Friderich von Hûsen
(Friedrich von Hausen) (* zwischen 1150 und 1160, † 6. Mai 1190)


Ich muoz von schulden sîn unfrô,
sît si jach dô ich bî ir was,
ich möhte heizen Ênêas,
und solte ab des wol sicher sîn,
si wurde niemer min Tîdô.
wie sprach si sô?
aleine frömdet mich ir lîp,
si hât iedoch des herzen mich
berouhet gar fûr elliu wîp.
Mit gedanken ich die zît
vertrîbe als ich beste kan,
und lerne des ich nie began,
trûren unde sorgen pflegen.
des was vil ungewent mîn lîp:
durch elliu wîp
wânde ich niemer sîn bekomen
in solhe kumberlîche nôt
als ich von einer hân genomen.
Mîn herze muoz ir klûse sîn
al die wîle ich habe den lîp.
»sô mûezen iemer elliu wîp
vil ungedrungen drinne wesen.«
swie lîhte si sich trœste mîn,
nu werde schîn
ob rehtiu stæte iht mûge gefromen.
der wil ich iemer gegen ir pflegen:
daz ist mir von ir gûete komen.


Mich mûet deich von der lieben dan
sô verre kom. des muos ich wunt
belîben: dêst mir ungesunt.
ouch solte mich wol helfen daz
daz ich ir ie was undertân.
sît ichs began,
so enkunde ich nie den stæten muot
gewenden rehte gar von ir,
wan si daz beste gerne tuot.
Ez wære ein wûnneclîchiu zît,
der nu bî fröiden möhte sîn.
ich wæne an mir wol werde schîn
daz ich von der gescheiden bin,
die ich erkôs fûr elliu wîp.
ir schœner lip
der wart ze sorgen mir geborn.
den ougen mîn muoz dicke schaden
daz si sô rehte habent erkorn.
Wær si mir in der mâze liep,
sô wurd es umb daz scheiden rât;
wan ez mir alsô niht enstât
daz ich mich ir getrœsten mûge.
ouch sol si mîn vergezzen niet,
wiech von ir schiet
und ich si jungest ane sach.
ze fröiden muos ich urlop nemen;
daz mir dâ vor ê nie geschach.


An der genâden al mîn fröide stât,
da enmac mir werren weder huote noch der nît.
michn hilfet dienst noch mîner friunde rât,
und daz si mir ist liep alsam mîn selbes lîp.
mirn wendet ir hulde niemán wan si selbe,
si tuot mir alleine swaz kumbers ich trage:
wáz sold ich dán von den mérkæren klagen,
nú ich ir húote alsô lûtzel engelde?

Mangen herzen ist von huote wê,
und jehent ez sî in ein angeslîchiu nôt:
sô engert daz mîne alrehte nihtes mê
wan mûes ez si lîden unz an mînen tôt.
wér möhte hân grôze fröide âne kumber?
nâch solher swære rang ich alle zît:
done maht ich leider niht komen in den nît.
dés hát gelûcke getân an mir wunder.

Der grôzen swære bin ich leider frî,
die doch erfûrhten muoz vil manic sælic man:
begehen von huote so ist daz herze mîn.
mirst leit von ir daz ich den friden ie gewan;
wand ích die nôt wöld iemer gûetlîche lîden,
hét ich von schulden verdienet den haz.
nît umb ir minne daz tæte mir baz
danne ich si beide sus muoz lân belîben.


Diu sûezen wort hânt mir getân,
diu ir die besten algemeine
sprechent, daz ich niene kan
gedenken wan an si aleine.
mîn ander angest der ist kleine,
wan der den ich von ir hân.
got weiz wol daz ich nie gewan
in al der werlt sô liebe enkeine.
des sol si mich geniezen lân.

Swes got an gûete und an getât
noch ie dekeiner frowen gunde,
des gihe ich im daz er daz hât
an ir geworht als er wol kunde.
waz danne, und arne i'z under stunden?
mîn herze es dicke hôhe stât.
noch möhte es alles werden rât,
wolden si die grôzen wunden
erbarmen dies an mir begât.

Swaz got an frowen hât erhaben,
dazu kan an ir nieman gemêren.
wan als ich ir mîn angest sage,
daz kan si leider wol verkêren.
ein herte herze kan siz lêren,
dazs alsô lîhte mac vertragen
sô grôzez wûefen unde klagen,
deich lîde umb ir hulde sêren
daz ich niemer mac verdagen.


