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LYRIK Otto Julius Bierbaum - Poetische Werke 196

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

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Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

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Rückert, Friedrich


Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

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Poetische Werke 196

Die heiligen drei Könige des Elends

Ueber einem Häusel, ganz weiß beschneet,
Golden ein flimmernder Funkelstern steht.

Weiß alle Wege, die Bäume alle weiß,
Milde des goldenen Sternes Gegleiß.

Gelb aus dem Fenster ein Lichtschein schräg
Ueber das Gärtchen, über den Weg.

Sieh, da über den Feldweg quer
Stakt ein steingrauer Alter her;

Ganz in Lumpen und Flicken getan,
Und hält vor dem Hause an.

Haucht in die Hände und sieht sich um,
Blickt zum Sterne und wartet stumm.

Kommt von der andern Seite an
Wieder ein alter zerlumpter Mann.

Geben sich beide stumm die Hand,
Starren zum Sterne unverwandt.

Kommt ein dritter und grüßt die zwei,
Raunen und tuscheln und deuten die drei.

Blicken zum Sterne, blicken zur Thür;
Tritt ein bärtiger Mann herfür:

»Kamt in Mühen und Sehnen weit;
Geht nach Hause! Es ist nicht die Zeit ...«

Senken die Köpfe die drei und gehn
Müde fort. Es hebt sich ein Wehn,

Hebt sich ein Stürmen, Wirbeln, Gebraus,
Und der goldene Stern löscht aus.

Irrgarten der Liebe 196 Gedichte 085 / Bilder und Traeume 24

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