Deutsche Redenarten

  • A macht sich schrecklich betäsche.
    Schlesien
  • A macht's mit senn (seinen) Handixeln.
    Schlesien
    z] Gewiss, das Hertze lachte mir im Leibe recht, dos wenn der ander geduchte Pfarde Korte (Pferdekarte) zu hon und nu mente, es hette ihn a Hasle gelackt, ich mit men guten Handixeln sie ihm verterben konte, doss a wie Pliskebaltzer muste do sitzen, druf schmeckte mir a trunck ins Hartze gutt.
  • A macht's, wî ma's (man es) hoan wîl.
  • A Mädel von der Kunst.
    Bayern
    info] Ein sehr schönes Mädchen.
  • A mag a Kroize (Kreuz) drîber machen, a krîgt's nicht.
  • A mag immer sehn, wo der Zimmermann 's loch gelussen hôt.
    info] Er mag sich schleunig davonmachen.
  • A mag ims Messer immer wetzen.
    info] Ihm = sich das.
    z] Ihr meigt wohl re kummen, de Staube ward ich nich uf a hols follen; ber warn ich auch nich mite assen, Ihr meigt ich's masser immer salber wetzen.
  • A mag wull reikummen, wer warnen wull nich mite assen.
    hdt] Er mag wohl hereinkommen, wir werden ihn wohl nicht mitessen.
  • A magems (mag ihm das) Maul wider de Tischecke schloin.
    info] Er wird nichts bekommen.
  • A mag's a nischt. (Landeshut in Schlesien
    info] Es trifft ihn keine Schuld dabei.
  • A Mann auf a Spann', a Burd (Bart) auf an Eil (Elle).
    info] Stehende Figur in Volksmärchen als Zwerg, Zauberer.
  • A Mann wie a Maus ün a Weib wie a Haus is noch nit gleich.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Will sagen, dass der Mann der Frau an körperlicher Kraft weit überlegen sei.
  • A Mann, a Vugel.
    Harz
    info] Die Redensart wird gebraucht, wenn für jeden in der Gesellschaft ein Stück, beim Trinken ein Glas, eine Kufe, eine Flasche verlangt wird.
  • A meint, als wenn a 'gleise Gott' es ne besser verstanden hätte.
    Hirschberg
  • A merkt a Broaten.
    Schlesien
  • A mischt sich in ollen Qwork.
  • A moak wul reî kummen (er mag wohl hereinkommen), 's Haus werd em wul nich uf 'n Hals follen.
    Schlesien
  • A muss a Ding nich balde zu Pulsten (Bolzen) drehn.
  • A muss Händel hon, seld a se fum Zaune brechen.
  • A muss mir knall und fall furt (fort).
  • A muss nich denken, dass andere Leute Narren sein.
    Schlesien
  • A muss olles beschnoppern.
  • A muss sêne Nase a allen Quark stecken.
  • A muss sich doch alêne auszîn, und wenn a nuch so bêse wär.
    hdt] Er muss sich doch alleine ausziehen und wenn er noch so böse wäre.
  • A muss wos hoan (haben) und wenn a 's ôg selde vum Zaune breche.
    hdt] Er muss Streit haben und sollte er ihn selbst vom Zaune brechen.
  • A Muudi fulge, al skal'k uk efterslebbe.
    Amrum
    hdt] Der Mode folgen, soll ich auch nachschleppen.
  • A Nasen habe wiera Rumpf.
    Oberösterreich
    info] Kurz und dick
  • A Nekume (Rache) in de Wanzen.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Wird auf jemand angewandt, der sich selbst erheblichen Schaden zufügt, bloß um an einem Feinde Rache zu üben. Nach der bekannten Anekdote, wonach jemand sein Haus anzündet, um die Wanzen daraus zu vertreiben und dazu das Lied anstimmt: 'Wenn das nicht gut für die Wanzen ist, so weiß ich nicht, was besser ist.'
  • A nemmst sich kö bloat fürsch Maul.