Gelebt ich noch die heben zît
daz ich daz lant solt aber schouwen,
dar inne al mîn fröide lît
nu lange an einer schœnen frouwen,
sô gesæhe mînen lîp
niemer weder man noch wîp
getrûren noch gewinnen rouwen.
mich dûhte nu vil manegez guot,
dâ von ê swære was mîn muot.

Ich wânde ir ê vil verre sîn
dâ ich nu vil nâhe wære.
alrêrste hât daz herze mîn
von der frömde grôze swære.
ez tuot wol sîne triuwe schîn.
wær ich iender umb den Rîn,
sô friesche ich lîhte ein ander mære,
des ich doch leider nien vernam
sît daz ich ûber die berge kam.


Ich sage ir nu vil lange zît
wie sêre si mîn herze twinget.
als ungeloubic ist ir lîp
daz si der zwîvel dar ûf bringet
daz si hât alselhen nît
den ze rehte ein sælic wîp
niemer rehte vollbringet,
daz si dem ungelônet lât
der si vor al der werlte hât.

Nieman sol mir daz understân,
sin möhte mich vor eime jære
von sorgen wol erlœset hân,
ob ez der schœnen wille wære.
ouch half mich sêre ein lieber wân.
swanne si mîn ougen sân,
daz was ein fröide fûr die swære;
alleine wil sis glouben niet
daz si mîn ouge gerne siet.


Si darf mich des zîhen niet,
ichn hete si von herzen liep.
des mohte si die wârheit an mir sehen,
und wil sis jehen.
ich kom sîn dicke in solhe nôt,
daz ich den liuten guoten morgen bôt
engegen der naht.
ich was sô verre an si verdâht
daz ich mich underwîlent niht versan,
und swer mich gruozte daz ichs niht vernan.

Mîn herze unsanfte sînen strît
lât, den ez nu mange zît
behabet wider daz aller beste wîp,
der ie mîn lîp
muoz dienen swar ich iemer var.
ich bin ir holt: swenn ich vor gole getar,
sò gedenke ich ir.
daz ruoch ouch er vergeben mir:
wan ob ich des sûnde sûle hân,
zwiu schuof er si sô rehte wol getân?

Mit grôzen sorgen hât mîn lîp
gerungen alle sîne zît.
ich hete liep daz mir vil nâhe gie:
dazn liez mich nie
an wîsheit kêren mînen muot.
daz was diu minne, diu noch manegen tuot
daz selbe klagen.
nu wil ich mich an got gehaben:
der kan den liuten helfen ûz der nôt.
nieman weiz wie nâhe im ist der tôt.

Einer frowen was ich zam,
diu âne lôn mîn dienest nam.
von der sprich ich niht wan allez guot,
wan daz ir muot
zunmilte ist wider mich gewesen.
vor aller nôt sô wânde ich sîn genesen,
dô sich verlie
mîn herze ûf genâde an sie,
der ich dâ leider funden niene hân.
nu wil ich dienen dem der lônen kan.

Ich kom von minne in kumber grôz,
des ich doch selten ie genôz.
swaz schaden ich dâ von gewunnen hân,
sô friesch nie man
deich ir iht spræche wane guot,
noch mîn munt von frowen niemer tuot.
doch klage ich daz
daz ich sô lange gotes vergaz:
den wil ich iemer vor in allen haben,
und in dâ nâch ein holdez herze tragen.


Min herze und mîn lîp diu wellent scheiden,
diu mit ein ander varnt nu mange zît.
der lîp wil gerne vehten an die heiden:
sô hât iedoch daz herze erwelt ein wîp
vor al der werlt. daz mûet mich iemer sît,
daz si ein ander niene volgent beide.
mir habent diu ougen vil getân ze leide.
got eine mûeze scheiden noch den strît.

Ich wânde ledic sîn von solher swære,
dô ich daz kriuze in gotes êre nan.
ez wær ouch reht deiz herze als ich dâ wære,
wan daz sîn stætekeit im sîn verban.
ich solte sîn ze rehte ein lebendic man,
ob ez den tumben willen sîn verbære.
nu sihe ich wol daz im ist gar unmære
wie ez mir an dem ende sûle ergân.

Sît ich dich, herze, niht wol mac erwenden,
dun wellest mich vil trûreclîchen lân,
sô bite ich got daz er dich ruoche senden
an eine stat dâ man dich wol enpfâ.
owê wie sol ez armen dir ergân!
wie torstest eine an solhe nôt ernenden?
wer sol dir dîne sorge helfen enden
mit solhen triuwen als ich hân getân?


