Reinmar der Alte, auch Reinmar von Hagenau, deutscher Minnesänger der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts


Ein liep ich mir vil nâhe trage,
des ich ze guote nie vergaz.
des êre singe ich unde sage:
mit rehten triuwen tuon ich daz.
si sol mir iemer sîn vor allen wîben:
an dem muote wil ich manegiu jâr belîben.
waz darf ich leides mêre,
wan swenn eht ich si mîden sol?
daz klage ich unde müet mich dicke sêre.
Ez wirt ein man der sinne hât
vil lîhte sælic unde wert,
der mit den liuten umbe gât,
des herze niht wan êren gert.
diu fröude wendet im sîn ungemüete.
seht, sich sol em ritter flîzen maneger güete:
ist ieman der daz nîde,
daz ist ein sô gefüeger schade,
den ich für al die werlt vil gerne lîde.
Ez ist ein nît der niene kan
verhelen an den liuten sich.
war umbe sprichet manic man
»wes tœrt sich der?« und meinet mich?
daz kund ich ime gesagen, ob ich wolde.
ich enwânde niht deis ieman frâgen solde,
ern pflæge swacher sinne;
wan nieman in der welte lebt,
ern vinde sînes herzen küneginne.


»Si koment underwîlent her
die baz dâ heime möhten sîn.
ein ritter des ich lange ger,
bedæhte er baz den willen mîn,
sô wære er zallen zîten hie,
als ich in gerne sæhe.
owê des, waz suochent die
die nîdent daz, ob iemen guot geschæhe?«
Mir ist geschehen daz ich niht bin
langer vrô wan unz ich lebe.
si wundert wer mir schœnen sin
und daz hôchgemüete gebe
daz ich zer werlte niht getar
ze rehte alsô gebâren,
nie genam ich vrowen war,
ich wære in holt die mir ze mâze wâren.


Genâde suochet an ein wîp
mîn dienest nu vil manegen tac,
an einen also guoten lîp.
die nôt ich gerne lîden mac.
ich weiz wol daz si mich lât
geniezen mîner stæte.
wâ næme si sô bœsen rât
daz si an mir . . . missetæte?
»Genâden ich gedenken sol
an ime der mînen willen tuot.
sît daz er mir getriuwet wol,
sô wil ich hœhen sînen muot.
wes er mit rehter stæte vrô,
ich sage im liebiu mære,
daz ich in gelege alsô,
mich diuhte es vil, ob ez der keiser wære.«


Mir kumet eleswenne ein tac
daz ich vor vil gedanken niht
gesingen noch gelachen mac.
sô wænet maneger der mich siht
daz ich in vil grôzer swære sî.
mir ist vil lîhte ein vröude nâhe bî.
wil diu schœne triuwen pflegen
und diu guote,
so ist mir alsô wol ze muote
als der bî vrowen hât gelegen.
Ich hân vil ledeclîche brâht
in ir genâde mînen lîp,
und ist mir noch vil ungedâht
daz iemer werde ein ander wîp
diu von ir gescheide mînen muot.
swaz diu werelt mir ze leide tuot,
daz blîbet von mir ungeklaget,
wan ir nîden
mohte ich nie sô wol erlîden.
ein liebez mære ist mir gesaget.
»Ich wirde jæmerlîchen alt
sol mich diu werlt alsâ vergân
daz ich deheinen den gewalt
an mînem lieben friunde hân,
daz er tæte ein teil des willen mîn.
mich müet, und sol im iemen lieber sîn.
bote, nu sag ime niht mê
wan mir ist leide
unde fürhte des, sich scheide
diu triuwe der wir pflâgen ê.«


Ich lebte ie nâch der liute sage,
wan daz si niht gelîche jehent.
als ich ein hôhez herze trage
und si mich wolgemuoten sehent,
daz hazzet einer sêre,
der ander giht, mir sî diu fröide ein êre.
nun weiz ich weme ich volgen sol;
wan hete ich wîsheit unde sin,
ich tæte gerne wol.


Ist daz mich dienest helfen sol,
als ez doch mangen hât getân,
so gewinnet mir ir hulde wol
ein wille den ich hiute hân.
der riet mir deich ir bæte,
und zurnde ab siz, daz ich ez dannoch tæte.
nu wil ichz tuon, swaz mir geschiht.
ein reine wîse sælic wîp
lâz ich sô lîhte niht.


Gewan ich ie deheinen muot
der hôhe stuont, den hân ich noch.
mîn leben dunket mich sô guot;
und ist ez niht, sô wæne ichs doch.
daz tuot mir wol: waz wil i's mêre?
ichn fürhte unrehten spot niht alze sêre
und kan wol lîden bœsen haz.
solt i's alsô die lenge pflegen,
in gertes niemer baz.


Wiest ime ze muote, wundert mich,
dem herzeclîchez liep geschiht?
er sælic man, dâ fröit er sich,
als ich wol wæne, ich weiz ez niht.
och weste ich gerne wie er tæte;
ob er iht pflæge wunneclîcher stæte:
diu sol im rehte wesen bî.
got gebe daz ich erkenne noch
in welhem lebenne er sî.


Ich weiz bî mir wol daz ein zage
unsanfte ein sinnic wîp bestât.
ich sach si, wæne ich, alle tage,
daz mich des iemer wunder hât
daz ich niht redete swaz ich wolte:
als ichs beginnen under wîlen solte,
sô sweic et ich deich niht ensprach,
wan ich wol weste daz nie man
noch liep von ir geschach.


Dô sprechens zît was wider diu wîp,
dô warp ich als ein ander man.
dô wart mir einiu als der lîp,
von der ich niuwan leit gewan.
do wânde ich ie, si wolte ez wenden.
bæt ich si noch, ich kunde ez niht verenden,
nu hân ich mir ein leben genomen,
daz sol, ob got von himele wil,
mir noch ze staten komen.


Min herze ist sære zaller zît,
swenn ich der schœnen niht ensihe.
si mugen ez lâzen âne nît,
ob ich der wârheit in vergihe;
wan si mir wonet in mînem sinne
und ich die lieben âne mâze minne,
nâher dan in dem herzen mîn.
sin möhte von ir güete mir
niht langer fremede sîn.
Mich rou noch nie daz ich den sin
an ein sô schœne wîp verlie:
ez dunket mich ein guot gewin.
ir gruoz mich minneclîche enphie.
vil gerne ich ir des iemer lône.
si lebet mit zühten wunneclîchen schône.
der tugende si geniezen sol.
mìr geviel in mînen zîten nie
ein wîp sô rehte wol.
Got hât gezieret wol ir leben
alsô daz michs genüegen wil,
und hât ze vröiden mir gegeben
an einem wîbe liebes vil.
sol mir ir stæte komen ze guote,
daz gilte ich ir mit semelîchem muote,
und nîde nieman dur sîn heil,
wan ich ze wunsche danne hân
der werlde mînen teil.


So ez iender nâhet deme tage,
son tar ich niht gefrâgen »ist ez tac?«
daz kumet mir von sô grôzer klage
daz es mir niht ze helfe komen mac.
ich denke wol daz ich es anders pflac
hie vor, dô mir diu sorge
sô niht ze herzen wac:
iemer an dem morgen
sô trôste mich der vogele sanc.
mirn kóme ir hélfe an der zît,
mirst beidiu winter und der sumer alze lanc.
Im ist vil wol, der mac gesagen
daz er sîn liep in senenden sorgen lie.
sô muoz ab ich ein ander klagen:
ichn sach ein wîp nâch mir getrûren nie.
swie lange ich was, iedoch meit si daz ie:
diu nôt mir underwîlent
reht an mîn herze gie.
und wær ich ander iemen
alse unmære manegen tac,
dem hét ich gelân den strît.
diz ist ein dinc des ich mich niht getrœsten mac.
Diu liebe hât ir varnde guot
geteilet sô daz ich den schaden hân.
der nam ich mêre in mînen muot
dann ich von rehte solte haben getân:
doch wæne ich, sist von mir vil unverlân,
swie lützel ich der triuwen
mich anderhalp entstân.
si was ie mit fröiden
und lie mich in den sorgen sîn:
alsô vergíe mich diu zît.
ez taget mir leider selten nâch dem willen mîn.


Diu werlt verswîget mîniu leit
und saget vil lützel iemer wer ich bin.
ez dunket mich unsælikeit
daz ich mit triuwen allen mînen sin
bewendet hân dar es mich dunket vil,
und mir der besten einiu
des niht gelouben wil.
ez wart von unschulden
nie nieman sô rehte wê.
got hélfe mir déiz wol ergê,
daz ich ûz ir hulden kome niemer mê.
»Owê trûren unde klagen,
wie sol mir dîn mit fröiden werden buoz?
mir tuot vil wê deich dich muoz tragen:
du bist ze grôz, doch ich dich lîden muoz.
die swære enwendet nieman, er entuoz
den ich mit triuwen meine.
gehôrt ich sînen gruoz,
daz er mir nâhen læge,
sô zergienge gar mîn nôt.
sîn frémeden tûot mir den tôt
unde machet mir diu ougen dicke rôt.«


Ich wæn mir liebe geschehen wil:
mîn herze hebet sich ze spil,
ze fröiden swinget sich mîn muot,
als der valke enfluge tuot
und der are ensweime.
joch liez ich friunt dâ heime.
wol mich, unde vinde ich die
wol gesunt als ich si lie!
vil guot ist daz wesen bî ir.
herre gol, gestate mir
daz ich si sehen müeze
und alle ir swære büeze;
ob si in deheinen sorgen sî,
daz ich ir die geringe und si mir die mîn dâ bî;
sô mugen wir fröide niezen.
owol mich danne langer naht!
wie kunde mich verdriezen?


Sô vil sô ich gesanc nie man,
der anders niht enhæte wan den blôzen wân.
daz ich nu niht mêre enkan,
desn wunder nieman: mir hât zwîvel, den ich hân,
al daz ich kunde gar benomen.
wenne sol mir iemer spilndiu fröide komen?
noch sæhe ich gerne mich in hôhem muote als ê.
michn scheide ein wîp von dirre klage
und spreche ein wort als ich ir sage,
mir ist anders iemer wê.
Ich alte ie von tage ze tage,
und bin doch hiure nihtes wîser danne vert.
und hete ein ander mîne klage,
dem riete ich sô daz ez der rede wære wert,
und gibe mir selben bœsen rât.
ich weiz vil wol waz mir den schaden gemachet hât.
daz ich si niht verhelen kunde swaz mir war.
des hân ich ir geseit sô vil
daz si es niht mêre hœren wil:
nû swîge ich unde nîge dar.
Ich wânde ie, ez wære ir spot,
die ich von minnen grôzer swære hôrte jehen.
desngilt ich sêre, semmir got,
sît ich die wârheit an mir selben hân ersehen.
mirst komen an daz herze mîn
ein wîp, sol ich der volle ein jâr unmære sîn,
und sol daz alse lange stân
daz si mîn niht nimet war,
sô muoz mîn fröide von ir gar
vil lîhte ân allen trôst zergân.
Sît mich mîn sprechen nu niht kan
gehelfen noch gescheiden von der swære mîn,
sô wolte ich daz ein ander man
die mîne rede hete zuo der sælde sîn;
unde iedoch niht an die stat
dar ich nu lange bitte und her mit triuwen bat:
darn gan ich nieman heiles, swenne ez mich vergât.
nú gedinge ich ir genâden noch.
waz si mir âne schulde doch
langer tage gemachet hât!
Und wiste ich niht daz si mich mac
vor al der welte wert gemachen, obe si wil,
ichn diende ir niemer mêre tac:
sô hât si tugende, den ich volge unz an daz zil,
niht langer wan die wîle ich lebe.
noch bitte ich si daz si mir liebez ende gebe.
waz hilfet daz? ich weiz wol daz siez niht entuot.
nu tuo siez durch den willen mîn,
und lâze mich ir tôre sîn,
und neme mîne rede für guot.


