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Aber die Liebe ist nicht mehr Mode, und die Dichter haben sie getötet. Sie schrieben so viel über sie, dass ihnen niemand mehr glaubte, was mich nicht wundert. Denn wahre Liebe leidet und schweigt.
Wilde, Die bedeutende Rakete

Aber die Liebe, die ein Egoismus zu zweit ist, bringt sich alles zum Opfer und lebt von Lügen.
Radiguet, Den Teufel im Leib

Aber die Liebe, nicht zum Feuerbachschen Menschen, nicht zum Moleschottschen Stoffwechsel, nicht zum Proletariat, sondern die Liebe zum Liebchen... macht den Mann wieder zum Mann.
Marx, an Jenny Marx, 21. 6. 1856

Aber die Menschen entarten Tag für Tag allein durch die Torheit, Verdorbenheit, Habgier, Herrschsucht, anmaßung, Treulosigkeit oder Unmenschlichkeit ihrer eigenen Gattung.
Swift, Gedanken über die Religion

Aber die Menschen können keine Ruhe halten, und ehe man es sich versieht, ist die Verwirrung wieder oben auf. [...] Wir wollen uns nur im stillen auf dem rechten Wege forthalten und die übrigen gehen lassen, das ist das Beste.
Goethe, Eckermann, 1.2.1827

Aber die Menschen vermögen nicht leicht, aus dem Bekannten das Unbekannte zu entwickeln, denn sie wissen nicht, dass ihr Verstand eben solche Künste wie die Natur treibt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 621

Aber die moderne Entwicklung, die den Konkurrenzkampf immer schärfer und unerbittlicher gestaltet, die Gemüter immer mehr verroht und ihre Habgier immer mehr anstachelt, stumpft andererseits die tierischen Leidenschaften ab, macht die Menschen blutarm und kraftlos; aus ungestümen Tieren macht sie überlegende, berechnende Menschen...
Lafargue, Der Darwinismus auf der französischen Bühne

Aber die Natur hat für ihre Kinder gesorgt, der Geringste wird durch das Dasein des Trefflichsten nicht an seinem Dasein gehindert...
Goethe, An Charlotte v. Stein, 10.2.1787

Aber die Philosophen haben beobachtet, dass die Gewohnheiten der Jugendjahre im Alter des Menschen verstärkt wiedererscheinen.
Balzac, Verlorene Illusionen

Aber die Romantik war keine bloß literarische Erscheinung, sie unternahm vielmehr eine innere Regeneration des Gesamtlebens... und was man später die romantische Schule nannte, war eben nur ein literarisch abgesonderter Zweig des schon kränkelnden Baumes.
Eichendorff, Halle und Heidelberg

Aber die Selbstkritik gehört zu den schwierigsten Aufgaben, wie für den einzelnen Menschen, so für eine Partei.
F. Mehring, Selbstkritik

Aber die Sonne duldet kein Weißes:
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben,
Doch an Blumen fehlts im Revier:
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Goethe, Faust I, Vor dem Tor
Faust Vs 911f.

Aber die Sprache des Kampfes steht in einem naturhaften Zusammenhang mit der Wahrheit, und ich spreche es mit der höchsten Achtung vor einer missbrauchten Menschlichkeit aus, dass sie, wo sie einmal frei ausströmen darf, einer fehlerlosen Sprache fähig ist.
Kraus, Vom Zörrgiebel

Aber die waltenden Mächte zeugen
Keinen zum müßigen Schwelgen und Schauen;
Mittun soll er und miterbauen,
Unter das Joch der Arbeit sich beugen;
Soll nicht müßig im Weiten schweifen,
In der Werkstatt den Hammer ergreifen.
Ludw. Fulda, Gedichte (1890)

Aber die Welt ohne Seele wäre wie ein Haufen Kehricht.
Hermann Stehr

Aber die Welt rennt unter einem weg wie der Schrittschuh, man muss sich vorwärts beugen, um nur nachzukommen, rückwärts darf man nicht schauen.
Goethe, An S. Boisserée, 17.4.1817