Nieman darf mir wenden daz zunstæte,
ob ich die hazze diech dâ minnet ê.
swie vil ich si geflêhet oder gebæte,
sô tuot si rehte als ob sis niht verstê.
mich dunket wie ir wort gelîche gê
reht als ez der sumer von Triere tæte.
ich wær ein gouch, ob ich ir tumpheit hæte
fûr guot: ez engeschiht mir niemer mê.


Mîn herze den gelouben hât,
solt ich od ieman bliben sîn,
durch liebe od durch der Minnen rât,
sô wære ich noch alumbe den Rîn;
wan mir daz scheiden nâhe gât,
deich tete von lieben friunden mîn.
swie ez doch dar umbe ergât,
got hêrre, ûf die genâde dîn
sô wil ich dir bevelhen die
die ich durch dînen willen lie.

Ich gunde es guoten frowen niet
daz iemer mêre kœme der tac
daz si deheinen heten liep:
wan ez wære ir êren slac.
wie kunde in der gedienen iet,
der gotes verte alsô erschrac?
dar zuo send ich in disiu liet,
und warnes als ich beste mac.
sæn si mîn ougen niemer mê,
mir tæte iedoch ir laster wê.


In mînem troume ich sach
ein harte schœne wîp
die naht unz an den tac:
do erwachet ich ê zît.
dô wart si mir benomen,
daz ichn weiz wâ si sî,
von der mir fröide kom.
daz tuont mir dougen mîn:
der wolte ich âne sîn.


Deich von der guoten schiet
und ich zir niht ensprach
als mir wære liep,
des lîde ich ungemach.
daz liez ich durch die diet
von der mir nie geschach
deheiner slahte liep.
wan der die helle brach,
der fûege in wê unt ach.

»Si wænent hûeten mîn,
die sîn doch niht bestât,
und tuont ir nîden schîn;
daz wênic si vervât.
si möhten ê den Rîn
gekêren in den Pfât,
ê ich mich iemer sîn
getrôste, swiez ergât,
der mir gedienet hât.«


Mir ist daz herze wunt
und siech gewesen nu vil lange
(deis reht: wan ez ist tump),
sîtz eine frowen êrst bekande, —
der keiser ist in allen landen,
kust er si zeiner stunt
an ir vil rôten munt,
er jæhe ez wære im wol ergangen.

Sît ich daz herze hân
verlâzen an der besten eine,
des sol ich lôn enpfân
von der selben diech dâ meine.
swie selten ich ez ir bescheine,
sô bin ichz doch der man
der ir baz heiles gan
dan in der werlte lebe deheine.

Wer möhte mir den muot
getrœsten, wan ein schœne frouwe,
diu mînem herzen tuot
leit diu nieman kan beschouwen?
dur nôt sô lîd ich den rouwen,
wan sichz ze hôhe huop.
wirt mir diu Minne unguot,
sô sol ir niemer man voltrouwen.


Ich sihe wol daz got wunder kan
von schœne wûrken ûzer wîbe.
daz ist an ir wol schîn getân:
wan er vergaz niht an ir lîbe.
den kumber den ich von ir lîde,
den wil ich vil gerne hân,
zediu daz ich mit ir belîbe
und al mîn wille sûl ergân.
mîn frowe sehe waz si des tuo:
dâ stât dehein scheiden zuo.

Sì gedenke niht deich sî der man
der si ze kurzen wîlen minne.
ich hân von kinde an si verlân
daz herze mîn und al die sinne.
ich wart an ir nie valsches inne,
sît ich si sô liep gewan.
mîn herze ist ir ingesinde,
und wil ouch stæte an ir bestân.
mîn frowe sehe waz si des tuo:
dâ stât dehein scheiden zuo.


Ich lobe got der sîner gûete,
daz er mir ie verlêch die sinne
daz ich si nam in mîn gemûete:
wan si ist wol wert daz man si minne.
noch bezzer ist daz man ir hûete
dan ieghch spræche sînen willen;
daz si ungerne hôrte
und mir die fröide gar zerstôrte.

Noch bezzer ist daz ich si mîde
dan si âne huote wære
und spræche mir dehein ze nîde;
des ich doch vil gerne enbære.
ich hâns erkorn ûz allen wîben:
lâze ich iht durch die merkære,
frömde ichs mit den ougen,
si minnt iedoch mîn herze tougen.

