit drei Keller zu einem Koch.
AngesichtAm Angesichte sieht man's wohl.
fr] Au vis se découvre souvent le vice.
AngesichtAngesicht die Tat ausspricht.
la] Efficiunt tetrum teterrima crimina vultum.
AngesichtAngesicht falsch bericht't.
AngesichtAngesicht, falscher Wicht.
AngesichtBei dem Angesicht kent man den Mann.
AngesichtBeim Angesicht kennt man den Mohren, bei den Worten den Toren.
dk] Af Ansigtet kiendes manden.
la] Frons animi interpres.
nl] Aan het aangezigt kent men de lieden.
AngesichtBlöd Angesicht macht keine scharfen Witze.
AngesichtBlot angesicht, blote Witz.
AngesichtDas Angesicht abwenden.
Nach 1. Mos., 9, 23
AngesichtDas angesicht ausswendig zeigt, was ein man im hertzen treit.
la] Est facies testis, quales intrinsecus estis.
AngesichtDas angesicht entdecket den list, wie eim vmbs hertz ist.
AngesichtDas Angesicht entdeckt das innere Licht.
dk] Tankerne kunne ej sees, men dømmes af ansigtet.
fr] On ne peut pas voir les pensées, mais on en juge par le visage.
la] Frons animi janua.
AngesichtDas Angesicht ist der größte Verräter.
fr] De la face le teint, descouvre la crainte.
la] Animi imago vultus est, indices oculi. (Cicero)
AngesichtDas Angesicht ist ein falscher Wicht.
AngesichtDas Angesicht ist ein Verräter.
AngesichtDas Angesicht macht die Rechnung, die Gestalt zeuget.
AngesichtDas Angesicht verrät den Mann (die Tat).
fr] Face d'homme porte vertu.
fr] Le visage est le tableau de l'âme.
la] Efficiunt tetrum teterrima crimina vultum.
la] Frons domini plus prodest, quam occipitium.
la] Te prodet facies, turpia cum facies.
la] Ratio in facie.
AngesichtDas angesicht verrat die Tat.
AngesichtDas Angesicht weiset's aus.
la] Ex fronte perspicere.
la] Vultus hominum fingit scelus. (Terenz)
AngesichtDein angesicht verrät dich.
AngesichtDein angesicht weiset es auss.
AngesichtDer Herr lasse sein Angesicht leichten über dir!
4. Mos. 6, 25
AngesichtDess angesicht vngeschaffen ist, hat böse sitten zu aller frist.
la] Distortum vultum, sequitur distortio morum.
AngesichtEin freundlich angesicht decket alles.
Luther
AngesichtEin schön Angesicht bit für dich.
AngesichtEin schön Angesicht ist ein stilles Lob.
dk] Smuk Ansigt faaer Lof nok, dog man selv tier stille.
la] Formosa facies muta commendatio.
AngesichtEin schön Angesicht und ein schornsteinen Gesäß.
nl] Die haar aangezigt blanket, peinst op haaren aars.
AngesichtEin schön angesicht verkaufft wohl einen grindigen Arsch.
AngesichtEin schön Angesicht verkauft oft ein räudiges Gesäß (auch: Schornsteingesäß).
mhd] Ein schôn angesicht vorkoft wohl einen schorfden êrs. (Pulchra sub facie latitant sacer ignis et ulcus.)
nl] Een aangezigt is een doolhof, zei de vrijer, als er iemand komt, die er zin in heeft.
nl] Een schoon aangezigt verkoopt wel een' schurftigen aars.
la] Forma decens foedos vendit prurigine clunes.
la] Saepe nates scabras facies commendat honesta.
AngesichtEr darf mir nicht ins Angesicht schauen.
AngesichtEr hat ein angsicht, wie ein gesottener rindssmagen.
AngesichtEr hat ein hölzern Angesicht.
AngesichtFreundlich Angesicht ist halb Zugemüse.
AngesichtHesslich Angesicht, hesslich sitten.
AngesichtIm Angesicht heißt's: Gehorsamer Diener, Herr Bruder, hinterm Rücken: Du Bösewicht, Schelm und Luder.
it] Tal ti fa il bellino, che ti mangerebbe il cuore.
AngesichtMan kann's einem am Angesicht ansehen, wie jhm zu Mute sey.
AngesichtMan sieht's einem an dem Angesicht an, was er im Hertzen trägt.
AngesichtMan sihet es dir wohl am angesicht an.
AngesichtSchön Angesicht verbirgt (verdeckt) oft ein hässliches Herz.
it] Bella in vista spesso dentro è trista.
AngesichtSein Angesicht verhüllen.
Nach 2. Mos. 3, 6
AngesichtUngeschliffenes Angesicht, ungeschliffene Sitten.
Sie hat üngeschaffen Angesicht.
dk] Grumme Ansigt, grumme Lader.
fr] Visage farouche, moeurs cruelles.
AngesichtWenn sein Angesicht am Himmel stände, die Bauern würden zu Wetter läuten.
nl] Stond dat aangezigt aan den hemel, men vond geene sterrekijkers meer.
AngesichtWenn sein Angesicht an der Küchenthür stände, so ginge kein Hund hinein.
nl] Bij de leelijke zal haar aangezigt haren aars wel beschermen.
nl] Stond haar aangezigt aan eene keukendeur, daar kwam nooit hond in.
la] Similes videntur captivis ex Pylo.
AngestochenAngestochen kommen.
AngewöhnenDas Angewöhnte ist ärger als das Angeborene.
masur] Gorszy nalog niz przyrodzenie.
AngewöhnenWe kann einem eher wat angewienen äs awgewienen.
Westfalen
AngewohnheitAngewohnheit wird zur zweiten Natur.
nl] Aanwenst wordt eene tweede natuur. (I, 3.)
AngezogenEr ist angezogen wie ein Truthahn.
Troppau
AngießenDer angießt, muss endlich das Bad aussgießen.
AngießenEinen bei jemand angießen (verleumden).
AngießerDer Angießer muss endlich das Bad austragen.
