Ulrich von Gutenburg (Anfang des 13. Jahrhunderts; † vor 1220)


Ze dienest ir, von der ich hân
ein leben mit ringem muote,
als ich nu lange hân getân.
und gan es mir diu guote,
Diu mir tuot daz herze mîn
vil menger sorgen lære,
sô wirt an mîme sânge schîn
der Winter noch kein swære.
Ich wil si flêhen unz ich lebe,
daz si mir fröide günne
und si mir lôn nâch heile gebe.
si ist mîn sumerwünne,
Si sæjet bluomen unde kle
in mînes herzen anger:
des muoz ich sîn, swiez mir ergê,
vil rîcher fröiden swanger.
Ir güete mich vil lützel lât
dekeinen kumher müejen.
der schîn der von ir ougen gât,
der tuot mich schône blüejen,
Alsam der heize sunne tuot
die boume in dem touwe.
sus senftet mir den swæren muot
von tage ze tage mîn frouwe.
Ir schœner gruoz, ir milter segen,
mit eime senften nîgen,
daz tuot mir einen meien regen
reht an daz herze sîgen.
Des ist mir sanfter denne baz.
ê mich verbære, sehent, daz,
ich trüege ê al der welte haz.
Er müejet sich, swer mirs erban,
ich sî ir nie sô frömde man,
ih erdringe ir mêre lônes an.
Sol ich dekeine wîle leben,
mir wirt von ir vil lîhte geben
dar nâch ein keiser möhte streben.
Daz si mir under wîlen tuot,
daz diuhte ein andern man vil guot,
wan daz doch hôher wil mîn muot,
Dem ich geziehen nienen mac.
nu fûrhte ich eht der Minnen slac.
ìh erkenne'n nu vil mangen tac.
Er tuot mir leides dicke vil.
doch wære ich gern hin an daz zil
dâ si dâ sol und lônen wil.
Nu wol hin (ez muoz eht sîn)
und stîc ûf, daz herze mîn.
ich wæne ich iht engelte dîn,
swenn ir ze rehte wirdet schîn
daz ich lîde disen pîn
von dîner kür und dîner bete,
und ie mit zühten schône tete
ân widerwanc,
sît mich erranc
ir minnen swanc
in ir getwanc.
nu ist ze lanc
ir habedanc.
daz tuot mich kranc.
des hân ich mengen ungedanc.
daz lenget mir die kurzen tage
und niuwet mir die alten klage,
von der ich wânde sîn erlôst.
nu wil ich noch ir gnâden trôst
Beiten, als ich hân getân.
ze heile müeze ez mir ergân!
ichn wil ir niemer abe gestân.
doch trœstet mich mîn tumber wân,
ein guot gedinge den ich hân
zir tugenden der si vil begât,
daz si mich lîhte niht enlât
ûz ir gewalt.
der winter kalt
sô ist bestalt,
ich wurdes alt
und sorgen balt
und doch versalt
ze manicvalt,
und wære verlorn swaz ez noch galt:
daz swachte sêre mînen muot.
nu enruoche ich waz si mir getuot.
sô lâze ich niemer mînen strît:
waz ob sin scheidet an der zît?
Si sol ez lân understan mit eteslîchen dingen.
daz ist mîn rât. als ez mir stât, so enmac ir niht gelingen.
swie si behabe an mir den sige,
sô wizzent daz ich tôt gelige.
Dêswâr si sol gedenken wol daz ez ir niht enzæme,
ob si mîn leben, deich hân ergeben an ir genâde, næme.
si muoz es iemer sünde hân.
des sol diu guote mich erlân.
Si mac sîn gewaltic min: dest reht: ich bin ir eigen
nu vil lange, swiez ergange, und . . . . . . . ir gezeigen.
des solt ich wol gewinnen fromen.
diu guote, diu mir hâat benomen
Mîinen sin, der ich bin undertân mit triuwen,
si ruort mich an min alten ban: die muoz ich aber niuwen.
ich hupfe ir ûf der verte nâch:
mich leit ir süezen ougen schâch
Swar si wil. doch hœre ich vil von friunden und von mâgen,
war umbe ich schîne in dirre pine. esn mac mich niht betrâgen,
die wîle ich weiz in ir gewalt
mîns herzen trôst sô manicvalt.
Der ich pflac mengen tac, wie solde ich si verlâzen?
