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LYRIK Nikolaus Lenau - Poetische Werke 267

Nikolaus Lenau (1802-1850)

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Poetische Werke 267

Studentenreise

Wir hatten im Sacke nur wenig Geld,
Doch lachend wogte das goldene Feld
In lustigen Sommerwinden,
Das übrige würde sich finden.

Die Rößlein schlichen den lahmsten Trab,
Als wäre die Erde ein weites Grab
Und fürchteten sie, zu versinken
Auf Tote zur Rechten und Linken.

Der Fuhrmann schmauchte schlechten Tabaks,
Er war hartmäulig, stumpfen Geschmacks,
Wie seine Gäule nicht wissen,
Daß sie werden im Maule gerissen.

Doch ging es auch langsam, ging es doch froh;
Wir rauchten Bessern, mein Studio
Schrie mir homerische Zeilen,
Wie die Helden sich tapfer zerkeilen.

Das Straßenpulver ward Schlachtenstaub,
Rings tobte die Rache um Helenas Raub,
Die Reiter stürzten zur Erde, so
Drum schlichen so traurig die Pferde.

Der dampfende Kutscher auf seinem Thron,
Ein rauchender Turm von Ilion;
Nur Helena könnt ich nicht schauen
Vor Staub, die schönste der Frauen.

Da dacht ich, sie zu finden geschwind,
An ein vielleicht noch schöneres Kind,
Homerische Klänge versäumend,
Zum seligen Paris mich träumend.

Fünftes Buch 8 Vermischte Gedichte 6

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OPERONE