Lyrik


Gedichtanfang D

Da droben auf jenem Berge,Lenau
Da kommt der Lenz, der schöne Junge,Lenau
Daheim, o Wandrer, magst du allen Liebe tragen,Rückert
Dahin sind Blüten jetzt und Nachtigallen,Lenau
Das Allgemeine schwebt dem Geist beständig vor,Rückert
Das Allgemeine zum Besondern zu gestalten,Rückert
Das Angenehme thut, wenns keine Frucht auch trug,Rückert
Das Ärgste drohet nicht der Welt von Geld und Gut,Rückert
Das Aug der Liebe weiß im FreudensaaleLenau
Das Aug’ ist überm Ohr in allen Stücken, traun,Rückert
Das beste Lebensgut ist leichter froher Sinn,Rückert
Das Bild der Ewigkeit, die Schlange die im ReifRückert
Das Bischen Dichterruhm, die späte Spätherbstaster,Rückert
Das Böse hat nicht Macht, die Welt zu Grund zu richten,Rückert
Das Böse ist nicht aus der Welt hinauszulügen,Rückert
Das Ding ist außer dir, weil du von dir es trennst,Rückert
Das Echo, das du weckst, reizt dich, o Nachtigall,Rückert
Das Eine, das du liebst, wird dir vom Tod entzogen,Rückert
Das Eisen, wenn sich ihm des Feuers Kraft vereint,Rückert
Daß etwas gründlich du verstehst, ist nicht genug;Rückert
Das Ewige, das ganz genoßen Göttersöhne,Rückert
Das Feuer war in Furcht, daß es das Wasser hasche,Rückert
Das Gähnen, das, mein Sohn, beim Lernen dich beschleicht,Rückert
Das Gähnen, lieber Sohn, es ist zwar unwillkürlich,Rückert
Daß gar kein Wissbares, daß nichts unwissbar sei,Rückert
Das Glück des Mannes kann nicht Etwas seyn, o Sohn,Rückert
Das Gold der Menschheit wird beständig umgeprägt,Rückert
Das gröste Hinderniß ist oft dem Muthe keines,Rückert
Das Gute kommt von dir, das Böse von der WeltRückert
Das Gute liebt die Still', es liebt nicht das Getöse;Rückert
Das Gute mußt du hin, wo’s angewandt ist, wenden;Rückert
Das Gute thun ist leicht, selbst Schwachen eine Lust,Rückert
Das Gute thust du nicht, um zu empfinden Lust;Rückert
Das Gute wissen, weit ist noch das thun davon;Rückert
Das Haar schneeweiß,Lenau
Das heil’ge Feuer schür’, ein ewiges SymbolRückert
Daß heilige der Zweck die Mittel, wird bestritten,Rückert
Das heilige Sanskrit, das vorlängst sich verlorenRückert
Das höchste Liebeswerk, das Menschen ist verliehnRückert
Das Höchste, was der Mensch erstreben soll und kann,Rückert
Daß ich dies und das beginne,Lenau
Daß in denselben Fluß du kannst nicht zweimal steigen,Rückert
Daß in der Einsamkeit dir nicht der Reiz gebrächeRückert
Daß in der Mitte sei die Wahrheit, ist wol wahr,Rückert
Das irdische an dir, Geschöpf, sind deine Glieder,Rückert
Das ist mein Wunsch, daß gut und glücklich mögen werden,Rückert
Das ist nicht Weisheit, die nur sich für Weisheit hält,Rückert
Das Jenseits kannst du in beliebigen Farben malen,Rückert
Das Käuzlein traurig ruft in öder FelsenritzeLenau
Das Kind weiß nicht, warum man etwas ihm verbeut.Rückert
Das Leben ist ein solch unschätzbar Gut, mein Kind,Rückert
Das Leben ist zu kurz, um alles zu erlernen,Rückert
Das Leben magst du wohl vergleichen einem Feste,Rückert
Das Licht ist leicht, es ist die umgekehrte Schwere;Rückert
Das Märchen von dem Schatz, den dort der Mann verhießRückert
Das Mehl zu sichten, braucht man Siebe, groß und kleiner;Rückert
Das Menschlichste an uns, das Sprechen und das Denken,Rückert
Das menschlichste Geschäft ist Menschen zu erziehn;Rückert
Das Messer, wenn es auch ist oben noch so scharf,Rückert
Daß mit Unthätigkeit ist Überdruß verbunden,Rückert
Das Opferfeuer brennt, das nie erlöschen darf,Rückert
Das Rechte hast du wol, das fühlest du, gethan,Rückert
Das rechte Maß, wie man den Lehrling vorwerts treibt,Rückert
Das Restchen Leben ist wie das Zigarrenendchen,Rückert
Das Rohr im Winde seufzt aus Sehnsucht nach dem Schönen,Rückert
Das sagt dir dein Gefühl, daß du kannst sündigen;Rückert
Das Schlechte läßt sich nie dem Guten ähnlich drechseln,Rückert
Das Schlimme läßt nicht gut sich machen, aber immerRückert
Das Schöne stammet her vom Schonen, es ist zart,Rückert
Das Schöpfrad schöpft sich matt, und Athem schöpft es kaum;Rückert
Das Schwert zu führen, die verschanzten SitzeLenau
Das Seelchen kam so früh vom Himmel schon hinaus,Rückert
Das Sehn hat man umsonst, wenn nicht das Sprichwort lügt;Rückert
Das Sprichwort auch ist wahr: wer sitzet in dem RöhrichtRückert
Das Sprichwort sagt, daß Art von Art nicht lass’; ich glaube,Rückert
Das Sprichwort sagt: Wenn sich der Fuchs in seinem BauRückert
Das stille Volk, das sonst im Früh- und AbendstralRückert
Das Tonspiel kennen muß, wer’s brauchen will zum Spiele;Rückert
Das Übel ist bestrebt sich selbst zu überwinden,Rückert
Daß unerreichbar hoch das Vorbild alles GutenRückert
Das Unglück in der Welt such’, als du kanst, zu lindern,Rückert
Das Unkraut, ausgerauft, wächst eben immer wieder,Rückert
Das Veilchen füllt die Luft mit Wohlgeruch von Amber;Rückert
Das Volk ist glücklich, des Mannsalter ist durchdrungenRückert
Das Wahre mische mit dem Falschen, wer den SchwachenRückert
Das Wasser strebt hinab, das Feuer strebt hinauf,Rückert
Das Wasser trägt den Mann, wenn er zu schwimmen weiß;Rückert
