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Arno Holz (1863-1929) - Gedichtzeilen 1

Arno Holz (1863-1929)

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Gedichtzeilen 1

  1. 'S giebt heut nicht viel. Nur ein Kartoffelsüpplein!
  2. aas der Hundequäle
  3. ab und zu ein Dröpffgen Thee.
  4. Ab und zu ein Porzellanschild
  5. ab und zu halt ichs for Pflicht /
  6. ab und zu,
  7. Ab-gedreten die Kalöschen /
  8. Abends ist Feuerwerk.
  9. Abends,
  10. Abends,
  11. abends,
  12. Abends,
  13. abens / wenn ich extra geh;
  14. abens spihlt man Blinde Kuh
  15. Aber ach, mein braves Deutschland
  16. aber auch die dikke Doris
  17. Aber das Faktum ist eben faktisch:
  18. Aber das Gold, das Gold deiner Rede
  19. Aber das Schönste war doch, wenn man kurz vor Weihnachten,
  20. Aber die Liebe,
  21. Aber die Liebe, die ewige Liebe,
  22. Aber die Menschheit, die ringende Menschheit,
  23. Aber die Stunden,
  24. Aber dir, den Lebenssatten,
  25. Aber draussen,
  26. Aber droben im siebenten Himmel
  27. Aber droben im traulichen Zimmer
  28. Aber durchs Stadtthor
  29. Aber ein Wort von dir gilt uns Dukaten;
  30. Aber ich finde, nachgerade
  31. Aber lass das Rad nur rollen,
  32. Aber Lied wie Schmerz,
  33. Aber noch süsser, weit, weit süsser
  34. Aber nur, wenn sie gedruckt.
  35. Aber schon seh ich rothlodernd entfacht
  36. Aber seine goldne Seele
  37. Aber seine grösste war's doch, dass er dir das Herz brach! Denn ich weiss, du bist sein Liebling gewesen.
  38. Aber verdrehen ihnen die Köpfe.
  39. Aber vergessen? Vergessen? . . . Ach, wenn ichs könnte!
  40. Aber vollends lasst mich schweigen
  41. Aber, verbrach er auch manchen Quark,
  42. Abertausend Eisenarmen
  43. abgeblätterter Kalk, tote Fliegen und Spinnweben.
  44. Abgedroschnen Ammenmärchen
  45. Abgemergelt wie ein Schatten,
  46. Abgetakelten Aesthetik:
  47. Abrams Schoß ist mir ein Ekkel /
  48. Ach / daß nicht jede Zeit
  49. ach / die Aller-schönste lihß
  50. ach / du bist von Kopff zu Fuhß
  51. ach / es fing sie alle / alle
  52. Ach / hat man ihn erst außgeschläkkt /
  53. ach / hat mich das froh gemacht!
  54. Ach / ich außgedorrter Han!
  55. ach / ich außgeschlaubte Beere /
  56. ach / ich weiß nicht wo verschwand!
  57. ach / ihr arg verlihbtes Hertzgen
  58. ach / ihr lihben Eugelchin!
  59. ach / künt ich doch / du süsses Huhn /
  60. Ach / künt ich doch itzt mit dir sehn
  61. Ach / man bringt sich gantz und gar
  62. Ach / man muß euch / Kindgens / kännen /
  63. ach / mir wird gantz bleumourant /
  64. ach / noch biß in meinen Traum
  65. Ach / nun ist die göldne Zeit –
  66. Ach / nun ist die göldne Zeit –
  67. Ach / nun ist die göldne Zeit –
  68. ach / nur ein eintzges Schmäzzgen!
  69. Ach / sie weiß es nicht mehr / welcher!
  70. ach / sie wie beweglich seyn!
  71. Ach / so mancher würde schreyn:
  72. ach / so reitzend kleine Wunde;
  73. Ach / und wie erst füllt mit Glükk
  74. Ach bitte, bitte
  75. ach Gott / nur halbicht blohß!
  76. Ach Gott, ja:
  77. Ach Gott, wie lang wird's dauern,
  78. Ach ja / ach ja / ach ja / ach ja /
  79. Ach ja / der fernen Stunden!
  80. ach nicht doch / nein / ach nein /
  81. Ach was!
  82. Ach, am Ende sind sie giftig,
  83. Ach, das Herz mir noch das Herz zerbricht!
  84. Ach, die Lösung dieses Räthsels,
  85. Ach, die Werke jener Männer
  86. Ach, die Zeit ist gar zu flüchtig,
  87. Ach, es ist nur gar zu wahr,
  88. Ach, geht! Ihr sasst ja grad auf dieser Bank
  89. Ach, heimgekehrt zu seinen Ahnen
  90. Ach, jene weinumrankte Mauer
  91. Ach, Judenkringel!
  92. Ach, lieber Emil, hab Erbarmen,
  93. Ach, nicht wie früher mehr macht uns froh
  94. Ach, sie intoniren alle
  95. Ach, und doch! Durch mein Gehirn
  96. Ach, und draussen fuhr pflichtgetreu
  97. Ach, und er ahnte nicht,
  98. Ach, und er merkt es nicht einmal, wie
  99. Ach, und kein einziger ehrlicher Kerl,
  100. Ach, und längst hat sie vergessen
  101. Ach, und noch immer fliegt es vorbei!
  102. Ach, wenn ich es doch nur wüsste, wüsste,
  103. Ach, wer das könnte!
  104. Ach, wie wohlfeil war euch Braven
  105. Ach, zwischen den Giebeln und Mauern
  106. acht Bretter werden mich ümbhägen /
  107. acht ich nicht drey Küpffer-Dreyer;
  108. acht ich über jede Zihr /
  109. acht ich über Ledens Schwan /
  110. Achtung, in seinem Schädel rumort
  111. ächtzt ich nie auß Draurigkeit!
  112. ächtzt ich wo an einem Busen /
  113. Addire nichts und nichts, und du thust das,
  114. ädler gläntzen nicht Karfunkel /
  115. Adressen sub Bureau zum grossen Pan.
  116. Aegypter- und Teutonenthum,
  117. Aehnlich wie ein Weizenfeld aus.
  118. Aganippens Silber springt
  119. Aglajens ist dein Auß-sehn gleich!
  120. Ah voilà – dein Manuscript!
  121. Ah!
  122. Ah, deine Hand! Wie kalt, wie kalt!
  123. Ah, deine Hand! Wie kalt, wie kalt!
  124. Ah, wie das duftete! Wie das wohl that!
  125. Ahn ich es doch lengst mit List /
  126. All dein Glantz der jungen Jahre /
  127. all Deine Engel.
