Deutsche Sprichwörter >

A, e, i, o, u, die Ochsen schreien Muh.

Aachen ist des deutschen Reiches Haupt.
i] Auch das neue Rom genannt.
Deutsche Romanzeitung 1866, Nr. 40, S. 391.
la] Urbs Aquavis, urbs regalis, Regni sedes principalis Prima Regum curia.

Aachen und Köln sind nicht an einem Tage gebaut (und werden nicht an einem Tage zerschell'n).
la] Alta die solo non est exstructa Corinthus.
nl] Aken en Keulen niet te gelijk.

Aal, Kohl und Verdruss man als Abendkost nicht nehmen muss.
dk] Aal, og kaal, og knur er ond aftensmad.

Aale in flachem Wasser zeigen ihre Farbe.
Hawaii
i] Der Unwissende wird an seinen Handlungen erkannt)

Aale sind Aale, und Schlangen sind Schlangen.
Haiti

Aarau ist eine schöne Stadt, Biberstein ein Bettelsack, Kilchberg ist ein Butterkübel, Küttiche der Deckel drüber, Suhr das ist der Stämpfel.
Deutsche Romanzeitung, III, 44, 633

Aare haben scharfe Augen.

Aaron (7. April) und Justin (13. April) helfen den Hafer ziehn.
Wohlau

Aaron und Justin helfen den Hafer ziehn.
Bauernregel

Aas ist keine Speise für den Adler.

Aas lässt sich nicht vor Geiern (Raben, sagen die Wenden) verbergen.

Ab - salon war ein Königssohn.
Rottenburg
i] Eine Redensart beim Rülpsen.

Ab - sätze macht der Schuster.
i] Scherzhafte Redensart, wenn jemand schluckt.

Ab Auge, ab Herz.
Luzern

Ab dreißig ändert sich das Gesicht.
China

Ab dreißig kann ein Mann das Wetter schon fast vorausbestimmen.

Ab einem gewissen Alter fängt man an, die richtigen Fragen zu stellen.

Ab Jakob (Jakobstag, 25.7.) ist die Roggenernte, ab Pärt (Bartholomäustag, 24. VIII) die Gerstenernte.
Estland

Ab Marientag (25.3.) soll der Mann an der Fleischplatte und der Ochs an der Heukrippe sein.
Estland

Ab nach Kassel!
i] Hinaus!, fort! Mit dem Untertanenverkauf der hessischen Landesfürsten an die Engländer zur Teilnahme am nordamerikanischen Kolonialkrieg in Zusammenhang gebracht, die Sammelstelle war Kassel.
z] Auf einem darin wiedergegebenen Flugblatt erscheint Napoleon III. als gebrochener Mann. Rechts und links von ihm stehen Moltke und Bismarck. Bismarck weist gebieterisch mit einem Arm nach Osten. Unter der Darstellung steht: 'Ab nach Cassel!' Joseph Kürschner, Der große Krieg 1870/71 in Zeitungsberichten, 1895

Ab Schlangenmarientag (8.9.) soll die Schlange in den Grashügel beißen.
Estland

Ab sieben Jahren sollen Knaben und Mädchen nicht mehr auf derselben Matte sitzen.

Ab und zu muss man die Zähne zeigen, nur nicht dem Zahnarzt, das geht ins Geld.
Zitat

Ab Walpurgistag (l.5.) ist des Pferdes Haferfutter im Wald.
Estland

Abbezahlt ist der Sohn von Frei.
Indien, Sindhi

Abbitte ist die beste Buße (o. Genugtuung).
dk] Afbede er beste bod.
la] Errantia medicina confessio.
se] Afbedja är bästa bot.

Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande.
i] Jene zeigt ein edles, diese aber ein böses Herz an.

Abbitten ist besser als leugnen.

Abbrech und Teufelsabbiss muss sein.

Abderitenstreiche machen.
la] Abderitanae pectora plebis.

Abdingen ist auch (o. ist der erste) Gewinn.

Abend rot, morgen Not.

Abend und Morgen sind nicht gleich gut, der Morgen sorgt, der Abend verzehrt.

Abendandacht bringt Morgensegen.

Abendbrot geht vor Abendrot.
z] »Welch' köstliches Abendrot! sprach eine poetisch gestimmte Frau zu ihrem Gatten. Ein köstliches Abendbrot wäre mir lieber, erwiderte der hungernde Gatte.«

Abendessen um fünf, zu Bett um neun.

Abend-Gäste und Abend-Wolken gehen nicht mit leeren Händen fort.
Pandschab, Indien

Abendgebet schließt das Auge.

Abendlicher Schlaf soll dem Schlafenden Glück, morgendlicher Schlaf Liebe bringen.
Estland

Abendliches Gespültes ist besser als morgendliches Gewaschenes.
Estland

Abendrede und Morgenrede kommen selten überein.
i] Wortspiel mit Röte und Rede, weil auch die Abendröte selten der Morgenröte gleicht.
dk] Aftenrede og morgenrede ere ikke eens.
dk] Aftentale og Morgenteele ec altid eens.
dk] Morgenrede og aftenrede ikke hinandens lige.
it] Le parole della sera non correspondona sempre a quelle della mattina.
se] Aftonprat och morgenrat stämma ej altid (sälban) öfverens.

Abendrot - ein guter Tag, Morgenrot - ein kotiger (sehr schlechter) Tag.

Abendrot - Gutwetterbot', Morgenrot mit Regen droht.

Abendrot - Gut-Wetterbot.
i] Ein geröteter, wolkenreiner Horizont am Abend ist meist der Vorbote eines schönen Tags.

Abendrot - Gutwetterbrot.
la] Nocte rubens coelum cras indicat esse serenum;
cum rubet mane, tunc tempus adest pluviale.

Abendrot - Morgenrot.

Abendrot am Abend - des Winters Verlängerung.
Estland

Abendrot backt Brot.

Abendrot bei West, gibt dem Frost den Rest.

Abendrot bringt gut Morgenrot.

Abendrot gibt en gut Morgenbrot.

Abendrot Gut-Wetterbot.

Abendrot kündigt schönes Wetter an, Morgenrot deutet auf Regenwetter.

Abendrot und Morgenhell sind ein guter Reisegesell.
en] The evening red and the morning grey, is a sign of a fair day (and sets forth the pilgrim on his way).
la] Nocte rubens coelum cras indicat esse serenum.

Abendrot und Morgenrot kommen nicht immer überein.
fr] Rouge au soir, blanc au matin, c'est la journée du pélerin.

Abendrot, morgen Handschuh not.
Steiermark

Abendrot, morgen Wind oder Kot.
Österreich

Abendrot, Schönwetterbot.
it] Rosso di sera bel tempo si spera.

Abendröte bei West gibt dem Froste den Rest.

Abendröte bringt klare Zeit, Morgenröte Regen bedeut.

Abendröte und Morgenröte muten (= kleiden, putzen) oft nicht überein.
dk] Aftenröde og Morgenröde ere ec eens.

Abendröte, Gutwetterschöne.
schweiz] Obetröthe, Guetwetterschöne.

Abendröte, Morgenschöne.

Abends ein Löwe, Faulenzer am frühen Morgen.
Italien

Abends geschwelgt, morgens gekelcht.

Abends ohne Schulden ist morgens reich.

Abends putzt sich des Kuhhirten Frau.
i] Die Frau des Kuhhirten, welche am Tage mit den Kühen und im Schmutz zu schaffen hat, zieht erst am Abend etwas Reines an.

Abends rot ist morgens gut, morgens rot tut selten gut.

Abends rot, morgens tot.
fr] Rouge soir et blanc matin, c'est la journée du pélerin.

Abends soll man allein weidenden Kühen nicht zu nahe kommen

Abends suchen Raben und Wölfe die Kaiben, Mücken den Milchhafen und Mönche, was sie freut.

Abends vull, morgens null.

Abends werden die Faulen fleißig.

Abends wie ein Bär, morgens wie ein geschossener Adler.
dk] Om aften som en biörn, em morgen som en skudt örn.

Abends wird der Faule (o. werden die Faulen) fleißig.
i] Von einem, der den ganzen Tag faulenzt, weil da bald wieder Feierabend wird.
ndt] Abends wart de Faulen flitig.
ndt] To de Nacht kriegen de Fulen de Macht.
ndt] Wenn die Dach is von hinnen, denn willen die Fulen beginnen.

Abends zechen, morgens ratschlagen.

Abendsegen, Morgensegen.

Abendstege sind der Liebe Pflege.

Abendtau im Mai bringt Korn, Wein und Heu.

Abendtau im Mai, gibt das rechte Heu.

Abendtau und kühl im Mai, bringt Wein und Heu.
Rostock 1864

Abendversprechen sind wie Butter: Morgen kommt, und alles ist geschmolzen.
Marokko

Abendworte trägt der Wind fort.
Italien

Abendwunsch ist auch ein Wunsch.
i] Ein Wunsch bleibt, kommt er auch spät, doch ein Wunsch.

Abenteuer bringt Vorteil.

Abenteuer erleben nur die (o. sind für den) Abenteurer. USA
en] Adventures are to the adventurous.

Abenteuer ist (o. sind) selten geheuer.
fl] Avontuur is rond.

Abenteuer ist selten allein.
mhd] Die eventure is mannichvalt.
mhd] Dat eventur is mannichvolt.

Abenteuer ist selten geheuer.
fläm] Avontuur is rond.

Abenteuer kommen nicht zum Frühstück.
fläm] Avontuur komt niet bij vroeg opstaan.

Abenteuer werden meistens abends teuer.

Abenteuern soll man nicht in wichtigen Dingen.

Abentewr bringt vorteil.

Aber ach und weh, gibt es Mäuse im Bodensee.

Aber ach, ich wohne unter den Dornen!
i] Unter Dornen wohnen bezeichnet, wie unter Dornen sitzen, Trübsal leiden.
mhd] Och och, ik wone under den dôrnen.
la] In spinis versor, vepres mea corpora laedunt.

Aber auch nicht eine von allen Schwiegermüttern lobt die Schwiegertochter und umgekehrt.
Vietnam

Aber ein Mädchen lässt nur seine Augen leuchten.
Polen

Aber Freude hat einen schlanken Körper, der zu früh bricht.
Afrika

Aber hat hinten einen Schwanz.

Aber Schwester, wer wird sich denn mit so schwerem Panzer tragen, sagte die Kröte zur Schildkröte.

Aber unser Pferd ist ja immer froh, wenn es abgespannt ist, sagte das Mädchen, als die Mutter klagte, sie sei trübe gestimmt, weil sie abgespannt sei.

Aber war im Sumpf von Emmu ertrunken.
Estland

Aber welche Hälfte, sagte die Frau, als ihr die Freundin riet, dem Manne nur die Hälfte zu glauben.

Aber, Wenn und Gar sind des Teufels War'.

Aberglaube hat Bohnen in den Ohren.

Aberglaube ist ein morscher Stab, wer sich darauf stützt, der fällt hinab.
bm] Povĕra jest hůl, kdo jí vĕró, tentĕ vůl.

Aberglaube ist nicht Wissenschaft.
Finnland

Aberglaube und Schwindsucht erben von Geschlecht zu Geschlecht.

Aberglauben ist die Religion der schwachen Geister.
England

Abermal nicht mehr, liebes Kind.

Aberwitz ist keinem nütz.

Aberwitz und Narrenhand malet sich auf jede Wand.
en] He is a fool and ever shall, that writes his name upon a wall.

Abführen und Beichten muss man nicht verschieben.

Abgaben und Steuern sind keine Ehrgeschenke, sondern Pflicht.
dk] Skat og skyld er ingen aeregaer, man en pligt.

Abgebrannt wie ein Mohr.
z] »Ich bin abgebrannt wie ej Muhr.«

Abgebrüht (o. abgestumpft) sein

Abgedankte Soldaten haben Würmer im Gewissen, zerrissene Kleider, zerhackete Leiber, wohlgebrauchte Weiber, ungewisse Kinder, weder Pferd noch Rinder und weder Geld noch Brot im Sack.

Abgefallen, sagte Don Carlos, als seine Leute zu Alfons überliefen.

Abgefallene Blüten lassen ihren Duft zurück.
Japan

Abgefeimter als ein Luchs, als Kernessig.

Abgeflossenes Wasser mahlt nicht mehr.
it] Acqua passata non macina più.

Abgegriffen wie ein alter Groschen.

Abgegriffen wie ein Gesangbuch.

Abgegriffen wie ein Sechser.

Abgegriffen wie eine Accisklinke.

Abgegriffen wie eine Badstubentür.

Abgehauene Maien bleiben ein Weil grün, so man sie ins Wasser stellt.
i] Alte Leute sind ihnen zu vergleichen; Arznei und Diät hilft ihnen, aber nicht viel.

Abgehauener Kopf braucht keine Sturmhaube mehr.

Abgehen mit Dampf.

Abgehen ohne Musik.

Abgelegener Wein macht ungelegene Köpfe.

Abgeleitete Wörter treten in die Fußstapfen des Vaters.
var] Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
la] Derivata patris naturam verba sequuntur.

Abgemacht ist abgemacht.

Abgemacht mit großem Knall, sagte der Orgelbauer, als er von der Leiter fiel.
Lausitz

Abgemacht! Sela!
i] Aus französisch 'c'est la'. 'Sela' steht am Ende eines Abschnittes und zur Bezeichnung eines Zwischengesanges in den Psalmen.

Abgemacht, segt Kapler, abgemacht.
Lüneburg

Abgemacht, Seife!
i] Einverstanden! Seife, in der berlinischen Form 'Seefe' (aus französisch 'c'est fait')

Abgemacht, Sela, spricht der Berliner.
la] Factum transactum.

Abgemüht wie eine Accisklinke.

Abgenutzte Mühlsteine und große Manschettenknöpfe sind schwer zu verwenden.

Abgenütztes Werkzeug ehrt den Meister.

Abgerechnet ist gut bezahlt.

Abgeredet vor der Zeit gibt (o. bringt) nachher keinen Streit.
i] abreden = verabreden

Abgeredet vor der Zeit, gibt nachher keinen Streit.

Abgeschlagen, wie ein Bettelmannsstecken.
la] In turpibus Argus, in disciplinis talpa.

Abgeschlagene Beeren geben wenig Öl.
i] Gewaltmittel bringen keinen Segen.

Abgeschnitten Brot hat keinen Herrn.
fr] Pain coupé n'a point de maître.

Abgesetzt wie ein Coburger Sechser.

Abgesetzt wie ein dänischer Schilling.
In Pommern und Mecklenburg
i] Bezieht sich auf eine frühere Reduktion des dänischen Geldes.