Das weiße Grabtuch, das der Schnee auf's Grün gedeckt,Rückert
Das weiße Licht ist leicht, das dunkle Schwarz ist schwer;Rückert
Das Wetter wechselt, und es wechseln Menschenkaunen,Rückert
Das wilde, schäumende Roß,Lenau
Das Wissen ist ein Quell, der unversieglich quillt,Rückert
Das Wünschen thut es nicht, Anstrengung muß es machen;Rückert
Das zu entwickeln, was Gott in den Keim gelegt,Rückert
Dein Amt, Gebildeter, und deine Aufgab’ ist,Rückert
Dein Auge kann die Welt trüb’ oder hell dir machen;Rückert
Dein Donner rollt, und spricht, wenn ichs vergessen habe,Rückert
Dein Feind ist zweierlei, ein Feind der Böses tatRückert
Dein gedenkend irr ich einsamLenau
Dein Gegner hat gemach ein schönes Ziel erreicht,Rückert
Dein Geist kann nicht umhin, aus allem was gelungenRückert
Dein höchstes Leben sei zu leben gottbewußt;Rückert
Dein ist mein Herz,Lenau
Dein ist nicht, was du hast; das was du thuest, istRückert
Dein Streben sei, o Sohn, ein innres Gutes freiRückert
Dein wahrer Freund ist nicht, wer dir den Spiegel hältRückert
Dein Wirken wirst du nach verschiednen Stund- und TagenRückert
Deiner Bedürfnisse Befriedigung gereichtRückert
Dem der für Unglück hält, was ihn als solches grüßt,Rückert
Dem edleren Metall ist vom unedlern immerRückert
Dem Ganzen offenbar gereicht es nicht zum Heil,Rückert
Dem holden Lenzgeschmeide,Lenau
Dem jungen Wolfe will der Hirt die Wolfsart nehmen,Rückert
Dem Kinde magst du schwer den Mond am Himmel zeigen,Rückert
Dem Lichte, daß es brenn', ist nöthig Fett und Docht;Rückert
Dem Manne steht es an, zu thun soviel er kann;Rückert
Dem Manne steht, o Sohn, Mannhaftigkeit wohl an,Rückert
Dem Menschen ist ein Recht gegeben auf die Sachen,Rückert
Dem Menschen kann nicht leicht ein größrer Spott geschehn,Rückert
Dem müden Wandersmann ist doch die Nacht willkommen,Rückert
Dem sind am wenigsten die Mängel zu verzeihn,Rückert
Dem stärkern Feind entgeht der schwache mit der HilfeRückert
Dem Storch ward lang das Bein, um durch den Sumpf zu waten;Rückert
Dem Süß entgegen sind gestellt Herb, Bitter, Sauer,Rückert
Dem unbeschriebnen Blatt des Geistes in dem KindeRückert
Dem Weisheitdurstenden hat nie so recht von GrundRückert
Dem, was ich fürchte, wag’ ich Namen nicht zu geben,Rückert
Demütigung ist auch von Demut eine Art;Rückert
Den Aberglauben auch, den ich durchaus nicht preise,Rückert
Den alten Malerspruch erkoren hab' auch ichRückert
Den Ausspruch hat zuerst ein starr Gesetz gethan:Rückert
Den Degen soll ein Mann nicht ohne Ursach ziehn,Rückert
Den einen ehr’ ich, der nach Idealem ringt;Rückert
Den einen siehst du nie, doch steht er dir zur Seiten,Rückert
Den Einzelheiten mußt du nie soviel erlauben,Rückert
Den ew'gen Faden zieht die Spinn' aus ihrem Leibe;Rückert
Den Fluß nach Regenguß trüb gehn sehn, ist natürlich;Rückert
Den Geist an seinen Leib knüpft ein natürlich Band,Rückert
Den glatten See kein Windeshauch verknittert,Lenau
Den heil’gen Weda wenn du liesest in der NachtRückert
Den heil’gen Weda willst du lesen mit Ersprießen?Rückert
Den höchsten Menschensinn, das Augenlicht zu missen,Rückert
Den innern Widerspruch im Menschen zu erklären,Rückert
Den Körper mit dem Stein, das Leben mit der Pflanze,Rückert
Den körperlosen Geist mit schönem KörperscheinRückert
Den Krüppel schilt man nicht, daß er nicht wandeln kann;Rückert
Den Leib, hätt' ich den Leib geliebt, mich macht' es grauen,Rückert
Den Maulwurf nennst du blind, weil er, wenn du ans LichtRückert
Den Meister sah ich Nachts, von einer Kerze SchimmerRückert
Den Menschen gnüget nie, was Menschen wissen können,Rückert
Den Menschen sollst du dich insoweit anbequemen,Rückert
Den Menschen wenn der Mensch im Menschen stets erkennte,Rückert
Den Nachbar halte werth, den Nachbar halt in Ehren!Rückert
Den Räuber schilt der Dieb, weil weg am Tage nahmRückert
Den Rosenzweig benagt ein Lämmchen auf der Weide,Rückert
Den Schmelz der Wiesen tränkt das Wasserrad nicht nur,Rückert
Den Spruch: Erkenne dich! sollst du nicht übertreiben;Rückert
Den Toren ists umsonst von einem Schaden heilen,Rückert
Den Wald erfüllte laut der Löwe mit Gebrülle,Rückert
Den Weg am Berg empor beschließt ein Gitterthor,Rückert
Den Weisen kannst du an der Wahl der Zweck' entdecken,Rückert
Der Aberglaube sagt: Wirst du beim Wandern spüren,Rückert
Der Adler fliegt allein, der Rabe schaarenweise;Rückert
Der Affe hat gehört, daß süß der Nußkern schmecke,Rückert
Der Ähnlichkeiten Spur zu folgen hast du Freiheit,Rückert
Der alte Hauswirth, in der Wirthschaft wohl erfahren,Rückert
Der alte Meister sprach: (bedankt sei der Erzähler!)Rückert
Der alte Meister sprach: Laß kürzlich dir entfalten,Rückert
Der alte Meister spricht: Die Schwäch' ist zu bedauernRückert
Der alte Müller Jakob sitztLenau
Der alte Wolf vermag den Regen schon zu leiden,Rückert
Der Angler sitzt am Strom und angelt ohne ZahlRückert
Der Anker hält den Kahn, und läßt ihn nicht versinken,Rückert
Der Apfel fällt, gereift, in seines Gärtners Hand;Rückert