  128. all die lihben netten Chösgens
  129. all die netten Dinger;
  130. All die unzähligen, kleinen Figürchen:
  131. All mein vohr einst frecher Schmeer
  132. All meine Lidergens vom Lihben
  133. all meinen schwartzen Kummer stopff
  134. Allah il Allah, Gott ist gross.
  135. Allbarmhertzig für und für
  136. Alle / ob das Hertz auch bricht /
  137. Alle Augen! Alle Guscheln!
  138. Alle Blumen der Romantik!
  139. Alle Eitelkeit ist Rauch!
  140. Alle Engel hört man lachen /
  141. Alle Engelchen glitzern.
  142. alle Freuden sturben dir!
  143. Alle Götter der Welt sind Götzen.
  144. alle in die Grube fuhren /
  145. Alle lassen sich erbitten /
  146. alle lihben kan man nicht!
  147. alle Marzipanschweinchen sind geladen.
  148. Alle meine Lichter werden erlöschen,
  149. Alle meine Strahlen
  150. alle müssen nach Erblassen
  151. Alle nichts alß Purpur-Muscheln!
  152. Alle rund-gewölbte Hüfften /
  153. Alle Scheiben splittern eyn /
  154. alle sind auß Fleisch und Bein /
  155. alle sind ihm unterthan /
  156. alle Sterne erblinden.
  157. Alle Sterne, über die Meere rollen, schöpf ich mit meiner Hand.
  158. Alle tausend Jahre
  159. Alle tausend Jahre
  160. alle Weiber gebären wieder!
  161. alle Weißheit Salomos
  162. Alle,
  163. Alle:
  164. Allein auff ihre schwartze Wimpern
  165. allein – wie ist daß abgeloffen?
  166. Aller sühßen Brüste
  167. Aller Sünden warstu voll /
  168. Aller Völker und aller Zeiten,
  169. Allerschönste Creatur /
  170. Alles / alles muß hinab /
  171. alles / waß ihr Händgen fund /
  172. Alles / waß Othem helt /
  173. alles an ihr macht ihn fro /
  174. Alles and're gilt mir gleich –
  175. Alles andre – ist ein Dreck!
  176. alles blüht itzt durcheinander.
  177. Alles blüht und muß vergehn /
  178. alles blüht und wird vergessen /
  179. alles daß verhallte /
  180. alles dörrt und fällt zu Staub /
  181. alles dreff ich bey dir an /
  182. alles gab dir die Naduhr /
  183. alles glützt an ihr wie rund /
  184. alles hebt zu singen an /
  185. alles ist an dir charmant;
  186. Alles ist an dir geründet /
  187. alles ist an ihr galant /
  188. alles ist an ihr lengst rund /
  189. alles ist an ihr mit Fleiß
  190. Alles ist eitel! Die Welt dreht sich rückwärts!
  191. alles ist fästzu geweht /
  192. Alles ist for mir wie hin /
  193. alles ist ihm frey gestellt /
  194. alles ist wie Rohsen-roht/
  195. alles jubelt / dantzt und springt /
  196. Alles jubelt / juhcht und schreyt:
  197. alles kömbt uns itzo rächt /
  198. Alles Kummers sind wir frey /
  199. alles kunt ich noch nicht sehn;
  200. alles küß ich dir touchant!
  201. alles lacht an ihr für Lust /
  202. alles lihbt und duppelt sich.
  203. alles muß in ihren Bauch!
  204. alles muß nach kortzer Zeit
  205. Alles noch an seinem alten,
  206. Alles nur Blaustrümpfe, männliche Blaustrümpfe!
  207. Alles schläfft itzt nach Gebührt.
  208. Alles schläft! Nur ein steinalter Mann
  209. Alles schläft; selbst Drossel und Grille
  210. Alles schlampt dir schon verqwarckt –
  211. Alles schon dagewesen!
  212. alles schon genußlich!
  213. alles sizzt!
  214. Alles still – mäuschenstill!
  215. Alles still! Nur der Nachtthau rinnt
  216. Alles versinkt!
  217. Alles vorbei.
  218. alles war / wies sich gebührt /
  219. Alles war erborgte Zihr.
  220. alles waß nach Ceres schmäkkt /
  221. alles werd ich wihder krigen:
  222. alles wie ein Rauch verstihbt /
  223. alles wird sich mir verneun!
  224. Alljährlich auf den Weihnachtstisch:
  225. Alljährlich ein Geburtstagscarmen;
  226. Allnächtlich dappt er sich schon für /
  227. Allnächtlich, wenn der Tag entflohn,
  228. Allorts auf einen Stein,
  229. Allwöchentlich ein Buch von zwanzig Bogen!
  230. Allzu wilige Bluminde /
  231. Als ahntest Du's, dass Jedes von uns Beiden
  232. Als all zu spitz nicht länger mehr tractiren,
  233. alß belihbtes Unter-Pfandt!
  234. Als bis er sich die lieben, goldnen Dinger,
  235. Als Cäsar über den Rubikon ging.
  236. Als das dunkle, deutsche Mysterium
  237. Als das närrische Problem:
  238. alß das Prett für eurem Plikk;
  239. alß der / für dem sich alle grauen:
  240. Als der griechische Aristoteles,
  241. Als der Mondschein sie nicht schlafen liess,
  242. Als der Weg um die Buche bog.
  243. alß des Jasons göldnes Vlihß –
  244. Als Dichterling von meinen eignen Gnaden
  245. Als die Schlotbarone der Plutokratie!
  246. Als die winklige Romantik.
  247. Als du dich gestern Nacht ihm preisgegeben.
  248. Als du noch weisheitochsend die Bänke drücktest
  249. Als edler Fürst im ganzen Land!
  250. Als ein Daunenbett und allein!
  251. Alß ein Kerle von Raison
  252. Als er mit seinen ungrischen Schwadronen
  253. Als er selber noch jung war
  254. Als Etikett drauf stand:
  255. Als ewgen Herold aller Lenze pries!
  256. alß eyn Epicurer /
  257. alß eyn Schalk und Hurer /
  258. alß eyn Sodoms-Kind!