Mîn lîp was ie unbetwungen
und hôchgemuot von allen wîben:
alrêst hân ich rehte befunden
waz man nâch liebem wîbe lîde.
des muoz ich ze manegen stunden
der besten frowen eine mîden.
dêst mînem herzen swære,
als ez mit fröiden gerne wære.

Swie ich dicke lobe die huote,
dêswâr ez wart doch nie mîn wille
daz ich in iemer in dem muote
wurde holt, die dar die sinne
gewendet hânt daz si der guoten
entpfrömden wellent stæte minne.
dêswâr tuon i'n niht mêre,
doch friesche ich gerne al ir unêre.


Sich möhte wîser man verwûeten
von sorgen der ich manege hân.
swie ich mich noch dâ vor behûete,
sô hât got wol ze mir getân,
sît er mich niht wolte erlân,
ich næme si in mîn gemûete.
jo engilte ich alze sêre ir gûete
und ouch der schœne die si hât.
lite ich durch gol daz si begât
an mir, der sêle wurde rât.

Mich kunde niemen des erwenden,
in welle ir wesen undertân.
den willen bringe ich an mîn ende,
swie si habe ze mir getân.
sît ich des boten niht enhân,
sô wil ich ir diu lieder senden.
vert der lîp in enelende,
mîn herze belîbet doch aldâ.
daz suoche nieman anderswâ:
ez kunde ir niemer komen ze nâ.


Ich denke under wîlen,
ob ich ir nâher wære,
waz ich ir wolte sagen.
daz kûrzet mir die mîlen,
swenn ich ir mîne swære
sô mit gedanken klage.
mich sehent manege tage
die liute in der gebære
als ich niht sorgen habe,
wan ichs alsô vertrage.

Het ich sô hôher minne
mich nie underwunden,
mîn möhte werden rât.
ich tet ez âne sinne:
des lîde ich zallen stunden
nôt diu mir nâhe gât.
mîn stæte mir nu hât
daz herze alsô gebunden,
daz siz niht scheiden lât
von ir als ez nu stât.

Ez ist ein grôzez wunder:
diech aller sêrest minne,
diu was mir ie gevê.
nu mûeze solhen kumber
niemer man bevinden,
der alsô nâhe gê.
erkennen wânde i'n ê,
nu hân i'n baz befunden:
mir was dâ heime wê,
und hie wol drîstunt mê.

Swie kleine ez mich vervâhe,
sô vröwe ich mich doch sêre
daz mir niemen kan
erwern, ichn denke ir nâhe
swar ich landes kêre.
den trôst sol si mir lân.
wil siz fûr guot enpfân,
daz fröut mich iemer mêre,
wan ich fûr alle man
ir ie was undertân.


Wâfenâ, wie hât mich Minne gelâzen!
diu mich betwanc daz ich lie mîn gemûete
an solhen wân der mich wol mac verwâzen,
ez ensî daz ich genieze ir gûete,
von der ich bin alsô dicke âne sin.
mich dûhte ein gewin,
und wolte diu guote
wizzen die nôt diu mir wont ime muote.

Wâfen, waz habe ich getân sô zunêren
daz mir diu guote ir gruozes erbunde?
sus kan si mir wol daz herze verkêren.
deich in der werlt bezzer wîp iender funde,
seht dêst mîn wân. dâ fûr sô wil ichz hân,
und wil dienen lân
mit triuwen der guoten,
diu mich dâ bliuwet vil sêre âne ruoten.


Waz mac daz sîn daz diu werlt heizet minne,
unde ez mir tuot sô wê zaller stunde
unde ez mir nimet sô vil mîner sinne?
in wânde niht daz ez iemen erfunde.
getorste ich es jehen daz ichz hete gesehen
dâ von mir ist geschehen
alsô vil herzesêre,
sô wolte ich gelouben dar an iemer mêre.

<"Minne, got mûeze mich an dir rechen!
wie vil du mîm herzen der fröiden wendest!
und möhte ich dir dîn krumbez ouge ûz gestechen,
des het ich reht, wan du vil lûtzel endest
an mir solhe nôt sô mir dîn lîp gebôt.
und wærest du tôt,
sô dûhte ich mich rîche.
sus muoz ich von dir leben betwungenlîche.


Si wænent sich dem tôde verzîn,
die gote erliegent sîne vart.
dêswâr êst der geloube mîn
daz si sich ûbel hânt bewart.
swerz kriuze nam und wider warp,
dem wirt doch got ze jungest schîn,
swann im diu porte ist vor verspart
die er tuot ûf den liuten sîn.