Der Armen Anblick ist ein stummer Vorwurf dir,Rückert
Der Bach zum Strome sprach: Du schlingst mich ein so jach;Rückert
Der Bauer hat die Noth, der Ochse hat die Plage;Rückert
Der Bauer hat ein Hun und eine Kuh dazu;Rückert
Der Baum legt niemals selbst die Axt an seinen Fuß;Rückert
Der Baum merkt nicht die Last, hält drauf ein Vogel Rast;Rückert
Der Baum, der Früchte trägt, trägt eine schöne Last;Rückert
Der Berg, der sich im Licht ewig zu sonnen glaubt,Rückert
Der Berg, von vorne steil, wird hinten leicht erklommen;Rückert
Der beste Edelstein ist der selbst alle schneidetRückert
Der Buchenwald ist herbstlich schon gerötet,Lenau
Der Bücher sind zu viel, um noch so viel zu gelten;Rückert
Der Dichter wär' ein Gott, und zu beglückt sein Loß,Rückert
Der du erschufst die Welt, ohn’ ihrer zu bedürfen,Rückert
Der du im Lichte bist, und bist in mir das Licht,Rückert
Der dunkle Wald umrauscht den Wiesengrund,Lenau
Der dunklen Wolken letzte schwandLenau
Der edle König kam an seinem SiegestagRückert
Der Ehre kannst du wol von andern leicht entbehren,Rückert
Der Ehrgeiz ist gekränkt vom kleinsten, das mislingt,Rückert
Der Eichenwald im Winde rauscht,Lenau
Der Erde dankt man nicht den Schatz, den man gegraben,Rückert
Der Erde kann der Mensch, an der er hangt, entbehrenRückert
Der erste König ist es durch Gewalt geworden,Rückert
Der Esel ist bekannt, der hungernd stehen bliebe,Rückert
Der Esel, den mit Salz sie überladen hatten,Rückert
Der ew'ge Dreiklang, der das irdische GetöseRückert
Der Farbenbogen der Empfindungen erscheint,Rückert
Der Finke, der am Weg ein trocknes Körnlein hascht,Rückert
Der Finkler ist ein Schlauer;Lenau
Der Fluß bleibt trüb, der nicht durch einen See gegangen,Rückert
Der Fried’ ist sprachverwandt wol mit der Freiheit auch;Rückert
Der Frosch im Laub versteht vom Wetter mehr als du,Rückert
Der Frühling grüßt die Erd' und macht die Hoffnung grün,Rückert
Der Frühling ist gekommen,Lenau
Der Frühling ist zu Berg und Tal gekommen,Lenau
Der Frühlingshimmel soll in Wolkendünsten brüten,Rückert
Der Fürst ritt auf die Jagd, und ward durch ein GewitterRückert
Der Fürsten Unglück ist, daß jeder thun und sagenRückert
Der Gärtner liefert mir zum Schmuck in meinem ZimmerRückert
Der Gärtnerbursche will zu seines Herrn ErgetzenRückert
Der Gaukler, wie geschickt er seine Glieder braucht,Rückert
Der Geist des Menschen denkt nur durch den Gegensatz;Rückert
Der Geist des Menschen fühlt sich völlig zweierlei,Rückert
Der Geist ist als gesund und krank auch zu betrachtenRückert
Der gelbe Wein ist Gold, der rothe Wein ist Blut;Rückert
Der große Astronom sprach: Alle HimmelsflurRückert
Der größre Bruder soll die kleinern überwachen,Rückert
Der heil’ge Weda wird verglichen mit dem EuterRückert
Der heilige Kebir sah eine Mühle drehn,Rückert
Der Himmel ist so voll von Sternen nah und fern,Rückert
Der Himmel, wenn er lang nicht hat geregnet mehr,Rückert
Der höchsten Liebe Bild, die Henne sieh, die brütet,Rückert
Der hohe Thurm erscheint am Fuß der Berge klein;Rückert
Der Hunger guckt dem Fleiß zuweilen wol ins Haus,Rückert
Der Hunger schläft im Zahn, bis ihn die Speise weckt;Rückert
Der Husar,Lenau
Der ist der schlechteste des menschlichen Geschlechtes,Rückert
Der ist ein schlechter Herr, wie glänzend auch er thront,Rückert
Der junge Vogel wo lernt er den frohen Sinn,Rückert
Der Jüngling stoßt vom Strand im leichten Kahne,Lenau
Der Jüngling weilt in einem BlütengartenLenau
Der Kämpe wappne sich, eh er zum Kampfe geht;Rückert
Der kann wol leiden, daß man seine Fehler rügt,Rückert
Der Kieß der Reue wird ein Edelstein genannt,Rückert
Der kluge Jäger sprach zu seinem treuen Hunde:Rückert
Der Knabe sitzt am See, und taucht die Ruthe drein;Rückert
Der Knabe steht am Berg und lauscht in stiller Wonne,Rückert
Der König Adler hat das weitste Königreich,Rückert
Der König auf der Pirsch’ hat einen Hirsch erjagt;Rückert
Der König Löwe hält im Walde Mittagsruh,Rückert
Der König von Lahor’, in seines Reiches Mitte,Rückert
Der König zählt sein Heer, ihm geht ein Mann vorbei,Rückert
Der Kranke, wenn er klagt um bittern Schmack im Munde,Rückert
Der Künstler, wenn ein Werk er hat gemacht für alle,Rückert
Der letzte Stral von Gold um Berges Haupt zerrann,Rückert
Der Liebe Blick ist gut, bös ist der Blick des Neides,Rückert
Der Maler in der Nacht sehnt sich dem Tage zu,Rückert
Der Mann, der erst ein Schelm geworden, wird nie bieder;Rückert
Der Markwart Persiens, als er zum Omar kam,Rückert
Der Maulwurf ist nicht blind, gegeben hat ihm nurRückert
Der Meilenzeiger kann dir zeigen wol die Meilen;Rückert
Der Meister hat gesagt: Es ständen unsre SachenRückert
Der Meister, als er war gestorben, ist erschienenRückert
Der Mensch auf halbem Weg entschliefLenau
Der Mensch dem Leibe nach wohnt in verschiednen Zonen,Rückert
Der Mensch im Weltverkehr lebt nur für sich allein,Rückert
Der Mensch ist nicht gemacht, zum Himmel aufzufliegen;Rückert
Der Mensch ist nicht so schlimm als seine Thaten zeigen,Rückert
Der Mensch ist, wie er sagt, ein Bürger zweier Welten,Rückert