Abgesetzte Priester geben die besten Küster.
dk] Man faaer ingen bedre degn end en afsadt præst.

Abgestandene Fisch' will Gott nicht haben auf seinen Tisch.

Abgestumpft sein.
en] To have one's feelings blunted.

Abgetakelt sein.
i] Ungepflegt aussehen, alt und gebrechlich.

Abgetrennt vom Leibe, gedeiht kein lebendes Glied mehr; Menschen, von Menschen getrennt, sind ein entfallenes Haar.
Herder, Blumenlese aus morgenländischen Dichtern

Abgetrieben wie ein altes Droschkenpferd.

Abgetriebene Ochsen geben zähes Fleisch.

Abgeviert wie ein Burghauser Würfel.
i] Geviaren heißt : zubereiten, tüchtig machen.

Abgeviert wie ein Würfel.
i] Tüchtig, zubereitet, erfahren.
la] Homo quadratus.

Abgewickelt werden.
en] To be shut down. - To be closed down (Firmen, Unternehmen). - To be wound up (nur GmbHs und AGs). - To be laid off, sacked, fired, made redundant.

Abgötterei ist ein natürlich Erbe.

Abgötterei ist Gottesgespei und bringt Jammer mancherlei.
ndt] Abgötterey ist Gottes Gespey und bringt immer mannicherley.

Abgötterei und Blutdurst laufen allezeit miteinander.
ndt] Abgötterey und Blutdurst buffen allzeit miteinander.

Abgötterei und Gleissnerei will allweg schön sein.
ndt] Abgötterey und gleissnerey will allweg schön sein.

Abgunst bringt manchen hohen Mann zu (o. zum) Fall.

Abgunst hebt auch den reichen Mann aus dem Sattel.

Abgunst ist schwer und doch gemein, denn ihr nachhängt beide Groß und Klein.

Abgunst richtet selten Gutes an.

Abgunst stößt manchen Reichen aus dem Sattel.

Abgunst verfolgt nicht die Toten.

Abgunst verzehrt Mark und Bein.

Abia
i] Zauberwort in Formeln wie 'abia, obia, sabia' oder 'abia, dabia, fabia' u.ä. Die Formel wird zu sicherem Schuß auf den Flintenlauf geschrieben oder auf einen Stock, um jemand aus der Ferne zu prügeln.

Abkratzen.
i] Sterben.
en] To kick the bucket. - To snuff it. - To peg out (dated).

Abkürzungen sind die längsten Wege.
Schweden

Ablass gen Rom tragen.
it] Portar indulgenza a Roma.
it] Menar l' orso a Modena.
la] Ululas Athenas ferre.

Ablass in Bern holen und kein Geld mitbringen.
Schweiz

Ablass ist ein göttlich Betrügen.

Ablass und Arznei soll man auf gleiche Weise brauchen.
i] Jener ist überflüssig und diese nur in kleinen Gaben zu empfehlen.

Ablassbriefe sind Melkbriefe.

Abnehmen und sterben.
Nach 1. Mos. 25, 8

Abnehmen, wie der abnehmende Mond.
Litauen
i] Vom Kranken.

Abraham darf den Sohn wohl binden, aber nicht schlachten.

Abraham
i] 1. Der biblische Erzvater, der gemäß der Legende 1000 Jahre nach dem Sündenfall den von Gott ausgerissenen und auf die Mauer des Paradieses geworfenen Baum der Erkenntnis fand und ihn in seinen Garten pflanzte, worauf eine Stimme ihm verkündete, dass dies der Baum sei, an dessen Holz der Heiland werde gekreuzigt werden.

Abrahams Kinder scheuen das Eis.
nl] De kinderen Abrahams darven zich niet ligt op zwak ijs wagen.

Abrahams Schoß.
Lucas XVI. 22

Abraxas
i] Gottesname; die häufigere Form ist nicht Abraxas, sondern Abrasax. Der Dämon Abrasax ist der Jahresgott; sein Name besteht aus 7 Buchstaben (Tage der Woche) und hat den Zahlenwert 365 (Tage des Jahres)

Abrechnen ist das Ende der Freundschaft.
Irland

Abrechnen ist gute Zahlung (o. gut bezahlen, bezahlt). [RSpW]
Es wird damit eine Aktiv- und Passivschuld zugleich berichtigt und überdies kann auf diesem Wege ein böser Schuldner noch zur Leistung seiner Zahlung gezwungen werden)

Abrechnung erhält die Freundschaft.
it] Conti spessi amicizia lunga.

Absahnen.
en] To cash in (on sth). - To rake it in. - To make a pretty penny (out of sth).

Absalon war ein Königssohn.
Rottenburg
i] Eine Redensart beim Rülpsen.

Absätze macht der Schuster.
i] Scherzhaft, wenn jemand schluckt.

Absatznagel.
Nürtingen
i] Auch Absatzschuhnagel ist mit Absalon der Text für die Musik eines Rülpses oder Magenseufzers (schwäbisch = Kopper) vom Betreffenden selber beigefügt, während das Auditorium applaudiert: Appel heißt mei Weib und d' Sau will's aischt (erst) net leide.

Abschaum der Menscheit.
Nach 1. Kor. 4, 13

Abschied bedeutet immer, ein wenig zu sterben.
Frankreich

Abschied gut, alles gut.

Abschied ist die innigste Form menschlichen Zusammenseins.

Abschied ist immer ein Stückchen Tod.
fr] Partir, c'est toujours un peu mourir.

Abschied nehmen bedeutet immer ein wenig sterben.
fr] Partir, c'est mourir un peu.

Abschied nehmen ist immer ein Stückchen Tod.
Frankreich

Abschied nehmen ist immer schmerzlich, selbst wenn es nur für kurze Zeit ist.

Abschied nehmen, wie das Hündlein von Bretten.

Abschiede sind immer traurig, egal was der morgige Tag uns bringt.

Abschiedsstunden sind die feierlichsten.

Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen.
Theodor Fontane, Cécile

Abschlag ist gute Bezahlung (o. Zahlung).
[RSpW]
i] Abschlagen: eine Schuld durch die andere aufheben, was in den Rechten als Bezahlung angesehen wird, sowohl im römischen als deutschen. Wegen der Vorteile, die sie bietet, hat Karl der Große sogar verordnet, dass jemand, der sich mit einem anderen in Abrechnung einzulassen weigert, seine ganze Forderung verlieren soll.
nl] Abslag is goede betaling.

Abschließendes Urteil: Erster tastender Versuch, eine Sache zu verstehen.

Abschneiden ist leichter als ansetzen.
dk] Bedre at skiere end at saette til.
dk] Bedre for viid kiortel end skarved.

Abschwitzen ist besser als abfaulen.

Absicht ist die Seele der Tat.
i] Der Wille beschleunigt das Vorhaben. Die Absicht ist maßgebend dafür.
fr] C'est l'intention qui fait l'action.
fr] L'intention est reputée le fait.

Absichtlich, vorsätzlich
la] de industria

Absolute Souveränität bleibt, solange sie nicht die der Menschheit ist, der Ursprung von Freiheit.

Absolute Wahrheit ist die gefährlichste aller Lügen.

Abspringen wie die Flöhe.
i] Als beim Oberlandesgericht zu Glogau einst einige Auskultatoren die Verlegung des zweiten Examens nachsuchten, sagte der zur Prüfungskommission gehörende Geheime Rat Merckel: »Sie springen ja ab, wie die Flöhe.«

Abstand hält die Freundschaft frisch.
England

Abstieg zur Unterwelt
la] ad inferos descensus

Abstinenz ist die beste Medizin.
Tamilen

Abstinenzler sind Leute, die vom Verzichten nicht genug bekommen können.

Abstrafen (am Leibe) und dabei schelten, ist zu viel.

Absurd ist, wenn ein konfessionsloser Richter einen gottlosen Gauner ins Gebet nimmt.

Abt und Kloster sind ein Ding.
fr] Abbé et couvent ce n'est qu'un, mais la bourse diverse.
nl] Een abt en zijn konvent zijn een, maarde beurzen zijn verschillend.

Äbte und Mönche sind des Teufels täglich Brot, keiner wird mehr heilig.

Abteien sucht man lieber als das viertägige Fieber.

Abteien und Maulwurfshaufen muss man auf keinem Kiesboden suchen.

Äbten und Bischöfen wäre gut Peterle um Kanzel und Altäre säen, sie vertreten ihn nicht.

Abwarten bringt schöne Tage.

Abwarten schlägt den Eilenberg.

Abwarten und Tee trinken!
i] Sei nicht so ungeduldig!

Abwarten, sagt der Amtmann, bis der Teufel ein Loch schlägt.

Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt.

Abwarten, wie der Hase läuft

Abwaschen kann man nur den Körper, aber nicht die Seele.
Jüdisch

Abwechslung ergötzt (o. ist angenehm).
la] Iucunda vicissitudo rerum.
la] Varietas (variatio) delectat.
Nach Euripides u. a.

Abwechslung in den Speisen mehrt den Appetit.
Aretino, Die Gespräche des Pietro Aretino

Abwechslung in der Rede liebt der Türke und der Schwede.
fr] Changement de propos réjouit l'homme.

Abwechslung ist des Lebens Reiz, was freilich jede glückliche Ehe zu widerlegen scheint.
Theodor Fontane

Abwechslung ist die Würze des Lebens.
en] Variety is the spice of life.

Abwechslung ist mein Wahlspruch.
fr] Diversité, c'est ma devise.
Lafontaine, le Pâté d'Anguille 4

Abwechslung muss sein, sagte der Hanswurst und fraß die Buttermilch mit der Mistgabel.
ndt] Abwechselung mot sin, seggt de Dîwel, on frett de Bottermelk mött de Müstgawel.
Ostpreußen

Abwechslung nimmt den Überdruss.
en] Variety takes away satiety.

Abwechslung ohne Zerstreuung wäre für Lehre und Leben der schönste Wahlspruch, wenn dieses löbliche Gleichgewicht nur so leicht zu erhalten wäre!
Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften II, 7

Abwechslung verschafft (o. stärkt den, macht) Appetit.
i] Sie lockt zu neuen Abenteuern.
fr] Changement de corbillon donne appetit de pain benit.
fr] Changment de viande met en appetit.
pl] Odmiana rzeczy słodzi.

Abwechslung von Weide macht fette Kälber.
en] Change of pasture makes fat calves.

Abwesend ist kein Freund zu achten,
Der immer für uns denkt und strebt
Und, wie es auch die Zeiten brachten,
Für uns in gleichem Sinne lebt.
Goethe (1749-1832), Inschriften, Denk- und Sendeblätter - 70 - Toast zum akademischen Mittagsmahl am 22. 4. 1820

Abwesend! Nach Florenz abkommandiert, um König von Italien zu sein.
i] So hieß es beim Appell des 1. franz. Zuavenregiments, in welchem Viktor Emanuel bis 1870 als Ehrenkorporal geführt wurde.

Abwesenheit ist der Feind der Liebe; wie die Entfernung von den Augen ist, so ist sie vom Herzen.
Bolivien

Abwesenheit ist der Mörtel in der Mauer der Liebe.
Arabien

Abwesenheit ist der Wind, der das kleine Feuer auslöscht und das große anfacht.
Spanien

Abwesenheit ist die Mutter der Enttäuschung.
Spanien

Abwesenheit ist eine Feindin der Liebe.
Spanien

Abwesenheit lässt die Liebe wachsen.
England

Abwesenheit lässt ein Kind nicht gedeihen.
Ghana

Abwesenheit macht das Herz zärtlicher.
i] Zu Abwesenden ist die Leidenschaft immer hitziger.
en] Absence makes the heart grow fonder.
la] Semper in absentes felicior aestus amantes.

Abwesenheit macht die Liebe schärfer, Gegenwart macht sie stärker. England

Abwesenheit vervollkommnet Leidenschaft, Gegenwart verstärkt es.
Togo

Abzug blasen.
i] Vom Streit abmahnen.

Accidentia hol die Pestilenzia.
z] Wenn man mit den Leuten umgehet, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum, das sind Accidentia. Wenn man die Untertanen schröpft, wie der Bader eine alte Weiberhaut, wenn man die Handwerker traktirt, wie die Beisszange die Hufnägel, wenn man im Amt so treulich handelt, wie die Maus im Speisegewölbe, wenn man die Ausgabe für die Herrschaft mit einer längern Elle misst, als den Empfang, wenn man keinem Gehör vergönnt, der Opferstock habe denn seine Vision.

Ach du großer Gott, was lässt du für kleine Kartoffeln wachsen.

Ach du grüne Neune!
i] Ausruf der Verwunderung.

Ach Gott vom Himmel, hätt' ich Tscheschen und Gimmel, hätt' ich Hünern und Dahse, hätt' ich Fröschen und Lahse, hätt' ich Groß-Panken und Klein-Panken, wollt' ich Gott vom Himmel danken.
i] Acht unweit Winzig im Kreise Wohlau gelegene Dörfer

Ach Gott, der du die Lilien auf dem Felde kleidest, sagte der Pastor, kleide doch auch meine Frau und Tochter!

Ach Gott, lass dich erbarmen, die Reichen fressen die Armen, der Teufel frisst die Reiche, so werden sie gefressen zugleiche.

Ach Gott, meine arme Dreizehn, sagte der Töpfer und fiel mit zwölf Töpfen vom Boden.

Ach Gott, wie geht es immer zu, an arme wischt man stets die schuh.

Ach gott, wie gerne ich wissen wolt, wem ich auf erden vertrauen solt. Wenn einer zu mir spricht: Gott grüße dich! so spricht das Herz: hüte dich!

Ach hätte dich doch deine Mutter aufgegessen und die Hühnchen übriggelassen, die würden wenigstens noch gackern.

Ach ich wünschte - hat nie ein Haus gebaut.
Libanon

Ach ja, Herr Amtmann, ja.
i] Ist als Schlusswort einer Gellert'schen Fabel sprichwörtlich geworden, in der es auch seine Erklärung findet.

Ach könnte man doch Verstand kaufen, und sei er noch so teuer.

Ach lasst uns heut nicht klug sein.
ndt] Last vns heint nicht klug sein.
la] Qui addit scientiam, addit dolorem.

Ach steigt aufs schönste Dach.
i] Sorgen gibt es überall.

Ach und Weh über einen schreien (o. ausrufen).

de] Zeter über jemand schreien, jemand festnehmen, indem man haro dabei schreit.fr] Crier haro sur quelqu'un.
fr] Il fit de grands hélas.

Ach und weh, gibt es aber Mäus' im Bodensee?

Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe.

Ach wer daheimen wer.

Ach wie ist das ein schwere pein, dienen ohn verdienst, arbeiten ohn Lohn, lieben ohn widerlieb.