Wol ime, daz er ie wart geborn,
dem disiu zît genædeclîchen hine gât
ân aller slahte seneden zorn,
und doch ein teil dar under sînes willen hât.
wie deme nâhet manic wünneclicher tac!
wie lützel er mir, sælic man, gelouben mac!
wan ich nâch fröide bin verdâht,
und kan doch niemer werden frô.
mich hât ein liep in trûren brâht.
deist únwendic: nu sî alsô.
Daz ich mîn leit sô lange klage,
des spottent die den ir gemüete hôhe stât.
waz ist in liep daz ich in sage?
waz sprichet der von fröiden, der dekeine hât?
wil ich liegen, sost mir wunders vil geschehen:
sô trüge ab ich mich âne nôt, solt ich des jehen.
wan lânt si mich erwerben daz
dar nâch ich ie mit triuwen ranc?
zem iemen danne ein lachen baz,
daz gelte ein ouge, und haber doch danc.
Ich wil von ir niht ledic sîn,
die wîle ich iemer gernden muot zer werlte hân.
daz beste gelt der fröiden mîn
daz lît an ir, und aller mîner sælden wân.
swenne ich daz verliuse, sô enhân ich niht:
ichn ruoche ouch für den selben tac waz mir geschiht.
ich muoz wol sorgen umbe ir leben:
stirbet si, sô bin ich tôt.
hât si mir anders niht gegeben,
so erkenne ich doch wol senede nôt.
Genâde ist endelîche dâ:
diu'rzeige sich als ez an mînem heile sî.
dien suoche ich niender anderswâ:
von ir gebote wil ich niemer werden frî.
daz si dâ sprechent von verlorner arebeit,
sol daz der mîner einiu sîn, daz ist mir leit,
ichn wânde niht, dô ichs began,
ichn sæhe an ir noch lieben tac:
ist mir dâ misselungen an,
doch gab ichz wol als ez dâ lac.


Ich wirbe umb allez daz ein man
ze wereltlîchen fröiden iemer haben sol.
daz ist ein wîp der niht enkan
nach ir vil grôzen werdekeit gesprechen wol.
lob ich si sô man ander frowen tuot,
dazn nimet eht disiu von mir niht für guot.
doch swer ich des, sist an der stat
das ûzer wîpes tûgenden noch nie fuoz getrat.
daz ist in mat.
Si ist mir liep, und dunket mich
daz ich ir volleclîche gar unmære sî.
nu waz dar umbe? daz lîd ich,
und bin ir doch mit triuwen stæteclîchen bî.
waz obe ein wunder lîhte an mir geschiht,
daz si mich eteswenne gerne siht?
sâ denne lâze ich âne haz,
swer giht daz ime an fröiden sî gelungen baz.
der habe im daz.
Als eteswenne mir der lîp
dur sîne bœse unstæte râtet daz ich var
und mir gefriunde ein ander wîp,
sô wil iedoch daz herze niender wane dar.
wol ime des deiz sô reine welen kan
und mir der süezen arebeite gan.
doch hân ich mir ein liep erkorn
dem ich ze dienste, und wære ez al der welte zorn,
muoz sîn geborn.
Swaz jâre ich noch ze lebenne hân,
swie vil der wære, irn wurde ir niemer tac genomen.
sô gar bin ich ir undertân
daz ich unsanfte ûz ir genâden möhte komen.
ich fröwe mich des daz ich ir dienen sol.
sì gelônet mir mit lîhten dingen wol:
geloube eht mir, swenn ich ir sage
die nôt diech inme herzen von ir schulden trage
dick inme tage.
Und ist daz mirs mîn sælde gan
deich abe ir redendem munde ein küssen mac versteln,
gît got deichz mit mir bringe dan,
sô wil ichz tougenlîche tragen und iemer heln.
und ist daz siz für grôze swære hât
und vêhet mich dur mîne missetât,
waz tuon ich danne, unsælic man?
da heb i'z ûf und legez hin wider dâ ichz dâ nan,
als ich wol kan.


Daz beste daz ie man gesprach
od iemer mê getuot,
daz hât mich gemachet redelôs.
got weiz wol, sît ichs êrste sach,
sô hete ich ie den muot
daz ich vür si nie kein wîp erkôs.
kunde ich mich dar hân gewendet
dâ manz dicke bôt
mînem lîbe rehte als ich ez wolde,
ich het eteswaz verendet.
ich rüem âne nôt
mich der wîpe mêre danne ich solde.
war sint komen die sinne mîn?
solz mir wol erboten sîn,
hân ich tumber gouch mich sô verjehen,
swaz des wâr ist, daz muoz noch geschehen.
Min rede ist alsô nâhen komen
dazs êrste vrâget des
waz genâden sî der ich dâ ger.
wil sis noch niht hân vernomen,
sô nimet mich wunder wes
ich vil maneger swære niht enber
die mir dicke sêre nâhen
an dem herzen sint,
daz ich vrô niemêre tac belîbe.
sol der kumber niht vervâhen?
tæte ez danne ein kint
deiz sus iemer lebete nâch wîbe,
dem solt ich wol wîzen daz.
möht ich mich noch bedenken baz
unde næme von ir gar den muot!
neinâ, herre! jô ist si sô guot.
Het ich der guoten ie gelogen
sô grôz als umbe ein hâr,
sô lit ich von schulden ungemach.
ich weiz wol waz mich hât betrogen:
dâ seite ich ir ze gar
swaz mir leides ie von ir geschach
unde ergap mich ir ze sêre.
dô si daz vernam
daz ich niemer von ir komen kunde,
dö was si mir iemer mêre
in ir herzen gram
unde erbôt mir leit ze aller stunde.
alsô hân ich si verlorn,
und wil nu, dêst ein niuwer zorn,
daz ich si der rede gar begebe.
weiz got, niemer al die wîle ich lebe.
Wie dicke ich in den sorgen doch
des morgens bin betaget,
sô ez allez slief daz bî mir lac!
si enwisten noch enwizzen noch
daz mich mîn herze jaget
dar ich vil unsanfte komen mac.
si enlât mich von ir scheiden
noch bî ir bestên.
ie dar under muoz ich gar verderben.
mit den listen, wæne ich, beiden
wil si mich vergên.
hœrent wunder, kan si alsus werben?
nein si, weiz got, sine kan.
ich hâns ein teil gelogen an.
si engetet ez nie wan umbe daz
daz si mich noch wil versuochen baz.
Dô Liebe kom und mich bestuont
wie tet Genâde sô
daz siz niht genædeclîchen schiet?
ich bat si dicke, sô die tuont
die gerne wæren frô,
sît ir trôst vil manegen ie beriet,
dazs och mir daz selbe tæte.
innerhalb der tür
hât . . . leider sich verborgen.
mac si sehen an mîne stæte,
gê dur got her vür
unde helfe daz ich kome ûz sorgen;
wan ich hân mit schœnen siten
sô kûmeclîche her gebiten.
obe des diu guote niht verstât,
wê gewaltes dens an mir begât!


Ein wîser man sol niht ze vil
versuochen noch gezîhen, dêst mîn rât,
von der er sich niht scheiden wil
und er der wâren schulde ouch keine hât.
swer wil al der werlte lüge an ein ende komen,
der hât im âne nôt ein herzelîchez leit genomen.
man sol bœser rede gedagen;
und frâge ouch nieman lange des
daz er doch ungerne hœre sagen.
War umhe vüeget diu mir leit
von der ich hôhe solte tragen den muot?
jon wirbe ich niht mit kündekeit
noch durch versuochen, als vil maneger tuot.
ich enwart nie rehte vrô wan sô ich si gesach;
sô gie von herzen gar swaz mîn munt wider si gesprach.
sol nu diu triuwe sîn verlorn,
sô endarf eht nieman wunder nemen,
hân ich underwîlen einen zorn.
Si jehent daz stæte sî ein tugent,
der andern frowe. sô wol im der si habe!
si hât mir fröide in mîner jugent
mit ir wol schœner zuht gebrochen abe,
daz ich unz an mînen tôt nie mêre si gelobe.
ich síhe wól, swer nú vert sêre wüetende als er tobe,
daz den diu wîp nu minnent ê
dann einen man der des niht kan.
ich ensprach in nie sô nâhe mê.


Ez tuot ein leit nâch liebe wê:
sô tuot ouch lîhte ein liep nâch leide wol.
swer welle daz er frô bestê,
daz eine er dur daz ander lîden sol
mit bescheidenlîcher klage und gar ân arge site.
zer welte ist niht sô guot daz icli ie sach sô guot gebite.
swer die gedulteclîchen hât,
der kam des ie mit fröiden hin.
alsô ding ich daz mîn noch werde rât.
Des einen und deheines mê
wil ich ein meister sîn die wîle ich lebe;
daz lop wil ich daz mir bestê
und mir die kunst diu werlt gemeine gebe,
daz niht mannes kan sîn leit sô schône tragen.
begêt ein wîp an mir deich tac noch naht niht kan gedagen,
nu hân eht ich sô senften muot
daz ich ir haz ze fröiden nime.
owê wie rehte unsanfte ez mir doch tuot!
Ich weiz den wec nu lange wol
der von der liebe gêt unz an daz leit.
der ander der mich wîsen sol
ûz leide in liep, derst mir noch unbereit,
daz mir von gedanken ist alsô unmâzen wê.
des überhœre ich vil und tuon als ich des niht verstê.
gît minne niht wan ungemach,
sô müeze minne unsælic sîn:
wan ichs noch ie in bleicher varwe sach.


Mich hœhet daz mich lange hœhen sol,
daz ich nie wîp mit rede verlôs.
sprach in anders ieman danne wol,
daz was ein schult diech nie verkôs.
in wart nie man sô rehte unmære
der ir lop gerner hôrte und dem ie ir genâde lieber wære.
doch habent si den dienest mîn:
wan al mîn trôst und al mîn leben
daz muoz an eime wîbe sîn.
Wie mac mir iemer iht sô liep gesîn
dem ich sô lange unmære bin?
lîd ich die liebe mit dem willen mîn,
son hân ich niht ze guoten sin.
ist aber daz i's niht mac erwenden,
sô möhte mir ein wîp ir rât enbieten unde ir helfe senden
und lieze mich verderben niht.
ich hân noch trôst, swie kleine er sî:
swaz geschehen sol, daz geschiht.