  259. Als Fetische neben den Brotkorb gehangen,
  260. Als Firmenzeichen vor sein Haus.
  261. Als ging's kopfüber gegen die Franzosen,
  262. Als Gott mich schuf, da sprach er: Werde nichts!
  263. als Hochzeitsbett ein Lilienblatt,
  264. alß ich im braunen Hahr
  265. Als ich im Volk noch des Menschen Sohn hiess!
  266. Alß ich letzt bey Chloen stund /
  267. alß ich nechst mein Lämmer-Volck
  268. Als ich träumend im Walde gelegen,
  269. alß ihr / zwo Schwestren / gleich-gepaart!
  270. alß ihr Busen / mir zum Glükk /
  271. Als ihr wohlbestallter Priester,
  272. alß in ihrem Munde
  273. Als je auf seinen Flatterschwingen
  274. Als jener Zimmrerssohn aus Nazareth.
  275. Als Kind der Grossstadt und der neuen Zeit.
  276. Als kleiner Schreihals,
  277. Als lachte durch jedes Hungergedicht
  278. Als Leichtmatrose nach Amerika.
  279. Als Lenz wird es uns Veilchen bringen,
  280. Als Maler jetzt in Minnesota rum,
  281. Als mit dem Mob fraternisiren!
  282. Als modischen Dalai Lama,
  283. Als Motto über meine Weltkarriere
  284. Als Musikant mach ich eins gern mal Pause ...
  285. Als müsst es wonnig sich verbluten,
  286. Als müsst ich stossen in die Brust,
  287. Als Mutterliederfabrikant
  288. Als Nachtigall!
  289. Als noch die Möbel krumm verschnörkelt waren
  290. Als nun versöhnlich die Genossen
  291. Als nur als Vogelsang und Vollmondschein.
  292. Als ob das kommende Jahrhundert
  293. Als ob ein blühender Rosenstrauch
  294. Als ob er's müsse,
  295. alß ob nichts wie Mukken somsen!
  296. alß ob Rohsen-Blätter fallen;
  297. Als ob sie's eiskalt, wie ein Fieber packte,
  298. alß ob von dem sälben Dauß
  299. Als Phidias seinen Meissel führte
  300. Als Pursche sind wir durchauß ehrlich /
  301. Als sacht dich in dich selber zu verkriechen!
  302. Als seinen Hort und Hirten pries.
  303. Als Sieger wir in Schritt und Tritt
  304. Als tausend stilgerechte Mausoleen.
  305. Als Tod mit Stundenglas und Hippe
  306. Als transcendent und wie die Engel sein!
  307. Als wär ich gestern erst genesen
  308. Als wäre der ewige Friede
  309. Als wäre nichts geschehn,
  310. Als wäre nichts geschehn,
  311. alß wärs ümb sie geschehn /
  312. alß wenn in mir dein Zünglein wühlt!
  313. Als wiegte der Wind sich im Bettchen;
  314. Als Wolferam von Eschinbach
  315. Also nachts,
  316. Also nachts?
  317. Also sinnend
  318. Also sitzt er und schmiert und schmiert
  319. Also sprach er, der grobe Poltron,
  320. alst der Hautt und Knochen frißt!
  321. alst ob ihn schon das Schweiß-Tuch däkkt!
  322. alst wir lengst schon fast ein Paar /
  323. Alt Heidelberg, du Feine –
  324. Alt Heidelberg, du Feine,
  325. Alt Heidelberg, du Feine,
  326. Alt Heidelberg, du Stadt!
  327. Alte Burschenherrlichkeit,
  328. Alte Erinnerungen gaukeln
  329. alte Herren, die heimlich, wenn im März die Veilchen wieder blühn,
  330. Alte Jungfern und enge Stiebeln,
  331. alte, junge, wies grad trifft.
  332. Alter, verrückter Betschwestern
  333. altes Mord-Gerippe:
  334. Am Abend, wenn das Feuer auf den Dielen
  335. Am allerzährtsten schmäkken
  336. Am andern Morgen ist der Biela krank.
  337. Am Arm das Körbchen mit den weissen Glöckchen,
  338. Am Aschermittwoch war die Residenz
  339. Am Bach,
  340. Am Bandelir die Zitter
  341. Am besten zu gaunern gelernt,
  342. Am Brunn auf dem Marktplatz,
  343. am bundten Bluhmen-Blazz
  344. am Creutz for mir gestorben!
  345. Am Ende kommt der Todtengräber Z,
  346. Am Ende wirst du sie zu Boden ducken!
  347. Am englischen Avon,
  348. am Fenster sizzt und schmaucht Thobakk
  349. Am gelben Gurt den schwarzen Operngucker,
  350. Am Goldfischteich das erste Rendevous.
  351. Am Gurt das Schwert, die Hand am Knauf.
  352. Am heilgen Grabe selbst gesprochen.
  353. am Himmel
  354. Am hölzernen Kreuz verröchelt der Gott,
  355. Am Horizont auf.
  356. Am italischen Arno,
  357. Am lihbsten mücht er sich verschreiben
  358. Am mehrsten aber mich verschrökken
  359. Am nächsten Stein zertrümmert euern Psalter,
  360. Am Prunkpalast das Proletarierkind.
  361. Am Pult der Druckerei
  362. Am schwarzen Gitter
  363. Am Südpol und am Titikakasee!
  364. Am Tage des Gerichts,
  365. Am Ufer der Trave,
  366. Am Ufer dräute der Möwenstein,
  367. am Waldrand weideten die Zihgen /
  368. Am warmen Kamin,
  369. am Wegrand,
  370. Am Werktisch um Gewinnst,
  371. Am Werktisch und studirte.
  372. Amanden ging es dorch und dorch /
  373. Amandgens Rohsen-Kuß /
  374. Ambrette wüntscht sich waß.
  375. Ambriert war jädes Wort!
  376. Amor / das vertrakkte Schizzgen /
  377. Amor / du verflixter Bube /
  378. Amor / kleiner Pfiffikus /
  379. Amor / Küzzel-volles Kind /
  380. Amor deine Mause-Falle!
  381. Amor ist ümbsonst nicht blind;
  382. Amor kickert / Venus lacht –
  383. Amor schoß ihr eine runde /
  384. Amor sizzt auff deinem Schooß;
  385. Amor sträkkt mich nicht mehr lang
  386. Amor weiß es auff zudäkken.
  387. Amors süssem Zokker-Zihl
  388. Amors Zokker-süsser Poltzen
  389. Amouretten / drall und nakkt /
  390. Amseln streun und Finken,
  391. An meiner Wenigkeit ist nichts verloren!
  392. an Charons Wakkel-Kahn.