»Wol ir, sist ein sælic wîp
diu von sender arebeit nie leit gewan.
des hât ich den mînen lîp
vil wol behüetet, wan daz mich ein sælic man
mit rehter stæte hât ermant daz ich im guotes gan.
nu twinget mich der kumher sîn und tuot mir wê
unde ist daz mîn angest gar,
sîn nemen wol tûsent ougen war,
swenne er kome da ich in sê.

Erst mir liep und lieber vil
danne ich immer im vil heben manne sage.
ob er daz niht gelouben wil,
daz ist mir leit, sô nâhe als ich die liebe trage.
torst ich genenden, sô wold ich im enden sîne klage;
wan daz ich vil . . . . . . . . sendez wîp
erfürhten muoz der êren mîn,
und . . . . . des lebennes sîn,
der mir ist alsam der lîp.

Owê, tæte ich des er gerl,
dâ von möht ich gewinnen leit und ungemach.
lâze ab ich in ungewert,
daz ist ein lôn der guotem manne nie geschach.
alrêrste müet mich daz ich in ald er mich ie gesach.
und sol ich sîn (daz ist ein nôt) ze friunde enbern,
daz ist mir leit, und muoz doch sîn.
ich wil immer hüeten mîn;
ich entars in niht gewern.

Ich wil tuon den willen sîn,
und wære ez al den friunden leit diech ie gewan,
sît daz ich im holder bin
danne in al der werlte ie frouwe einem man
und ich daz herze mîn von im gescheiden niht enkan.
er hât gesprochen dicke wol, ich solte im sîn
immer liep für alliu wîp.
des ist er mîn leitvertrîp
und diu hœhste wunne mîn.

Solte er des geniezen niht
daz er in hôher wirde wol bewîsen mac
daz man im des besten giht
und alle sîne zît im guoter dinge jach
unde ouch daz sîn sûezer munt des ruomes nie gepflac
dâ von betrüebet iender wurde ein sælic wîp?
des ist er von mir gewert
alles swes sîn herze gert,
und solte ez kosten mir den lîp.«


Si darf mich des zîhen niet,
ichn hete si von herzen liep.
des mohte si die wârheit an mir sehen,
und wil sis jehen.
ich kom sîn dicke in solhe nôt,
daz ich den liuten guoten morgen bôt
engegen der naht.
ich was sô verre an si verdâht
daz ich mich underwîlent niht versan,
und swer mich gruozte daz ichs niht vernan.

Mîn herze unsanfte sînen strît
lât, den ez nu mange zît
behabet wider daz aller beste wîp,
der ie mîn lîp
muoz dienen swar ich iemer var.
ich bin ir holt: swenn ich vor gole getar,
sò gedenke ich ir.
daz ruoch ouch er vergeben mir:
wan ob ich des sûnde sûle hân,
zwiu schuof er si sô rehte wol getân?

Mit grôzen sorgen hât mîn lîp
gerungen alle sîne zît.
ich hete liep daz mir vil nâhe gie:
dazn liez mich nie
an wîsheit kêren mînen muot.
daz was diu minne, diu noch manegen tuot
daz selbe klagen.
nu wil ich mich an got gehaben:
der kan den liuten helfen ûz der nôt.
nieman weiz wie nâhe im ist der tôt.

Einer frowen was ich zam,
diu âne lôn mîn dienest nam.
von der sprich ich niht wan allez guot,
wan daz ir muot
zunmilte ist wider mich gewesen.
vor aller nôt sô wânde ich sîn genesen,
dô sich verlie
mîn herze ûf genâde an sie,
der ich dâ leider funden niene hân.
nu wil ich dienen dem der lônen kan.

Ich kom von minne in kumber grôz,
des ich doch selten ie genôz.
swaz schaden ich dâ von gewunnen hân,
sô friesch nie man
deich ir iht spræche wane guot,
noch mîn munt von frowen niemer tuot.
doch klage ich daz
daz ich sô lange gotes vergaz:
den wil ich iemer vor in allen haben,
und in dâ nâch ein holdez herze tragen.


Min herze und mîn lîp diu wellent scheiden,
diu mit ein ander varnt nu mange zît.
der lîp wil gerne vehten an die heiden:
sô hât iedoch daz herze erwelt ein wîp
vor al der werlt. daz mûet mich iemer sît,
daz si ein ander niene volgent beide.
mir habent diu ougen vil getân ze leide.
got eine mûeze scheiden noch den strît.

