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LYRIK Otto Julius Bierbaum - Poetische Werke 199

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

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Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

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Poetische Werke 199

Die Nacht

Nun will es Abend werden;
Der rote Himmelsstrich,
Den Eros mit dem Pfeilgefieder
Gemalt zu haben schien, verblich.

Es überbräunt sich leis der Wald;
Die zarten Birkenstämmchen blinken
Nur graulich silbern noch; es ließ
Der Tag die goldene Krone sinken.

Schnell hebt die neidische Nacht sie auf;
Doch ihre kalten Hände eisen
Das Gold zu Silber; durch das Schwarz
Endlosen Raums hebts an, zu gleißen

Da rauscht sie feuchteschwer heran.

Von schwarzem Riesenschwangespann
Wird durch das Luftmeer sie getragen.
Sie lehnt in breitem Muschelwagen.

Erst hält sie, still, am Horizont,
Der purpurglüh sich ausgesonnt.
Dann breitet seinen Fittich weit
Der schwarze Schwan, schwimmflugbereit.
Und ihre Arme hebt die Nacht ...

Das All ist dunkelüberdacht.

Nur noch das Schwanenfittichwehn,
Das Brüsteaufundniedergehn
Der stummen Riesin hört die Welt,
Die müdebang den Atem hält.

Irrgarten der Liebe 199 Gedichte 088 / Bilder und Traeume 27

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