er irret sich, swer iemer mich dar umbe wil verwâzen.
er schiede ê Musel und den Rîn,
ê er von ir daz herze mîn
Gar enbünde. ez ist in sünde, die mir niht geloubent.
der ougen blicke mich vil dicke mîner sinne roubent,
die fürhte ich als den donerslac,
dem ich entwenken niene mac.
Ob ich die schœnen mac gesehen
zwir in eime jâre,
so enkan mir guotes niht geschehen
vor valscher liute vâre:
die nement des war,
ob mir iht heb es widervar
. . . . . . . .
. . . . . . . . . . .
Ez ist ein wunder daz ich trage
sô kumberlîche swære,
als dicke sô si mîner klage
mit gnædeclîchem mære
antwurte gît.
si fröit den tôren zaller zît
mit guoten siten.
ich wil si aber und iemer biten
»Frouwe, habe genâde mîn:
daz zimt wol dîner güete.
lâ mich ir iemer einer sîn,
der dîner êren hüete,
als ich ie tete;
und daz ich niemer fuoz getrete
ûz dîme lobe,
ich liges under oder obe.«
Si endarf niht merken daz ich strebe
nâch mînes leides ende.
ich muoz ez tuon die wîle ich lebe.
hân ich es missewende,
desn mac ich niet.
mîn herze nie von ir geschiet,
noch niemer wil,
ez gelte lützel oder vil.
Nieman darf es wunder nemen
daz si mich hât gebunden.
ichn mac ir kreften niht gestemen:
sist obe, sô bin ich unden.
swaz ich nu tuon,
si hât bejaget an mir den ruon,
ich muûz ir jehen.
nu wol eht, deist ouch ê beschehen.
Alexander der betwanc
diu lant von grôzer krefte:
doch muoste er sunder sînen danc
der minne meisterschefte
sîn undertân,
umb eine frouwen wolgetân,
die er erkôs:
ern wart ouch nie mê sigelôs.
In einem wilden walde er sach
sîns herzen küniginne:
des muose er lîden ungemach,
er hete sîne sinne
vil nâch verlorn.
daz ich die schœnen hân erkorn
ze mîme leben,
des wirt mir lîhte ein lôn gegeben.
Nu wil ich aber biten
die guoten, als ich kan,
diu mir mit schœnen siten
und zühten an gewan
von êrst daz herze mîn,
Daz siz bedenke noch,
und rehter dinge pflege
und mînen dienest doch
nâch guotem willen wege,
und mich ir lâze sîn
Gereit unz ich nu lebe,
deich niemer, swiez ergê,
tac von ir gestrebe,
und daz ich iemer mê
mîn nôt und disen pîn,
Den ich nu lange dol,
mit zühten schône trage.
dêswâr joch tuot si wol:
si endet mîne klage,
und wirt ouch verre schîn
Ir güete unde ir mangiu tugent,
der vil verborgen würde,
sold ich verslîzen mîne jugent
under dirre bürde.
Swenn si wil, ich bin gereit:
si gebe mir ein geleite
für kumber und für herzeleit,
daz ich ir êre breite,
Swar ich des landes iender kome,
mit allen mînen sinnen.
dêswâr dâ wahset an ir frome,
lât si michs lôn gewinnen.
Ichn ger niht grôzer dinge zir,
wan trôstes mîme leide.
des hân ich vil, swenn ich enbir
ir süezer ougenweide:
Nu seht ob ez ein fuoge sî,
swer mir die verteile.
ich solde ir ofte wesen bî,
wær ez an mîme heile.
Mîn leben wirt müelich unde sûr,
sol ich si lange mîden.
daz Flôris muost durch Planschiflûr
sô grôzen kumber lîden,
Dazn was ein michel wunder niet,
wan si grôz ungeverte schiet.
als ez der alte beiden riet,
Si wart vil verre übr mer gesant,
dêr muost in mangiu frömdiu lant.
dâ ers in eime turne vant
Von guoten listen wol behuot,
da wâgt er leben unde guot:
des gwan er sît vil hôhen muot.
Daz trœstet mich, und tuot mir wol,
von mînem kumber den ich dol.
èz geschiht gar swaz geschehen sol.
Si sol wol wizzen âne wân,
swiez mir dar umbe sol ergân,
wær si versendet zEndîân,
Dar wær mîn varen vil bereti:
daz mer, daz lant und bürge treit,
dazn wær mir dar zuo niht ze breit,
Als ich si rehze hân erkant.
swer mir nu leidet disiu lant,
der sündet sich und ert den sant.
Er kêrte den Rîn ê in den Pfât,
ê ich si lieze, diu mich hât
betwungen, und doch schône stât
von ir mîn herze, swiez ergât.
ez dûhte mich ein missetât,
ob ich schiede alsus dervon.
sist mîner triuwen wol gewon
und weiz si gar:
swar ich var,
sô muoz ich dar
nemen war,
swenn ich getar
vor einer schar
ze nîde gar.
vor der sô muoz ich decken bar
und hüeten mich doch alle tage
vil sêre vor ir zungen slage
und vor ir unrekanten spehe.
doch wil si sehen waz mir geschehe,
und wil ich dienen ûf ir haz.
wolt si noch gelouben haz
Daz ich von ir niene wil,
daz wære mir ein senftez spil.
mînes kumbers dêst ze vil:
waz hilfet daz, ob ich ez hil?
jô hât si mînes lônes zil
gesetzet an wol tûsent jâr.
ich muoz verderben, daz ist wâr.
mîn arebeit
mich niht für treit:
mir ist verseit
dar nâch ich streit:
mîn herzeleit
daz ist ze breit,
daz ich ie leit:
mîn lôn der ist noch unbereit.
ich wæne wol, ir sî ze gâch:
si giht alrêrst, wan sît dernâch
versaget si mir in spotes wîs.
dêswâr des hât si kleinen prîs,
daz si mir gît ze lône spot:
si muoz es iemer fürhten got.
Swaz si mir tuot, dast allez guot: ichn mag ir niht entwenken,
als ez mir stât: doch swiez ergât, solde si gedenken
daz ez ir güete niene zimt
daz si mir gwerb und fuoge nimt.
Si sprichet dicke, deich erschricke, frömdiu wort von schimpfe:
si tuot vertrett swaz si gerett vor luiten mit gelimpfe.
ichn mac mich schiere niht entstân,
wan ich sinnes niene hân
Bi mir gar: swar ich var, muoz ich in ir lâzen.
daz muoz wol schinen, swenne ich mînen morgen an der strâzen
den liuten biute gegen der naht:
ich zer die zît gar ungewaht.
Ez ist niht wunder daz ich sunder mînen danc si mîde,
der ougen schîn den kumber mîn, den ich nu lange lîde,
mit einem blicke tuot verselt.
ich hân mir si vil rehte erwelt.
Ir veret mite der frowen site de la Roschi bîse:
dien sach nie man, er schiede dan frô rîche unde wîse:
ich wæne wol ir sî alsam.
wer möhte ir danne wesen gram?
Ich wil iu mînen willen sagen,
mac ich der guoten minne
mit mîme dienste niht bejagen,
deich niemer mê die sinne
noch mînen lîp
bekêre an dekein ander wîp.
swiech mich erhol,
der gedinge tuot mir wol,
Daz ich wol weiz daz si mir gan
ze dienen umhe ir hulde.
gewinne et ich niht mêre dran,
ich wil si dirre schulde
niht an gehaben.
swer mir ze rehte solde staben
des einen eit,
ich swüere wol, ez wære ir leit.
Sît ich der sælde niene habe
daz si mir sanfte lône,
ichn wil ir doch niht wesen abe,
ich werde enbunden schône
als ichs ger.
ich muoz iemer wesen der
der umbe ir heil
ir treit ein schœnez leben veil.
Turnus der wart sanfte erlôst
von kumberlîchem pîne:
daz was sîns herzen sunder trôst,
daz er lac dur Lâvîne
sô schône tôt.
der endet schiere sîne nôt
in eime tage,
die ich nu mangiu jâr getrage.
Ich weiz wol, solt ez sîn
an dem gelücke mîn,
ir güete diust sô manicvalt,
si tæte mich noch fröiden balt.
Ichn was niht sælden lôs,
dô ich si mir erkôs
in disen ûz erkornen dôn
ûf guoten rîche schœnen lôn.
Iedoch, swiez mir ergê,
sô muoz si iemer mê
nâch gote sîn mîn anebete,
wan si nie niht wan guot getete.
Ih ergibe mich unde enbar
an ir genâde gar,
daz si mir, dar nâch ich strebe,
ein wünneclîchez ende gebe.