Ich wânde ledic sîn von solher swære,
dô ich daz kriuze in gotes êre nan.
ez wær ouch reht deiz herze als ich dâ wære,
wan daz sîn stætekeit im sîn verban.
ich solte sîn ze rehte ein lebendic man,
ob ez den tumben willen sîn verbære.
nu sihe ich wol daz im ist gar unmære
wie ez mir an dem ende sûle ergân.

Sît ich dich, herze, niht wol mac erwenden,
dun wellest mich vil trûreclîchen lân,
sô bite ich got daz er dich ruoche senden
an eine stat dâ man dich wol enpfâ.
owê wie sol ez armen dir ergân!
wie torstest eine an solhe nôt ernenden?
wer sol dir dîne sorge helfen enden
mit solhen triuwen als ich hân getân?


Nieman darf mir wenden daz zunstæte,
ob ich die hazze diech dâ minnet ê.
swie vil ich si geflêhet oder gebæte,
sô tuot si rehte als ob sis niht verstê.
mich dunket wie ir wort gelîche gê
reht als ez der sumer von Triere tæte.
ich wær ein gouch, ob ich ir tumpheit hæte
fûr guot: ez engeschiht mir niemer mê.


Mîn herze den gelouben hât,
solt ich od ieman bliben sîn,
durch liebe od durch der Minnen rât,
sô wære ich noch alumbe den Rîn;
wan mir daz scheiden nâhe gât,
deich tete von lieben friunden mîn.
swie ez doch dar umbe ergât,
got hêrre, ûf die genâde dîn
sô wil ich dir bevelhen die
die ich durch dînen willen lie.

Ich gunde es guoten frowen niet
daz iemer mêre kœme der tac
daz si deheinen heten liep:
wan ez wære ir êren slac.
wie kunde in der gedienen iet,
der gotes verte alsô erschrac?
dar zuo send ich in disiu liet,
und warnes als ich beste mac.
sæn si mîn ougen niemer mê,
mir tæte iedoch ir laster wê.


In mînem troume ich sach
ein harte schœne wîp
die naht unz an den tac:
do erwachet ich ê zît.
dô wart si mir benomen,
daz ichn weiz wâ si sî,
von der mir fröide kom.
daz tuont mir dougen mîn:
der wolte ich âne sîn.


Deich von der guoten schiet
und ich zir niht ensprach
als mir wære liep,
des lîde ich ungemach.
daz liez ich durch die diet
von der mir nie geschach
deheiner slahte liep.
wan der die helle brach,
der fûege in wê unt ach.

»Si wænent hûeten mîn,
die sîn doch niht bestât,
und tuont ir nîden schîn;
daz wênic si vervât.
si möhten ê den Rîn
gekêren in den Pfât,
ê ich mich iemer sîn
getrôste, swiez ergât,
der mir gedienet hât.«


Mir ist daz herze wunt
und siech gewesen nu vil lange
(deis reht: wan ez ist tump),
sîtz eine frowen êrst bekande, —
der keiser ist in allen landen,
kust er si zeiner stunt
an ir vil rôten munt,
er jæhe ez wære im wol ergangen.

Sît ich daz herze hân
verlâzen an der besten eine,
des sol ich lôn enpfân
von der selben diech dâ meine.
swie selten ich ez ir bescheine,
sô bin ichz doch der man
der ir baz heiles gan
dan in der werlte lebe deheine.

Wer möhte mir den muot
getrœsten, wan ein schœne frouwe,
diu mînem herzen tuot
leit diu nieman kan beschouwen?
dur nôt sô lîd ich den rouwen,
wan sichz ze hôhe huop.
wirt mir diu Minne unguot,
sô sol ir niemer man voltrouwen.


Ich sihe wol daz got wunder kan
von schœne wûrken ûzer wîbe.
daz ist an ir wol schîn getân:
wan er vergaz niht an ir lîbe.
den kumber den ich von ir lîde,
den wil ich vil gerne hân,
zediu daz ich mit ir belîbe
und al mîn wille sûl ergân.
mîn frowe sehe waz si des tuo:
dâ stât dehein scheiden zuo.

Sì gedenke niht deich sî der man
der si ze kurzen wîlen minne.
ich hân von kinde an si verlân
daz herze mîn und al die sinne.
ich wart an ir nie valsches inne,
sît ich si sô liep gewan.
mîn herze ist ir ingesinde,
und wil ouch stæte an ir bestân.
mîn frowe sehe waz si des tuo:
dâ stât dehein scheiden zuo.


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