Aber die Wonne, die nicht leidet, ist Schlaf, und ohne Tod ist kein Sterben.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Aber die Zeiten vergehn, es vernarben die Wunden, und arglos
Über die Stätten des Mords wandelt ein junges Geschlecht.
Geibel, 4. Elegie

Aber dieweil die Obrigkeit ihre Kinder auf Hoffart, Geld und Gut, neue Funde, Büberei und Wollust ziehen, drum ist keine Gnade da.
Paracelsus, Ex libro de magnificis et superbis

Aber doch!
i] Um auszudrücken, dass man unter Umständen seinen Entschluss ändern werde. Ich will mein Haus behalten, aber doch, wenn ich so und so viel dafür erhielte, würde ich's verkaufen.)
z] Es ist mir das mein lieb, mein Haus und Hofe, mein Garten, mein Pferd u.s.w., aber doch, wan einer so viel Golds brechte, ich liess mich bereden.

Aber du bist nicht rot geworden, sagte der Krebs zum Bischof, als er sich freute, dass er auch die Farbe gewechselt habe.

Aber du weißt, wie ich im Anschaun lebe; es sind mir tausend Lichter aufgegangen.
Goethe, an Merck, 5. Aug. 1778

Aber du wirst richten, heilige Natur! Denn, wenn sie nur bescheiden wären, diese Menschen, zum Gesetze sich nicht machten für die Besseren unter ihnen!, wenn sie nur nicht lästerten, was sie nicht sind, und möchten sie doch lästern, wenn sie nur das Göttliche nicht höhnten!
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Aber durch Anmut allein herrschet und herrsche das Weib.
Schiller, Macht des Weibes

Aber durchaus bedient er [Rabener] sich der direkten Ironie zu viel, dass er nämlich das Tadelnswürdige lobt und das Lobenswürdige tadelt, welches rednerische Mittel nur höchst selten angewendet werden sollte, denn auf die Dauer fällt es einsichtigen Menschen verdrießlich, die schwachen macht es irre und behagt freilich der großen Mittelklasse, welche, ohne besonderen Geistesaufwand, sich klüger dünken kann als andere.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Aber eben daran erkennt man den Meister, dass er zu höhern Zwecken mit Vorsatz einen Fehler begeht.
Goethe, Schriften zur Kunst - Relief von Phigalia

Aber eben deshalb, dünkt mich, macht die Exposition dem Dramatiker viel zu schaffen, weil man von ihm ein ewiges Fortschreiten fordert...
Goethe, An Schiller, 22.4.1797

Aber eben durch diese strenge Mäßigung in allem [in den chinesischen Romanen erkennbar] hat sich denn auch das chinesische Reich seit Jahrtausenden erhalten und wird dadurch ferner bestehen.
Goethe, Eckermann, 31.1.1827

Aber ein geistig Großer und ein geistig Gefürsteter kehrt ewig zum Gesetz zurück.
Jean Paul, Fragmente

Aber ein herrlich Teil auch ist's
Mit Würden alt sein und, geehrt
Von vielen, voriger Stürme gedenk,
Des Friedens Segnungen kosten.
Emanuel Geibel, Gesammelte Werke (1883), Die Ostsee

Aber ein jeder, der in der Ferne ein Land studieren will, er habe es früher nun selbst gesehen oder nicht, wird immer soviel Zeugen aufsuchen, als er nur kann.
Goethe, Schriften zur Kunst - Philipp Hackert - Nachträge - Vorerinnerung

Aber ein junger Mann darf sich nicht zu früh der Sinnenlust hingeben, worüber er alles andere vernachlässigen würde.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Aber ein männermordender Held ist oft neuen Ideen gegenüber ein verächtlicher Feigling und ein richtiger fauler Hans, wenn man Denken von ihm verlangt. Sein Heldentum ist politisch verderblich oder nutzlos.
Shaw, Wegweiser für die intelligente Frau

