Lyrik


Gedichtanfang O

O ärgre dich nur nicht, wenn deinen Werth vergißt,Rückert
O Einsamkeit! wie trink ich gerneLenau
O ew'ger Lebenshauch, durch den der Baum der ZeitenRückert
O ew'ger Mittelpunkt des Seyns und der Gedanken,Rückert
O fühle dich, du fühlst, du bist von allen SeitenRückert
O fühle dich, mein Geist, von Geistern stets umgeben,Rückert
O fühle: was du hast, das hast du nur empfangen;Rückert
O Gärtner, der du hier den Baum im Garten ziehst,Rückert
O geh nicht stolz einher auf Erden! denn nicht birstRückert
O glaube nicht, daß du nicht seiest mitgezählt;Rückert
O Held, du bist im Kampf fürs Vaterland gefallen,Rückert
O Herz, in Lust und Schmerz so trotzig als verzagt,Rückert
O klage nicht, mein Herz, daß dir zu spät nun kommenRückert
O Mensch, sieh hier das Nichts, aus welchem du entsprungen,Rückert
O Menschengeist, du bist zu Gottes Thron gerufen;Rückert
O Menschenherz, was ist dein Glück?Lenau
O Mücke, die du lebst und stirbst im Sonnenstral,Rückert
O Quelle, wenn du hier bewässert hast den Garten,Rückert
O sage wo du bist, wo du nicht bist o sage!Rückert
O säume nicht, mit Wein, Gesang und KosenLenau
O schäme dich, zurück von einem WandelgangRückert
O schöner Ort, den Toten auserkorenLenau
O schwöre nicht, weil izt du hassest, stets zu hassen;Rückert
O Seele, glaub es nicht, was jene Denker sagen,Rückert
O Seele, sündigst du, und denkst, Gott sieht dich nicht;Rückert
O seliges Gefühl, zu fühlen daß du lebest,Rückert
O sorg' um Nahrung nicht! Gott weist dir an dein Looß;Rückert
O spottet nicht der traurigen Asketen,Lenau
O stürzt, ihr Wolkenbrüche,Lenau
O überheb dich nicht wie jener Pharisäer,Rückert
O wag es nicht, mit mir zu scherzen,Lenau
O Wanderer am Bach, geh nur dem Wasser nach,Rückert
O Wandrer im Gebirg, hier beides findest du,Rückert
O wärst du mein, es wär’ ein schönres Leben;Lenau
O weg von deiner Stirn die Gramumdüsterung,Rückert
O weh dem Durste, der nach jedem Tröpfchen geizt,Rückert
O wende dich an das, mein liebendes Gedicht,Rückert
O wie kurzsichtig ist die Weisheit der Geschichte,Rückert
O wiege dich nicht ein in träumenden Gefühlen,Rückert
O Wunder, oft schon stand hart an des Abgrunds RandRückert
Ob die Erklärungen der Sache falsch auch wären,Rückert
Ob du von mir dis hast, ob ich von dir, wer weiß?Rückert
Ob du, ein Sokrates, den SchierlingsbecherLenau
Ob eine Wahrheit ist in dieser falschen Welt,Rückert
Ob einmal siegen wird das Gute auf der WeltRückert
Ob es stets anders nur, nie besser werd' auf Erden,Rückert
Ob Gott verborgen dir erscheint in der Natur,Rückert
Ob gut ob böse sei ein Geist, von dem du dichRückert
Ob Himmlische das Leid zu deinem Besten senden?Rückert
Ob jeder Freude seh ich schwebenLenau
Ob Tugend Reinigung, ob Reinheit selber sei?Rückert
Ob wirklich selber du ergreifst die Gegenstände,Rückert
Obstbäume sind genug, o Kinder, hier im Garten;Rückert
Oft bringt nur in Gefahr vor der Gefahr die Warnung,Rückert
Oft dient ein Irrthum nur den andern wegzuräumen;Rückert
Oft durch ein Unglück wird ein großes Glück zu Theil,Rückert
Oft faßt mich, wenn ich seh ein zartes Kinderleben,Rückert
Oft geh' ich durch die Flur, mein Auge still zu weiden,Rückert
Oft hab’ ich umgestimmt die Saiten meines PsaltersRückert
Oft hängt das Höchste mit dem Niedrigsten zusammen,Rückert
Oft mahnt ein jäher Stoß den sorgenlosen GleiterRückert
Oft mit den Tugenden verwachsen ist ein Fehler,Rückert
Oft war ich so gebeugt, wenn alles mir geglückt,Rückert
Oft zu verspotten scheint das Schicksal unsern Plan,Rückert
Ohn’ einen höchsten Gott und ohn’ ein künft’ges Leben,Rückert
Ohr oder Auge, mit der Tön’ und Farben Flimmer,Rückert