AnglerEin Angler muss recht wissen, wenn er ziehen soll.
AnglerEin schlafender Angler fängt keine Fische.
nl] Zoo de hengelaar slaapt, zal hij het vischje niet verrassen.
AnglerMancher Angler geht nach Fischen aus und kommt leer nach Haus.
AnglerWenn der Angler zieht zu früh, so fängt er nie.
AngleseyDie Insel Anglesey ist die Säugamme von Wales (mater walliae).
So wurde sie wegen ihrer großen Fruchtbarkeit genannt.
AnglotzenAr glotzt'n oa (gafft, stiert an) wî's Kalb a neu's Tor.
Wie man sagt: Einen anglotzen, sagt man auch: Einen anglaffen, anglarren, anglupen. (74-77.)
AnglotzenEr glotzte mich an wie ein gestochen Kalb.
AngreifenAngreifen kann jeder, aber der Mutige erwartet's.
AngreifenAngreifen kann jeder, aber der Mutige erwartet's.
AngreifenAuch billich, strafft man disen Man,
Der ein greifft hinderwertig an.
Johannes Fischart (1546-1590), Flöh Hatz, Weiber Tratz (1577), Die Nütwendige und Böständige Verantwortung der Weiber
AngreifenDapper angriepen is halw efochten (gefochten).
Westfalen
AngreifenDas kann man nicht angreifen ohne eiserne Handschuhe.
Von einer kitzeligen Sache, die mit Behutsamkeit und Überlegung behandelt sein will, sagt der Franzose: Cela ne se prend pas sans mitaine.
AngreifenDen angreifen, der auf seiner Hut, ist selten gut.
fr] Il ne fait pas bon d'attaque celui qui est sur ses gardes.
AngreifenEinen greif an, zwei erwarte, dreien such' auszuweichen, vor vieren schäme dich nicht zu entfliehen.
Ruthen
AngreifenEr greift es nicht mit groben Krallen, sondern mit verblümten Worten an.
AngreifenEr greift's an, wie Perseus die Gorgo.
Sehr energisch und erfolgreich. Perseus hieb der versteinernden Meduse den Kopf ab. Probatum est.
la] Gorgonem Perseus aggreditur. (Diog.)
AngreifenEr hat ihn unerwartet angegriffen.
AngreifenEr hat mich angegriffen, wo es mir wehe tut.
Den alten Schmerz erneuert.
la] Ulcus mihi tetigit.
AngreifenGreif frisch an, es ist nicht deine Mutter.
nl] Tast vrijaan het is moe moeder niet.
AngreifenGreif's an, so ist's halb getan.
fr] Il faut se décider et mettre la main à l'oeuvre.
AngreifenGreiffs nit an, es ist ein scorpio.
AngreifenGut angegriffen ist halb gefochten.
AngreifenGut angegriffen, gut verteidigt.
Wo keiner dem andern etwas schuldig bleibt.
fr] Bien attaqué, bien défendu.
AngreifenMan muss angreifen, wo es nicht brennt.
nl] Sla aan de hand, daar 't niet en brand.
AngreifenMan muss da angreifen, wo man's fassen und halten kann.
AngreifenSelbst angreifen tut's, befehlen tut's nicht.
AngreifenTapfer angreifen, ist halb gesiegt.
la] Audentes fortuna juvat timidosque repellit.
AngreifenWas er angreift, geht von statten.
la] Jovis taxilli semper feliciter cadunt.
AngreifenWenn er mich angreift, so soll er sehen, an welchem Holze ich mich wärme.
Erfahren, mit wem er es zu tun hat.
AngreifenWer mich angreift, den greif' ich wieder.
fr] A tout venant, beau jeu.
AngreifenWer selber angreift, hat's in Händen.
la] Quae tua sunt cerne, pigris committere sperne.
AngreifenWer vngestüm angriffen wird, der ist halb vberwunden.
AngreifenWer's links angreift, dem geht's links.
AngreifenWiér sälwest ugréift, huot et än Häinjden.
AngriffDie beste Verteidigung ist der Angriff.
AngriffGuter Angriff ist halbe Arbeit.
Wendische Lausitz
AngriffLäßt sich nicht vermeiden der Strauß,
So lasse kühn das Schwert in Hefte!
Im Angriff wachsen dir die Kräfte,
Dem feigen Zaudrer gehn sie aus.
Emanuel Geibel (1815-1884), Gedichte und Gedenkblätter (1864), Spruch Nr. 31
AngriffMut'ger Angriff macht den Sieger.
la] Victor feroces impetus primus habet. (Sen.)
AngriffVor dem Angriff denk' ans Ende.
it] Chi da savio operar vuole pensi al fine.
AngriffWie der Angriff, so der Ausgriff.
nl] Zoete aanval maakt zoet antwoord.
AngstA hot Angst wî a ruthköppig Farkel.
AngstAn aufsteigenden Ängsten leiden.
AngstAngst lehrt recht beten.
Luther
AngstAngst macht auch den Alten laufen.
AngstAngst und bange werden.
Nach Jer. 50, 43
AngstAngst und Not macht ein alt Weib traben.
nl] Die angst heeft van de bladeren, die jage niet in het bosch.
la] Adversus necessitatem ne dii quidem resistunt.
AngstAngst und Not
Währt bis in' Tod.
Spruch auf einer Münze (1552)
AngstAngst und Schrecken bringt den Lahmen auf die Beine.
AngstAngst vnd not macht auch den lahmen (oder alten) lauffen.
mhd] Anxt unde vruchte maken den olden man lopen. (Grandaevus tremula fugit anxietate metuque.)
la] Si timor in mente, currit vetus ipse repente.
AngstAngst, Elend, Kreuz und Not ist der Christen täglich Brot.
AngstAr hout Angst an Housen.
Er hat Angst in den Hosen.
AngstAuf Angst und Schweiß folgt Ruh' und Preis.
AngstDe Angst günn ick keinem Hund.
Pommern
AngstDer hat mehr Angst als Wehtag'.