Der ie die werlt gefröite baz dann ich,
der müeze mit genâden leben;
der tuoz ouch noch, wan sîn verdriuzet mich.
mir hât mîn rede niht wol ergeben.
ich diende ir ie: mirn lônde niemen.
daz truoc ich alsô daz mîn ungebærde sach vil lützel iemen
und daz ich nie von ir geschiet.
si sælic wîp enspreche »sinc«,
niemer mê gesinge ich liet.
Ich sach si, wære ez al der werlte leit,
diech doch mit sorgen hân gesehen.
wol mich sô minneclîcher arebeit!
mirn könde niemer baz geschehen.
dar nâch wart mir vil schiere leide.
ich schiet von ir daz ich von wîbe niemer mit der nôt gescheide
noch daz mir nie sô wê geschach.
owê, do ich danne muoste gên,
wie jæmerlîch ich umbe sach!
Owê dâz ich einer rede vergaz,
daz tuot mir hiute und iemer wê,
dô si mir âne huote vor gesaz!
war umbe redte ich dô niht mê?
dô was ab ich sô vrô der stunde
und der vil kurzen wîl daz man der guoten mir ze sehenne gunde,
daz ich vor liebe niht ensprach.
ez möhte manegem noch geschehen,
der si sæhe als ich si sach.


In disen bœsen ungetriuwen tagen
ist mîn gemach niht guot gewesen:
wan daz ich leit mit zühten kan getragen
ichn könde niemer sîn genesen.
tæt ich nâch leide als ichz erkenne,
si liezen mich vil schiere, die mich gerne sâhen eteswenne,
die mir dô sanfte wâren bî.
nu muoz ich fröide nœten mich
dur daz ich bî der werlte sî.
Ich bin der sumerlangen tage sô vrô
daz ich nu hügende worden bin;
ouch stât mîn herze und mîn wille alsô:
ich minne ein wîp, dâ meine ich hin.
diust hôhgemuot und ist sô schœne
daz ich si dâ von vor andern wîben krœne.
wil aber ich von ir tugenden sagen,
des wirt sô vil, swenn ichz erhebe,
daz ichs iemer muoz gedagen.


Waz ich nu niuwer mære sage
desn darf mich nieman frâgen: ich enbin niht vrô.
die friunde verdriuzet mîner klage.
des man ze vil gehœret, dem ist allem sô.
nu hân ich es beidiu schaden unde spot.
waz mir doch leides unverdienet, daz bedenke got,
und âne schult geschiht!
ichn gelige herzeliebe bî,
son hât an mîner vröude nieman niht.
Die hôhgemuoten zîhent mich,
ich minne niht sô sêre als ich gebâre ein wîp.
si liegent unde unêrent sich:
si was mir ie gelîcher mâze sô der lîp.
nie getrôste si dar under mir den muot.
der ungenâden muoz ich, und des si mir noch getuot,
erbeiten als ich mac.
mir ist eteswenne wol gewesen:
gewinne ab ich nu niemer guoten tac?
Sô wol dir, wîp, wie reine ein nam!
wie sanfte er doch z'erkennen und ze nennen ist!
ez wart nie niht sô lobesam,
swâ duz an rehte güete kêrest, sô du bist.
dîn lop mit rede nieman wol volenden kan.
swes du mit triuwen phligest wol, der ist ein sælic man
und mac vil gerne leben.
du gîst al der werlte hôhen muot:
mâht och mir ein wênic fröide geben?
Ich hân ein dinc mir für geleit
und strîte mit gedanken in dem herzen mîn:
ob ich ir hôhen werdekeit
mit mînem willen wolte lâzen mînre sîn,
ode ob ich daz welle daz si grœzer sî
und si vil sælic wîp stê mîn und aller manne vrî.
die tuont mir bêde wê.
ine wirde ir lasters niemer vrô:
vergêt si mich, daz klage ich iemer mê.
Ob ich nu tuon und hân getân
daz ich von rehte in ir hulden solte sîn,
und si vor aller werlde hân,
waz mac ich des, vergizzet si dar under mîn?
swer nu giht daz ich ze spotte künne klagen,
der lâze im mîne rede beide singen unde sagen
. . . . . . . . . .
unde merke wa ich ie spreche ein wort,
ezn lige ê i'z gespreche herzen bî.


Der lange süeze kumber mîn
an mîner herzelieben vrowen derst erniuwet.
wie möhte ein wunder grœzer sîn,
daz mîn verloren dienest mich sô selten riuwet,
wan ich noch nie den boten gesach
der mir ie bræhte trôst von ir, wan leit und ungemach.
wie sol ich iemer dise unsælde erwenden?
unmære ich ir, daz ist mir leit.
si enwart mir nie sô liep, kund i"z volenden.
Wa nu getriuwer friunde rât?
waz tuon ich, daz mir liebet daz mir leiden solte?
mîn dienest spot erworben hât
und anders niht, ob ich ez noch gelouben wolte.
ich wæne ez nu gelouben muoz.
des wirt och niemer leides mir unz an mîn ende buoz,
sît si mich hazzet diech von herzen minne.
mirn kunde nieman ez gesagen:
nu bin ichs vil unsanfte worden inne.
Daz si mich alse unwerden habe
als si mir vor gebâret, daz geloube ich niemer,
si enlâze ein teil ir zornes abe;
wan endeclîchen ir genâden beite ich iemer.
von ir enmac ich noch ensol.
sô sich genuoge ir liebes fröunt, sost mir mit leide wol.
und kan ich anders niht an ir gewinnen,
ê daz ich âne ir hulde sî
ich wil ir güete und ir gebærde minnen.
Mac si mich doch lâzen sehen
ob ich ir wære liep, wie si mich hahen wolte.
sît mir niht anders mac geschehen,
sô tuo gelîche deme als ez doch wesen solte,
und lege mich ir nâhe bî
und bietez eine wîle mir als ez von herzen sî:
gevalle ez danne uns beiden, sô sî stæte;
verliese ab ich ir hulde dâ,
sô sî verborn als obe siez nie getæte.


Ein rede der liute tuot mir wê:
da enkan ich niht gedulteclîchen zuo gebâren.
nu tuont siz alle deste mê:
si frâgent mich ze vil von mîner frouwen jâren,
und sprechent, welher tage si sî,
dur daz ich ir sô lange bin gewesen mit triuwen bî;
si sprechent daz es möhte mich verdriezen.
nu lâ daz aller beste wîp
ir zühtelôser vrâge mich geniezen.


Owê daz alle die nu lebent
wol hânt erfunden wie mir ist nâch einem wîbe
und si mir niht den rât engebent
daz ich getrœstet würde noch bî mînem lîbe.
joch klage ich niht mîn ungemach,
wan daz den ungetriuwen ie baz danne mir geschach,
die nie gewunnen leit von seneder swære.
got wolde, erkanden guotiu wîp
ir sumelîcher werben, wie dem wære.


Si jelient, der sumer der sî hie,
diu wunne diu sî komen,
und daz ich mich wol gehabe als ê.
nu râtent unde sprechent wie.
der tôt hât mir benomen
daz ich niemer überwinde mê.
waz bedarf ich wunneclîcher zît,
sît aller vröuden herre Liutpolt in der erde lît,
den ich nie tac getrûren sach?
ez hât diu Werlt an ime verlorn
daz ir an manne nie
sô jæmerlîcher schade geschach.
»Mir armen wîbe was ze wol
dô ich gedâhte an in
und wie mîn heil an sîme lîbe lac.
daz ich des nu niht haben sol,
des gât mit sorgen hin
swaz ich iemer mê geleben mac.
mîner wunnen spiegel derst verlorn.
den ich mir hete ze sumerlîcher ougenweide erkorn,
des muoz ich leider ænic sîn.
dô man mir seite er wære tôt,
zehant wiel mir daz bluot
von herzen ûf die sêle mîn.
Die fröude mir verboten hât
mîns lieben herren tôt
alsô daz ich ir mêr enberen sol.
sît des nu niht mac werden rât,
in ringe mit der nôt
daz mir mîn klagedez herze ist jâmers vol,
diu in iemer weinet daz bin ich,
wan er vil sælic man jâ trôste er wol ze lebenne mich.
der ist nu hin. waz töhte ich hie?
wis ime genædic, herre got:
wau tugenthafter gast
kam in dîn ingesinde nie.«


Ich was fro und bin daz unz an mînen tôt,
michn wende es got aleine.
michn beswære ein rehte herzelîchiu nôt,
mîn sorge ist anders kleine.
sô daz danne an mir zergât,
sô kumt aber hôher muot, der mich niht trûren lât.
Jone singe ich zwâre durch mich selben niht,
wan durch der liute frâge,
die dâ jehent, des mir, ob got wil, niht geschiht,
daz fröiden mich betrâge.
sist mir liep und wert als ê,
obez ir etelîchem tæte in den ougen wê.
Ich wil aller der enbern die mîn enbernt
und daz tuont âne schulde.
vinde ich iender dies mit triuwen an mich gernt,
den diene ich umbe ir hulde.
ich hân iemer einen sin,
erne wirt mir niemer liep dem ich unmære bin.


Mirst ein nôt vor allem mînem leide,
doch durch disen winter niht.
waz dar umbe, valwent grüene heide?
solher dinge vil geschiht;
der ich aller muoz gedagen:
ich hân mê ze tuonne danne bluomen klagen.
Swie vil ich gesage guoter mære,
sô ist niemen der mir sage
wenne ein ende werde mîner swære;
dar zuo maneger grôzen klage
diu mir an daz herze gât.
wol bedörfte ich wîser liute an mînen rât.
Niender vinde ich triuwe, dêst ein ende,
dar ich doch gedienet hân.
guoten liuten leite ich mîne hende,
woldens ûf mir selben gân;
des wær ich vil willec in.
owê daz mir niemen ist als ich im bin!
Wol den ougen diu sô welen kunden
und dem herzen daz mir riet
an ein wîp diu hât sich underwunden
guoter dinge und anders niet.
swaz ich durch si lîden sol,
dast ein kumber den ich harte gerne dol.


Daz ein man der ie mit bœsem muote
sîne zît gelebet hât
nimmer wil geruochen mîn ze guote,
des wirt mîn vil schône rât.
swenne ich in erliegen sol,
sô gedenke ich »owê, wie getuon ich wol!«


Ich wil allez gâhen
zuo der liebe die ich hân.
sô ist ez niender nâhen
daz sich ende noch mîn wân.
doch versuoche ichz alle tage
und diene ir sô dazs âne ir danc
mit fröiden muoz erwenden kumber den ich trage.
Mich betwanc ein mære
daz ich von ir hôrte sagen,
wie si ein vrouwe wære
diu sich schône kunde tragen.
daz versuochte ich unde ist wâr.
ir kunde nie kein wîp geschaden
(daz ist wol kleine) alsô grôz als umbe ein hâr.
Swaz in allen landen
mir ze liebe mac geschehen,
daz stât in ir handen:
anders niemen wil ichs jehen.
si ist mîn ôsterlicher tac,
und hâns in mînem herzen liep:
daz weiz er wol dem nieman niht geliegen mac.
Si hât leider selten
mîne klagende rede vernomen:
des muoz ich engelten.
nie kund ich ir nâher komen.
maneger zuo den vrouwen gât
und swîget allen einen tac
und anders niemen sînen willen reden lât.
Niemen imez vervienge
zeiner grôzen missetât,
ob er dannen gienge
dâ er niht ze tuonne hât;
spræche als ein gewizzen man
»gebietet ir an mîne stat«:
daz wære ein zuht und stüende im lobelîchen an.