Der Mensch kann nie so ganz ins Sinnliche versinken,Rückert
Der Mensch kann was er will, wenn er will was er kann;Rückert
Der Mensch soll alles, nur sich selber nicht, aufgeben;Rückert
Der Mensch weiß mehr, als er von selber wissen könnte;Rückert
Der Mensch, dem Engel halb und halb dem Thier zu eigen,Rückert
Der Mensch, der sinkt zum Thier, wird unters Thier versinken;Rückert
Der Menschenrede werth ist nicht was Menschen thaten;Rückert
Der Menschheit Geister sind zum Höchsten gleich berufen,Rückert
Der Menschheit Größtes möcht’ ich euch im Spiegel zeigen,Rückert
Der Millionen, die nun auf der Erde wohnen,Rückert
Der Mond am Himmel ist der Sonne beigegeben,Rückert
Der Mond am Himmel ist nicht schön im leeren Raum,Rückert
Der Mond rollt um die Erd’, und um die Sonne sie,Rückert
Der Morgen frisch, die Winde gut,Lenau
Der Neid verzehrt sich selbst, sollt’ er nichts andres können;Rückert
Der neugeborne Gott schlief an der Erde Grund;Rückert
Der Ochs vorm Pflug einher, und hinterm Pflug der Bauer,Rückert
Der Pfaffe weiß mit Dampf, Gesang und Glocken,Lenau
Der Pflanzenkund'ge, der die Pflanzen will erklären,Rückert
Der Pflüger kehrt vom Grund das Unterste nach oben,Rückert
Der Postbot' in ein Haus mit zweien Briefen rennt,Rückert
Der preise sein Geschick, wer irgend hat zu klagen;Rückert
Der Punkt ist eins für sich, zwei Punkte sind der Strich,Rückert
Der Rabe hat den Gang des Rephuns nachgeahmt,Rückert
Der Rasen, gestern dürr, versengt von Sonnenglut,Rückert
Der Raum wird in der Welt nach EisenbahnanlegungRückert
Der Regen geht herab in Strömen, landerquickend;Rückert
Der Ruhm hat einen Grund; wenn dieser Grund erst liegt,Rückert
Der Salamander sprach zu einem Schmetterlinge,Rückert
Der scharfe Geist hat euch geschwind durchdrungen,Lenau
Der schlimmste Neider ist, der das sich läßt verdrießen,Rückert
Der schöpferische Geist fühlt sich nicht in der WeltRückert
Der Schöpfung Mittelpunkt wenn diese Erde wäre,Rückert
Der Seele klarer Himmel hängtLenau
Der Seele Saiten, wann sie dir am feinsten sindRückert
Der Seerab hat ein gutes Leben!Lenau
Der Siegelring wird nicht in harten Stein sich drücken;Rückert
Der Sonne kannst du nicht ins Feuerauge schaun,Rückert
Der Stadt Getös ward banges Gemurmel, undLenau
Der stiehlt dir, was er leicht von dir geschenkt bekäme;Rückert
Der Streit von Göttlichkeit und Menschheit ist geschlichtet,Rückert
Der Strom, einmal getrübt, muß fließen eine Weile,Rückert
Der Sturm der Menschenwelt bewegt dich wenig nur,Rückert
Der Tod ein Schauder und Entsetzen der Natur,Rückert
Der Tod ist jedenfalls ein wicht’ger Augenblick;Rückert
Der Tod, der die Geburt ist in ein höhres Leben,Rückert
Der Traum war so wild, der Traum war so schaurigLenau
Der Traum, darein man leicht bei träger Ruh versinkt,Rückert
Der über Ungemach du so dich darfst beklagen,Rückert
Der Übersetzung Kunst, die höchste, dahin geht,Rückert
Der Vater mit dem Sohn ist über Feld gegangen;Rückert
Der Vogel, der wie sonst sein Abendlied mir bringt,Rückert
Der Vorzeit Sprache sei dir heil'ge Hieroglyphe,Rückert
Der Wahrheit Feierkleid, bekam es Lügenstreifen,Rückert
Der Wahrheit treu zu seyn, die du in dir empfindest,Rückert
Der Wandrer im Gebirg verlor die rechten Steige,Rückert
Der Wandrer, irrend in der Ferne,Lenau
Der weiß die Schwanen macht und grün die Papagein,Rückert
Der Weise sollte seyn ein König, und zum LohneRückert
Der Weisheit Anfang ist immer Bewunderung,Rückert
Der Welt Anschauungen, der Dinge Sinnabdrücke,Rückert
Der Welt soll man vertraun, auf sie nicht sich verlassen;Rückert
Der Wetzstein schneidet nicht, doch macht er scharf das Messer;Rückert
Der Wille sündigt, und der Will' entsündigt wieder;Rückert
Der Winter stand ein eiserner Tyrann,Lenau
Der Wurzelschößling wächst nach seinem Vaterstamm;Rückert
Der Zahlen Grenz’ ist zehn, die Grenze für die TodtenRückert
Der Zweifel treibt dich an, der Zweifel macht dich stocken,Rückert
Der Zweifel, ob der Mensch das Höchste denken kann,Rückert
Des armen Menschen Glück ist meistens ein VermeidenRückert
Des Baumes Blüt' erfreut, des Baumes Schatten beutRückert
Des Bechers schönster Platz ist in des Trinkers Hand,Rückert
Des Berges Haupt ist kahl, doch fruchtbar ist sein Fuß;Rückert
Des einen freu' ich mich, wenn rückwerts geht der BlickRückert
Des Freundes denkend, wenn ich Glückliches erstrebt,Rückert
Des ganzen Menschen und des einzelnen Geschichte,Rückert
Des Ganzen Theile sind als Theile nicht vorhanden,Rückert
Des Geistes Flitterstaat, mein Sohn, ist Neubegierde,Rückert
Des Herzens Pförtner ist des Mannes Angesicht,Rückert
Des Kindes erster Trieb ist sinnliches Bedürfen,Rückert
Des Kindes Unart scheint dir artig im Beginn;Rückert
Des Kunstwerks Kunst ist nur fürs Künstlerauge da,Rückert
Des Landes Grenz' ist nicht geschickt ein Fluß zu bilden,Rückert
Des Lebens holder Zauber ging vorüber.Lenau
Des Lebens Sorge läßt dir wenig Zeit zu denkenRückert
Des Mannes Zunge, dem Verstand und Witz gebrechen,Rückert