AngstDer stets in ängsten leben muss, der weiß von keinem leben zu sagen.
AngstDie Angst des Sabaku (Reiherart) ist schuld, dass er nicht fett wird.
Surinam
Ein blöder Hund wird selten fett; der Feige bringt es zu nichts.
AngstDie Angst guckt em aus det Auge(n) aus.
Ulm
AngstDo set de Ängs dren.
AngstEck was so in der Angst, dat eck hedde mügen in 'n Muselock krupen.
Lippe
AngstEin Schiffbrüchiger hat Angst auch vor ruhiger See.
la] Tranquillas etiam naufragus horret aquas.
Ovid (Publ. Ovidius Naso) (43 v. Chr.-17 n. Chr.), Briefe an den Pontus, Buch 2, 7, 8
AngstEr hat Angst wie d' Katz im Sack.
Nürtingen
AngstEr hat Angst wie d' Katz, wenn's donnert.
Nürtingen
AngstEr hat Angst wie Schaass in der Laterne.
Rottenburg
AngstEr hat davor so viel Angst wie der Pracher vor dem Achtehalber.
Ostpreußen
Ein ehemaliges Zwölftel-Taler- oder Zweigroschenstück.
AngstEr hat davor so viel Angst wie die Gans vor einer Hafergarbe.
AngstEr hat davor so viel Angst wie ein Mädchen vor dem Brautbette.
AngstEr kriegt's mit der Angst.
AngstEr weiß sich vor Angst im Hintern keinen Rat.
AngstEs ist kein größer Angst, den Seeangst vnd Weiberangst in kindesnöten.
AngstEs soll dir angst sein, wie einem Kreuzherrn nach Geld.
Preußen
Dies Sprichwort soll in Preußen damals entstanden sein, als die unersättliche Begierde der Kreuzherren nach dem Gelde der Preußen das Land gänzlich erschöpft hatte, sodass endlich niemand mehr etwas geben konnte. Dieser allgemeine Geldmangel habe die Kreuzherren in Angst gesetzt und fast zur Verzweiflung gebracht, sodass sie zuletzt auch zu den unerlaubtesten Mitteln gegriffen, um Geld zusammenzubringen, weshalb man nachher jeden, von dem man glaubte, er befinde sich in gleicher Verlegenheit, mit ihnen verglichen hat.
AngstHôt a doch Angst wî a rûthêtig Farkel.
AngstHôt a doch Angst, war wêss wî sîr.
AngstIn Angst und Not schreit man zu Gott.
AngstIn Angst und Schrecken trabt (auch) ein Alter mit Säcken (schwerbeladen).
fläm] Angst en vrees doet den ouden loopen.
AngstIn Angst vnd schmertz ein frölich Herz zu aller frist die beste Arztney ist.
AngstIn der Angst frisst der Teufel Fliegen.
Hirschberg
AngstIn tausend Ängsten sein.
la] Inter sacrum et saxum stare.
nl] Hij sterft van angst.
nl] Hij weet van angst niet, in welk gat hij het gieten zal.
AngstMeine Angst und keinen Leibrock.
Stettin
AngstUnd die Angst beflügelt den eilenden Fuß.
Friedrich von Schiller (1759-1805), Gedichte, Die Bürgschaft (ged. 27.-30. Aug. 1798)
AngstViel Angst ist keiner Katze gesund.
AngstVor Angst auf die Wand rennen.
AngstWem's Angst macht, den geht's an.
AngstWenn die Angst am größten, ist Gottes Hilfe am nächsten.
fläm] Als de angst meest is, zo is Gods hulp aldernaast.
AngstWer Angst hat, ist leicht zu jagen.
Rastenburg
AngstWer nich Angst heft, dem dône se ôk nuscht (auch: dem tun die Leute, die Hunde nichts).
AngsterWer zu eilig in Angster gießt, der schüttet mehr daneben als darein.
Angster oder Engster heißt an manchen Orten eine hohe gläserne Flasche mit engem Halse, in die es sich schwer eingießt.
ÄngstigenAngst't euch bei leibe nicht, der Magen kimmt.
Breslau
Wenn sich jemand ohne Ursache Sorge macht.
ÄngstigenIch wâr mich wul nich zu tude ängsten.
Schlesien
ÄngstigenWer sich ängstigt ist kein Christ.
Angstköätel'Zund hät 'r twelf Angsköätel in 'n Oars; einen is schon haw rut, elwe sin' no' drin.
AngstläuseDie Angstläuse beißen ihn, der Feind ist nicht weit.
ÄngstlichMan nich ängstlich, seggt dei Hahn tum Regenworm, da frett hei en up.
Mecklenburg
In Ostpreußen fügt man hinzu: »Bange machen gilt nicht, sprach der Regenwurm, und kam hinten wieder heraus.«
ÄngstlichNit so ängestlik, hadde de Hâne saght, déu hadde opper Henne siäten.
Iserlohn
AngstmeierEr ist ein Angstmeyer.
»An der heutigen Börse waren Leute bemüht, auszustreuen, dass die Nachricht von der Abdication des Kaisers von Russland der Vorbote eines Bruches zwischen Österreich und Russland sei, und es fanden sich, wie immer, Angstmeyer genug, die auf diesen Köder anbissen.« (Bohemia, 1876)
AngstmützeEs ist eine Angstmütze.
Angstprodukt Die Mehrheit dieses Reichstages ist ein Angstprodukt der Wähler.
Eugen Richter () im Deutschen Reichstage (9. März 1887)
AngströhreMit der Angströhre kommen, die Angströhre aufsetzen.
Scherzhafte Bezeichnung für den schwarzen Zylinderhut. Bei Mareta, Proben eines Wörterbuchs der österreichischen Volkssprache, findet sich folgende Stelle, die zur Erklärung des Ausdrucks dienen soll: »Weiß der Schwager, wie die alten Hüte heißen? Die Angströhre, weil die Kalabreser in Angst weggeworfen und dafür die verachteten Zylinder hervorgesucht wurden.«
AngstschweißDer Angstschweiß rinnt ihm bis zur Ferse.
la] Ad imos talos mihi manet sudor.
