Lyrik


Gedichtanfang I

Ich bin der Geistersonn’ ein ausgesandter Stral,Rückert
Ich bin der Leib nicht, der euch vor den Augen steht,Rückert
Ich bin kein Freund von Sterbensehen;Lenau
Ich dachte nun erst warm im Alter dich zu pflegen,Rückert
Ich denk’ an euch, die ihr vom Schooß mir aufgeflogen,Rückert
Ich denke, daß auch dich zu Zeiten noch verwirret,Rückert
Ich finde dich, wo ich, o Höchster, hin mich wende;Rückert
Ich freue jeden Tag dem Abend mich entgegen,Rückert
Ich fühl' es leider nun, im Leben glaubt' ichs nie:Rückert
Ich fuhr den See hinab und wollt' ihn recht beschaun,Rückert
Ich gebe dir mein Sohn, das mögest du mir danken,Rückert
Ich gieng den Strom hinauf und forschte nach der Quelle,Rückert
Ich gieng, die Gegenden zu sehn, die auch mich freuten;Rückert
Ich ging an deiner SeiteLenau
Ich glaube nicht, daß ich viel eignes neues lehre,Rückert
Ich hab es lange schon gewußt:Lenau
Ich hab kein Weib, ich hab kein KindLenau
Ich hab’ ein wonniges Gefild im Traum gesehn,Rückert
Ich hab' ein schlichtes Buch gelesen, unverziert,Rückert
Ich hab' in tiefer Nacht im tiefen Thal gewacht,Rückert
Ich habe doch genug des Schönen aller ArtRückert
Ich habe lang genug gelernt, um ausgelerntRückert
Ich habe nichts erdacht, nur manches ausgedeutet,Rückert
Ich habe nun genug die Fluren mir beschaut,Rückert
Ich habe, seit, o Freund, die Götter uns verbanden,Rückert
Ich hang' an einem Haar noch mit der Welt zusammen,Rückert
Ich hatte von der Zeit mich nebenaus gerettet,Rückert
Ich höre nicht den Sarg verhämmern,Lenau
Ich irrt allein in einem öden Tale,Lenau
Ich kam auf meiner Reis’ im KarawanenpfadeRückert
Ich kam, ich weiß nicht wie, zu dieser Siedelei,Rückert
Ich kann aus meinem Haus nicht auf- noch abwerts schreiten,Rückert
Ich kann nicht essen, wenn ich andre hungern sehe;Rückert
Ich las in seinem Buche viel Frivoles,Lenau
Ich lehre dich, daß du auf keinen Lehrer bauest,Rückert
Ich lehre dich, mein Sohn! Nie übe das, was überRückert
Ich liebe nicht, daß ihr des Himmels goldne ThronenRückert
Ich lobe mir den Mann, der das, was er nicht kann,Rückert
Ich mach’, alt wie ich bin, zu lernen manchen Plan,Rückert
Ich nahm ein frostig Buch und legt’ es auf die Flammen:Rückert
Ich preise laut die Stadt, die nicht zwar mich geboren,Rückert
Ich rathe dir, wenn eng ist deines Gartens Raum,Rückert
Ich sage dir, mein Sohn, von welchen Lehrern lernenRückert
Ich sah am Abende des Mondes wachsend Horn,Rückert
Ich sah auf einer Trift zusammen Roß und Rind,Rückert
Ich sah den Lenz einmalLenau
Ich sah den Schöpfungsbrunn, der Schöpfer saß daran,Rückert
Ich sah ein schönes Haus, reich von der Kunst geschmückt,Rückert
Ich sah in bleicher SilbertrachtLenau
Ich saß am Baum und schrieb, und weil ich stille war,Rückert
Ich saß am Busch und sah hervor ein Häslein schlupfen,Rückert
Ich schmelz’ in Dankbarkeit und Rührung, wenn ich denke,Rückert
Ich seh ein Kreuz dort ohne Heiland ragen,Lenau
Ich seh’ auf dieser Stuf’, auf der ich bin gestellt,Rückert
Ich sehe klar genug, was ich zu sehen brauche:Rückert
Ich sprach am Abend, als ich meinen Stock begoß:Rückert
Ich sprach: „Der Liebe Rausch verstehn nur trunkne Sinne;”Rückert
