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LYRIK Otto Erich Hartleben - Poetische Werke 17

Otto Erich Hartleben (1864-1905)

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Poetische Werke 17

Aus des Hochwalds Dunkel, empor zur Sonne,
die hindurchblitzt zwischen dem Laub der Kronen,
ringt und wächst und strebt in die Höh das junge
schwankende Stämmchen.

Nicht gedeihn kanns drunten im kalten Schatten,
aber droben lächelt ihm Licht und Wärme,
droben wirds im sonnigen Blau des Äthers
wiegen das Haupt einst. –

Auch du witterst und spürst, o meine Seele,
hoch ob all der lastenden Nacht der Schmerzen
eines blauen, nimmer getrübten Himmels
göttliche Reinheit.

Auch du dränge zur Höh, o meine Seele,
bis dich krönt das leuchtende Gold der Sonne,
bis vergessen unter dir schweigt des Lebens
wuchernde Wildnis.

Moderne Oden 8

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