Aber eine alte Gewohnheit legt sich so leicht nicht ab, und eine Richtung, die wir früh genommen, kann wohl einige Zeit abgelenkt, aber nie ganz unterbrochen werden.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Aber eine ganze Nation errötet niemals.
Kleist, an Adolphine von Werdeck, 28./29. Juli 1801

Aber eins bringt niemand mit auf die Welt, und doch ist es das, worauf alles ankommt, damit der Mensch nach allen Seiten zu ein Mensch sei [...] - Ehrfurcht!
Goethe, Lehrjahre II,1

Aber er war aus der Stille, der Dämmerung, der Dunkelheit, welche ganz allein die reinen Produktionen begünstigen kann...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,13

Aber es gibt auch jetzt - doch selten - gebildete Mädchen;
Andre, die gerne dafür gälten, auch ohn' es zu sein.
Ovid, Liebeskunst

Aber es gibt auch verschlossene Früchte, die erst die rechten kernhaften sind und die sich früher oder später zu einem schönen Leben entwickeln.
Goethe, Wahlverwandtschaften I, 3

Aber es gibt eine gewisse kalte, nachlässige Art, von seiner Tapferkeit und von seinem Unglücke zu sprechen - Die im Grunde doch auch geprahlt und geklagt ist.
Lessing, Minna von Barnhelm

Aber es ist das Schicksal aller Revolutionen, dass dies Bündnis verschiedner Klassen, das bis zu einem gewissen Grade immer die notwendige Voraussetzung jeder Revolution ist, nicht von langer Dauer sein kann. Kaum ist der Sieg über den gemeinsamen Feind errungen, da beginnen die Sieger sich in verschiedene Lager zu scheiden und die Waffen gegeneinander zukehren.
Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland

Aber es ist ein Zeichen der Zeit, dass die alte Heroennatur um Ehre betteln geht, und das lebendige Menschenherz, wie eine Waise, um einen Tropfen Liebe sich kümmert.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Aber es ist notwendig, dass die Europäer erst einmal zusammenkommen, und wenn - was wir hoffen - sich genügend Europäer in Europa finden, d. h. Menschen, denen Europa nicht nur ein geographischer Begriff, sondern eine wichtige Herzenssache ist, so wollen wir versuchen, einen solchen Europäerbund zusammenzurufen.
Albert Einstein

Aber es ist nun einmal so: ob man in einen kleinen Teich fällt oder mitten ins große Meer - man schwimmt hier wie dort.'
'Jawohl.'
'Also schwimmen auch wir! Suchen wir uns aus der Frage herauszuretten! Vielleicht nimmt uns ein Delphin auf den Rücken, oder ein anderes Wunder errettet uns.
Platon, Staat, Sokrates zu Glaukon

Aber es ist schwierig, dass einer, der durch Gaben des Geistes ausgezeichnet ist, sich nicht überheben soll.
Martin Luther, Tischreden

Aber es ist unnütz,. über Unmögliches nachzudenken...
Petrarca, an Francesco Nelli in Florenz

Aber es ist wunderbar: wie sich der Mensch an ruhige Zustände gewöhnt und in denselben verharren mag, so gibt es auch eine Gewöhnung zum Unruhigen...
Goethe, Kampagne in Frankreich, November 1792

Aber es kommt oft vor, dass tugendlose, aber von sich selbst eingenommene Menschen andern tugendhaften ihre Fehler vorwerfen, weil ihnen selbst diese Tugenden fehlen.
Mahâbhârata

Aber es scheint so, dass wenn man sich des Unbegreiflichen in irgend einem Falle abtut und es nicht anerkennen will, man zur Genugtuung in eine andere unbegreifliche Vorstellungsart verfällt...
Goethe, Riemer, 24.7.1809

Aber fleischlich gesinnet sein, ist der Tod.
Römer 8, 6

Aber fordert nicht die Vernunft, dass jeder sein eigner Gesetzgeber sei? Nur seinen eigenen Gesetzen soll der Mensch gehorchen.
Novalis, Politische Aphorismen