    Österreich-Schlesien
    hdt] Er nimmt kein Blatt vor den Mund.
  • A neue Speis lass weida gehn.
    Oberösterreich
    info] So sagt man, den Nebenmann sanft am Ohre zupfend, wenn eine neue Speise, besonders im Frühjahr die erste Grünspeise, auf den Tisch kommt. Nach bayerischem Recht wurden nicht bloß Kinder, sondern die erwachsenen Zeugen selbst, z.B. bei Legung eines Grundsteins, gezupft. Bei Grenzberichtigungen bekamen die anwesenden Kinder auch wohl an einzelnen Orten als Denkzettel eine Ohrfeige.
  • A nimmbt a Kup (Kopf) zwischen de Bene und gieht gor dorvon.
  • A nimmt aus'm letzten Säckel a letzten Dreier.
  • A nimt a Kupp zwischen die Uhren.
  • A Norr, a Norr, in schokelt sich.
    Jüdisch-deutsch, Brody
    hdt] Er ist ein Narr und schaukelt sich.
    info] Er schlägt sich doch in der Welt durch.
  • A Nus wie a Sarke.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Eine sehr krumme, gebogene Nase, welche die Form des hebräischen Accentes Sarka (~) hat
  • A öss a heller Jong'.
    hdt] Es ist ein heller Junge.
    info] Er fängt zeitig an. Die Redensart wird aber auch angewandt, wenn man in die Kräfte jemandes Misstrauen setzt.
  • A öss a Mordsmann.
    Gegend von Böhmisch-Friedland
  • A öss a Schosenmacher.
    Bärnsdorf bei Böhmisch-Friedland
    info] Ein unterhaltender, gemütlicher Gesellschafter, der alle Taschen voll launiger Einfälle und Späße hat, lustiger Anekdoten voll ist.
  • A öss a Schuslich.
    Böhmisch-Friedland
    info] Von schuseln, etwas oberflächlich, leicht hinmachen, also ein unüberlegter, leichtsinniger Mensch, Faselhans.
  • A öss a Vîechskerl.
    info] In dem Sinne wie Mordskerl, Mordsmann.
  • A öss a Weinbeisser.
    Böhmisch-Friedland
    info] Er versteht sich aufs regelrechte Weintrinken.
  • A öss ondern Schlitten g'kumm.
    Gegend von Böhmisch-Friedland
    info] Er ist in seinem Geschäft u.s.w. herabgekommen.
  • A Parch mit gekräuselte Huur (Haar).
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Ein grindiger Mensch. Von Leuten gebraucht, die sich auf ein eingebildetes Verdienst viel zugute tun; gleichsam ein mit Grind Behafteter, der sich etwa einbildet, schönes Haar zu besitzen.
  • A peere Adem.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Ein jähzorniger, aufbrausender Mensch. Von Ismael, dem Stammvater der Araber, heißt es 1 Mos. 16, 12: 'Und er wird sein ein wilder Mensch'
  • A pfeifft (auch: pfefft) uff'm letzten Luche.
    Schlesien
  • A pfeift auf (aus) dem letzten Loche.
    Grimmelshausen
  • A pfeift aus'm rechten Luchche.
  • A Punim wie a Riebeisen.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Ein Gesicht, so pockennarbig und hässlich wie ein Reibeisen.
  • A Pussek (Spruch) mit a Stecken.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Pflegt auf Leute angewandt zu werden, die Nummer Sicher gehen. Die Juden haben (2 Mos. 11, 7) einen Spruch, der Schutz gegen das Anfallen von Hunden gewähren oder sie unschädlich machen soll. Wer aber ganz sicher gehen will, verlässt sich nicht auf diesen Spruch allein, sondern nimmt noch einen Stecken mit.
  • A putzt garn 's Licht, a wird wullen anne Schiene hon.
    info] A wird wulln a schie Wêb hon.
  • A Quärgel, mei Herzel.
    Schlesien
    info] Als ablehnende Antwort. Ein breslauer Kräuterweib erwidert auf die Rede einer andern Kräuterin: 'Ich hätte gesoit: a Quargle, mea Herzle, wirste kriegen.'