AnguckenDer guckt alles durch e trüb Glas an.
Jüdisch-deutsch
Von einem, der alles in trüber Farbe sieht.
AnguckenEinen angucken, wie die Gans den Hafer.
AnguckenEr guckt einen an, wie wenn er einen erstechen wollte.
AnguckenEr guckt's an, wie die Katz ein neues Scheuertor.
Rottenburg
AnhabBöser Anhab bringt zuletzt an Bettelstab.
AnhabenEr hat alles an, was er hinter und vor Gott hat.
AnhabenEr hat an, was er hat.
AnhakenEr hakt an, wie Dreck am Rad.
Der Aufdringliche.
AnhällerWann de Anhäller nicks kritt, de Afhäller kritt gar nicks.
Grafschaft Mark
AnhaltDat wôr man 'n lütjen Anholt, sä de Bâr (Bär), da füll he den Barg hindâl, un hôl sick an 'n Strohhalm.
AnhaltenAngehalten erlaufft den Hasen.
AnhaltenAnhalten nutzt und zwingt, was trutzt.
Brünn
AnhaltenAnhollen winnt.
hdt] Anhalten gewinnt.
Münster
AnhaltenAnholn deit krign.
Oldenburg
AnhaltenAnholn geit vör't krign.
Oldenburg
AnhaltenDai häld ân as en Krüepel (Krüppel) am Wéäge.
Iserlohn
AnhaltenEr hält an, wie das Kananäische Weib.
Meiningen
AnhaltenHalt an, so bekommst (überholst) du einen Mann.
AnhaltenMit Müssen und Anhalten bringt man's zu End'.
AnhaltenWer nicht anhält im Studieren, wird die Gelehrtenbank nicht zieren.
AnhaltenWer sich gut anhält, fällt nicht leicht.
it] A ben s'appiglia, chi ben si consiglia.
AnhaltschEr ist anhaltsch.
Um zu sagen: er hält an sich, ist genau in seinen Ausgaben, zum Geiz geneigt. Wortspiel daher, weil bei Insterburg fürstlich Anhalt-Dessauische Güter liegen.
AnhangJe größer der Anhang ist, je eher bricht der Baum.
AnhängebänkchenEs gibt überall ein Anhängebänkchen.
la] Trabs in omnibus.
AnhängenEr hängt einem gern etwas an.
AnhängenEr hängt sich an wie eine Klette.
fr] Remora se tenir au nauire estre empêche de besogner.
la] Ostrei in morem haeret. (Aristoph.)
la] Ut canis, a corio nunquam absterrebitur uncto.
la] Remoram nauigio adhaerere.
AnhängenEr hängt sich an wie eine Muschel (Auster).
Aristophanes sagte es von einem alten Weibe, die von einem Jünglinge gar nicht weggebracht werden konnte.
la] Ostrei in morem haeret.
AnhängenEr hängt sich an wie Kot ans Rad.
Jüdisch-deutsch in Warschau: Er klebt sich zü, wie dus Hemd züm Tuches (Hintern). - Der Zudringliche.
nl] Het hangt aan als slijk aan het rod.
Wie Dreck ans Wagenrad.
AnhängenEr muss Allen etwas anhängen.
AnhängischAnhängischer als eine Schaflaus.
Von einem Menschen, dessen Zudringlichkeit man sich nicht erwehren kann.
AnhauchenEinen anhauchen.
Ihn anführen, betrügen.
AnhauenEr hat angehaut.
Königsberg
Um die Hand der Tochter angehalten.
AnhauenIch hau dich an, dass du kleben bleibst, wie ein Frosch.
Nordböhmen
AnhebenAnheben und Ringen ist ob allen Dingen.
AnhebenAnheben, fortfahren und hinausführen, gehören zusammen.
AnhebenEs liegt nicht alles am Anheben, sondern am Hinausführen.
AnhebenEs ligt nicht am anheben, sondern am hinaussführen.
AnhebenKein anheben ich nicht schende, hat das anderst ein gut ende.
la] Principium lauda, quod consequitur bona cauda.
AnhebensEs muss Anhebens sein eines Dinges.
AnhörenDas Anhören der Musik ist ein stechender Schmerz.
Spott auf Geizhälse, denen man Verachtung der Musik und des Gesanges damit vorrückt.
AnhörenHöre alles an, aber prüfe als kluger Mann.
AnigIch kann ihn nicht anig werden.
Gumbinnen
Nicht los werden.
AnimusIck hatte jgleich so'nen Animus.
hdt] Ich ahnte es gleich
Berlin
AnisAnes, Fanes (= Fenchel), Koriander ist der vin' als wi der ander.
Ulm
AnisAnîske löfft 't, Kämelke dröfft.
Alt-Pillau
Ein Schnäpschen Anis lüftet, macht Luft, erleichtert das Atmen, Kümmel treibt Blähungen ab. In Wehlau sagt man umgekehrt: Kämelke loff't u.s.w.
AnisMussi Aneis mit der Kimbarökken.
Österreich
Es ist Monsieur Anis mit der Kümmelperrüke. Eine Spottrede, besonders beliebt bei wiener Gassenjungen.
AnisVon Anis anfangen.
Wortspiel. Die Arbeit von vorn beginnen, von neuem anfangen.
AnkalkenIch werd's ihm ankalken.
In der Bedeutung von anstreichen.
AnkantEr hat keinen Ankant.
Keinen Anhang, keine Zuneigung. »De Diewel heft keinen Ankant an mi.«
AnkeEs ist nid alles Anke.
Luzern
Butter, vorzüglich frische Butter.
AnkemoerAnkemoer's Hoike heft up Grootvaers Kiste legen.
Osnabrück
Die Verwandtschaft ist sehr weitläufig, denn der Großmutter Kleider haben auf Großvaters Kiste gelegen.
AnkenAncken hilfft nicht dem Krancken.
AnkenAnken und knurren ist halbes Bören.