Aber Frauen, die Teil einer Urfrau sind, kehren sich gar nicht an die Männer; die Tribaden entstehen aus diesem Geschlecht.
Platon, Das Gastmahl

Aber freilich tausend und tausend Gedanken steigen in mir auf und ab. Meine Seele ist wie ein ewiges Feuerwerk ohne Rast.
Goethe, An Charlotte v.Stein, 30.6.1780

Aber freilich wird durch theatralische Erfahrungen Glauben, Liebe und Hoffnung nicht vermehrt.
Goethe, An Schiller, 28.4.1801

Aber freilich, um eine große Persönlichkeit zu empfinden und zu ehren, muss man auch wiederum selber etwas sein. Alle, die dem Euripides das Erhabene abgesprochen, waren arme Heringe und einer solchen Erhebung nicht fähig, oder sie waren unverschämte Scharlatane, die durch Anmaßlichkeit in den Augen einer schwachen Welt mehr aus sich machen wollten, [...], als sie waren.
Goethe, Eckermann, 13.2.1831

Aber freilich, wenn wir Deutschen nicht aus dem engen Kreise unserer eigenen Umgebung hinausblicken, so kommen wir gar zu leicht in diesen pedantischen Dünkel. Ich sehe mich daher gern bei fremden Nationen um und rate jedem, es auch seinerseits zu tun.
Goethe, Eckermann, 31.1.1827

Aber freilich, wie viele bemühen sich der Früchte wegen um ihre Bäume, um den allerertragreichsten Besitz, dagegen, um die Freundschaft bekümmern sich die meisten nur lässig und ohne Lust.
Xenophon, Erinnerungen an Sokrates

Aber für manchen ist es ja so schwer, stets lustig und guter Dinge zu sein. Glücklich, wer es ist!
Weerth, an die Mutter, 22. 11. 1844

Aber fürchte die Schuld und mehr noch den Hochmut,
Der wie berauschender Wein rasch dir die Sinne verwirrt.
Geibel, Buch der Betrachtungen: Gnomen

Aber ganz abscheulich ists, auf dem Wege der Liebe
Schlangen zu fürchten und Gift unter den Rosen der Lust,
Wenn im schönsten Moment der hin sich gebenden Freude
Deinem sinkenden Haupt lispelnde Sorge sich naht.
Goethe, Römische Elegien XVIII

Aber gehen Sie einmal in unsere großen Städte, und es wird Ihnen anders zumute werden. Halten Sie einmal einen Umgang an der Seite eines zweiten hinkenden Teufels oder eines Arztes von ausgedehnter Praxis, und er wird Ihnen Geschichten zuflüstern, dass Sie über das Elend erschrecken und über die Gebrechen erstaunen, von denen die menschliche Natur heimgesucht ist und an denen die Gesellschaft leidet.
Goethe, Eckermann, 12.3.1828

Aber gehorchet auch ihr! Denn Rat zu hören ist besser.
Homer, Ilias, I, 272

Aber Glück hat auf die Dauer doch zumeist wohl nur der Tüchtige.
Helmuth Graf von Moltke, Über Strategie (1871)

Aber glücklicherweise kann man sich auch in jedem Stande sittlich bearbeiten und bilden.
Goethe, An Sabine Wolff, 1.9.1803

Aber Gott fügt es, wie er es für gut findet, und uns armen Sterblichen bleibt weiter nichts, als zu tragen und uns empor zu halten, so gut und so lange es gehen will.
Goethe, Eckermann, 15.6.1828

Aber Götter sollten nicht
Mit Menschen wie mit ihresgleichen wandeln:
Das sterbliche Geschlecht ist viel zu schwach,
In ungewohnter Höhe nicht zu schwindeln.
Goethe, Iphigenie A I Sz 3
Iphigenie Vs 315f

Aber gottgesandte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgesteckten Fahrt ab,
Und er scheint sich ihnen hinzugeben,
Strebet leise sie zu überlisten,
Treu dem Zweck auch auf dem schiefen Wege.
Goethe, Seefahrt

Aber hat hinten einen Schwanz.