  393. An chronischer Selbstmordmanie.
  394. An das verheissene Eldorado!
  395. An dem die Dummen sich leimen;
  396. An dem einst ein Gott
  397. An dem ist Hopfen und Malz verloren!
  398. An dem Millionen Kerzen schaukeln?
  399. An den mittelalterlichen Brandpfahl?
  400. An den Ufern des heiligen Ganges,
  401. An den Wassern von Babylon!
  402. An den weissen Kalk der Decke
  403. An der deutschen Ilm;
  404. An der Weidendammer Brücke.
  405. An der Weidendammer Brücke.«
  406. An die Behauptung, dass mein Vorwurf hinkt,
  407. An die goldene Zeit und den ewigen Frieden,
  408. An die grüngestreifte Wand
  409. An die immer noch weltenschwangere Stirn
  410. an die Pforte des Paradieses klopfen!
  411. An die Rohsen ihrer Brust
  412. An die Wand / daß alles kracht!
  413. An dunklen Winterabenden,
  414. an ein Rohsen-rohtes Band.
  415. An eine Spritztour denkt manch armer Schlucker,
  416. An einem Halm
  417. An einem Halm
  418. An einem schönen Weiberherzen träumt!
  419. an einen andren Ort.
  420. an fast nichts wie Träbern käuen!
  421. An ihr Herz schlägt das grosse Herz der Zeit
  422. An ihren aus Bronze gewundenen Schlangengittern
  423. An ihren Liedern in die Luft
  424. An irgend ein Spital verauktioniren.
  425. An jedem Finger baumeln mir
  426. An jedem Wahltag strich
  427. An Leib und Seele krank,
  428. an manchem süssen Bluhmen-Ding
  429. an manches Weibes Brust!
  430. an meine nichts wie Frefel-Dhaten.
  431. an meinem Giebel baut.
  432. An schon getretnen Hännen
  433. An seine Arbeit gehn;
  434. An seine Arbeit gehn;
  435. an seine Späzzgen-Frau /
  436. an seinem Kopff zerbrach schon vihl /
  437. An seinen Tisch von Marmelstein,
  438. An seinen Werken schweisst
  439. An seiner Kettenkugel schleppe,
  440. an seiner Mutter Zizzen.
  441. An seyner Pfeiffe zuttschen /
  442. An so alten Fleder-Wischen
  443. An so und so viel Kritikaster,
  444. An unserm Aufruhrwort: Warum?
  445. An unserm König seinen Ohm verschachert.
  446. Anders, wenn ein Homo sapiens
  447. Andre Lieder, andre Menschen,
  448. Andre mögen Bachum ehren
  449. Andre Zeiten, andre Lieder,
  450. andrer Güter zu erwischen /
  451. angenehmsten Rauch verblase!
  452. Angespien wie ein toller Hund!!
  453. Angst / Geseufftz und Jammer
  454. ans Fenster,
  455. Ans Fenster, dass der Laden wankt,
  456. Anstatt mit ungestümer Freudigkeit
  457. Anstatt vom Wüstenhauch umweht,
  458. Antimuseistenclubs.
  459. Anton von Werner.
  460. Apage, blonder Satan, lass mich los!
  461. Apell / wirff deinen Pinsel hin
  462. Apoll / auß Bisem-Bluhmen
  463. Apoll / der muntre Musen-Printz.
  464. Apoll auff seinem Flügel-Schimmel!
  465. Applaudirt wie ein Cretin
  466. Arabiens weissgestirntes Ross.
  467. Aramene / wehrtes Licht /
  468. Aristophanes, der Grieche,
  469. Arm in Arm durchs »Wurzgärtlin« gestelzt?
  470. Armer Freund!
  471. Armer Freund!
  472. Armer Freund!
  473. Armer klassischer College!
  474. Armes Weib!
  475. Armes Weib!

  476. Arsinoe / du schöner Dokk
  477. Artschokken / Bortulak / Spenat /
  478. Asche Dir auf deine Platte,
  479. atchö / wir gehn zu Bett /
  480. Athen mit seiner Athene
  481. Athen und notabene
  482. Athmete auf – zum ersten Mal!
  483. Atlasschleifen und Bouquets,
  484. Atropos wezzt schon die Scheere /
  485. Au revoir! wie er lächelnd meinte,
  486. Au! Racker! Du beisst ja! Ist das der Dank?
  487. Auch / ich kan mich ihretwegen
  488. auch / ists mir itzt verhaßt!
  489. Auch / mit seiner süssen Kehle
  490. Auch an den alten Berg Kyffhäuser.
  491. auch auff sein Gesund-seyn passen!
  492. Auch betet man als ein gemachter Mann
  493. Auch bin ich Heide und als solcher cynisch
  494. Auch Deinem Gaumen nicht besonders mundet –
  495. auch die Biehtzgens / die mich laben /
  496. auch die kleinen Jüngffrichin.
  497. Auch die Marmortoilette
  498. Auch die rechte sehe ich.
  499. auch die Sprottgens sind schön frisch!