Ich stand auf einem Berg und sah die Sonn' aufgehn,Rückert
Ich stand, der höchste, grünste Baum,Lenau
Ich streue Perlen aus, und Niemand achtet drauf;Rückert
Ich trag im Herzen eine tiefe WundeLenau
Ich trink ihn schon, den Becher der Begeistrung,Lenau
Ich unterhalte mich so oft in meinen LiedernRückert
Ich wandre fort ins ferne Land;Lenau
Ich war im fremden Land in Sklaverei gekommen,Rückert
Ich weiß es nicht, ob so sich allgemein verhältRückert
Ich weiß nicht, was geschehn ist in der Welt derweile?Rückert
Ich weiß vier Wissende, ein fünfter geht mit drein;Rückert
Ich weiß wol einiges und weiß es ganz gewis,Rückert
Ich will auch meinen Leib zurück vom Staube fodern;Rückert
Ich will den Winter durch die Kränze lassen hangen,Rückert
Ich will nicht wohnen an der Wasserfälle Brausen,Rückert
Ich wollte, wär' ich reich, viel lieber als den StreitRückert
Ich wünsche, daß dein Glück sich jeden Tag erneue,Rückert
Ich wüßte nicht, wem ich noch Blumen sollte bringen,Rückert
Ich wußte nichts, da glaubt' ich etwas doch zu wissen;Rückert
Ich zog durchs weite Ungarland;Lenau
Ich, der Gefangne, der mit seinen Ketten spielt,Rückert
Ihr dürft unanerkannt mich lassen und vergessen;Rückert
Ihr freut am falschen Glanz so gut euch, als am ächten;Rückert
Ihr Fürsten, die ihr euch der Erde Götter nennt,Rückert
Ihr geht, und glaubet euch vollkommen Herr im Haus,Rückert
Ihr habt euch nun einmal verliebt ins Häßliche,Rückert
Ihr Hügel, unter die ich legte meine Lieben,Rückert
Ihr kriegt mich nicht nieder,Lenau
Ihr närr'schen Dichter, die ihr scheltet die Natur,Rückert
Ihr sagt, den Glanz des Lichts zu höhen dient der Schatten;Rückert
Ihr sprecht: Misgünstiger! du hauest lieber abRückert
Ihr stoßet an, die Gläser klingen,Lenau
Ihr wollt doch überall etwas Apartes haben,Rückert
Im Abendschein am Fenster saßLenau
Im Allgemeinen wird der Geist mir schwindeldumpf,Rückert
Im Anfang hofft ein Mensch mit glücklichem ErdreistenRückert
Im Anfang war das Licht, ein goldner Ätherduft,Rückert
Im eignen Hause kann man leichter ohne LichtRückert
Im fürstlichen Palast des Festes Schaugepränge,Rückert
Im Garten sah ich Bäum' auf eigne Art benutzt,Rückert
Im großen Rechnungsbuch der Welt ist eingeschrieben,Rückert
Im Grund begraben wird hier, dort gefundenLenau
Im heil’gen Weda hat sein Wort Gott offenbart;Rückert
Im Kampf ist Welt und Ich, und nur in Gott ist Frieden,Rückert
Im Klostergarten steht ein steinern Bild,Lenau
Im Meer der Schöpfung schwamm zuerst die Lotosblume,Rückert
Im Meer gen Süden wohnt auf Inseln ein Geschlecht,Rückert
Im quellenarmen WüstenlandLenau
Im Reisfeld steht der Reis bis an den Hals im Wasser,Rückert
Im schönsten Herbst, wo klar so Mond als Sonne war,Rückert
Im Sonnenschein des Glücks ist Schwachen Stolz erlaubt;Rückert
Im Sonnenschein mußt du mit dir den Mantel tragen,Rückert
Im Steigen ist die Zeit, auch wo sie scheint im Sinken;Rückert
Im tiefen Walde ging die PoesieLenau
Im trocknen Sommer bringt der Westwind keinen Regen,Rückert
Im Voraus freuen mag sich schon der guten That,Rückert
Im Walde schleicht ein alter Mann,Lenau
Im Wasser liegt der Stein, und wird davon nicht weich;Rückert