Aber herrlicher war die Zeit, in der uns das Höchste,
Was der Mensch sich denkt, als nah und erreichbar gezeigt ward.
Da war jedem die Zunge gelöst, es sprachen die Greise,
Männer und Jünglinge laut voll hohen Sinns und Gefühles.
Goethe, Hermann und Dorothea 6. Gesang Vs 36f.

Aber hier wie überhaupt,
Kommt es anders als man glaubt.
Wilhelm Busch, Plisch und Plum

Aber höhere, geistigere Naturen fühlen es, dass mit der Verlobung noch nichts andres erreicht sei als die Gelegenheit für die Liebe, der Anfang, und dass die Liebe nur in unermüdlicher Tätigkeit, in gegenseitigem Werben Seele um Seele bestehen könne...
Storm, an Constanze Esmarch, 8. 5. 1846

Aber Hülfe schafft euch tätig wirkend
Selber, und vertilget alle Spuren
Meines Fußes, der gewaltig auftrat.
Goethe, Vorspiel zu Eröffnung des Weimarischen Theaters (Majestät)

Aber ich besorge, ich werde zuletzt den ahl bey dem schwantze nicht halten, so ringet und dringet er sich zu drehen.
Luther

Aber ich bin gewiß, dass gute, stille, leidende Menschen weit lieber im stillen Wohltaten annehmen, als sie hier mit prahlerischer Publizität zu empfangen.
Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 13. 9. 1800

Aber ich glaube, dass die Armen die Reichen hassen und dass die Reichen vor den Armen Angst haben.
Flaubert, an George Sand, 1871

Aber ich suchte auch den ganzen Stand [Schauspieler] in der äußeren Achtung zu heben, indem ich die besten und hoffnungsvollsten in meine Kreise zog und dadurch der Welt zeigte, dass ich sie eines geselligen Verkehrs mit mir wert achtete [...]. Schiller verfuhr in demselbigen Sinne wie ich. Er verkehrte mit Schauspielern und Schauspielerinnen sehr viel. Er war gleich mir bei allen Proben gegenwärtig, und nach jeder gelungenen Vorstellung von einem seiner Stücke pflegte er sie zu sich einzuladen und sich mit ihnen einen guten Tag zu machen.
Goethe, Eckermann, 22.3.1825

Aber ich werde der letzte nicht sein, den es bitter gereute,
Frauenrat befolget zu haben.
Goethe, Reineke Fucht 7. Gesang Vs 101

Aber ich will nächstens unter euch treten und fürchterliche Musterung halten.
Schiller, Räuber II, 3

Aber ihr Frauen habt Unrecht, wenn ihr immer Partei macht, ihr leset gewöhnlich ein Buch, um darin Nahrung für euer Herz zu finden, einen Helden, den ihr lieben könntet! So soll man aber eigentlich nicht lesen, und es kommt gar nicht darauf an, dass euch dieser oder jener Charakter gefalle, sondern dass euch das Buch gefalle.
Goethe, Eckermann, 3.10.1828

Aber ihr wisst nicht, dass auch Deutschland nicht mehr durch die alten Kniffe getäuscht werden kann, dass sogar die Deutschen gemerkt, wie der Nationalhaß nur ein Mittel ist, eine Nation durch die andere zu knechten...
Heine, Französische Zustände

Aber im Durchschnitt bestimmt die Erkenntnis des Menschen, von welcher Art sie auch sei, sein Tun und Lassen...
Goethe, Maximen und Reflexionen 542

Aber im gewöhnlichen Leben, das nun einmal eine Verkettung aller bedeutet, hat der Tierschutz das gleiche Recht wie alle anderen ethischen Bestrebungen, schon weil sich eine Teilethik, eine Sonderethik für nur eine Klasse von Geschöpfen mit dem Begriff der Ethik nicht vereinen lässt.
Manfred Kyber, Tierschutz und Kultur