  • A Quartierla ruth gemengt'n, ich frass Mensch mit.
    Agnetendorf im Kreise Hirschberg
    info] Ein Quartierlein Branntwein, mit gefärbtem, z.B. Kirsch gemengt, damit auch das Mädchen mittrinken kann. Sagen die Bauernburschen in erregter Stimmung, sie wollen dann das Mädchen (das Mensch in ihrer Sprache) als Zukost nehmen.
  • A Rändel a Minüt (Minute).
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Rändel von Rand = Dukaten. Von Leuten, die sehr beschäftigt sind, in dem Sinne: Time is money. jüdisch- deutsch in Warschau] A so lang dus Rändel (= Dukaten) is nit ausgebitten (gewechselt), gilt es. (So lange jemand nicht vom Judentum abgefallen ist, wird er stets als Jude betrachtet)
  • A rannte doass a d' Schûe v'rlûr.
    Österreich-Schlesien
    hdt] Er rannte, dass er die Schuhe verlor.
  • A rannte oass wänn d'r Garw'r a Schust'r jäät.
  • A rannte oass wänn d'r Taif'l 's Holzwaib jäät.
  • A rannte wi Häll oan d'r Taif'l.
  • A rannte woas hoste, woas koannste.
  • A rätt (er redet) troppatraighe.
    info] Ohne Umschweife, sagt, was er denkt, geradezu.
  • A rätt nai (reisst hinein) wi Hans ai d' Graupe.
    Troppau
  • A rätt nai (reisst hinein) wi Kunz äi d' Nesse.
    Österreich-Schlesien
  • A rätt wi's'm of d'r Plauze lait.
    Österreich-Schlesien
  • A rechta (dummer) Lipl.
    Oberösterreich
    info] Ein äußerst dummer Mensch. Lippl ist zusammengezogen aus Philipp.
  • A rechte Schlafhaube sein.
    Oberösterreich
    info] Eigentlich viel und lange schlafen; bildlich von denen, welche die rechte Zeit, den günstigen Augenblick des Handelns unbenutzt lassen.
  • A rechtes Bockfelleisen sein.
    Oberösterreich
    info] Ein böser Mensch, ein übler Charakter.
  • A rechtö Höpping.
    Oberösterreich
    info] Ein Schimpf-, aber auch ein Scherz- und Kosewort.
  • A rechts Dut'nkaibl sein.
    Oberösterreich
    info] Ein Kälblein, das noch an der Kuh trinkt, d.i. ein unerfahrener, unpraktischer Mensch sein. Duten = Zitze am Euter.
  • A redt (er redet) besser aß a Stummer.
  • A redt (er redet) og su garne.
    info] Aus Gewohnheit, ohne begründetes Bedürfnis.
  • A redt (er redet) wie a beschissen Kind.
  • A redt, an hoat ke Pferd.
    Hirschberg
    info] Wenn jemand etwas spricht, woraus niemand klug wird; wenn er ohne Verstand spricht und insofern einem Reiter ohne Pferd vergleichbar ist. Die dritte Person von 'reiten' lautet nämlich mundartlich ebenso, wie die dritte von 'reden' = er rett (reiten), redt (reden).
  • A reist ems Maul uf biss zu'n Uhren.
  • A riecht a Broten (Braten).
  • A riecht de Äppel im Heu.
    info] Er merkt die Sache.
  • A sammtener Bettler.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Ein Bettler, der große Ansprüche macht, der schon durch sein Äußeres als ein 'vornehmer' auftritt.
  • A Sau durchs Kraut laufe lau.
    info] Bei Bereitung von Sauerkraut Schweinefleisch und Schmalz nicht sparen.
  • A säuft en guden Poss.
    z] 'S woar mer olle mol ane Herzens Frede, wenn ma von mir sagte: A sefft an gutten Poss.