Im Weg begegnen sich die Bien' und die Ameise,Rückert
In Allahs Paradies, wie sein Profet verhieß,Rückert
In allen Zonen hat geblüht und blüht noch jetztRückert
In allen Zonen liegt die Menschheit auf den KnienRückert
In Andacht stehn wir fest, o Erd’, auf dir, und preisenRückert
In bessern Zeiten war die Poesie im FriedenRückert
In deines Herzen Haus- und Festkalender magRückert
In dem Lande der Magyaren,Lenau
In den trüben, in den kaltenLenau
In der Literatur unendlichem GedrängeRückert
In der Neujahrsnacht fuhr ich durch verschneite Flur,Rückert
In der Niedrung schmilzt der Schnee,Lenau
In diesem Spiel des Glücks, in welchem keiner kannRückert
In diesen Herzen wogt die Liebe,Lenau
In diesen Zeiten darfst du Achtung keiner ArtenRückert
In dieser tiefen Furt will durchzuwaten hoffenRückert
In einem bist du mit dir uneins fort und fort,Rückert
In einem Buche blätternd, fandLenau
In einem Garten sind drei ungebetne Gäste;Rückert
In einem Hause wohnt' ein armes Hausgesind,Rückert
In einem Irrthum bist du immer noch befangen,Rückert
In einem Irrthum seh' ich euch befangen alle,Rückert
In einem Stücke sind mit euch wir einverstanden:Rückert
In einer guten Eh' ist wol das Haupt der Mann,Rückert
In einer Höle hochgewölbt und tiefgegrabenRückert
In einer Stunde streckt man einen Baum zur Erden,Rückert
In einer Wüste fließt ein Quell durch Gottes Kraft,Rückert
In Hellas wuchs die Kunst, vom Sinn des Volks gefordert,Rückert
In jedem Augenblick, wo ich von meiner SeiteRückert
In jedem Zustand ist ein Haben und ein Missen,Rückert
In jeder neuen Lag’ ist freilich etwas schlimmerRückert
In Königshallen tritt man unbeschuhter ein,Rückert
in Krokodil, das man für einen Rachen hält.Rückert
In langem Umgang kann vermeiden ganz kein Mann,Rückert
In Lüften schwebt die Lerch' und über ihr der Aar,Rückert
In meiner Einsamkeit da kann ich ohne Schaden,Rückert
In meiner Wohnung bin ich wohnlich eingewohnt,Rückert
In Mekka, floh er nicht, sie hätten ihn gesteinigt;Rückert
In Persisch und Sanskrit, in Griechisch und Latein,Rückert
In Schlummer ist der dunkle Wald gesunken,Lenau
In schöne Leiblichkeit Gedanken eingebären,Rückert
In Schulen plagte man uns mit der SteigerungRückert
In Schweden steht ein grauer Turm,Lenau
In seinem eignen Kreis wer läßt sich gerne stören?Rückert
In seiner Klause saß der Klausner und vergaßRückert
In Unentschiedenheit und Zweifelmuth beklommner!Rückert
In unsers Herren Haus viel Knechte sind geschaart,Rückert
In üppig lauter ResidenzLenau
In Waldeseinsamkeit, von Wurzeln und von WasserRückert
In was du bildend dich wirst ganzer Seele tauchen,Rückert
Ist da die Welt für mich? bin ich da für die Welt?Rückert
Ist die Form auch festgeschlossen,Lenau
Ist dir bekannt, warum in der GefangenschaftRückert
Ist dir ein Freund verstimmt, so sieh aus welchem Grunde;Rückert
Ist dir es nicht verliehn, lebendig anzuschaunRückert
Ist Gras gewachsen über die Geschichte,Lenau
Ist in dir etwas noch, das du dich schämst zu zeigen,Rückert
Ist kein Arbeiter doch um seinen Lohn betrogen;Rückert
Ist unsrer Handlungen Beweggrund, wie sie sagen,Rückert
Ists nicht eitel und vergebens,Lenau
Itzt näherte sich uns das neue Jahr,Lenau