Ach wie weit ist der Himmel! Von der Hölle trennt uns nur ein Zaun.
Walachei

Ach wie zackig! Breslau
i] Ironischer Aufruf für: Ach, wie schön! Daher, weil die zackig geschnittenen Säume u.s.w. den Frauen besonders für schön gelten.

Ach, Corydon, Corydon, wie hat ein Wahn dich ergriffen!
la] Ah, Corydon, Corydon, quae te dementia cepit.

Ach, das Fieber ist keine Krankheit, aber die Eifersucht ist eine.
Afrika
nl] Wat de liefde niet ziet, dat grijpt ze.

Ach, dass ich meine armen Kinder so geschlagen, klagte der Bauer, und sie waren des Pfaffen.

Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
Stock ist hin, Rock ist hin, Madl ist hin, Geld ist hin!
Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
Wiener Gassenhauer

Ach, du lieber Gott, gib unserm Herrn ein'n sel'gen (o. bald'gen) Tod, auf dass uns bleibt ein Bissen Brot.

Ach, du meine Güte!
i] Ausruf des Erstaunens, Güte = Gott.
berlinisch] Ach, du dicker Vater! (mit dem Zusatz: Hast du dünne Kinder!). - Ach, du dicke Eiche!

Ach, du, mein Ludewig, komm her und nudle mich.
Pommern

Ach, es ist zu spät' sagte die Frau, da ging sie der Knecht beim Leichenzug ihres Mannes um die Heirat an.

Ach, Herr Pastor, ich verlange nichts dafür, sagte das Mädchen, als er sie fragte, was sie mit ihren Sünden verdient habe.

Ach, ich Armer!
la] Vae misero mihi!

Ach, ich wünschte - hat noch nie ein Haus gebaut.
Libanon

Ach, lieber Jänner, sei doch recht kalt und mach' einen Fenner bei Jung und Alt.
Wohlau

Ach, liebste Madam Ludewig, ne, so was dut der Peter nich.
Stettin

Ach, Mensch, betracht', wie Gott verlacht all deinen Pracht, der in einer Nacht wird zu nichts gemacht.

Ach, Mudder, all dit Gêle.
Pommern
hdt] Ach Mutter, all dies Gelbe.
i] Scherzhafte Verwunderung über die Menge von irgendetwas.

Ach, Scheiden, wie tust du so weh, sagte der Fünfte, dem war das Hemd in Arsch gebacken.

Ach, welch ein Kummer, Frau Nachbarin: Der Hirsch wechselt sein Geweih nur einmal im Jahr und Euer Gatte alle Tage!
es] Ay, que trabajo, vecina: El ciero muda el penacho cada año ¡y vuestro marido cada dia!

Ach, wenn du nur noch Hörner hättest!
Kroaten

Ach, wenn ich nur schon geprügelt wäre, sagte der Junge, als er eine Flasche mit Bier zerschlagen hatte.

Ach, wenn's Brot wäre, sagte jener Hungrige, als er eine Perle fand.

Ach, wer ich daheym.
la] Utinam domi sim.

Ach, wie ist das eine schwere Pein, sich plagen und ohne Verdienst zu sein.

Ach, wie schön war die Wirtsfru, sagte der Knecht; ach wie hässlich ist die Rechnung, sagte der Herr.

Achselträger.
i] Ein unaufrichtiger Höfling, Konjunkturritter.
fr] Nager entre deux eaux.
la] Duabus sellis sedere.
la] Duos linis parietes.
la] Prolixius sic effertur.
la] Chordas geminas ferire.
la] Duabus sellis sedere.

Acht Ding reimen sich wohl zusammen: ein Koch und Fleisch, Bottenlauffer und ein ebener Weg, Gasterey und Fröhligte, ein zierlich Kleid und schöner volliger Mensch.

Acht Ding Sein, die ihnen selbst und anderen schaden: ein Narr, der nichts weiß, sich selbst für weise helt und andre lehren will, wer da suchet, das er nicht finden mag, ein gewaltiger, der ein Schalk ist, einer, der niemandes Rat begehrt und sich allein der weisesten schätzet, der Sich herren Dienst annimbt und weder Vernunft noch Klugheit hat, der vom Thoren Recht fordertt, wer in Seinem befohlenen ambte vntreuw ist, und ein Vngehorsamer, der sich nicht viel straffen lesset.

Acht Ding wohl zu versuchen sind: der Ochs im Pflug, der Starck im Streit, der König, der seim zorn nachgeit, der Geistlich in seim Ebenbild, der Reich an seiner Mild, der Arme an seiner willigkeit, der Kauffmann bey seiner wahr allzeit, und ein Frommer bey seiner Trew, der sich allzeit der wahrheit frew.

Acht Dinge bringen in die Wirtschaft Weh: Theater, Putzsucht, Ball und Tee, Zigarren, Pfeife, Bierglas und Kaffee.

Acht Dinge gehören zu einem guten Gastmahl: Freundliche Gesichte, viel gute Gerichte, Weine von Gewichte, eine schöne Nichte, eine lustige Geschichte, ein Zimmer geräumig und lichte, beim Sitzen nicht zu dichte und zuletzt eine gute Verpichte.

Acht Dinge haben von Natur Feindschaft gegeneinander: der Bauer und der Wolf, Katze und Maus, Habicht und Taube, Storch und Frosch.

Acht Dinge kann man in des Narren Apotheke erblicken: Gehirn von einer Mücken, das Blaue vom Himmel, bösen Gelds Schimmel, für den Sod Johannisbrot, für den Schweiß Harn von einer Geis, Kuckucksang, Schellenklang und zum Tanz Affenschwanz.

Acht Dinge machen den Reigen ganz: der Metzen ein Tanz, der Märgen (Mariechen) ihr Hans, einem jungen Laffen ein Kranz, dem Spieler eine Schanz, dem Fraß eine nördlingsche Gans, dem Hofmann ein Fuchsschwanz, dem Barfüßer sein Franz, dem Pfaffen seine Monstranz.

Acht Dinge sind gemeiniglich beisammen: Weiber und Flammen, Ross und Wagen, Hals und Kragen, Metzger und Schragen.

Acht Dinge sind, die nicht zusammengehören: Nacht und Tag, Gerechte und Ungerechte, Gutes und Böses, Leben und Tod.

Acht Dinge trifft man im Verein: Fass und Wein, Koch und Brei'n, Acker und Pflug, Wasser und Krug.

Acht Dinge werden durch acht Dinge nicht gesättigt: der Weise durch Kenntnisse, der Reiche durch Schätze, der Tod durch Geschöpfe, der Mensch durch Wünsche, das Denken durch Erwägung, das Himmelsgewölbe durch Umdrehung, die Lampe durch Öl, das Feuer durch Holz.
Arabien

Acht Dinge zieren acht andere: der Altar die Kirche, die Ware den Markt, das Getreide den Acker, die Scheide den Degen, der Zaum das Pferd, der Saum das Kleid, die Blume den Garten und ehrlicher Ruhm den Mann.

Acht dir nichts, g'schieht dir nichts.
Steiermark

Acht Edelleute aus dem osmianischen Gebiet führen eine Ziege auf den Markt.
Polen
i] Von der Armut des dortigen Landadels.

Acht Eier gehen auf einen Batzen, für den Meier gibt man aber auch da, wo man ihn nicht kennt, zwei und ein halbes.'
i] Urteil der Bauern über den herrschaftlichen Beamten.

Acht geben ist besser als Tausende besitzen.

Acht geben ist mehr als Reue.

Acht gegeben, es sind Schindeln auf dem Dache.
i] Empfiehlt Vorsicht im Reden in Gegenwart der Jugend, welche so leicht Feuer fängt, wie ein Schindeldach.

Acht giewen iß biätter es (besser als) dusend Daler.
Münsterland

Acht haben nicht großen Lohn und werden doch reich davon: Förster und Jäger, Amtleut' und Häger, Tutor und Prokurator, Verwalter und Kurator.

Acht' nicht sehr der Sterne Schein, wenn dir die Sonne will gnädig sein; wer aber ohne Sonne muss sein, der nehm' in Acht der Sterne Schein.

Acht nicht, was der Kläffer spricht, wenns nit Gott und ehren geschicht.

Acht Reiche und neun Arme können in einem Dorf nicht in Frieden leben.
Russland

Acht stück in einer Summ gehören zum Christentum: glaub, lieb, Hoffnung, geduld, beständigkeit, Unschuld, andacht, Mäßigkeit.

Acht stück sindt allenthalben zu viel und auf allen Gassen feil: Lugen, falsche Zeitung, vnzüchtige Weiber, falsche Freundt, Neid, betrügliche Wirt, Bossheit, vergebliche Hoffnung.

Acht Stücke sind zu Hofe wohlfeil: große Lügen, verdrehte neue Zeitung, verlorene leichtfertige Weiber, falsche Freunde, steter Neid, doppelte Bosheit, eitle Worte und vergebliche Hoffnung.
z] Aber warum zu allen Teufeln, habt ihr denn auch Höfe?
Rabelais
z] An manchem Hofe wird ein gar gottlos Sauleben geführt, sodass man daran um Leib und Seele kommt.
Luther

Acht Tage oder acht Wochen hungern müssen, bleibt sich gleich.

Acht Tage vor, acht Tage nach Mariä Geburt fängt der Herbst an.
Sardinien

Acht tragen selbst die Schuld, wenn sie beschämt werden: Wer uneingeladen zu einem Gastmahl kommt; wer in eines andern Hause in Gegenwart des Hausherrn befiehlt; wer Ehrerbietung von seinem Feinde fordert; wer Geschenke von einem Geizigen nimmt; wer andern gegen ihren Willen in die Rede fällt; wer hohe Personen schmäht oder gering schätzt; wer einen Platz einnimmt, der ihm nicht gebührt; wer jemand erzählt, der nicht hören will.

Acht und aber Acht macht sechzehn.
i] Ein Wort des Markgrafen Albrecht des Jüngern von Brandenburg. »Habt keine Sorge«, sprach er lächelnd, als man ihn warnte, der Kaiser werde ihn in die Acht (Land- oder Unteracht) und Aberacht (Oberacht) erklären, »Acht und aber Acht macht sechzehn; mit denen will ich schon fertig werden.« Der Ausspruch wurde Sprichwort, um damit die kaiserliche und Reichsacht zu verspotten. Das Wortspiel liegt teils in »aber«, das in Aberacht soviel wie Ober bedeutet, aber von Albrecht im wiederholenden Sinne genommen wurde, teils in »Acht«, das er als Zahlwort gebrauchte. Wenn ein Angeschuldigter nicht vor dem Gericht erschienen oder entflohen war, so konnte, nach altdeutschem Gerichtswesen, der Richter die Verfestung gegen ihn aussprechen. Wer verfestet war, konnte vom Kläger mit Gewalt vor den Richter gebracht, und, wenn er sich widersetzte, straflos getötet werden. Die Verfestung wirkte aber nur in dem Sprengel des Richters, der sie ausgesprochen. Wurde sie einem höheren Richter angezeigt, so wurde sie von diesem für alle unter ihm stehenden Gerichtssprengel bestätigt und dadurch wirksamer gemacht. Die vom Kaiser durch die kaiserlichen Gerichte ausgesprochene Verfestung hieß Acht und wirkte im ganzen Reiche. Wer über Jahr und Tag in der Acht blieb, wurde, wenn dies gegen ihn gezeugt ward, in die Aberacht getan »und sein Leib und Gut allermänniglich erlaubt und soll niemand daran freveln können, und soll selbigen Täter und Friedensbrecher niemand behausen, herbergen, atzen, tränken und keiner ihm Vorschub tun in seiner Obrigkeit Eigentum und Gebiet«.

Acht wohlfeile Dinge sind in der Welt: Große Lügen, falsche neue Zeitung, leichtfertige Weiber, falsche Freunde, steter Neid, doppelte Boßheit, eitle Wort und vergebliche Hoffnung.

Achte auf anderer Leute Gut.

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.
China

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
Talmud

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Talmud

Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Talmud

Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Talmud

Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
Talmud

Achte auf den Pfennig, und die Pfunde werden auf sich selbst achtgeben.
en] Take care of the pence, and the pounds will take care of themselves.

Achte beim Holzsammeln auf den Skorpion.
Simbabwe

Achte das Kleine nicht klein,
Es bewahrt die Keime des Großen.
Pfennig auf Pfennig gespart,
Türmt sich zum silbernen Berg.
Ist nur die Jugend gewonnen zum emsigen Sparen,
Lebt in der Zukunft gewiss froh ein zufriedenes Volk.

Achte deine Frau, doch die Zügel lass nicht aus der Hand.
Kurdistan

Achte den anderen, dann wirst auch du geachtet werden.
Ägypten

Achte den Arzt, bevor (o. ehe) du ihn brauchst!
Israel

Achte den Augenblick und genieße ihn, er ist das Beste, was wir haben, und das Einzige, was vergeht.
Australien

Achte di klên,
wes gern allên,
denke stedes up den Dag,
den nemand vörbigân mag.
Lübeck

Achte dich klein, sei fein und rein, mit niemand zu gemein, so wirst du wohlgelitten sein.

Achte dich klein,
mit niemand gemein,
so wirst du wohl gelitten sein.

Achte dich selbst.
la] Decora te ipsum.

Achte die Bräuche des Dorfes, in das du kommst.
Russland

Achte du mein, so acht' ich dein.
la] Vicem pro vice reddam tibi, care amice.

Achte eine gute Sippe ohne Ansehen des Lagers.
Russland

Achte eine Schlange nicht deshalb geringer, weil sie keine Hörner hat; niemand weiß, ob aus ihr nicht einmal ein Drache wird.

Achte keinen Ort ohne ein Ohr.

Achte nicht auf den Namen des Vogels, sondern auf seinen Gesang.
Russland

Achte nicht auf den, der spricht, achte auf das, was gesprochen wird.
tü] Söyleyene bakma, söylenene bak.

Achte nicht bloß auf das, was andere tun, sondern auch auf das, was sie unterlassen.

Achte nicht den, der dich nicht achtet.
Wales

Achte nicht, wer zu dir spricht, nur was man zu dir spricht.

Achte sicher darauf, dass deine Decke deine Füße bedeckt.
Aserbaidschan

Achte sie und sie wird auch dich achten.
Marokko

Achte(st) du mein,
so acht' ich dein.
la] Vicem pro vice reddam tibi, care amice.

Achte, dass du nicht ein Zaunstecken bleibest, womit man die Sau im Kessel treibt.

Achter Rücken lehrt man einen besser kennen.

Achterlei Händelstück bringen neunerlei Ungelück.

Achtest du die Ehre deines Volkes nicht, solltest du mit ihm auch nicht essen und trinken.
Russland

Achtest du mein, so acht ich dein.