Des Menschen Bös und Guts liegt nicht an Stand und Lage,Rückert
Des Menschen ganzes Glück besteht in zweierlei,Rückert
Des Menschen Glaube prägt in seinem Thun sich aus,Rückert
Des Menschen Sprecher sind sein Beutel und sein Becher;Rückert
Des Menschengeschlechts uralter Gefährte,Lenau
Des Mondes Geisterlicht macht fremd auch das Bekannte,Rückert
Des Regens Tropfen sprühn, doch wird davon nicht grünRückert
Des Silbers reiner Glanz läßt Flecken am Gewand,Rückert
Des Weisen stille Thrän' ist mehr wol als des ThorenRückert
Des Wolfs Heißhunger macht die Rechnung ohne Wirt,Rückert
Dich ehr’ ich, wenn du nie verwechselt Zweck und Mittel;Rückert
Dich freut ein Name, den dem Nachbar Spötter gaben,Rückert
Dich irret in der Welt die Vielgestaltigkeit,Rückert
Dich irrt der ew'ge Krieg in Wasser, Luft und Erden,Rückert
Dich lehrt ein Sprichwort: Nie trink aus zersprungnem Glase!Rückert
Dich nehm’ ich heute nicht zum Tischgenossen an,Rückert
Dich rührt auch gar nichts an von all' den Herrlichkeiten,Rückert
Dich trägt Erinnerung zu deiner Kindheit Schwelle,Rückert
Dich wundert, daß gesinnt ein jeder anders ist?Rückert
Dichterherzen können segnen,Lenau
Die Abendröthe kam, und sah zum Tod ermattetRückert
Die alte Fabel fiel mir heute wieder bei,Rückert
Die Bäche rauschenLenau
Die Bäume blühn,Lenau
Die Bäume rauschen hier noch immer,Lenau
Die beiden Palmen, die dort alternd stehn beisammen,Rückert
Die Berge werden stets vom Regen abgespült,Rückert
Die bessre Seel' ist nicht, die nur hat bessre Kräfte,Rückert
Die besten Fechter sind im Kampf gefallen immer,Rückert
Die Bienen wollen auch wie gute NachbarsleuteRückert
Die Birnen fallen hart vom hohen Zweig zur Erde;Rückert
Die Blätter, die so fest jüngst saßen an den Stielen,Rückert
Die Blumen blühn so schön noch wie vor tausend Jahren,Rückert
Die Blumen in dem Korn, sie können dich nicht nähren;Rückert
Die Blumen standen frisch erquickt auf dürrer Au,Rückert
Die Blüte trägt sich leicht, viel leichter als die Frucht;Rückert
Die Dankbarkeit ergeht nicht in des Handelns Schranken,Rückert
Die Demuth ist wol gut daß sie ein Herz erringe;Rückert
Die Deutsche Muse glüht im Freiheitseifer;Lenau
Die Dichtung geht der Zeit voran und hinterdrein,Rückert
Die Dinge, spielen sie mit dir, spielst du mit ihnen?Rückert
Die dumme Fabel sagt, des Pfauen stolz Gefieder,Rückert
Die dunklen Wolken hingenLenau
Die Eigenheit, die dir am fremden oft gereichtRückert
Die Eigensucht ist nicht, nicht Theil an Andern nehmen;Rückert
Die Eisenbahnenzeit, die Prosazeit von EisenRückert
Die Eitelkeit der Welt erkennen, ist nicht schwer,Rückert
Die Erd’ im Schwesterchor kann wohl mit ihrem LoßeRückert
Die Erd’ in ihrem Bau ist gar nicht eingerichtetRückert
Die Erde hat ein Recht, sich selber anzusehnRückert
Die Erde steht nie still auf ihrer Sonnenreise,Rückert
Die ersten Silben nennen dir den Fluß,Lenau
Die Ewigkeit umfaßt die Ewigkeit allein;Rückert
Die Fehler, die zu tief dir waren angeprägt,Rückert
Die Feige herb und hart, weich kanst du allenfalsRückert
Die Felsen rings bewahren den stillen dunkeln See,Lenau
Die Felsen schroff und wild,Lenau
Die Flamme wächst vom Zug der Luft, und mehrt den Zug;Rückert
Die Flügel wachsen nur der Ameis' um zu sterben,Rückert
Die freie Herde springt vorm Hirten läutend her;Rückert
Die fremde Weisheit wird in deinem Kopf zum Thoren;Rückert
Die Freunde bitte fein, zusehr nicht dich zu ehren!Rückert
Die frische Quelle rinnt herab am Steingesenke,Lenau
Die Furcht vor Sonn- und Mondverfinstrung ist geschwunden,Rückert
Die Glaubenseiferer, gesendet aus dem Westen,Rückert
Die Gletscher glühen in dem goldnen LichteLenau
Die Götter lieb' ich nicht, die uns die Sagen gaben,Rückert
Die Götter nahen gern dem Menschenaufenthalt,Rückert
Die Göttin, die, verhüllt, ums Antlitz Schleier trägt,Rückert
Die Größenlehre wol und Verskunst hat gleichläufigRückert
Die grösten Fürsten all, die auf des Ruhmes BahnenRückert
Die gute Absicht macht das Böse niemals gut,Rückert
Die gute That befreit, die böse That bestrickt;Rückert
Die Güter unter'm Werth verächtlich anzuschlagen,Rückert
Die Haltung fehlt; was hilfts ob ein Gehalt sich findet,Rückert
Die Hand, die dich begabt, sieh an, nicht nur die Gaben;Rückert
Die Heerde weidet und der Hirte weidet sie;Rückert
Die heil'ge Brahmastadt, gleich einer Lotosblüte,Rückert
Die heil'ge Lampe brennt in deines Busens Räumen,Rückert
Die heiße Kohle brennt, die kalte schwärzt die Hand;Rückert
Die helle Gotteswelt, wie steht sie voll GebildeRückert
Die hier am lautesten erschollen und erklungen,Rückert
Die Hoffnung, eine arge Dirne,Lenau
Die Hölle Dante's hat mich weiland sehr empört,Rückert
Die ihr die Erd' entehrt, zu geben Gott die Ehre!Rückert
Die ihr, und zwar mit Recht, eur altes Recht umwacht,Rückert
Die Jugend folgt, ein Rosenblatt, den Winden;Lenau
Die Jugend und die Macht berauschen schon allein;Rückert
Die Jugend war mir trüb umwölkt durch meine Schuld,Rückert
Die Jungen staun’ ich an, die sich so jung geberden,Rückert