  • A Schabbes-Goj.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] So heißt im allgemeinen ein Christ, der am Sabbat die unerlaubten Arbeiten, wie z.B. Lichtanzünden, Ofenheizen u.s.w. in der jüdischen Gemeinde verrichtet; insbesondere aber ein Jude, der sich über Sabbatverbote, wie Tabakrauchen u.s.w., hinwegsetzt.
  • A Schabse-Zwinik.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Um den höchsten Grad von Verworfenheit, besonders in religiöser Beziehung, den Inbegriff aller Scheinheiligkeit zu bezeichnen, wie sie nur ein Schabse-Zewi gehabt hat. Über die Sekte der Sabbatianer, so genannt von ihrem Stifter Sabataï Zewi.
  • A schaut aus, als wenn ma 'n arschling (rückwärts) durch'n Zaun zogen hät.
    Oberösterreich
    info] Ist sehr herabgekommen, sieht schlecht aus)
  • A Schiff is ihm üntergegangen.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Er hat einen großen Verlust erlitten; auch ironisch, wenn jemand bei einem kleinen Schaden ungebührlich klagt.
  • A Schiff uhn (ohne) Rüder (Ruder).
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Zur Bezeichnung von Unordnung und Leitungsmangel.
  • A schlägt uf a Sattel und mênt's Pferd.
    Schlesien
  • A schleech (schleicht) sich davon wie enne Haus-Uncke.
  • A Schlimm-Mesalnize (Schlampe) verliert die Spodnize (Unterrock).
    Jüdisch-deutsch, Warschau
  • A schlug mich ei de Ogen, dass mers Foir raus sprang.
    hdt] Er schlug mir auf die Augen, dass mir's Feuer heraussprang.
  • A schmeisst'n uhf wie an Biehmageige.
    Schlesien
    info] Er schmeisst ihn auf wie eine Geige für einen Silbergroschen, welche letztern in Schlesien hin und wieder noch 'Böhmen' genannt werden.
  • A schmeisst'n uhf, doss'm der Arsch brummt.
    Schlesien
  • A schmêrd'm a Pappe em's Maul.
    Österreich-Schlesien
    info] Täuscht ihn durch falsche Vorspiegelungen.
  • A schnarcht wie a Waldesel.
    info] Eine breslauer Kräuterin in der Schilderung einer Dienstmagd: 'Wenn ich ihr woas soite, brummt' se immer wie a Zedelbar. Darnauch war se auch keimal zu dersatigen und froass wie a garberhund; wenn se 's aubends sulde spinnen, schlief se bald ê und schnarchte wie a Waldesel; lete ma woas hi, su musste sie zu irste alles beschnaupern.'
  • A schön Mensch vün Rawicz.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Ironisch von sehr hässlichen Frauen. Die Stadt Rawicz trägt eine Frauengestalt im Wappen, die sich durch nichts weniger als Schönheit auszeichnet.
  • A schreit wie a Pfauhoahn.
  • A schtangt Schlaf vîr Mäternôcht äs bießer wä zwo no Mäternôcht.
    Siebenbürgen/Sachsen
  • A schtît (steht) m'r recht am Gesichte.
    Schlesien
  • A schtrotzt fir Schtolze wî a g'dörrt'r Frosch.
    Österreich-Schlesien
    info] Er weiß sich vor Stolz nicht zu regen.
  • A Schwanz balachsen.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Balachsen = en Diagonale. Wie wir sagen: ein Narr in Folio, also hier ein Tölpel in Folio, ein klassischer Tölpel.
  • A Schwedengeläuf.
    Warschau
    info] Eine wilde Flucht wie vor den Schweden. Bezieht sich auf den Einfall der Schweden in Polen im Jahre 1655.
  • A schwerer Draguner (Dragoner).
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Von schwerfälligen Menschen.
  • A sieht an weißen Hund fer en Bekknecht (Bäckergesellen) an.
  • A sieht aos wie a aosgenommener Harig.
    hdt] Er sieht aus wie ein ausgenommener Hering.
  • <<< vorherige Seite | nächste Seite >>>

    Inhaltsverzeichnis operone