Achtkantig hinauswerfen.
en] Turf sbd out. - To chuck (o. boot) sbd out. - To throw sbd out on his ear.

Achtsamkeit auf geringfügige Dinge ist die Wirtschaftskunst der Tugend.
China

Achttein (achtzehn) Handwerk is nägentein (neunzehn) Unglück.

Achtundachtzig ist a jüdische Klute.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Lieblingsfluch der Juden ist: 'Habe achtundachtzig schwarze (d.i. unglückliche) Jahre.'

Achtung gewinnt Achtung.

Achtung ist besser als Gold.
la] Bona opinio tutior est pecunia. (Publ. Syr.)

Achtung ist der jüngere Bruder der Liebe.
England

Achtung ist manchmal besser als Liebe.
Frankreich

Achtung verdienen Männer von Gewicht, doch alle, die viel wiegen, nicht.

Achtung vor dem Alter! Die Torheit vorm Alter schützen!
[ASpW]

Achtzehn gewinnt nie.
i] Zunächst beim Whist, es müssen zwanzig sein. Doch auch Spielerglaube, der nicht gern auf 18 anlegt, sondern meint, von 16 aus seien die fehlenden 4 Points leichter als von 18 die fehlenden 2 zu erlangen; wenigstens tröste sich der Gegner damit.

Achtzehn göttinnengleiche Töchter sind einem buckligen Sohn nicht gleichwertig.
China

Achtzehn oder drei.
i] Alles oder nichts, das Höchste oder das Geringste. Vom Würfelspiel entlehnt, wo achtzehn die höchste und drei die niedrigste Anzahl Augen sind, die man werfen kann. Von Wagehälsen gebraucht, die alles aufs Spiel setzen.

Achtzehn, wie auf dem Schießhause.

Ächzt du arbeitend, isst du gierig.
Estland

Acker um Acker, chuet an Stab.
Appenzell
un] A fekete földoen tarem a jô buza.

Acker und Pflug, Wein und Krug, durstiger Bruder, Zecher und Luder, Rettich und Ruben, Huren und Buben, Hühner und Hahnen, waren alle Gespanen.

Acker und Wiesen durch den Bauch führen.

Äcker, die außer der Landwehr liegen, sind schwer zu hüten.

Ackerbau ist der beste aller Berufe, Handel ist mittelmäßig, Dienen verächtlich, und Betteln der letzte Ausweg.
Bhojpur, Nepal

Ackerbau ist der beste Beruf, aber der Bauer muss selbst im Felde sein.
Marathi, Indien

Ackerbau und Bergwerk soll man nicht lassen feiern.
ndt] Ackerbau und Bergwerck soll man nicht feyren lassen.

Ackerbau und Literatur sind die beiden Hauptberufe.
China

Ackerbau, Ochsenschau und eine hübsche junge Frau machen ins Christentum manche Sau.

Ackergurren lässt man weiden ohne Zaum, die köstlichen Stuten werden wohl gehütet.

Ackerland hält stets Bestand.

Ackern und Düngen ist besser als Beten und Singen.

Ackersmann, Schlackersmann, ich lobe mir den Handwerksmann.
ndt] Ackersmann - Schlackersmann, eck lobe mui den Handwerksmann.
ndt] Ackersmann - Slackersmann, viel beeter is en Handwerksmann.
Westfalen
i] slackern = sich beschmutzen
ndt] En Ackermann, en Schlackermann, et geht nit für, wei 'n Handwerk kann.

Acker-Studenten und Pfluge-Doktores müssen immer lernen mores.

Ackert der Mann nicht, hungert die ganze Familie. Webt die Frau nicht, friert die ganze Familie.
China

Ackerwerk hat Mühe.

Ackerwerk soll nähren, Kriegswerck soll wehren.

Ackerwerk, Wackerwerk.

Adam - der erste Entwurf für Eva.

Adam hat das Obst gegessen und wir haben das Fieber davon.

Adam hat den Apfel gegessen, und uns tun die Zähne davon weh.
Ungarn

Adam hat genascht verbotne Bissen und wir müssen dafür büßen.

Adam hatte sieben Söhne,
Sieben Söhne hatt' Adam.
Sie aßen nicht, sie tranken nicht,
Sie waren alle liederlich,
Sie machten's alle, so wie ich: (der Deklamierende macht irgend etwas vor, das die Spieler nachmachen).
Kinderlied

Adam is in de Pott.
Kleve
i] Um zu sagen, dass nichts mehr da, dass alles aufgezehrt ist.

Adam iss.
i] Von der Verführungsgewalt, welche das schwache Geschlecht seit Evas Zeit über das starke ausübt.
z] Der Apfel aber, den Eva brach,
Bracht' uns in alles Ungemach.

Adam mit Naschen hat verricht', all das Übel, das uns anficht.
ndt] Adam mit seinem naschen zuricht, dass vns nun alles vbel anficht.
la] Mala, mali, malo, contulit omnia mundo.

Adam muss eine Eva han, der er zeihe, was er getan.
i] Schildert die ziemlich allgemeine Neigung, in anderen den Grund unserer fehlerhaften Handlungen zu suchen, andere für die eigenen Dummheiten verantwortlich zu machen.
bm] Petr na Pavla, a Pavel na Havla.

Adam schiebt die Schuld auf Eva, und Eva auf die Schlange.
dk] Adam gaf (skjöd) Skylden paa Eva, og Eva paa Slangen.
la] Se quisque absolvere gestit.
la] Transfert et proprias aliena incrimina culpas.
sd] Adam sköjt skulden på Eva och Eva på ormen.

Adam sündigt im Paradies, Luzifer im Himmel.
i] Der Ort schützt nicht, nur die sittliche Macht im Menschen.
dä] Adam syndede i Paradis, Lucifer i Himmelen.

Adam und Eva den Apfel aß, so entgelte ich, dass ich nie genas.

Adam und Eva fuhren auf der Schlefa (Kinderschlitten), Adam vorne weg, Eva fiel in Dreck.

Adam und Eva sprachen von ihrer Liebe auf Persisch, und der Engel der sie aus dem Paradiese trieb, sprach Türkisch.

Adam und Eva waren zwei Diebe.

Adam und Samson,
David und Salomon,
die hatten Wisheit unde Kraft,
doch twang sie Wibes Meisterschaft.

Adam war nichts als ein roher Entwurf, und die Schöpfung des Menschen ist Gott erst völlig gelungen, als er Eva erschaffen hat.

Adam, Samson, David, Salomon Weibslist beruckt, wer kan bestohn.

Adam, was hast du getan!

Adam, wo bist du?
i] Scherzhaft nach 1. Mos. 3,9, auch Name eines Suchspiels, scherzhaft gerufen, wenn man jemanden (o. etwas) nicht finden kann. Vorwurf, wenn sich jemand seiner Verantwortung entzieht; scherzhaft, wenn jemand etwas nicht finden kann
z] Wie ich mir nun das ansah, dacht' ich mir: Adam, wo bist du? Ich werde dich schon fassen.

Adams Apfelbiss bringt uns den Tod gewiss.
dk] Adam og san Eve, tagde store leve.

Adams Apfelmus macht uns allen viel Verdruss.

Adams Kinder sind Adam gleich.
un] Kiki jól bele harapott az almába.
un] Kiki közülünk Adámfi.

Adams Kinder sind alle von der Natur entweiht.

Adams Kinder sind nicht alle gleich.

Adams Kinder, geschwinde Finder, große Sünder.

Adams Natur und Schuld lassen sich nicht mit Feigenblättern bedecken.

Adams Rippe bringt mehr Schaden als Nutzen.

Adams Rippe bringt nicht Heilung, nur die Grippe.

Adams Rippe bringt weniger Nutzen als Schaden.
Polen
var] Adams Rippe bringt mehr Schaden als Nutzen.

Adams Rippe ist schlimmer als die Grippe.
fr] La côte d'Adam n'a pas tant de bien que da dam.
i] Sie bringt mehr Schaden als Nutzen.

Adams Rippen und Rebensafft hat mannichen in groß Armut bracht.

Adams Sohn kann ohne Arbeit nicht Brot essen.

Adamsäpfel sind (werden) nie reif.

Adamsapfel.
i] Da Adam das Kerngehäuse des verbotenen Apfels im Halse steckengeblieben war und sich so der Kehlkof des Mannes gebildet hat.

Adamskinder sind wir alle, aber die Seide unterscheidet uns.
England

Ade (adje) sagen.

Ade (Adje), Welt, ich geh' ins Kloster (o. Tirol).

Ade ihr lieben Fässer, der Herbst ist eingebracht!

Ade Sünde, ade Schande!

Ade Welt, ade!

Ade Welt, du bist mir langweilig, ich gehe ins Kloster.

Ade Welt, ich gehe ins Tirol.

Ade, du liebes Waldesgrün!
Vogl, Ade, du liebes Waldesgrün

Ade, Lieb, ich kann nicht weinen; verlier' ich dich, ich weiß noch einen.
i] Trostwort solcher, welche nicht gesonnen sind, in Werthers Fußstapfen zu treten)

Ade, Tugend, ab' ich gelt, so bin ich lieb.

Adebar, der Storch.
Nach Reineke Fuchs, dem Tierepos (um 1200)

Adel - Tadel.
i] Adelig muss untadelig sein.
z] Adel, tadel. Gelt ist der Adel, gelt ist ohne tadel.
fr] Il n'y a generation où il n'y ait putain ou larron.
sp] No ay generacion, do no ay puta o ladron.

Adel allein bei Tugend steht, aus Tugend aller Adel geht.
fr] La source de noblesse est fraude et vitesse.
fr] Noblesse vient de vertu.

Adel bringt den Topf nicht zum kochen.
Schottland

Adel entspringt nicht aus Blut, er ist der Tugend Heiratsgut.
fr] La vraie noblesse est celle du c?ur.
nl] De adel der ziel is meer waardig dan de adel des geslachts.
la] Nihil est nobilitas generis, nisi morum nobilitas adsit et humanitas.

Adel gehet aus Tugend.

Adel geht nicht für Ehrbarkeit.
i] Nicht immer sind Adlige auch ehrenhaft.

Adel gesellt sich nicht zu Plebs.
nl] Adel moet bij adel, en stront bij zijn' broêr wezen.

Adel hat kein Erbrecht.
la] Miserum est, alienae incumbere famae. Juvenal
la] Nam genus et proavos et quae non fecimus ipsi. Ovid
la] Non genus virum ornat, generi vir sorti loco. Accius

Adel hin und Adel her, wer edel tut, ist ein Edelherr.
dk] Adel her, adel der, hvo aedelt giör, vist adel er.

Adel ist der Tugend Kron und Lohn.

Adel ist ein sehr günstig Ding.
i] Wegen der bedeutenden Vorzüge, die dieser Stand genoss. Wer ihm angehörte, war vollständig frei. Mit dem Begriff der Freiheit verband die mittelalterliche Anschauung die Vorstellung von Gerechtigkeit, Weisheit, Tugend und alle löblichen Eigenschaften, während sie den Unfreien jede Schalkheit zumaß.
altfries] Diu adelheit is em seer gonstich thing.

Adel ist nichts ohn Tugend.

Adel ist sterblich, die Dummheit ist erblich.

Adel ist von Bauern her.
fr] Le tiers estat est le seminaire de noblesse.

Adel kommt von Natur und nicht von Amt.
[RSpW]
i] Amtsbesitz adelt nicht. Nach mittelalterlicher Anschauung ist der Adelige geborener Heerführer, Richter, Beamter. Alle Rechte und Ämter sind Folgen, nicht Ursachen seines Adels. Das Amt kann niemand adeln.
mhd] Adel komet von naturen unde nicht von ammecht. Sächsisches Weichbildrecht

Adel kommt von Tugend.
fr] Noblesse vient de vertu.

Adel legt Pflichten auf.
Frankreich

Adel macht den Kohl nicht fett.
fr] La nobilità è una magra vivanda in tavola del povero nobile.
nl] Adel is een arm geregt.
nl] Adel is eene dunne schotelspijs.

Adel muss man durch Tugend erstreben, er wird durch Geburt nicht gegeben.
fr] Nulle noblesse de paresse.
it] La nobilità non s'acquista nascendo ma virtuosamente vivendo.

Adel ohne Geld gilt wenig in der Welt.
en] Gentility without ability is worse than plain beggary.
it] La nobilità poco si prezza se vi manca la richezza.

Adel ohne Tugend ist eine Nußschale ohne Kern, ein Ei ohne Dotter.

Adel ohne Tugend und eine Laterne ohne Licht leuchten beide nicht.
dk] Adel uden dyd er en lygh uden lys.
it] La vera nobilità cleve esser accompagnata con l'honestà.

Adel sitzt im Gemüte und nicht im Geblüte.
i] Adlig ist nur, wer sich auch edelmütig verhält.
en] Handsome is that handsome does.
en] Birth is much, but breeding is more.
fr] Beauté sans bonté ne vaut pas un dé.
fr] Noblesse vient de vertu.
it] Bello è chi bello fa.
la] Generositas uirtus, non sanguis.
it] La vera nobilità sta nel cuore.
la] Nobilitas sola est atque unica virtus.
la] Stemmata quid prosunt, si virtus deficit omnis.
la] Virtute decet non sanguine niti.
sd] Adel sitter i modet, icke i blodet.
sp] Cada uno es hijo de sus obras.
sp] El corazón muestra la nobleza verdadera.
sp] El varón es quien ennoblece.
sp] La sangre se hereda, la virtud no.

Adel stehet wohl bei Tugend.
it] La vera nobiltà male non fà.

Adel und Stände muss man nicht mehr soutenieren, sagt Kaunitz.
i] Nämlich als sie nach dem Frieden von 1763 die weitern Steuern verweigerten.

Adel vereinsamt, wer weiß es besser als ich? Arbeit verbindet.
Ernst Weiß, Der Aristokrat, 1. Teil, Kap. 6

Adel verpflichtet.
fr] Noblesse oblige. (Wahlspruch der Herzöge von Lévis)i] Der Adelige muss adelig handeln, oder im weiteren Sinne: Man muss sich standesgemäß benehmen.
pl] Szlachectwo zobowiązuje.

Adel, Pfaffen und Fledermäuse,
Huren, Juden und Filzläuse,
wo die nehmen überhand,
sind verloren Leut' und Land.

Adel, Tadel.

Adel, Tugend und Talente sind nichts ohne Rente.

Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.
i] Dadurch wird der Geldadel zum vornehmsten erhoben, obgleich er unstreitig der erbärmlichste ist. Der Geburtsadel lebt wenigstens in der Erinnerung ehemaliger Größe, der Geldadel aber nährt den dümmsten Stolz auf ein totes Metall und macht die Seele und die Finger zugleich schmutzig.
mhd] Adel, tugent, kunst seind on gelt vmbsonst.
la] Nihil sine pecunia, hoc est: nisi habueris pecunias, nec nobilitas, nec scientia, aut virtus proderit.

Adel, Tugend, Wissenschaft und Kunst, sind ohne Geld umsonst.

Adelheid im weißen Kleid verkündet gute Sommerzeit.
Bauernregel

Adelheit ist dreierlei: eine aus der Tugend, die andere aus der Geschicklichkeit, die dritte aus der Geburt oder Reichtum.

Adelig und edel sind (o. ist) zweierlei.

Adelig und edel sind verwandt wie Rossschweif und Fliegenwedel.

Adelig, was ehrlich.

Adels Mutter ist die Ehre, Adels Tochter ist die Wehre.

Adels Schwester ist Demut, kein Menschen sie verachten tut.

Adelsbrief und Hofsuppen sind gemeiner denn ein Bauernjuppen.

Adelsbrief' und Hofsuppen sind niemand versagt.

Adelsbrief' und Hofsuppen sind zu Hof gemeiner (o. wohlfeiler) denn ein Bauernjuppen.

Adelschaft bringt Tadelschaft.

Adelsrecht - Adelspflicht.
fr] Noblesse oblige.

Adelstolz sitzt auf einem Pferd von Holz.

Ader und Geld lassen nicht nicht bergen.

Aderlassen ist gut, so oft es von nöten tut (o. wenn es not tut), wer's nicht bedarf, dem ist lassen das Beste.
i] Das Aderlassen war im 17. Jahrh. wie Essen, Trinken und Schlafen ein Lebensbedürfnis.
z] Im Jenner ist gut Häuser bauen, Hochzeit machen, aber niemals Aderlassen. Im Hornung ist gut Hölzer spalten, warm sich halten und am besten - Aderlassen. Im Märzen ist gut Bäume schneiden und am Daumen Aderlassen.

Aderlassen ist gut, wen es nottut, wer's aber nicht bedarf, dem ist lassen das Beste.

Aderlassen, Abführen und Beichten Leib und Seel' erleichten.

Ädern und rädern.
Luther

Adieu Lieb, ich kan nit weinen, wilt du nit, ich weiß schon einen.
z] Wenn dir dein Liebchen untreu war, musst du dich nur nicht gleich ermorden; vielleicht nach einem halben Jahr, wärst gern du selbst sie los geworden.
bm] Stará láska nehasne (nzarzaví.)

Adieu, Profit.
la] Vale charum lumen.

Adieu, Schneppe.
i] In dem Sinne: Hin ist hin.

Adieu, Welt, nu reise äk na Tirol.
i] Ich verschwinde, gehe schlafen.

Adje Brûd (Braut), de Frû is ût.
Holstein

Adje, Partie. Rottenburg
i] Das tue ich nicht, da bin ich nicht dabei.

Adje, Welt, ich geh' ins Tirol.

Adjeh, Liesken, sechs Dreier liggen up't Trepp'.
Ukermark
i] Wird als Witzwort gebraucht, um sich scherzhaft oder spöttisch zu verabschieden.

Adjüs seggt 'n wenn 'n weggeiht.
Pommern'
hdt] Adieu sagt man, wenn man weggeht.
i] Als Ergänzung wird vorausgesetzt: Wenn man kommt, sagt man guten Tag. Das Wort wird nämlich gebraucht, wenn jemand kommt, ohne 'guten Tag' zu sagen.

Adler brüten keine Tauben.
en] A wild goose ne'er laid tame eggs.
en] Owls do not breed falcons.
en] Brave men breed no cowards.
fr] Les loups n'engendrent pas de moutons.
it] D'aquila non nasce colomba.
it] Il lupo non figlia agnelli.
sp] De águila no nace paloma.
la] Aquila non generat columbam.

Adler fangen (o. fängt) keine Fliegen (o. Mücken, Flöhe).
i] Ein großer Geist verachtet des Kleinliche und Erbärmliche.

Adler fängt keine Mücken.
fr] L'aigle ne s'amuse point à prendre les mouches.

Adler fliegen (gern) allein.
z] Der Starke ist am mächtigsten allein.
Schiller

Adler fliegen allein, aber Schafe scharen sich zusammen.
USA

Adler fliegen alleine, Schafe gehen in Herden.
China

Adler fliegen hoch unter den Wolken, Schmetterlinge niedrig über dem Gras.
Estland

Adler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.
i] Die Großen der Erde haben wohl große Macht, aber auch große Gewalt, wehe zu tun.

Adler kriegen nicht mit Fröschen.

Adler legen ihre Eier nicht in Spatzennester.

Adler zeugen Adler.
i] Großes stammt nur von Großem ab.

Adleraugen sind nicht Eulenaugen.

Adlerfedern verzehren die Taubenfittiche.

Adlers Federn tun großen Schaden, wenn sie unter fremde gemengt werden.

Adlersfedern haben immer die fetten Taubenfedern verzehrt.

Adlersfedern verzehren die Taubenfittiche.

Adlertag ist ein Fliegenjahr (o. Mückenjahr).

Adlicher mut tut ungezwungen, was da gut.

Adlig und edel sind verwandt wie Rossschweif und Fliegenwedel.

Adlig und edel sind zweierlei.

Adlig und tugendsam schicken sich gar wohl zusamm.
fr] Noble et vertueux.

Adlig was ehrlich.
sd] Adelig och ärlig.

Adlig wie ein Stiftsherr.

Adliger als Kodrus.
Griechenland
i] Spott auf die, welche sich verrauchter Ahnenbilder rühmen.

Adressen zeigen großen Mut, denn sie kosten ja kein Blut.

Advokat, dass heißt, einer, der aus jeder Sache etwas zu machen weiß?
Goethe (1749-1832), zu F. J. Frommann, 1827

Advokaten - Schadvokaten.
i] Auch von Rechthabern. Daher entbrannte der Zorn des deutschen Volkes nach der Freiheitsschlacht unter Hermann am heftigsten gegen die römischen Advokaten, deren Justizkunst sie für eitel Rechtsverdrehung achteten, so dass keiner am Leben blieb.
it] L'avvocato non ha l'occhio alla borsa del cliento, ma alla sua.

Advokaten - Teufelsbraten.
Schaumburg

Advokaten haben lange Tagwerke.

Advokaten halten es nicht wie die Kutscher: sie nehmen das Trinkgeld, bevor sie starten.

Advokaten leben nicht von Prozessen, sondern von der Elle, womit sie sie messen.

Advokaten lieben Dukaten.
it] Agli avvocati piacciono i ducati.

Advokaten treiben es wie Kutscher, sie halten die Hand auf, bevor sie starten.
England

Advokaten und Ärzte leben gut von anderer Schaden.
dk] Lov-kjön og barsker have gavn af andres skade.

Advokaten und Lachse machen oft seltsame Sprünge.

Advokaten und Maler können leicht aus Weiß Schwarz und aus Schwarz Weiß machen.
dk] Lov-kjön og maler kand snart gjöre hvidt hvad sort er, og sort hvad hvidt er.

Advokaten und Soldaten sind des Teufels Spielkameraden (o. Spielgenossen).
i] Ein tüchtiger, redlicher und mutiger Advokat ist die beste Schutzwehr gegen Willkür, Ränke und Rechtsverdrehung. Wo es in unseren Tagen einen Rechtskampf des Volks galt, da haben wir stets die hervorragendsten Namen dieses Standes in den vordersten Reihen erblickt. Solche Elemente aber, die das Recht verdrehen und das Volk ausbeuten, finden wir auch in anderen Ständen.
fr] Si enfer n'est plein, jamais n'y aura d'advocat sauvé.

Advokaten und Wagen gehen nicht ohne Schmiere.

Advokaten und Wagenräder wollen gut geschmiert sein.
ndt] Advocoten un Wagenreader möt beide smeart weren.
Westfalen

Advokaten und Wiegen sieht man 'über und 'nüber fliegen.
z] Etliche Advokaten sind wie eine Wiege, die bald hin-, bald herwankt.

Advokaten werden leben, solange es ein Mein und Dein wird geben.

Advokaten, die Bratenwender der Gesetze, die so lange die Gesetze wenden und anwenden, bis ein Braten für die dabei abfällt.
Heinrich Heine

Advokaten, die sich lassen die roten Männlein betriegen und bovem in lingua tragen.

Advokaten, Schadvokaten.

Advokatenbart - böse Art.
fr] Barbe d'avocat, qui croît par articles.

Advokatenfedern und Winzermesser schneiden gleich gut.
it] La penna dell'avvocato è un coltello di vendemmia.

Advokatenrat ist teuer.

Advokatenzungen müssen mit Gold geschmiert werden.

Adzofu sieht nach einem sehr schlechten Getränk, sie gaben ihm stattdessen eine Medizin.
Afrika

Aeneas roch Lavendelduft und kannte seine Mutter.

Affe bleibt Affe, auch wenn er goldenes Geschmeide trägt.
Altgriechisch

Affe, was hast du für schöne Jungen!
i] Ironische Bewunderung von hässlichen Kindern und widerwärtigen Taten.

Affekte hindern Herz und Mut, dass man nicht sieht, was recht und gut.

Affekte sind böse Ratgeber; in Gerichts- und Ratsstuben muss man sie in den Winkel stoßen.

Affekten regieren das ganz Hauss eines Menschen, und haben zu Dienern alle Sinn und Glieder.

Affekten und Begierden sind wie Zunder, glimmen und brennen von einem Wort, und hilft kein habitus darvor.

Affekten und Leidenschaften unterworfen zu sein, ist wohl immer Krankheit des Gemüts; weil beides die Herrschaft der Vernunft ausschließt.
Immanuel Kant, Anthropologie in moralischer Hinsicht

Affen aufm hohen Baum machen sich so wercklich, das die zuseher lachen müssen.

Affen ausnehmen.
i] Etwas Törichtes unternehmen.

Affen bleiben Affen, wenn man sie auch in Sammet kleidet.

Affen bleiben Affen, wenn man sie auch in Seide, Sammet und Scharlach kleidet.
i] Die geschmückte Außenseite macht keinen Unwürdigen achtungswert. So, sagt Erasmus, bleibt ein Weib ein Weib, was für eine Rolle sie auch immer spiele.

Affen brauchen nicht auf reife Zwetschgen zu warten.

Affen des gleichen Alters spielen zusammen.
Kongo

Affen fängt man in Stiefeln und hängt sie dann an Ketten.

Affen fängt man mit großen Bundschuhen.
i] Bundschuh heißt auch Verschwörung.

Affen fängt man nicht mit Stricken.
i] Von Schlauen, die sich nicht auf plumpe Weise bestricken lassen.
la] Simia non capitur laqueis.

Affen feil haben.
i] Maulaffen feil halten.

Affen können wohl Menschengebärden nachtun, aber nicht den Verstand.

Affen pflücken die Früchte gemeinsam.
Liberia

Affen pflücken mit Affen Obst.
Liberia

Affen scheren.

Affen sind Affen, wenn sie auch Chorröcke anhaben (o. tragen).

Affen sind nie tierischer, als wenn sie Menschenkleider tragen.
England

Affen und Esel lieben ihre Jungen am meisten.

Affen und gaffen.

Affen und Pfaffen frei sind der Strafen.

Affen und Pfaffen lassen sich nicht strafen.

Affen und Pfaffen machen viel zu schaffen.

Affen und Pfaffen.

Affen und Pudel lassen sich nur einmal (auf dieselbe Weise) anführen.

Affen unter sich lachen über des anderen tiefe Augenhöhlen.
Bantu

Affen verspotten sich gegenseitig.
Simbabwe

Affen warten nicht auf reife Früchte.
Simbabwe

Affen weisen.

Affen wissen, wie man auf Bäume klettert.
Trinidad/Tobago

Affen zu Affen und Meerkatzen zu Meerkatzen.
i] Auf der früheren Unterscheidung von Affen und Meerkatzen beruhend.

Affen, Frauen, trunkner Mann, kein Ding lang heimlich halten kann.

Affenartige Beweglichkeit.
i] Wurde dem Preussischen Heere Ende Juni 1866 von der Wiener Zeitung Die Presse zum Vorwurf gemacht. Sehr häufig wird der Ausdruck in affenmäßige Geschwindigkeit verändert.

Affenartige Geschwindigkeit

Affengeil.
i] Jugendsprache = 'sehr gut'. Mittelhochdeutsch 'geil' = froh.
en] Right on. - Safe. - Wicked - Ace - Magic - Cool - Brill - Fucking brilliant. - Really really good.

Affenmäßige Geschwindigkeit.

Affenrat und Buhlerwerk treibt der Aff' von Heidelberg.

Affenrespekt (vor jemandem) haben.
i] Sehr wenig, da der Affe ein possierliches, lächerliches Tier ist.
la] Non pluris quam simias.

Affenschmeer haben.
i] Allerhand Täuschungsmittel, Überredungskünste besitzen und anwenden.

Affenvolk hört keinen Rat, es komm' ihm denn ein großer Schad'.

Äffst du mich, so äff' ich dich.
en] Claw me and I'll claw thee.

Afgunst (Abgunst) der lüde kann nich schaden, watt Gott will det mot wohl geraden.
Hildesheim

Aflâte (ablassen) kömmt ömmer tomât.
Königsberg
i] Im Handel gilt es auf hohe Preise zu halten, ablassen kann man stets.

Afn Hund keme.
Oberösterreich

Afrika bringt immer etwas Neues.
i] Auf Neuigkeitskrämer, die seltsame, aber oft unglaubliche Dinge auftischen. Weil man früher aus diesem Erdteile, als dem unbekanntesten, die fabelhaftesten Dinge erzählte.
la] Ex Africa semper aliquid novi.

Afrika fängt bei den Pyrenäen an.
Spanien
i] Man will dadurch die Unkenntnis schildern, die im übrigen Europa über die inneren Zustände Spaniens, die für uns gleichsam afrikanisch sind, herrscht.
Danach gebildet: Der Balkan fängt hinter Wien an.

Afterei, Murren und Zorn über Tisch sich nicht gehor'n.

Afterred' und Zorn gehören sich nicht über Tisch.
i] Über die Beherrschung des Zorns.

Afterreden - böse (schlimme) Reden.

Afterreden erschüttern einen Weisen nicht.

Afterreden hat alle Zungen vergiftet.

Afterreden heißt in Gottes Gericht greifen.

Afterreden und Zorn gehören sich nicht über Tisch.

Aftersprache und Hinterrede haben großen Schaden gemacht.