  500. Auch du wirst schweigen /
  501. Auch durch das junge Lied noch fluthet
  502. Auch endlich in diese verödete Brust;
  503. Auch harft sie nicht als Abendwind
  504. Auch hättest Du dann Geld,
  505. Auch heut in dieser Welt zu suchen?
  506. Auch heut noch eine Lieblingsspeise!
  507. Auch hier auf dieses Beterhaupt!
  508. Auch ich hab mich nach Südlands Prangen
  509. Auch ich nahm mir das Kreuzlein ab!
  510. Auch ich war einst jung,
  511. Auch Irrenhäuser,
  512. Auch ist es Lüge, dass die Liebe sich
  513. Auch kämpft sie nicht mit Schwert und Keule –
  514. Auch kein klavierverrückter Virtuose:
  515. Auch kleine Kröten sind ja giftig!
  516. Auch lief ich, Katzengold zu suchen,
  517. Auch liegt ein Wort, ein altes, mir im Sinn:
  518. Auch Marindgen ist mein Schmäkkgen.
  519. Auch meine Galle schwimmt in Groll,
  520. Auch mir ging der Kopf oft
  521. Auch nicht ins Grab der Lorelei
  522. auch nimbt mich for sie ein
  523. Auch noch ein Zaubrer war,
  524. Auch noch ganz gemeine Schlangen.
  525. Auch nöthigt mich zudem mein dummes Schema
  526. Auch nur einen Pfifferling werth sein?
  527. auch nur in Gedancken für /
  528. Auch ohne den modischen Materialismus,
  529. Auch ohne die griechischen Verba auf mi!
  530. Auch purpurroth ein Throngezelt,
  531. Auch Rosadorgen und Mabelle /
  532. Auch sag ich, nützlicher als alle Bibeln
  533. auch schafft mir ja Canari-Sec!
  534. Auch schleicht die goldbetresste Dienerschaft
  535. Auch schliesslich noch ein langes Leben;
  536. Auch schrieb ich manchen Liebesbrief
  537. Auch seid ihr durch und durch »aesthetisch«
  538. Auch sein Nebenmann liess sich nicht lumpen:
  539. auch sie ist eitel Fantasey!
  540. Auch sieh dich vor, dass du um Mitternacht,
  541. Auch sind wir verliebt in die Regeldetri
  542. auch stekkt in dem belihbten Kinn
  543. Auch uns erfreut das Licht der Sonne,
  544. Auch viele »Kreuzigt!« schrein.
  545. Auch Walther von der Vogelweide,
  546. Auch waß ich hihr nicht benannt /
  547. Auch weiss ich, hört mich, ihr Teutonen,
  548. Auch wenn ich lachend sie verfluche!
  549. Auch will es dir durchaus nicht in den Kopf,
  550. Auch wob ich manchen derben Fluch
  551. Auch wohnt ein Freund von mir in Samarkand,
  552. Auf bemoostem Rande sitz ich nieder,
  553. Auf Capri pflückten wir uns Myrten
  554. Auf das alte, graue Schlossthor zu.
  555. Auf das Andre pfeif ich!
  556. Auf das braune, vertrocknete Laub um die Tiergartenseee
  557. Auf das schulstaubtrockne Dogma
  558. Auf dass er würdig seine Schöpfung kröne,
  559. auf deine welken Hände.
  560. Auf Deinem Faulbett thatlos herumlungern?
  561. Auf deinen Brüsten schwimmt dein Hahr /
  562. Auf deinen glänzendsten Stern
  563. Auf dem das Glück, die goldne Metze, sitzt!
  564. Auf dem wachsüberzogenen Schreibtisch,
  565. Auf den altmexikanischen
  566. Auf den glitschrigen Asphalt
  567. Auf den lichten, sagenumwobenen,
  568. auf den Strassen kleinen Rotznasen Bonbons zustecken,
  569. auf der Erde einen weissen, spitzen Schneehaufen entdeckte.
  570. Auf der rauchenden Brandstatt
  571. auf der Redoute,
  572. Auf der Ufenau verreckt ist,
  573. Auf die der Stern der Liebe sieht.
  574. Auf die Erde hinab, ins todte Meer
  575. Auf die Nachtigallen von Hellas gelauscht
  576. Auf die Quadratur des Cirkels
  577. Auf die rothen Sammetpolster
  578. Auf die Weltstadt an der Seine.
  579. Auf diesem Erdstaubkörnlein noch verkürzen,
  580. Auf diesem schönsten der Planeten
  581. Auf diesem wüsten,
  582. Auf dieser ruhlos wandernden Erde
  583. Auf dieser »besten aller Welten«
  584. Auf dieses Herz und sein Klopfen,
  585. Auf dieses Monstrum hab ich Jagd gemacht
  586. Auf dunkelblauem Meerespfade,
  587. Auf ein zerlesnes Buch: »das Buch der Lieder«!
  588. Auf einem Berg aus Zuckerkant,
  589. Auf einem jungen Erlenbaum
  590. Auf einem langen Ast, mein Gott: die Hirtin und der — Schornsteinfeger?
  591. Auf einem roten Thron aus Lack
  592. Auf einem Schreibtisch,
  593. auf einem sich wiegenden Schlehdornzweig
  594. auf einem Stein, liegen Rosen.
  595. Auf einem Stern mit silbernen Zacken
  596. auf Einem Stuhle sizzen!
  597. auf einem Tintfass.
  598. Auf einem vergoldeten Blumenschiff
  599. Auf einer griechischen Triere,
  600. Auf einer Hopfenstange sitzt ein Spatz.
  601. Auf euerm Geldsack sitzt,
  602. Auf faulem Stroh elend verrecken,
  603. auf Feuerflügeln,
  604. auf Fledermausflügeln,
  605. Auf Flügeln,
  606. Auf hohem Stein
  607. auf Ihm so kan ich bauen /
  608. Auf ihm, scharf, eine Silhouette: ein Faun, der die Flöte bläst.
  609. Auf ihrem morschen Gebälk kriechen Marieenkäferchen,
  610. Auf ihren Schultern,
  611. Auf Jahre warst du mir verloren,
  612. Auf lauen Windes Flügeln kam's und schwand
  613. Auf Lieder sinnt.
  614. Auf Maltas braunem Felsenriff
  615. Auf mein Geheiss entsteigt es seinen Krypten,
  616. auf mein klopfendes Herz zu,
  617. Auf meine müde, zitternde Schulter
  618. Auf meine Schultern
  619. Auf meinem Bettvorleger,
  620. Auf meinen Lidern lag es wie Blei
  621. Auf meinen Probiertisch,
  622. Auf moos'ger Bank am Buchenhag
  623. Auf Pflaumenbäume kriecht!
  624. Auf Reime bin ich wie versessen,
  625. Auf Scheiterhaufen und in Folterkammern,
  626. Auf schmalem Fussweg an ihr vorbei,
  627. Auf schmutzge Dächer und auf russge Mauern,
  628. Auf schönerem Stern
  629. Auf seine thönernen Tafeln schreibt?
  630. Auf seinem dunklen Wasser
  631. Auf seinem gelblichen Postament
  632. Auf seinem Haupt erglänzt
  633. Auf seinem Posten sein.
  634. Auf seinem Sündenstuhl im Vatikan.
  635. Auf seiner lustigen Hallelujawiese
  636. Auf Sommerwohnung zieht schon der Rentier,
  637. auf Spitzzehen,
  638. Auf Stahl und Eisen, Stein und Erz.
  639. Auf staubiger Strasse
  640. auf tausend Inseln hängen meine purpurnen Gärten.
