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LYRIK Otto Erich Hartleben - Poetische Werke 141

Otto Erich Hartleben (1864-1905)

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Poetische Werke 141

Matrei

Es dunkelte schon im Tal. – Das Schloß am Berge stand
gespenstisch groß im gelben Abendsonnenschein.
Doch gegenüber auf dem Friedhof, der sich rings
mit weißer Mauer um die alte Kirche schloß,
ausbreitete still sich eine blaue, kühle Luft.

Und an den Gräbern gingen wir entlang. Sie zog
den Arm aus meinem Arm. – An jedem Kreuze hing
ein rostiges Becken voller Wasser und sie stieß
ein jedes Becken leise an und goß daraus
auf jedes Grab . . .

Dann sah sie mich mit einem ernsten Lächeln an
und sprach: die Stunde ist den armen Seelen lieb.

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OPERONE