Agathe (5.2.), unsere Gottesbraut, die macht, dass Schnee und Eis wegtaut.

Ägidius (1.9.) Regen kommt ungelegen.

Ägidius Regen kommt ungelegen.
Bauernregel

Agitator: Politischer Weichmacher.

Agtreagi un Pisel, an delfal un Bussam.
Nordfriesland
hdt] Die Treppe hinaufsteigen im Pisel (d.i. dem zweiten Wohnzimmer im friesischen Wohnhause) und herunterfallen in den Stall.
i] Wer hoch hinauswill, wer aus Hochmut nach eiteln Dingen strebt, fällt schnell und schimpflich.

Ägypten ist für den, der hin will, nicht weit.
Arabien

Ägyptische Finsternis.
dk] Egypti mørk.
la] Cimmeriae tenebrae.

Ah, da bitt' ich um eine Abschrift.
i] Damit protestiert der Wiener gegen irgendeine starke Zumutung.

Ah, da legst dich nieder.
Wien
i] So heißt es bei einer Erzählung, welche die Hörer in Erstaunen versetzt.

Ah, meine Tochter, wenn du alle Schwierigkeiten der Ehe kennen würdest, würdest du keinen Mann nehmen.
Indianer

Ah, meine Tochter, wenn du alle Vergnügungen der Ehe kennen würdest, hättest du schon längst einen Mann genommen.
Indianer

Aha, das ist ein ander Korn, sagt der Müller, hat in ein Mausbemmerl bissen.

Ahnenstolz und Bauernstolz sind Geschwisterkinder.

Ähnlich wie ein Quarksack dem ungemachten Käse.
v] Blaw als der himmel in einer farb. Brennt wie feuer. Brinnt wie strow. Dürr als im Sommer. Faul als ein Esel. Frässig als ein Wolff. Fortschnell als ein Hass. Glitzend als ein schmid vor Tage. Gifftig als eine Schlang. Grymmig als ein Löw. Hochfartig als ein Pfaw. Hurtig als ein Affe. Kalt wie eiss. Keusch als eine Turteltaube. Listig als ein Fuchs. Neidig als ein Hund. Rauch als der mertz. Richig als ein Beer. Sänfft als der Mey. Vnkeusch als ein Spatz. Unstät als das Wetter im Aprill. Vergleicht sich wie wyss und schwartz. Wüst als eine Saw. Zerschmilzt wie schnee.' Ferner: 'Bitterer weder ein gall. Gelber dann ein saffran. Grüner dann grass. Harter dann stein. Liechter weder die Sonn'. Rötter dann Blut. Schwärtzer dann ein kol. Süßer weder Honig. Vester dann ein maur. Vinsterer weder die nacht. Weycher dann wachs. Weisser denn schnee.

Ähnlicher als eine Feige der anderen.
i] Im Scherz von sehr ähnlichen Dingen.
la] Similior ficu.

Ähnliches Sprichwort in Deutschland: Jeder strecke sich nach seiner Decke.)
Syrien

Ähnlichkeit ist nichts anderes als Wiederkehr.

Ahnungslosigkeit ist eine gute Waffe.

Ähre auf Ähre gibt auch Brot.

Ährenleser küren nicht (o. sind nicht kürisch).
fr] Celui ne choisit pas qui glane.

Ährensammeln und Spinnen ist nur ein klein Gewinnen.

Akazien gewähren keinen Genuss, sie sind bloß zum Zerschneiden gut.
i] Von Menschen, die zu nichts zu gebrauchen sind.

Akkordieren ist der erste Gewinn.

Akkurat scheißt kein Bauer.
i] Man soll es nicht zu genau nehmen.

Akorn und Geissmist b'hebt den Mann, wie er ist.

Akpo sagt, trotz des Kochens von Palmnüssen, er könnte beim Frühstück keine Sicherheit hinsichtlich seines Abendessens erhalten.
Afrika

Aktive Hände, volle Bäuche.
Kambodscha

Akzeptier fremde Meinung und halte dich an deine Einsicht.
Böhmen

Akzeptier jede Meinung, und halte dich an deine Vernunft.
Polen

Akzeptier nicht die Fehler, die du nicht gemacht hast.
Kenia

Akzeptiere nie »Das ist eben so«, sondern versuche, es in deine Richtung zu ändern.
Unbekannt

Akzidentia hol die Pestilenzia.
zit] »Wenn man mit den Leuten umgehet, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum, das sind Akzidentia. Wenn man die Untertanen schröpft, wie der Bader eine alte Weiberhaut; wenn man die Handwerker traktiert, wie die Beißzange die Hufnägel; wenn man im Amt so treulich handelt, wie die Maus im Speisegewölbe; wenn man die Ausgabe für die Herrschaft mit einer längern Elle misst, als den Empfang; wenn man keinem Gehör vergönnt, der Opferstock habe denn seine Vision.«

Alabaster gibt teure Pflaster.

Alan muss dem Pfahl nicht auf das spitze Ende schlagen.
Russland

Alarm schlagen.
i] Eine Warnung ausgeben, die Öffentlichkeit informieren, auch: sich aufregen über eine missglückte Sache.

Alaun für Zucker essen.
i] Einen Tadel für Lob annehmen, etwas Scharfes, Bitteres für Beweis der Güte ansehen

Albanien ist klein, aber Albaner haben eine große Seele.
Albanien

Albern Leut dienen nicht in die Welt.

Albern und fest ist besser als schön und kraus.
i] Lob der Kindlichkeit und kindlichen Einfalt.

Albern wie eine ungemachte Wassersuppe.

Alberne, heiratsfähige Töchter, eine mühsam zu hütende Herde.

Albernheit ist eine Erholung von der Umwelt.

Alberts Zeit, der Ochsen Freud.
Masuren

Albin Regen, kein Erntesegen.
Bauernregel

Alchemie ist eine Kunst, für die sogar der Kaiser zu arm ist.

Alchemie, Bergwerk, Vogelstellen, verderben manchen Junggesellen.

Alchemisten Kunst ist niemand wert, er habe denn Haus und Hof verzehrt.

Alchemisten misten.
i] Sie verwandeln, um Gold zu gewinnen, Geld und Gut in Mist.
dk] Alemist aller Alchemist, thi for at saae gald, forsaetter han celt sit guld og gods.

Alchimisten lass vnder dein dach nit nisten.

Alchmisten Kunst ist niemand wert, er hab den Haus und Hof verzert.

Alcinoische (Tafel), d.i. schwelgerische Tage verleben.

Alefanz macht die Schuhe ganz.
i] Alefanz heißt soviel als List zu Gewinn, Vorteil, Eigennutz und ist mit der jetzigen Plusmacherei gleichbedeutend. Im neuern Sinne bezeichnet es Fremdartiges, Unnützes, Törichtes.

Alemtejr ist Portugals Kornkammer.

Alexander (26. Feb.) und Leander (28. Feb.) suchen Märzluft miteinander.

Alexander der Große war klein zu Rosse.

Alexander und Leander suchen (bringen) Märzluft miteinander.
Bauernregel

Algarve ist das kleinste Königreich der Christenheit.

Alibi-Funktion.
i] Wenn dadurch eine Entlastung erfolgt, von einem Strafverfahren abgesehen wird.

Alkohol ist der einzige Feind, den der Mensch wirklich lieben gelernt hat.

Alkohol ist der König der Sünde.
Arabien

Alkohol ist nicht die Antwort. Hilft aber, die Frage nicht so ernst zu nehmen.

Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse.

Alkohol löst Zungen, aber keine Probleme.

Alkohol macht die Leute toll.
i] Sprichwort einzelner Branntweinvertilgungsgesellschaften.

Alkohol mäßig genossen schadet auch in größeren Mengen nicht.

Alkohol spricht sehr laut, sobald er den Krug verlässt.
USA

Alkohol zieht den Horizont auf den Umfang eines Bierdeckels zusammen.

Alkoholausschreitungen sind hässlich. Aber solange der Saufteufel noch eine Großmacht ist, wird nur eine geschwollene Moral einen Stein auf ein paar arme Kerle werfen, die sich in ihrer Weise einen vergnügten Tag gemacht haben.
Ossietzky, Das Erfurter Urteil

Alkoholiker haben allen Grund, auf ihre Gesundheit zu trinken.

Alkoholische Getränke sind vergesslich.
Island

Alkoholismus - Ursache aller modernen Krankheiten.
Gustave Flaubert

Alkoholismus: Gift und Gegengift sind identisch.

Alkoholismus: Manche Liebe wird durch den Durst gelöscht.

All Abend, bevor ich zur Ruhe geh'.
Unbekannt (vor 1840), Melodie von Franz Abt

All das geschieht mit Arglist.
la] Dolo malo haec fiunt omnia.

All dein Anfang und Ende befehle Gott in seine Hände.

All dein Ding fang mit dem Ende an.

All der Wind schüttelt keinen wurmstichigen Apfel.
en] All this wind shakes no corn.

All Ding ein' Weile, aber (lang ist) nicht ewig.

All Ding geht im Gewicht, wie der Bauern Dreschflegel.

All ding haben zwei ansehen.
la] In bivio sunt omnia.
la] Vnum iter ad virtutem, alterum ad vitium.

All Ding hat ein Ende und die Mettwurst hat zwei.

All Ding hat ein warum.

All Ding hat sein Anfang (und Gewächs).
i] An dem Fleischhause zu Nürnberg über dem Eingange liegt ein in Stein gehauener Ochs, dessen Gewicht nahe 30 Zentner beträgt und der den Fremden als Wahrzeichen gezeigt wird. Darunter steht (in lateinischer Sprache): All Ding sein Anfang und Gewächs hat, aber der Ochs in dieser Stadt, wie du ihn siehst, zu keiner Frist ein junges Kalb gewesen ist.
fr] A tout il y a commencement.
it] Ogni cosa vuol principio.
la] Omnium sub coelo rerum mensurae sunt tempus et locus.
pt] Principio querem as cousas.

All ding hat sein zeit.
nl] Alle dingen gelukken altijd niet even wel.
la] Omnia fert aetas. Virgil
pt] Cada cousa a seu tempo.
sp] Cada cosa en su tiempo y nabos en Adviento.

All Ding hat seine Ursachen, aber man weiß nicht alle.

All Ding im Hui sich kehren um, was recht ist, kam bald werden krumm.

All Ding ist nur eine Weile schön.
la] Variatio delectat.

All ding ist unbeständig.

All Ding mit Maßen, dies zu tun und das zu lassen.

All ding nach sein anfang sich richt, aus nicht entstanden wird wieder nicht.

All ding soll man zu rechter Zeit ausrichten.

All Ding verkehret sich, Lieb vnd Freundschaft am allerleichtesten.

All ding will rat vor der tat.

All Ding will vor Rat, dann Tat haben.

All ding wird mit ursach getan.

All ding zu rechter zeit aussrichten.
la] Nunc tuum ferrum in igne est.

All Ding, das sich bessert, ist gut.

All' durch die Bank.

All gesetz und recht sein drum geben, dass man möge in frieden leben.
la] Vt pax servetur, legis moderamen habetur.

All mein Lebtage!
i] Ausruf der Verwunderung und des Erstaunens.

All' Schatz gehört in das Reich.
i] Nach der Annahme, dass ursprünglich alles Eigentum der Gesamtgemeinde oder dem Könige als dem Vertreter derselben gehöre, galt dies insbesondere in Ansehung des Schatzes, der Metalle in der Erde. Der Schatz gehört nach deutschrechtlicher Auffassung dem Könige oder dem Reiche, dem alles gehört, was keinen Herrn hat; das andere der beiden Sprichwörter erklärt aber den Begriff Schatz näher. Als Schatz gilt nach dem Sachsenspiegel ein Fund erst dann, wenn er so alt ist, dass ihn von Alters wegen niemand kennt, und so tief verborgen, dass ihn die Pflugschar nicht erreicht. Außerdem ist er kein Schatz und gehört dem Besitzer des Feldes.
mhd] Alle schat horet in dat rike.
mhd] All schacz tiefer den ein phlug ge, gehoret czu der kuniglichen gewalt.
fr] Le roi applique à soi la fortune et treuve d'or.

All' Schatz tiefer, denn ein Pflug geht, gehört in das Reich. [RSpW]

All Schritt und Tritt zu deiner Ehr' geschiht von mir, mein Gott und Herr.

All schuh über einen Leisten machen (schlagen).
la] Eundem calceum omni pedi inducunt.

All sein Datum dahin richten.
z] Wer sein datum dahin richt, dass er sich nur dem Gelt verpflicht.
z] Haben jr datum so gericht.
z] Sie schemen sich des mausens nicht, haben jr datum so gericht.
z] Von eim Tyrannen hab ich gelesen, der setzt sein datum, all sein wesen, das er nur gelt und gut möcht haben.

All sein Silber und all sein Gold ist ihm durch die Kehl' gerollt.

All sein sinn und Datum auf schlemmen und tremmen setzen.

All solch Glück ist mehr mühseliges Hinstreben zum Genießen als wirklicher Genuss.
Claudius, Ernst und Kurzweil: Von meinem Vetter an mich

All Stunden sind nicht gleich, sagt Behrwald.

All Ungemach von der Jugend kommt.
Aserbaidschan

All uns decket einmal Nacht,
Alle wir gehen einmal Pfade des Todes.
Horaz, Oden I, 28

All unsere Finger sind aus einem guten Grund nicht gleich gemacht.
Liberia

All unsere Gedanken sind Energie, positive wie negative. Sie entscheiden darüber, was uns als nächstes passiert.
Australien

All Vorteil gellen, sagte der Bauer, und umfuhr den Zoll.
Oberlausitz

All zwanzig Jahr wird eine andere (neue) Welt.

All, was du siehst, urteile nicht; all, was du hörest, glaube nicht; all, was du weisst, sage nicht; all, was du kannst, tue nicht.

All, was ihr liebt, all was euch hold, beim Traubengold ihr preisen sollt.

Allah beschütze mich vor dem Richter und dem Doktor.
Türkei

Allah bewahre uns vor dem 'ach hätte ich gewußt'.
Afrika, Haussa

Allah bewahre uns vor: Wenn ich nur gewusst hätte!
Nigeria

Allah eilt nicht.
Russland

Allah fragt weder nach deiner Rasse noch nach deiner Geburt. Er wird von dir nur wissen wollen: was hast du auf Erden getan?
Iran

Allah gab den Narren Münder, nicht zum Sprechen, sondern zum Essen.
Türkei

Allah gibt dem Menschen nur so viel, wie sein Herz begehrt.
Türkei

Allah gibt ein Brot, einem anderen Appetit.
Türkei

Allah gibt getrocknete Bohnen dem zu essen, der keine Zähne mehr hat.
Marokko

Allah hat alles Überflüssige entfernt und die Wüste entstand.
Libyen

Allah hat Schlangen und Hasen und Armenier geschaffen.
Türkei

Allah helfe dir den Berg hinauf, herunter rollt man von selbst.
Jemen

Allah ist auf seiten der Schwachen, damit die Starken eine Lektion erhalten.
Libanon

Allah ist der Feind der Stolzen.
Türkei

Allah kann jemanden in einer Nacht zum Gentleman machen.
Afrika, Haussa

Allah kann mich nicht missgestalteter machen als einen Affen.
Libanon

Allah kennt das Böse nicht und lässt es deshalb auch über dem Garten des Bösen regnen.
Arabien
i] Matthäus 5, 45 . denn er lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.