Ich horte wol ein merlikîn singen,
daz mich dûhte der sumer wolt enstân.
ich wæne ez al der werlt fröide sol bringen,
wan mir einen, michn triege mîn wân.
swie mîn frowe wil, sô solz mir ergân,
der ich zallen zîten bin undertân.
ich wânde iemen sô hete missetân,
suocht er genâde, er solte si vinden:
daz muoz leider an mir einen zergân.

Wie sol ich mînen dienest sô lâzen,
den ich hân lange mit triuwen getân?
ich bin leider sêre wunt âne wâfen:
daz habent mir ir schœniu ougen getân;
daz ich niemer mê geheilen enkan,
ezn welle der ich bin undertân
wê waz sol sô verdorben ein man?
ich wæne an ir ist genâde entslâfen,
deich ir leider niht erwecken enkan.

Ich wil iemer mê wesen holt mînem muote,
daz er ie sô nâch ir minne geranc.
hete ich funden deheine sô guote,
dâ nâch kêrt ich gerne mînen gedanc.
si schuof daz ich fröiden mich underwant,
die ich mir hân zeiner frouwen erkant.
ich was wilde, swie vil ich ê sanc:
ir schœniu ougen daz wâren die ruote
dâ mite si mich von êrste betwanc.

Ich wil iemer mit genâden belîben.
si muoz sünde âne schult an mir begân,
si kan mich niemer von ir vertrîben,
ichn welle haben gedinge unde wân.
daz diu triuwe niht hôher sol gân,
dan unstæte, der ich guotes verban!
swâ man weste einen valschaften man,
den solten alliu wîp gerne vermîden:
sô möhte man in an ir prîse gestân.

Ich wil niemer durch mînen kumber vermîden
ichn singes alleine swiez mir ergât,
und wil gerne sölhe nôt iemer lîden,
diu von minnen mir als nâhe gât,
sît mîn lîp an dem zwîvel bestât,
daz mîn leider niemer kan werden rât
âne die diu sô betwungen mich hât.
sol nu mîn fröide von ir schult belîben,
daz ist ir sünde und grôz missetât.

Ûz zuo den ougen (daz ist ein wunder)
von dem herzen daz wazzer mir gât.
des muoz ich sîn von der welte besundert,
sît mich ir güete alsô sêre hât
betwungen daz si mîne sêle niht lât
von ir scheiden, als ez nu stât.
als ich gedenke daz mich niht vervât
al mîn dienest, sô lîde ich den kumber
den ie dehein man gewan oder hât.


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