Die Keuschen, Sittigstrengen, TugendfrommenLenau
Die Kirch' hat an den Weg ihr Gottesbild gestellt,Rückert
Die Klarheit, die man lobt am Wasser, am Kristall,Rückert
Die Körperwelt bedarf des Lichtes, um GestaltenRückert
Die Krankheit ist dein Heil, wenn sie dich leiblich mahnt,Rückert
Die Kränze, die du siehst, sind lauter TrauerzeichenRückert
Die Kropfgans schlingt den Fisch hinein auf Einen Schluck;Rückert
Die Kunst — das können wir in Kunstgeschichten lesen —Rückert
Die Kunst ist um den Stamm des Lebens nur die Ranke,Rückert
Die Kunst veredelt, was sie mit der Hand berührt,Rückert
Die Lehre, wenn sie dir von Herzen widerstrebt,Rückert
Die Lehrer sind im Streit, womit hier auf der ErdeRückert
Die leichtste Kunst für dich ist, Fürst, geliebt zu werden;Rückert
Die Leier immer hängt gestimmt in meiner Klause,Rückert
Die Leiter unterm Baum liegt umgestürzt im Graben,Rückert
Die Lieb’ ist vielerlei: es liebt das AllgemeineRückert
Die Liebe Gottes kann so werden übertrieben,Rückert
Die Liebe, wie ein Kind, liebt art'ge Plauderei,Rückert
Die Locken, die du jung dir von der Stirn mußt streichen,Rückert
Die Löwin gieng auf Raub, und ließ daheim zwei Jungen,Rückert
Die Lüfte rasten auf der weiten Heide,Lenau
Die Lust der Welt ist durch das Christenthum verdorben;Rückert
Die Maske, die ein Thor zu eitlem Putz erkor,Rückert
Die meisten Vögel bau'n für sich allein kein Nest,Rückert
Die Menschen müssen dir von Zeit zu Zeit es sagen,Rückert
Die Menschen sind zu klug, um irgendwen zu loben,Rückert
Die Menschen wollen doch von Werken der Natur,Rückert
Die Menschheit ist dahinter kommen,Lenau
Die Minnesingerharf', an der von allen SaitenRückert
Die Mistel, wenn sie kocht für dich den Vogelleim,Rückert
Die Mücke, wenn sie dächt’ und spräch’, o Mensch, wie du;Rückert
Die Muse muß zur Metze sich erniedern,Lenau
Die Mutter gibt zum Fest den lieben Kindern Gaben,Rückert
Die Mutter hast du mir, den Vater noch vorab,Rückert
Die Nacht ist finster, schwül und bang,Lenau
Die Nachtigall ist nicht zum Sehn, ist nur zum Hören;Rückert
Die Nüsse gibt dir Gott, dazu die Zähn' im Backen;Rückert
Die Perlen nicht allein, in deines Mundes PforteRückert
Die Perlenmuschel selbst, ganz in die eigne ReinheitRückert
Die Pfeile des Geschicks fliegen nach allen Seiten,Rückert
Die Pflanze hat das Jahr zum Leben das sie lebt,Rückert
Die Pflanzen lieb' ich, die im Blühn und Welken gleichenRückert
Die Poesie ist Gold; ein weniges vom holdenRückert
Die Qual ist bei der Wahl; viel Wege breit und schmal,Rückert
Die Regenwolke zieht den dürren Gau entlang,Rückert
Die Reis' in fremdes Land ist dazu gut vor allen,Rückert
Die Ros’ und Lilie, die im Gedichte blüht,Rückert
Die Rose taucht den Fuß in Wasser doch und Roth;Rückert
Die Saite, wenn man sie zu hoch will spannen, reißt;Rückert
Die Schenk' ist solch ein Ort, wo dir nichts wird geschenkt,Rückert
Die Schlange fühlte lang ein innerliches Quälen,Rückert
Die schöne Mutterliebe hat dem LebenLenau
Die schönste Gegend ist nicht schön von allen Seiten,Rückert
Die Schüler könntest du, und sie den Lehrer missen,Rückert
Die Schwalb' ist eingethan in Dörfern nicht allein,Rückert
Die Schwalbe die ins Haus, und die am Hause baut,Rückert
Die schwarze Wolke trübt des Himmels reines Blau,Rückert
Die Seele hätte nicht des Leibs bedurft, sie hätteRückert
Die Seele trägt ein Maß des Schönen selbst in sich,Rückert
Die Seele vom Genuß, o Freund, ist dessen Kürze;Rückert
Die Seele, die herab ist in den Leib gestiegen,Rückert
Die Seelen alle sind umher gestellt im Kreise,Rückert
Die Seelen waren in der Weltseel' einst beisammen,Rückert
Die Sekten alle sind im Glauben einverstanden,Rückert
Die Selbsthochachtung wird zur Selbstverachtung treiben,Rückert
Die Seligkeit ist nicht, nur selig selbst zu seyn,Rückert
Die Sinne lügen nicht, schwach aber sind die Sinne;Rückert
Die Sinne, welchen Gott die obre Stelle gab,Rückert
Die Sittlichkeit allein ersetzt den Glauben nicht;Rückert
Die Sonne selber siehst du nur durch Sonnenlicht,Rückert
Die Sonne sinkt, die Berge glühn,Lenau
Die Sonne steigt, mit Gott! und golden ist der Osten;Rückert
Die Sonne stralet Glanz, der sie als Wolk' umschwebt,Rückert
Die Sonne, die soviel ist größer als die Erde,Rückert
Die Sterne leuchten auch am Tag, nur siehst du’s nicht,Rückert
Die Sterne mögen dir aus Winternächten blinken,Rückert
Die Stimmenmehrheit nur entscheidet jeden Streit,Rückert
Die Strenge sagt, der Grund des Irrthums sei die Sünde;Rückert
Die Sünd’ ist innerlich; und innerlich für sichRückert
Die Tage nach dem Tag, wo du gepflanzt den Baum,Rückert
Die Tage sehen wir, die theuren, gerne schwinden,Rückert
Die Tannenberge rings den tiefen See umklammenLenau
Die Tempelratte hat nicht Scheue vor dem Gott;Rückert
Die Übels thun, womit sie wollen Gutes stiften,Rückert
Die Überlegung zeigt das Bessere von zwein;Rückert
Die Überliefrung ist ein umgekehrter Fluß,Rückert
Die Unschuld liebt im Thier Menschähnliches zu sehn,Rückert