Niemen seneder suoche an mich deheinen rât:
ich mac mîn selbes leit erwenden niht.
nun wæn iemen grœzer ungelücke hât,
und man mich doch sô frô dar under siht.
dâ merkent doch ein wunder an.
ich solte iu klagen die meisten nôt,
niwan daz ich von wîben übel niht reden kan.
Spræche ich nu des ich si selten hân gewent,
dar an begienge ich grôze unstætekeit.
ich hân lange wîle unsanfte mich gesent
und bin doch in der selben arebeit.
bezzer ist ein herzesêr
dann ich von wîben misserede.
ich tuon sîn niht: si sint von allem rehte hêr.
In ist liep daz man si stæteclîchen bite,
und tuot in doch sô wol daz si versagent.
hei wie manegen muot und wunderlîche site
si tougenlîche in ir herzen tragent!
swer ir hulde welle hân,
der wese in bî und spreche in wol.
daz tet ich ie: nu kan michz leider niht vervân.
Ja ist doch mîn schulde entriuwen niht sô grôz
als rehte unsælic ich ze lône bin.
ich stân aller vröuden rehte hendeblôz
und gât mîn dienest wunderlîche hin.
daz geschach nie manne mê.
volende ich mîne senede nôt,
sîn tuot mir mê, mag ichz behüeten, wol noch wê.
Ich bin tump daz ich sô grôzen kumber klage
und ir des wil deheine schulde geben.
sît ichs âne ir danc in mînem herzen trage,
waz mac si des, wil ich unsanfte leben?
daz wirt ir iedoch lîhte leit.
nu muoz ichz doch sô lâzen sîn.
mir machet niemen schaden wan mîn stætekeit.


Lâze ich mînen dienest sô,
dem ich nu lange her gevolget hân,
sône wirde ich niemer frô.
si muoz gewaltes mê an mir begân
danne an manne ie wîp begie,
ê deich mich sîn geloube. ich kunde doch gesagen wie.
Uzer hûse und wider dar în
bin ich beroubet alles des ich hân,
fröide und al der sinne mîn:
daz hât mir niemen wane si getân.
daz berede ich alse ich sol.
wil sis lougen, sô getrûwe ich mînem rehte wol.
»Ich bin sô harte niht verzaget
daz er mir sô sêre solte dröun.
ich wart noch nie von im gejaget,
er enmöhte si's ze mâze vröun.
niemer wirde ich âne wer.
bestât er mich, in dünkt mîn einer lîp ein ganzez her.«


Ich hân ir vil manic jâr
gelebt, und si mir selden einen tac.
dâ von gewinne ich noch daz hâr
daz man in wîzer varwe sehen mac.
ir gewaltes wirde ich grâ.
si möhte sichs gelouben unde zurnde anderswâ.
Wænet si daz ich den muot
von ir gescheide umb alse lîhten zorn?
obe si mir ein leit getuot,
sô bin ich doch ûf anders niht geborn
wan daz ich des trôstes lebe
wie ich ir gediene und si mir swære ein ende gebe.


Als ich mich versinnen kan,
sô stuont nie diu werlt sô trûric mê.
ich wæn iender lebe ein man
des dinc nâch sîn selbes willen gê.
wan daz ist und was ouch ie,
anders sô gestuont ez nie,
wan daz beidiu liep und leit zergie.
Swer dienet dâ mans niht verstât,
der verliuset al sîn arebeit,
wan ez im anders niht ergât.
dâ von wahset niwan herzeleit.
alsô hât ez mir getân:
der ich vil wol getriuwet hân,
diu hât mich gar âne fröide lân.
Stæte hilfet dâ si mac.
daz ist mir ein spel: sîn half mich nie.
mit guoten triuwen ich ir pflac
sît daz ich ir künde alrest gevie.
ich wæn mich sîn gelouben wil.
nein, sô verlür ich alze vil.
ist daz alsô, seht welch ein kindes spil.


Ich sprich iemer, swenne ich mac und ouch getar,
»vrowe, wis genædic mir.«
si nimt mîner swachen bete vil kleine war.
doch sô wil ich dienen ir
mit den triuwen unde ich meine daz;
unde als ich ir nie vergaz,
sô gestân diu ougen mîn und niemer baz.
Swenne ich si mit mîner valschen rede betrüge,
sô het ichs unrehte erkant.
vâhe si mich iemer an deheiner lüge,
sâ sô schüpfe mich zehant
und geloube niemer mîner klage,
dar zuo niht des ich ir sage.
dâ vor müeze mich got hüeten alle tage.
Wart ie guotes und getriuwes mannes rât,
sô kum ich mit vröuden hin.
si weiz wol, swie lange si mich biten lât
daz ichz doch der bitende bin.
ich hân ir gelobet ze dienen vil,
dar zuo daz ichz gerne hil,
unde ir niemer umbe ein wort geliegen wil.
Wart ie manne ein wîp sô liep als si mir ist,
sô müez ich verteilet sîn.
maneger sprichet »sist mir lieber«: dast ein list.
got weiz wol den willen mîn,
wie hôh ez mir umbe ir hulde stât
und wie nâhen ez mir gât,
ir lop, daz si umb al die werlt verdienet hât.
Wie mîn lôn und ouch mîn ende an ir gestê,
dast mîn aller meistiu nôt.
zallen zîten fürhte ich daz si mich vergê:
sô wær ich an vröuden tôt.
daz sol si bedenken allez ê.
tuot si mir ze lange wê,
sô gedinge ich ûf die sêle niemermê.


Ich hân varender vröuden vil,
und der rehten eine niht diu lange wer.
iemer als ich lachen wil,
sô seit mir daz herze mîn daz ichs enber.
mîn muot stuont mir eteswenne alsô
daz ich was mit den andern frô:
désn ist nu niht; daz was allez dô.
Lide ich nôt und arebeit,
die hân ich mir selbe ân alle schult genomen.
dicke hât si mir geseit
daz ichz lieze, in möhtes niemer zende komen,
und tuot noch hiute swanne si mich siht,
und mir leit dâ von geschiht,
daz sî mîn und gebe des niemen niht.
Daz ich ir gediente ie tac,
des enwil si mir gelouben niht, owê!
und swaz ich gesingen mac,
des engiht si niht daz si daz iht bestê.
daz ist mir ein jæmerlîch gewin.
sus gât mir mîn leben hin.
seht wie sælic ich ze lône bin.
Nie wart grœzer ungemach
danne ez ist der mit gedanken umbe gât.
sît daz si mîn ouge sach,
diu mich vil unstæten man betwungen hât,
der mac ich vergezzen niemer mê.
daz tuot mir vil lange wê.
wê wan hæte ichs dô verlâzen ê!
Ich hân iemer teil an ir:
den gibe ich niemen, swie friunt er mir iemer sî.
owê, wanne wurde ez mir
daz ich einen tac belibe von sorgen vrî!
got weiz wol daz ich ir nie vergaz
und daz mir wîp geviel nie baz.
wirt mir anders niht, sô hân ich daz.


Ich gehabe mich wol. in ruochte iedoch
obe mir ein vil lützel wære baz.
ich bin allez in den sorgen noch:
wirt mir sanfter iht, ich rede ouch daz.
zuo den sorgen die ich hân
ist mîn klage, in habe der tage den vollen niht
daz mîn swære iht müge ze herzen gân.
Ez erbarmet mich dazs alle jehen
daz ich anders künne niht wan klagen.
mugent ir michel wunder an mir sehen?
waz solt ich nu singen oder sagen?
solle ich swern, in wisse waz.
gesæhe ich wider âbent einen kleinen boten,
sô gesanc nie man von vröuden baz.
Ich bin aller dinge ein sælic man,
wan des einen dâ man lônen sol.
obe ich dise unsælde erwenden kan,
sô vert ez nâch ungenâden wol.
mir ist ungelîche deme
der sich eteswenne wider den morgen fröit.
alsô tete ouch ich, wist ich mit weme.
Treit mir iemen tougenlîchen haz,
waz der siner vröude an mir nu siht!
wê war umbe tæte ab iemen daz?
got weiz wol, in tuen doch niemen niht.
wan sol mir genædic sîn:
mich beginnet noch nâch mînem tôde klagen
maneger der nu lîhte enbære mîn.


Die ich mir ze fröuden hete erkorn,
dâ envant ich niht wan ungemach.
waz ich guoter rede hân verlorn!
jâ die besten die ie man gesprach.
si was endelîchen guot.
nieman könde si von lüge gesprochen hân,
erne hete als ich getriuwen muot.


Ich wil immer gerner umbe sehen:
ich was mîner fröude ein teil ze frî.
mirst von einer kleinen rede geschehen
daz ich vvizzen wil wer bî mir sî.
ungefüeger liute ist vil.
spriche ich wider âbent lîhte ein schœne wort,
waz mac i's, der mirz verkêren wil?


Aller sælde ein sælic wîp,
tuo mir sô
daz mîn herze hôhe stê,
obe ich ie dur dinen lîp
wurde frô,
daz des iht an mir zergê.
ich was ie der dienest dîn:
sô bistuz diu fröide mîn.
sol ich iemer lieben tac
oder naht gesehen,
daz muoz, frouwe, an dir geschehen.
Frouwe, ich hân durch dich erliten
daz nie man
durch sîn liep sô vil erleit.
ich getar dich niht gebiten
noch enkan.
tuoz durch dîne sælekeit.
ich bin dîn: du solt mich nern
und gewaltes allen wern.
ich hân iemer eine bete,
daz du wol bewarst.
und dich baz an mir bewarst.
Frouwe, ich hân noch nie getân,
dunket mich,
dan diu liebe mir gebôt.
ich enkunde ez nie verlân,
hôrte ich dich
nennen, ine wurde rôt.
swer dö nâhe bî mir stuont,
sô die merkære tuont,
der sach herzeliebe wol
an der varwe mîn.
sol ich dâ von schuldic sîn?
Ich verdiente den kumber nie
den ich hân,
wan sô vil, ob daz geschach
daz ich underwîlent gie
für dich stân
unde ich dich vil gerne sach,
liez ich dô daz ouge mîn
tougenlîchen an daz dîn,
daz brâht ich unsanfte dan
unde lîhte dar.
frouwe, nam des iemen war?