Göttingen
Anken: achzen, stöhnen.
AnkenmilchAnkemilch usem Chübel vertreibt alle Übel.
Luzern
Die Milch, welche übrig bleibt, wenn die Butter aus der Nidel (dem Milchrahm) geschieden wird, Buttermilch (s.d.), in Bündten Schlagmilch.
AnkenmilchIst d' Ankemilch älter as e Stund, so ist si dem Mensche nüme g'sund.
Luzern
AnkerAlle Anker lichten.
Bei einer schweren Fahrt das Äußerste versuchen.
la] Omnem rudentem movere. (Jul. Col.)
AnkerAn zwei Ankern steht ein Schiff fester als an einem.
en] Good riding at two anchors, men have told, for if one break the other may hold.
hu] Két istáphoz jó támaszkodni.
la] Ancoris duabus niti bonum est.
AnkerAnker werfen (an-, aus-, einwerfen).
fr] Ietter l'ancre.
la] Iactare anchoram.
AnkerAuf seinem Anker ans Land kommen.
Holländische Bezeichnung einer wunderbaren Errettung.
AnkerAuf zwei Ankern ruht sich's sicher.
la] Bonum est duabus niti ancoris.
nl] Het is goed, twee ankers tot zijn schip te hebben.
AnkerBesser den Anker verlieren, als das ganze Schiff.
nl] Beter nog een anker kwijt dan het geheele schip.
AnkerDat leste Anker hollt fast as Pick un as Teer.
AnkerDat leste Anker holt fest, as Pick un as Teer.
Von Leuten, die trotz aller Enttäuschungen die Hoffnung nicht verlieren.
AnkerDen Anker achterm Herd hebben.
Schon etwas vor sich gebracht, seine Schäflein im Trockenen haben.
AnkerDen heiligen Anker lichten.
Das letzte Rettungsmittel ergreifen. Der größte Anker - Not-, Pflicht-, auch, wegen der Aufbewahrung im untersten Schiffsraum, Raumanker genannt - hieß bei den Alten der heilige Anker. Da er der größte Anker ist, so nimmt man nur in Not zu ihm seine Zuflucht.
la] Sacram ancoram solvere. (Lucian.)
la] Sacer manipulus.
AnkerDer Anker hält das Schiff, Gerechtigkeit ein Reich im Grunde fest.
la] Ut anchora navem, ita stabilit regnum aequita.
AnkerDer Anker hält nicht, er sackt ab.
Wird von einem Schmarotzer gesagt, der abgewiesen wird, oder von jemandem, der sich bei einem anderen, oder irgendwo vergeblich einzudrängen strebt, oder dessen Sache, zu der er eben den Grund legen wollte, nicht wohl abläuft.
AnkerDer Anker ist durchgegangen.
Wenn er keinen Grund hatte, und so das Schiff ins Treiben kam. Von jemandem, der seinen Mut oder die Grundlage seines sichern Bestehens verloren hat.
AnkerDer Anker ist ihm gebrochen.
Von denen, die etwas unternehmen, aber infolge von eigenem Ungeschick oder Missgeschick nicht ausführen können.
la] Rupta ancora.
AnkerDer beste Anker ist das Haus (die Stube).
Anker bezeichnet bei den Alten Zufluchtsort, alles, worauf man baut und sich stützt.
la] Ancora domus. (Terenz)
AnkerDie alten Anker sind die besten.
AnkerDie Anker lichten.
Sich zur Abreise anschicken. Die Taue, womit das Schiff an das Ufer befestigt ist, lösen.
la] Ancoras tollere.
AnkerDurch zwei Anker geschützt sein.
AnkerEin Anker in der Not ist so gut wie Brot.
la] Rector ouat pro re, queat anchora quando tenere.
se] Thz aer godher hungnadh at hawa got haldh.
AnkerEin silberner Anker findet leicht einen goldenen Grund.
Odessa
AnkerEr hat Anker geworfen.
D. h. Er sitzt fest und sicher.
fr] Il s'est ancré dans sa profession.
AnkerEr hat den Anker hinter die Katze gesetzt.
Die Katze liegt gewöhnlich am Herde: daher soviel als: Er hat sich zur Ruhe begeben. Der Holländer Volgens Winschoten sagt: »Er hat den Anker hinter den Pfahl auf dem Kai, woran die Schiffstaue befestigt werden, gesetzt, welche Pfähle den Namen ?Katzen? führen sollen.« Kat wurde ehemals für Stock und Pfahl genommen.
AnkerEr hat den letzten Anker ausgeworfen.
Wenn bei einem Schiff das letzte Rettungsmittel angewandt worden ist. Auf eine Person angewandt: Es geht zu Ende.
AnkerEr hat klares Anker.
Von einem Anker, mit dem gewissermaßen ins Klare gekommen ist, das, wo es ausgeworfen wird, im Ankergrunde haftet. Von jemandem, der in irgendeiner Sache Gewissheit erlangt, festen Grund gewonnen hat.
AnkerEr ist wie ein Anker, der stets im Wasser ist und nie schwimmen lernt.
Diese sprichwörtliche Redensart ist alt und kommt schon in folgender Schrift vor: »Seer schone Spreekwoorden in Franchoys ende Duytsch, gheprent t' Antwerpen bij Hans de Let 1549.« - Wenn jemand bei der besten Gelegenheit nicht vorwärts kommt.
it] E come l' ancora, che sta sempre nel mare e non impara mai nuotare.
AnkerEr lässt sein Anker fallen.
Macht halt.
AnkerEr liegt vor Anker.
Wird hin- und hergeworfen, ohne weiter zu kommen. Auch in dem Sinne: Ist ohne Anstellung, ohne Beschäftigung.
AnkerEr muss sein Anker kappen.
Eigentlich das Ankertau. Von dem, der schnell fliehen muss.
AnkerHe liggt vôr 't leste Anker.
Er ist hoffnungslos krank.
AnkerHe liggt vört besste Anker.
AnkerKein Anker so stolz, als der das erste mal im Meer gelegen hat.
