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LYRIK Friedrich Rückert - Poetische Werke 219

Friedrich Rückert (1788-1866)

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Poetische Werke 219

Dem Federschneider.

Dich nehm' ich heute nicht zum Tischgenossen an,
Wenn du nicht deiner Pflicht erst hast genuggethan.

Der wicht'gen großen Pflicht, die Federn mir zu schneiden,
Womit ich ewige Gedanken will bekleiden.

Denn das ist dein Beruf, die Pfeile mir zu schnitzen,
Und ich verschieße sie mit oder ohne Spitzen.

Was, fragt ein Leser, der nach Versen Hunger litt,
Schreibt Rückert nichts? weil Kopp ihm keine Federn schnitt

Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 1. III. 92

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