»Sage, daz ich dirs iemer lône,
hâst du den vil lieben man gesehen?
ist ez wâr und lebet er schône
als si sagent und ich dich hœre jehen?«
»vrowe, ich sach in: er ist frô;
sîn herze stât, ob irz gebietent, iemer hô.«
»Ich verbiute im vröude niemer.
lâze eht eine rede; sô tuot er wol:
des bit ich in biute und iemer:
demst alsô daz manz versagen sol.«
»frowe, nu verredent iuch niht.
er sprichet, allez daz geschehen sol daz geschiht.«
»Hat aber er gelobt, geselle,
daz er niemer mê gesinge liet,
ezn sî ob ich ins biten welle?«
»vrowe, ez was sîn muot do ich von im schiet.
ouch mugent irz wol hân vernomen.«
»owê, gebiute ichz nu, daz mac ze schaden komen.
Ist ab daz ichs niene gebiute,
sô verliuse ich mîne sælde an ime
und verfluochent mich die liute,
daz ich al der werlte ir vröude nime.
alrest gât mir sorge zuo.
owê, nunweiz ich obe ichz lâze od ob ichz tuo.
Daz wir wîp niht mugen gewinnen
friunt mit rede, si enwellen dannoch mê,
daz müet mich. in wil niht minnen.
stæten wîben tuot unstæte wê.
wære ich, des ich niene bin,
unstæte, lieze er danne mich, sô lieze ich in.«


»Lieber bote, nu wirp alsô,
sich in schiere und sage im daz
vert er wol und ist er frô,
ich leb iemer deste baz.
sage im durch den willen mîn
daz er iemer solhes iht getuo
da von wir gescheiden sîn.
Frage er wie ich mich gehabe,
gich daz ich mit fröuden lebe.
swâ du mügest dâ leite in abe
daz er mich der rede begebe.
ich bin im von herzen holt
und sæhe in gerner denne den liehten tac:
daz ab du verswîgen solt.
Ê dazd iemer ime verjehest
deich im holdez herze trage,
sô sich dazd alrêrst besehest
und vernim waz ich dir sage:
meine er wol mit triuwen mich,
swaz im danne müge ze vröuden komen,
daz mîn êre sî, daz sprich.
Spreche er daz er welle her,
daz ichs immer lône dir,
sô bit in daz er verber
rede dier jungest sprach ze mir:
sô mac ich in an gesehen.
wes wil er dâ mite beswæren mich
daz doch nimmer mac geschehen?
Des er gert daz ist der tôt
und verderbet manegen lîp;
bleich und eteswenne rôt
alsô verwet ez diu wîp.
minne heizent ez die man,
unde möhte baz unminne sîn.
wê im ders alrest began!
Daz ich alsô vil dâ von
hân geredet, daz ist mir leit,
wande ich was vil ungewon
sô getâner arebeit
als ich tougenlîchen trage.
dune solt im nimmer niht verjehen
alles des ich dir gesage.«


Als ich werbe und mir mîn herze stê
alsô müeze mir an vröuden noch geschehen.
mir ist vil unsanfter nu dan ê:
mîner ougen wunne lât mich nieman sehen;
diu ist mir verboten gar.
nu verbieten alsô dar
und hüeten
daz si sich erwüeten!
wê wes nement si war?
Mich genîdet niemer sælihc man
durch die liebe dies an mir erzeiget hât.
trôst noch vröude ich nie von ir gewan,
wan sô vil daz mir der muot des hôhe stât.
daz ichs ie getorste biten,
ein wîp mit alsô reinen siten,
mir wære
lîp und guot unmære,
het ich si vermiten.
Ich wæn ieman lebe, ern habe ein leit
daz vor allem leide im an sîn herze gât.
wê war umbe verspræche ich arebeit
diu mir liebet und doch lobelîchen stât?
die verspriche ich niemer tac.
ich muoz leben als ich pflac.
dar under
tuot got lîhte ein wunder,
daz si mir werden mac.
Mir ist lieber daz si mich verber,
und alsô daz si mir doch genædic sî,
dan si mich und jenen und disen gewer;
seht, sô würde ich niemer mê vor leide frî.
nieman sol des gerende sîn
daz er spreche »mîn unt dîn
gemeine«.
ich wilz haben eine.
schade und frume sî mîn.


Ich was mînes muotes ie sô hêr
daz ich in gedanken dicke schône lac.
daz wart mir, und wart och mir niht mêr.
swer daz âne rede niht gelâzen mac,
der tuot übel und sündet sich.
nîdet er mich, waz ruoch ich?
er guote
lebe in hôhem muote,
swer nu minne als ich.
Ich bin als ein wilder valke erzogen,
der durch sînen wilden muot als hôhe gert.
der ist alsô über mich geflogen
unde muotet des er kûme wirt gewert
und fliuget alsô von mir hin
unde dient ûf ungewin.
ich tumber
lîde senden kumber,
des ich gar schuldic bin.
Jô engienc ir nie daz ich gesprach
alsô nâhen daz ez wære ihtes wert.
sol mich daz verjagen daz ich si sach
unde ich ouch dar under ihtes hân gegert
daz ich solte hân verswigen,
owê wie ist daz gedigen
unschône!
nâch sô kleinem lône
hân ich nie genigen.


Durch daz ich fröide hie bevor ie gerne pflac
wundert die liute al mînes trûrens sêre.
dém ist nu alsô daz ich baz niene mac.
kæm aber iemer mir ein lebender tac,
ich kan noch daz ich ie kund oder mêre.
des geswîge ich durch die gotes êre,
der mir sælden hât gegeben sô vil;
ich gouch, als ich des niht erkennen wil!
Hiure ist fröide manegem manne harte unwert:
daz ist iedoch entriuwen âne schulde.
wir solten hiure wesen frôer danne vert.
jô mac ein man erwerben des er gert,
lop und êre und dar zuo gotes hulde.
got helf im, swer daz mit sorgen dulde.
jâ enwirt ein dienest niemer guot
den man sô rehte trûreclîche tuot.
Maneger swüere des wol, der nu hie bestât,
er hete al sênen willen mit den wîben.
geloube er mir daz ez sô lîhte niht ergât,
wil er die diu sinne und êre hât
von den beiden alsô lîhte vertrîben.
ir dekein darf ûf den trôst belîben.
weiz got, guotes wîbes vingerlîn
daz sol niht sanfte nu zerwerben sîn.


Des tages dô ich daz kriuze nam,
dô huote ich der gedanke mîn,
als ez dem zeichen wol gezam
und als ein rehter bilgerîn;
dô wânde ich si ze gote alsô bestæten
dazs iemer fuoz ûz sîme dienste mêr getræten:
nu wellents aber ir willen hân
und ledeclîche varn als ê.
diu sorge diust mîn eines niet:
si tuot ouch mêre liuten wê.
Noch füere ich aller dinge wol,
wan daz gedanke wellent toben:
dem gote dem ich dâ dienen sol,
den helfent si mir niht sô loben
als ichs bedörfte und ez mîn sælde wære:
si wellent allez wider an diu alten mære,
und wellent deich noch fröide pflege,
als ich ir eteswenne pflac.
daz wende, muoter unde maget,
sit ichs in niht verbieten mac.
Gedanken wil ich niemer gar
verbieten (dês ir eigen lant)
ìn erloube in eteswenne dar
und aber wider sâ zehant.
sôs unser beider friunde dort gegrüezen,
sô kêren dan und helfen mir die sünde büezen,
und sî in allez daz vergeben
swaz si mir haben her getân.
doch fürhte ich ir betrogenheit,
daz si mich dicke noch bestân.


So wol dir, fröide, und wol im sî
der dîn ein teil gewinnen mac.
swie gar ich dîn sî worden frî,
doch sach ich eteswenne den tac
dazd über naht in mîner pflege wære.
des hân ich aber vergezzen nu mit maneger swære.
die stîge sint mir abe getreten
die mich dâ leiten hin an dich.
mirn hülfe nieman wider ze wege,
er hete mîn dienest unde ouch mich.


Hôhe alsam diu sunne stêt daz herze mîn:
daz kumt von einer frouwen, diu kan stæte sîn
ir genâde, swâ si sî.
si machet mich vor allem leide frî.
Ich hân ir niht ze gebenne wan mîn selbes lîp;
derst ir eigen. dicke mir diu schœne gît
fröide und einen hôhen muot,
swann ich dar an gedenke wies mir tuot.
Wol mich des daz ich si ie sô stæte vant!
swâ si wonet, diu eine liebet mir daz lant.
fûeres über den wilden sê,
dar füere ich hin: mir ist nâch ir sô wê.
Het ich tûsent manne sîn, daz wære wol,
daz ich si behielte der ich dienen sol!
schône und wol si daz bewar
daz mir von ir niht leides widervar.
Ich enwart nie rehte sælic wan von ir.
swes ich ir gewünschen kan, des gan si mir.
sæleclîch ez mir ergie,
dô mich diu schœne in ir genâde vie.


Weste ich wâ man fröuden pflæge,
dar füer ich (in mac sus niht geleben),
daz mîn trûren dâ gelæge:
dem wolt ich vil schiere ein ende geben.
ê daz ich die lenge alsô
mit sorgen lebte, ich stürbe gerner danne ich wære unfrô.
Wil ab ieman guoter lachen,
der sô wunneclîchen sî gemuot?
der mich künde vrô gemachen,
dem vergültez got und wære guot.
sol mîn fröude nu zergân,
son gibe ich niht dar umbe swaz ich her gelebet hân.


Nieman frâge mir ze leide
wes mîn tumbez herze fröuwe sich.
wil er daz ichz ime bescheide
schône und minneclîche, daz tuon ich.
mir ist liebes niht geschên:
ich dinge ab, ob ich ez verdiene, ez müge mir wol ergên.
Ich was ie vil ringes muotes,
unz ich eines wîbes rede vernam.
si gehiez mir vil des guotes,
daz ich valschen dingen wære gram.
nu wænet si mich hân betrogen.
nu lône ir got: ich bin von ir genâden wol gezogen.
Diech sô herzeclîchen meine
diust an güete ein ûz erwelter lîp.
si ist ez, diu süeze reine,
diu mich trœsten mac für elliu wîp.
wâ fünd ich diu mir sô wol
geviele an allen dingen? niemer ich si vinden sol.
Wir suln alle frowen êren
umbe ir güete und iemer sprechen wol
unde ir fröide gerne mêren:
nieman êrte si ze rehte ie vol.
elliu fröide uns von in kumt
und al der werlte hort uns ân ir trôst ze nihte frumt.


Ich sach vil wunneclîchen stân
die heide mit den bluomen rôt;
der vîol der ist wol getân:
des hât diu nahtegal ir nôt
wol überwunden diu si twanc:
zergangen ist der winter lanc:
ich hôrte ir sanc.
Dô ich daz grüene loup ersach,
dô liez ich vil der swære mîn.
von einem wîbe mir geschach
daz ich muoz iemer mêre sîn
vil wunneclîchen wol gemuot.
ez sol mich allez dünken guot,
swaz si mir tuot.
Si schiet von sorgen mînen lîp,
daz ich dekeine swære hân,
wan âne si, vier tûsent wîp
dien hetens alle niht getân.
ir güete wendet mîniu leit.
ich hân si mir ze friunde bereit,
swaz ieman seit.
Mirn mac niht leides widerstân:
des wil ich gar ân angest sîn.
ergienge ez als ich willen hân,
sô læges an dem arme mîn.
daz mir der schœnen würde ein teil,
daz diuhte mich ein michel heil,
und wære ouch geil.
Deich ir sô holdez herze trage,
daz ist in sumelîchen leit.
dar umbe ich niemer sô verzage,
si vliesent alle ir arebeit.
waz hilfet si ir arger list?
sîn wizzen wiez ergangen ist
in kurzer frist.