AnkerMit goldenem Anker kann man in jeder Bucht anlegen.
AnkerMit zwei Ankern im Hafen sitzen.
Von denen, die ruhig und sicher leben und das Ihre geborgen haben. Ein Anker am Vorder- und einen am Hinterteile des Schiffs ausgelassen haben.
AnkerOhne Anker verlässt kein Schiffer den Hafen.
fr] Bon est s'asseurer dedans l'enchre.
AnkerSein letztes Anker ist gebrochen.
AnkerSeinen Anker (irgend) niederlassen.
Sich an einem günstigen Orte festsetzen.
AnkerSich auf keinen gewöhnlichen Anker stützen.
Neue und ungewöhnliche Hilfsmittel besitzen.
la] Non vulgari ancora nititur.
AnkerSich auf zwei Anker stützen (verlassen).
la] Duabus ancoris fultus. (Arist.)
AnkerSich vor Anker legen.
AnkerVor Anker gehen.
In der Matrosensprache an den Schenktisch einer Kneipe.
AnkerVor Anker liegen.
AnkerZwei Anker sind gut in der Not.
dk] Det er godt at have to ankre.
fr] Deux ancres sont bons au navire.
fr] Il est bon d'avoir deux ancres.
AnkerbenWenn man lange genug angekerbt hat, muss man endlich abrechnen.
AnkergrundEin guter Ankergrund ist der beste Grund.
dk] Det er godt at have gode Ankerhold.
fr] Il est bon d'avoir un bon ancrage.
nl] Alle grond is geen ankergrond.
AnkernWer ankern will, muss auch Grund finden können.
AnkertauDas Ankertau durchhauen.
Eine Verbindung abbrechen.
AnkertauEr muss sein Ankertau kappen.
Muss sich schnell aus dem Staube machen.
AnkîkenDen kickt ennen an, as wenn he ennen gefreten het on well an den andern begennen.
Meurs
AnkîkenDu kikst mi so schêf an, as de Hesta (Elster) et krank Ferken.
AnkîkenKick mich an und rühr' mich nisch an.
Jüdisch-deutsch Brody
Wird auf einen eitlen Menschen angewandt.
AnkîkenKîk Mamsell Stinkfitzen an.
Wird gebraucht, um kleine naseweise Mädchen zur Ruhe zu verweisen.
AnkîkenWat kickst mir an? Ick hab mien Mann, wörscht ähr gekame, hät öck die gename.
Litauen
Ankiruumi'S chunt alles i d'r Ankiruumi wid'r.
Bern
Der Niederschlag, Bodensatz beim Schmelzen der Butter. Es geht nichts verloren; wenn Butter eingeht, gewinnt man an der Sparre.
AnklageAnklag ist eine halbe red, man muss die Teil verhören bed.
AnklageDie Anklage hören viele, aber die Verteidigung (Rechtfertigung) nur wenige.
AnklageJede Anklage fordert Beweis.
fr] L'accusation doit donner ses preuves, ou être nonavenue.
AnklageMan muss eine Anklage erst prüfen, eh' man urteilt.
dk] Naar öret hörer klagenaal, saa lad hiertet meene, det kand vel vaere anderledes.
AnklageOhne Anklage kann man niemand verurteilen.
AnklageWer sich vor der anklag entschuldigt, der ist nicht vnschuldig.
AnklagenAnklagen ist mein Amt und meine Sendung.
Friedrich von Schiller (1759-1805), Die Piccolomini (1799), II, 7 (Questenberg)
AnklagenAnklagen mit Recht ist besser denn argwöhnen mit Unrecht.
AnklagenEin Tor, der klaget
Stets andre an.
Sich selbst anklaget
Ein halb schon weiser Mann.
Nicht sich, nicht andre klaget
Der Weise an.
Johann Gottfried Herder (1744-1803), Sämtliche Werke (1805-1820). Gedichte, Bilder und Sprüche Nr. 23, Anklagen
AnklagenEinen anklagen auf Haut und Haar.
AnklagenEinen anklagen zu Hals und Bauch.
AnklagenErst anklagen, dann richten.
nl] Zonder anklagt mag men niemand veroordelen.
AnklagenEt mot mî wat angeklagt sîn.
Der Abergläubische will damit sagen, dass ihm irgend ein Leiden zauberisch übertragen sei.
AnklagenNiemand klagt sich selber an.
cz] Nikdo na sebe nepeví.
pl] Zaden na sie niepowié.
AnklagenWen die Argiver anklagen, der wird schwer loskommen.
Von Beschuldigungssüchtigen und Angebern. Man machte es im Altertum den Einwohnern von Argos zum Vorwurf, dass sie äußerst streitsüchtig seien.
AnklagenWer sich selber anklagt, hat kein Recht zu hoffen.
la] Qui in genere dicta in se recipit, accusator sui est. (Hieron.)
AnklammernSo klammert sich der Schiffer endlich doch
Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Torquato Tasso (1789), V, 5 (Tasso)
AnklebenEr klebt an, wie Kot am rat.
»Spricht man auff deutsch von denen, die sich in alle sachen mengen, wöllen die förnemsten vnd besten sein, vnd können doch nichts tun, denn das sie nur andere hindern.« (Luthers Werke Jena 1581.)
AnklebenEr lässt sich gern etwas ankleben.
AnklopfenEr klopft an allen Türen an.
Ist nicht wählerisch in der Auswahl der Personen, die er für seinen Zweck angeht; auch wohl von untreuen Ehemännern.
AnklopfenEr klopft an wie ein Executor.
nl] Hij klopt, als een collecteursknecht, de botterijn geld t' huis hengt.
AnklopfenEr klopft nicht an der rechten Tür an.
Wendet sich nicht an die rechte Person, oder verfehlt, sich ihr von der vorteilhaftesten und zugänglichsten Seite zu nahen.
AnklopfenEs ist vergebens angeklopft, wo Taubheit zu Hause ist.
AnklopfenKlopf an, so wird dir aufgetan.