Aber im höhem Sinne kommt doch alles darauf an, welchen Kreis das Genie sich bezeichnet, in welchem es wirken, was es für Elemente zusammenfaßt, aus denen es bilden will.
Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen - Geschmack

Aber im Königreiche des Geizes bucht man Nichts als Schaden, solange nur das Geld heil bleibt.
Petrarca, an Francesco Nelli in Avignon

Aber im stillen Gemach entwirft bedeutende Zirkel
Sinnend der Weise, beschleicht forschend den schaffenden Geist.
Schiller, Der Spaziergang

Aber in den Wissenschaften ist die absoluteste Freiheit nötig: denn da wirkt man nicht für heut und morgen, sondern für undenklich vorschreitende Zeitenreihe.
Goethe, Wanderjahre III,14

Aber in der Länge, Carlos, man wird der Weiber gar bald satt...
Goethe, Clavigo A I, Clavigos Wohnung
Clavigo

Aber in einem jeden Kreise bedroht den jungen Menschen der Tagesgeist, und nichts ist nötiger, als früh genug ihm die Richtung bemerklich zu machen, wohin sein Wille zu steuern hat.
Goethe, Maximen und Reflexionen 481

Aber in einem Übermaße von Historie hört der Mensch wieder auf, und ohne jene Hülle des Unhistorischen würde er nie angefangen haben und anzufangen wagen. Wo finden sich Taten, die der Mensch zu tun vermöchte, ohne vorher in jene Dunstschicht des Unhistorischen eingegangen zu sein?
Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen

Aber in natürlich gut gearteten Menschen sind dem Alter Ruhe, Aufhören vom Zufall abhängiger Bestrebungen, Geduld, Freiheit von zu ängstlichen Sorgen eigen, und diese Vorzüge erhöhen und verschönern alles.
Karl Wilh. von Humboldt, Brief an eine Freundin, 3. September 1832

Aber ist nicht eben Schwierigkeiten zu heben das Lebensgeschäft des Staats- und Weltbürgers?
Goethe, Schriften zur Literatur - Vorschlag zur Einführung der deutschen Sprache in Polen

Aber je mehr Weide sie hatten, desto mehr fraßen sie sich satt;
Als sie sich sattgefressen hatten, wurden sie übermütig.
Hosea 13, 6

Aber jede Missgestalt des Geistes ist hässlicher als die des Leibes, weil sie einer höheren Gattung von Schönheit widerstreitet.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Aber jeden Augenblick, den wir frei sind von militärischer Tätigkeit, vom Krieg, müssen wir ausnutzen, um zu lernen, und zwar von Anfang an.
Lenin, IV. Kongreß der Kommunistischen Internationale

Aber jeder Atom der Materie ist eine ebenso unendliche Welt als das ganze Universum; im kleinsten Teil tönt das ewige Wort der göttlichen Bejahung wieder.
Friedrich von Schelling, Ideen zu einer Philosophie der Natur

Aber jenen höhern Kunstsinn der Wollust, durch den die männliche Kraft erst zur Schönheit gebildet wird, lehrt nur die Liebe allein den Jüngling. Es ist Elektrizität des Gefühls, dabei aber im Innern ein stilles leises Rauschen, im Äußern eine gewisse klare Durchsichtigkeit...
F. Schlegel, Lucinde

Aber jener ist auch mir wert, der ruhige Bürger,
Der sein väterlich Erbe mit stillen Schritten umgehet
Und die Erde besorgt, so wie es die Stunden gebieten.
Goethe, Hermann und Dorothea 5. Gesang Vs 19 3

Aber kein Genuss ist vorübergehend: denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend...
Goethe, Lehrjahre V,10

Aber kein Kranker kann durch eines unempfindlichen Arztes grausames: es hat nicht viel zu sagen, mehr geängstigt werden, als ein Seelenkranker durch einen gefühllosen Freund.
Goethe, An E. W. Behrisch, 2.11.1767

Aber kein Übel gibt es, das langes Leben nicht mit sich brächte.
Petrarca, An Stefano Colonna den Alten in Rom

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