Ich hân hundert tûsent herze erlôst
von sorgen, alse frô was ich.
wê, jâ was ich al der werlte trôst:
wie zæme ir daz, sin trôste ouch mich?
si ensol mich niht engelten lân
daz ich sô lange von ir was,
dar zuo daz ichs engolten hân.
Ich wil bî den wolgemuoten sîn.
wan ist unfrô da ich ê dô was.
dâ entrœstent kleiniu vogellîn,
da entrœstent bluomen unde gras,
dâ sint alse jæmerlîchiu jâr
daz ich mich undern ougen ramph
und sprach »nu gênt ûz, grâwiu hâr.«
Kume ich wider an mîne fröide als ê;
daz ist den senden allen guot.
nieman ist von sorgen alse wê,
wil er, ich mache in wolgemuot.
ist ab er an fröiden sô verzaget
daz er enkeiner buoze gert,
so enruoche ich ob er iemer klaget.
Hœret waz ich zuo der buoze tuo,
daz ich mit zouber niht envar.
minneclîchiu wort stôz ich dar zuo,
den besten willen strîche ich dar:
tanzen unde singen muoz ich haben:
daz fünfte ist wunneclîcher trôst.
sus kan ich senden siechen laben.


Alse rehte unfrô enwart ich nie.
daz solte eht sîn: nust ez geschehen.
mich bekennent noch die liute hie
die mich anders hânt gesehen.
alse fröidenrîche was ich dô
daz ich mich fröite und fröide gap.
wie tuot man wider mich nu sô?


Sold ab ich mit sorgen iemer leben,
swenn ander liute wæren frô?
guoten trôst wil ich mir selben geben
und mîn gemüete tragen hô,
als von rehte ein sælic man.
si sagent mir alle, trûren stê mir jæmerlîchen an.
Sît si jehent wie wol mir fröide zeme,
sô wolte ich tuon so ich beste mac:
ich wæn iemen lebe der mir beneme
ein trûren daz nu menegen tac
in mînem herzen lît begraben.
gewinne ich iemer des ein ende, ich wil mich wol gehaben.
Êst nu lanc daz mir diu ougen mîn
ze fröweden nie gestuonden wol.
swenn ab ich mîn klagen nû lâze sîn,
und ich mich des an ir erhol,
des ich mich her gesûmet hân,
sô bin ich alt und hât ein wîp vil übel an mir getân.
Sô siz nu vil gerne wenden wil,
diz leit daz mir von ir geschiht,
sost mir lîp unmære und ander spil,
so entoug ich ir vor aller niht.
owê waz wils ab danne mîn?
nu möht ich ir gedienen, lieze eht sis ein ende sîn.
Ê daz si der werlte erzeige an mir
wie stæte si ist, so enlebe ich niht.
ouch geschiht ein wunder lîhte an ir,
daz man si danne ungerne siht.
sô muoz si vil dicke klagen
dazs eime alsô gevüegen man ir lîp moht ie versagen.


»Ungenâde und swaz ie danne sorge was,
der ist nu mêre an mir
danne ez got verhengen solde.
râte ein wîp diu ê von senender nôt genas,
mîn leit und wære ez ir,
waz si danne sprechen wolde.
der mir ist von herzen holt,
den verspriche ich sêre,
niht durch ungefüegen haz,
wan durch mînes lîbes êre.
In bin niht an disen tac sô her bekomen,
mirn sî gewesen bî
underwîlent hôchgemüete.
guotes mannes rede habe ich vil vernomen;
der werke bin ich frî,
sô mich iemer got behüete.
dô ich im die rede verbôt,
done bat er niht mêre.
disen lieben guoten man
enweiz ich wiech von mir bekêre.
Als ich eteswenne in mîme zorne sprach
daz er die rede vermite
iemer dur sîn selbes güete,
sô hât er, daz ichz an manne nie gesach,
sô jæmerlîche site
daz ez mich zewâre müete,
unde iedoch sô sêre niet
daz ers iht genieze.
mir ist lieber daz er bite
danne ob er sîn sprechen lieze.
Mir ist beide liep und herzeclîchen leit
daz er mich ie gesach
oder ich in sô wol erkenne,
sît daz er verliesen muoz sîn arebeit,
sô wol als er mir sprach.
daz müet mich doch eteswenne,
unde iedoch dar umbe niht
daz ich welle minnen.
minne ist ein sô swærez spil
daz ichs niemer tar beginnen.
Alle die ich ie vernam und hân gesehen,
der keiner sprach sô wol
noch von wîpen nie sô nâhen.
waz wil ich des lobes? got lâze im wol geschehen.
sîn spæhiu rede in sol
lützel wider mich vervâhen.
ich muoz hœren waz er saget.
wê waz schât daz iemen,
sît er niht erwerben kan
weder mich noch anders niemen?«


Nu muoz ich ie mîn alten nôt
mit sange niuwen unde klagen,
wan si mir alsô nâhen lît
daz i'r vergezzen niene mac.
ir gruoz mich vie, diu mir gebôt
vil langen niuwen kumber tragen.
erkande si der valschen nît,
baz fuogte si mir heiles tac.
sol mir an ir guot ende ergân,
die wîl ich muot von herzen hân,
sô mac uns beiden liep geschehen.
swaz si es gelenget, daz ist schade,
wil si mich iemer frô gesehen.
Von herzeleides schulden hât
mîn lîp vil kumberlîche nôt,
daz si nien kûnde grœzer sîn:
des helfent al die sinne jehen.
den ez niht nâ ze herzen gât,
noch in diu Minne nie gebôt,
die sprechent von der swære mîn,
waz mir sô grôzes sî geschehen,
daz ich sô riuweclîchen klage.
und trüegen si daz ich dâ trage,
mîn schade tæt in alsô wê
daz er si muote und mir dar nâch
vil wol geloupten iemer mê.
Ichn mages in allen niht gesagen,
die mich dâ frâgent zaller zît,
war umbe ich alsô trûric lebe
und âne wunneclîchen muot.
die selben hulfen mir ez klagen,
die sich dâ setzent in den strît:
enpfâhent die nu leides gebe,
dazn frumet noch endunket guot.
ez sol in underzeiget sîn:
daz rætet mir daz herze mîn:
ich bin der siz verswîgen sol.
swer wîpes êre hüeten wil,
der darf vil schœner zühte wol.


Mir sol ein sumer noch sîn zît
ze herzen niemer nâhe gân,
sît ich sô grôzer leide pflige
daz minne riuwe heizen mac.
waz hulfe danne mich ein strît
den er mit riuwen habe getân,
sît ich in selhen banden lige?
wê wanne kumet mir heiles tac?
jo enmac mir niht der bluomen schîn
gehelfen für die sorge mîn,
und och der vogellîne sanc.
ez muoz mir stæte winter sîn:
sô rehte swær ist mîn gedanc.


Spræch ich nu daz mir wol gelungen wære,
sô verlür ich beide sprechen unde singen.
waz touc mir ein alsô verlogenz mære,
daz ich ruomde mich von alsô fremeden dingen?
daz wil ich den hôhgemuoten lân:
den dâ wol geschiht, die nemen sich daz an.
ich klag iemer mînen alten kumber,
der mir iedoch sô niuwer ist,
den si mir gap dô si mir fröide nam, wê ich vil tumber.
Wil diu vil guote daz ich iemer singe
wol nâch fröiden, wan mac si mich danne lêren
alsô daz si mir mîne nôt geringe?
ân ir helfe trûwe ich niemer si verkêren.
mac si sprechen eht mit triuwen jâ,
als si ê sprach nein, sô wirt mîn wille sâ
daz ich singe frô mit hôhem muote.
dâ bî sô ist diu sorge mîn,
des man ze lange beitet, daz enkumet niht wol ze guote.
Ich bin niht tump mit alsô wîsem willen,
deich sô reine noch sô stæte niene minne;
wan daz si sint vil lîhte dâ ze stillen,
dien liep âne leit geschiht: als ich es sinne,
sô verliuse ich mîner fröiden vil,
sît diu guote mich niht sanfte stillen wil.
sol mîn dienest alsô sîn verswunden,
sô sîn doch gêret elliu wîp,
sît daz mich einiu mit gedanken fröit an manegen stunden.
Ez bringet mich in zwîvel eteswenne,
daz ich lônes bîte in alsô langer mâze:
an der ich aber triuwe und êre erkenne,
wæne ich des daz mir diu ungelônet lâze,
sô geschæhe an mir daz nie geschach.
guot gedinge ûz lônes rehte nie gebrach.
des habe ich hin zir hulden ie gedinge.
ouch ist ez wol genâden wert,
swâ man nâch liebe in alsâ lûterlîcher stæte ringe.


Wie tuot diu vil reine guote sô?
si lât mich verderben alsus gar.
ich bin al ir werdekeite frô:
sô nimt si es ein teil ze kleine war.
nu wând ich geniezen aller mîner tage;
dar umb ich ir lop und êre sage
(si ist vil guot), deichz iemer sprechen sol.
tuos eht einz, si lône ir lieben unde ir friunden wol.
Lieber wân ist âne trœsten dâ
unde twinget mir daz herze mîn:
wande wære er von mir anderswâ,
dâ müest iedoch wân bî trôste sîn.
sol manz alsô lîden, sô bin ich verdâht,
ez ist vil ze guotem ende brâht.
wer mac ouch wizzen vor wiez dinc ergât?
si hât tugent und êre: dâ von mac es werden rât.
Waz bedarf ich denne fröiden mê,
obe mir ir genâde wonet bî?
daz et daz bî mîner zît ergê
und ich dar nâch lange in fröiden sî!
ist ab daz mich ir genâde alsô vergât
unde si mich sus verderben lât,
sô mac ich klagen vil, ich tumber man,
daz ich mîner tage wider niht gewinnen kan.


Frowe, tuo des ich dich bite,
daz ich iemer sî
dînes heiles vrô.
du solt lâzen einen site,
dâ lît wandel bî.
wê wie tuost du sô
dazd als ungenædic bist?
jâ erkennest du vil wol daz dir
nieman holder ist.
Fröwe mit rede daz herze mîn,
trœste mir den lîp:
jâ verdiene ichz wol.
mügez vor liebe niht gesîn;
sô tuoz, sælic wîp,
doch dur wunders dol.
ê daz ich dîn abe gestê,
ja enist in der werlt sô guotes niht,
ichn verspreche ez ê.