AnklopfenMan klopft immer zu früh an, wenn man Geld einfordert.
AnklopfenMan muss besser anklopfen.
AnklopfenWer bei andern anklopft, bei dem klopft man wieder an.
Osmanisch: Klopfst du an fremdem Orte, klopft man an deine Pforte.
AnklopfenWer nicht anklopft, dem wird nicht aufgetan.
cz] Kdo tluce, tomu se otevre.
hr] Koi kuce, njemu se odpre.
AnklopfenWer stark anklopft, ist vertrauter Mann (auch: ist Kumpan oder - Grobian).
AnklopfenWie einer anklopft, so ruft man ihn herein.
it] Tal proposta, tal risposta.
it] Tal sonata, tal ballata.
AnklopferWenn ein Anklopfer niederfällt, steht ein Bettler auf.
Bezieht sich auf eine im Absterben begriffene schwäbische Bettelsitte des Anklopfens im Advent.
AnködernEinen anködern.
Das Bild ist von den Fischern entlehnt, die Fleisch an den Angelhaken stecken.
la] Inescare homines. (Terenz)
AnkommenA wird ankummen, wie der Dunner a die Töppe.
AnkommenAnkommen ess erst dat Besste (o. ankommen es auch dat Abkommen).
Lippe
D. h. Eine Arbeit anfangen.
AnkommenAnkommen wie der Fuchs unter den Hühnern.
fr] Il a été reçu comme un chien dans un jeu de quilles.
AnkommenAnkommen wie die Eule unter den Krähen.
AnkommenAnkommen wie die Katze unter den Mäusen.
AnkommenAnkommen wie die Sau in der Judengasse (o. im Judenhause).
Sehr übel.
De kummt an as d' Mutt (Sau) in't Judenhûs.
Rastede
Dai es ânkuemen (angelaufen) as de Suege im Jéudenhéuse.
Iserlohn
Kom on, wie der Dunner in de Töppe.
AnkommenAs ikr kamm an, so kamm ikr wedder van.
AnkommenAuf uns kommt es an, ob wir so oder so sein wollen.
AnkommenDarauf kommt's an.
la] In eo cardo rei vertitur.
la] In hoc cardo negotii vertitur.
AnkommenDat kömmt langsam an, wie den Os de Melk.
Meurs
AnkommenDat kümmt âm an, as 'n Bûr dat Aod'rlaoten.
Altmark
AnkommenDat kummt up 'n Rakedeves an.
Ostfriesland
D. h. Geratewohl, Versuch. - Etwas zu nehmen, wo man es findet.
AnkommenDat kumt em an mit Hitte (Hitze) un mit Kulde (Kälte).
AnkommenEr ist angekommen wie Matz zur Hochzeit.
fr] Il est arrivé comme tambourin à noces.
AnkommenEr ist besser angekommen.
Freundlichere Behandlung, günstigere Stellung, vorteilhafterer Einkauf.
AnkommenEr ist gut (o. schön) angekommen.
Oft ironisch für sehr schlecht.
AnkommenEr kommt an, wie das nasse Wetter.
AnkommenEr kommt an, wie der Hund von Labiau.
Ostpreußen
Langsam, watschelnd.
AnkommenEr wird schön ankommen.
la] Pro thesauro carbones.
AnkommenEs kommt an wie Schäfers Brei.
Für den Hirten wird täglich bis zu seiner Nachhausekunft ein Topf mit Essen aufbewahrt.
AnkommenEs kommt darauf an, wie man den Brief liest.
AnkommenEs kommt ihm so schwer an, wie dem Bocke das Lammen.
Schles. Provinzial-Blätter 1862
AnkommenEs kommt ihn an wie das Laufen ins Grimmental.
Von einer Anwandelung, der man nicht widerstehen kann, wie das Wallfahrten zum Gnadenbilde im Grimmenthale (Grafschaft Henneberg). Die Redensart kam im Jahre 1503 auf, in welchem Jahre die Wallfahrten zum Gnadenbilde ins Grimmental so häufig waren, besonders wegen der damals herrschenden Franzosenkrankheit, dass zu Pfingsten auf einmal dreihundert Mohren durch Schlesien dahin gekommen sind. Von einer unüberlegten törichten Reise.
AnkommenEs kommt nicht darauf an, wie vielen, sondern was für Leuten man gefällt.
la] Non quam multis placeas, sed quibus, stude.
AnkommenEs kommt viel drauf an, durch welches Glas man die Welt ansieht.
AnkommenEt kömmt em an, wie dem Bûren dat Frîen.
Danziger Nehrung
AnkommenEt kummt een an, as dem Buuern das Aderlaten.
Sagt der Holsteiner, wenn jemand plötzlich worauf verfällt. Diese Redensart ist auch in anderen Gegenden Deutschlands, z. B. in Preußen üblich und kommt von der namentlich im 18. Jahrhundert herrschenden Gewohnheit der Landleute, sich oft, und in der Tat nur, wenn es ihnen einfiel, ohne weiteren Anlass zur Ader zu lassen.
AnkommenEt kummt em up'n Hand vull Noten nich an.
AnkommenHe is der ankamen, as Amke an de Beren (o. Bueren).
Ostfriesland
AnkommenIch bî ôch ankummen wi junk Bier ohne Häwen.
Schlesien
AnkommenKumm an, wenn 'n Kurl bist.
Schaumburg
AnkommenWas langsam ankompt, das kompt doch endlich auch einmal.
AnkommenWas sauer ankommt, das ist lieb.
AnkommenWenn ich werd' ankomme, werd' ich vorbei fahre.
Elbing
AnkommenWenn's oukummt ufs G'wiss'n, ît 's g'schiss'n.
Franken
AnkommenWer früh ankommen will, muss sich zeitig auf den Weg machen.
AnkonaAnkona, die Stadt des schönen Hafens.
it] Ancona del bel porto.
AnkrömenHe het sick wat ankrömt, he mach 't ututen.
Ankrömt: verursacht, verschuldet, von Krume. Sinn: Er mag sehen, wie er mit dem, was er sich selbst angerichtet hat, fertig wird.