Allah lässt dem das Saatteil missraten, der den Vögeln nicht das Ernteteil lässt.
Russland

Allah lässt dem Recht widerfahren, der schweigt.
Iran

Allah lässt die Kokosnuss fallen, wenn niemand unter der Palme ist.
Arabien

Allah macht Schuhe mit dem Obersten nach unten.
Libanon
i] Er ist unerforschlich.

Allah sagt: 'Mein Knecht, steh auf und ich werde dir helfen, mein Knecht, schlafe und ich werde dich misshandeln.'
Libanon

Allah schafft ein Krokodil, er schafft auch ein Ichneumon.

Allah selbst wird den Hintern eines Hundes waschen.
Nigeria

Allah teilte gestern, was du heute erhältst.
Tschad

Allah verabscheut drei: den hochmütigen Reichen, den protzigen Armen und den törichten Alten.
Arabien

Allah vermehrte das Wasser im Fluss, und die Zisterne empfing es.
Haussa, Afrika
i] Der Kleine profitiert vom Großen.

Allah war weise, als er der Schlange die Füße verweigerte.
Arabien

Allah zählt nicht die Tage, die wir auf der Jagd zubringen.
Arabien

Allah zerstört nicht die Männer, die man hasst.
Senegal

Allahs 'Fluch über dich!' hat den Affenhäuptling nicht beeindruckt.
Afrika, Haussa

Allahs Segen geht voraus, und wer böse handelt, folgt ihm vergebens bis zur Erschöpfung.
Arabien

Alle (Tage) sind immer Eßtage, nicht alle sind Erwerbstage.
Estland

Alle Aage'blicke andere Geseere.
hdt] Alle Augenblicke eine andere Plage.

Alle achtzehn (nämlich Augen) werfen.
i] Vom Würfelspiel entlehnt. Von denen, welchen es besonders glücklich geht. Die Griechen sagten: Achilles hat sechs Würfel geworfen. Lat.: Jecit Achilles dues terreras et quatuor. Von denen, die einen besonders guten Griff getan haben, die das Glück besonders begünstigte, sagte man, sie hätten einen 'Midaswurf getan': Wer einen Midaswurf getan, darf um Rat nicht bange han. Lat.: Midas in tesseris consultor optimus.

Alle Acker geben Zehent.
[RSpW]
i] Stellt die Zehntpflicht als allgemein hin, nur ausnahmsweise konnte es zehntfreies Feld geben.
z] Ale Aecker gebent Zehent, es sei denn, dass einer wisse, womit er sich der Zehentpflicht erwehren könne. Grimm, Weisthümer
mhd] Alle eckere geben zehenden.

Alle Affen können nicht an einem Zweig hängen.
Kenia

Alle Affen können nicht auf demselben Zweig sitzen.
Kongo

Alle Akten erledigen sich von selbst, wenn man ihnen dazu Zeit lässt.
Galizien

Alle alten Sprichwörter haben etwas in sich.
Island

Alle Ämter sind schmierig, ausgenommen das des Lichtziehers, das ist fettig.
nl] Alle officiën zijn smerig, behalve dat van Kaarsen niaker, dat 's vettig.

Alle Ämter sind schmierig, sagte des Küsters Weib, und stahl eine Kerze.
ndt] Alle Aemter sünt smerig.
nl] Is het ambt smerig, elk een vlamt er op.
nl] Alle officiën smerig, zei de kosters wrouw, tom zij een eindje kaars nit de kerk krug.
nl] Ik heb een honorabel en profitabel officie, zei wolfert, en hij bediende de schop en bezem plants als substituut.
la] Quodlibet officium lucri pinguedine crassum.

Alle Anker lichten.
i] Bei einer schweren Fahrt das Äußerste versuchen.
la] Omnem rudentem movere

Alle Anschläge fehlen in dem Krieg, wo Gott nicht selber gibt den Sieg.

Alle Arbeiten (o. Verrichtungen) gehen auf der Erde vor sich.
Litauen

Alle Arbeiten kann man beenden, nur den Arsch eines Kindes kann man nicht sauber wischen, diese Arbeit ist endlos.
Estland

Alle Arbeiten werden am Morgen gemacht.
Frankreich

Alle Armen sind freigebig.
Arabien

Alle Arzneien der Welt sind nicht ausreichend für ihre Gifte.
Arabien

Alle Äste am Baum können ja nicht der Gipfel sein.
Estland

Alle Autoren sollten sich vorbereiten, Kritik zu begegnen.
Irak

Alle Balken in der Scheune gehören zu der Scheune.
i] Der Zubehör bleibt bei der Hauptsache.
mhd] Alle palcken in der schun gehorn czu der schun.

Alle Bande binden nicht gleich fest.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf die bei unseren Vorfahren bei Eingehung eines Vertrages angewandten äußeren Zeichen und Bestärkungsmittel. Als solche Urkunde der Willenseinigung diente z.B. das gleichzeitige Tasten in einen Hut, oder die Übergabe von Hut oder Handschuh. Die einfachste und passendste Form zur Bekundung des erzielten Einverständnisses war überall der Handschlag. Das Zusammentreffen des beiderseitigen Willens ward durch Zusammenfügen der Hände ausgedrückt.
nl] Alle banden binden niet even vast.

Alle Bankerte sind der Herrschaft.
[RSpW]
i] Sie müssen dem Herren dienen. Bankert = Auf der Bank, nicht im Ehebett gezeugtes, also uneheliches Kind.

Alle Bauern sind klug, alle Herren hochmütig.
Estland

Alle Bäume haben gespreizte Äste, (aber) nicht alle taugen zur Heugabel.
Estland

Alle Bäume im Wald werden ja nicht auf einmal gefällt.
Estland

Alle Bäume wachsen nicht gleichzeitig bis zum Himmel.
Estland

Alle Bäume werden ja nicht gleichzeitig gefällt.
Estland

Alle beißen den gebissenen Hund.
Portugal

Alle Beklagte henkt man nicht.

Alle belasten den, der gerne tragen will.
Schweden

Alle bereiten die Erde vor, aber die Ernte wählt die Männer.
Frankreich

Alle beschiedenen Dinge brechen gemeine Dinge.
[RSpw]
i] Das engere Recht kommt dem weitern gegenüber zur Anwendung.
altfries] All beschaidne dinge prechen gemeine dinge.

Alle Blumen in der Welt kannst du nicht pflücken.
Rußland

Alle bösen Tücken bezahlen sich selbst.

Alle Bösen werden gefreit, alle Zornigen werden (weg)gebracht, die Kranken bringt niemand weg.
Estland

Alle bösen Wetter klaren auf am (o. gegen den) Abend.

Alle Bosheit ist (ein) Scherz gegen eines Weibes Bosheit.

Alle Bosheit von der Zunge fährt, dass man gar manchen Meineid schwört.

Alle Brücken im Lande Polen, die Mönch in Böhmen unverholen, das Kriegsvolk aus Mittagsland, die Nonnen in Schwaben wohlbekannt, der Spanier und Wenden Treu', der Preußen Glaub' und harte Reu', der Franzosen Beständigkeit und der Deutschen Nüchternheit sammt der Walen Andacht sind einer Bohne wert geacht't.

Alle Bücher bekennen es: Die erste der Tugenden ist kindliche Liebe und Rechtschaffenheit.
China

Alle Buhler sind mit einem Narren besteckt (o. behaftet).
mhd] Alle bolers sint mit einem narren besteken.
la] Omnis amans docto corpus sine pectore gestat.

Alle Bülow sind ehrlich.
i] Der rühmliche Nachhall der Vorzeit ist ein großer Sporn der Nacheiferung für die künftigen Geschlechter. Wie mächtig muss auf einen jungen Bülow dies Sprichwort wirken, und kann sein Wert wohl durch den ältesten Stammbaum aufgewogen werden?

Alle Chilis sind scharf; alle Frauen sind eifersüchtig.
Vietnam

Alle Chinesen sehen gleich aus.
USA

Alle Christen sollen Brüder sein.
ndt] Alle Christen Lüde schölen alle Bröder wasen. Schleswig
dk] Allae cristnae maens kolae brothaer waernae.

Alle deine Versprechungen sind leere Worte.
en] All your swans are geese.

Alle Deutschen (d. i. Herren) sind reich, alle Bauern arm.
Estland

Alle die falsch Urteil finden, soll der Teufel ewig binden.
z] Und die falsche orteil vinden sol dir tewfil ewig binden.
i] Die alten Rechtsbücher sprachen sehr scharf gegen ungerechte Richter, seien sie es nun aus Rechtsunkenntnis oder Fahrlässigkeit, oder was am schlimmsten, aus Käuflichkeit und mit Vorbedacht.
z] Sein Urteil fällt auf ihn zurück und er wird aller Teufel Geselle.
z] Rossdiebe und Kuhdiebe erschlägt man an Hundesstatt, und dasselbe Ende gehört einem schlechten Richter.

Alle die Grausamen werden geheiratet, alle Elenden fortgetragen, aber niemand übernimmt den Kranken.
Estland

Alle Dienstleute gehören mutterhalb.
mhd] De denstmanne horen al na moderhawen.

Alle ding ein weil.
nl] Alles dinghes een wile.
la] Stant modica puncta mundana negocia cuncta.

Alle ding haben ihr zeit und ziel, und gehen vor sich, wie Gott will.

Alle Ding hat sein Zeit und ort.

Alle ding hat sein zeit, wann es aufgehen und fallen soll.
fr] Tout passe, tout casse, tout lasse.
la] Omnium rerum vicissitudo est. Terenz

Alle Ding mit Maßen soll man tun und lassen.

Alle ding mit sinnen.

Alle Ding sind Gott möglich, aber ein Ding ist ihm unmöglich, dass er ein demütiges Herz soll verdammen.
z] Haben unsere Vorfahren pflegen zu sagen.

Alle ding sind gut, darnach man tracht, so derjenig gut ist, der sie hat und recht gebraucht.
dk] Aldting er, som man ind bilder sig det.

Alle ding sind möglich dem, der da glaubt.

Alle ding sind ursach.

Alle Ding sind wandelbar.
la] Omnium rerum vicissitudo.
Ludwig der Fromme

Alle ding sind, wie derjenig ist, der sie hat.

Alle Ding stehen in einer Wegscheiden.

Alle Ding werden (von tag zu tag) ärger.

Alle ding wollen ein anfang haben.
dk] Alting maa have en begyndelse.

Alle ding zu bedenken, ehe sie geschehen.
la] Antequam incipias consulto.
la] Mature consulto opus facto.

Alle Dinge ändern sich.
dk] Alting er allene bestandig i ubestandighed.

Alle Dinge ärgern dich, und die Katze bricht dir das Herz.
Schottland
i] Du lässt dich von Kleinigkeiten aus der Fassung bringen.

Alle Dinge behagen des Popen Augen und des Pfaffen Magen.
Polen

Alle Dinge brechen, weil sie schwach, der Mensch allein, weil er (sich) zu stark (glaubt).
Türkei

Alle Dinge denken ist nicht menschlich.
i] Ein Mensch kann nicht alles wissen, auch der Richter ist nicht Allmann (Allmensch).

Alle Dinge der Vergangenheit starben gestern, alle Dinge der Zukunft wurden heute geboren.
China

Alle Dinge finden Ursachen.

Alle Dinge haben eine innere Bedeutung, Form und Kraft.
Indianer

Alle Dinge haben ihr Ende!
nl] Alle ding heeft een einde, behalve God.

Alle Dinge haben ihren Handgriff.
nl] Alle dingen hebben een handvatsel, en de koekepan een' steel.

Alle Dinge haben zwei Seiten.
nl] Alle dingen hebben twe handvatsels.

Alle Dinge kann kein lebender Mann.

Alle Dinge kann man doppelt betrachten: als Faktum und als Geheimnis.

Alle Dinge kannst du nicht machen.
Russland

Alle Dinge lassen sich sagen.
nl] Alle dinc leet hem segghen.
la] Quaevis res seculi de se fort plurima dici.

Alle Dinge lassen sich sagen; und Käse und Brot lassen sich essen.
Niederlande

Alle Dinge mit Bedacht.
dk] Alting met betænksomhed.

Alle Dinge mit Maßen, das eine soll man tun, das andere nicht lassen.
ndt] All Ding mit Maten, dat êne soll man dôn, dat ander nig laten.
nl] Al ding met maten, mag men doen en laten (of: die dat kan, 't zal baten).

Alle Dinge mit Willen, so gibt's keinen Krieg.

Alle Dinge sind des Reiches.
[RSpW]
i] Spricht den Gedanken aus, dass ursprünglich alles Eigentum der großen Gesamtgemeinde (Volk) gehörte und erst im Laufe der Zeit in den Besitz einzelner überging.
mhd] Alle ding (res) sind des riches.

Alle Dinge sind gut, hat die Liebste kein gelb Haar, so hat sie einen gelben Hut.
Holland
bm] Ne ten milý, kdo krásný; ale ten krásný, kdo milý.

Alle Dinge sind schwer, bevor sie leicht werden.
Persien

Alle Dinge sind schwierig, ehe sie leicht sind.
England

Alle Dinge sollen gemein, wie Luft und Sonnenschein.

Alle Dinge sollen sein in des Mannes Gewalt.
[RSpw]
i] Der Ehemann erschien von Anbeginn der Ehe als der natürliche Vormund seiner Frau und hatte deshalb auch die gesammte Verwaltung des Vermögens in seiner Hand.

Alle Dinge sollen sein in des Mannes Hand.
mhd] Alle dinck sullen sin in dez mannes hant.

Alle Dinge stehen in einer Wegscheide.

Alle Dinge verkehren sich, außer das Weite in den Hosen, das bleibt immer oben, und der Kuhschwanz bleibt immer vor der Tür.
dk] Alting forkeerer sig uden viide ende af hosen, den bliver altid øverst.