Ich welte ûf guoter liute sage
und ouch durch mînes herzen rât
ein wîp von der ich dicke trage
vil manege nôt diu nâhe gât.
die swære ich zallen zîten klage,
wand ez mir kumberlîche stât.
ich tet ir schîn den dienest mîn:
wie möhte ein wunder grœzer sîn,
daz si mich des engelten lât?
Ze rehter mâze sol ein man
beidiu daz herze und al den sin
ze stæte wenden ob er kan:
daz wirt im lîhte ein guot gewin.
swem dâ von ie kein leit bekan,
der weiz wol wiech gebunden bin.
ich gloube im wol, als er mir sol.
von schulden ich den kumber dol:
ich brâhte selbe mich dar in.


Ze fröiden nâhet alle tage
der welte ein wunneclîchiu zît,
ze senfte maneges herzen klage
die nu der swære winter gît.
von sorge ich dicke sô verzage
swenn alsô jæmerlîche lît
diu beide breit. daz ist mir leit.
diu nahtegal uns schiere seit
daz sich gescheiden hât der strît.


Dem gelîch entuon ich niht
als ich durch swachen nît verzage.
swenne iht leides mir geschiht,
mit fuoge ichz tougenlîchen trage
und gedenke »es wirdet rât.«
alsô hab ich gelebet her,
daz mir mîn dinc noch schône stât.
Mînem leide ist dicke sô
dazz nieman wol volenden kan,
und gestên doch lîhter frô
dan in der welte ein ander man.
deste unstæter bin ich niht,
wan daz ein sinnic herze sich
beklagen sol des im geschiht.
Mich beswærent alle die
der herze niht sô sinnic sîn,
daz si lebent, sîn wizzen wie,
und spottent doch dar under mîn.
die sint übel und bin ich guot,
wande ich niemer rehten man
gehazzen wil, so er rehte tuot.
Stæten lop er nie gewan,
swer al der werlte willen tuot.
mêre umb êre sol ein man
gesorgen danne umb ander guot
und des besten flîzen sich.
frâge in ieman wer im daz
gerâten habe, sô nenne er mich.


»Dêst ein nôt daz mich ein man
vor al der werlte twinget swes er wil.
sol ich des ich niht enkan
beginnen, daz ist mir ein swærez spil.
ich bei ie vil st»«æten muot:
nu muoz ich leben als ein wîp
diu minnet und daz aber angestlîchen tuot.
Der mîn huote, es wære zît,
ê daz ich iht getæte wider in.
wolte er lâzen nu den strît!
wes gert er mêr wan deich im holder bin
danne in al der werlte ein wîp?
nu wil er (daz ist mir ein nôt)
daz ich durch in die êre wâge und ouch den lîp.
Des er mich nu niht erlât,
daz tuon ich unde tæte es gerne vil,
wânde ez mir umb in sô stât
daz ich sîn niht ze friunde enberen wil.
ein alsô schône redender man,
wie möhte ein wîp dem iht versagen,
der ouch sô tugentlîche lebt als er wol kan?
Schône kan er im die stat
gefüegen daz er sprichet wider mich.
zeinen zîten er mich bat
deich sînen dienest næme: daz tet ich.
dô wânde ich des, ich tæte wol:
don wiste ich niht daz sich dô huop
ein sêr daz lange an mînem lîbe wesen sol.
Mînes tôdes wânde ich baz
dann er gewaltic iemer würde mîn.
wê war umbe spriche ich daz?
jâ zürne ich âne nôt: ez solte eht sîn.
dicke hâte ich im versaget:
dô tet er als ein sælic man
der sînen kumher alles ûf genâde klaget.«


Ich tuon mit disen dingen niht:
ich trûre ein teil ze sêre.
der mich sô vil gesorgen siht,
ich fürhte er mirz verkêre
übel und anders danne wol.
nun weiz ich waz ich sprechen sol,
wan ich enkan niht mêre.
Wilent dô man fröun mich sach,
dô was mir wol ze muote.
man hôrte wol daz ich dô sprach
vil manege rede guote.
hei waz mannes was ich dô!
nu wurde ich aber lîhte frô,
der mîn schône huote.
Verliesent mich die fröiden gernt,
sô hât diu rede ein ende.
die nu vil lîhte mîn enbernt,
die windent danne ir hende.
wê dazs als übel gedenkent mîn
die doch sô guot dâ wellent sîn!
daz sint ir missewende.
In habe in anders niht getân
wan daz ich sêre sinne
dar dâ ich ie geminnet hân
und noch hiute minne.
owê daz ich des ie began!
des fürhte ich vil unsælic man
grôzen schaden gewinne.
Wê, ich bin sô gar verzaget!
dêswâr, ich solte erwinden.
ich hân sô vil dâ her geklaget
daz ez versmâht den kinden.
nu mag ich dienen anderswâ.
nein, ich enwil. mîn fröide ist dâ:
dâ sol ich si vinden.


Min ougen wurden liebes alsô vol,
dô ich die minneclîchen êrst gesach,
daz ez mir hiute und iemermê tuot wol.
ein minneclîchez wunder dô geschach:
si gie mir alse sanfte dur mîn ougen
daz si sich in der enge niene stiez.
in mînem herzen si sich nider liez:
dâ trage ich noch die werden inne tougen.
Lâ stân, lâ stân! waz tuost du, sælic wîp,
daz du mich heimesuochest an der stat
dar sô gewalteclîche wîbes lîp
mit starker heimesuoche nie getrat?
genâde, frowe! ich mac dir niht gestrîten.
mîn herze ist dir baz veile danne mir:
ez solde sîn bî mir; nust ez bî dir:
des muoz ich ûf genâde lônes bîten.


Der mir gæbe sînen rât!
konde ich ie deheinen, der ist mir benomen.
sît mich mîn sprechen niht vervât
noch mîn swîgen, wie sol ich daz überkomen?
nein und niht daz vinde ich dâ.
sô suoche ab ich daz si dâ hât verborgen,
daz vil süeze wort geheizen jâ.
Swem von wîpen liep geschiht,
der hât aller sælde wol den besten teil.
wâ sach ie man sô guotes iht?
an in lît der werlte wunne und ouch ir heil.
wol im, erst ein sælic man
der wol an in erwirbet pfliht der fröiden
der ir güete wunder geben kan.


Mir ist vil wê, swaz ich gesage,
daz sich diu guote niht bedenket noch
daz ich sô lange kumber trage
nach ir. si weiz wol daz ich lîde doch
allez daz ich umbe ir hulde lîden sol: ouch diene ich ir
swie sô si gebiutet mir.
wær ich sô sælic sô si sagent,
ich schante an ir die mich dâ jagent
ûz liebe in leit und mîne nôt mit valschen mæren klagent.
Des ich nu lange hân gegert,
wirt daz volendet, so ist mir fröide brâht
vil manegen tac. diuht ich sis wert,
si hete lônes wider mich gedâht.
nieman weiz ob si mich wert od wiez ergât. nein oder jâ,
ich enweiz enwederz dâ.
war umbe rede ich solhen nît?
si endâhte an mich ze keiner zît,
wan als ein wîp gedenket an der triuwe und êre lît.
Spræche ein wîp »lâ sende nôt«,
sô sunge ich als ein man der fröide hât.
sus muoz ich trûren an den tôt,
sît ir mîn langez leit niht nâhe gât.
do ich gesanc daz ich gesuuge niemer liet in mînen tagen,
(owê alsô langez klagen!),
ich wæne ez noch alsô gestê.
mir tuot diu sorge niht sô wê
als mîn ungevelle. dêst der schade. noch weiz i's mê.


War kam iuwer schœner lîp?
wer hât iu, sælic frouwe, den benomen?
ir wârt ein wunneclîchez wîp:
nu sint ir gar von iuwer varwe komen.
dast mir leit und müet mich sêre.
swer des schuldic sî, den velle got und nem im al sîn êre.
»Wâ von solte ich schœne sîn
und hôhes muotes als ein ander wîp?
ich enhân des willen mîn
niht mêre wan sô vil ob ich den lîp
mac behüeten vor ir nîde
die mich zîhent unde machent daz ich einen ritter mîde.
Solhiu nôt und ander leit
hât mir der varwe ein michel teil benomen.
doch fröuwet mich sîn sicherheit,
daz er lobte er wolte schiere komen.
weste ich ob ez alsô wære,
sô engehôrte ich nie vor maneger wîle mir ein lieber mære.
Ich gelache in iemer an,
kumt mir der tac daz in mîn ouge ersiht,
wande ichs niht verlâzen kan
vor liebe daz mir alsô wol geschiht.
ê ich danne von im scheide,
sô mac ich wol sprechen »gên wir brechen bluomen ûf der heide«.
Sol mir disiu sumerzît
mit manegem liehten tage alsô zergân
daz er mir niht nâhen lît,
dur den ich alle ritter hân gelân,
owê danne schœnes wîbes!
sône kam ich nie vor leide in grœzer angest mînes lîbes.
Mine friunt mir dicke sagent
und jehent daz mîn niemer werde rât.
wol in daz si mich sô klagent!
wie nâhen in mîn leit ze herzen gât!
swenne er mich getrœstet eine,
sô gesiht man wol daz ich vil selten iemer iht geweine.«


Herzeclîcher fröide wart mir nie sô nôt, mirn tæten sorge tougenlîchen wê. die müezen sîn an mir vil unverwandelôt, in gelebe daz si genâde an mir begê: sô müeste ich wol trûren iemer lân und lieze manege rede als ich niht hôrte vür diu ôren gân. Waz unmâze ist daz, ob ich des hân gesworn daz si mir lieber sî dan elliu wîp? an dem eide wirdet niemer hâr verlorn: des setze ich ir ze pfande mînen lîp. swie si gebiutet, alsô wil ich leben. sîn sach mîn ouge nie diu baz ein hôhgemüete könde geben. Ungefüeger schimpf bestêt mich alle tage: si jehent daz ich ze vil gerede von ir und diu liebe sî ein lüge diech von ir sage. owê wan lâzent si den schaden mir? si möhten tuon als ich dâ hân getân unde heten wert ir liep und liezen mîne frowen gân.


Kæme ich nu von dirre nôt,
ich enbegundes . . . . . . niemer mê.
volge ichs lange, ez ist mîn tôt.
jâ wæne ich michs gelouben wil: ez tuot ze wê.
owê leider ich enmac.
swenn ich mich von ir scheiden muoz,
daz ist an mînen fröiden mir ein angeslîcher slac.
Mich wundert sêre wie dem sî
der vrouwen dienet und daz endet an der zît.
dâ ist vil guot gelücke bî.
owê daz mir der sælden nieman eine gît!
war zuo sol ein unstæter man?
daz was ich ê: nu bin ichz niht,
ouchn wart ichz niemer mêre sît ich dienen ir began.
Fröide und aller sælikeit
het ich genuoc, der mich si niht wan lieze sehen.
mir enmac ein herzeleit
noch grôziu liebe niemer âne si geschehen.
sust und sô swiech danne mac
sô lebe ich als ein ander man,
daz ich die zît vertrîbe und etelîchen swæren tac.
Ich weiz manegen guoten man
an dem ich nîde daz si in sô gerne siht
durch daz er wol sprechen kan.
doch troeste ich mich des einen, si engeh»œret niht
und engetet diz lange jâr.
wils aber eines rede vernemen,
sô liegent si et alle unde hân ich eine wâr.