AnkrümelnEr hat sich einen angekrümelt (hat einen Rausch).
AnkunftWer bei seiner Ankunft sagt: »Es ist nicht also«, ist sicher ein Mensch, der den Zank liebt.
Arabien
AnlachenDat lacht mich an, as Fierkenschnüütkes in 'n Sûrkaul (Sauerkohl).
AnlachenDer eine lacht einen guten Käse an, der andere fällt davon in Ohnmacht.
AnlachenEt lachet eane an as Fearkensnütkes (Schnäuzchen vom Ferkel) in Suermouse (Sauerkraut).
AnlachenIch lach' dich an und geb' dich hin, spricht er schlau in seinem Sinn.
la] Multis annis jam peractis, nulla fides est in pactis; Mel in ore, verba lactis, fel in corde, fraus in factis.
AnlachenLach mich an und gib mich hin, ist jetzt aller Welt Sinn (o. ist des falschen Freundes Sinn).
ndt] Lach mick an und gif mi hen, das is itzund der welt sin.
»Der dich anlacht, der reist dich hin, das ist dieser Welt Weis' und Sinn.« (Froschmäuseler)
en] Flattery now-adays gets friends.
hu] Nem mind barátod, a ki reád mosolyog.
la] Altera manu fert lapidem, altera panem ostentat. (Plaut.)
la] Si vis laudari, si vis carusque vocari, discas adulari, nam tales sunt modo cari.
AnlachenLacht man dich an, so kehr' dich nicht dran.
Die Stirn leugt und treugt.
AnlachenWer anlacht das Seine, lacht nicht über das Meine.
Wenn zwischen zwei Dingen u.s.w. Ein großer Unterschied besteht.
la] Cui est arrideat, meis ne gaudeat. (Aristoph.)
AnlachenWer dich anlacht, der reißt dich hin, das ist der Welt Weis' und Sinn.
AnlageDie Menschen sind in ihren Anlagen alle gleich; nur die Verhältnisse machen den Unterschied.
Georg Christoph Lichtenberg, Verm. Schriften (1800-1806). Bd. 9, Nr. 4. Fragmentarische Bemerkungen über physikalische Gegenstände, Nr. 2, Über das Studium der Naturlehre überhaupt
AnlageGroße Anlagen sind oft lange verborgen.
dk] Höge gaver dölges ofte.
AnlandenEr ist angelandet.
Für angekommen; aus dem Seeleben entlehnt.
AnlaufAuf einen Anlauf geht keine Festung über.
AnlaufEin Anlauf nimmt keine Feste.
AnlaufEin guter Anlauf ist der halbe Sprung.
Die Russen: Der Anlauf ist viel wert beim Sprunge.
AnlaufEinen Anlauf zu etwas nehmen.
AnlaufEr hat einen schlechten Anlauf genommen.
AnlaufGuter Anlauf, guter Sprung.
fr] Il faut reculer pour mieux sauter.
AnlaufWie der Anlauf, so der Sprung.
Sagen die Turner.
AnlaufenEinen blau anlaufen lassen.
la] Manus adire alicui. (Plaut.)
AnlaufenEinen fein anlaufen lassen.
Luthers Tischreden
AnlaufenEr ist hässlich angelaufen.
Hat sich getäuscht, ist arg betrogen worden u.s.w.
fr] Il a fait une vilaine cacade.
AnlaufenEr lauft an, wie die Sense an den Stein.
AnlaufenFrisch angelaufen, ist halb gefochten (besiegt).
la] Incerta est fortitudo, dum pendet.
AnlaufenHe es anlaupen.
Lippe
Bei seinen Handlungen ertappt werden.
AnlaufenLop an de Weerlicht, see Peter, do seet he up't Perd.
Ostfriesland
AnlaufenMan muss nicht an den anlaufen, der rennt.
fr] Contre la force point de résistance.
AnlegenDat is - legan, hâl (hole) mêr.
AnlegenEiner hat angelegt, der andere abgesponnen.
la] Telum hic texuit, ille deduxit.
AnlegenEs ist bei ihm nicht angelegt.
Er ist nicht die Person, die es nützlich anwenden wird.
AnlegenJemehr man anlegt, je besser brennt es.
cz] Bez podnetu drva nehocí.
cz] Cím více se prikládá, tim více horí.
wend] Cim wjacy so psikladuje, cim bóle so pali.
AnlegenWas man anlegt, das muss man auch ablegen.
AnlehenAnlehen muss lautlos heimgehen.
dk] Laan bör at gaae lydeslös (lakkelös) hiem.
AnlehnenLeihne dich dran, so muss es gahn.
AnleiheSelten kommt eine Anleihe lachend heim.
en] Selde cometh lone labynde home.
Sprichwort, Altenglisch
Anliegen'S leid 'm a su glott ân, as wenn's 'm ongegussen wär.
Schlesien
AnliegenDen leid' et on, wie em Wolf et Heufressen.
Eifel
Ironisch von jemand, der zu etwas wenig Neigung hat, weil dem Wolfe das Heufressen wenig anliegt.
AnliegenDu liegst mir an, wie ein erstes Hemd, das hat keinen Buckel gehabt.
AnliegenIch hab ein inwendig anligen, das man mir nicht ansihet.
la] Habeo malum, domesticum et intestinum.
AnlockenEs lockt das Schild allein die Kunden an.
fr] L'enseigne fait la chalandise.
Jean de La Fontaine (Lafontaine) (1621-1695), Fabeln (1678), Buch 7, Fabel 15, 46 Die Prophetinnen
AnlügenEr lügt einen an, dass es eine Art hat.
AnlügenEr lügt einen an, dass man könnte blau werden.
AnlügenEr lügt Gott und die Welt an.
AnlugenWas stehst und lugst mich an? Mach's besser, wer's kann.
Hausinschrift im Berner Oberlande.
AnlühnenEt lühnt öhn an.
Niedersachsen
Es kommt ihm plötzlich an.
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