Die Untern bilden sich nach ihrer Obern Bilde,Rückert
Die Unvollkommenheit der Welt hat zu beklagen,Rückert
Die Unzufriedenheit mit deinem Thun, die Reue,Rückert
Die Vogelscheuche, die den scheuen scheucht, wird reizenRückert
Die wahre Tugend ist nicht alle Tugend üben,Rückert
Die Wahrheit hat die KundeLenau
Die Wahrheit ist durchaus ein mittleres Gebiet,Rückert
Die warme Luft, der SonnenstrahlLenau
Die Wasser rauschen hin wie Weltbegebenheiten,Rückert
Die Weisen lehren dich, so schwierig als EntsagungRückert
Die Weisheit lehr' ich dich, die mich das Leben lehrte;Rückert
Die Weisheitslehren, die dir Weisheitslehrer spenden,Rückert
Die Welt hat solche Schätz’ im Innern aufgethan,Rückert
Die Welt ist Gottes unausdenklicher Gedanke,Rückert
Die Welt ist öd' und leer, und grenzenlos der Raum,Rückert
Die Welt ist ungetreu, die Menschen, die Natur,Rückert
Die Welt ist wirklich; nur ein Wirkliches alleinRückert
Die Welt ohn' Arbeit wär' ein Freudenaufenthalt,Rückert
Die Welt versprach dir nichts, mach’ ihrs nicht zum Verbrechen,Rückert
Die Weltbetrachtungsart und Überzeugungsweise,Rückert
Die Wesen unter sich sind stets im Widerstreit,Rückert
Die Winde wechseln wol nach jedem Himmelstrich,Rückert
Die Wissenschaft verlangt ein heiteres Gemüte,Rückert
Die Zeit ist hin, wo vor den BanngewitternLenau
Die Zeit ist kurz, wenn voll; die Zeit, wenn leer, ist lang.Rückert
Die Zeit läßt fallen eins, um andres zu entfalten;Rückert
Die Zukunft habet ihr, ihr habt das Vaterland,Rückert
Die Zukunft steht verhüllt schon in der Gegenwart,Rückert
Die Zunge geht dahin, wo weh der Zahn dir thut,Rückert
Dies war einmal ein Edelhaus,Lenau
Diese Blumen ohne Duft und FarbenLenau
Diese Rose pflück ich hier,Lenau
Dir gab ein Gott die Dichtergabe,Lenau
Dir wünsch' ich, Wanderer des Weges und des Lebens,Rückert
Dir zeigt dis Sinnbild an den falschen Trost der Welt:Rückert
Dis hat nicht von sich selbst der Mann am Gangastrand,Rückert
Dis Wort hat der Profet gesagt den Muselmanen;Rückert
Doch keine Aufgab’ hat die Baumfrucht, als zu reifen;Rückert
Doch keine Fratze gibts, die nicht als Schönheit preistRückert
Dort am steilen Klippenhange,Lenau
Dort auf dem Kirchhofkreuze sangLenau
Dort in der Sonne steht, dir ungesehn, ein Geist,Rückert
Dort nach Süden zieht der Regen,Lenau
Dort wo das Wissen mit dem Seyn zusammenfällt,Rückert
Drei Eigenschaften gibts, die sich verschieden gattenRückert
Drei Reiter nach verlorner Schlacht,Lenau
Drei Seelen hab ich offenbar,Lenau
Drei Stufen sind es die der Mensch empor muß streben,Rückert
Drei Zigeuner fand ich einmalLenau
Drüben geht die Sonne scheiden,Lenau
Drück manchmal zu ein Aug'! es ist nicht schwer, der FlorRückert
Du Alpenkind, wie mild und klarLenau
Du Baum, so morsch und lebensarm,Lenau
Du bist beglückt, wenn dir gegeben ist, zusammenRückert
Du bist beglückt, wenn dir, was da ist, ganz gefällt,Rückert
Du bist der Nächte Licht und bist des Tages Schatten,Rückert
Du bist der Widerspruch, den Widersprüche loben,Rückert
Du bist ein Muttersohn, und von der MutterbrustRückert
Du bist gegangen und wir gehn dir alle nach;Rückert
Du bist in Gottes Rathsversammlung nicht gesessen,Rückert
Du bist kein Tropfe der im Ozean verschwimmt,Rückert
Du bist nur halb, o Mensch, wie dich hervorgebrachtRückert
Du bist schon, weil ich bin; denn also fühl’ ich mich,Rückert
Du bist zu schwach, der Welt Ungleichheit auszugleichen,Rückert
Du bist zu sehr geneigt, andre nach dir zu richten,Rückert
Du bist, mein Filosof, vollkommen überzeugt,Rückert
Du bist, mein Jüngling, nun in den Erobrungsjahren,Rückert
Du bist, und bist auch nicht. Du bist, weil durch dich istRückert
Du bleibst in deiner Klaus’ und gehst nicht aus dem Haus,Rückert
Du Bollwerk der Natur, Gebirg von Gott gegründet,Rückert
Du brauchst dein eignes Volk deswegen nicht zu schelten,Rückert
Du brauchst, was andre thun, nicht immer zu verstehn,Rückert
Du denkest fort und fort, dein Denken ist ein Schaffen,Rückert
Du denkest, was du denkst, das müße drum so seyn;Rückert
Du fassest selbst nur halb, was du im Herzen sagst;Rückert
Du findest im Besitz Genüge nimmermehr;Rückert
Du fragest, wo und wie im Land du wohnen sollest,Rückert
Du fragst, ob du zum Heil der Welt und Wissenschaft,Rückert
Du fragst, warum so früh gescheite Kinder sterben,Rückert
Du fragst, was ist die Zeit? und was die Ewigkeit?Rückert
Du fragst, was von der Reis' ich dir mit heim gebracht?Rückert
Du freuest dich, mein Sohn, daß du in diesem Orden,Rückert
Du freust dich, wenn du lernst, und freust dich, wenn du spielest,Rückert
Du fühlest, daß du hast auf Erden keine Rast,Rückert
Du fühlst dich überall im Mittelpunkt der Welt,Rückert
Du fühlst, du bist aus Gott, doch hast du nicht vernommen,Rückert
Du fühlst, durch Irrthum nur kannst du zum Ziele kommen;Rückert
Du fuhrst im goldnen GlückeswagenLenau
Du gehest ein in mich, und ich geh in dich ein;Rückert
Du geleitest mich durchs Leben,Lenau
Du gibst dir viele Müh, Unarten abzuthun,Rückert
Du glaubst, was ich nicht glaub', und glaubst nicht, was ich glaube;Rückert