  641. Auf uns herab aus dem Gestein
  642. Auf unsern vielverschlungnen Wegen
  643. auf vergoldeten Stühlchen sitzend,
  644. Auf wilder, meerverschlagner Planke,
  645. Auf windbewegtem Fliederzweig.
  646. Auf, auf! und greift zur Wehr
  647. auff das Volck mit dikken Waden
  648. Auff das Wohl-seyn aller Waden /
  649. Auff das Wohl-seyn unsrer Enckel!
  650. auff deinem Athlaß-Tröhngen /
  651. auff deinem Canape
  652. auff dem bekanten Haber-Stroh!
  653. auff den belihbten Busen-Höhen /
  654. Auff den belihbten Pindus klimmt
  655. auff den gedrehten Zihgen-Därmen!
  656. Auff den Murr-Kopff Heraclit
  657. auff der ersten kan ich schon
  658. auff der Teutschen Opitz-Flöte /
  659. auff der Thoden-Bahre!
  660. auff die die Schäffer blihsen /
  661. Auff die leere Kammer-Wände
  662. auff die Zokker-Insuln zu!
  663. auff dihsem Haber-Rohr!
  664. auff ein volles Wämstrichin.
  665. auff eine Knochen-Kuh.
  666. auff einem Regen-Bogen!
  667. auff Florens bundte Fluren /
  668. auff Himmels-Rohsen gehn /
  669. auff ihn bloß Küssckens knallen.
  670. Auff ihrem Scheddel drägt kein Hahr /
  671. auff ihren Feld-Bosaunen.
  672. auff ihren schwartzen Trummen!
  673. auff kleinen Zinn-Corneten.
  674. Auff Knyen / krumb / bald blind / fast taub /
  675. Auff Knyen lihg ich do.
  676. auff meine Lider lauscht entbrannt
  677. auff meinem lezzten Bett!
  678. Auff meinen schwartzen Sarg
  679. auff Mortas Folter-Banck /
  680. auff neu bedhautem Wahsen
  681. auff nichts alß albre Chosen
  682. auff nichts alß ihr Vergnügen sinnen!
  683. auff Rohsen-rohte Lippen /
  684. Auff seine Laute
  685. auff seinem Clavichordio!
  686. Auff Silber-Schüsseln will ich sehn
  687. auff waß / auff waß / auff waß / auff waß
  688. auff-dratt ich gantzt verstohlen:
  689. Aufferstehn / ja Aufferstehn!
  690. auffgemänckt das schwartze Hahr /
  691. Aufgewühlt bis in die innersten Tiefen ihrer Seele,
  692. Aufjauchzend ins Piratenschiff!
  693. Aufrütteln, Du alter Mann?
  694. Aufs Buch ihr Licht herab
  695. Aufs Grab gestreut;
  696. Aufs hohe Pferd sich setzen will und »dichtet!«
  697. Aufs Neu erwacht.
  698. Aufs Phrasenfaulbett der Bequemlichkeit.
  699. Aufs prächtigste mit seinem Mediziner!
  700. Auftrat, ein wilder Schürer.
  701. Augen / ihr verbuhlte Sonnen /
  702. Augen / schwartze Feuer-Ballen /
  703. Augen, die glotzen,
  704. Augenrollend und zähnefletschend,
  705. Aurora / die den Tau gesprängkt /
  706. Aurora dantzt und lacht /
  707. Aurora kömbt gegangen /
  708. Aurora schlipfft ins Scharlach-Kleid.
  709. Aurora ümmer lacht!
  710. Aurorens Scharlach-Glantz /
  711. Aus allen Büschen
  712. Aus alter Zeit.
  713. Aus blühendem Flieder
  714. Aus braunem Meerschaum
  715. Aus Christi Windeln bunte Kirchenfahnen:
  716. Auß deinem ekklen Gischt
  717. Aus Deinem Herzen brach's hervor,
  718. aus deinem Sarg?
  719. Aus deinem Sarg?
  720. Aus Deinem wüsten, hässlichen Halbschlaf
  721. auß deinen Mund-Rubinen.
  722. aus dem die Sonne strahlt,
  723. auß dem es manchmahl / wie mir däucht /
  724. Aus dem hölzernen Betstuhl der Kirche
  725. Aus dem Rüstzeug der Aesthetik
  726. auß dem sich Rohsen krüllen /
  727. Auß Demant steht Sein Stuhl
  728. Aus den Saiten Sonnen tropfen.
  729. Aus den Schornsteinen, hier und da, Rauch,
  730. Aus den Silberpappeln schreien die Staare in den Sonnenuntergang.
  731. Aus der herrlichen Fülle Deiner Allmacht
  732. Aus der Unter-Sekunda her,
  733. auß der Wäldren grüner Runde /
  734. Auß des Satans ekkler Schule
  735. Auß dessen Augen Schwefel blizzt!
  736. Aus diesen zukunftsschwangern Tönen;
  737. Aus dunklen Linden dort
  738. Aus einem Fenster,
  739. Aus einem Kornfeld,
  740. Aus einem Nichts ins andre taumeln?
  741. Aus einem stillen, himmlisch blauen Wiesenwässerchen
  742. Aus einer Welt, die unterging, ruft der Vogel Bülow,
  743. Aus Erdenpriestern zu Himmelspfaffen
  744. Aus euern grossen, goldenen Herzen
  745. auß Eyß gemischt und Feuer /
  746. Aus fernem Grund pfeift, horch, ein Vogel. . . .
  747. Aus fernem Süd
  748. Aus fernen Zeiten an uns vorüber
  749. Aus ferner Zukunft fernem Lenze.
  750. Auß Furcht vor die bekandte Wochen
  751. Aus ganzem Herzen,
  752. Aus ganzer Seele
  753. auß geblühmtem Zizz-Kattuhn
  754. Auß Gold und Pärlen blizzt die Stadt /
  755. Aus grauem Himmel
  756. Aus grünen Seen,
  757. auß Hyblens Honig war ihr Mund!
