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LYRIK Friedrich Rückert - Poetische Werke 246

Friedrich Rückert (1788-1866)

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Poetische Werke 246

O wie kurzsichtig ist die Weisheit der Geschichte,
Von der du glaubst daß sie gerecht die Todten richte.

Zu wandeln lieb' ich nicht in diesem Pantheon,
Wo, wie hier außen, nur gereiht ist Thron an Thron.

Alsob nichts Großes sei, das nicht auf Thronen säße,
Sich innrer Menschenwerth an äußerm Glanz nur mäße.

Geh doch die Reihe durch der Einzigen, der Großen!
Wieviel sind die man nicht vom Throne sollte stoßen?

Daß Großes sie gethan mit großer Macht und Kraft,
Macht das auf ewig sie für Menschen musterhaft?

Wo ist, wenn du auch das willst ziehen in Betrachtung,
Ein Fünkchen Menschenlieb', ein Körnchen Menschenachtung?

Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 1. IV. 27

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