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LYRIK Otto Julius Bierbaum - Poetische Werke 162

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

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Brentano, Clemens


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Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

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Poetische Werke 162

Meine Sonne a.D.

Als es Winter war, hatt ich nur einen
Sonnenschein, – dich,
Und du warst mir eine ferne Sonne mit seltenen Strahlen.
Aber wie waren sie warm und freundlich,
Und wie war ich glücklich!

Nun ist es Frühling geworden über die Erde,
Und die Vögel rufen sich von schwanken Knospenzweigen,
Und der Himmel ist blau wie Erfüllung aller Seligkeit.

Aber wo ist denn meine Sonne?

Schau da, wie schön: von chinagelber Seide
Das Kleid, burgunderrot der Gürtelreif,
Und alle Blumen des Frühlings auf dem weißen Hute,
Geht meine Sonne dort auf
Vor dem römischen Rot der Arkaden.

Sonnensieg! Die gelbe Seide
Surrt mit falbelndem Saum
Ueber den roten Fließ,
Und jeder ihrer Schritte ist ein Kuß der beglückten Erde.
Das ist meine Sonne?

Ach, wie sie doch im Winter so weich
Und fraulich war und lieb.
Nun ist sie stolz geworden, und wie ein Komet
Zieht sie einen zitternden Schweif von Verehrern nach und läßt
Die dümmsten Monde in ihre Nähe, wenn sie von Silber sind.

Sonne, dein Sieg gefällt mir nicht.
Halloh!
Ich geh auf die Sternensuche!

Irrgarten der Liebe 162 Gedichte 051 / Kleine Irrgartengaenge mit Verschiedenen 20

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