»Er hat ze lange mich gemiten
den ich mit triuwen nie gemeit.
von sîner schulde ich hân erliten
daz ich nie grœzer nôt erleit.
sô lebt mîn lîp
nâch sînem lîbe.
ich bin ein wîp,
daz im von wîbe
nie liebes mê geschach,
swie mir von im geschæhe.
mîn ouge in gerner nie gesach
dann ich in hiute sæhe.«
Mir ist vil liebe nu geschehen,
daz mir sô liebe nie geschach.
sô gerne hân ich si gesehen
daz ich si gerner nie gesach.
ich scheide ir muot
von swachem muote:
si ist sô guot,
ich wil mit guote
ir lônen, ob ich kan,
als ich doch gerne kunde.
vil mêre fröiden ich ir gan
dann ich mir selben gunde.


Wol im der nu vert verdarp!
der hât hiure leit verklagt.
der ie gerne umb êre warp
und dar an ist unverzagt,
deme tuot vil menegez wê,
des sich jener getrœstet . . . .
derdir ist verdorben ê.
Man sol sorgen: sorge ist guot;
âne sorge ist nieman wert.
wol mich iemer daz mîn muot
des sô strîteclîchen gert
daz mich noch gemachet vrô.
sol ab ich verderben, son verdarp nie man
lobelîcher denne alsô.
Sorge und angest stât mir wol,
sît ich unverdorben bin.
swaz ich noch gesorgen sol,
des kum ich mit fröiden hin.
wer hât liep ân arebeit?
wê waz spriche ich! jône touc zer werlte niht
dienest âne sælekeit.
Wie mac leit an im gewern
dem von liebe liep geschiht?
ich muoz leider fröide enbern,
liebes des enhân ich niht,
wan ein liep daz mîn niht wil.
wenne sol ich lieben tac an dem geleben?
jô getrûre ich gar ze vil.
Mîn geloube ist, sol ich leben,
ich wird endelîchen alt.
diu mir fröide hât gegeben
unde sorge manicvalt,
der dien ich die selben tage.
mîniu jâr diu müezen mit ir ende nemen,
sô mit fröiden sô mit klage.


»Ane swære
ein frowe ich wære
wan daz eine daz sich sent
mîn gemüete
nâch sîner güete,
der er mich wol hât gewent.
sol ich lîden
von im langez mîden,
daz müet mich wol sêre.
ich sprich im niht mêre,
wan daz er mich siht daz sint sîn êre.
Min geselle,
swaz er welle,
daz muoz im an mir geschehen.
man sô guoten,
baz gemuoten,
hân ich selten mê gesehen,
im gelîchen,
noch sô gemellîchen,
bî dem für die swære
bezzer fröide wære.
iemer hôrte ich gerne sîniu mære.
Min gedinge
derst geringe
die wîl ich in lebendic hân.
swer in êret
unde im mêret
fröide, daz ist mir getân.
swaz er wolte
daz ich lâzen solte,
daz könd ich vermîden.
bœser liute nîden
wil ich im ze dienste gerne lîden.
Wol dem lîbe
der dem wîbe
selhe fröide machen kan.
mîme heile
ich gar verteile,
mîdet mich der beste man.
swes er phlæge
swenne er bî mir læge,
mit sô frömden sachen
könder wol gemachen
daz ich sîner schimphe müese lachen.
Ich wær stæte,
swaz er tæte,
ob er doch gedæhte mîn.
er schiet hinnen
mit den minnen
daz ich niht vergizze sîn.
wîp mit güeten
sol ir êre hüeten
schône zallen zîten,
wider ir friunt niht strîten.
alsô wil ich sîn mit êren bîten.
Zuo dem scheiden,
daz uns beiden
manege fröide hât erwert,
gotes güete
mirn behüete,
swar er in der werlte vert.
alsô schône
man nâch wîpes lône
noch geranc nie mêre.
daz ich sîner êre
weiz sô vil, daz ist mîn herzesêre.«


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Ich solle da behben sîn da man mi's tougenlichen bat. nu hat mich der wille n)in 15 verleitet an ein ander stat, da ich herzeswære trage, mere denne ich ieman sage. ich hân aber leider nieman dem i'z klage. Wes versûme ich tumber man 20 mit grozer liebe schosne zit? daz ich niht beliben kan, Sit mir got daz leben git, daz icli als imsenfte swære dol? mir was eteswenne wol. 25 ich wæne daz ieman reden sol. We daz si sô maneger siht der sinen willen reden wil ze allen ziten, unde ich niht! daz ist mir ein swære spil. 30 sol ein ander von ir Ion enphan und ich da niht erworben h^n, sô diene ich nimmer wîpe mer ûf lieben wân. Ich enbin von mînen jâren niht sô wise daz ich wol 35 kûnne wider si gebâren also ich von rehte sol. ich bin tump: daz ist mir leit. wære ich wise, sô genûzze ich mîner arebeit. 202 _ XX — - Waz ich dulde an mime libe, daz mich niht gehelfen mac! des enwil ich nimmer wîpe mer getrûwen einen tac. 5 waz red ich? ja sint si guot. ich hoere sagen daz si niht alle haben einen muot. Weste ich waz ir wille wære, daz tæl ich (nu enweiz ichs nihl), âne daz ich si verbsere. 10 swaz dar umbe mir geschiht, ich verlobe si nimmer tac. ich weiz wol daz mich;\ne si nieman getroesten mac. Ez ist allez an ir einen swaz ich fröuden liaben sol. 15 daz wil ich ouch immer meinen getriuweliclien iinde wol niuwan al die wile ich lel)e. si sehe, des ich hin zir da muote, daz si mir daz gebe. Ich ensach nie wîp sô stæte, 20 (des ich ir doch niht engan) diu sô harte misselæte sô si tuot an einem man. mîn rede diust nocli gar ein wint. nu wil si mich zallen ziten triegen als ein kint. 25 Mir ist der werlde unsteete von genuogen dingen leit. swie gerne ich rehte tæte (wânde ez wære ein sælekeit), sô enlât mich manic man, 30 d'T umb ere noch um fröude nie deheinen muot gewan. Wiser denne ich wære bin ich maneger dinge wol. mirst vil liute unmære, diech von rehte hazzen sol, 35 und ere gerne guotiu wîp, durch die einen, diu von sorgen scheiden sol den mînen lîp. Sol ich des engelten daz ie hohe stuont mîn muot unde hazze in selten — XX — 203 der daz beste gerne tuot, sô fûrht ich daz ich verzage. nimmer niht! waz möhte mir gevverren bceser liute klage? Unde ergienge ez immer, 5 daz noch wol geschehen mac, mich gesæhe nimmer man getrûren einen tac. noch hoff ich, ez werde war; wânde ich hân mich fröude versumet lenger denne ein ganzez j4r. 10 Ze niuwen fröuden sût mîn muot vil hohe^ sprach ein schoene wîp. ' ein ritter mînen willen tuot: der hat geliebet mir den lîp. ich wil im iemer holder sîn 15 danne deheinem mage mîn. ich tuon im wîpes triuwe schin. Diu wile schone mir zergât swenn er an mînem arme lit und er mich zime gevangen hat. 20 daz ist ein wûnneclichiu zit. und bin die wochen wol getan. ey waz ich danne fröuden hânl' Wol mich lieber nisere, 25 daz ich hân vernomen daz der winter swære welle ze ende komen. kûme ich des erbeiten mac. Sit ich fröude niht enpflac 30 Sit der kalte rife lac. Mich enhazzet niemen, ob ich bin gemeit. weiz got, tuot ez iemen, deist unsælekeit, 35 wânde ich schaden niht enkan. swes ot si mir wole gan, waz wil des ein ander man? 204 — XX Solle ich mîne liebe bergen unde heln, sô mûest ich ze diebe werden unde stein. 5 sinneclich ich daz bewar. mîn gewerbe ist anders war, ich ge dannan oder dar. So si mit dem balle tribet kindes spot, 10 dazs iht sere valle daz verbiete got. megde, lat iur dringen sîn: stozet ir mîn frouwelin, sost der schade halber mîn. ###

Swaz ich nû niuwer mære sage,
des endarf mich nieman frâgen: ich enbin niht frô.
Die friunt verdriuzet mîner klage.
Des man ze vil gehœret, dem ist allem sô.
Nû hân ich beidiu schaden unde spot.
Waz mir doch leides unverdienet, daz bedenke got,
und âne schult geschiht!
Ich engelige herzeliebe bî,
sône hât an mîner freude nieman niht.

Die hôchgemuoten zîhent mich,
ich minne niht sô sêre, als ich gebâre, ein wîp.
Si liegent und unêrent sich:
si was mir ie gelîcher mâze sô der lîp.
Nie getrôste sî dar under mir den muot.
Der ungenâden muoz ich, unde des si mir noch tuot,
erbeiten, als ich mac.
Mir ist eteswenne wol gewesen:
gewinne aber ich nu niemer guoten tac?

Sô wol dir, wîp, wie reine ein nam!
Wie sanfte er doch z erkennen und ze nennen ist!
Ez wart nie niht sô lobesam,
swâ dûz an rehte güete kêrest, sô dû bist.
Dîn lop mit rede nieman volenden kan.
Swes dû mit triuwen pfligest wol, der ist ein sælic man
und mac vil gerne leben.
Dû gîst al der welte hôhen muot:
maht ouch mir ein wênic freude geben!

Zwei dinc hân ich mir vür geleit,
diu strîtent mit gedanken in dem herzen mîn:
ob ich ir hôhen wirdekeit
mit mînen willen wollte lâzen minre sîn,
Oder ob ich daz welle, daz sie groezer sî
und sî vil saelic wîp bestê mîn und aller manne vrî.
siu tuont mir beide wê:
ich wirde ir lasters niemer vrô;
vergêt siu mich, daz klage ich iemer mê.

Ob ich nu tuon und hân getân,
daz ich von rehte in ir hulden sollte sîn,
und sî vor aller werlde hân,
waz mac ich des, vergizzet sî darunder mîn?
Swer nu giht, daz ich ze spotte künne klagen,
der lâze im beide mîn rede singen unde sagen
<…>
unde merke, wâ ich ie spreche ein wort,
ezn lige, ê i’z gespreche, herzen bî.

Mîn ougen wurden liebes aise vol,
dô ich die minneclîchen erst gesach,
daz ez mir hiute und iemermê tuot wol.
Ein minneclîchez wunder dô geschach:
si gie mir aise sanfte dur mîn ougen
daz si sich in der enge niene stiez.
In mînem herzen si sich nider liez:
dâ trage ich noch die werden inne tougen.

Lâ stân, lâ stân! was tuost du, saelic wîp,
daz du mich heimesuochest an der stat
dar sô gewalteclîche wîbes lîp
mit starker heimesuoche nie getrat?
genâde, frouwe! ich mac dir ruht gestrîten.
min herze ist dir baz veile danne mir:
ez solde sîn bî mir; nust ez bî dir:
des muoz ich ûf genâde lônes bîten.


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