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LYRIK Sigmund von Birken - Poetische Werke 15

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Sigmund von Birken (1626-1681)

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Poetische Werke 15

Gebet-Lied

Um Zufriedenheit, wider Murren und Ungedult

Nach der Singweise: So wünsch ich ihr ein gute Nacht, usw.

1.
O Grosser Gott, ich klage dir mit Reu
Die Ungedult, so mich besessen,
Die wider dich sich setzet ohne Scheu
Dir Gnaden denket abzupressen,
Die für und für
Den deinen hier
Nach meinem Willen will abmessen.

2.
Bald bild' ich mir Verdienst und Frömmkeit ein
Und fordre Glück von deinen Händen
Als eine Schuld vor mein Unschuldig-seyn.
Wilst du nit stracks Erhörung senden,
So wird gar bald
Die Andacht kalt,
Ich denk von dir mich abzuwenden.

3.
Mit Neid seh' ich deß Nächsten Wolstand an,
Bin nicht zufrieden mit dem Meinen;
Mein Aug sein Glück nit wol vertragen kan,
Sein lachen darff mich machen weinen.
Ich kan gar nicht
Der Sonne Liecht
Auf Bös' und Gute sehen scheinen.

4.
Ach pflanze du Zufriedenheit in mich,
Stell' ab und still das Widerbellen!
Mit Murren, Herr, werd ich erzürnen dich
Und mit Gefahr zurücke prellen.
Was du versehn,
Das muß geschehn,
Solt alle Welt sich widerstellen.

5.
Ach! ich bin böß, wo ich am frömmsten bin:
Ich kämpfe wider dich mit Sünden.
Was, Lohn? bey dir ich Straffe nur verdien:
Solt dann ein Mensch ihm Gott verbinden?
Ein Gnaden-gab'
Ist alle Haab:
Kein Stäublein wir verdienen könden.

6.
Ein Sünder pocht je nichts dem Richter ab:
Ich will in Demut hoffen Gnaden.
Ich wünsche nichts: Ich weiß, daß ich offt hab
Begehret meinen bittren Schaden.
Du weist, was mir
Nütz, nötig hier;
Du kanst und wirst mich wol berahten.

7.
Dein Will, ô GOTT, soll auch mein Wille seyn,
Ich soll und will dir nichts fürschreiben.
Schenk, wem du wilst, die Gaben: sie sind dein;
Mir wird mein Teihl doch übrig bleiben.
Dann was seyn sol,
Das schickt sich wol:
Kein Mensch kan solches hintertreiben.

Geistliche Lieder 06

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