  758. auß ihrem Rohsen-Schooß!
  759. Aus ihren Augen, aus ihren Fäusten,
  760. aus ihren Froschmäulern quillt Geifer.
  761. Aus ihren gelben Seidengewändern tauchten die Mädchen und sangen.
  762. Aus ihren Herzen
  763. Aus ihren Kehlen,
  764. aus ihren lautlos geduckten Schultern
  765. auß ihren Mund-Korallen
  766. auß ihrer Elen-langen Nase
  767. Aus ihrer wahnwitzigen Selbstherrlichkeit
  768. Aus ihres Angesichts versteinten Mienen,
  769. Aus Island rief an unsern Rhein ...
  770. Aus jedem Liede,
  771. Aus jenem Born hab ich getrunken,
  772. Aus jenem Holz, in dessen Rinde
  773. Aus jener gotterbauten Himmelsleiter?
  774. auß Julep und Zibeth /
  775. auß lautter Hage-Steltzen Haß!
  776. auß lautter Tausend-Schöngen /
  777. Aus meinem Grab ins Mondlicht empor
  778. aus meinem Schädel
  779. Aus meinen Versen sprüht kein Fünkchen Geist;
  780. Aus meiner Brust
  781. auß meiner liebsten linckem Schuch!
  782. Aus Mohdrickers Garten her gackert eine Henne,
  783. Aus Nacht und Noth ihr rothes Drachenhaupt,
  784. auß ohnbeschmuzzter Kreyde /
  785. Aus Ost und Westen, Süd und Norden,
  786. Auß Pärlen sind die Porten /
  787. auß planck polirtem Helffen-Bein /
  788. auß Qwartanten / dikk verstäubt /
  789. Auß Rubin die Spizzen
  790. Aus Sandstein ist das gelbliche Portal,
  791. aus Schlangen gewunden,
  792. Aus schwerem Schlaf
  793. Aus seinem Erbschrein
  794. Aus seinem Füllhorn
  795. Aus seinem Maul,
  796. aus seinem Schornstein raucht Watte.
  797. Aus seinen silberfluthenden Locken
  798. auß seynen Nägel-Mahlen!
  799. aus Staub und Dunkel,
  800. Aus tausend Schriften lässt sich's lesen:
  801. Aus Thor und Thurm und Mauern
  802. Auß verguldeten Narzissen /
  803. auß Wacks bleibt sein Gesicht /
  804. Aus weissen Wolken
  805. auß weiter nichts denn nichts gemacht!
  806. Aus Zinkblech eine Eisenbahn,
  807. Aus Zuckerwasser und Tyrannenblut!
  808. auß zweenen schwartzen Löchren schuhlt!
  809. Ausgebrannt ist jede Brust,
  810. außgenommne Hirne!
  811. Ausgetreten hat der Träumer
  812. Ausnahmen mach ich nur manchmal in China,
  813. Austern / Schild-Krot / Schnekken / Fische
  814. Avancirten Nachfolger Petri,
  815. Bachus / dein Straussen-Ey
  816. Bachus / der mir vor behagt /
  817. Bachus / du in deinem Flauß
  818. Bachus / wer sich dir verpflicht . . . . .
  819. Bachus / wer sich dir verpflicht /
  820. Bachus hab ich abgesagt /
  821. Bachus plinckt schon Heben.
  822. Bachus schänckt mir dapffer eyn /
  823. Bachus und seyn Laster-Safft!
  824. backt die Mutter Judenkringel.
  825. Baden Deutschlands Aphroditen
  826. badet Frau Venus.
  827. Bäkkgens / Oehrgens / Kinn und Mund /
  828. bakkt mir ein Ringel-Schwein /
  829. Bald / bald bün ich hinüber!
  830. Bald beblincken silbre Kwasten
  831. Bald brännt des Hunds-Sterns Hizze /
  832. bald bün ich dahin gelangt /
  833. Bald däkkt mich Nacht / schon schnaubt ihr schwartzes Roß /
  834. bald hebt es sich auch wihder.
  835. bald ist es nun zu End!
  836. Bald ist itzt wohl gelitten
  837. Bald karrt man mich hinauß
  838. Bald knaxt die Diehle / bald die Dhür /
  839. Bald ligstu alt und kranck
  840. bald mustu dein zerstükktes Stammeln
  841. Bald nahn nun sampt den Störchen
  842. Bald rändern schwartze Schatten
  843. Bald scharrt man mich hinein /
  844. Bald so däkkt dich kühl der Sand /
  845. Bald so lehrt mein Marmol-Stein:
  846. bald so ligstu vixus paxus
  847. bald so märckt man sie fast rund /
  848. bald weiß kein Mäntsch mehr / wer ich war /
  849. Bald werd ich hingerissen /
  850. Bald wie Christus, bald wie Mephisto
  851. Bald wihgt mich seine Ruhe /
  852. bald wird der Dot mich döten!
  853. bald wird mir kalt / bald heiß /
  854. bald wirstu gantz und gar
  855. Ballt sich zu grossen, runden Tropfen, glitzert
  856. Ballte sich wieder und schlug
  857. Baltrutsch, Knopf-Arbeiter. – Endlich!
  858. Baltrutsch, las er auf dem einen,
  859. Bambrette wird mir schon zu breit /
  860. Band sie jetzt ihr kugelrundes Sträusschen
  861. Bänkelsänger Griechenlands.
  862. Barbaris misst sihben Ellen /
  863. Barbettgen ist sogar schon bartig /
  864. Barthel schleckert, ob der Most
  865. Baß auff / gihb Acht!
  866. Basilette stinckt nach Buder /
  867. Basilille / alte Kuh /
  868. Bässres ward noch nie bekandt –
  869. Bauckt auff die Dische / randalirt /
  870. baut der Winter blancke Brükken /
  871. baut sich ein Schloss.
  872. bauten um mich die frommen Völker.
  873. Bebend rollten die dumpfen Worte von meinen Lippen,
  874. Beblüht von üppig wuchernden Bananen.
  875. bebt und zittret schon für Lust /
  876. Bedenken wir sein Ziel.
  877. Bedenklich nach vorn bog und Knickknack! sagte,
  878. bedrille deine Meikens!
