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LYRIK Friedrich Rückert - Poetische Werke 117

Friedrich Rückert (1788-1866)

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Poetische Werke 117

Der Gaukler, wie geschickt er seine Glieder braucht,
Prall wie aus Stahl gespannt, und wie aus Luft gehaucht!

Und wozu braucht er sie? Um Schauder, Furcht und Schrecken,
Anstatt Bewunderung, ja Abscheu zu erwecken.

Der arme Gaukler! so geht seine Kunst nach Brot;
Doch andre thun's ihm gleich, und habens minder noth.

Wenn schon ein Schauder ist misbrauchte Körperkraft,
Misbrauchter Geist und Witz ist doppelt schauderhaft.

Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 1. II. 33

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