Alle Dinge wachsen mit der Zeit - außer Trauer.
Israel

Alle Dinge werden billiger, wenn sie sich vermehren, außer dem Verstand.
Arabien

Alle Doag is kên Jahrmarkt.
Strelitz
hdt] Alle Tage ist kein Jahrmarkt.

Alle Doktores haben das Mittelstück.

Alle dummen Laffen schulmeistern gern die Pfaffen.

Alle Dunkelheit der Welt kann das Licht einer einzigen Kerze nicht auslöschen.
China

Alle Edelleute sind Vettern und alle Schliffel Gevattern.
i] Schliffel = Lümmel, Grobiane.
fr] Tous gentilshommes sont cousins et tous vilains son compères.

Alle Ehemänner haben es nötig, zum heiligen Werdebesser zu gehen.
Frankreich

Alle Eide kann man nicht halten.
i] Nicht alle guten Vorsätze. Von erzwungenen Eiden oder solchen, die ein unsittliches Verhältnis oder Versprechen bekräftigen. Die Prüfung solcher Eide war Sache der geistlichen Gerichtsbarkeit, die nach Umständen davon entbinden konnte.

Alle Eier in ein Nest legen.
fr] Mettre tous ses oeufs dans an même panier.

Alle eigenen Ratschläge fehlen gewisslich.

Alle Einwohner werden unter ein Recht gehalten.
[RSpW]
i] Die streitenden Parteien haben vor dem Richter gleiche Rechte.

Alle Erbinnen sind schön.
England

Alle Erblehen sind unsterblich.

Alle Esel sind grau, auch die mit zwei Beinen.
Tschechien

Alle Faulen loben dieses Land, wo man nicht zu arbeiten braucht.
Estland

Alle finanz macht die schuh ganz.

Alle Finger lang.
Nürtingen

Alle Fische beißen, aber der Hai bekommt die Schuld.
Jungferninseln

Alle Fische im Meere stehen Gott zu gebot.

Alle Fische schnellen den Schwanz, selbst das Alte Weib (Name eines Fisches).
Surinam
i] Auch der Unbedeutendste sucht sich geltend zu machen. Oder ironisch: Der auch! Der wird's Kraut fett machen.

Alle Flecken kann man herausnehmen mit ein bissele Gold.
Jüdisch

Alle Flinke laufen sich zu Tode, alle Faule tragen sich zu Tode.

Alle Flügel tragen nicht in die gleiche Höhe.
Estland

Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen.
Altes Testament, Kohelet 1, 7

Alle Flüsse fließen zum Meer.
Vietnam

Alle Flüsse laufen ins Meer, und doch ist das Meer nicht voll.
China

Alle Flüsse tun ihr Bestes für das Meer.
Tschechien

Alle Frachten lichten (o. leichtern), sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.
ndt] Alle Frachten lichten, seggt dei Schipper, da schmêt hei sîn Fru äwer Bürd.
Mecklenburg
nl] Alle beetjes helpen en alle vrachtjes ligten, zei de schipper, en hij smeet zijne vrouw over boord.

Alle Frachten lichten, sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.

Alle Fragen sind frei.

Alle Frauen heißen Eva.

Alle Frauen sind Evas Töchter.
dk] Alle mandfolk ere Adams sönner og quindfolk Evæ døttre.

Alle Frauen sind gut zu etwas oder nichts.
England

Alle Frauen sind gute Lutheraner, denn sie möchten lieber predigen als der Messe zuhören.
Dänemark

Alle Frauen sind hübsch, wenn man die Kerze ausmacht.
Thailand

Alle Frauen sind voller Klugheit, vor allem wenn es darum geht, ihre Schwäche zu übertreiben.
Francis M. de Picabia, Aphorismen

Alle Frauen stammen aus Evas Geschlecht.
Slowakei

Alle Frauen und Katzen sind schwarz in der Dunkelheit.
Bosnien

Alle Freier sind reich, alle Gefangenen arm.
Estland

Alle Fremden sind miteinander verwandt.

Alle Freude steckt in der Weinkarte.

Alle Frommen sind reich, aber nicht alle Reichen fromm.

Alle Füchse kommen endlich beim Kürschner zusammen.
var]Alle Füchse treffen sich beim Kürschner.
en] Every fox can be found at the furrier's.
fr] A la fin les renards se trouvent chez le pelletier.
it] Tutte le volpi si riveggono in pelliceria.
sp] Allá nos veremos, en el corral de los pellejeros.

Alle fünf (ergänzend: Finger) danach ausstrecken.
i] Etwas sehr stark begehren und mit Anstrengung erstreben.

Alle fünfe ablecken.
i] Ganz besondere Ursache haben befriedigt zu sein.
ndt] Dar schast du alle Five na likken.

Alle für einen und einer für alle!

Alle Furcht hat viel Phantasie und wenig Talent.
Kolumbien

Alle Furzlang mit etwas kommen.
Nürtingen

Alle Gebäude folgen dem Grunde.
[RSpW]
i] Spricht den Grundsatz aus, dass in der Kegel dem, der den Grund zu eigen hat, auch das gehört, was daraufsteht.

Alle Gedanken der Gottlosen sind in Gottes Hand.

Alle gedenken dessen, der liebt.
Walisisch

Alle Gedinge brechen gemeines Recht.
[RSpw]
i] Dies Sprichwort gibt den Maßstab, nach welchem einzelne Rechtsgeschäfte zu beurteilen sind. Zunächst entscheidet das besondere Übereinkommen - Gedinge, Gelübde, Willkür - mit Ausschluss aller anderen Rechte, und, wenn der Gegenstand nicht öffentliche, sondern nur die Rechte der Vertragenden betrifft, auch gegen jedes andere Gesetz, sei dies Land-, Stadt- oder gemeines Recht.
mhd] Alle gedinge brechen eyne gemeine recht.

Alle Gefangenen arm, alle Freien warm.
i] Hier mit der Nebenbedeutung reich, wie man sagt: ein warmer Jünger, warmer Vetter. 'Alle gefangen werden arm geacht, eyn ytzlicher freyer sich selber reych macht.'

Alle gehen mit ihrem Sack zur Mühle.
Venetien
dk] Alt det som fødes skal engang døe.
it] Chi nasce, convien morire.
la] Lex universi est, quae jubet nasci et mori.
la] Omne quod exoritur, fit et moritur.

Alle gehlinge Veränderung sind fährlich.

Alle Gelehrten sind Brüder.
China

Alle Genussmittel sagen zum Brot: Du bist unser Herr.
Jemen

Alle Gerichtsstätten haben das Geleite.
[RSpW]
i] Die Macht Rechtsschutz zu gewähren.
z] Datt hebben alle Gerichtsteden das Geleyde.

Alle Geschäfte sind ehrlich, wenn man sie ehrlich treibt.

Alle Geschmäcker sind Geschmäcker.
it] Tutti i gusti son gusti.

Alle Gesetze zu halten, würde auch kein Nagel stark genug sein.

Alle Gewalt ist Unrecht.

Alle gleich ist die größte Ungleichheit.
nl] Alle gelijk heeft zijne ongelijkheid.

Alle Gleichnisse hinken.

Alle Gleichnisse müssen mit einem Beine hinken.
fr] Il n'y n point de comparaison qui ne cloche.
nl] Alle gelijkenissen gaan mank.
la] Omne simile claudicat.

Alle Glieder am Menschen sind Zungen.

Alle Glieder gehorchen dem Kopf.
dk] Alle lemmer lyde hovedet.

Alle Glocken läuten's, was einer hat im Sinn.

Alle Gottbewahr sind möglich.
jüdisch-deutsch] Alle Chas wescholem sen möglich. (Die schlimmsten Fälle)

Alle grauen Mäntel haben graues Tuch.
i] In Bezug auf einen bummelnden Großsprecher.
z] A spricht, a kon viel hamprige, ober batteln iss wul egen is beste. O ich kenn'n itze ols a tausend und sehe wul, dass olle gro Mäntel han gro Tuch.

Alle große Dichtung ist eine Frucht des Leidens.

Alle großen Stücke, so jemals auf Erden gespielt, sind im Himmel gemacht.

Alle gute Dinge müssen zu einem Ende kommen.
en] All good things must come to an end.

Alle gute Gabe kommt von oben.

Alle gute Gewohnheit soll man behalten.
fr] Les bonnes coustumes sont à garder et les mauvaises à laisser.

Alle guten Anlagen geraten nicht (alle Zeit).

Alle guten Gaben kommen von oben.

Alle guten Geister loben Gott.

Alle guten Geister loben ihren Meister (o. Gott den Herrn).

Alle guten Nächte bedeuteten nicht, dass man zu Bett geht.
Antigua/Barbuda

Alle guten Sachen sind ja immer weit weg oder hoch.
Estland

Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern.
China
i] Jeden berühmten Berg halten die Buddhamönche besetzt.

Alle Habe hilft nicht gegen den Tod.
Estland

Alle Habe kann aus der Welt verschwinden, aber das Geld bleibt nach.
Estland

Alle haben Mängel und Fehler.

Alle haben nicht denselben Geschmack.
Finnland

Alle haben weiße Zähne, aber du weißt nicht, was hinter den Zähnen ist.
Litauen

Alle haben weiße Zähne, aber man weiß nicht, was dahinter ist.

Alle hacken auf ihm herum
en] They all peck at him
fr] Il sert de tête de Turc à tous
it] Tutti gli tagliano i panni addosso

Alle Hahnen müssen einen Kamm haben.

Alle Hände voll zu tun haben.

Alle Händel allein haben wollen, ist der Anfang zum Verderben.

Alle Händel und Zufälle schlichten und richten.

Alle Handwerk dienen einem anderen mehr, denn ihnen selbst.

Alle Handwerk sind gut, wann nur das gut ist, dass einem aus dem Ärmel hanget.
i] Früher teilte man die Handwerker in ehrliche und unehrliche ein. In den Dekreten Philipp's II. werden die Handwerke der Gerber, Kürschner, Schuster, Schneider, Schmiede und Zimmerleute für entehrend erklärt.
nl] Alle ambachten smitten.

Alle Handwerke verstehen.
i] Zu allem zu gebrauchen sein.

Alle Handwerker dienen einem anderen mehr, denn ihnen selbst.

Alle Handwerker sind gut, wenn nur das gut ist, das ihnen aus den Ärmeln hängt.

Alle Hast taugt nichts.

Alle hastigen Dinge taugen nicht viel.

Alle Hebel (o. Himmel und Hölle) in Bewegung setzen.
v] alle Minen springen lassen
en] To move heaven and earth
fr] Remuer ciel et terre - Faire flèche de tout bois - Faire jouer tous les ressorts - Faire feu des quatre fers (o. pieds) - Faire des pieds et des mains
it] Muovere (o. mettere sottosopra) cielo e terra - Far fuoco e fiamme - Aiutarsi con le mani e con i piedi

Alle Hebel ansetzen.
la] Omnes adhibere machinas.

Alle Hebel in Bewegung setzen
la] Acheronta movebo. Vergil, Aeneis

Alle Heiligen anrufen.
i] In großer Verlegenheit sein. Alle Triebräder in Bewegung setzen. Aus der Ansicht entstanden, dass die Fürbitte vieler Heiligen einen verstärkten Einfluss auf die Ratschlüsse Gottes habe)
fr] Il appelle tous les saints du calendrier à son secours.
fr] Il ne sait à quel saint se vouer.
fr] Il se recommende à tous les Saints et Saintes de paradis.

Alle Hennen scharren auseinander, keine zusammen.

Alle hernach!
Eine Kirchhofinschrift.
i] Früher oder später wird jeder eine Beute des Todes.

Alle Herrschaft nimmt einmal ein End'.
la] Nulla potentia longa est.

Alle Herzen sind Geschwister.
Holland
bm] Jedno Brdce druhého se týká.
bm] Jedno srdce druhému rozumí.

Alle Hilfe ist gut, die hilft.
bm] Pomoz co pomoz, jen kdyz jest k platnosti.

Alle Hilfe kommt von Gott.
la] A Deo est enim omnis medela.

Alle Hoffnung ist angefault.
Basken

Alle Hoffnung ist lebendig.
Wales

Alle hohe Ding durchwehen die bösen rauhen Winde.
Paternoster

Alle hohen Bäume werfen Schatten.
Vietnam

Alle Hühner werden nicht zu gleicher Zeit Eier legen.

Alle hui.
Rottenburg
i] Alle Augenblicke.

Alle Hunde bellen, aber nicht jeder beisst.
Russland
fr] Tous les chiens, qui aboient, ne mordent pas.
nl] Alle blaffende (keffende) honden bijten niet.

Alle Hunde bellen: ams amma, amma!
Litauen

Alle Hunde loslassen.

Alle Hunde sind stark im eigenen Hof.
Abchasien

Alle hundert Li ändern sich die Sitten, alle zehn Li ändern sich die Bräuche.
China

Alle hundert Li ist der Himmel ein anderer.
China

Alle Hundsschiss.
i] Alle Augenblicke.

Alle Hurenkinder haben gunst und ehre loser und vnuerstendiger Leute.

Alle Irrtümer haben nur eine Zeit, nach hundert Millionen Schwierigkeiten, Spitzfindigkeiten und Ränken ist die kleinste Wahrheit doch immer noch, was sie war.
China

Alle Jahr ein Käs, gibt wenig Käs; alle Jahr ein Kind, gibt viel Kind.
Schweiz

Alle Jahr ein Käs, wenig Käs; alle Jahr ein Kind, viel Kind.

Alle Jahr ein Käse, wenig Käse; alle Jahr ein Kind, viel Kinder.

Alle Jahre ein Käse ist nicht gleichviel Käse; aber alle Jahr ein Kind ist gleichviel Kind.
ndt] Alli Jahr a Chäs isch nid glî (gleich, bald) viel Chäs, aber alli Jahr 's Chind isch glî viel Chind.
Bern

Alle Jahre einmal mit vollem Sack ist besser als alle Tag mit leerem Beutel.

Alle Jahre wird ein Feld leer.
Österreich

Alle Juden haben denselben Verstand.
Jiddisch
Weil ihre Weisheit aus ihren heiligen Schriften stammt

Alle Juden können Vorsänger sein, aber die meisten sind heiser.
Jiddisch

Alle Kälber gehen ja nicht zur Herde.
Estland

Alle Kalender betriegen.

Alle Kamele kämpfen, nur das unsere liegt still da.
Libanon

Alle Kämpfer fechten in des Königs Bann.
[RSpW]
i] Der König ist oberster Heerführer und führt den ersten Schild, dann folgen die übrigen Heerschilder unter ihnen, der zweite die geistlichen Fürsten, der dritte, die weltlichen Fürsten und Herzoge, der vierte, die Freiherren.
altfries] Umbe thet fiuchtath alle campe binna thes kininges banne.

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