  879. Befeuchtet die gelährte Lunge
  880. Befiel, und der Erdball zerblättert,
  881. befillt mir Brust und Bauch /
  882. Befillt mit Sauer-Kraut und Schwarten /
  883. begibt sich schon zur Ruh /
  884. begihrig auß ihm lekken.
  885. Begnadge Feder und Papier
  886. Begraben unterm Winterschnee.
  887. Begreife mit deinem Zwergverstand,
  888. Begreift kein Mensch, versteht kein Schwein.
  889. Begrüsst ich meines Vaters Haus
  890. Behahrt und gantz mit Pech beschmizzt!
  891. Behängt mit schmutzgen Lappen,
  892. Beherbergt dein winziges Menschengehirnchen
  893. behing ich dihsen Maden-Sakk.
  894. Bei andrer Spott und Hohn
  895. Bei einem Henkelkruge
  896. Bei mir habt ihr den Kürzern gezogen!
  897. Bei Philippi sehen wir uns wieder!
  898. bei Schweinernem und Schwarten /
  899. Bei Seite gelegt
  900. Bei solcher windgetragnen Himmelskunde,
  901. bei Stokk-Fisch und Salbey.
  902. Beide Arme
  903. beide Arme unterm Kopf,
  904. beide beteiligt an ein und demselben Gypskranz!
  905. Beim Ausblick auf die grossen Städte,
  906. Beim Bücher-Antiquar.
  907. Beim Dulderherzen des Don Quixote,
  908. Beim ersten Aufblitz des ewigen Frühlichts
  909. Beim Frühling hab ich tausendkehlig
  910. Beim Fürsten der und der beim Pfaffen.
  911. Beim Klang der maurischen Musik.
  912. Beim Klang der Telegraphendrähte
  913. Beim Lampenschein.
  914. Beim Leibe des Brots und beim Blute des Weins!
  915. Beim Nektar der verbotnen Rebe
  916. Beim Sonnen- wie beim Mondenschein;
  917. Beim Sterngeflimmer der Plejaden
  918. Beiß mir nicht ins Ohr hinein /
  919. beisst mich in die Waben!
  920. bekränckt euch morgen schon mit Falten.
  921. Bekreuzigt sich.
  922. Bekuck dir den braunen, grüngesprenkelten Kattunpuckel deiner alten
  923. Belustigt euch nur in grandiosen Metaphern
  924. bemühn sich / mir zu dienen.
  925. benebst Bappihr und Zeit
  926. Beneidenswerth in Forst und Fluren
  927. beneidet dich sälbst Corydon!
  928. Benennt sich Bibel!
  929. Benuttsche sie! Beknuttsche sie!
  930. Bepinselte er seine Nase sich
  931. Beqwäm gehn unter deinen Rokk
  932. Beraldo ist nun erst ein Brahten!
  933. Berauschend mir ums Haar,
  934. Berge, Thäler und Städte stehn!
  935. Berillgen lihbt noch erst im Traum /
  936. Bernstein das baltische Meer!
  937. Berühmt mit einem Schlag! Wir gratuliren!«
  938. Besann sich auf ihre Kraft,
  939. beschehmbt nicht mehr Hannß Sachs.
  940. beschehmbt offt sälbst den Dulipan!
  941. Bescheiden meine Bitte vor.
  942. Bescheidner schon ist jener Chemikus,
  943. beschnoppt den grimmen Leu /
  944. beschnoppt dich schon alst Brahten!
  945. beschnoppt ihm Hund und Kazze /
  946. Besing ich nun den Frühling in der Stadt.
  947. besprüzzt biß an die Wade /
  948. Besser als Nachts auf freiem Feld,
  949. Besser blinkender Sonnenschein,
  950. Bestehn aus zweierlei Schichten.
  951. bestopfft er sich den dikken Pantzen;
  952. besuch mich mal.
  953. Betäubend dufteten die Kressen,
  954. Bethörtes Volk! Du wirst es schwer vergelten,
  955. Beträchtlich breite Hinterkastelle.
  956. Beug Dich mir vom Creutzes-Stamm /
  957. beut uns dausend Bläzze.
  958. Beutelüsterne Kreise zieht!
  959. bevor wir schlafen gehn,
  960. Bewindet es mit Rohsen-Ketten!
  961. bey also schöner Zeit
  962. bey Basimenen sehn.
  963. bey Bihr / coffé und bey Tobakk!
  964. Bey Bisqwit und Schokolade
  965. bey dem gönstigsten Süd-Westen.
  966. Bey dem Rubinen-Bluht
  967. bey dihsem frühen Morgen-Wind
  968. bey dihsen nassen Zehren!
  969. Bey drillernden Fongtehnen
  970. bey entwölckter Stirne!
  971. Bey Frost und Feuer-Schein /
  972. bey Konfäkkt und Wein
  973. bey Mahoms Alcoran /
  974. Bey Moscat und Malvasir
  975. bey sammen sehen!
  976. bey schön beräuchten Schincken /
  977. bey solcher zeig ich wenig Eyffer –
  978. bey sonst fast blond gelokktem Hahr
  979. bey sothanen Dingen
  980. bey Stambols halbem Mohnd –
  981. bey-nah schon zu zährtlich an.
  982. beyde Ackseln kunt ich sehn /
  983. Beyde Brüste nakkt und blohß /
  984. beyde dantzend drümb im Takkt.
  985. Beyde Hände tauch ich dreyn /
  986. Bezaubernder Wohllaut
  987. bezihren bald die Tänngens /
  988. Bezihren dir die Ballen /
  989. Bild der Zukunft.
  990. bin ich durchaus Europäer.
  991. Bin ich singend über Land gezogen
  992. birg mit nicht Dein Angesicht!
  993. Bis an das Ende aller Tage!
  994. Bis an die Decke schwanken,
  995. biß an mir die Würmer zupffen /
  996. Bis auf den letzten! in den Sumpf gekrallt.
  997. biß auff mir der Rabe hokkt
  998. Biß Aurora wihder lacht /
  999. Bis bleich das Morgenlicht
  1000. Bis dahin, schlage vor: Theilen!

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OPERONE