Du hängst an Wurzeln, die du von Natur gewannst,Rückert
Du hast auf stein’ger Höh mit Müh gepflanzt den Garten,Rückert
Du hast den Geistern der Geschicht’ ihr Recht gethan,Rückert
Du hast der Freunde viel, und geizest nicht um einen;Rückert
Du hast ein gleich Gefühl nicht immer deiner Kräfte,Rückert
Du hast ein Maß in dir von Kräften, die du spendenRückert
Du hast ein Saitenspiel, ganz rein in allen SaitenRückert
Du hast es oft erprobt; laß dieses Volk nicht ein!Rückert
Du hast, o schwacher Mensch, alswie an jedem Tage,Rückert
Du hast, vom Glück belehnt, ein schönes Fleckchen Erde;Rückert
Du hattest nicht die Kraft, dein gutes Glück zu tragen;Rückert
Du heimatliches Tal,Lenau
Du kannst aufs Feld nicht gehn, ohn' irgend eine BlumeRückert
Du kannst denselben Sinn in viele Bilder senken,Rückert
Du kannst in der Natur nicht ein Gebilde streichen,Rückert
Du kannst mit einem Schlag ins Wasser zwar es theilen,Rückert
Du kannst nicht äußerlich die ganze Welt umfassen,Rückert
Du kanst, wenn etwa dir ein Großes ist gelungen,Rückert
Du klagest, daß die Welt so unvollkommen ist,Rückert
Du klagest: Was ich dort dem Mann hab’ angetragen,Rückert
Du klagst, daß bange Wehmut dich beschleicht,Lenau
Du klagst, daß mancher dir gelohnt mit Undank hab';Rückert
Du klagst, du könnest dich nicht mit der Welt vertragen,Rückert
Du lässest billig dir dein eignes Gut gefallen,Rückert
Du machest manches mit, weil man dir's vorgemacht,Rückert
Du magst, soviel dir nur beliebt von Blumen, pflücken,Rückert
Du meine Mutter nicht, doch, Erde, meine Amme,Rückert
Du mußt auf Freundes Lieb' alswie auf Gottes trauen,Rückert
Du mußt das Gute thun, du mußt das Wahre sprechen.Rückert
Du mußt dein dunkles Selbst zum hellen Selbst erweitern;Rückert
Du mußt die Grübelei’n der Forschung nicht verachten;Rückert
Du mußt nach oben schaun, zu sehn, wie viel noch StufenRückert
Du mußt nicht auf den Leib zu nah den Bergen gehn,Rückert
Du mußt nur Alles nicht verlangen gleich von allen,Rückert
Du mußt zuviel nur von den Freunden nicht verlangen,Rückert
Du nimmst die Gründe nach einander einzeln vor,Rückert
Du ruhest weichgepfühlt am Ufer strombespült,Rückert
Du ruhst nicht, bis den Strom, der breit durch Länder schwillt,Rückert
Du ruhst, mit deiner Lust am Stande der Natur,Rückert
Du rüstest dich umsonst mit allgemeinen Sätzen,Rückert
Du sagest: Falsch war dein Orakel, wie es pflegt.Rückert
Du sagst am Himmel daß nichts zu bewundern bliebeRückert
Du sagst, dir sei zu weit die dreißigstünd'ge Reise,Rückert
Du sagst, es ist die Welt geartet zum Entarten,Rückert
Du sagst, nothwendig hat das Beste Gott gemacht,Rückert
Du sagst, und weißt nicht was du sagst: Vielgötterei!Rückert
Du sagst: „die Tugend darbt, indem das Laster prasset.”Rückert
Du sagst: Begier ist bös’, es sei nun daß sie rühreRückert
Du schäme dich vor Gott und dir in deinen Zellen,Rückert
Du scheuchtest den hinweg, der dir war unbequem;Rückert
Du schiltst dich selbst, wenn du dein Kind schiltst ungezogen;Rückert
Du schöpf' aus deinem Brunn und laß auch andre schöpfen!Rückert
Du siehst die andern rings in einer Form von Glauben,Rückert
Du siehst ein Andres als du hörest, und du schmeckestRückert
Du siehst mit Augen nur und hörest nur mit Ohren;Rückert
Du siehst, daß leicht wie Nichts dem einen von der HandRückert
Du siehst, es wankt dein Kind, und, statt ihm beizuspringen,Rückert
Du siehst, Unsichtbarer, du hörest, Unvernommner!Rückert
Du sollst den Stand, auf dem du stehest, nicht verkennen,Rückert
Du sollst mir auch dein Ohr vor böser Rede sparenRückert
Du sondre stolz und kalt dich nicht von der GemeineRückert
Du stehst am Strand, und siehst noch ringen mit den WogenRückert
Du stehst so still und ernst, mein ausgebälgter Geier,Lenau
Du steuerst, Steuermann, dein Schiff nach einem Sterne,Rückert
Du thust, beglückter Freund, ein Büchlein leichter ab,Rückert
Du thust, da du dir sollst die Unart abgewöhnen,Rückert
Du trugest, daß der Freund verreist war, ohne Klagen;Rückert
Du Überschrift am Weg sagst: „Hemme deinen Gang,Rückert
Du unterscheidest hier Vernunft und dort Verstand,Rückert
Du wähnst, o Weiser, dich vom alten Wahn entkettet,Rückert
Du wärest gerne reich, umhäuft von Überfluß,Rückert
Du warst mir ein gar trauter, lieberLenau
Du wünschtest wol ein Stück der Erde dein zu nennen;Rückert
Du zitterst vor der Nacht und bebest vor dem Tage,Rückert
Du, schöne Stunde, warst mir hold, so hold, wie keine noch,Lenau
Du, trüber Nebel, hüllest mirLenau
Dunkle Wolken niederdrohten,Lenau
Durch Blüten winket der Abendstern,Lenau
Durch den allein ich mit der Welt zusammenhänge,Rückert
Durch den Wald, den dunkeln, gehtLenau
Durch einen schmalen FelsenritzLenau
Durch Schaden wird man klug. Du gehst auf Heiles Pfaden,Rückert
Durch Wechselbeistand kann auch Noth die Noth vertreiben,Rückert
Durch Widerspruch wirst du den Dünkel nie bekehren;Rückert
Durchs enge Tal nachts irret ein Wanderer;Lenau
Durchs Fenster kommt ein dürres Blatt,Lenau